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Es war die höchste Zeit gewesen; denn Ger­hard, nicht länger seiner mächtig, war eben im Begriff, vorzustürzen, als Tonnberg seiner Gat- tin das Papier entriß und mit seinem Raube eil­fertig im Nebenzimmer verschwand.

Gerhard war heworgetreten und stand tüut der jungen Frau gegenüber, die bleich und sprach- los dem Gatten nachstarrte.

Mit einem Seufzer strich sie sich das Haar aus der Stirne, da fiel ihr Blick auf die zurück- geschlagene Portiere. Sie stieß einen Schrei aus und barg ihr Gesicht in beiden Händen.

Der Freiherr trat an sie heran.

Viola," sprach er mit mühsam unterdrückter Bewegung,ich bin als Freund zu Ihnen ge­kommen."

Sie ließ die Hände sinken und sah zu ihm auf. Eine glühende Röte färbte für einen Mo­ment ihr bleiches Gesicht, dann reichte sie ihm langsam die Hand.

Ich danke Ihnen," sprach sie leise;allein mir ist nicht zu helfen Sic haben gehört?"

Alles," versetzte er finster;und gleich Ihnen sage ich, das muß ein End« nehmen."

Ein schmerzlich bitterer Zug lagerte sich über ihre Lippen.

Tas können wir beide nicht ändern," flüsterte sie traurig.

Doch Viola! Ich will kein Mittel unversucht lassen Sie können unmöglich so Wester leben."

Und dennoch muß ich es tun," versetzte sie.

Nein, daS hieße sich unnütz opfern."

Sie sah ihn mit großen Angen an.

Er führte sie zu einem kleinen Divan, halb versteckt Steudten hohen Blattpflanzen und nahm an ihrer Seite Platz.

Ihre kleine Hand lag noch immer in der sei­nen; sie war kalt wie Eis.

Zeiten, da Du mich liebtest, hast Du mich mit Kostbarkesten überreich beschenkt, vielleicht wird der Erlös her Schmuckstticke hinreichen, um Dich aller Verbindlichkeiten zu erledigen. Mr können dann die Residenz verlassen und in eine Gegend ziehen, wo mis niemand kennt. Ich will mich mit dem bescheidensten Lose begnügen, Wilhelm, nur mache Dich von diesem schrecklichen Mensen frei, laß die alte Eintracht wiederkehren, und alles soll vergasen fein."

Sie hatte die letzten Worte mit tiefer Erreg­ung gesprochen; ihre Lippen zitterten, und ihre Augen wurden feucht; allein Tonnberg hatte fei­nen Blick dafür.

Törin!" rief er wild, dicht an sie Bcrrmtre- tenb,die Zett der Schäferidyllen ist vorbei! Ich will reich sein, um leben und genießen zu können, und wenns nicht länger geht, nun eine Kugel vor den Kopf hat allezeit gute Dienste getan. Ehe es sowest kommt, will ich aber noch mein Glück probieren, einmal muß es mir doch wieder lächeln. Gieb her, ich habe lange genug Geduld gehabt."

Er faßte nach dem Papier, das Viola noch immer fest in der Hand hielt. Die junge Frau trat einen Schritt zurück.

Unter _ solchen Umständen bekommst Du es nicht," versetzte Viola mit vibrierender Stimme.

In Tormbergs Augen leuchtete es unheimlich auf.

Gieb," zischte er,oder"

Viola war totenbleich geworden; aber ihr Auge blickte fest und ruhig.

Oder?" wiederholte sie, wie eine Statue stehen bleibend.

Tonnberg gab feine Antwort; mit einem raschen Griffe hatte er sich des Papiers bemächtigt und ehe noch ein Wort über ihre Lippen kommen konnte, hatte er sich hastig entfernt.

Ich bin Ihretwegen gekommen," begann e« mit halblauter, gedämpfter (stimme.Ich hatte den Vorsatz, Tonnberg Vorstellungen zu machet und ihn womöglich auf die richtige Bahn zu brin­gen. Die Szene von vorhin hat mir gezeigt, wie wenig ein solches Vorgehen nützen würde. Wenn er auf Ihre Bitten nicht hört, wird er auf die meinigen noch weniger achten, das habe ich nur zu deutlich gesehen." [

Sie neigte schweigend das Haupt. Fühlte ft« doch am besten, wie richtig Gerhards Behauptung war. !

Ein Leben, wie Sie es jetzt führen, ist Ihrer unwürdig," fuhr Gerhard fort;solche Szenen dürfen sich nicht wiederholen, und ich würde min die bittersten Vorwürfe machen, wenn ich Sie! länger in dieser Lage ließe. Verlassen Sie die« ses Haus, und stellen Sie, sich unter den Schutz der Präsidentin Eckberg; die alte würdige Dam« bietet Ihnen durch mich ihre Gastfreundschaft an« Kein Mensch wird es Ihnen übel nehmen, wem. Sie einen Mann verlassen, der, jede Rücksicht fite Sie und Ihre Zukunft außer Augen setzend, sich blindlings einer Seibenfdjrtft hingiebt, die ihn dem Ruin entgegenführt. Sobald ich Sie bq der Präsidentin geborgen weiß, will ich mit ihm Rücksprache nehmen willigt er in meine B« dingungen ein, so ist vielleicht für die Zukunst noch Hoffnung übrig, wenn nicht dann, Viola dürfen Sie nicht zögern, ein Band zu lösen, da­für Sie eine fctoerc, drückende Kette, geworde; ist. Treue Freunde tverden Ihnen beistehen, ut Ihnen eine ruhige, friedliche Existenz zu siche« Folgen Sie meinen Rate, Viola, ich meine c gut und ehrlich mit Ihnen."

Die kleine Hand der jungen Frau zog fiel langsam aus der seinen. 1

- ______E Fortsetzung folgt.)' '

Nachdruck äerBoteü.)'

Pflicht und Liebe.

Roman von C. W i l d.

(Forrsetzungch

.Reize mich nicht, Viola!" ' ' -T7F':

Die junge Frau sah ihm fest ins Auge unfc fuhr unerschrocken fort:

2!u kannst rächt blind sein gegen das, was um uns herum vorgeht. Micke um Dich alle Deine wahren Freunde, Deine Standesge- noßen haben Dich verlassen, kein Mensch verkehrt nnt Drr, fein Mensch ladet Dich ein oder kommt Zu Dir! , Kaum daß man Dich grüßt und hier und da ein kühles Wort mit Dir wechselt. Weißt Du, warum das so gekommen ist? Weil Wil- helm, von Tonnberg seine Zeit bei Abenteurern ««-bringt, die ihn ohne Scham um Geld und «hre bringen. Es ist stadtbekannt, daß Graf Hclnold nur von dem lebt, was ihm sein Gewinn oeun Spiel einbringt, und deshalb hat man ihm Ampo rasch alle Türen verschlossen, als man sie mm geöffnet hatte.

Su hättest damals dem Beispiele der anderen w.gm lollern statt dessen hast Du Dich noch fester Haschen gefettet, so daß man Dich rSvH E seinesgleichen betrachtet. O, daß 2* 'Olche Worte zu Dir sprechen muß! Einst ara - alles, jetzt bin ich Dir nichts mehr ms eme lästige Zugabe."

vor Wut soettg?" fragte Tonnberg, bebend

' wich aüch'prechen, unÄ Du

^te sie fest.Nur dies höre Mich an," fuhr sie flehend fort, Legung machte,und meine Sorte. Gib das unselige Spiel

"ad sage Dich los von dem Grafen. In den

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ZnsertlonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Nist.

Marburg

Freitag, 24. November 1905.

Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck tmb Verlag- Joh. Aug. Koch, UmversitätS-Buchbnickerei 40. Jahrs, Marburg, Markt 2L Telephon 55. I

Deutsches Reich.

Berlin, 23. November.

Seine Majestät der Kaiser hörte vo gestern Dienstag, wie aus Kiel gemeldet wir vormittags die Vorträge des Chefs des Stomtrc stabes, Admirals Büchsel, und des Chefs des M

Neueste Telegramme.

Berlin, 21. Nov. (W. B.) DerStaats­anzeiger" meldet jetzt amtlich: Dem Justiz­minister Dr. Schön st edt wurde die nachge- suchte Entlassung auS dem Amt unter Belassung des Titels und Ranges eines Staats- Ministers erteilt und OberlandesgerichtSpräfident Beseler in Breslau zum Justizminister ernannt. OberlandesgerichtSpräfident BierhauS in Kiel wurde in gleicher Eigenschaft unter Beilegung des Charakters als Wirklicher Ge­heimer Oberjustizrat mit dem Range der Räte elfter Klaffe an das Oberlandesgericht Breslau versetzt; ReichSgerichtsrat Spahn wurde zum Präfidenten des Oberlandesgerichts in Kiel ernannt.

Kiel, 22. Nov. Aus Anlaß des Unterganges deö Torpedobootes8 126" haben auch der König von England und der König von Zstalien ihr Beileid ausgesprochen.

Paris, 22. Nov. Der spanische Minister des Aeußern Gullon erklärte hier in einem Interview, daß seine Gespräche mit Bülow und Rouvier die Voraussicht eines glatten Verlaufes der Konferenz von Algeciras rechtfertigen. Ver­mutlich würden Radowitz und JuleS Cambon die offiziellen Vertreter Deutschlands und Frank­reichs sein, aber deren Beiräte Rosen und Revoil würden reichlich Gelegenheit zur Betätigung ihrer besonderen Kenntnis der Marokkofrage erhalten.

Paris, 21. Nov. Der Senat setzte die Beratung des Gesetzentwurfs über die Trennung von Staat und Kirche fort und lehnte zahl­reiche Abänderungsanträge zu dem Artikel 2, durch den das Kultusbudget gestrichen wird, ab.

Ko«ftgnttnopel, 21. Nov. (Wiener Corr.» Bureau.) Der deutsche Botschafter besuchte am 19. November den Minister des Auswärtigen in besten Privatwohnung. Er empfahl, wie verlautet, im Namen des deutschen Kaisers, abermals in dringendster Weise Nachgiebigkeit gegenüber den Wünschen der Mächte betreffend die mazedonischen Reformen. Heute fand im Jildispalast ein partieller SDlinifterrat statt, die oppositionelle Stimmung scheint nachzulaflen. Eindruck macht auch die einmütige Haltung der europäischen Presse.

Madrid, 22. Nov. DerJmparcial" be­stätigt, daß in der königlichen Familie nicht« von einem Heiratsplan des Königs bekannt fei. Bei der Nennung verschiedener Prinzessinnen, die in Frage kämen, handle es sich um bloße Vermutungen.

Zur Lage in Rußland.

Petersburg, 21. Nov. Gestern, spät abends, ging Witte die Meldung zu, daß der Moskauer Semstwo- und Städtekongreß sich für wn und sein Programm entschieden habe. Näch­

ster Tage wird eine Deputation des Kongresses hier eintreffen tmb vom Zaren und Witte emp­fangen werden.

Warschau, 21. Nov. (P. T.-A.) 40 Pro­fessoren der Universität und deS Polytechnikums, die Mitglieder des Warschauer Technikervereins und des altrussffschen akademischen VerbandeS sind, richteten an den Semstwo-Kongreß in Mos­kau und an die russische Presse eine energische Protesterklärung gegen die Verhängung des Kriegszustandes über Polen. Sie behaupten, daß das Kommunique, welches die Verhängung des Kriegszustandes über Polen begründe, eine Herausforderung Polens darstelle; in Polen seien viel weniger Ausschreitungen vorgekommen, als in Rußland, die Polen verlangten aber mit Recht die Autonomie.

Petersburg, 21. Nov. Heute sind die Zeitimgen wieder erschienen. Einige von ihnen, wieRuß" undSlowo", protestteren gegen die Diktatur der Leiter der Arbeiterbewegung. Sie stellen einen Mißerfolg des Streikes fest, der in der Provinz keinen Anklang gefunden habe, und betonen, daß das entscheidende Wort nicht einer Klasse der Bevölkerung, sondern allen zu- stehe, jedenfalls aber der Mehrheit. Aus der Provinz kommen Proteste auch gegen den Ter­rorismus des Verbandes der Verbände.

Warschau, 21. Nov. Die in Petersburg weilenden polnischen Abgeordneten veröffentlichen eine Erklärung, in der der Standpunkt der pol. irischen Parteien auseinandergesetzt wird. Nach dieser wünschen die Polen ein autonomer Teil des Reiches zu sein, aber denken nicht an eine LoS- reißung Polens von dem russischen Reiche. Sie wünschen ihren eigenen Landtag in Warschau zu haben, aber auch in der Reichsduma vertretest zu sein.

Petersburg, 28. Nov. AuS bester Quelle verlautet, daß Wftte den Beschluß gefaßt hat, die Grenze des jüdischen Ansiedlungsrayons aufzuheben. Den Juden wird freies Wohnrecht in ganz Rußland mit Ausnahme der beiden Resi­denzen gewährt werden. Für das Wohnen in den Residenzen toirb eine besondere Erlaubnis er­forderlich sein. Die Veröffentlichung dieser wich, tigen Entscheidung, durch die den Millionen von armen, im Westgebiet eingepferchten Juden an. dere Existenzmittel geboten werden, steht m der nächsten Woche bevor.

Petersburg, 22. Nov. Das Zenträl- Komitee der revolutionären Streikenden hat be- schlossen, seine Kräfte für den letzten entscheiden- den Kampf gegen den Zaren und die Regierung jetzt aufzuheben. Die Arbeiter sollen vor allem Geld sparen, um für den neuen Generalstreik ge- rüstet zu sein. Der nächste Streik soll im Januar proklamiert werden.

Moskau, 22. Nov. Auf dem hier tagenden Bauernkongrieß verlangten die Vertreter der Bauernpartei die Austeilung des gesamten Staats-, und, Privatbesitzes unter die Bauern. Falls dies nicht geschehe, solle ein allgemeiner Aufstand unter der Landbevölkerung vorbereitet werden. In Bessarabien herrscht infolge großer Regengüsse und dadurch hervorgerufener Ueber- schwommung großes Elend und Hungersnot unter der Landbevölkerung.

Der deutsche Landwirtschaftsrat und die Fleischteuerung.

Wie aus Berlin gemeldet wird, ist in Sachen der Fleischteuerung nun auch der Vorstand deS Deutschen LandwirtschaftSrateS beim Reichs­kanzler gewesen. ES waren folgende Herren: Graf Schwerin-Löwitz, der bayerische ReichSrat Frhr. v. Soden, Geheimrat Mehnert aus Dresden und Generalsekretär Prof. Dr. Dade, die Fürst Bülow trotz einer starken Erkältung am Mon­tag empfing. Graf Schwerin-Löwitz überreichte die Denkschrift des LandwirtfchastSratS über die Fleischversorgung der Bevölkerung und sprach dem Kanzler Dank auS für dieEnt­schiedenheit, mit welcher der Reichskanzler und die verbündeten Regierungen allen Versuchen zur Aushebung oder Abschwächung unseres veteri­nären Grenzschutzes" begegnet feien.Diese Haftung der Reichsregierung werde dazu bei­tragen, daS Vertrauen unserer ländlichen Be­völkerung zu ihr mehr und mehr zu stärken. Mit der Fürsorge der Reichsregierung für den Schutz der Viehproduktion hätte sie nicht minder auch dem wohlverstandenen Jntereffe der städti­schen Bevölkerung gedient."

Der Reichskanzler erwiderte, wie wir in derNordd. Allg. Ztg." lesen, aus diese Ansprache, daß er sich freue, den Vorstand deS LandwirtschastSratS bei sich zu sehen; während feiner 5jährigen Dienstzeit hätte er stets nicht nur berufliche, sondern auch persönliche Fühlung mit der Landwirtschaft gehabt, und eS sei ihm eine der wichtigsten Aufgaben gewesen, für daS Wohlergehen der Landwirtschaft Sorge zu tragen. Ganz besonders gelte diese Sorge der Erhaltung der deutschen Viehproduktion. Ohne Zweifel liege ein vitales Jntereffe des Reiches an einer genügenden inländischen Fleisch- produktivn vor. Der deutsche Vieh- stand repräsentiere mit einem Wert von 8 Milliarden Mark einen bedeutenden Bestandteil des gesamten Nationalvermögens. Dabei komme noch besonders in Betracht, daß der Schwerpunkt der Viehzucht im Kleinbetriebe liege, und daß die Existenz von Millionen kleinster Betriebe direkt von ihr abhängig fei. Auch die Tatsache scheine ihm in der öffentlichen Diskussion noch nicht genügend gewürdigt, daß selbst im Auslande ein stetiges Steigen der Fleischpreife stattfinde, welches die Möglichkeit einer Deckung unseres Fleischbedarfs durch vermehrte Einfuhr immer zweifelhafter erscheinen laffe. Er hoffe, daß die Denkschrift des LandwirtschaftSrateS über alle diese und noch andere Fragen wert­volles Material enthalte, und werde nicht ver­fehlen, die in derselben gegebenen Anregungen in Erwägung zu ziehen.

litärkabinetts, Grafen Hülsen-Häseler. Spitts besichttgte der Kaiser das zweite beschädigte Ton,t pedobootS 127". Kirrz vor 2 Uhr nachmittags begab sich der Kaiser unter dem Salut der Krieges schiffe von Bord desKaiser Wilhelm II." mch'j reifte um 2 Uhr mittels Sonderzuges nach Wild«! Park-Statton. Prinz Heinrich von Preußen be« gleitete den Kaiser zum Bahnhofe. Um 7 Uhik! 40 Min. abends traf der Kaiser auf Station Wild­park ein und begab sich nach dem Neuen PalatS«j

Bei der Landtagsersatzwahl bet; Kreise Siegen, Mühlheim a. Nh. und Wipperfürth'> ist 'der Zentrumskandidat Gutsbesitzer Robert; Schlick aus Holzweiler, Kreis Erkelenz, mit 651! Stimmen gewählt worden.

1 In der November-Nummer desBank«: Archiv" erörterte der Geschäftsinhaber der Bev«' liner Diskonto-Gesellschaft, Max Schinkel-Hanp« bürg, dienationalen Pflichten bei Banken und Kapitalisten im Kriegs« falle": Er kommt dabei als Schluß-Resum«' zu folgendem Resultat: Jedermann, insbesondere auch die Banken und Kapitalisten, haben schott in Friedenszeiten ernst zu nehmende national'« Pflichten in Bezug auf die Verwaltung und Ver- ivendug von Kapitalien zu erfüllen; sind dies« Pflichten außer Acht gelassen, überrascht uns ein Krieg in einem dem Auslande zu sehr verschul­deten Zustande und geniefjen wir in Bezug auf eine glückliche Durchführung des Krieges nicht genug Kredit, so würde es nichts nützen, daß di» Banken und Kapitalisten sich erst bei Ausbruch eines Krieges ihrer nationalen Pflichten crinner« ten; denn es würde ihnen dann an den dis­poniblen Mitteln zur Betätigung ihres gute« Willens fehlen. Das wirtschaftliche Leben kann nicht in steter Kriegsbereitschaft verharren; aber! es kann doch dafür gesorgt werden, daß uns auch in wirtschaftlicher Beziehung das nationale Un­glück eines Krieges nicht ungerüstet überrascht.

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Deutsche Kolonien.

Südafrika. Die nahe Reichstags-Sesfio« bildet den Gegenstand eines Artikels derWind­huker Nachrichten". Darin führen sie au8; Das dritte Mal ist es, daß die für das Ge­deihen der Kolonie so hochwichtige Entschädigung der Volksvertretung im Reiche zur Entscheidung vorgelegt wird. DaS Ergebnis der beiden erste« Beratungen bestand in Enttäuschungen bitterster Art. Der Siedler sagte sich: mir ist bitterste» Unrecht geschehen. Wir möchten nicht, daß sich der Reichstag durch die Argumente derer beein» fluffen und leiten läßt, die den Zusammenbruch der Kolonie als ein Elementar Ereignis charakterisieren und hierin den Grund zu einer ablehnenden Haltung suchen zu muffen glaube«. Die sicherste Grundlage für das Gedeihen ist eine wirtschaftSkräftige, erfahrene Bevölkerung

und Kirchhain.

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