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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Allustrirtes Sonntagsblatt.

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Znserttvnrgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 1V Pfg.

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Marburg

MwwoS. 22. November 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal. .

Druck «nd Verlag- Joh. Ang. Koch, UmverntStS-Buchdruckerek 40. Jahrg.

Marburg, Martt 21. Telephon o5.

Erstes Blatt.

Neueste Telegramme.

Berlin, 20. Nov. (Wiederholt.) Nach einer Meldung deS Kapitäns Goliath aus Berseba ist Hendrik Witboi beim Ueberfall einer Vrr- pflegungSwagens bei FahlgraS am 29. Oktober schwer verwundet worden. Er veranlaßte am 2. November die KapitänSwahl seines Sohne» Samuel Isaak und starb am 3. November.

Berlin. 21. Nov. Der sozialdemokratische Reichstag- Abgeordnete Max Schippel, der den Wahlkreis Chemnitz vertrat, hat sein Mandat niedergelegt.

Kiel, 21. Nov. Gestern abend sind weitere Leichen der mit dem TorpedobooteS 126* verunglückten Mannschaften nicht aufgefunden worden. Die Beerdigung der bisher geborgenen Leichen erfolgt am Mittwoch Nachmittag.

München, 21. Nov. Nach der am Mitt­woch stattfindenden Beisetzung wird Großherzog Wilhelm in Gegenwart der luxemburgischen Kammer-Deputation den Eid auf die Verfassung leisten. Zur Beisetzung werden der Kronprinz von Schweden, Prinz Friedrich von Schaum» burg-Lipve und der Prinz von Waldeck eintreffen. Eingetroffen sind bereit- auf Schloß Hohenburg der luxemburgische Staatsminister v. Ehschen, Graf VrllerS und i.er Präsident der luxem­burgischen Finanzkammer Gütz. Den kirchlichen Teil der Beisetzung vollziehen der Stadtpfarr» Prediger von Luxemburg und der Pfarrer Scherer von Weilburg a. d. Lahn. Die Lüche ist im protestantischen Betsaal de» Schlöffe? Hohenburg auigebahrt.

Paris, 21. Nov. Der Senat nahm in Seiner gestrigen Sitzung die beiden ersten Ar« ikel der Vorlage über die Trennung von Staat lind Kirche an und verwarf mit 173 gegen 110 Stimmen den AbünderungSantrag des Senators Lrmarzelle, der die Beibehaltung des bisherigen KultuSbudgetS verlangte.

Christiauia, 20. Nov. (W. B.) Die EideSablegung deS Königs im Storthing erfolgt nächst?-, Montag um 12 Uhr.

Lissabon, 21. Nov. Der König reiste gestern abend nach Pari-, begleitet vom Mi­nister des Aeußeren, Villaca. Der Kronprinz übernahm die Regierung

Kopenhagen, 20. Nov. Der König von Dänemark hat einen Erlaß veröffentlicht, in welchem er bekannt gibt, daß er nach Beratung mit dem Kronprinzen mit Zustimmung der Regierung für den Prinzen Karl die Wahl zum König von Norwegen angenommen habe im vollen Vertrauen darauf, daß Prinz Karl seines

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61 Mnäidriick verboten«!

Pflicht und Liede.

Noma« vo« 6. Wild.

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Er traf den Gesuchten zu Hause; aber die Nrchnchteu über Violas Gatten bestätigten nur die Anklagen der Präsidentin.

Man sprach von Tonnbergs Treiben allgemein mit Verachtung und hatte das größte Mitleid für die arme Frau, die schweigend alles litt, eine böse, trostlose Zukunft vor Augen.

! _ Glauben Sie, daß mein Entschluß von Nutzen sein könnte?" fragte Gerhard, dessen AnÜitz leichenblaß geworden war.

Der Gefragte zuckte die Achseln.

,Wenn ich aufrichtig sein soll ich glaube üicht. Tonnberg steckt zu tief drin. Er hat ein- mal Gefallen an diesem Treiben gefunden und wird das Spiel wohl nie mehr aufgeben. Finan-

ist er gänzlich zu Grunde gerichtet, er kann sich höchstens noch einige Wochen halten. In der guten Gesellschaft ist er unmöglich geworden, wie tp da auf eine Umkehr zu hoffen? Es wäre am 5 wenn Frau von Tonnberg sich entschließen

. sich von ihrem Gatten zu trennen. An der Seite dieses Menschen muß die arme Frau gbistig und körperlich zu Grunde gehen.

.Erhards hohe Gestalt Ang ein ner­vöses Zucken.

War in der Tat keine andere Hilfe möglich?

Er empfahl sich und ging.

. yr lstß sich die Mühe nicht verdrießen, noch Enige seiner Bekannten aufznsnchen, um sie über Tonnberg zu befragen.

wwt dasscll>c Achselzucken, dieselbe And-

Der trübe Wintertag war zu Ende gegangen ftnd auf den Straßen flammten schon die Gas- sttchter auf, als Gerhards Wagen vor den- Tonn- deigschen Hause hielt.

Lebens beste Kräfte der treuen Erfüllung seiner Aufgabe al-König weihe, sowie im bollen Ver­trauen darauf, daß da» norwegische Volk seinem neuen König mit Gefühlen de» Vertrauen- und der Ergebenheit entgegenkomme, welche für ein fruchtbare- Zusammenarbeiten zum Heil für Land und Volk notwendig find.

London, 20. Nov. Der .Standard" meldet au» Tokio: Die Mission de- Marquis Ito nach Korea erzielte vollen Erfolg. Gestern in aller Frühe wurde der Vertrag im Palast von Soeul unterzeichnet. Außer dem Kaiser und dem Marquis Ito waren noch Vicomte Hahashi, General Baron Hasegawa, der Kommandeur der japanischen Truppen in Korea, und alle korea­nischen Minister anwesend. Der Vertrag ent­hält zwei wichtige Punkte: 1) übernimmt Japan die Besorgung der auswärtigen Angelegen­heiten Korea», bis Korea stark genug ist, feine Unabhängigkeit selbst zu wahren, 2) wird die Verwaltung der inneren Ange­legenheiten unter die Ueberwachung de» japa­nischen Generalgouverneurs gestellt, welcher gemäß den Anordnungen deS Kaisers von Korea handelt. Die» bedeutet die Legalisierung de- bestehenden Zustande-.

Der Reichshaushaltsetat für 1906.

DieNordd. Allg. Ztg.* veröffentlicht einen AuSzug auS dem ReichShauShaltSetat für 1906: Der Etat für daS Reichs - Militärgericht bean­sprucht an fortdauernden Ausgaben 542 572 Mk. (4- 15 843). In dem Etat für die Reichs- Justizverwaltung belaufen sich die Einnahmen auf 778554 Mk., dis fortdauernden Ausgaben auf 2851 705 Mk. (4- 113480), darunter be­finden sich die Posten für die vorübergehende Errichtung des fünften Strafsenats am Reichs­gericht. Der Rechnungshof deS Deutschen Reiche» verlangt die fortdauernden Ausgaben von 1026 700 Mk. (+ 42860). Der Etat deS allgemeinen Pensionsfonds weist an Ausgaben nach: 82187 702 Mk. (-s- 8856644 Mk.) Zu der Mehrausgabe kommt die Uebernahme eine» Teils deS Reichs ° JnvalidenfondS. ES wurde befchloffen, dem Reichstage den Entwurf eines Gesetze» betr. die Entlastung deS Reichs-Jn- validenfonds zugehen zu lasten, der vorschlägt, die Ausgaben dieses Fonds auf diejenigen zu beschränken, die sich auS seiner eigentlichen Zweck­bestimmung bei der Gründung ergaben. Da» bedeutet für die Fonds eine Entlastung von 22 599183 Mk., bezw. unter Abrechnung der sogenannten Deteranenbeihilfen eine weitere Entlastung um 8 599185 Mk. Tie Ausgaben des Reichsinvalidenfonds vermindern sich dem­gemäß unter Einrechnung kleiner Steigerungen bei ihm verbleibender Ausgaben auf 35 316 748

Es war ein mäßig großes, aber schönes Ge­bäude, dessen innere Einrichtung vollkommen mit dem Aeußeren harmonierte.

Der Portier hatte Gerhard auf seine Fragen zu der rechts gelegenen, mit Teppichen belegten Treppe gewiesen, die Gerhard nur langsam hin- aufftieg.

Er fühlte, daß er sich fassen mußte, um Tonn- berg entgegenzutreten, und doch, wenn er an den Mann dachte, der Violas junaes Leben so schnöde vernichtet, so wallte sein Blut stürmisch empor, und seine Hände ballten sich krampfhaft zusam­men. Er hätte den Elenden umbringen mögen, und doch mußte er trachten, so bief wie möglich seine Ruhe zu bewahren; denn leidenschaftliche Heftigkeit konnte hier mehr verderben als nützen.

Gerhard betrat den Korridor, es war niemand zu sehen.

Er öffnet die nächstbeste Tür, es war em hell erleuchtetes Vorgemach, aber auch dieses war leer.

Ein finsteres Lächeln spielte um Gerhards Lippen.

Lässige Diener, das sicherste Zeichen für den Verfall eines Hauses," murmelte er.

Einige Seiftlnden lang blieb er zögernd stehen, dann ging er entschlossen weiter.

Er trat in ein geschmackvoll möbliertes Zinr- mer, das von dem nächsten 'Raume nur durch eine fchwerseidene, halb zurückgeschlagene Portiere ge­trennt nxtr.

Dieser nächste Ramn war ein kleiner, luxuriös ausgestattcter Salon, voll Wärme und Blumen­duft, welchen eine tief herabhängende kostbare Ampel mit einem "intten rosigen Lichte erfüllte; ein Aufenthalt v' geschaffen für zarte Träu­merein von Glü . : j Liebe.

Gerhard stand einen Augenblick wie erstarrt, während sein Blick dieses reizende Gemach über­flog.

Also hier weilte sie, hier ivar sie glücklich ge- wesen, und hier stossen ihre Tränen, da sie er-

Mark. Der Etat für die Verwaltung der Reichseisenbahnen sieht eine Einnahme von 107 382 700 Mk. (4- 8068000) vor, wovon 24214000 Mk. (4- 1138000) auf Personen- und Gepäckverkehr, 75 790 900 Mk. (4-1571200) auf den Güterverkehr und 7 377 800 Mark (+ 358 800), auf die übrigen Einnahmen ent­fallen. Die AuSqaben de» ordentlichen Etat» betragen 87231900 Mk. (4- 3062585), davon fortdauernde 80509900 Mk. (4- 3 763 585), einmalige 672 200 Mk. ( 701000), sodaß der Ueberschuß über die fortdauernden Ausgabe» von 26872800 Mk. ( 695585) über die fort­dauernden und einmalrgen Ausgaben de» ordent­lichen Etat» von 20150800 Mk. (4- 5414) verbleibt. Bei den fortdauernden Ausgaben beanspruchen persönliche Ausgaben einen Zugang von 1889580 Mk. (darunter mehr für Be­soldungen 739080, für Bezüge der nichtetat»» mäßigen Beamten, sowie Löhne 679 800, für Stellenzulagen 120 700, an Teuerungszulagen für Unterbeamte 40000, für Wohlfahrtszwecke 112000), die sächlichen Ausgaben einen Zugang von 1871800 Mk. Unter den einmaligen Ausgaben de» ordentlichen Etat» werden aber­mals 4800000 Mk. (- 800000), zur Ver­mehrung der Betriebsmittel verlangt. Im außerordentlichen Etat werden 17416000 Mk. (4- 963400) gefordert, darunter erscheinen neue Forderungen zum Bau eines zweiten Geleise» für die Strecken Straßburg - Molsheim und Luxemburg-Ettelbrück, zu Erweiterungsbauten auf den Stationen der Wilhelm-Luxemburg- Eisenbahn, zu Vorarbeiten für die Bahnver­bindung Sankt Ludwig - Waldighofen. Zum Bau von Reichswoh langen für mittlere und untere Beamte sowie für Arbeiter find 223 000 Mark eingestellt.

Zur Lage in Rußland.

Von der alle Bevölkerungsschichten umfass sn- den Nationastiga erhielt Graf Witte folgendes Telegramm:Die russische Nationalliga aller Kreise der Bevölkerung hält eS für ihre Pflicht. Ihnen, Graf Witts, ihre Anerkennung, ihre Sym­pathie und die Ueberzeugung auszusprechen, daß Sie mehr als irgend jemand imstande sind, Ruß­land einig und ungeteilt zu erhalten. Die Liga wird Ihnen ihre Unterstützung gewähren und wird für Sie mit allen Kräften und Hllfsmitteln arbeiten."

Am gestrigen Montag kehrten Me Arbeiter wieder in größerer Zahl in die Fabriken zurück. Dabei kam es an verschiedenen Stellen zu Zu- sammenstößen mtt denjenigen Arbeitern, die noch länger streiken wollten, und es gab vielfach blutige Köpfe. Infolge des Setzerstreiks werden die Re­sidenzblätter vielleicht heute, möglicherweise auch erst morgen wieder erscheinen.

kannt, wie nichtig, wie vergänglich dieses er­träumte Liebesglück sei.

Leise und unhörbar trat er in den Schatten der Portiere zurück, während sein verlangender Blick bis in den fernsten Winkel des Gemache» drang, um irgend eine Spur von Viola zu «rf- decken.

Eine Weile blieb alles füll und ruhig, dann wurde das Rauschen einer Schleppe hörbar und eine schlanke Frauengestalt trat vor die Blicke de» lauschenden ManneS.

Es war Viola.

Gerhard hielt den Atem an, während er die schöne Frau förmlich mit den Blicken verschlang.

Ein kostbares NegligS von rosa Seide, mu blaßgelben Spitzen verziert, umhüllte die schönen Formen der jungen Frau. Einem entfesselten Strome gleich stossen die goldbraunen Locken bi» tief über den Nacken hinab; weiß und zart sahen die Arme aus den halblangen Spitzenärmeln her­vor , Viola bot ein reizendes Bild, und doch ihre schöne Stirn war nicht rein und frei wie ehedem, und um die großen Augen lagerten leichte Schatten, wie sie Kummer und Betrübnis erzeugt.

Mola schritt langsam vorwrts; in der Hand trug sie ein Blatt Papier, das sie noch während des Gehens überlas.

Plötzlich zuckte sie jäh zusammen und richtete sich stolz empor. Au» einem Nebenzimmer er­tönten rasche Schritte.

Die Tür wurde geöffnet und Tonnberg trat über die Schwelle.

Gerhard zog sich unwillkürlich noch tiefer in den Schatten der Portiere zurück.

War das Tonnberg, der schöne Mann, der alle Frauenherzen im Sturme eroberte?

Das Gesicht hager und 'eingefallen, die Micke düster und unruhig, Gang und Haltung nach­lässig geworden das war der Gatte.Molas, der Mann, der sie schützen und lieben sollte sein Leben lang.

Aus Pieschen (Regierungsbezirk Posen) Nfirst gemeldet: In dem russischen Nachbarstädtchen, Chocz brachen Sonntag Unruhen aus. Bauers aus der Umgebung veranstalteten einen Demon» strationSzug mtt toten und gelben Fahnen, risse« von dem Schulgebäude den russischen Adler herab und wollten den Lehrer lynchen, der aber recht« zeittg in Sicherheit gebracht wurde. Ein au/ Kalisch mit 100 Kosaken eingetroffener Polizei, meister ist machtlos. lieber die Gegend wurde der Kriegszustand verhängt.

Petersburg, 20. Nov. Der Gehilfe bei Finanzministers, Dmitriew, ist unter Belassung tW seiner bisherigen Stellung zum Mtgliede bei Reichsrats ernannt worben. i

Petersburg, 20. Nov. Wie dieB. T., A." meldet, wird die durch den Uka» vom 2. No­vember in Anbetracht der Eisenbahndienstunter­brechung angeordnete Verlängerung der Frist füg Wechselproteste in diesen Tagen auch auf Pole» ausgedehnt werden, wo besondere WechsalbcstiM« mungen gülttg sind.

W a r s ch a u, 20. Nov. Als tm Bezirk Rado« der Eisenbahnverkehr wieder ausgenommen wer­den sollte, sprengten 2000 Ausständige aus da» Sarockiowicer Eisenwerken die Eisenbahnbrück» mit Dynamtt in die Lust, rissen die Schienen auf und zerschnitten die Telegraphendrähte, sodaß bi« Züge um kehren mußten.

Lodz, 20. Nov. Fast sämtlich- Fabrik«! sind im Betriebe. Die Straßenbahnen verkehr« regelmäßig. Die Bankgeschäfte, Läden und Bu­reaus sind geöffnet. Die Lehranstalten sind ich Tättgkett. Die Stadt hat ihr gewöhnliches Aul­sehen. i

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Zum Untergang

des Torpedoboots 8 126.

Kiel, 20. Nov. W. B.) Der Kaiser nahm heute an der Unfallstelle bei Buelk bi» Meldung de» Kapitän» Schäfer entgegen, der bie Taucherarbeiten leitete und dem Kaiser persönlich Bericht über den bisherigen Verlauf der Arbeiten abstattete. Der Kaiser ließ sich im besonderen darüber informieren, welche Um­stände Wohl einen so großen Verlust veranlaßt haben könnten. Der Taucherbefund ergab bisher daß da» Torpedoboot gerade an dem vordere« Wafferrohrkeffel getroffen wurde und daß, wem» nicht eine direkte Explosion, so doch eine rapid» explofionSähnliche Dampfentwicklung stattge­funden und wahrscheinlich dazu geführt habe^ daß die in der Nähe deS Lecks befindliche« Mannschaften verbrüht wurden. Genaue Fest­stellungen seien außerordentlich schwierig, weil die abgeriffenen scharfkantigen Platten der Bord­wand deS Boote» eine große Gefahr für bi» Taucheranzüge bilden, waS auch verhindert^ daß die Taucher in da» Innere des Bootet eindringen konnten, um festzustellen, ob sich noch im Innern deS Bootes Leichen befinden. Del

Hast Du unterschrieben?" fragte Tonnberg, als er seine Gattin gewahrte, bie bleich unb be, bend in der Mitte des Gemachs stand. i

Wilhelm, das muß ein Ende nehmen," sagt» Viola, mtt Gewalt daS Beben ihrer ©timme be­herrschend,so kann es nicht fortgehen**

Tonnk«rg unterbrach sie.

Nur feinen Sermon, ich bitte Dich! Hast Du unterschrieben? Ja ober Nein!"

Ja," versetzte Viola, bas Blatt Paviec ssst in der kleinen Hand zusammenbrückend,ich haS» Deiner Spielwut die kleine Summe geopfert, bi» ich Dir als Aussteuer mitbracht», und die DU mir damals lächelnd in meine Schmuckkassette stecktest."

Wozu die Sentimentalität," unterbrach fi» Tonnberg abermals,gieb mir die Anweisung, und die Sache hat ein Ende." i -

Viola schüttelte daS Haupt. -

Du mutzt mir versprechen, daß dies die Wl Spielschuld ist," sagte sie in sanftem, aber ov< ftimmtem Tone. J

Das kann ich nicht, Mola, Du werbt eS wohl! Erst muß ich zurückgÄvinnen, was >ch verlor?» habe, eher höre ich nicht auf!" ö

O, das wird also nie geschehen," murmelt* die junge Frau, während ein Ausdnuk der Ver­zweiflung ihre Züge überflog.

Wilhelm," fuhr sie fort, ihn mtt ihren fdjfc nen Stirnen bittend ansehend, laß unS die Stflfa denz verlassen, ich gehe mit Dir überall hin, meß laß unS fliehen fort, weit fort von hier." i

Viola, keine Szene, ich liebe dergleichen nicht Du solltest mich in dieser Hinsicht schon tetq nen," war die raube Antwort.

In den Augen der jungen Frau blitzt» « zornig auf. .

Sprich nicht in einem solchen Tone zu mir,* stieß sie bebend hervor:Wilhelm, ich habe lang» genug gelitten, gib Deine LebenAvÄse auf i®# ehre den Namen, den Du trägst.* J

-U . (Fortsetzung folgt.)' 5