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von

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'Nackidruck verboten-!

Neueste Telegramme.

Berlin, 6. Nov. Nach einer telegraphischen Meldung des Gouverneurs Grafen Götzen vom 6. November hat Leutnant Spiegel mit einer zu dem Detachement Seyfried gehörenden Ab­teilung den Aufständischen mehrere kleine sieg­reiche Gefechte am Umbekuru, einen Grenzfluß zwischen den Bezirken Kflwa und Lindi ge­liefert. Die telegraphische Verbindung mit dem

Innern ist offen.

Berlin, 6. Nov. Generalleutnant

Trotha wird gleichzeitig mit dem am 18. ds. zu erwartenden Eintreffen des neuernannten Gouverneurs von Südwestafrika, v. Lindequist, abberufen werden und das Schutzgebiet voraus­sichtlich tags darauf verlaflen, nachdem er die Gouvernementsgeschäfte dem neuen Gouverneur und da» Kommando der Schutztruppe dem Obersten Dame als rangältesten anwesenden Offizier übergeben hat. Generalleutnant von Trotha ist wie schon gemeldet, unter An­erkennung seiner vortrefflichen Leistungen der Orden pour le merite verliehen worden.

Berlin, 7. Nov. Ein Vorschlag zur Ein­führung einer Fahrkartensteuer, der angeblich vom Reichsschatzamt dem BundeSrat gemacht sein soll, ist bis jetzt bei diesem nicht ein­gegangen. Eine in Braunschweig gestern ab- gehaltene Versammlung von Tabakinteressenten nahm eine Resolution an, in der sie gegen jede Mehrbelastung deS Tabaks protestiert. Ferner wurde eine Kommission gewählt, welche eine Weitere Agitation ins Leben rufen soll.

Wien, 6. Nov. Wie aus Triest, Salzburg und Innsbruck gemeldet wird, find Kund­gebungen, die dort gestern abend zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts veranstaltet worden waren, ohne besondere Zwischenfälle verlaufen.

Paris, 6. Nov. Der König von Spanien, der auf der Durchreise in Javish auch von dem deutschen Botschafter, Fürsten Radolin, begrüßt wurde, äußerte zum Fürsten seine Freude, Berlin und die schönen deutschen Truppen kennen zu lernen. Dem von hier scheidenden Militärattaches Oberst v. Hugo wurde vom Präsidenten der Republik das Kommandeurkreuz der Ehrenlegion verliehen.

Pflicht und Liebe.

Roma» vo« C. Wild.

lForyetzung.)

4.

Zu den Feiertagen kamen Gäste, eine festliche Geselligkeit herrschte auf Schloß Lindenhain.

Der Freiherr sah bald um zehn Jahre der. jungt aus, und Viola ging herum mit einem Ge­sicht wie der lachende Frühlingshimmel.

Mit dem feinen Instinkt des Frauercherzen- fühlle sie die Entscheidung herannahen, und diese sehnliche Erwartung ließ ihr ganzes Wesen älter rmd gereifter erscheinen.

Und es kam ein Tag, da dos verhängnisvolle Wort von seinen Lippen siel, und er, das zitternd Mädchen in seine Arme schließend, heiße, innige Liebesworte zu ihr sprach.

Und vertrauensvoll ihr Köpfchen an seine Brust lehnend, flüsterte sie ihm leise errötend das Geständnis ihrer Libe zu.

Nun hatte sie das Glück gewonnen und sie glaubte, es nimmer verlieren zu können.

Magdas Glückwunsch klang so liebevoll und aufrichtig, wie es eben nur aus einem treuen Herzen kommen konnte, und dennoch überschlich sie eine bange Ahnung, als sie die Beiden vor sich sah.

. Thr fester, ernster Bruder und das Kind ,.iener Frau!'' Würde das zu einem glücklichen Ende führen? Und Magda betete aus der tief- Kcn Tre.e ihrer Seele zu Gott, er möge diese Ehe eine glückliche werden lassen.

Man hatte beschlossen, Violas Verlobung mit Gerhard nocy geheim zu halten, da die Vermäh- lung doch erst nach Jahresfrist erfolgen sollte.

Fr-werr wollte dem jungen Mädchen Zett ftch.w diese neue Lage zu finden, und ^wgsa Billigte vollkommen diesen Entschluß ihres

Der Besuch des Königs von Spanien in Berlin.

Wie aus Straßburg gemeldet wird, kam König Alsons von Spanien gestern Nacht 12 Uhr 33 Minuten von Avricourt dort an und fuhr nach einem Aufenthalt von etwas über fünf Minuten

Erstes Blatt.

über Laifterburg nach Berlin weiter. Dor Statt­halter von Elsaß-Lothringen Fürst Hohenlohe- Langenburg und der kommandierende General des 15. Armeekorps, Ritter Hentschel v. Gilgen- heirnb waren dem spanischen König zum Empfang zur deutsch-französischen Grenze bis nach Avri­court entgegengefahren, woselbst der aus sieben Wagen bestehende Hofzug des deutschen Kaisers den König aufnahm. Während der Dauer des Aufenthaltes auf dem hiesigen Bahnhofe waren sämtliche Perrons durch Schutzleute gesperrt. Die ganze Eisenbahnstrecke bis Bischheim war be­sät von Schutzleuten und Bahnbeamten aus Straßburg, die flir die Sicherheit der Durchfahrt sorgen sollten. Kriminalbeamte bewachten auf der Strecke von Straßburg bis kurz vor Dendenheim die Straßenunterführungen und Brücken, ebenso bis gegen Bischheim.

Magdeburg, 6. Nov. lW. B.) Der Sondcrzug mtt dem König von Spanien traf um 12 Uhr 55 Minuten nachmittags auf dem hiesigen Bahnhofe ein. Auf demselben war eine Ehren- kompagnie vom 3. Magdeb, Jnfanteiiereaiment Nr. 66 mit Fahne und Musik aufgestellt. Außer­dem waren der kommandierende General General- leutnant v. Beneckendorff und v. Hindenburg, der Oberst des 66. Regiments Digeon v. Monteton, der Kommandant Generalmajor v. Ravin, Ge­neralmajor Hasse und das gesamte Offizierkorps des 66. Infanterieregiments zur Begrüßung er­schienen. Der König verließ den Zug und schritt die Front der Ehrenkompagnie ab, worauf ein Vorbeimarsch derselben erfolgte. Nach einem Aufenthalt von 10 Minuten setzte der König die Reise fort. Der Oberst des 66. Regiments schloß sich dem Ehrendienste an.

Berlin, 6. Nov. Zum Empfang des- nigs von Spanien waren auf dem Babnbofe ferner anwesend: der Reichskanzler Fürst Bülow, die Staatsminister v. Tirpitz und v. Einem, der Kommandant von Berlin v. Moltke und der Po­lizeipräsident v. Borries. Der Kaiser erschien in der Uniform seines spanischen Regiments Numan- cia mit dem GoldenM Vließ. Bei dem Einlaufen des Zuges spielte die Musik der Ehrenkompagnie die spanische Hymne. König Alfons, in der Uni­form seines Magdeburgischen Infanterieregiments Nr. 66 mit dem Schwarzen Adlerorden, entstieg zuerst dem Wagen. Beide Monarchen begrüßten und umarmten sich auf das Herzlichste, schritten die Front der Ehrenkompagnie ab und nahmen den Vorbeimarsch derselben entgegen. Als die Mo- narchen vor dem Bahnhof erschienen, wurden sie vom Publikum mit lauten, andauernden Hoch- rufen empfangen, die sich auf dem ganzen Wege bis zum Schloß fortsetzten. Die Monarchen fuhren in einem offenen vierspännigen Wagen mtt Spitz- reiter, eskortiert von zwei Halbschwadronen der Gardekürassiere.

Um 8 Uhr 15 Minuten fuhr der Zug durch das mit spanischen Flaggen geschmückte Branden­burger Tor. Auf dem Pariser Platze, wo auf beiden Seiten Flaggemasten und mit Blumen- arrangements gekrönte Pylonen sowie zahlreiche spanische Banner angebracht waren, wurde der König von einer Abordnung der städtischen Ver-

Bruders. Viola fand ihr heimliches Glück so süß, daß sie eingewilligt hätte, noch Jahve hin- durch Braut zu bleiben; denn sie fand es gar zu herrlich, vor aller Welt ein seliges Geheimnis verborgen zu halten.

Nur Herr von Rotteck wurde ins Vertrauen gezogen; drei Tage später hielt er in aller Form um Magdas Hand bei ihrem Bruder an. Ger- Hard sah den guten Freund erstaunt an. Magda hatte schon so viele Freier abgewiesen und so ost entschieden erflört ledig bleiben zu wollen, daß er es gar nicht glauben konnte, daß sie sich eines andern besinnen würde.

Mein guter Rotteck," sagte er daher mit eini­ger Verlegenheit,ich glaube doch. Du solltest Magdas Ansichten kennen. Bei Gott, ich gäbe sie keinem lieber als Dir; aber sie hat bisher alle Anträge ausgeschlagen, und ich zweifle sehr, ob sie bei Dir eine Ausnahme machen wird."

O, wenn es das nur ist," fiel ihm Rotteck vergnügt in die Rede,mit Magda wäre ich längst im reinen. Sie kennt meine Gesinnungen für sie, und ich bin fest überzeugt, daß sie nicht Nein" sagen wird."

Aber um Himmelswillen, Mensch warum habt Ihr denn nicht langst geheiratet?"

Du kennst doch meine früheren Verhältnisse; Schulden, nichts-als Schulden," versetzte Rotteck.

Mer Magda hat doch ein schönes Heirats- gnt."

Glaubst Du, ich hätte jemals darauf ge­rechnet?" fragte Rotteck ernst.

Gerhard reichte ihm die Hand.

Nein, nein, dazu kenne ich Dich viel zu ge­nau."

Nun, jetzt kann ich Dir wohl die ganze Wahrheit sagen. Vor einem Jahre, als ich mit der Ordnung all' dieser mißlichen Angelegenheiten fertig war, da fragte ich bei Magda an, 'erhielt aber die Antwort: So lange mein Bruder ledig ist, form ich Gerhard nicht allein lassen."

Kirchhain.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und

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Wallung mit dem Oberbürgermeister Kirschner an der Spitze empfangen. Der glänzende Zug machte hier kurze Zeit.Halt. Der Oberbürgermeister trat dicht an den Wagen des Monarchen heran und hielt eine Begrüßungsansprache. Der König reichte dem Oberbürgermeister freundlich lächelnd die Hand und erwiderte in deutscher Sprache: Er sei sehr erfreut, in Berlin weilen zu können. Beveits vor - ' i Jahren habe er, wie der Kaiser ja wisse, den Pion gehabt, die Reichshauptstadt zu besuchen. Dock: ließe sich seine Absicht erst jetzt verwirklichen. Er danke der Stadt herzlichst für den glänzenden Empfang.

Ihn 3sch Uhr trafen der Kaiser und der König unter den Hochrufen des Publikums im königlichen Schlosse ein, wo eine Ehrenwache auf­gestellt war. Nach deren Besichtigung traten die Monarchen nach dem Lustgarten hinaus und ließen sämtliche an der Spalierbildung beteiligten Truppen defilieren. Die Kaiserin und die Prin­zessinnen wohnten dem militärischen Schauspiele an den Fenstern des Schlosses bei. Die Monarchen kehrten darauf in das Schloß zurück. Am Ein- gang zur Wilhelmschen Wohnung wurde her König von der Kaiserin empfangen, mtt der sich hier die Kronprinzessin und die übrigen Prinzes­sinnen versammelt hatten.

Zur Lage in Rußland.

Wie die.Nowoje Wremja" berichtet, erklärte Ministerpräsident Graf Witte den Vertretern der SemstwobureauS und der Stadtverwaltungen, daß die Regierung irgend eines Teile« der Ge­sellschaft als Stütze bedürfe. Er gab zu ver­stehen, daß er auf ein günstiges Ergebnis des am 19. November zufsmmentretenden Semstwo- kongrefses hoste. Wenn er auch in der ReichS- duma kein Allheilmittel sähe, so sei doch gegen­wärtig die Berufung der verlangten konsti­tuierenden Versammlung auf Grund deS allge­meinen Wahlrechtes unmöglich. Graf Witte wie? darauf hin, daß die Zahl derer, die gegen die Reformen Opposition machten, sehr zahlreich fei. Der einzige, der ihn unterstütze, sei Trepow.

Petersburg, 6. Novbr. Die auS den Provinzen vom 6. November eingegangenen Telegramme besagen, daß eine Beruhigung dort ein getreten sei.

Irkutsk, 6. Nov. Hier ist der Kriegszu­stand erklärt worden.

HelfingforS, 6. Nov. Das Manifest über die finländifchen Angelegenheiten ist hier feierlich verkündet worden. Heute fanden großarttge Kundgebungen statt. Der Streikausschuß beschloß, den Ausstand zu beendigen. Um 2 Uhr Nach­mittags herrschte völlige Ruhe. Die Haltung der Bevölkerung ist eine freudige. Das Leben nimmt wieder seinen normalen Lauf.

Putiwl (Gouvernement KurSk), 6. Nov. Die Bauern verlangen von den Grundbesitzern die Abtretung oder Verpachtung von Land. Im

Und hast Du Dich damit zufrieden gegeben?"

Was sollte ich tun? Du kennst MagdaS konsequenten Sinn. Ich schwieg und wartete; ich konnte sie ja sehen und sprechen, so oft ich wollte. Das war wohl ein bescheidenes Glück; ater es war doch eins, und Du siehst, ich habe nicht umsonst gewartet."

Der Freiherr schloß ihn gerührt in seine Arme.

Welch' seltene Opferwilligkett!" sprach er, wie werde ich das Euch je wieder vergellen können?"

Viola konnte einen solchen Edelmut von Magdas Seite nicht fassen und meinte lächelnd, ihre Liebe zu Rotteck müsse keine sehr große sein, um so leicht Entsagung üben zu können.Das, was ich als Glück erkannt, könnte ich nicht auf­geben, und müßte ich alles andere opfern," fügte sie mit leidenschaftlich bewegter Stinnne.

Selbst Deine Pflicht?" fragte der Freiherr betroffen,würdest Du auch diese opfern?"

Ich kenne nur eine Pflicht, und das ist die meiner Liebe," sagte sie mit flammenden Blicken; denn sein enttäuschter Ton hatte sie gereizt.

Gerhard trat erfältet einige Schritte von ihr zurück.

Ich hätte bei Dir mehr Pflichtgefühl zu fin­den gehofft," sagte sie mit bebender Stimme. _

Aber Gerhard, soll die Liebe nicht höher stehen als alles andere?"

Nicht immer, Viola, nicht immer,* erwiderte Gerhard, schmerzlich bewegt,es gibt Dinge, die uns höher stehen müssen als die leidenschaftlichen Gefühle unterer Brust. Und eben das Bewußt­sein treuer Pflichterfüllung muß uns gegen jede Versuchung wappnen, damit wir nicht unter­liegen ; tote traurig wäre es sonst wohl um unsere besten Grundsätze bestellt."

Viola hörte ihn schweigsam an. Die letzten Zellen ihrer Mutter standen jetzt tot eher deutlich vor ihren Augen:Pflicht fit ein ödes, trauriges

Kreis: Nowoffokow plünderten die Bauers Landsitze.

Petersburg, 6. Nov. (SB. S.) liebe* eine national-polnische Kundgebung wird aal Kalisch gemeldet: Am Turm der JosefLkirchej war eine Fahne mit den polnischen Mappe« ausgehängt, vom Turm wurde die Polnischei Nationalhymne geblasen. Die Volkspartei ver­langt volle Autonomie Polens mit einem Land» tage in Warschau.

Warschau, 6. Nov. Eine heute veröffent» lichte Bekanntmachung des Generalpouverneute untersaot die Veranstaltung von Prozessionen und die Abhaltung von Versammlungen unteff freiem Himmel und droht, daß im Falle bflf Zuwiderhandlung mit bewaffneter Macht eing-r schritten werden soll.

DieCentral News" melden aus Odessas Die Ruhe ist nun hergestellt und die Geschäfte haben wieder begonnen. Die Patrouillen sinh noch tätig. Seit Mitternacht wurden 47Qj Leichen eilig in Möbelwagen und Militär» baqagewagen nach den Begräbnisplätzen geschafft. Wie viele Leichen in den Nächten der letzteH Woche von Militär beerdigt wurden, wird nicht' angegeben, doch bestätigt sich die frühste Schätzung, daß 4000 Personen getötet unt 13000 bis 14 000 verwundet worden sind.

Deutsches Reich.

Berlin, 7. Nov.

Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern Montag morgen den gewohnten Spaziergmw im Tiergarten, besuchte später den Reichskanzler un| hörte den Vortrag des Chefs des ZivtlkabinettS. Nachmittags 2.50 Uhr empfing der Kaiser aus bem Anhalter Bahnhof den König Alfons von Spanier^ worüber bereits an anderer Stelle berichtet worden ist. Abends 71/» Uhr stattete König Alfons bet Kaiserin einen Besuch ab. Darauf begaben fich btf Fürstlichkeiten nach dem Weihen Saale zur Galatafck Der König führte die Kaiserin, der Kaiser btf Prinzessin Friedrich Leopold Bei der Tafel saß bet König zwischen dem Kaiser und der Kaiserin, gegem über saß der Reichskanzler. Unter den Geladenen be­fanden fich das Gefolge des Königs, die Staats- Minister. Botfchaster b. Radowitz und Oberbürger­meister Kirfchner.

Nach einer offiziellen Zusammenstellung ist die augenblickliche Stärke der Parteien bei Reichstags folgende:

Bestand am Schluß bei SesfiorS

Konservative 52 Mitglieder (52)

Freikonfervative 21 (21)

Deutsche Reformpartei 7 , (7)

Wirtschaft!. Vereinigung 12 , (12)

Zentrum 108 , (101)

Polen 15 , (13)

Nationalliberale 50 , (49)

Freisinnige Vereinigung 10 , (10)

Freisinnige Volkspartei 22 , (21

Deutsche Volkspattei 6 , (6)

Sozialdemokraten 78 , (78)

Fraktionslos 18 , (18)

Während der Sommerpause find folgende w änderungen eirgetreten: Für den am 12. März ISO.)

j .......-

Wort, das mit seinem kalten Eiseshauch allff toärmere Gefühle erstickt."

Ja, ihre Mutter hatte Recht gehabt, eS toai ein ödes, trauriges Wort, das den Weg zur Glückseligkeit versperrte. Wo war da das himmA- stürmende Gefühl einer heißen, leidenschaftlichen Liebe, wenn dieses Wort immer als Grenze da« zwischen trat? Sie senkte das schöne Haupt uni blickte nachdenklich vor sich hin.

Gerhard betrachtete sie ernst.

Viola," sagte er nach längerer Pause,kannst Du mir Unrecht geben?"

Sie sah zu ihm auf. Sie hatte falt und ab« weisend antworten wollen; aber als sie feine dunklen Augen mtt dem Ausdruck inniger Zarte lichkeit auf sich geheftet erblickte, da schwand ih«

Groll.

Mit einer anmutigen Bewegung reichte sie ihm die Hand, indem sie in sanftem Tone sagte! Vergib, Gerhard, ich wollte Dir nicht wehe tun.* Er hielt die kleine bebende Hand fest und zog die schlanke Gestalt ungestüm in seine Arme.,

Viola," flüsterte er leidenschaftlich,o, konn­test Du mich ganz verstehen und klar in meine« Seele lesen, wie glücklich, wie überglücklich wär« ich dann!"

Viola hatte diesen kleinen Zwischenfall bal», vergessen, aber in Gerhards Seele blieb der Stachel zurück. ,

Sie wäre im stände, für eine Leidenschaff alles zu opfern, sich und andere kann dal eine Bürgschaft für die Zukunft sein?" dachte et1 besorgt bei sich.Wenn ein Tag kommen sollte, da ihre Gefühle für mich kalter, ruhiger würden, so würde sie mich vielleicht ohne Bedenken ver­lassen, um einem Phantome nachzujagen. Step sich das wilde, ungestüme Blut ihrer Mutter in, ihr? O Gott, nur das nicht mein LebenS- glück wäre dann für immer vernichtet l" (Fortsetzung folgt).