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hatten, daß die Werkstätten
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Vergleich zu denen anderer Staaten ist, sondern
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Niederländischen Bank Bank von Frankreich Belgischen Nationalbank Bank von England Oesterreich -Ungar.-Bank Bank von Spanien Dänischen Nationalbank Bank von Italien Bank von Norwegen Rumänischen Nationalbank
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unter Anteilnahme aller Schichten der Bevölkerung: 5) Ausübung der Militärpflicht der Orts- militärpslichttgen in Friedenszeiten in den im Königreich Polen garnilonierenden Truppen;
6) im ganzen Reich Abschaffung der Ausnahmegesetze und Verordnungen, die gegen die Polen gerichtet sind; Abschaffung des Paßsystems: Gewährung deS persönlichen und Bürgerrechts kür die Bewohner des Königreichs Polen und deshalb zunächst Anerkennung der baldigen und tatsächlichen Durchführung der im Zarenmani- feft vom 30. Oktober vorgesehenen Bellimmungen; 7) Berücksichtigung der Besonderheiten der örtlichen Verhältniffe und der historischen Tradition
Sonderkommission für Durchsicht deS Preßge» setzes Kobeko hat an Witte nunmehr ein«, Entwurf für die Einführung der Preßfreiheil eingereicht, wonach unverzüglich mit dieser auch die Freiheit für Bücher und Broschüren einge«
Bank von Frankreich Russische Reichsbaak Oesterr.'Ungar. Bank Deutsche Reichsbank
Bank von Portugal Russischen Reichsbank Deutschen ReichSbank Serbischen Nationalbank Griechischen Nationalbank Bulgarischen Rationalbank
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Erscheint wöchentlich siebt« mal.
Druck mtb Verlag' Joh. Ang. Koch, llmversitätS-Buchbruckerei 40. Jahrg.
Maröurg, Markt 21. — Telephon o5.
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feien zu teil wurde, übermittelten die Polen den Leitern des in Moskau tagenden Semstwo- kongresses die nachfolgenden von lanaer Hand vorbereiteten Forderungen: 1) Wiedereinführung der polnischen Sprache als offizielle Sprache des öffentlichen Lebens, in der Administration und im Gerichtsniesen, sowie als Unterrichtssprache in allen Schulen; 2) Wiederherstellung der Gleichberechtigung der römisch-katholischen Kirche, Anerkennung der Freiheit der Religionsausübung der ehemaligen griechischen Unionisten, volle Freiheit aller Glanbensbekennt- nisse und Gebräuche: 3) Zusammensetzung der Verwaltung des Gebiets und seiner Administration aus dem örtlichen Element; 4) Einführung einer mit den Forderungen des Gebiets übereinsfimmenden örtlichen Selbstverwaltung
geschloffen wurde, rückten in großer Zahl a« und verlangten die Oeffnung dec Fabrik, da sie arbeiten wollten. Als die Direktion diesem Verlangen nicht nachkam, drohten die Arbeite^ die Gebäude zu demolieren. Darauf schritt Militär ein, wobei 30 Arbeiter getötet bezw.
Der hohe Diskont und der kleine Metallschatz der ReiS sbank.
Nach den letzten Aufzeichnungen des Econo- miste Europeen vom 10. d. Mts. betrug der Dis-
eineS für das Königreich Polen speziell b» stimmten Budgets. Die Ausarbeitung der etf wähnten Reformen muß solchen Personen übev tragen werden, die mit den OrtSverhältniffe« bekannt sind und das Verträum der polnische« Gesellschaft genießm, d. h. zu dieser Tätigkeit durch Wahl berufen sind.
Petersburg, 23. Nov. Die Arbeiter bei Sementowfabrik, die schon vor längerer Zeih den Achtstundentag verlangt, aber nur erreicht
auch, das; er sich gegenüber dem Vorjahre um 153 Mill. Franks verringert hat, während Oesterreich nur eine Verringerung von 93 Mill. Franks zu beklagen hat, und Frankreich zu seinem vielen Gold und Silber noch 275 Mill. Franks hinzugelegt bat, ja selbst Rußland trotz alledem und alledem seinen Metallbestvnd noch um 75 Mill. Fr. aufbejsern konnte. So sind wir denn nun auf dem Punkt angelangt, daß Oesterreich-Ungarn resp. seine Reichsbank 442 Mill. Fr., Rußland 1493 Mill. Fr. und Frankreich 2999 (!) Mill. Fr. mehr an Edelmetall auszuweisen haben als die Deutsche Reichsbank. Sie hat jetzt nur noch 23,4 Prozent des Metallschatzes der Bank von Frankreich, während sie im Vorjahre um diele Zeit weniafiens noch 30,8 Prozent davon besaß. Da wird denn wieder nichts anderes übrig bleiben, als „das letzte bischen Gold" auf Kosten der Kreditsuckenden von Industrie und Landwirtschaft mit hohen Disken tsckrauben festzuhalten. Soll das so weiter gehen? Soll das etwa untere finanzielle Rüstung fein? Sitzt denn im ganzen Reichstag fein mutiger Mann, der daaeaen auf-
Sollte auch sie zu Grunde gehen, weil ihr Gatte den moralischen Mut nicht hatte, sich emporzuraffen, ein neues Leben zu beginnen?
Nein, nein, das konnte nicht sein! Es wäre (Sünbe gewesen, — dieses junge blühende Wesen als Opfer von Tonnbergs Leidenschaft mit in den Abgrund sinken zu lassen; das war nicht möglich, das dirrfte nicht fein, und wenn sie es auch tausendmal so haben wollte!
Und er sprach in diesem Sinne zu ihr, lange und eindringlich; ober sie schüttelte nur abwehrend den Kopf.
„Was auch nod; kommen mag, ich will alles tragen," sprach sie fest. „Sie meinen es gut mit mir; aber ich kann nicht anders."
Schweren Herzens erhob sich endlich Gerhard, um sie zu verlassen.
Es tat ihm so weh, sie in der Gewalt dieses Mannes zu wissen und so gar nichts für sie tun zu dürfen,
Wainie herzliche Worte flössen über seine Lippen, und Viola hörte sie mit tvehmüttgem Lächeln an. Seine Teilnahme tat ihr wohl, imb doch, wenn fein Blick ihr Antlitz traf, senkte sie das Auge scheu zu Boden.
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg rmd Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
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(Nachdruck verboten.)
Pflicht und Liede.
Roma« von E. Wild.
Diese dunklen, ernsten Augen hatten einst voll Liebe in die ihren geblickt, und vielleicht empfand sie erst jetzt in dieser Stunde, da sie selbst von ihrer Pflicht gesprochen, wie sehr sie einst gegen ihn gefehlt und gesündigt hatte. Sie bot ihm beide Hände, und, all ihren Mut zusammenraffend, sagte sie mit bebender Stimme:
„Verzeihen Sie, mir, was ich Ihnen, einst getan. Ich habe im jugendlichen Uebermut ge- Wt" . ;
Sie brach rasch ab; denn sie durfte nicht zu viel sagen, wenn sie sich nicht verraten wollte.
Er wollte sprechen; aber er fand nicht das nchfige Wort; in seinen Augen flammte es auf gleich Blitzesstrahlen, und die Hände, die er um
Hieraus ersehen wir nicht nur, tallschatz unserer Reichsbank ein recht winziger im
Semit Telegramme.
Berit«, 24. Nov. Die „Nordd. Allg. Zig.' veröffentlicht ein Handschreiben de» Kaiser» an hen Minister Schönstedt, in welchem er dem Staatsminister für die ouSgezeichneten Dienste, die er nach einer langen und ehrenvollen Dienstlaufbahn seinen Vorfahren, dem König und dem Vaterlands geleistet hat, den wärmsten Dank Msspricht und ihm einen langen und glücklichen Lebensabend wünscht. Als ein Zeichen unver- sänderlichen Wohlwollens und dankbarer Aner» j'kennung verleihe er ihm seine Porträtbüste in Marmor.
- Berlin, 23. Nov. (W. B.) Der amerikanische Marineattachö hat dem Staatssekretär des ReichsmarineamtS das Beileid des Präsidenten l jRoosevelt zu dem Untergange deS Torpedo» jbooteS 8 126 auSgedrückt. Ebenso sprachen die englische Admiralität und der dänische Marine- Minister Christensen durch Beileidstelegramme |i6te Teilnahme an dem Unglück der deutschen Marine auS.
Wien, 24. Nov. Wie verlautet wird heute Ine Demonstrationsflotte nach Mhtilene auS- ,laufen. Gestern fand im PiräuS der erste Kommandantenrat statt.
Sofia, 23. Nov. Die hiesige mazedonische RevolutionSgruppe hat sich unter dem General Zontschew dem neu gewählten mazedonischen Revolutionskomitee angeschloffen. Dadurch er- jscheint unter den mazedonischen Revolutionären die volle Einigkeit hergestellt zu fein. ES ist i dorauSzusehen, daß diese Tatsache auf die mazedonischen Bulgaren aufmunternd und auf die j revolutionäre Bewegung belebend einwirken t Wird.
Konstantinopel, 22. Nov. (Wien. K. B.) jDie Insurgenten auf Kreta haben größtenteils K ihre Waffen versteckt, weil selbst von der Ne» ! gierungspartei das Schlagwort ausgeqeben wurde, daß sie die Waffen im nächsten Frühjahr wieder brauchen würden. Der Hauptführer Konstantin « jManoS beabsichtigt eine große Bande zu bilden ;«nd mit ihr nach Mazedonien zu gehen.
Konstantinopel, 23. Nov. Die Antwort cher Pforte in Sachen der mazedonischen Finanzkontrolle ist heute abend der österreichisch-ungarischen Botschaft überreicht worden; sie ist in allen Punkten ablehnend unter Hinweis aus die .»ttomanische öffentliche Meinung, mit Ausnahme >,de8 Punktes betreffend die Zivilagenten. Die t Pforte willigt in die Verlängerung von deren Mandaten auf längstens zwei Jahre.
London, 24. Nov. Heute findet im Auswärtigen Amte eine Kabinettssitzung statt, was DU dieser Jahreszeit ganz ungewöhnlich ist und mit der kritischen Lage des Ministeriums in Verbindung gebracht wird.
gerechnet.
— Nach einer Bekanntmachung deS Reichskanzlers vom gestrigen Tage findet die nuf den 28. November angesetzte Eröffnung deSReichS« tags um 12 Uhr im Weißen Saale des hiesig« deS Gebiet« in Gesetzgebung, Administration, | RefidenzschwßesJtot Landtag wird in bei Gerichtsbarkeit, VolkSanfklärung, Schaffung I kommenden Session ein außerordentlich reiche»
Deutsche- Rerch.
B e r l i n, 24. Nod.'
— Seine Majestät der K a i f e r nahm gestern Doitz nerstag Vormittag an der 7. Hauptversammlung detz Schifibautechnischen Gesellschaft, die unter dem So» fitze des Großberzogs von Oldenburg in der Tech«, Hochschule in Cbarlottenbura zufammengetrete« ifL teil. Mit dem Kaiser waren die Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert ertLienen. Den ersten Vortrag hielt Professor Kübler über daS Thema .Die vermeintliche« Gefahren elektrischer Anlagen', den zweiten Schiff» maschineninaenieur Dr. Wagner über .Neue Versuch! mit Schiffsschrauben'. Beide Vorträge wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Am vorgestrigei Buß- und Bettage besuchte der Kaiser vormittags b« Gottesdienst in der Garnisonkirche zu Potsdam
— Der Ausschuß deS Bundesrats für Rechnungswesen , sowie die vereinigten Ausschüße sül Rechnungswesen und für das Landheer und 'n# Festungen und die vereinigten Ausfchüfie für Zoll, und Steuer wesen, für Handel und V riehr und lüi Rechnungswesen hielten gestern Sitzungen. — Del Bundesrat hat gestern auch in zweiter Lesunß die sämtlichen neuen Steuervorlagen g» nehmigt, darunter auch die Fahrkartensteuer. Alle Fahrkarten unter 2 Mark bleiben steuerfrei. Obwohl die Steuersätze sehr mäßig gegriffen find, wird doch auf einen Jahresertrag von 12 Millionen
• Sorge und Not, und so will ichs mich halten. - W rveiß, daß er nicht mehr zu retten ist, daß er fernem Untergänge entgegeneilt; aber so lange lebe, werde ich ihn nie verlassen. Nur ein 8E ist möglich, wo ich von ihm ginge; aber boruin handelt es sich nicht —" sie stockte, dann aber sprach sie hasttg weiter: Die Treue hat er imtr nie gebrochen — und etwas anderes kann Uns mcht trennen — nur ein Treubruch könnte w)ch dazu bewegen, ihn zu verlassen; denn das Ware rch mir, meiner Frauenwürde schuldig! Er hat sich in den letzten zwei Jahren sehr verändert, lerne Liebe zu mir ist erloschen, er ist rauh und i; geworden; aber die Treue hat er mir nie i igebrochen — und alles andere will ich ertragen io gut ichs eben kann. Er soll nicht sagen, daß W wu verlassen habe, als er arm und mißachtet
~ — ich bin sein Weib und werde als sol- wes stets meine Pflicht zu erfüllen wissen."
■ Ern schneidendes Weh durchzuckte Gerhards bei Violas Worten. Wie fest hielt sie zu i'uiLm.Manne, der sie erst vor wenigen Minuten L schnöde behandelt! Wie mußte sie
111411 die Bedeutung des Wor- j 1°, voll und klar zu erfassen ver-
; .®r wustte chr Recht geben, und dennoch
: ^""berte er bei dem Gedanken, welche Zukunft ; - r jungen Frau noch bevorsrcmd.
Bank von Schweden Schweizerischen Emissions-Banken 5 ~ 51/«
. I führt werden soll. KobekoS Projekt ist bereits
Zur Lage in Rußland. I unterschrieben, doch soll der Minister deS Inner»
auf Sie tonSifc StufnaSme. di- den
nach Petersburg und Moskau enffandten polni- I ®e'e^e® Abgern. UebrigenS find Durnowoß schen Delegierten von den meisten russischen Par- I strählt.
Wir könnten eigentlich diese Tabelle als „Bild ohne Worte" ohne jeglichen Zusatz lassen,, denn die vorstehenden Zahlen reden im Lapidarsfil für sich. Nur in Serbien, Griechenland und Bulgarien besteht danach ein höherer Diskont der leitenden Banken als in Deutschland, nur bei den Völkern dieser zweifelhaften Ecke bezahlen die Kreditbedürft'aen noch höhere Zinsen als im Deutfchen Reich. Aber auf eins möchten wir nicht unterlassen, hinzuweifen. Im vergangenen Jahre hatten um diese Zeit außer den 3 genannten den halbmondnahen Ländern noch Rußland und Portugal einen höheren Diskont als Deutschland, jetzt haben wir auch das halbbankerotte Portugal und das an allen möglichen akuten wie chronischen Krankheiten leidende Rußland im Bankzinssatz erreicht. Deuffchland, das in der Diskontreihe der Völker so schon keinen beneidenswerten Platz einnahm, ist also während des letzten Jahres wieder zwei herunter, nämlich auf die Faulbank mit den zwei zahlträgen Balkanstaaten und den staatsbankerotten Neu-Hellenen gekommen. Trotzdem geben wir zu, daß die Reichsbank rebus sic stantibus nicht anders konnte. Worin liegt aber der innere Grund, daß die Reichsbank mußte? Einfach in der Tatsache, auf die wir schon so oft hingewiesen haben, daß die Reichsbank einen so kleinen Metallschatz besitzt. Schon die Entziehung einiger Dutzende von Millionen macht sie nervös, die Entziehung von ein paar hundert Millionen treibt sie vollends aus dem Häuschen. Aber auch das erklärt sich, wenn toir uns folgendes Zahlenbild bergegentoärtigen:
1904 1905
Metallbestand in Millionen FrcS.
Vierteljährlicher Bezugspreis; bet der ExpMion 2 Ql} Avftittfzt
btt allen Postämtern 2,25 Mk. <e$cL Bestellgeld).
Vonmdmd. 25. November 1905
(Fortsetzung.)
D, /Sie meinen es gut mit mir," Jagte Viola Art fester Ruhe, „und ich danke Ihnen und der Präsidentin von ganzem Herzen; allein ich kenne weine Pflicht. „Ja", fuhr sie fort, während eine tiefe Röte ihre Wangen färbte, „ich kenne jetzt das Wort „Pflicht" und schätze dessen Bedeutung. Lonnberg^ist mein Gatte, und ich habe gelobt, gut zur Seite zu stehen in Freud und Leid, in
Ein heißes Sehnen ersaßte ihn, Viola in seine I wehte. Was alles hatte sie während dieser Zeit Arme zu nehmen und fortzutragen, weit, wett, I durchgekämpft, durchlitten, und welchen Leide« um sie allem Leid und allem Schmerz zu ent- I ging sie noch entgegen.
reißen. I Wenige Tage nach Gerhards Besuche hatte iht
Durch seine Pulse jagte das Blut in feurigen I Tonnberg in kurzen Worten mitgeteilt, daß et Strömen, und mächtig hob und senkte sich die I sein Haus verkauft habe, und daß sie nun ihre« starke Mannesbnist. I Schmuck opfern müsse, damit sie die Residenz her-
Da sah Viola bittend zu ihm auf. Eine I lassen könnten.
warme, tiefe Zärtlichkeit leuchtete ihm aus diesem I Viola hatte alles hergegeben,ohne Widerrede, Blicke entgegen, die Verheißung eines seligen I ohne Vorwurf, nur das kleinste Brillantkreuz, Glückes, das für ihn verloren. Dann zitterte I das Erbe ihrer Mutier, hatte sie zurückbchalten. ein banger schwerer Seufzer durch das Gemach. I Und nun hatte die Oual begonnen.
„Gott sei mit Dir, Du armes Weib," sagte I Ohne ihr Zeit zu lassen, auch nur von der
er sanft, ihre bebenden Hände freigebend. „Gott I Präsidentin Eckberg Abschied zu nehmen, hatte sei mit Dir und gebe Dir Kraft und Mut, Deine I Toimberg sie erbarmungslos mit sich fortge» Pflicht zu üben. Du hast das Richtige getroffen!" I schleppt, nach Rom, Venedig, Neapel und schließ-
Gerhard war gegangen; aber Viola stand noch I sich nach Paris.
lange auf derielben Stelle mtt tränengefiillten I Und überall ivar Graf Heinold der, stete Be- Angen und glühenden Wangen. I gleitet gewesen, und überall war Tonnberg bet
Wird sie ihn Wiedersehen, den Mann, dem I Verlierende geblieben.
sie einst so toter weh getan, und der doch ganz I Viola schwieg und duldete, nur in Paris war allein ihr Herz besaß? I es zu einem heftigen Auftritte gekommen zwischen
8. I ihr und dem Gatten. , '
An dem offenen Fenster eines Hotelzimmers I Tonnberg hatte in seinem Hause ®b*embenoe stand eine bleiche, junge Frau. I arrangieren wollen und verlangt, daß Viola als
Wer noch vor einem Jahre die schöne, blühende I Hausfrau die Honneurs _mache: dem aber hatte Viola von Tonnberg gesehen, der mußte er» I sich die junge, schwer gekränkte Frau auf das ent schrecken über die Verheerung, welche dieser kurze I schiedenste widersetzt.
Zeitraum in diesem einst so reizenden Antlitz an- I Um keinen Preis der Welt hatte sich Vwla gerichtet hatte. Die großen Augen trüb und I hergeben mögen, diesem Kreise von Sprelern zu glanzlos, die zarten Wangen von fast durchsich- I präsidieren, und Tonnberg mußte seinen Plan tiger Blässe, so stand sie ernst und schweigend da. I fallen lasten. ,
Ihr Blick richte auf dem üppigen Buschwerk, I Ganz von seiner unwürdigen Leidenschaft nm, welches den Garten zierte, der sich rückwärts an I strickt, war Tonnberg immer tiefer gesunken, das Hotel schloß, in welchem Viola mit ihrem I Jeder Funke besseren Gesühls war ihm et- Gatten zwei bescheidene Zimmer inne hatte. Vor I loschen, und jedes Mittel dünkte ihm zetzt recht, einer Woche waren sie in Nizza angekommen, I um wieder zu seinem verlorenen Reichtum zu ge- nachdem sie längere Zeit beständig auf Reisen I langen. Er war ein Profeffionsspieler geworden gelebt batten. Eine bange, schwere Zeftk I und von der fixen Idee beherr-scht, es müsse ihm
Die junge Frau seufzte auf und bog sich dann I dennoch einmal gelingen, das entfliehende Glück zum Fenster hinaus, um ine milde Abendlust cm- I festzuhalten. ’ a
j | zuatmen, die kühlend' ihre brennende Stirn um« I " ~ ^Fortsetzung folgt.) r