mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
habe ich jederzeit m»t großem Danke die Spend« der Stadt Dresden entgegengenommen, da Stadt, die in dieser Beziehung bahnbrechend vor« angegangen ist und auch jeht noch nahezu ml erster Stelle unter den deutschen Städten steht. Ich kann aber auch versichern, daß die Geldmittel, die dem Vereine zur Verfügung stehen, ein Tn>p« fen auf einen heißen Stein sind. Welche Mittel auf der Seite der Gegner aufgewendet werden und in welchem Maße sie dort fließen, hat der Herr Kollege England bereits genügend gelernt« zeichnet. Die Stadt Trebnitz ist seit Jahrzehnten ein Kampfpunkt, und es ist nur der unermüd» lichen Tätigkeit des Herrn Dr. Titta zu danken, daß das Deutschtum dort wieder Fuß gefaßt hat; aber es hat schwer und hart zu kämpfen und $u ringen. Auf dem Wege, der genannt worden ist, nämlich durch die Vermittlung des, Deutschen Schulvereines, ist es ohne Bedenken möglich, dort Gutes zu schaffen für unser Volkstum.
Der Vorsitzende machte nun den Vorschlag, den Beitrag für den Deutschen Schulverein um 500 Mark zu erhöhen. Mit diesem Vorschläge waren die Stadtverordneten einverstanden.
Das von der Stadt Dresden gegebene Bei« spiel verdient von allen deutschen Städten im Reiche nachgeahmt zu werden.
Wir Deutschen in Oesterreich stehen auf dem Boden des Gesetzes, wir erkennen die geschichtlichen Ereignisse der Jahre 1866 und lb< 1 an und betrachten es als unsere, von der Geschichte uns zugewiesene Aufgabe, die Ostmark wieder zu einem Staate unter deutscher Führung ouS- zubauen. Nur ein Oesterreich, das sich auf deutsche Kultur und deutschen Geist stützt, kann ein starker Bundesgenosse des Deut« scheu Reiches sein."
Erscheint wöchentllch sieben mal. r
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UniverptätS-Buchdruckercl 40. Jllhkg« Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
für die Deutschen in Oesterreich.
Man schreibt uns:
„Es ist eine alte Klage der Deutschen in Bäh- men, daß unsere Stammesgenossen draußen im großen Deutschen Reiche unseren nationalen Kämpfen viel zu wenig Tellnahme und Verftänd. nis entgegenbringen und es deshalb auch an der notigen Opfer Willigkeit fehlen lassen, lliisere Volksgenossen im Reiche erinnern sich leider nicht, daß das Aufblühen der deutschen Städte, das außerordentliche wirtschaftliche @e» öeihen aller deutschen Reichsgebiete in erster Linie auf die Schöpfung des neuen deutschen
Neueste Telegramme.
Lissabon, 27. Okt. Präsident Loubet ist Heute vormittag hier eingetroffen und am Bahnhof von dem König, dem Kronprinzen, dem Herzog von Oporto und einer Anzahl Würdenträger empfangen worden. Der König begrüßte den Präsidenten mit einem herzlichen Händedruck.
Kopenhagen, 27. Oktbr. Wie „Ritzau's Bureau" meldet, ist am 25. dS. Mts. in London der Schiedsgerichtsvertrag mit England unterzeichnet worden.
Paris, 28. Oktbr. Die Senatskommission für den Gesetzentwurf über die Trennung von Staat und Kirche nahm mit 12 gegen zwei Stimmen die von dem Berichterstatter vorge- fchlagene Faffung des Entwurfs an.
Newyvrk, 27. O'tober. Um Mitternacht stieß der Leichter „Magnolia", der Roosevelt von New Orleans zum Kreuzer „Virginia" bringen sollte, mit einem Frachtkahn zusammen. Der Präsident blieb unverletzt.
Loudon, 28. Okt. Der englische Admiral Prinz Battenberg erklärte auf einem Festmahl in St. John (Neu-Braunschweig), das jetzige Flotten-Konzentrationsshstem bedinge zwar das Aufgeben der Marine-Stationen in Kanada uno Westindien, die Kolonien würden indessen im Notfälle von der englischen Flotte energisch beschützt werden.
Konstauttuopel, 27. Oktbr. Durch eine der Pforte überreichte Kollektivnote verlangten die secks Botschafter heute nach dem Selamlik eine Kollektivaudienz, um für die Annahme de. mazedonischen Finanz^ mmission persönlich beim Sultan Vorstellung zu erheben.
Kaiserreiches zurückzuführen ist, daß aber das große Werk der deutschen Einigkeit nur möglich geworden ist durch die Ausscheidung der Deutschen Oesterreichs.
Wir Deutschen in Oesterreich haben nicht nur aufgehört, politische Angehörige des Deutschen Reiches zu sein, wir sind auch infolge der Ereignisse der Jahre 1866 und 1871 in Oesterreich selbst in einen schweren Kampf um unsere nationale Existenz gedrängt worden. Wir Deutschen der Ostmark haben nicht nur das deutsche Vaterland verloren, die flavischen und sonstigen, (Gegner in Oesterreich wollen uns auch das Heimatsrecht im österreichischen Vaterlande streitig machen. Unsere glücklicheren Volksgeirossen im wiedererstandenen Deutschen Reiche sollten es deshalb als ihre Pflicht erachten, uns in dem Kampfe mit den nationalen Gegnern kräftigst zu unterstützen. Nicht mit Blut und Eisen, nicht mit Schwert und Kanonen brauchen sie uns bei- zustehen, nur von ihrem Ueberflusse an blankem Golde, nur von dem reichen Ertrage ihrer schaffenden Arbeit sollen sie uns einen ganz kleinen Teil ziikommen lassen, um unsere nationalen Kriegskosten tragen zu helfen — den Krieg selbst wollen wir gern allein führen zum Helle des ganzen deutschen Volkes.
Jawohl, dem ganzen deutschen Volke kommt unser Ringen und Kämpfen, kommt unsere Arbeit und kommen unsere Erfolge zu Nutz und Frommen Ein kraftvolles Deutschtum in Oester- reich ist die Voraussetzung für den Frieden des Deutschen Reiches. Solange Oesterreich treu zu Deutschland steht, so fange das deutsch-öfter- reichiscbe Bündnis unerschütterlich ist, so lange darf wohl auch der Friede in Europa gesichert erscheinen. Die festesten Stützen des Bündniffes Oesterreichs mit Deutschland sind aber die Deutschen der Ostmark. Würden diese niedergerungen von ihren flavischen Gegnern und würde das Slaventum auch in der auswärtigen Politik des Donaureiches tonangebend, dann erstünde dem Deutschen Reiche ein unversöhnlicher Gegner in drohender Nachbarschaft.
Das Deutschtum in Oesterreich stärken heißt dem Gesamtdeutsch- t u m nütze n. Von dieser Anschauung ging wohl auch das Stadtverordnetenkollegi u m dere Stadt Dresden aus, als es in seiner Sitzung vom 13. Juli 1905 den Beschluß faßte, dem deutschen Vereine „Germania" in Trebnitz im Wege des Allgemeinen deutschen Schul Vereins 'eine Spende von 500 Mark zu widmen.
Es ist nicht ,obme Interesse, zu hören, in welcher Weise dieser Beschluß begründet wurde. Nach Verlesung des Ansuchens Dr. Tittas als Obmannes der Trebnitzer „Germania" ergriff St. V. Fabrikbesitzer England das Wort und sagte Folgendes:
„Sehr geehrte Herrens Sie alle wissen, welche schweren Kampfe unsere deutschen Volksgenossen drüben in der Ostmark für ihre deutsche Mutter-
Marburg
Sonntag, 29. Oktober 1905
spräche, für ihr Heiligstes, was sie besitzen, aus. zufechten haben. Sie wissen auch, meine Herren, daß in einem solchen Kampfe, der zwischen zwei Völkern an der Sprachengrenze tobt, nicht allein die geistige Ueberlegeuhell entscheidend ist, son- dem vor allem auch die zu Gebote stehenden Machtmittel und die Summen, welche die mit einander ringenden Völker für ihr Volkstum aufzubringen vermögen! Wenn in gemischtsprachigen Orten, wie im vorliegenden Falle hier in Trebnitz, der zum Verkaufe gelangende Grund und Boden immer mehr in Slavenhände übergeht, so nützen dort alle Vorträge, alle Dersamm- lungen, alle Kundgebungen und Vereine dem Deiftschtum nichts, sondern es kann hier nur helfen deutsches Geld, um dem tschechischen lieber- mute ein Paroli zu bieten.
„Ohne Geld kein Kampf, ohne Kampf kein Sieg!" Was hier in der Ostmark an den Spra- chenrändern gebraucht wird, ist deutsches Blut und deutsö^s Geld. Ist das letztere vorhanden, so ist es nicht schwer, das erstere heranzubekom- men aus den weniger gefährdeten Bezirken, um dann in den bedrohten Gegenden das deutsche Volksbewußtsein wieder zu stärken. Ich meine, es ist Pflicht eines jeden Reichsdeutschen, unsere Volksgenossen brühen in Oesterreich in dem schweren Kampfe zu unterstützen und dafür zu sorgen, daß die Mittel, welche für diesen völki- scheu Kampf nötig sind, auch aufgebracht werden. Nachdem Redner auf die nationale Opferwillig- feit der Tschechen hingewiesen und zum Belege hierfür einige Beispiele aus Hoyers Schrift beriefen hatte, stellte er den Antrag, 300 Mark für Trebnitz zu bewilligen.
St.-V. MDr. Hopf gab seiner Freude über die Worte des Vorredners Ausdruck und sagte noch Folgendes: „Ich möchte noch einen Gesichtspunkt hervorheben: Wir kämpfen keineswegs allein für unsere deutschen Volksgenossen in Oesterreich, wenn wir den Weg einer Unterstützung beschreiten, sondern auch für uns selbst. Die Tschechen begnügen sich nicht damit, daß sie sagen: Das jetzige Besitztum, das wir haben, genügt uns. Den Kampf, der da drüben tobt, ist ein Beweis dafür, daß sie die Grenzen, die Sprachgrenzen weiter verschieben möchten, und so kann ich Sie, versichern, daß die Tschechen auch schon einen Teil von Sachsen als ihr Ziel in§ Auge fassen, zum Beispiel die Gegend südlich von Bautzen, die wendische Sprachengrenze; alles dies wird in den Ausführungen maßgebender tschechischer nationaler Führer als früher einmal zum böhmischen Reiche gehörend bezeichnet, und das Ideal dieses strebsamen und jedenfalls in Bezug auf nationale Opferwilligkeit vorbildlichen Volkes ist es, auch diese Gemarkung zu den ihrigen zu bekommen. Deshalb möchte ich bei dieser Gelegenheit darauf Hinweisen: Wenn wir hier unterstützen und kämpfen, so tun wir es auch unser etwegen."
_ St.-D. Unrasch erklärt: „Meine Herren! Als Schatzmeister des ersten Deutschen Schulvereines
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Die revolutionäre Bewegung in Rußland.
Petersburg, 27. Okt. (SB. B.) Seit 5 Uhr abends funktioniert die elektrische Beleuchtung in den Straßen und den Wohnungen nicht mehr und die Stadt liegt in voller Dunkelheit. Heute srüh erschienen Vertreter der Terroriste» in allen hiesigen Banken und verlangten unter Drohungen die sofortige Einstellung der Tätigkeit. Die in der Asow scheu Bank für auswärtigen Handel erschienenen 20 Delegierten wurden ber« fjaftet. Aängstlich gewordene Beamte der Bank baten die Direktion, um Schließung und stellten, nachdem die Direktion. den Antrag abgelehnt hatte, die Arbeit ein. In der Diskonto- und Jn- nationalen Bank wird Wester gearbeitet. „ Die Banken wollen auch morgen, so weit es möglich ist, weiter arbeiten. Vermutlich werden aber die Kassen geschlossen gehalten.
Petersburg, 27. Okt. General Trepow versammelte die Obersten um sich und erklärte ihnen, sie hätten volle Ermächtigung, auf jede Menschenanhäufung von über 6 Mann schießen
Vierteljährlicher Bezugspreis: ba ver ExpÄtion 2 Mk., n-- bei allen Postämtern 2,25 Mk. ve$cL Bestellgeld).
wie. -uv ZnsertionSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg.
Reclamen: die Zeile 25 Pfg.
Beiträge zur Chronik von Marburg.
Von L. Müller.
(Fortsetzung.)'
1904. Am 1. Januar Eiskonzert und 6 Grad Kalte. Am 8. Januar großer Schneefall. Der Kopenanschlag für die neue Volksschule beträgt 300 000 Mark. Die Bauzeichnungen macht der Architekt Schlump und erhält dafür 2500 Mark xie Bauleitung bleibt der Stadt überlassen. Das vor einigen Jahren erbaute Oberrealschulgebäude i}t zu klein, für die in demselben untergebrachte Vorschule müssen andere Räume geschaffen wer- den. Als weitere Rate sind für den Bahnhofs- umbau 200 000 Mark im Etat eingestellt. Die Stadt hat den Kohlwald gegen den Dammelsberg und die Kirchspitze mit dem Fiskus ausgetauscht. Ter Kohlwald war mit 36 200 Mark, die Kirch- Mtze und der Dammelsberg mit 59200 Mark aogeschätzt, die Stadt bezahlt an den Staat
000 Mark heraus. Der diesjährige Etat hat eine Einnahme und Ausgabe von 1 486 055 Jiiarf. Die Einkommensteuer beträgt 11312 Pro- gen. »iw ine Steuer vom gemeinen Wert 113
3«nt,r..-,e Kirchensteuern betragen 12 Prozent. ,»m Barfußertor wird der Bürgersteig mit Zement gemacht und kostet 6420 Mark. Am 11. Februar Hochwaster.
. _ 4 Md. Schwarzbrot kosten 46 Pfg. 1 Pfl> fHeul^sch 75 Pfg. 1 Psd. Kuhfleisch 68 P g.
«chwcmsleiA 55 Pfg- 1 Psd. Hammel- ,Ici,d) 70 Psg. 1 Psd. Leberwurft 70 Pfg. *
Der Grün ist gepflastert worden und Bürger- steige mir Zementbelag sind hergestellt worden. 'Ver Kostenanschlag beträgt 20 500 Mark. Die Umversitätsftraße, die man im vorigen Jahre egen Anlage der Pferdebahn neu chauffierte, ist , 'n^n solchen Zustand, der dem Namen der fTatte 17 oonCÄe "lacht. Die Chaussierung Ä 1? 0?0 Mark gekostet. Die Ockershäuser 55® »ad kostet 38 000 Mark.
Mühlgraben nach der Weide (jetzt a) ftnri) cme Brücke erbaut vom Unter
nehmer Biecker, sie kostet 16 300 Mark. Die direkten Steuern betragen 300 000 Mark. Durch den Abbimch von zwei Häusern in der Marktgasse wird diese verbreitert. Am 19. März brannte es vor Ockershausen im Blockschen Haus. Wegen Unrentabilität wird vom Wflhelmsplatz zum Heumarkt der Pferdebahnbetrieb eingestellt. Die Universität hat 1410 Studenten, 555 wurden neu eingeschrieben. Am 15. Mai kosten 4 Pfd. Schwarzbrot» 36 Pfg. Mit dem Bau der Volksschule wird begonnen. Am 17. Juni, abends 8 Uhr schweres Gewitter mit Sturm und Hagel. Am 21. Juni, abends um 9 Uhr fand die lieber- gäbe und Einweihung der Bismarcksäule statt. Bei dem Ausschachten des Holzhauerschen Hauses auf der Neustadt fand man die Fundamente vom Kesseltor. Ein sehr trockener Sommer, 8 Wochen ohne Regen, 28 bis 30 Grad im Schatten. Das Pfund Butter kostet 1,30 Mark. Am Steinweg verunglückte am 30. Juli der Fichrmann I. Grimmell und blieb tobt. Die Universitätsstraße wwd wieder, aufgebrochen, mit Stampfasphalt gemacht und bis zur Haspelstraße gepflastert kostet 32 500 Mark. Weil das Wasser in der Mar- bacher Leitung etwas trüb war, glaubte ein Pro- ftssor (ein Magistratsherr) er habe sich an dem Wasser seinen Wagen verdorben, und erklärte das Wasser für gesundheitsschädlich. Diese Was- serleittmg, bis zum, Jahre 1888 die einzige der Stadt, wurde aus dieser Veranlaffung geschlossen. Der Bau der Volksschule soll 380 000 Mark kosten. In Marburg wird alles doppelt gemacht. Im vorigen Jahr wurden die Fenster im Rat- Hanse, mit Butzenscheiben verglast, jetzt hat man sie wieder berausgenommen und glatte Scheiben eingesetzt. Bei der Untersuchung des Marbacher Wassers hat man keine gesundheitsschädlichen Bestandteile gefunden. Bei der Berechnung der Straßenbeiträge dürfen die drei Brücken über den Mühlgraben, die Bunsensttaßenbrücke kostet 41 000 Mark, die Deutschhausbrücke 17 000 Mark und die Schlachthausbrücke 36 000 Mark, da diese übet öffentliche Gewässer gehen, nicht mitgerechnet werden. Aus die Turnhalle der Ober-Asaifchnle wird für die Vorschule ein Stock
werk erbaut, die Baukosten betragen 20 000 Mk. mit der Heizungsanlage. Die Schulstraße wurde durch den Abbruch der städttschen Scheune freigelegt. Wegen der Enteignung, Abbruch des alten Boppschen Brauhauses am Pilgrimstein hat ein Vergleich stattgefunden. Der letzte Rest der offe- neu Ketzerbach in der anzulegenden Firmanei. straße im deutschen Hause wurde zugewölbt. Am Steinweg wird ein 1 Meter breiter Bürgersteig angelegt, der 4400 Mark kostet. Auf dem Bärenbrunnen wird für 200 Mark ein neuer Bär angebracht, da der alte Bär verwittert war (eigentlich ist es ein Löwe). Wegen Einrichtung der Heizungsanlage in der lutherischen Kirche wird der Gottesdienst vom 25. Semptember ab in der Hora der Mädchenschule abgehalten. Der Zentner Kartoffel kostet 3 Mark. 1 Korb Äepfel 2 Mark, 1 Korb Zwetschen 1,50 Mark. Die Stadt hat die Herrnmühle für 120 000 Mk. angekauft, der daneben gelegene Garten kostete 30 000 Mark. Am 15. Oktober wurde die von dem Turnverein erbaute Turnhalle eingeweiht. Seit zwei Jahren turnte der Verein im Saal- bau, in dem der Universität gehörigen Turnlokal, denn die Benutzung der städttschen Turnhalle war ihm, verweigert worden. Am 13. Nowember mürbe die 400jährige Wiederkehr des Geburtstages des Landgrafen Philipp, der auf dem hiesigen Schlosse das Licht der Welt erblickte gefeiert.
Mk. Pfg.
100 Kilo Weizen kosten 17 50
'100 , Roggen , 14 —
100 . Gerste . 15 —
ICO . Eßkortoffel , 7 —
CO Eiec , 4 — -
1 Kilo Rindfleisch , 1 80 ■
1 , Schweinefleisch , 1 43
1 , Kwbfleifch , 1 43
1 , Hammelfleisch , 1 53
1 . Butter . 2 20
Während die Stadt, da die Universität eine elektrische Anlage wünschte, die Herrenmühle zu einem Elektrizitätswerk einrichten will, macht man von anderen Seiten Vorschläge und Pro- jette, die Herrenmühle abznbrechen^und daselbst
einen Schmuckplatz anzulegen. Der Pilgrimstein wird durch Zurückseben der Mauer am Boppschen Grundstück verbreitert. Die bunten Fenster im Chor der Elisabethkirche, die aus dem 13. Jahrhundert stammen, wurden in Charlottenburx wieder kunstgerecht restauriert, wofür die königl. Glasmalerei 18 000 Mark erhielt. Im November wurden die Fenstern eingesetzt. An der Sie« gensttaße kaufte die katholische Gemeinde einen Bauplatz zu Kultuszwecken. Die Pferdebahn rentiert sich nicht, dem Unternehmer werden 2 Prozent von den Anlagekovitalzinsen erlassen. Der Kilian sollte für die Attertumssammlung, die auf dem Schloß untergebracht ist, eingerichtet und umgebaut werden. Neuerdings ist das frühere Kugelhaus in Bettacht gezogen werden, da der Kilian nicht groß genug ist für die umfangreiche Sammlung. Die Bevölkerung von Marburg beträgt 19 358 Seelen.
Am Pilgrimstein wurden zwei alte Gebäude, die Elwertsche Druckerei und das ehemalige Boppsche Brauhaus abgebrochen. , Bei beiden fanden sich an der Hinteren Bergseite Reste dec alten Stadtmauer vor. Zu den Vorarbeiten für ein Elektrizitätswerk hat die Stadt einen Kredit von 3000 Mark bewilligt. Die drei Oesen, welche der Konservator Bickell vor, 20, Jahren aus dem Schlosse zu Spangenberg in die Alter« tumssammlung brachte und die aus bem„ 16. Jahrhundert stammen, mußten wieder zurückgeliefert werden. Der Pilgrimstein wird am Boppschen Grundstück abermals verbreitert. Die Zahl der Geburten im Jahre 1904 betrug 679, wovon auf Marburg 388 entfallen. Eheschließungen gab es 149. Die Sterbefälle beteueren 359, wovon auf Marburg 192 kommen. Die Zahl der Studierenden im Wintersemester betrug: 1276, davon waren 348 neu eingeschrieben war- den. Das Bahnhofsgebäude • soll abgebrochen werden und weiter nach dem Bahnhofsvorplatz zu erbaut werden. An der neuen Volksschule ist das Souterrain fertig, ebenso ist da§ Stockwerk, zur Vor^nle fertig gestellt.
(Fortsetzung folgt)'«