mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain, r
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt. .....-— — '
Jts. 249
Vierteljährlicher Bezugspreis: btt sei Expchition 2 Mt, bet allen Postämtern 2,25 Mk. <e$cL Bestellgeld).
JnferttonSgebühr: die gelpaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Ncclamm: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Sonntag, 22. Oktober 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, Umverjitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
40. Jahkg.
Zweites Blatt
Belgien und Holland.
t Der Gedanke eines Wirtschaft«- und Defen- fidbündniffcS zwischen Belgien und den Niederlanden, der nach einer Reutermeldung bereits
digt hat. Diese Nachricht brachte die „Casseler Zeitung", als man in Marburg noch nichts davon wußte. Das Rathaus soll umgebaut werden, dem Turnverein wird die Turnhalle gekündigt, in dieselbe kommen die Feuerwehrgeräte. Die Rosenstraße bei den Kliniken wird neu gepflastert und kostet 46 000 Mark. Wegen der .Heizungsanlage wird der Gottesdienst der Elisabethen- Gemeinde vom 17. August ab in der Aula der Oberreakschule abgehalten. Das alte Deutsch- Ordens-BrauhauS und das Backhaus werden gründlich restauriert. Für den Umbau des Rat. Hauses sind 24 000 Mark vorgesehen. Die Straße am Grün und Fronhof werden mit Stampf- asphalt gemacht. Die untere Decke am Rathaus wird herausgenommen und gewölbt, die ehe- malige Schien wird ausgegraben und geplattet, es wird Luftheizung angelegt. Die Schlacht- hausbriick« wird verbreitert und kostet 36 000 Mark. Das zoologische Institut wird umgebaut und ist soweit fertig. Die Deutschhaus-, Dunsen- und Biegenstraße werden gedeckt und eingewalzt. Die Straße durch den Deutschhaus-Hof wird eben hergestellt. Der Totenhof vor dem Barfüßertor wird vergrößert.
1903. Von Gutsbesitzer Hoffmann wird für 55 000 Mark ein Bauplatz zu einer Volksschule an der Dammstraße gekauft. Mit i>em Bau der Schule ist der Ausbau der Deutschhausstraße bedingt. In diesem Winter haben wir zum dritten Male Eisgang. Am Hauptbahnhof sind bedeutende Umbauten vorgesehen, im Etat sind dafür 150 000 Mark eingestellt. Der Tunnel wird be- deutend verbreitert. Der Etat beträgt 1 441 357 Mark, die Zuschläge werden erhöht. 448 000 Mark müssen wieder gepumpt werden. Jetzt komrnt die Pferdebahn; mit -em Fuhrunter-
Beiträge zur Chronik von Marburg.
Von L. Müller.
(Fortsetzung.)
.100^ Es werden noch 7 Poltzeifergeanten wno 1 Waaitmetster angestellt, das Nachtwächter- Institut geht ein. Auf das Rathaus kommt eme neue Wetterfahne, das Marburger Stadt- wnppen darstellend. Ein Stück Alt-Marburg verschwindet. In der Barfüßerstraße wird die tetzre Schmiede beseitigt; ehedem waren daselbst deren vier vorhanden. Die Schuldenzinsen be- EM" 149 331 Mark, der Etat betragt 1 196 950 Mark. In der Elisabethkirche wird eine HeizungS- anlage gemacht die Kesselanlage kommt in den , riruchtsve-cher. Die Anlage kostet 51000 . wiarf , ®te Deutschhausstraße am Eingang neben «er Elisabethkirche und an der Elisabethstraßenecke wird breiter gemacht. Die Stützmauern tmd Ge- lander werden zwei Meter zurückgesetzt. Ein NLiier 26 Meter hoher Gaskessel wird erbaut, •^brn-g bat 18 351 Einwohner. 1 Zentner Kartoffel kostet 1,50—2 Mark.
Im April kostete 1 Kilo Schweinefleisch 1 60 : Dcark, 1 Kilo Kalbfleisch 1,40 Mk., 1 Kilo Ham- - ^^bffch 1,40 Mk., 1 Kilo geräucherter Speck 1,60 Mk., 1 Kilo Rindfleisch 1,28 Mk., 1 Kilo Lchsenfleisch 1,40 Mk.
• x« ,^02. In der Rosenstraße wird eine neue jPollkllmk erbaut. Im Sommersemester sind 1380 Mtudentcn eingeschrieben. Hinter der Elisabeth- toerben 2und Verschönerungen ge- 'Am 19. Mai Hochwasser. Die städtischen ^Horden beschlossen am 16. Mai in geheimer s^llung eine Anleihe von 5 Millionen Mark auf- ayite5men, da der Stadtbankier das Geld gekün
». Newyork, 20. Okt. Das französische Kreuzer- geschwader, das bereits in Martinique konzen- triert ist, wird für den Fall, daß Castro hals- starrig bleibt, eine Kundgebung in den venezolanischen Häfen veranstalten.
darfsartikel stellt sich der radikale Unterschied des Handelssystems beider Länder als ein kaum zu überwindendes Hindernis entgegen. Die belgischen Eingangszölle haben protektionistischen m n es» r I Charakter, in den Niederlanden will man, wie
Neueste Telegramme. erst kürzlich das Amsterdamer .Allgemein
Berlin, 21. Okt. Oberst Deimling, der
'vielfach als wahrscheinlicher Nachfolge? de, ° * ‘SÄÖ ’JÄft El
Generals v. Trotha bezeichnet wurd?, wird S
nicht in das Schutzgebiet zurückkehren. Er ist £ iuLe. EtSe
nach dem .Militär-Wochenblatt" zum Ab- muffen die für«ne vttale steilungSchef im Großen Generalstab mit dem « de«
Range eines Brigadekommandeurs ernannt Irland! vor «n* SnnfrpS S worden. Auch Trothas Stabschef, Major
Quade, ist dem Generalstabe der Armee über- ? , ? ? ? 2 i? I b 4 Deutschland einen vielen tnnrhpn sehr bedeutenden Umfang angenommen hat und
« . . .der seeseitigen Einfuhr beider Staaten eine
Paris, 20. Okt. Der erste internationale weitere günstige Entwicklung in Aussicht stellt.
Kongreß der Gesellschaften für die Gründung Daß aber der eine Staat sein Handelssystem von Säuglingsheimen (9outts de lait) wurde I Gunsten des anderen aufgeben oder in einem geute hier im Institut Pasteur unter dem Bor- I wesentlichen Punkte abändern sollte, ist nicht r* FlnanzmintsterS eröffnet Unter den I e6en wahrscheinlich, und so dürften, wie bisher, ttemden Vertretern befindet sich Dr. Neumann- I f0 0U(^ fernerhin, die Bemühungen um die I Herstellung einer solchen Wirtschaftsgemeinschaft Stockholm, 20. Okt. Dem „Svenska I erfolglos bleiben.
3U^fle. to*Tb in nächster Zeit eine I Ebenso gering sind die Aussichten für den peue Marinekommission eingesetzt, welche ein I Gedanken eines Defensivbündnisses. Ec ist zu» ^Programm für die, Neuanschaffungen von I nächst nicht vereinbar mit der Neutralität Bel» Matertal zur Seeverteidigung ausarbeiten soll. I giens, die von den Mächten auf der Londoner London, 21. Okt. AuS Washington wird I Konferenz von 1831 garantiert wurde und die gemeldet, es habe den Anschein, als wolle die I dem zur Unabhängigkeit gelangten belgischen amerikanische Regierung die Neufundländer I Staate eine Beschränkung seiner Bündnisfähig-
Fischereirechte absichtlich zur Streitfrage mit I keit und Bündnisfreiheit auferlegte. Die daraus
England machen. Das geringe Mißverständnis I sich ergebenden Einwände und Bedenken gegen {fei jetzt zur diplomatischen Frage mit ernsten I ein Defensivbündnis mit den Niederlanden, daS
Möglichkeiten geworden. Die amerikanischen I doch eine Verbindung der beiden Heere zu ge-
Fischer segelten jetzt in trotziger Stimmung nach I meinsamen Zwecken und gemeinsamer Betätigung den Fischereigründen, und die Behörden von I bedeutete, scheinen auch gegenwärtig noch stark Neufundland seien gereizt. Die amerikanische I genug, um die Möglichkeit auch dieser Gemein- Regieriing habe einen fast mutwilligen Mangel I schäft auszuschließen. Außerdem aber sind die an Höflichkeit in der Sache bewiesen. \ politischen und wirtschaftlichen Jntereffen beider
Staaten, Charakter und Nationalität beider Völker viel zu sehr verschieden, als daß sich eine befriedigende und dauernde Verquickung dieser Interessen und Eigentümlichkeiten denken ließe. Belgien ist durch die Sprache, durch politische und kommerzielle Beziehung eng mit Frankreich verbunden, die Niederlanden werden durch ihre Verwandtschaft mit der germanischen Völkerfamilie und durch die Rheinftraße, die ihrem Handel in hohem Grade dienstbar und vorteilhaft ist, mehr auf Deutschland hingewiesen.
. , ---------------------u , Beiden Völkern ist nur der Gegensatz gegen
3U, eingehenden Verhandlungen zwischen einfluß» I England gemeinsam, dem holländischen Volke in teidjen Persönlichkeiten beider Länder geführt I Erinnerung der Annektierung der ehemaligen haben soll, ist keineswegs neu. Aber ebenso I Burenfreistaaten durch England, dem belgischen ost, wie er aufgetaucht und zur öffentlichen I Volke infolge der in England gegen die 23er- Erörterung gelangt ist, hat sich auch die Um I waltung des unabhängigen Kongostaates be* Wahrscheinlichkeit, wenn nicht Unmöglichkeit I triebenen Agitation. Daß dieses gemeinsame einer solchen Gemeinschaft herauSgestellt. Einem I Empfinden genügen sollte um die Jntereffen praktisch bedeutsamen und wirkungsvollen Ein* I beider Staaten auch auf allen übrigen Gebieten vernehmen auf wirtschaftlichem Gebiete, d. h. I aneinanderzuschließen, ist wenig wahrscheinlich, einer Zollunion und einer gleichmäßigen Be- I und so dürfte, wie so oft schon, auch diesmal Handlung der zur Einfuhr gelangenden Be- | wieder der Vorschlag einer wirtschaftlichen und
militärischen Gemeinschaft Belgiens und der Niederlande ohne jede praktische Bedeutung bleiben.
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Okt.
1— Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin unternahmen gestern Freitag Morgen einen gemeinsamen Spaziergang. Später nahm der Kaiser an einer Parforcejagd bei Dö- beritz teil. Am Donnerstag Mittag hatte sich der Kaiser im Automobil nach Berlin begeben, besichtigte, wie schon gemeldet, im Dom das Modell der Kanzel, oie Denkmalskirche und die Gruft und empfing den Bildhauer Walter Schott. Für den am 25. Oktober stattffndenden Aufenthalt des Kaisers in Dresden werden, wie man uns von dort schreibt, außerordentliche Vorbereitungen getroffen. Di? Stadt hat ganz erhebliche Aufwendungen beschlossen, um den Kaiser aufs prächtigste zu empfangen.
— Der Reichskanzler wird, wie verlau- tet, in den nächsten Tagen vom Urlaub nach Berlin zurückkehren.
— Nach einer Pariser Meldung des „23. L.- A." wird der Fürst von Monaco noch vor der Abreise Loubets und Rouviers nach Madrid mit beiden Herren Unterredungen haben. Es wird sich, wie man Versichert, nicht bloß darum handeln, von den Eindrücken zu sprechen, die der Fürst in den leitenden Berliner Kreisen gewann, sondern um die Wiedergabe eines Gesprächs des Fürsten mit dem Kaiser über die deutsche Friedenspolitik. Die Worte, welche der Fürst dem französischen Staatschef wie dem 5PH- nister des Aeußeren auszurichten freundlichst übernahm, seien, so erfährt das „Journal des Debats", der Ausdruck der besten Absichten, welche man in Berlin bezüglich der Fortdauer des guten Einvernehmens beider Staaten hege. Von anderer Seite erfährt der Korrespondent, daß der Fürst von Monaco sich dahin geäußert habe, es gebe keine Frage, welche Deutschland und Frankreich nicht bei voller Wahrung ihre speziellen Interessen in friedlicher Auseinander, setzung einer befriedigenden Lösung zuführen könnten.
— Die Arbeiten am preußischen Staatshaushaltsentwurf für 1906 nehmen rüstigen Fortgang, jedoch beweist auch ihr jetziger Stand, daß, selbst wenn der preußische Landtag noch vor Weihnachten zu seiner nächsten Tagung zusammenberufen werden würde, es unmöglich sein würde, ihm im laufenden Kalenderjahre den Etat zur Beratung zu unterbreiten. Die Verhandlungen zwischen den einzelnen Rest sorts wegen der Neuforderungen werden eifrig geführt, auch machen sich nicht besondere Schwierigkeiten in diesem Jahre bemerkbar. Trotzdem dürfte die Weihnachtszeit herankommen, ehe der Ctatsentwurf druckfertig sein wird. Vor allem wird die Fertigstellung des Reichshaushaltsetats für das nächste Jahr im Bun des rate abgewartet werden müssen, um das Finanzverhältnis zwst scheu Preußen und dem Reich im Etat des 'elfteren richtig zum Ausdruck bringen zu können. Dieses Verhältnis, das sich leider in den letzten Jahren stets zu Ungunsten sämtlicher Einzelstaaten ge-
nehmet Heppe wurde ein Vertrag abgeschlossen. Hinter dem Rathaus wird eine neue Treppe ge- macht und die Straße % Meter tiefer gelegt. Zum 23au der 23ahn nach Ebsdorf nimmt der Kreis eine Anleihe von 730 000 Mark bei der städtischen Sparkasse auf. Die Barfüßerstraße wird neu gepflastert und kostet 22 500 Mark. In der Wettergasse werden neue Bürgerlteige an- gelegt und neu gepflastert. Auf dem Gericht wird von der Firma Reifing und Ziggel mit dem Bau der Bismarcksäule begonnen. Mit der Anlage der Pferdebahn wird begannen. Die Universitätsstraße wird wegen der Schienenlegung 30 Zentimeter tiefer gelegt und neu chaufsiert. In der Wehrdaer Mühle wird eine weitere Maschine aufegestellt, die 15 000 Mark kostet. Ein fünfter Brunnen, der in Wehrda er- richtet wurde, kostete 16 000 Mark. Am 13. und 16. April Schneefall. Die Universität hat 1270 Studenten. Am 27. Mai wurde an der Bismarck- säule unter einer besonderen Festlichkeit ein Gedenkstein eingefügt mit der Widmung: „Gewid. md von Studenten und Bürgern Marburgs." Zum neuen Schulhausbau wurde eine Konkurrenz für den besten Plan ausgeschrieben Die städtische Steuer vom allgemeinen Wert wurde um 10 Prozent erhöht, jetzt 170. Am 11. Juni ertranken bei der Militärbadeanstalt ein Kellner und ein Jäger, der diesen netten wollte. In der Mädchen- schule wird Luftheizung angelegt, diese kostet 12 000 Mark. Am 2. Juli nachts um 11 Uhr entstand ein Großfeuer in der Lumpenfabrik von Haas am Pilgrimstein. Seit Menschengedenken hat man einen solchen Brand nicht gesehen. Die Wettergasse war in Gefahr infolge des Funken- regens. Die brennenden Lumpen flogen eine Viertelstunde weit. Noch nach 10 Tagen mußte
ftaltet hat, dürfte auch auf den nächsten preußt« scheu Etat einen angenehmen Einfluß nicht auÄ« üben. Man dürfte hier wieder mit einem liebe» schuß der Matrikularbeiträge über die Ueben« Weisungsbeträge und deshalb mit einem mehr die Ausgaben als die Einnahmen steigernd« Ergebnis zu rechnen haben. Jedoch hierauf war der preußische Etat in den letzten Jahren schon regelmäßig zugeschnitten, es wird auch diesmal nur die Höbe der Summe, ine für das Reich auszubringen sein wird, mit Spannung erwartet. Im großen ganzen dürfte der nächste preußische Etat wohl keine größeren Ueberraschunge» bringen. Es wird wieder eine ganze Anzahl von kulturellen Forderungen ihre Befriedigung finden, die von den Regierungsvertretern schon früher in Aussicht gestellten Neuerungen werden durchgeführt und an den auch sonst im Etat zum Ausdruck gelangten politischen, Richtungen wird fist gehalten werden. Auch diesmal hegt man in Regierungskreisen die Erwartung, daß, wie bisher fast regelmäßig, ebenso der Etat für 1906 ohne wesentliche Aenderungen im preußische» Landtage zur Annahme gelangen wird. Man wünscht nur, daß der Vermeidung von Unguträg* ttchkeiten wegen die Erörterungen über den Etai im Landtage auf ein Maß beschränkt Werdern das die rechtzeitige Etatsverabschiedung möglich macht.
— Auf dem am 18. Oktober in Köln eröffneten vierten Bezirkstag der rheinischen Zentrums« Partei äußerte der Abg. Spahn über die Tom* menden Steuervorlagen im Reichstag u. a.: Was die Bier st euer anbelangt, so Wilk man den kleineren Brauereien den Konkurrenzkampf gegenüber den großen Brauereien nicht er« sckstveren. Das würde aber, zur Folge haben, daß wieder ein Teil der erhöhten, Einnahmen verloren ginge durch den Vortest für die kleineren Brauereien. Was die Tabaksteuer betrifft, so bin ich der Ansicht, daß ein besondere» Bedenken dagegen, die feineren Tabaksorten mit einem höheren Zoll zu belasten, nicht vorlieg«» wird. Diese Steuer trifft nicht Minderbemittelte. Aus den Stempelabgaben dürfte ein höherer Ertrag nicht zu ertDcrten sein. Anders steht es mit der Reichs-Erbschaftssteuer. Daß schwerste Bedenken, das schon Fürst Bismarck gel- tend gemacht hat, war: Wenn man die Reich»« erbschaftssteuer ausdehnt auf Kinder und Elter« des Erblassers, wird man damit Unzufriedenheit gegen das Reich schaffen. An , sich wird jede Steuer, die direkt erhoben wird, eine Quelle von Unzufriedenheit gegen das Reich fein. Auch wirt! nicht zu verkennen sein, daß das mobile Vermögen sich der Steuer entziehen kann, das immobile dagegen nicht. Das sind aber alles 23e- denken, die sich erst geltend macken, wenn dir Vorschläge vorliegen Ich meine aber, eine direkt ablehnende Haltung gegen die Erbschaftssteuer sollte der Reichstag nicht einnehmen dürfen.
— Die erfreuliche aufsteigende Bewegung der Einnahmen der Preußisch-hessischen S t a a t s b a h n e n hat sich im Monat September in verstärktem Maße fortgesetzt. Die Mehr- einnahme dieses Monats im Vergleich zu dem Vorjahre stellt sich auf mehr als 11 Millionen Mark, darunter nickt weniger als rund 8 Mill. Mark aus dem Giitervl-rk-b^ Jnkstoedessen be-
abgelöscht werden. Zur Deckung außerordent- sicher Ausgaben ist im Stadtsäckel Ebbe. ES muß bei der Sparkasse eine Anleihe von luO 000 Mark gemacht werden. Die 5 Milsionen-Anleih« hat die ministerielle Genehmigung noch nicht er- halten. Nack langem Harren traf sie am 24. Juli ein. Die Stadt kann nun für 5 100 000 Mark städtische Obligationen ausgeben. Di« Stadt kauft das Haasscke Anwesen für 24 000 Mark. Im Amtsgericht wird Zentralheizung eingerichtet. In der Universitäts-Hora werde» die von dem Düsseldorfer Künstler angefertigten Wandgemälde, die an 300 000 Mark kosten, angebracht. Das neue Kassenlokal im Rathause ist bezogen worden. Den ersten Preis für de» besten Plan erhielt der Architekt Schlump auB Charlottenbnrg für das neue Schulhaus, dessen Ausführung ihm auch übertragen wurde. Die Anlage der Pferdebahn kostet 80 000 Mark ohne die Pflasterungen. Am 28. September war die Königin Margherita in Marburg. Die Stadt war großartig beleuchtet. Sie besuchte die Elisa- bethkirche und das Offizierskasino. Am 1. Oktober fährt die Pferdebahn bis zum Rudolphsplatz. Am 6. November war die Lahn zugefroren, so daß man Schlittschuhe laufen konnte. Marburg bat 18 744 Einwohner. Der Kreis kauft vom FiskuS das sogenannte Fürstenhaus für 60 000 Mark. Das Rathausportal wird restauriert und daS schöne Steinrelief über demselben wird neu bemalt und vergoldet. ,
1903 kostete 1 Zentner Kartoffel 2,75 Tiarf,, 1 Kilo Schweinefleisch 1,43 Mk., 1 Kilo Kalb-! fleisch 1,33 Mk., 1 Kilo Hammelfleisch 1,37 Mk.^ 1 Kilo geräucherter Speck 1,60 Mk., 1 Kilo Rind«' fleisch 1,28 Mk., 1 Kilo Ochsenfleisch 1,40 Mk. -
-----— (Fortsetzung folgt). ,