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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Sonntagsbeilage: Allnstrirtes Sonntagsblatt.

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Vierteljährlicher Bezugspreis, bei der EftHition 2 Lik., bei allen Postämtem 2,25 M. xe$cl. Bestellgeld).

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonnabend, 21. Oktober 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Dmck unb Verlag- Joh. Ang. Koch, Unwcrsttäts-Duchdruckerek 40. Iahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 65.

Zweites Blatt.

Jahresfest des Evangel. Bundes ltzairplverein Heffen-Cafsel) in Eschwere- i Das Iah ras fest des Hessen-Casselschen Haupt- Hereins des Evangelischen Bundes begann am Sonnabend, 14. Oktober, mit einer gut besuchten öffentlichen Versammlung im großen Stadtpark, fctole, der durch die Fahnen und Wappen der Deutschen Bundesstaaten festlich geschmückt war. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzen­den des Eschweger Zweigvereins, Superintenden­ten Wagner, wurde die Bersainmlung eröffnet durch den gemeinsamen Gesang des 1. Verses un­seres alten evangelischen Trutzliedes:Ein' feste Burg ist unser Gott", worauf der Gesangverein Concordia zlvei Liedervorträg«Der Herr ist unsre Zuversicht und Stärke" undDeutsch und furchtlos" itnier großem Beifall zu Gehör brachte. Dann ergriff der Vorsitzende des Hessen-Cassel- scheu Hauptvereins das Wort, um zunächst noch einmal an Ziel und Zweck des Evang. Bundes zu erinnern. Er sei gegründet zur Wahrung deutsch­protestantischer Interessen, d. h. vornehmlich ge­gen die lleberinacht des Ultramontanismus, der Partei, die allein von Rom her Heil erwartet; er ist gegründet zur Abwehr aller Versuche, dem deutschen Volke die Segnungen der Reformation 'zu nehmen und es als gehorsames Kind wieder dem Papst zuzuführen. Die Versicherungen des Straßburger Katholikentages über Patriotismus, Kulturfreundlichkeit und Toleranz der katholischen Kirche sind nicht ernst zu nehmen gegenüber der durch päpstliche Bullen sanktionierten römischen Lehren über das Verhältnis von Staat und Kirche als einer unbedingten Unterordnung des ersteren unter diese, gegenüber der offenbaren Tatsache der kulturellen Rückschrittlichkeit vorwie­gend katholischer Länder, gegenüber der in vor- wiegend katholischen Gegenden geübten In­toleranz, gegenüber der von katholischer Sette überall durchgeführten Scheidung der Katholiken fcoit ihren evangelischen Volksgenossen in Ge­sellen-, Schüler- imd Studentenvereinen u. s. f. Die Regierung kann nicht helfen so muß das deutsche Volk sich selbst helfen im Kampfe, der nicht Segen die katholische Kirche als religiöse Anstalt tzeht, sondern gegen die Auswüchse des Ultra- -nontanismus als einer nationalen Gefahr. Dies Deschieht^ am besten durch Organisation, wie sie lla nun im Evang. Bund vorhanden ist. Hessen Dor allem darf hierbei nicht zurückstehen, Hessen, das Land Philipps des Großmütigen, dessen Lieblingsgedanken: Sammlung aller Evangeli­schen heute ja das Ziel des Evang. Bundes ge­worden ist. Mit diesem Wunsche, daß das Jahres­fest dazu beitrage, diesen Gedanken zu verwirk­lichen, schloß der Redner seine mit großem Beifall vufgenommenen Worte.

Bei den nun folgenden Begrüßungen ergriff zuerst Bürgermeister Bocke das Wort, um im Namen der städtischen Körperschaften den Evang. Bund in den Mauern Efchweges willkommen zu beißen und dem Wrmsch Ausdruck zu geben, daß die Verhandlungen das geistige Wohl der Stadt fordern möchten. Oberlehrer Hofmann verlas »re,Begrüßungsschreiben des Königlichen Konst- ftormms, sowie der theologischen Fakul. i ä t zu Marburg. Der eigentliche Festredner des Abends !var Liz. Bräimlich, der einen Vor- irag über den sogenannten Toleranz-Antrag hielt.

Der Sonntag war für die evangelischen Be­wohner von EsäM>ege ein wahrer Feiertag. Sämt­liche Glocken ließen ihre Töne erschallen, um,zum Festgottesdieuste in ber Altstädter Kirche einzu- laden. Dieselbe war bis zum letzten Platz ge­füllt. Prächtige Gesänge, wieEhre sei Gott in der Höhe" undEs sollen wohl Berge wei- chen", vorgetragen von dem Altstädter Kirchenchor unter der Leitung des Dirigenten, Organisten Schindewolf, versetzten die Kirck?enbesucher in die rechte Feststimmung. Dazu kam die tiefergreifende Fesipredigt von Pfarrer Wolff-Cassel im An­schluß an das Bibelwort 1 Timotheum 6,12: Kämpfe den guten Kampf der Glaubens; ergreife das ewige Leben, dazu du berufen bist, und be­kannt hast ein gutes Bekmntnis vor vielen Zeu­gen." Die Festpredigt gipfelte in den Worten: Nur in dein Heilande Jesus Christus haben wir das ewige Leben."

Mittags y212 bis 4 Uhr fanden geschäftliche Beratungen im Kasino statt. Nachdem Oberlehrer Hofmann-Cassel, Vorsitzender des HauptvereinS, die Versammlung begrüßt, wurde die Präsenzliste aufgestellt. Zirka 30 Delegierte aus allen Gauen unseres lieben Hessenlandes hatten sich einge­stellt. Aus der reichhaltigen Tagesordnung sei folgendes ertvähnt: 1. Oberlehrer Dr. Koniecki- Cassel erstattete den Jahresbericht. Die Mft- gliederzahl des Evang. Bundes im Bezirk CassÄ ist von 2200 auf 4270 gestiegen; 9 Zweigvereine sind gegründet worden. 2. Lizentiat Bräunlich, Generalsekretär des Evang. Bundes, sprach über die Werbearbeit. Er beantwortete die Frage: Wie kommen wir vorwärts mit dem Evang. Bund?" Der Antrag,Für alle Mitglieder (auch für die 3 Mark zahlenden) wird die klein« Monatsschrift gehalten. Die Kosten trägt bor- läufig der Hauptverein; die Zweigverein« aber werden gebeten, die Kosten für dieselbe wieder zu erstatten" wurde angenommen. 3 .Kasten, bericht des Geheimen Baurats Vockerod-Casset. Einnahme: 1592,45 Mk., Ausgabe: 1170,23 Mk., Kastenbestand: 422,22 Mk. 4. Eine Resolution gegen den Toleranz-Antrag wurde verfaßt. 5. Der Antrag des Zweigvereins Castel wurde angenommen. In den Vorstand des Haupt- Vereins wurden die alten Vorstandsmitglieder wieder gewählt, nämlich a) Oberlehrer Hofmann- Castel, Vorsitzender, b) Oberlehrer Dr. Koniecki- Cassel, Schriftführer. c) Geheimer Baurat Vockerod-Cassel, Rechnungsführer. Außerdem wurde der Vorstand noch durch 9 weitere Mit­glieder ergänzt, u. a. durch Superiniendenten Wagner-Eschwege. 6. Der Bildung eines Preß- ausschusses wurde zugestimmt. 7. Den Abgeord- neten zu den Iah res festen sollen die Reisekosten und 5 Mk. aus der Kasse des Hauptvereins ge­zahlt werden. 8. Die Superintendenten sollen gebeten werden, auf den Synoden eine amtliche Berichterstattung über den Evang. Bund ge­statten zu wollen. 9. Die Flugschriften des Evang. Bundes werden zur fleißigen Benutzung empfoh­len. 10. Aufstellung einer Rednerliste. 11. Aus­bau des Hilssausschusses der Los von Rom-Be- wegung. 12. Die Ausgaben für die Bibliothek wurden auf 50 Mk. festgesetzt. 13. Die nächste Hauvtversammlung soll in Karlshafen abgahalten werden. Mit dem Danke des Vorsitzenden schloß die lehrreiche Versammlung.

Hesseu-Naffan und Nachbargebiete.

Eschwegk, 18.Oft. Frau Lokomotivführer W. von hier, die vor etwa Jahresfrist ihren Mann durch den Tod verlor, hat in den ange-

/ Unter der Führung des Professors Dr. Wstte wurde in Koburg seit längerem die Einfüh­rung des Einzelkelchs bei der Abend­mahlsfeier anaestvebt. Nun hat aber der Herzog durch baS Ministerium den Bescheid er­teilen lasten, daß er dem Bestreben auf Abschaf, fung der seit der Reformation bestehenden kirch­lichen Sitte des gemeinsamen Abendmahlskelchs keine weitere Folge geben würde.

Den Widerstreit, der heute z w i. scheu dem Gottesglauben und der Naturwissenschaft besteht, suchte kürzlich Profeffor D. Baumgarten aus Kiel in einem Vortrag« in der Kölner Lesegesellfchast auf fol- gende Weise zu lösen: Allier Kampf zwischen dem naturwissmschastlichen Erkennen und dem religio» fen Glauben entsteht dadurch, daß Grenz Über­schreitungen zwischen den beiden Gebieten vor- kommen. Die Naturwrüenfchlft denkt wie alle

soll Geh. Hoftat Dr. v. Dichn in Heidelberg über­nehmen.

Der preußische Kultusminister überwies dem Friedrichsgymnasium in Breslau einen französischen höheren Lehrcrmtskandibaten, der mit den Schülern der oberen und mittleren Klassen außerhalb der Unterrichtszeit in der Schule und bei Spaziergängen K o n v e r f a tionsübungen anstellt. Die Beteiligung der Schuler ist freimütig und kostenlos gegen die Verpflichtung der halbjährigen Teilnahme.

Schule und Kirche.

~ Ist Stuttgart hat sich ein vorläufiger Aus- miuß gebildet, der die Errichtung eines Re f o rin- Realgymnasiums mit Realschule in Degerloch beabsichtigt. Vorbildlich soll der erst­mals in Altona eingeführte Schultypus fein: in Wii 3 unteren Klassen fällt das Latein weg, von Kiasie 4 an gabelt sich der Lehrgang in einen unb realistischen Kurs. Die Wahl TegerloLB erklärt sich aus den Vorteilen, die dieser Lustkurort für die leibliche Erziehung Dir Jugend gewährt.

DerWürttemberg. Staatsanz." teilt mit, ixn- Kulnwmlnuter habe Schritte getan, um für die geplante Reform des gewerblichen V °rF? b b u n S § f * u I to e f e n S die erfor- wt-Wn hauptamtlichen Lehrkräfte mit besonderer Aux-billung zu gewinnen. Anfangs November rveröen nch 15Jüngere württembergische Volks. Wullehrer mit Staatsunterstützung nach Karls- »uhe begeben,, um sich an der dortigen gewerb- Sichen Lehranstält in einem mehrjährigen Lehr, cange zu Lehrern auszubilden.

-7^ ans Baden berichtet wird, ist für daZ <ni?-r1r°$r 1905 kine Studienfahrt badischer Philologen nach Griechenland und

n. geplant. Die Reise wird etwa zwei Monate wahren, und vom Ministerium liegt « Zusage vor, daß den Teilnehmern zwei Drittel 1 -riebt werd«» können. Die Fübruna.

schwollenen Fluten der Wehre bei der Riedmähle in Reichensachsen in einem Anfalle von Schwer­mut den Tod gesucht und gefunden. Vor ganz kurzer Zeit war die Frau von hier nach Reichen, sachsen zu Verwandten gezogen und ist von dort feit der Nacht vom 9. zum 10. d. M. nur höchst notdürftig gekleidet verschwunden. Gestern wurde sie beerdigt. Allgemeines Mitgefühl er­regt es, daß neben zwei größeren Kindern auch noch ein kleines, das erst nach des Vaters Tode das Licht der Welt erblickte, die Mutter zu be­fragen haben.

Dillenburg, 18. Oft. Auf dem hiesigen Bahn- Hofe wurden gestern vier Waggons eines Güter- zuges, von denen einer mit Briketts beladen war, unterhalb des lleberganges an der Hohl umge- worsen. Heißlaufen einer Achse soll Schuld an dem Unfall fein. Heute fuhr beim Rangieren ein Personenwagen an dem Geleise, wo die Züge nach Herborn-Mederwalgern abfahren, in em dort stehendes Bretterhäuschen und zertrüm­merte es.

Eichenberg, 18. Oktober. DerWunderdoktor" Tischler Ausmeier in Kirchgandern (Kreis Heili- genstadt) war wegen seiner Kurpfuscherei an einem an einer gefährlichen Krankheit leidenden Göttinger Mädchen, wodurch svh die Krankheft noch mehr verschlimmert hatte, von der Göttinger Strafkammer bekanntlich zu zwei Monaten Ge­fängnis verurteilt worden. Ausmeier hat gegen dieses Urteil Revision beim Reichsgericht ange- meldet; die Revisionsverhandlung findet am 2. Dezember statt. Ausmeier versteht es, sich eine Art Märtyrerkrone aufs Haupt zu setzen. Viel­fach hört man im Volke von einer ArtKom­plott" sprechen, das die Mediziner gegen den Wunderdoktor", der alle Krankheiten aus dem Harn (nicht aus den Haaren, wie seinKollege" Schäfer Ast) erkennen will, geschmiedet hätten. Das leichtgläubige Publbiftim glaubt immer noch an die Kunst Ausmeiers, obwohl die Gefährlich- feit der Ausmeierschen Methode gelegentlich der Strafkammerverhandlung offenkundig geworden ist. DiePraxis" deSWundermannes" steht wieder in bestem Flor. Der Andrang von Kranken, besonders aus Hessen und Hannover, ist so groß, daß Ausmeier sehr häufig an einem Tage nicht alle Besucher abfertigen kann und viele über Nacht in Kirchgandern blühen müssen. JnKvischen ist AuSmeier ein wohlhabender Mann geworden, der sich ebenso gut wie seinKollege" Ast ein Rittergut kaufen könnte. Montags hat derWunderdoktor" Ruhetag; da wird niemand vorgelassen. An diesem Tage bringt Ausmeier seine in der letzten Woche vereinnahmten Gelder auf die Sparkasse der umliegenden Städte, gibt auch Gelder auf Hypotheken und auf Schuld- scheine. Die Züge hatten nicht in Kirchgandern, deshalb sind immer Fuhrwerke an dem benach­barten Bahnhöfe Arenshaufen, welche die Kran- fenjort abholen und wieder zurückfahren. Wer unfähig oder aus anderen Gründen nicht in der Lage ist, persönlich nach Kirchgandern zu reifen, für den genügt es auch, daß er eine mit seinem Harn gefüllte Flasche demWunderdoktor" ein­sendet; er erhält dann mit der Post dasRe­zept" Ausmeiers, das sich äußerlich kaum von dem Rezept eines Mediziners unterscheidet, zugesandt. Die Santtätspolizei kann gegen dies« Kurpfuscherei nichts ausrichten, solange «ne ge­setzliche Handhabe fehlt. Ueberdies fordert AuS­meier niemals Honorar, sondern laU sich solch« je nach Stand und Vermögen des Einzelnen schenken". Wie hoch die Kultur in unserem 20. Jahrhundert steht, zeigt dieser tägliche Mas.

Wissenschaft in den Kategorien von Ursache und Wirkung, sie sucht überall nach festen Ordnungen und Gesetzmäßigkeiten, und nur was sie auf exakte Weise feststellen kann, ist für sie beweiskräfig. Wir müssen das Recht dieser Methode auch für die objektiven Vorstellungen unseres religiösen Glaubens, uneingeschränkt anerkennen. Darum müssen wir konseguenf auf jeden Wunderglauben verzichten, so reichlich auch das Zeitalter, dem wir die Entstehung unserer Religion verdanken, in Unkenntnis jener Methode seine GlaubenswÄt mit wunderbaren Erzeugnissen seiner frommen Phantasie ausgeschmückt hat. Eine höhere Ein­heft, in der etwa die Willkür dieses Glaubens und die Gesetzmäßigkeit jener Wissenschaft sich ver­söhnlich vereinigen ließen, gibt es nicht. Auch das monistische Erklärungsprinzip der Wissen­schaft, wonach sie alle Erscheinungen auf möglichst einfache, chemische oder dynamische Reizvorgänge in der Materie zurückführt, müssen wir uneinge- schränkt anerkennen, wir müssen also darauf ver­zichten, zwischen den Lücken unserer Naturer­kenntnisse einen Gott als wirkende Kraft einzu- schieben. Nie wird sich die Naturwissenschaft zu diesem Erklärungsmittel verstehen, darum dürfen auch wir eS ihr nicht aufbrängen wollen. Das Gebiet des GotteSglaubenS liegt jenseits der natürlichen Dinge und unserer natürlichen Er- kenntnisse. Keinerlei Naturbetrachtung kann mit zwingender Schlüssigkeit zum Gottesglauben führen, wie wir schon fett Kant wissen, obwohl manche Naturforscher heute aus religiösen Be­

senandrang zu dem Tischler-Doktor in Kirch« gandernk (Cass. Tageblatt).

Detmold, 18. Oft. Die Enthüllung des Bisi- marck-Brunnens ist auf den 1. April 1906 fest­gesetzt. Die Ausgestaltung der Denkmalsanlagen erfolgt nach einem Modell, welches von dem ur­sprünglichen nicht unerheblich abweicht. Die M« gur des Reichskanzlers, einfach als Porträtstand, bild in Uniform mit Helm und Maut«! erhebt sich in Muschelkalk in Höhe von 3 Meter 30 Zentimeter auf einem Postament aus gleichem Material. An diesem Postament angebrachte Masken speien Wasser in ein Bassin, besten Rand sich etwa 1 Meter 60 Zentimeter über dem Erd­boden erhebt. Mer kräftige Zwischenstücke art diesem Bassin werden mit Bronzereliefs g& schmückt werden und unter diesen Reliefs kleine« Masken eingelassen, welche Wasser aus dem Bassin in das größere, untere, dessen Rand sich etwa 60 Zentimeter über die Erdoberfläche er- hebt, ableiten. Die Figur, Masken, Ornamente, Reliefs stammen von Professor Habich, die Archi- tektur von Prosestor Piitzer.

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Mitteilungen aus dem Leserkreise.

Rüt die unter dieser Rubrik verössentlichten Artikel übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Bet« antwortung, nicht aber die dem Publikum gegenüber.

OckerShanse«, 20. Ctt

Als eine große Unannehmlichkeit wird cs beson­ders bei dem jetzigen Regenwrtter empfunden, bei die Straße von Marburg nach Ockershauscn mehr einem Sumpfe wie einem 2ßege gleicht. Zu bedauern sind deshalb die zahlreichen Milchträger und sonstigen Leute, die einen Korb tragen oder einen kleinen Karren fahren und nun gezwungen find, ihre Schritte durch diesen Sumpf zu lenken. Wenn fich der furcht­bare Schmutz nicht beseitigen oder vermeiden läßt, ist man schon gerne zufrieden, wenn nicht gar zu streng gegen die Leute, welche aus den angeführten Gründen eigentlich nicht den Bürgersteig benutzen dürfen, dies aber wegen deS Schmutzes doch tun, vorgeht. (Ji

Verzeichnis i

her für das Wintersemester 1905/06 an hiesig« Universität neuimmatrifutierten resp. inskribierte« Studierenden.

1 Engelhard, W., Horde, Jura.

2 Kraemer, Emil, Neuwied, Jura, Wilhelmstr. IS

3 Hinkel, Friedr., Wetzlar, Jura. Lutherstr. 9

4 Trusheim, Karl, Marburg, Theol, Haspelstr. 22

5 Filff, August, Trappel, Theol., Steinweg 11

6 Hölzerkopsf, Paul, Weilburg, Jura, Frankfurter» slraße 84

7 Hitzeroth, Rudolf, Rotenburg, Jura, Reitgaste 12

8 v. Cramer, Clausbruch, Barmen, Jura, UniverfitLts- straße 27

9 I. Greshrm, Waeton, Baltimor, Theol., Frarck- fnrterstraße 50

10 Morgan, Herbert, Theol., Universitätsstr. 23

11 Katz, Karl, Hannover. Jura. Hafpelstr. 22

12 Schönhaerle, Hans, Phil., Haspelstr. 22

13 Wulkow, Martin, Pirma, Zahnhe lk. ZwischenhsmA

14 Rosenthal, Max, Limburg, Jura

15 Mertens, Wilh., Solingen, Aled., Zwi'chenhsn. i

16 Popper, Siegfried, Berkach, Jura, Haspelstr. 29

17 Laban, Antal, Budapest, Deutsch, Haspelstr. 15

18 Lühl, Karl, Gemen, Med., Wilhelmstr. 89

Buchbinderei u. Einrahmung v, Bilden ♦♦ Barfüsserstrasse 21 ♦♦ J. Schulz.

Verantwortlich für die Redaktion: i

Dr. Doerkes-Voppard in Marburg.

bürfniffen heraus wieder Grenzüberschreitung« auf diesem Gebiete wagen. Unser Gottesgtaubr ergibt sich allein aus der praktischen Nötigung unseres Gemüts, das über die Notwendigkeit, bat Natur hinausgehoben werden will zur Freiheft des sittlichen Handelns. Unser Selbstbewußt- fein erhebt sich durch den Gottesglaubeu über bk Vergänglichkeit der irdischen Dmge. So steh« sich Glaube und Wissenschaft frei und unbehelligt einander gegenüber. Ein Einbruch in das Ge­biet des Glaubens ist es aber, wenn die Natur­wissenschaft mit ihren mechanischen Prinzipien, nach denen sie die Materie mißt, auch das Solist- bewußtsein und das Sittliche beurteilen will, wenn sie auch im Geiste nur einen Körper sieht und die Seele erfiört als eine Summe von Gefühlen, dir durch Vorstellungen entstehen, die wieder mechani­schen Reizungen unserer Gehirnwände ihre Ent­stehung verdanken. Damft wird fern Selbstbe­wußtsein erklärt, werden Gut und Böse nicht ver­ständlich gemacht. Wft erkennen es an, wenn philosophische Richtungen in der Naturwissenschaft wie heute der Necwrtalismus bie Zielstrebigkai und die geheimnisvolle Zweckmäßigkeit in bet natürlichen Wett hervorheben, aber es gibt auch des offenbar Unzweckmäßigen und Ungerechten hl dieser Wett so tnd, daß sich eine religios-sittlicht Persönlichkeit aus eine so schwankende @ nun Magi nicht stützen kann. Wft brauchen einen lebenbigat, persönlichen Gott, der «ns über die ganze 9tot< steift, well ec selbst über ihr steht.