Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck uttb Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversttätS-Buchdruckerel 40. Jahrg» Marburg, Markt 21. — Telephon 65.
mit dem Kreisblatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
Vierteljährlicher Bezugspreis; btt oer ExpÄition 2 Mk, bet allen Postämtern 2,25 M. <excl. Bestellgeld).
Donnerstaa. 26. Oktober 1905.
Erstes Blatt.
Neueste Telegramme.
Berlin, 25. Okt. Wie die Ztg." aus Zuverlässiger Quelle erfährt, 'wird die neue Mottenvorlage eine Verstärkung des Deplace- rnents der Schlachtschiffe bringen, zu deren Durchführung die Kosten für das einzelne Schiff sich um 50 Prozent erhöhen werden. Bei der Vergrößerung des Deplacements ist es wohl, wie das Blatt entgegen anderen Meldungen feststellt, sicher, daß man auch Korrektionsbauten im Nordostseekanal fordern wird.
Berlin, 25. Okt. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht die Bestimmungen über die Beschwerde in Zolltarifsachen, wonach zum Zwecke der von den Gewerbetreibenden dringend gewünschten Beschleunigung und Vereinheitlichung der Entscheidungen in Zolltarifsachen in Preußen vom 1. Januar 1906 ab versuchsweise verfahren werden soll.
. Berlin, 25. Okt. Der „N. Pol. Korr." zufolge soll für den erledigten Botschafterposten in Kopenhagen Ministerialdirektor Dr. Stuebel in Betracht kommen.
Rom, 25. Okt. Nach Annahme de8 Gesetzes über die Trennung der Kirche vom Staat durch den französischen Senat wird die Kurie ein Weißbuch veröffentlichen mit allen zwischen Frankreich und dem Vatikan in den letzten beiden Jahren ausgetauschten Dokumenten. Der Zweck dieser bei der Kurie bisher nicht üblichen Art der Publikation ist, die öffentliche Meinung zu überzeugen, daß sie für den Bruch keine Verantwortung habe.
Paris, 25. Okt. Auf dem Friedhöfe zu Beaune-la-Rolande (Dep. Loiret) wurde ein Grabdenkmal für die im Jahre 1870 in dem Gefechte bei Beaune gefallenen deutschen Soldaten enthüllt. Das Denkmal ist in Deutschland ausgeführt und von eigens dazu gesandten deutschen Arbeitern aufgestellt worden. Bei der Feier, der ein Vertreter der deutschen Botschaft in Paris, sowie mehrere andere Deutsche beiwohnten, hielt der Maire von Beaune eine Rede in der er unter anderem erklärte, daß die Stadt der deutschen Regierung das Grundstück, auf welchem das Denkmal steht, für ewige Zeiten übergebe.
Petersburg, 25. Okt. Auf Befehl des Zaren erhalten alle Mannschaften des Geschwaders Rofchdjestwensky Gratifikationen und besondere Vergünstigung bei Pensionierungen; ausgenommen sind die Mannschaften der Schiffe Nebogatows.
Christiauta, 24. Okt. Die republikanische Agitation flaut ab. Die Unterschrift der Karl-
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Vordruck verboten.)
Pflicht und Liebe.
Roman von C. Wild.
<Tvor;ieeunfl.)
»Du willst das Kind dieser Frau hierher nehmen?" stammelte sie betroffen.
„Ja, ich habe e§ versprochen und werde mein Wort halten."
Der Freiherr hatte tu einem festen, bestimmten Ton gesprochen, der keine Widerrede zuließ
Magdas Brust hob sich schwer, allein sie widersprach mit keiner Silbe. Wortlos starrte sie vor sich hin, während Gerhard ihr leise näher rückte. Er schlang einen Arm um ihren Nacken.
„Bedenke, Viola ist eine arme Waise," flüsterte bist sonst so gut und einsichtsvoll — TutHit Tu kein Mitleid mit dem armen verlassenen Kinde? , Es ist nicht möglich — Du kannst so dartberztg nicht sein."
o’xe wandte ihm ihr Antlitz zu, in den blauen Augen schimmerten Tränen, und ein Ausdruck von Angst malte sich in ihren bleichen Zügen.
„Nimm sie nicht hierher!" flüsterte sie. „Das Kmd eurer solchen Frau kann nur Unglück bringen." J
. erhob sich mit einer Geberde des Un- Tcuierts.
. , 'Aab ist zu viel " rief er erregt; „solch törich- ten Einwendungen kann ich kein Gehör schenken." da zuckte schmerzlich getroffen zusammen
»ud verhüllte ihr Gesicht mit beiden Sanden r n o csiherr^ blieb unbeweglich vor" ihr stehen sah mit ermten Blicken auf sie herab
der^i^L!^ $?Ql' di- Meinungen Geschwister eine so verschiedene Rich-
Hing nottcn.
AA- /inigen Sekunden ließ Magda ihre d-Unk-n; ihr Gesicht hatte wieder seinen ge-
ÖÄ ~,5vn,cf ".halten. Sie erhob sich und «mte dem rireiherrn ihre Reckte
stader Vereinbarungen wurde um einige Tage verschoben. Die Königswahl kann keinesfalls vor dem nächsten Sonnabend vorgenommen werden.
Rewyork, 24. Okt. Der amerikanische Gesandte in Caracas, Ruffel, wurde von der Union mit der Vermittelung zwischen Frankreich und Venezuela beauftragt.
Die Unruhen in Rußland.
Die Ausstandsbewegung, von der Rußland gegenwärtig ergriffen ist, breitet sich mit überraschender Schnelligkeit über das ganze Land aus. Die revolutionären Parteien wissen dieses gefährliche Kampfmittel in seiner ganzen Wirksamkeit sich dienstbar zu machen und es bewährt sich in der unheimlichsten Weise. Das Beispiel, das die Eisenbahner gegeben haben, hat in anderen Berufen Nachahmung gefunden, und so sieht sich das Land wieder in einer trostloseren Lage als sie je zur Zeit des Krieges gewesen ist. Wie der Verkehr, so wird mm auch das Erwerbs- und Wirtschaftsleben lahmgclcgt und die Gefahr einer Hungersnot über die unglückliche Bevölkerung in dem Innern des Landes heraufbeschworen.
Wie aus Petersburg und verschiedenen größeren Städten gemeldet wird, beginnt der Eisen- bahnstreik sich zum Generalstreik auszuwachsen. Fast alle Bahnen streiken, keine Zufuhr, keine Ausfuhr ist möglich. Der Schaden ist schon jetzt enorm. Seit einem Jahre Won war diese Entwicklung der Dinge vorherzusehen, doch die Regierung hat nichts dagegen unternommen. Die Verbindung zwischen Petersburg und Moskau ist jetzt vollständig unterbrochen. Die Weichensteller, die bis zuletzt auf ihren Posten geblieben waren, streiken seit gestern auch. Sie verlangen die so- sortige Absetzung des Betriebschefs der Station Petersburg, der ihnen für die geringsten Dienst, vergehen unbarmherzige Geldstrafen auferlcge. Dem Eisenbahnerstreik hat sich auch ein großer Teil der Hafenarbeiter angeschlossen. Viele Exporteure, Vertreter von Börsenkomitees und Gouvcrnementsbehörden sowie andere Interessenten haben sich an das Ministerium für Wegebauten gewandt mit der Bitte, dafür Sorge zu tra- gen, daß der Streik so schnell wie möglich beendet werde, da die Ansammlungen großer Warenmassen auf verschiedenen Stationen enorme Verluste zeitigen.
Weiter wird aus Moskau von gestern, 24. Oktober, gemeldet:
Da der Postverkcbr infolge des Ausstandes der Eisenbalmanaestellten aufgehört hat, wird die Handelskorrespondenz der Stadt Moskau mit der Provinz auf telegraphischem Wege bewerkstelligt. , Moskau besitzt noch für acht Tage Vieh, für drei Wochen Pökelfleisch und für fünf Tage Molkereierzeugnisse. Die Fleischpreise schlagen auf. Milch mangelt fast vollständig. Der Minister „ für Derkehrsangelegenbeiten Fürst Chilkow hält die Lage für ernst. Der Wirtschaftsbc-
_ Gerhard hatte mit tvarmem Druck ihre Hand erfaßt und zog nun die Schwester zärtlich an fick.
„Verzeih mir, Gerhard," sagte Magda ruhig; „es war vielleicht kindisch von mir, einer Ahnung Ausdruck zu geben; aber ich konnte mir nicht Helsen — das ist so urplötzlich über mich gekommen —"
.. „Ich wußte es ja, daß Du gut und mitleidig bist," sagte er, sie aus die Stirne küssend. „Dein Herz sieht bald das Richtige ein, und Du wirst dem armen Kinde freundlich wie eine Schwester entgegenkommen, ohne Dich mehr mit solch düsteren Ahnungen zu beschäftigen. Willst Tu das, Magda?"
s „Ich will es versuchen," sagte sie.
Er hob ihr scherzend das Kinn in die Höhe; aber Magda trat rasch einen Schritt zurück.
„Lassen wir das," sagte sie ausweichend. „An mir soll es nicht fehlen, daß sich Viola bald hei- misch bei uns fühlt."
Gerhard sah ihr mit einem langen Blick in die Augen.
„Daß doch selbst die besten Frauen nicht ganz frei von Vorurteilen sind," sprach er in einem Tone sanften Vorwurfs; „ich bin überzeugt. Du wirst mein Mündel noch recht lieb gewinnen."
„Das wollen wir hoffen," versetzte die Schwester, einen Seufzer unterdrückend. „Es ist schon spät. Gerhard, wir wollen die Ruhe suchen. Morgen können wir über diesen Gegenstand weiter sprechen."
„Wir haben nichts weiter zu besprechen, Magda, das Thema ist erschöpft. Zur bestimmten Zeit werde ich Viola aus der Pension holen, bis dahin bleibt alles beim alten."
Die Geschwister trennten sich nach freundlichem Gutenachtgrüße; aber beide blieben noch lange, wach.
~ Die Sorge ist ein böser Gast und scheucht den Schlaf von den müden Wimpern, und während Magda nur mit heimlichem Bangen der neuen
richt sieht eine stufenweise fortschreitende Verteuerung der Nahrungsmittel voraus. Eine Abordnung von Ausständigen begab sich zum Ver- kehrsminister und forderte die Gewährung von politischen Rechten und die Freilaffung der in Haft genommenen Personen, alles Dinge, die seiner Machtbefugnis in keiner Weise unter- stehen. Fürst Chilkow sprach in freundlicher Weise mit den Mitgliedern der Abordnung und erinnerte daran, daß er früher, als er noch Arbeiter gewesen sei, in England und Amerika 16 Stunden am Tage gearbeitet habe, um sein Ein- kommen zu erhöhen. Der Fürst wies ferner auf die größere Leistungsfähigkeit der ausländischen Arbeiter sowohl in Bezug auf Quantität als Qualität der Arbeitsleiftung hin und stellte fest, daß deren Einkommen dieselbe Höhe habe tote das der russischen Arbeiter. Einem Arbeiter, der hierauf erwiederte, 16 Arbeitsstundett ließen keine Zeit zur Lektüre und zur Fortbildung, anttocr- tete Fürst Chilkow, es fei nichtsdestoweniger möglich eine Stunde der Lektüre zu widmen. Er arbeite selbst mehr als die Arbeiter und habe seine Augen durch seine angestrengte Tätigkeit verdor- beit. — Der Bürgermeister von Moskau ist da- von in Kenntnis gesetzt worden, daß die städtischen Arbeiter in den allgemeinen Ausstand zu treten beabsichtigten, falls ihre Forderungen nicht bis zum 28. d. M. bewilligt würden.
Einen anderen Verlauf als bis jetzt in Moskau haben die Dinge gleich zu Beginn der Entwicklung in dem siidrussifchen Zentrum der Ausstandsbewegung genommen. Telegramms melden darüber:
Charkow, 24. Okt. Gestern Abend fand eine Versammlung statt, an der etwa 20 000 Arbeiter, Studenten, Schüler und Bürger feilnahmen. Der Rus:, „Kosaken kommen!" rief eine Panik hervor, wobei viele Personen verletzt wurden. Nach der Herstellung der Ordnung dauerte die Versammlung fort. Beim Auseincmdergehen stieß die Menge mit einer Kavallerieabteilung zusammen, feuerte Revolvertcküsie ab und warf Petarden.
Charkow, 24. Okt. Die Arbeiter plünderten die Waffenläden tntb bewaffneten sich. Die Zei. hingen erscheinen nicht. Ein Teil der Bäckereien ist zerstört worden, in den anderen ist die Arbeit eingestellt. Schon heute macht sich Mangel an Brot und Lebensmitteln geltend. Auf heute früh um 10 Uhr war eine Versammlung in der Lokomotivfabrik angefetzt. Man erwartet, daß blutige Zusammenstöße dabei stattfinden werden. Die Zahl der gestern verwundeten Personen ist groß.
Deutsches Reich.
Berlin, 25. Okt.
, *— Seine Majestät der K a i s e r hörte gestern Dienstag Vormittag den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts und des Chefs des Admiral- stabes. Heute Vormittag 11 Uhr 25 trifft der Kaiser zum Besuche des Königs Friedrich August in Dresden ein, wo großer Empfang vorbereitet ist. Heute Abend 9 Ubr wird der Kaiser wieder nach Berlin zurückkehren.
HauZgenossin dachte, aurchging der Freiherr noch einmal mit prüfendem Blicke die Vergangenheit. Auch er hatte »in geliebtes, ein schönes, vielgefeiertes Mädchen, eine Freundin Melinens, die er im Hause von deren Eltern getroffen.
Er hatte heiß und innig geliebt, ohne erhört zu werden; denn die Wünsche der stolzen Schönheit gingen höher hinaus, als die Gattin eines einfachen Landedelmannes zu werden, der ihr wohl eine, angenehme, aber feine glänzende Existenz zu bieten vermochte.
Er mit feiner treuen, innigen Siebe war ver- schmäht worden, und das junge, ehrgeizige Mädchen, hatte feine Hand einem alternden Manne gereicht, dessen stolzer Fürstentitel alle Mängel und Fehler seiner Person und seines Charakters mit einem langen schimmernden Purpurmantel deckte.
Ein bitteres Lächeln spielte um Gerhards Lippen, als er an diese erste und einzige Liebe seines Lebens dachte. Seit jener Zeit toar er den Frauen sorglich aus dem Wege gegangen; keine hatte mehr ein lebhafteres Empfinden in feiner Seele zu erregen vermocht, bis die Er- innerung an die sterbende Meline wieder ein eigenartiges Gefühl in feinem Hetzen wach gerufen.
War es Mitleid, toar es Liebe?
O nein, das letztere war es gewiß nicht. Als sie ihm in strahlender Schönheit begegnet toar, da toar er kalt an ihr vorbeigegangen, und jetzt — diese bleiche, gebrochene Frau!
Er schüttelte unmutig den Kopf und toarf sich auf sein Lager, um im Schlafe Vergessenheit zu suchen.
Allein, selbst der Traumgott hielt diese Bilder fest, die im Wachen vor seiner Seele geschwebt, und erst als der erste Sonnenstrahl die hohen Wipfel der Lindenbäume im Park zum Morgen- gruße mit goldigem Schimmer umwob, scheuchte
— Die bereinigten Ausschüsse des Bundes« ratS für Eisenbahnen, Post und Telegraph« und für das Landheer und die Festungen, sowie die vereinigten Ausschüsse für Eisenbahnen, Post und Telegraphen und für Handel und.Verkehr hielten gestern Sitzungen. Mit der geschäftlich« Behandlung des Gesetzentwurfs über die getoerfi* licken Berufsvereine wird sich der Bundesrat wahrscheinlich schon in einer der nächsten Sitzua« gen befassen können.
— lieber das Datum der Einberufung des Reichstages ist nach der „Nationallib. Karr." durchaus , noch nichts Sicheres bestimmt und wird schwerlich auch vor der Rückkunft deS Reichskanzlers aus Baden-Baden, die in den nächsten Tagen bevorsteht, von amtlicher Steck! aus bekanntgegeben werden. Vom Beginn bet Landtagssession verlautet überhaupt noch nichts.
— Die Verhandlungen der BundesratsauS« schüsse über die Reich sfinanzr eforni sollen, wie der „B. L.-A." erfahren haben will, einen günstigen Fortgang genommen und z« einer vollständigen Einigung über die grundlegenden Punkte geführt haben. Es dürfte daher wahrscheinlich! schon ein Abschluß erfolgt fein.
— Der lippische Thronsolgestreil wird am heutigen Mittwoch vor einem vom Reichsgericht ernannten Schiedsgericht in Leipzig endgiltig ausgetragen werden. Das Schiedsgericht setzt sich aus 14 Mitgliedern des Reichsgerichts unter dem Vorsitz ^oichsgerichts-Präst« deuten Freiherrn von Seckendorfs zusammen. Jede der beiden Parteien wird durch einen Rechtsanwalt vertreten sein.
— Die Zentral st ekle der preußi« scheu Landwirtschaftskammern Hal sich gestern mit einem Schreiben an 430 Schlachthausgemein den in Preußen mit der Mitteilung gewandt, daß sie bereit sei, Maßnahme« gegen die hohen Fleischpreise zu treffen. Einleitend wird in dem Zirkular darauf Iiingetoiefen, daß die deutsche Landwirtschaft Jahrzehnte lang unter den verschiedenen Tierseuchen, die vom Auslände eingeschleppt wurden, gelitten hat. Eine Oeffnung der Grenzen dürfe in erhöhtem Maße nicht stattfinden, wolle man die dent'cke Landwirtschaft nicht der größten Gefahr ausfetzen. Dann wird angeführt, daß di« Preisbildung für Fleisch in den Städten von vielen anderen Vedingungen weit abhängiger sei als von der Gestaltung der Viehpreise, welche dem Landwirt gezahlt werden. Zum Schluffe heißt es: „Wir sind bereit, Organisationen zu schassen, welche in der Sage sind, das lebende Mastvieh oder das ausgeschlachtete Fleisch in Tierhälften an die städtischen Verlvaltunqen abzugeben und auf diese Weise zur Herbeiführung eines besseren und billigeren Verkehrs mit den Fleisch- Konsumenten das unsrige beizutragen. Wenn die städtischen Verwaltungen den Vertrieb von Fleisch oder Vieh selbst, wie es bereits an bett schiedenen Orten geschehen ist, in die Hand nehmen wollen, um die Fleischpreise zu verbilligen, und in den Städten ebenfalls Organisationen zum Vertriebe des Fleisckes einzurichten, so könnt« aus gemeinschaftlichem Zusammenarbeiten sicher-
Anttoort erhalten.
Eos, leise die bleiche Stirn des unruhigen Schlä- fers berührend, die düsteren Traumgebilde fort
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^Fortsetzung folgt?« 1
Als der volle Glanz der immer höher steigenden Sonne sich über das dufterfüllte Blume»-, parterre ergoß, trat der Freiherr auf die Freitreppe hinaus, mit vollen Zügen die würzige, frische Morgenluft einatmenb.
Magda kam ihm freundlich entgegen. All ihr war die schlaflose Nacht spurlos borübergegangen.
Ihre blauen Augen leuchteten klar wie sonst, und auf ihren Wangen lag die frische Röte der Gesundheit. Sie toar eine herzerquickende Erscheinung, tote sie mit einem Lächeln auf den Lippen zu dem Bruder trat und, treuherzig zn ihm aufsehend, sagte:
„Wir wollen die Alten sein, Gerhard und alle mpfsischen Ahnungen beiseite kaffen. Weiß bet Himmel, was mir gestern durch den Kops gefahren ist. Doch da? ist vorbei und soll nicht wieder Vorkommen."
Und Magda hielt, was sie versprochen, sie war eine viel zu gesunde und kräftige Natur, um sich lange mit derlei Unwahrscheinlichkeiten zu beschäftigen.
Dann nahm auch die Sorge um bas Hauswesen sie viel zu sehr in Anspruch, um ihr füt andere Dinge Zeit zu lassen; sie vergaß nicht, daß Violas Kommen näher rückte; aber sie hatte sich in das Unvermeidliche gefügt und ihr bangte nicht mehr davor, die Tochter jener Frau ilt ihrem Haufe aufzunehmen.
Im Fluge ging die Zeit dahin, und bald läge« nur wenige Wochen zwischen dem Tage, da Mod ihre neue Heimat betreten sollte. Gerhard hatte während dieser zwei Jahre einige Male an senk Mündel geschrieben und immer pünktlich eine.