Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UniversttätS-Buchdruckerek 40. Jahrff.
Marburg, Markt 2L — Telephon a5.
mit dem Kreisdlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: JUuftrirtes Sonntagsblatt.
Greifswald, 5. Nov. Einen ganz eigenartigen Schluß hatte eine Verhandlung vor dem
Rußland und die deutsche Sozialdemokratie.
Die Vorgänge in unseren! Nachbarstaate Ruß- land werden von dec Sozialdemokratie mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt. Daß die Par- teileitung der Sozialdemokratie ganz offiziell unter den „Genossen" Gelder samnieln läßt zur Unterstützung der russischen Revolutionäre uird auf diese Weise die blutige Revolution in Ruß- land durch die Tat fördert, beweist besser, als alles andere, welche Hoffnungen die deutsche So- zialdenwkratie sich von dem Gelingen der russischen Aufstandsbewegung macht: Sie erblickt in diesen blutigen Vorgängen im Nachbarreiche eine willkommene Uebung und Schulung für eine gleiche Revoüitio,. in — Deutschland.
Auch hier ist es,wieder die von Klugheitsrück- sichteu befreite sozialdemokratische Provinzpresse, die die ivahren Herzenswünsche unserer deutschen Revolutionäre ganz offen enthüllt. Der „Vorwärts" begnügt sich damit, seinem Monarchenhasse dadurch Ausdruck zu geben, daß er vom Zaren als von „Nikolaus dem Letzten" spricht, rn den sozialdemokratischen Provinzblättern lauten dre Worte schon ganz anders. Da wird Ni- rolaus II. ein „Massenmörder", ein „Verbrecher" genannt, der „durch die vielen tausend verbrecherischen Bluttaten an seinem Volke das Recht auf alle menschliche Sympathie verwirkt" habe. In dem Casseler sozialdemokratischen Organ, dem Volksblatt (Nr. 255 vom 31. Oktober 1905) heißt e? z. B.:
„Der Massenmörder Nikolaus hat zwar Kanonen vor sein Haus pflanzen lassen, er werß aber nicht genau, ob sie losgehen werden und wenn überhaupt, nach welcher Richtung. vjU Rußland geht es schon gar nicht mehr ruf- MR SU, sondern mehr französisch nach der Mode von 1789; darum ist das Sinnen und Trachten des 3ciren nach Deutschland gerichtet, als dem einzigen Lande, wo noch ein Hund ein Stück Brot von ihm annehmen will. Die Reisepläne , des Garen finden nun ebensowenig die Mlli- gung feines Volkes, wie einst jene Lud. twg XVI., dessen Sinnen und Trachten ja damals auch nach den Vettern in Deutschland r r* 1 ri öa§ Esche Volk Will seinen Kaiser bei- vegalten, west es mit ihm noch verschiedene wickstigH Angelegenheiten zu erledigen hat."
. „ Worte lassen an Deutlichkeit nichts zu wumchen übrig: das sozialdemokratische Blatt spricht ganz unverhüllt die Hoffnung aus, daß S vvrre'r Molaus n das Schicksal Lut! w g XII. bereitet werde. Darum ist das Blatt "'chLanz aus dem Häuschen über die (bereits amtlich dementierte) Nachricht, daß einige deutsche Torpedoboote von .Mel aus die Ausreise nach
ren hätten, angeblich um die rus- I Mb Kaiserfamilw nach Deutschland in Sicherheit mt bem Größenwahn, der der Sozialdemokratte nun einmal eigen ist, erklärt I M >azialdemokratisck>e Blatt in den höchsten I bte Rutsche Flotte nicht dazu da sei, I Sfm mu Ernes Verbrechers zu begünstigen". I endlich^ &e§ ^rnnsttgen Artikels heißt eS I . „Das arbeitende Volk Deutschlands mufc I : 8406t fein 2*0,3
Fälle aktionsbereit halten." I
E» verdient festgenagelt zu werden, in wel- I
Abenden Tone die deutsche SozialdMw- heute bereits mit dem Gedanken riner „Aktion das heißt Revolution auch in Deutsch. I land zu ipielen wagt. w I
zeigte es sich gegen seine Gewohnhett störrisch u»8 wollte sich das Kummet nicht über den Kopf werfen Lassen. Der biedere und patriotische Bauersmann mochte die Störrigkeit seines „Bläß" in Zusammenhang mH dessen Wahlreise bringe» und hielt ihm folgende Standrede: „So, Kai-, waitageter, hoscht die G'schicht au schon em Köpft
I weniger Aerwet und mai Haber!"
I Nrwhorker Liebeslotterie. Eine Liebeslottene- I in der er selbst der Preis ist, hat ein Newyorkev I Börsenmakler, der in seinem Geschäft auf keine» I grünen Zweig kommen konnte, veranstaltet. Er I veröffentlicht, . wie aus Newyork gemeldet wird, I Inserate, worin er, der offenbar eine sehr hohe I Meinung von sich selbst hat, mitteilt, jede Dam?, I „die gut erzogen ist und Bildung besitzt und Ge« I sundheit, angenehme Erscheinung, liebenswür« I diges Temperament und Selbstbeherrschung in I sich vereinigt", könne sich die Hoffnung, ihn als I Gatten zu besitzen, dadurch sichern, daß sie eins I Beteiligungsgebühr von 5 Dollar zahlt. Der er« I finderische Börsenmakler hat unter Siegel eine I gewisse Ziffer deponiert, und die Dame, die dies« I Ziffer errät oder ihr am nächsten kommt, soll ihn I zum Gatten gewinnen. Der Makler meint e$ I mit seinem Vorschlag durchaus ernst, und zweifck« los hat bereits eine Anzahl verdrehter Frauen«
I zimmer die verlangten 5 Dollar eingesendet. ®tj schildert sich in seinen Inseraten als makellose« Charakter, in jeder Hinsicht anziehende Person« lichkett und erklärt, er habe bis jetzt nicht heiraten können, da er für seine arbeitsunfähigen Elter» sorgen mußte. Er wünscht „in den oberen Kreisen" zu leben, und das dazu erforderliche @eTO hofft er durch die Liebeslotterie aufzubringen. Der Lotteriebräuttgam schließt sein Inserat mit den Worten: „Wer will mich haben?" Die Polizek bemüht sich bereits, auf diese Frage eine Antwort zu finden, da der intelligente Unternehmer mit seiner Lotterie anscheinend die amerikanische» Gesetze übertritt. st
Der Dieb wider Willen. Zur Psychologie bee Kinderaussage liefert die „Pädagogische Zeitung** eine neuen Beitrag. In Weimar gestand ein dreizehnjähriger Schulknabe nach langem Leugnen, er habe ein Postpaket, in dem 20 Mark lagen, geöffnet und das Geld vergeudet. N>m stellte sich aber heraus, daß er das Paket ganz ordnungsmäßig auf der Post aufgegeben hatte, denn es gelangte, wenn auch verspätet, völlig unversehrt mitsamt dem Geldinhalt an den Adressaten. Der Knabe erklärte, nach der Dorfzeitung, sein falsches Schuldgeständnis damit, daß der ihn vernehmende Kriminalbeamte ihn durch Drohungen dazu gezwungen habe. Man habe ihm gesagt, wenn er noch weiter lüge, werde er soviel Schläge bekommen, daß er die Wände hinauflaufe. Die Vernehmung habe ihn ganz krank gemacht, zumal da er tagelang nichts gegessen habe, und da habe er endlich eingestanden. — Der Vorfall ist für Richter und Lehrer gleich lehrreich.
Zum Schutz der heimischen Flora greift jetzt auch da^ Gericht energisch ein. Vor einigen Wochen ist ein Gärtner aus Achelstädt bei Kranichfeld von einem Forstau^eher dabei betroffen worden, als er in den Jenzigwaldungen Frauenschuh mit Stumpf und Stil ausgrnb. Der Orchideenräuber hatte 250 Pfanzen „gesammelt" und in einem Sacke untergebracht. Er wurde angezeigt und nunmehr vom Schöffengencht in Jena entspre. chend dem Antrag des Anklagevertreters zu 14 Tagen Gefänanis und Zahlung eines Schadenersatzes von 25 Mark verurteilt.
Beim Sandspielkn getötet. Im Kasernenhos» des 3. Ulanen-Regiments zu Potsdam spielte der 13jährige Gemeindeschüler Trenne auf dem Sande und grub einen Tunnel. Als dieser fertig, gestellt war, wollte der Knabe hindurchkriechen, doch stürzte das Erdreich, als der Knabe in der SiHttc des Ganges angolangt war, zusammen und begrub das Kind im Sande. Der kleine Trenne wurde, als Leiche herausgebracht.
Heiteres von einer Bürgermeisterwahl. Die „Erstirter Tribüne" berichtet aus dem Erfurt bs> nachbarten, ca. 900 Einwohner zählenden Orte Wickerstedt: Es war die Wahl eines zweiten
I dreißig Ortschaften und mehrere Stadtteile von I erforderlich Eine Anzahl Gin«
Skutari. Diel Vieh ist umaekommen. Auch Ver- Mner erachteten den Mater,alwarenhaiidler, lüfte an Menschenleben sind zu beklagen. ^eren Kunu- und Phantast^rker, Otto RoR-
rerfrni..,.. fixu. m • s. I ger als geeigneten Mann. Er wurde gewählt),
; h ^walben. .dem augenblicklich I oßer gegen feine Wahl wurde Protest eingelegt L herrschenden winterlichen Schnee- und diese nicht bestätigt. Es sollte ihm die zu dem
ergeht es den in ihre ferne südliche Heimat zurück- Amte erforderliche „Achtung" fehlen. Für die
SÄ" Zugvögeln, besonders aber den Neuwahl ließ nun Nödiger folgendes Flugblatt
Schwalben leider sehr schleckst. Unweit Olten verbreiten: „Lieben Bürger von Wickerstedt! M»
öms'wm aUr TO-uren liegen, welche I kommen nächsten Freitag, den 29. ds. Mts., aus
aus Mangel an Wanne und Nahrung krepiert I xine frische Wahl eines 2 Büraermeiitors Wäbl« £”■ 'n d« °uktdi- 6„ ^inich nnXr ta 4'ÄÄenK
me X ifÄ A ? Jnsetten vernichtet worden, stahl vor Gericht gewesen bin, auch habe ich noch
welche ihnen auf ihrem Fluge zur Nahrung kein Buch gefälscht. Wenn ich auch unsittliche
™ ,r .. . I Redensarten gegen die Witwe Barth geführt habe
Vz.ere Wahlepisode weiß der „Schwarz- I und bin mit 5 Mark Geldstrafe bestraft worden;. hrnlöer Bote aus dem Oberamt Freudenstadt zu I das ist keine Schande. Wenn ich den Rechtsanivalt venchten Anläßlich der letzten Landtagswahl I Herrn Kunreuter aus Gotha hatte, der hätte °.;fetn Pwrd einem sozial- I mich auch freigebracht. Auch soll ich im Jahr- demokratischen Wahlkomitee zu einer Agitations- I 1904 einen Frosch losgelassen und 2 Stare beim E »k^^^eren Wald. MS er das Tier I Kirschen erschossen hab«, daS sind bis jetzt auch am anderen Morgen wieder aus dem Stall zog, • keine Strafen, denn bis Berlin sind sie noch nicht
bestand der Verdacht, daß das Kind keines natür- I hiesigen Schwurgericht. Ein Arbeiter, der bereits lichen Todes gestorben sei, was sich nach der I wegen Sittlichkeitsverbrechen mit 5 Jahren Zucht- vorgenommenen Sektion bestätigte. Die junge b/us bestraft ist, hatte sich wegen des gleichen 1 Mutter gestand alsbald ein, das Kind durch Verbrechens zu verantworten. Er wurde schuldig
Erdroffeln getötet zu haben. - Ertrunken ist befundeu .und zu 2 Jahren Zuchthaus verur- be8StoirföKa^niJelTti^SanS @®er Vorsitzende des^Gerichtsho?es?Geh?imer Justizrat I af8 ln.8 dcn aenickel vom Sandhos., Der I Budde, daß es für den Gerichtshof strafmildernd I Junge ip'-elte am Ufer der Kinzig, glitt jeden» I jn Betracht komme, daß die sittliche Moral auf , I ans und fiel in das Wasser, IN dem er I dem Lande weit niedriger stehe als in der Stadt.
| feinen Stob fand. , (Han. Anz.) I Die Geschworenen, die meist Landwirte waren,
I Wit8büßkN, 6. Nov. Bei der Submission I gerieten über diese Begründung in Erregung,
I zu dem nur auf 150 000 Mk. veranschlagten I und in ihrem Namen wandte sich der Obmann,
, I Vereinshaus des MännergesangvereinS ergaben I Herr v. Behr-Fritzow, an den Vorsitzenden, ob er
, I sich für Architektenhonorar und Bauleitung die I tatsächlich der Meinung sei, daß es mit der sitt-
; folgenden Differenzen: Von zwei Wiesbadener ^eu Moral auf dom Lande so schleckst bestellt fei;
- Firmen, die sich einigermaßen an den Taris bie Geschworenen hatten sich durch diese Person-
sür Architekten hielten, verlangt die eine 13200 stz Ansicht des Herrn Vorsitzenden verletzt gc Ma,,, die md°,° 11000 M?., -in- Firma in »1 S JrtÄÄ
d°M«n blai 3600 Sil, nbwahl di- E
I für ein Bau-Bureau schon aus 5000 Mk. I als in der Stadt. Jn der ländlichen Umgegend bis 6000 Mk. zu veranschlagen sind. Trotzdem hat diese Erklärung viel böses Blut gemacht.
I Kunde dem Mindestfordernden der Zuschlag I Aachen, 4. Nov. Ein einträgliches Geschäft I erteilt. I betrieb ein auf holländischem Gebiet wohnender
I Frankfurt a. M., 6. Nov. Aus Schwäbisch- I Landwirt. Seit längerer Zeit brachte er jede I Hall in Württemberg trafen gestern Nachmittag I Woche annähernd 1000 Pfund Butter nach I zwei kleine Mädchen im Alter von 4 und 5 Iah- I Aachen und fand diese, die er als reine Bauern- I ren ohne Begleitung im Hauptbahnhof ein, jedes I einen neuen Beitrag. In Weimar gestand ein I von ihnen mit einem Zettel um den Hals, auf I sich heraus, daß dasjenige, was der Biedere ver- I dem zu lesenwar, daß die Kleinen zu ihren Eltern I kaufte, ans einem - Gemenge von drei Merteln I auf der Mainzer Landstraße 163, sich begeben I schlechter Margarine und einem Viertel minder- I sollten. Als man die Kinder dorthin brachte, I wertiger Butter bestand. Der Landwirt ist jetzt I war die Wohnung leer; die Eltern sollen sich vor I verhaftet worden. Vergeblich bot er eine Sicher- I einigen Tagen nach dem Rheiland gewandt haben. I heit für feine Freilassung an.
AnS Nvssim, 6. Nov. Die letzten Simultan- I Mannheim, 3. Nov. Der aus dem I kirchen, die in Nassau noch nach dem Eingang I Wersauerhof bei Mannheim bedienstet gewesene I der Nieder Simultankirche bestehen bleiben, find I Knecht Heinrich Essenwein aus Sennfeld küßte in jene in Neuenho'n und in Schneidhain. In einer Scheune ein 14jähriges Mädchen, als der Neuenhain wird voraussichtlich in nicht allzu Dienstherr dazu kam Es erfolgte eine Anklage ferner Zeit die Trennung der Kirchen vorae» ^uLstleitguug des Madck>ens Der Knecht
I Simultnnkii-ck,» I antworten, die ihm für feine „Liebenswürdig.
Simultankirche iene m Schneidhain bestehen ketten" sechs Wochen Gefängnis zndiktterte.
I dürfte. I Mannheim, 4. Nov. Auf der Station
I (SotttttgtU, 6. Nov. Eine hiesige Dame I Ladenburg hatte während des Einsteigens der I vat testamentarisch bestimmt, daß ihr in der I Kaufmann Johann Baumgart von hier einen I Stadt belegeneS großes Grundstück, das einen I Wortwechsel mit dem Schaffner Lust, tveil dieser I Wert von rund 100 000 Mk. besitzt, nach ihrem I in barscher Weise das Publikum zum Einsteigen I Tode in den Besitz der Stadt Übergehen soll I aufgefordert habe. „Hängen Sie nicht so ihren I ES ist daran die Bedingung geknüpft, daß das I preußischen Akzent heraus," rief er dem Schaff-
Haus als Heim für unversorgte Töchter aus indem er noch die Worte Simpel",
besseren Göttinger Bürgerfamilien eingerichtet ^napspreuß und ähnliches folgen ließ Vom I mird Die Swdb fcnf hip I Schossengenchte wurde Baumgart zu 50 Mark
I ' h Stiftung angenommen. I Geldstrafe verurteilt. Von der Strafkammer I
I ■■■■ ==■ I wurde feine Berufung verworfen.
I Nermi'i'cktteL I Eppstein. Die Eppstein er Ruine, ein Haupt-
I ' ' ' I Wanderziel der Freunde der Nassmiischen Sckweiz, I
I Berlin, 4. Nov. Ein Familiendrama hat I ist in letzter Zeit verschiedentlich ausgebessert I I sich heute Nacht im Hause Borhagener Chaussee I worden. Im allgemeinen ist dem Verfall der I
| 10 abgespielt. Tort hatte die Frau des Möbel- I Burg nur durch eine gründliche Renovierung vor- I
I Polierers Hermann Nehring ihre Kinder, zwei I zubeugen, zu tvelcher sich die Besitzer, die Grafen I
I Mädchen im Alter von fünf und drei Jahren, auf- I zu Stolberg- Wernigerode, Wohl nicht so leicht I
I geknüpft und sich dann selbst erhängt. Zu der I entschließen dürften, da der Kostenaufwand ein I
I entsetzlichen Tat hat die Frau die durch ihren I bedeutender sein soll. I
I Mann erfolgte Entdeckung ihres Ehebruches ge- I , Dresden, 3. Nov. Eine alte Frau spielte I
I trieben. I mit einem jungen Mann hier ein Zehntellos der I
I n s. • r I *n' 5- Nov. Nach amtlicher Meldung I sächsischen Landeslotterie, auf das bei der letzten I
I tx T!L bben vergangenen Woche im preußi- I Ziehung der Hauptgewinn von 500 000 Mark I
I scheu Staat feine choleraverdächtigen Erkrankun- I siel. _ Um ihren Mitspieler um seinen Teil am |
I gen oder Todesfälle an Cholera amtlich neu ge- I Gewinn zu betrügen, versuchte sie gestern zu I
r h’?.r^efu In? Hinblick auf den Rückgang der I flüchten, wurde jedoch auf dem hiesigen Wetsiner I
Cholera ist die Auihebung einzelner Stromüber- I Bahnhof van dem Mitgewinner noch gestellt und I
wachungsstellen bereits erfolgt, die Einziehung I ber Polizei übergeben. I
anderer in die Wege geleitet. Die Gesamtzahl der! Kopenhagen, 5. Nov. Heute Morgen | Cholerafalle beträgt bis jetzt 280 Erkrankungen, | fand auf der Insel Moen aus der sogenannten | Oon teilen 89 tödlich verliefen. I kleinen Klint ein ungewöhnlich großer Erdsturz I
Bieleseld, 4. November. Die hiesige | statt. Etwa sechs Hektar Land stürzten herab | freiwillige Feuerwehr hatte im Mai d. I. den Be- | und wurden zum Teile von der Ostsee verschlun- | zirksschornsteinfegermeister Thilo, der über 25 I gen. Außer dem Werte an Boden wird der Wert I
Mitglied bezw. Obersteiger gewesen war, | der abgeftürzten Wälder auf etwa 10 000 Kronen | otjne Slngaben von Gründen in geheimer Sitzung | geschätzt. Die Ursache ist die bedeutende Unter- | er Wehr ausgeschlossen. Sehr bald wurde | ntinierung des Bodens durch unterirdisch? |
Si o-cr1111?' die Ausschließung erfolgt war, I Quellen. . 1 I
roeu Thilo das Allgemeine Ehrenzeichen, welches | Konstantinopel, 5. Nov. Der Skutari- | tpm. im August v. I. aus Anlaß seiner-lang- j fee, sowie die Flüsse Bojana und Drina sind über I jätjngen Zugehörigkeit zur Wehr mtt noch meh- | die Ufer getreten und überschwemmten etwa | reren anderen Mitgliedern verliehen war, nach ‘ "
Verlauf von mehreren Monaten an die General- Ordenskommission zurückgefchickt, nachdem er den Drden zunächst angenommen hatte. Tie Wehr suhlte sich hierdurch beleidigt, da sie in der Or- denSverleihung zugleich eine Auszeichnung der flamten Wehr erblickte. Tbflo ftrengte nunmehr Klage gegen die Wehr an mit dem Anträge auf Aufhebung des Beschüsses, er wurde jedoch von dem hiesigen Amtgerichtc abgewiesen. In for. meller Hinsicht habe das Gericht nicht dos Recht zur Nachprüfung der Ausschließung, da die Wehr nicht die Rechte einer juristischen Person bat und die Statuten über eine etwaige Ausschließung Nichts besagen. Aber auch materiell sei die Klage abzuweisen, da allerdings die Wehr durch die Rückgabe des Ordens, in dessen Verleihung eine Ehrung der Gesamtwehr zu erblicken fei, eine Kränkung und Herabsetzung erfahren habe.
HrsM-Nassau und Nachöararbicte.
6- Vov. Gestern Abend um y>9 Uhr gsp m Heckershausen abermals Großfeum:. ^ckfeune des Landwirts Philipp Humburg ewraifrfM>n1Cmn f,e-cn und wurde trotz
einoeäTrt Erwehr alsbald
cingea!jeit. Sodann dehnte sich der Brand auf und die umliegenden Gebäude^ dow wttt Fuftehungsurlache ist noch unbekannt, ' e Brandstiftung angenommen.
n.iv der Rhon, 6. November. In ber neu in^rpnbi"e des Oekonomen Lorenz Weyer 8Abends kLrz nach Vorräten welchem die mit Ernte-
siel. Ei„Ä'^ Scheune vollständig zum Opfer Getreidcwwm.-m^on.'nnwgerate, sowie eine neue S mngen dabei zugrunde. Die
bäuMÄn60^^ Schemen und fonfngen Ge-
des raschen und tat- schonsi llkeifens der Ortsfeuerwehr ber- rne^MiP l^jährige Tochter j
telnL « « rtn Dassel hatte im hiesigen St. ^ ^"zkwnkenhause ein Kind zur Welt gebracht, - Qm b. Tage nach der Geburt starb. ES |
Vierteljährlicher Bezugspreise bei der ExpÄition 2 Diü,
M 263 bei allen Posläinicm 2,2ö Mk. ^cxcl. Bestellgeld). VlU-y
M Mittwoch, 8. November 1905