Erstes Blatt
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Reichsregierung fei hoffentlich stark genug, um die neue Vorlage durchzusehen; wenn es nötig fei, möge sie an das deutsche Volk appellieren, welche- , jetzt wohl genügend aufgeklärt sei. Es würden 1 ja Geldopfer gefordert, aber diese seien nicht so schwer, wenn sie in Form von Steuern auftreten, als wenn sie den im Lande stehenden Feinden dargebracht werden müßten.
Erscheint wöchentlich sieben moL
Druck und Verlag' Ioh. Ang. Koch, UmverptätS-Buchdruckerck 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
Marburg
Sonntag, 12. November 1905.
Umschau.
Volkswirtschaft für Jedermann.
So lautet der Titel eines im Verlage von Reimar Hobbing in Berlin soeben erschienenen Handbuchs, das den weitesten Kreisen dringend empfohlen werden muß. Das fast vierhundert Seiten starke Buch ist vom deutschnationalen Standpunkte gemeinfaßlich bearbeitet von Pro- fessor Karl von Langsdorfs und Privatdozent Dr. Franz Mammen. Es kostet broschiert 3, gebunden 4 Mark, ein Preis, der wirklich „Jedermann" der sich auf dem weiten Gebiete der Volkswirtschaft belehren will, die Anschaffung des Buches ermöglicht.
Wir erachten die Herausgabe der „Volkswirtschaft für Jedermann" geradezu als die Befriedigung eines dringenden Bedürfnisses. Alle bis jetzt vorliegende volkstümliche Literaftir über diese schwierige Materie ist mehr oder weniger tendenziös gehalten und fußt meist auf den frei, händlerischen, den Konsumentenstandpunkt als maßgebend erachtenden Lehren. Es ist aber dringend notwendig, daß unsere Bevölkerung vor diesen Irrlehren befreit und auf den deutsch nationalen Standpunkt auch in der Volkswirt schäft zurückaeführt werde. Dies wird an d. Hand des vorliegenden Ruches zu erreichen sein, wenn man nur für dessen möglichst weite Verbreitung zunächst in allen konservativen Kreisen Sorge trägt.
Von dem Grundznge, der durch die „Volkswirtschaft für Jedermann" weht, mag folgende Stelle Zeugnis ablegen:
„Was nützen dem Vaterlande siegreiche Kämpfe seiner Verteidiger, wenn es in dem Belieben und der Macht des Gegners liegt, die Zufuhr der notwendigsten Nahrungsmittel für die Einwohnerschaft zu unterbinden oder gar gänzlich abzuschneiden? Es liegt nahe, daß selbst ein Bundesgenosse auf Kosten des Landes für sich einen Vorteil zu ziehen bestrebt sein wird, wenn seine Freundschaft gesucht wird, um die Zufuhr der Lebensmiftel vor dem Feinde zu sichern, w daß das Land dadurch in Abhängigkeit von dem befreundeten Lande kommt, wenn auch vielleicht zunächst nicht in politischer, so doch jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht. Das ganze Streb.!! muß daher im nationalen Interesse darauf gc richtet sein, die einheimische Landwirtschaft in den Stand zu sehen, den Bedarf des Landes an Brot, friichten und Fleisch, als den notwendigsten Nahrungsmitteln, zu erzeugen."
Die Notwendigkeit der Flotten- verftärkung.
Am 4. d. Mts. fand in Breslau die außer- f ordentlich zahlreich beschickte Jahresversammlung des Provinzialverbandes Schlesien des Deut-
fchen Flotten-Vereins statt. Auch der Ober- Präsident, Graf V. Zedlitz-Trützsch- »er, wohnte derselben bei. Es wurde dort ein- stimmig der nachfolgende Beschluß gefaßt:
Violas Stolz regte sich. „Wie rasch Du mich verurteilst!" rief sie bitter, „ich gebe ja zu, daß ich gefehlt, indem ich Tonnberg nicht sofort zu. rückwies — ich war so überrascht, so betroffen — und daun, was hätte ich ihm sagen sollen? Hafer? heimliche Verlobung der Oeffentlichkeit preisgeben? Du selbst hast ja unsere Liebe in das tiefste Geheimnis gehüllt. Hatte ich ein Recht, zu sprechen, abzuwehren, da niemand unser gegenseitiges Verhältnis kannte? Wie konnte ich Tonnbergs Werbung wehren, wenn mich kein öffentliches Gelöbnis, kein Ring, kein Zeichen band?"
„Halt ein," sagte der Freiherr mit blitzenden Augen, „halt ein; denn Tn selbst kaunft nicht glauben, was Du sprichst. Wenn ich nufere Liebe geheim hielt, so geschah es aus dem Grunde, aöJJir Deine sorglose Mädchenzeit nicht vor- gehtfl kurzen wollte, weil ich es nicht übers Herz brachte. Dich der Freuden zu berauben, denen Du als meine Braut hättest entsagen müssen.
bin ein ernftci* Skniui, unb tuns
Freude war, war die meine nicht; aber ich tvollte Dich das ersehnte Vergnügen genießen lassen, ich wollte nicht störeird zwischen die Freuden Deiner Jugend treten — und deshalb entsagte ich. Glaubst Du, es fei mir leicht geworden. Dich tanzen und lachen zu sehen, während ich in der Ferne stand, um durch meinen Ernst nicht Deine Lust zu trüben? Dieses Opfer hast Du nie begriffen! Ich harrte des Momentes, da Tu zur Einsicht kommen mußtest/ daß Dein Platz an meiner Seite sei, mit Sehnsucht harrte ich des Momentes — er ist nie gekommen. Du hast mich nie vermißt, und meine Hoffnung ist eine ver- i gebliche gewesen." ' j
Die Brust des Freiherrn hob und senkte sich Immer im inneren Kampfe. Viola stand bleich und regungslos vor ihm. Fühlte sie, wie sehr recht er mit diesen Worten halte.
Gerhard fuhr int gedämpften Tone fort: „Ein liebendes Herz kann keine solche Dinge verzeihen; aber nur bis zu einer gewissen Grenze, und diese
der «chinelle blieb Viola einen Moment regungslos stehen. Jetzt nahte die Entscheidung. Sie pochte.
Eine klanglose tiefe Stimme rief: „Herein!" Viola stand vor dem Freiherrn. War er es, oder war er es nicht? Wie bleich, wie verfallen' sah dies sonst so freundlich ernste Antlitz ' aus wie duster blickten diese Augen, und welch' tiefe' böse Falte hatte sich zwischen die dichten Brauen gegraben.
I Ein kalter Schauer durchrieselte ihren Körper, sie fühlte es — sie stand vor ihrem Richter.
Eine bange, schwere Pause — dann begann ver Freiherr zu sprechen.
„Herr von Tonnberg ist heute hier gewesen und hat bei mir um die Hand meines Mündels geworben." sagte Gerhard mit finsterer Ruhe, ötc das Herz des Mädchens heftig erbeben ließ, „er behauptete, zu dieser Werbung vollkommen berechtigt zu sein."
Viola hob stolz ihr Haupt. „Wie kann er das wgcu?" rief sie mit einer Stimme, welcher mehr Fettigkeit zu gebenjie Ergebens bemüht war. r ''dlstorn," die Stimme des Freiherrn vibrierte leicht, „io tagte er, fei das entscheidende Wort gefallen."
. --Ich habe nichts versprochen," rief Viola außer - sm> vor Angst. „O, Gerhard, glaube mir; wenn i w> ichwieg, so geschah es aus — aus —" sst I suchte vergeblich das richtige Wort.
--Warum noch länger leugnen?" fragte der ötetperr im herben Ton, „der Schritt ist ge- 1mebe.it, und gibt keinen Widerruf mehr."
<ric sah ihn mit einem stehenden Blick an.
—as Antlitz de? Freiherrn blieb starr und un- vewegt.^ „Das ist vorbei," sagte er mit leiser, ober reifer Stimme.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
„Der Provinzialverband des Deutschen Flotten-Vereins für Schlesien steht voll unter dem Eindruck der dem Vaterlande drohenden Gefahr, wie f#e durch bie Vorgänge der neuesten Zeit vor aller Welt klar gelegt ist. Er gibt in feiner heutigen Jahresversammlung ferner Ueberzeugung dahin Ausdruck, daß nicht Aur die beschleunigte Durchführung des Flot- gesetzes von 1900, sondern auch eine wesentliche Verstärkung unserer Flotte nur durch die so- forttge Inangriffnahme des Baues vollwerti- ger Schlachtschiffe als Ersatz für die minderwertigen und veralteten Linienschiffe als unabweisbare nationale Psticht erscheinen."
’Pm-hi'ni'f verboten.)
Pflicht und Liebe.
Roman von C. Wtld.
1 Af-r cfuiig.)
Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk^
-JM an« bet allen Postämtern 2,25 Mk. xejcl. Bestellgeld).
“O * Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 1v Pfg.
Neclamen: die Zeile 25 Pfg.
Der Schlessische Provinzialverband hat erfreu- Ilcherweise dem Ausdruck gegeben, lvas Millionen Deutsche, die sich dem Ernst der Welllage nicht verschließen, denken. Auch der Provinzialaus- schuß Hannover des Deutschen Flottenvereins Hot in einer .gutbesuchten Versammlung am 7. d. M einstimmig einen Beschluß angenommen, in dem gesagt wftd,
„die Versammlung begrüßt, ganz erfüllt von der Notwendigkeit einer imponierenden See- i, geweilt des deutschen Vaterlandes, mit großer .Genugtuung die bereits im vergangenen Win- i ter erfolgte Ankündigung einer E rw ei te- , rungs Vorlage zum bestehenden Flotteno rganisationsgesetze! Die Versammlung gibt ferner der Erwartung und Hoffnung Ausdruck, daß neben der Bewilligung der erwähnten Vorlage auch ein möglichst rascher Ersatz der heute noch mit - Zahlen den veralteten und unzulänglichen Typen der deutschen Flotte erfolge, damit diese baldigst zu einem friedenerhaltenden oder im Kriege zu einem ■ sichernden, vollwertigen Machtfaktor in der Ge- I samt Wehrrllstung des Vaterlandes werde."
In der vorerwähnten Versammlung hielt, wie der ,.H. C." berichtet, der als eifriger Vorkämpfer für nationale Politik bekannte und geschätzte Generalleutnant z. D. von Liebe rf einen Vorwag über „Die nationale Bedentiing der Seemacht." Ueberrill trete die Erscheinung zutage, wenn man die Geschichte verfolge, daß diejenigen Volker die Herrschaft auf dem ganzen Erdteile
Grenze hast Du weit überschritten. Berufe Dich I Arme gegen ihn aus — aber plötzlich flog helle nicht darauf, daß vor der Welt kein Band Dich I Pupurglut über ihr Gesicht, und sie ließ die er. an mich fesselte, das entschuldigt nichts. Wahre, I hobenen Hände fallen.
treue Liebe bedarf keines Schwures, keines feier- I An dem kleinen rosigen Ringsinger ihrer lichen Gelöbnisses, um fest aneinander zu fetten, I Rechten funkelte ein blitzender Diamant — der und das Mädchen, das ohne Schwur nicht freu I Ring, den Wilhelm von Tonnberg ihr aufgesteckt, zu lieben vermag, wird auch als Gattin den Eid I Der Freiherr war der Richtung ihrer Blicke der Treue nicht halten. Wer nicht im stände ist, I gefolgt, auch er hatte den Ring gewahrt.
aus freien Stücken fest zu bleiben, den wird ein I Eine fahle Blässe deckte für einige Sekunden Schwur nicht fesseln, — selbst wenn Deine Liebe I feine Züge, aber dann war jede Erregung vor- zu mir erloschen war, Viola, so wäre es Deine I über.
heilige Pflicht gewesen, jene Werbung znrückzu- I „Ein bindendes Zeichen," sagte Gerhard mit weisen; denn Du hattest mein-Wort, und Du I fester Stimme, auf den Ring deutend, „jetzt ist wußtest nur zu gut, wie heilig mir dasselbe sei. I jedes Leugnen unnütz."
Ehe Du jenem das Recht gabst, auch nur eine I Viola hatte sich hoch aufgerichtet, ein stolzer, Silbe zu sprechen, hättest Du ut mir kommen und I harter Zug grub sich tief um ihre bleichen, zucken« mir alles sagen müssen. Man tändelt nicht mit | den Lippen; fein Wort entschlüpfte denselben den reinsten besten Gefühlen des Menschenherzens I mehr. Stumm neigte sie das Haupt, und festen, — und das hast Du getan, Viola! Dem flüchtigen I sicheren Schrittes ging sie hinaus, nicht, als sei Triumphe befriedigter Eitelkeit zu Liebe hast Du I sie die Gerichtete, sondern er, der bleich, bebend, mich und meine treue Liebe geopfert. Du bist I keines Wortes mächtig, ihr nachstarrte.
frei — iverde die Gattin des Mannes, der heute I Im Korridor kam Magda auf sie zu.
um Dich geworben, mein Anrecht an Dich ist für | , „Hilf, Himmel, Kind, wie seren Sie aus!" immer erloschen." I rief sie, die Hände zusammenschlagend, „das
Violas Brust entrang sich ein kurzer, scharfer | gestrige. Fest ist Ihnen nicht gut bekommen."
Schrei. , I „Nein, es ist mir nicht gut bekommen," sagte
»Du stößt^mich von Dir?" rief sie, halb wahn- I Viola, ein mattes Lächeln auf ihre Lippen zwin- sinnig vor.Scham und Furcht. I gend. „Sie entschuldigen mich wohl für heute,
„Du hast selbst gewählt, ich mache nur einem I ich bin so müde, so entsetzlich müde."
anderen Platz," lautete die kühle Antwort. I . „Legen Sie sich zu Bett — Sie hätten gar Tas junge Mädchen rang vergebens nach Fas- | nicht aujstehen so llen," meinte Mao da besorgt.
jung; Stolz und Liebe stritten einen harten I „Ja, das will ich tun," flüsterte Viola. „Voll- Kampf in ihrer Seele. Sie fühlte, wie warm I fern mene Ruhe wird das Beste für mich sein." , ihr Herz für Gerhard schlug, sie empfand eine I Sie eilte in ihr Zimmer, ohne auf den ver-, namenlose Angst, ihn für immer zu verlieren. I wunderten Blick Magdas zu achten, die ihr be- Und doch — sollte sie betteln und flehen, sie, der 1 troffen nach iah.
so viele Herzen offen standen, der so viele hnl- I „Wenn sie uns nur nicht krank wird," dachte digend zu Füßen lagen? . . I das Fräulein bei sich, „sie siebt so bleich und an-
Sie richtete, das bleiche Antlitz trotzig empor I gegriffen ans; ja, das viele Tanzen — Gott sei unb sah ihm fest in die Augen. I Tank, daß die tolle Zeit bald vorüber ist." '
Als sie aber seinen ernsten, vorwurfsvollen I MaA >
Mick gewahrte, da war es mit ihrer Fassung, mH I (Fortsetzung 8 )•
ihrem Stolz zu Ende. Bittend streckte sie beide * 1 4 " '
behaupteten, welche über die nötige Seemacht I gestrichenen Auslandskreuzer in Form von verfügten. Nachdem der Redner sodann auf die I ipanzerkreuzarn gefordert werden, ferner sollten Seemachtstellung der alten Kulturvölker näher I die Torpedobootsdivisionen aus 5 erhöht und eingegangen war, zeigte er, Ivie England durch I die übrigen Schiffe in der nötigen Weise ergänzt den Seesieg bei Trafalgar, dessen hundertjährige I Inerben. Dieses würde natürlich eine große Wiederkehr erst kurz in England gefeiert sei, zu I Summe Geldes kosten, da die Folge sei, daß auch der führenden Stellung zur See gelangt sei, unb I bie Docks, Werften, Kasernen ustv. vergrößert I wie es diese Stellung bis heute zu bewahren ge- I unb die Mannschaften vermehrt werden müßten; I wußt habe. Diese Stellung nütze es wohlweislich I außerdem müsse der Kaiser Wilhelm-Kanal er» I aber auch aus und wache eifersüchtig darüber, daß I weitert werden. Vor allen Dingen träte die Not- I diese Stellung nicht verloren gehe. Das englische I Wendigkeit hervor, Schiffe großen Typs . >tt I Budget belaufe sich auf jährlich 800 Millionen I einem Deplacement von 18 000 Tonnen zu bauen, I Mark für die Kriegsflotte, während das deutsche I wie es England unb Japan schon lange getan | nur 223 Millionen Mark betrage: in kurzer Zett I hätten; es sei schmerzlich, baß wir das beste I seien in England 150 Kriegsschiffe ausgemerzt I System von Geschützen hätten und diese Geschütze I und durch vollwertige ersetzt, damit die Mann- I mit genügend großem Kaliber nicht auf unseren I schäft nicht „auf schwimmenden Särgen" ge- I ungenügend großen Kriegsschiffen unterbringen I gebenenfalls dem Feinde entgegenzutreten I könnten. Der russisch-japanische Krieg habe die I brauche. Das englische Volk wisse genau, was es I gebieterische Notwendigkeit vor Augen geführt, I seiner Zukunft schuldig sei. Trotzdem wir nun I daß Geschütze mit großem Kaliber vorhanden sein I den Ernst der Lage erkennen und einseben I müßten. Bei dem jetzigen Stand unserer | müßten, wohin die Front gerichtet sei, zeige die I Flotte würde sie schon vernichtet sein, I deutsche Geschichte in dieser Beziehung das Gegen- I ehe sie an den Feind heran käme. I teil wie in England. Der Redner führte nun den I Bei den modernen erstklassigen Kriegsschiffen I Hörern die frühere gänzlick>e Ohnmacht Deutsch- I komme es auf das Deplacement, die Panzerstärke, I lands zur See und die Gründe hierfür vor Augen. I b;e Artilleriestärke (Kaliber der Geschütze) und I Jetzt habe ja Deutschland eine leiblich starke I Geschwindigkeit an. In dieser Beziehung
Flotte, ober sie entspreche noch lange nicht den an sienuge unsere Schlachtflotte mcht, wahrend totr
sie gestellten Anforderungen. Es sei nicht die Gute der Mannschaften und durch die
Regierung, die uns auf das Meer gedrängt Avslnldmig derselben allen, anderen Nationen
hätte, sondern unsere ganzen Verhält- überlegen waren, zumal totr nur Landes km der
I nisss wiesen uns auf die See unb I und keine Soldner als Mannschaften hatten. An
I eine große Kriegsflotte hin. Die Zahl der .Kriegsschiffe könnten wir ja England
I rapide Zunahme der Bevölkerung, der große I me erreichen, aber wir müssen ihm geichstehen an
I deutsche Auswandererstrom, das immense An. I Vollwertigkeit der Schiffe. Der Flottenverein
wachsen der Industrie und die bebeutenbe Aus- werde ja bte Vorlage der Regierung aufs frdf- I breitung des Handels forderten gebieterisch eine Zigste untersttitzen; man dürfe dabei aber nicht
entsprechende Seemachtstellung Deutschlands. [*^en bleiben Es sei zu fordern, baß I Ferner erforderten die militäri'Mtn Verhältnisse, I onS Bautempo beschleuntgt unb
daß jedes Volk seine Grenzen schützen müsse; wehr Schiffe vom Stapel gelassen Deutschland habe nun einen großen Teil offener wurde n ; Deutschland müsse mehr I Grenzen, toa§ es ja sckon hänsia zu seinem I 3 ‘0 11 e n st a t ? o n e n n n d mebt'lieber-
Sck>aben erfahren habe. Die Grenzen zu Lande I seekab el besitzen. Den Mangel der letz- feien jetzt in guter Hut, anders aber stehe es zur teren habe er als Gouverneur von Deutschostafrika See. Daß es zur See nicht besonders mit uns I während des Burenkrieges in beschämender Weise bestellt sei, würden wir aus den lieber Hebungen erfahren, als England, welches im Besitze fast und versteckten Angriffen der Engländer gewahr aller Kabel sei, die letzteren gesperrt habe, ßier- Wir hätten alle Ursache, u n s e r e W e h r I auf schilderte der Redner die wirtschaftlichen Ver- z u Lande du rcheineWehrzurSaezil I lMnisse, die in die große nationale Frage der ergänzen. Der Redner ging sodann sehr ein- I Seemachtstellung hineinspielten. Eine starke gehend auf das Flottengesetz auS dem Jahre 1900 K r, e g s n, a r i n e sei d i e s i ch e r st e S t ü tz e ein unb zeigte, indem er alle Klassen unserer I des Staates unb bie beste Gewähr. Schlachtflotte durchging, daß bei weitem unsere I leist ung für die stetige Entwicklung Seemacht nicht den an sie gestellten I von Handel unb Jnvustrie. Auch die Anforderungen genügen könne; er I Arbeiterbevölkerung sei subjektiv bei dem Ausbau begründete ferner, daß der Bau unserer I ^er Flotte interessiert, welches die Sozialdemo- K r i e g s f ch i f f e v i e l z n l a n g s a m vor sich traten kurzsichttaerweise bestritten. Außerdem ginge und daß wir über fein einziges ! leiste die Kriegsflotte auch Kulttrrarbeit, da die Schlachtschiff erster Klasse verfügten I Intelligenz, der Scharfsinn und der Ersindnngs- toie es England unb Japan schon lange täten' | üetst des Volkes durch die Bauten gehoben wird.
! Aus diesem Gesichtspunkte heraus sei die Regie- I Schließlich richtete der Redner bie Mahnung rung gejtoungen, eine neue Flottenvorlage dem I an das deutsche Volk, sich seiner großen imtio- Reichstage zu unterbreiten. Das alte Flottengesetz I naktt Aufgaben bewußt zu sein und deshalb für solle bestehen bleiben, aber es sollten bie früher I die Flottenpläne der Regierung ein,zutreten. Die