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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. « z

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

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äOO Jnsertionrgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.,

Marburg

SiettSfag. 81. Oktober 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Jo«. Äug. Koch, llnwerfitLtS^vuchdruckerei 40. 3^1)16.

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

gekündigt, die seinerzeit auS Anlaß von Unruhen in Schantmig von Tsingtau au« nach Kaumi

12

^?rn5kruck verboten.)

begriffen.

(Fortsetzung folgt.)

i.

Deutsches Reich.

Berlin, 80. Okt.

1 Se. Majestät der Kaiser ist am gestri. gen Sonntag Morgen von der Hofjagd in Blankenburg am Harz nach Potsdam zurückge» kehrt. Heute Montag gedenkt der Kaiser dem Fürsten Philipp zu Eulenburg in Liebenberg einen Besuch abzustatten. Ihre Mas. die Kai­serin empfing am Samstag Mittag im Neuen Palais in Anwesenheit des Prinzen Eitel Fried­rich und der Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg eine Deputation oldenlmrgischer

Ich entführe Dir nun Viola/ sagte Ger- Hard lachend zu seiner Schwester;wir kommen erst zur Speisestunde zurück."

Magda erwiderte den Abschiedsgruß der bei­den; aber es gab ihr doch einen Sfich ins Herz, als sie ihnen nachsah, wie sie so neben einander hinschritten, er so stolz, so stattlich, sie so frisch, so schön.

Ja, schön ist dieses Mädchen und schöne Frauen pflegen so selten ein gutes Herz zu haben!"

Magda seufzte tief auf und trat dann hastig ins Haus zurück; sie hatte noch so viele Pflichten zu erfüllen und unnützes Träumen war niemals ihre Sache gewesen.

Spät am Abend desselben Tages saß Viola in ihrem kleinen, hübschen Salon, den Brief ihrer Mutter, deren letztes Vermächtnis, erbrochen in der Hand.

Während eines langen Spazierganges hatte ihr Gerhard ihre Lage Har zu machen gesucht.

Sie sei kein reiches Mädchen, wie sie bisher immer geglaubt haben mochte, ein nur mäßiges Kapital sei alles, was sie besitze. Ihre Mutter habe durch Unglücksfälle ihr großes Vermögen eingebüßt, und es sei nur gerade so viel ge­blieben, um für Mola eine sehr kleine Rente och- zuwerfen. --------

Sie solle aber deshalb nicht verzagen, im Hause ihres Vormundes werde sie jederzeit eine gem gebotene Freistätte finden; Geld sei ja nur eines jener vergänglichen Güter, deren Besitz nur sehr wenig zum menschlichen Glücke beitrage.

Mit sprachloser Ueberraschung hatte sie ih« angehört. Sie hatte sich stets für ein,reiche» Mädchen gehalten, und sie war nicht wenig stotz darauf gewesen, d<ß sie mindestens diesen Vorzug vor so vielen ihrer ehemaligen Genossinnen 6» saß. Nun war auch dieser Traum zerrönne»; was sollte es noch weiter werden?

Gerhard sah ihre Bestürzung und redete Üä freundlich zu, so freundlich und teilnehmend, daß sie eine Regung der Scham darüber empfang sich über den Verlust ihres Reichtums so betrübt gezeigt zu haben.

Als er sie einigermaßen beruhigt hatte, ga6 er ihr den Brief, welchem ihm ihre Mutter auf ihrem ^tterbebett übergeben.

Ich kenne den Inhalt nicht," hatte er dabei gesagt;doch wie er auch lauten mag, £8 sind die letzten Worte Ihrer sterbenden Mutter, ta sie einsam in der Fremde weilte. Behellig« Sie dies wohl, wenn Sie ein bitteres Wort fin­den sollten, und gedenken Sie mtt Liebe der Sek blichenen. Ihr hat der Reichtum kein Glück aa- bracht, und deshalb habe sie sich gewöhnt, so bieiel mit ungünstigen Augen zu betrachten. Ich bi» überzeugt, daß Sie früher oder später dennoch den Weg zu dem liebenden Mutterzen gesunde« hätten, und in diesem Sinne müssen Sie auch der Verstorbenen ein treues Andenken br- wahren."

Er hatte noch lange so zu ihr gesprochen; allein sie hatte kaum mehr den Sinn seiner Worte

Stadtverwaltung haben delegierte Arbeiter sich bereit erklärt, dafür zu sorgen, daß der Betrieb des städtischen Wasserwerkes wieder aufgenommen wird, aber unter der Bedingung, daß die Arbei­ter über das Wasserwerk völlig verfügen, daß sie die betreffenden Ingenieure auswählen und daß sie das Recht haben, nach ihrem Ermessen den Betrieb zu unterbrechen. Die Stadtverwaltung will ihre Antwort im Hause abends erteilen. Um 3 Uhr nachmtttags fand eine große Versammlung statt, an der der Gemeinderat sowie Vertteter der Semstwos, des Adels, der wissenschaftlichen Gesellschaften, der Presie, der Vereine und Ver­bände aller Parteien, auch der revolutionären, sich beteiligten. Die Redner traten in leidenschaftlichen Reden für den Kampf mit Waffengewalt und Einsetzung eines Wohlfahrtsausschusses ein. Der telegraphische Verkehr mit Petersburg geht nur über einen Draht auS dem Haust des General- gouverneurS. VerschiedeueArbeitergruppen, be­sonders die Drucker, haben sich dmi Ausstand« angeschlossen.

Kiew, 28. Okt. Einige Kosaken weigerten sich bei einer Demonstratton der Menge, auf diese zu feuern, und wurden deswegen verhaftet. Dre Apotheker und Aerzte haben ihre Tätigkeit wieder auf genommen, da es als eine Unmöglichkeit er- kannt wftd, die Kranken ohne Hilft zu lasten. Fliegende Kolonnen wurden organisiert, um den Verwundeten zu helfen.

London, 28. Oft. Wie aus Charkow ge­meldet wird, haben die Revolutionäre den Ge- nsralgouverneur der Provinz Charkow gefangen genommen und die Todesstrafe über ihn ver­hängt, die sie auch zu vollziehen beabsichttgen.

Aus Warschau wird gemeldet: Im Dorfe Glirpkovo hielten Mitglieder deS jüdischen Bun- des der polnischen Sozialistenpartei eine Geheim­versammlung ab, die von Kosaken umzingelt wurde. 120 Teilnehmer wurden verhaftet und nach Paviance abgeftihrt. AlS dfts Arbeiter er­fuhren, suchten sie die Verhafteten zu befteien. Der Rittmeister Jakowlew ließ darauf Feuer geben. Ein Angreifer wurde getötet und 28 tödlich verletzt: die anderen wurden verhaftet. In Lodz ist der Streik allgemein. Die Stimmung ist sehr gedrückt. Bei der heuttgen Rekrutterung erschienen von 240 Militärpflichtigen nur 12. Es droht eine Hungersnot: das Pfund Fleisch kostet bereits 25 Kopeken, 100 Kilogramm Kohlen 2% Rubel. Der telegraphische Verkehr Mischen Warschau und Moskau ist unterbrochen.

Pflicht und Liede.

Roma» von 6. Wild.

.iTL" ieijung.)

* "Ob ich mich glücklich fühle? Sehen Sie mich doch an, wie zufrieden mich dieses prosaische Le. ben stellt! Ein jedes Dasein muß einen bestimm­en Zweck haben und ich bin überzeugt, daß Sie, wenn Sie sich bei uns eingewöhnt haben, cuüh laran denken werden, sich einen Wirkungskreis 8u schaffen und auf irgend ein« Wette tätig zu jein."

Viola zuckte leise zusammen. Wollte ihr M^da ßumuten, in ihre Fußtapfen zu treten?

-Ich glaube kaum," erwiderte sie kühl,meine gewöhnlichen Beschäftigungen werden mir voll- kommen genügen."

Sie fönnen also nicht den ganzen Tag lesen ttnd musizieren? fragte Magda erstaunt.Den. ken Sie nur, im Winter, wenn alles verschneit M so M man kaum zum Hause hinaus kann. Ich wurde vor Langeweile sterben, wenn ich rncht meine gewohnten Beschäfttgungen hätte!"

Viola zuckte die Achseln.

Ich werde mir Bücher kommen lasten und weme Sprachstudien weiter betteiben," meinte sie etwas steif.Sie sprechen gewiß auch ftemde .Sprachen?"

; .. "Nein, ich spreche nur mein ehrliches Deutsch," Magda freimütig,mein bischen Fran-

80.110) habe ich mit der Zeit ganz verlernt. Auch nX ^nen musikalischen Kenntnissen ist es ziem- sich schlecht bestellt. Ich singe wohl ein wenig, £5 -nur einfache Lieder, wie man solche eben

enÖlfen ^nnlienfreife vorträgt. Ein« IoL" 3 SBdt&an* ift gänzlich in mir ver- i h Haus ist meine Well,

L X 'S mich vollkommen glücklich fühle, und r mttd es auch immer bleiben,"

Staatsangehöriger aus Berlin, an ihrer Spitz« den oldenburgischen Gesandten Eucken-Addenhaa« fen, welcher eine Ansprache an daS hohe Braut, paar hielt. Zur Deputatton gehörten: Exzellenß v. Amann, Gymnasialdirektor Wellmann, Amt». richter von Negelein, Kandidat Willich, Regi» rungsrat Lühriftn, Bankvorsteher Detthardt, De. Schulze-Klönne, Leutnant v. Bodecker.

Die diesmaligen Feststellungen der Stak anschläge für den nächstjährigen Reichshau«, Haltsetat gestalteten sich im Reichsschatzamj um deswillen besonders schwierig, weil zunächst Klarheit darüber gefunben werden mußte, oi und wie weit darauf gerechnet werden konnte, eine Erhöhung der eigenen Einnahmen bei Reiches mit in Rechnung zu ziehen. Nachdem in den Bundesratsausschüssen eine vorläufige Einigung über die Maßnahmen erzielt wurde, mittelst deren eine Aufbesserung der Finanzvev- hälftiisse im Reiche erreichbar erschien, kann m« nun auch an die Ausgestaltung der Voranschlag« für den Reichshaushaltsetat im nächsten Iah« Herangehen. Die kleineren Etats sind dem Bun­desrat bereits zugegangen, die größeren werd« bis zur nächsten Woche folgen. Es besteht Me Hoffnung, daß in der Bundesratsinstanz der Etat in der ersten Hälfte des November vorberat« werden kann.

Die badischen Landtagswahle« brachten, nachdem am Samstag die letzten Stich- Wahlen stattfanden, folgende Zusammensetzung der zweiten Kammer: 29 Nationalliberale, Frei­sinnige und Demokraten, 28 Zentrumsangehörige, 12 Sozialdemokraten und 4 Konservative.

Offiziös wird geschrieben: Die Denkschrift, die im Reichsamt des Innern über die Frage der Fleischverteuerung ausgearbeittj wird, beruht auf umfassendem tatsächlichen Ma< terial. Es liegen ihr nicht nur die Ergebnisse be» Untersuchung zu Grunde, welche die preußische Staatsregierung über diese Frage veranlaßt Hai, es sind auch entsprechende tatsächliche Unterlage« für alle übrigen Bundesstaaten bei gebracht Ebenso werden die Verhältnisse des Auslands» und zwar nicht nur unserer Nachbarstaaten, son­dern auch der Übrigen für die Versorgung Deutsch« lands mit Schlachtfteh in Betracht kommend« Länder auf der Grundlage umfassenden tatsäch­lichen Materials zur Untersuchung herangezogen. Es handelt sich bei der Untersuchung der Ursache» der jetzigen Preisverhältnisse des Fleisches unS der Mittel zur Beseittgung vorhandener Miß- ftänbe vor allem um die Frage, ob hierbei eine Deutschland allein treffende Erscheinung zu be­obachten ist, ober ob nicht vielmehr das bei uni hervorgetretene augenblickliche Mißverhältnis zwischen Fleischprobnktton unb Flettchkonsumtto» auch in anderen Ländern bemerkt wird und ein« allgemeinen weltwirtschaftlichen Charafter trägt An die Beantwortung dieser Frage wftd sich dan» rrft die der weiteren anschließen können, welch« Mittel zur Herbeiführung eines dauernden Aul- gleichs zwischen Produktton und Konsumtion bei uns zu ergreifen sind und insbesondere, welch« Bedeutung für die Erreichung dieses Zieles un­serer eigenen Viehproduktton beiwohnt. Gelangt

m a q» t I volver und Patronen erhalten, die es den

WCllC|tC I Arbeitern zu billigem Preise verkauft; je 25

Bern«, 30. Ott. Bülow will den Reichs- Patronen werden gratis abgegeben. Die elettri- tag möglichst bald einberusen, um ihm die bJe $aJ£e

Flottenvorlage und die Reichsfinanzreform vor- Stadt und viele Prwatwohnunaen ohne Be-

H I leuchtung geblieben find. Die Preise der

Berlin, 28. Ott. Der Eouverneur Graf Nahrungsmittel steigen fortgesetzt Der Stadt-

Götzen meldet au8 Dar - es - Salam: Die tele- ttil von Wassili Ostrow ,st ohne Master, da die

graphische Verbindung mit Tabora und Muanza I ^a5?r^er!e <

ist im Betrieb; von keiner dieser Stationen I Neval, 28. Ott. Gestern abend wurden

werden Unruhen gemeldet. Nur die Straßen I $ter Telegraphenstangen um gestürzt. Infolge nach den Stationen Mahenge und Sengea gelten I ^_on Beschädigungen der Gasfabrik sind bte noch nicht als völlig sicher Nach allen anderen Straßen ohne Beleuchtung Arbeiterhaufen Stationen sind die Verbindungen für Nachschübe I , t^End und schießend umher. Da­von Munition und Ausrüstung gesichert. I ©tabttljeatet steht in Flammen.

Wien, 29. Okt. Die Flottendemonstration I Moskau, 28. Okt. Die hier der­ber Mächte zur Erzwingung der Finanzkontrolle I * e *eJlen Volttt^en Parteien ne­in Mazedonien wird in verschiedenen Häfen der I schlossen, sich zu vereinigen, eine asiatischen Türkei stattfinden. Die Mächte be- eigene Regierung zu wählen und chlosten, daß ihre Kriegsschiffe in keinen Hafen I 'er a., *u eln.

>er europäischen Türkei einlaufen sollen, damit I , ® b e f f a ,28. Ott. (W. BZ ^r hier die Balkanstaaten nicht durch die Demonstration herrschende politische Ausstand greift rasch immer n ihren Aspirationen ermutigt und die Maß- weiter um sich und umfaßt alle Berufsstände, nähme nicht zu Gunsten ihrer Bestrebungen aus- | Seit heute streikt auch das Personal sämtlicher legen können I Zeitungen, Druckereien, Banken und Bankhäuser

London, 28. Ott. Nach einer Meldung sowie alle städtischen Beamten Die Schulen aus Peking vom 26. Oktober hat der deutsche I geschloffen. Der Senat der Universität Gesandte in einer am 24. b. M. im Winter- "ahm, ohne die ministerielle Zustimmung abzu» Palais stattgehabten Audienz dem Kaiser und warten, heute 259 jüdische Abiturienten al« der Kaiserin-Regentin von China mitgeteilt, Studenten auf, um dadurch ihrer Einziehung daßder deutsche'Kaiser mit der Ratifikation zu den Fahnen vorzubeugen Die Angestellten des Friedens von Portsmouth die Zeit für ge- und Arbeiter der Südwestbahnen legten heute kommen erachte, um die noch in Tschili stehenden ^.Arbeit nieder. Die Stadt ist von zedem fremden Besatzungen zurückzuziehen, postalischenVerkehr abgeschnitten, doch besteht Kaiser Wilhelm werd« den beteiligten Staats- der telegraphische Verkehr. Es herrscht vberhäuptern ohne Verzug einen dahingehenden I - tQn0et an. Lebensmitteln, bte Preise steigen Vorschlag machen, zugleich damit hat Frhr. v. I b"orm. Die Steinkohlen kosten 50 Kopeken Mumm den ferneren Entschluß beS Kaiser« an» I das Pud. Erne gestern Abend tm Rathause ....... - - - - l abgehaltene Maffenverfammlung, an der etwa j I 8000 Personen, darunter Mitglieder der Stabt» und der chinesischen Kreisstadt Kiautschou vor» I t.^waltung und Professoren der ftniversität, geschobenen Posten einziehen zu laffen. I deschloß, die Zahlung der städtischen

y- ---------------- ------- ,, . ----- I Subventionen an die Polizei einzustellen und

- I sofort eine eigene Miliz, sowie eine Selbstver-

Ttc R voluüon tu Rußland. I teidigung der Bürger zu organisieren.

Wenn auch nicht formell, so befindet sich Oft. Di- große Erregung

B..agerungszustande. _ r?ast das gesamte, in | mit Ausnahme Reinerer Kolonialwarengeschäfte. Zarskoje Sselo ftatwrnerte Militär ist nach der I An mehreren Stellen kam es zu Zusammenstößen Hauprstadl berufen. DaS ganze politische Leben I mit der Polizei, besonders am Jwerskajator, bei konzentriert sich augenblicklich jenseits der Newa, I denen viele Personen verwundet wurden. Die wo in den Räumen der Universität und der I Universität ist verbarrikadiert unb wird von be- Akademie der Künste von Angehörigen aller I waffneten Studenten beschützt. Im Innern deS Klaffen unb Stände Meetings abgehalten werden, I Gebäudes hält sich eine Schar Studenten zum an denen gegen 60000 Personen teilnehmen. I Eingreifen bereit, falls der reaktionäre Volks- Sogar die Fähnriche der Reserve find zusammen» Kaufen ans dem Flecken Ochotny, der bereits heute getreten, Protest gegen da« bestehende Regie» I Studenten angefallen unb miß»

runasspfiem iu erbeben ebenso bi. gTShnfnt.n I handelt hat, seinen Angriff erneuern sollte. Der Ärieura&SftftXrTelephonverkehr in der Stadt hat aufgehori. Di. X9SV .Schriftsteller, Bankbeamte usw. I Mitglieder mehrerer Theater beteiligen sich an S)a§ Revolutionkkomttee hat eine Menge Re» I dem politischen Ausstand. Aus Befragen der

In der einfachen, schlichten Weise Magdas lag IWollen Sie nicht herauskommen?" rief er etwas so Ueberzeugendes, daß Viola sich unwill. I in gütigem Tone.Es fft eine Sünde, an einem kürlich betroffen fühlte. Sie hatte verblüffen I so prachtvollen Tage im Zimmer zu bleiben." FÄr^räUrtÄ L Ä8 bester, rosiger

Lehre erteilen wollen?Ich komme sogleich," rief sft Hin-H; kaum

Ich muß Sie nun für einige Zett sich selbst daß fie sich Zett nahm, nach «ui und Hand,

überlassen," nahm Magda baS Wort;sobald ich I schuhen zu langen. Elliott ging sie nun die

kann,, komme ich wieder, um Sie in den Park I Treppe hinunter, und eine Minute später stand

zu führen. Lassen Sie sich bis dahin die Zett I sie Vox ihrem Vormunde, der fie lachend be-

nicht lang werden." I trachtete.

Sie nickte freundlich und ging mtt festen, ruhigen Schritten hinan«; mtt trotzig aufgewor­fenen Lippen sah ihr Viola nach.

Warum sie mich nur nicht gleich aufgefordert hat, m der Küche mitzuhelfen ober das schad, «afft Linnenzeug auszubessern!" flüsterte sie spät- tisch vor sich hin.Welch' beschränkte Ansichten, welch' prosaische Natur! Arbett, nichts als Ar- bett; den höheren Genuß des Lebens kennt sie nicht einmal dem Namen nach. Nun, mich wird sie nie zu ihren Grundsätzen bekehren. Ich will das Leben genießen, ich will mich nicht in dieser hausbackenen Alltäglichkeit vergraben, mich wie em Kind am Gängelbande führen lassaen. Nein und abermals nein! Ich will nach meiner Weift glücklich sein besser, ein Jahr des Glückes ge­lebt, als ent ganzes Leben in ober Pflichterfüllung vertrauert."

Sie ballte die kleinen Hände krampfhaft zu­sammen und starrte finster vor sich hin.

Da schreckte sie eine tiefe, klangvolle Stimme aus if-rr-T Hinbrüten auf.

S' >nhr hastig empor und trat ans Fenster. Unten uu Blumenparterre stand der Frcn-err mit seiner Schwester.

Wie zärtlich er sie ansieht," murmelte Mola mtt ein ent Gefühl des Neids.

Im selben Moment sah der Freiherr zu ihrem Fenster empor und lüftete grüßend den Hut,