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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes Sonntagsblatt.

J2 245

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei ver Expedition 2 Mk., bei allen Postämtem 2,25 Mk. <ejcl. Bestellgeld).

JnsertronSgcbühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, Reclanien: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Mittwoch. 18. Oktober 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Dmck irnb Verlag' Jols. Rüg. Koch, UmversitLtS-Buchbruckrrei 40. Iabrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Neueste Telegramme.

Berlin, 17. Oft. Nach derHallischen Allgemeinen Zeitung" verlautet, der frühere Landgerichtspräfident in Halle und jetzige Kammergerichtspräsident in Berlin, von Schmidt, sei als Nachfolger des Justizministers Schönstedt ausersehen.

Berlin, 17. Okt. Die Vorlage über die Kamerunbahn von Duala nach den Manenguba- bergen wird, wie in kolonialen Kreisen ver­lautet, in der Fassung, wie sie im letzten Sommer dem Reichstage vorgelegen hat, wieder von der Negierung eingebracht werden. Der Entwurf war damals durch den Reichstagsschluß unter den Tisch gefallen.

Wien, 17. Okt. Im Ministerium des Aeußern fand gestern Nachmittag unter Vorsitz deS Grasen GoluchowSkh eine gemeinsame Minister - Konferenz statt, der die Minister­präsidenten Gautsch und Fejervarh beiwohnten. Die Konferenz galt der Frage deS Abschlusses und der Inkraftsetzung der Handelsverträge.

Stockholm, 16. Okt. Die zweite Kammer nahm heute debattelos den Regierungsvorschlag betreffend die Aushebung der Unionsakte von 1814 und die Anerkennung Norwegens als eines von der Union mit Schweden gelösten Staate« an. - Die erste Kammer nahm die Anträge ebenfalls an. Beide Kammern stimmten ferner dem Gesetzentwurf betreffs Entfernung deS Unionszeichens auS der schwedischen Flagge und Ersetzung desselben durch ein blaues Feld zu. Die Schließung der außerordentlichen Reichs- tagssession findet am Mittwoch statt.

. Cdristiauia,16. Okt.Aftenposten" schreibt: Die Antwort des Königs Oskar auf die An­frage des norwegischen Storthing bezüglich der Kandidatur eines Prinzen auS dem Hause Bernadotte wird wahrscheinlich morgen ein- laufen und abschlägig lauten. Unmittelbar darauf wird die norwegische Negierung den Storthing um die Ermächtigung angehen, sich an den Prinzen Karl von Dänemark wegen Annahme einer Wahl zum König von Norwegen zu wenden. Nach Eingang der Antwort, welche voraussichtlich eine zusagende sein wird, wird der Storthing gleich zur Königswahl schreiten.

Tokio, 16. Okt. (Reuter.) Der Kriegs­minister erließ einen Befehl an sämtliche Armeen, in welchem er Kritik an den Friedensbedingungen verbietet, da Friede und Krieg gänzlich von dem Herrscher abhängen.

Deutsch-Südwestafrika.

In unserer gestrigen Nummer gaben wir rine Meldung des Generalleutnants v. Trotha wieder, nach der die Führer Morenga und

Morris am 7. Oktober einen schwachen deutschen Posten bei Jerusalem überfallen haben, wobei deutscherseits 6 Mann fielen. Nach einem gestern in Berlin veröffentlichten amtlichen Berichte hat nun der englische Kolonial­sekretär in Kapstadt dem deutschen Generalkonsul mitqeteilt, daß 150 unbewaffnete Witboi auf englisches Gebier übergetreten sind, die auf zwei östlich Upington gelegenen RegierungSfarmen interniert und dort polizeilich scharf überwacht werden sollen. Dann fährt der Bericht fort:

M o r e n g a überfiel bei Schuitdrift einen deutschen Posten und erbeutete 15 Pro­viantwagen. Hierbei fielen ßeutnont' Surmann und vier Mann, acht Mann wurden verwundet und acht Mann traten auf englisches Gebiet über. Letztere werden bei Ramansdrift wieder auf deutsches Gebiet zurückgebracht. Waffen und Munition werden dem deutschen Generalkonsul über­geben."

Der amtliche Bericht fügt hinzu, daß eine Be­stätigung dieser Meldung des Kapstädter Kolonial- sekretärS in Berlin noch nicht vorliegt, er scheint also anzunehmen, daß es sich nicht um den bereits am Sonnabend von Generalleutnant v. Trotha mitgeteilten Neberfall bei Jerusalem, sondern um ein neues Gefecht handle, das für unsere Truppen leider einen unglück­lichen Verlauf genommen hat. Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, daß beide Meldungen sich auf denselben Vorgang beziehen; hoffentlich wird diese Unklarheit recht bald behoben. Man muß hier wieder auf die schon oft gerügte langsame amtliche deutsche Berichterstattung Hin­weisen, die hinter den Privatnachrichten, zumeist den desBerk. L.-A.", hintennachhinkt. Die Kapregierung hat übrigens den Polizeiosfizier in Pella, wohin Morenga Weiber und Kinder bringen wollte, angewiesen, das Uebertreten der Werften Morengas auf englisches Gebiet zu verhindern. Oberstleutnant van Semmern trat, wie schon gestern kurz gemeldet, am 14. Okt. mit zweiter Kompagnie Regiments 1, neunter und zehnter Kompagnie Regiments 2, Ersatz- kompagnie 3a, fünf Geschützen neunter Batterie und zwei Maschinengewehren der Maschinen­gewehr-Abteilung 2 aus der Linie Springpüts HeirachabisUkamaS den weiteren Vormarsch gegen Morenga an, der in der Gegend von Ondermaitje stehen soll.

Außerdem ist gestern aber auch in Berlin die Meldung über ein erfolgreiches Gefecht eingegangen. Am 12. Oktober wurde durch die 30 Gewehre starke Patrouille detz Ober­leutnants HereS eine Hottentotten­bande am oberen Tsub unter Elias über­rascht. Anscheinend wollte dieser die durch das Gefecht bei Nubib am 13. d. M. völlig zer-

1

"Backidrnä verboten.)^

Pflicht u»d Liebe.

3n Monte

Roman von C. Wild. I.

ejinem der glänzenden Spielsäle von < . n6ü,rI° bas Spiel für einige Augen» ^'n erbrochen worden. Eine Dame war plotzlill) ohnmächtig zusammengebrochen

Tas seine Antlitz mit leichenähnlicher Blässe U Avsien die Augen geschlossen, lag sie reg.

Blutsturz hatte sie mitten im Spiel überfallen, btt imvelengeschmückte Heine Jpana prell noch krampfhaft die geleerte Börse mnAmumerr, und an dem hellblauen eleganten SEnklerdg waren große Blutflecken sichtbar.

Sekunden hatte sie ihr letz. teS Geld aus Rouge gesetzt und Noir hatte ge. wonnen. °

Sie patte leise und bitter ausgelacht, und jetzt bemüht» man sich, sie von dem Spieltisch weg aus dem Saal zu schaffen. 3

. öier vor?" fragte ein eben ein,

Sender ,-oerr einen andern, der von dem Spiel- trn,n4üurÄs,icin\n tin welchem sich die irmtngg Szen's abgespielt hatte.

Tis Baronin Buchfeld hat einen Blutsturz bekommen, lau.ets die im gleichgiltigen Tone gegebene Antwort.

..Ach, die schöne Frau! Vor acht Tagen noch habe ich mit ihr bei der Soiree des Grasen M getanzt."

» bat sich halS zu Tods getanzt, und

Da» TPiek hat sie gänzlich zu Grunde gerichtet: im wahrpen Sinne des Wortes, Baron. Ich giaube, ine Bank wird ihr die Heimreise zahlen w.upM wenn sie überhaupt dieselbe noch antreten rann, sie sag vorhin entsetzlich aus." ten',5!m2 Kroupiers unterbrach

Das Spiel beginnt, meine Herren!"

Die beiden Herren traten rasch an den Spiel, tisch und zwei Minuten später hatte jedermann im Saale die schöne Baronin vergessen.

Man batte die junge Frau eiligst in ihre Woh» nung geschafft und dort erst die Wiederbelebungs­versuche angestellt. Langsam nur kehrte die Baronin zum Bewußtsein zurück.

Sie schlug die Augen auf, und ilr erster Blick fiel auf den Arzt, der, sie öngsflich beobachtend, ihr zur Seite stand.

Was ist mit mir vorgegangen?" murmelte sie indem sie einen schwachen Versuch machte, sich aus ihrer liegenden Stellung aufzurichten.

Bleiben Sie, Madame, bleiben Sie," sagte der Arzt, sie sanft znrückdrängend.Sie haben Schonung und Ruhe nötig."

Ein bitteres Lächeln überfloa das zarte, tot- blasse Gesicht der Kranken; allein sie widersprach dem Arzte nicht und blieb ruhig liegen. Dieser erteilte der bestürzt dreinschauenden Zofe einige Anordnungen und wandte sich dann wieder an die Baronin.

Mit leiser, aber klarer Stimme beantwortete die junge Frau die an sie gerichteten Fragen, als der Arzt sich aber zum Fortgehen anschickte, hielt sie ihn zurück.

-Ein Wort, Doktor," sagte sie, ihre großen braunen Augen fest auf ihn richtend.Ist mein Zustand gefährlich?"-

Meine Gnädige, Sie müssen sich sehr scho­nen, jede Auftegung vermeiden."

Uh will die Wahrheit wissen, Doktor, sagen Sie dieselbe nur immerhin, ich hänge nicht am Leben, ich möchte nur Gewißheit haben, wie lange es noch dauern kann."

Ein eigentümlich herber Klang lag in ihren Worten, keine Spur von Wehmut zftterte durch, da sie, noch so jung und schön, mit kalter Ruhe von ihrem nahen Ende sprach.

Der Arzt fühfte, daß dieser Frau gegenüber Aufrichtigkeit das Beste sei. So schonend wie

sprengten Banden von neuem sawmein. Die Hottentotten räumten das Eefechtsfeld in völliger Panik unter Verlust von 50 Toten. Auf der Verfolgung kam es 10 km weiter südlich am Nachmittage nochmals zu einem zw eistün­digen Gefecht, in dem noch fünf Hottentotten fielen. Deutscherseits fiel ein Reiter. Ferner hatte am 5. Oktober eine deutsche Patrouille unter Leutnant Schulz ein siegreiches Ge­fecht am Kutip, wobei sechs Hottentotten fielen, bei uns drei Reiter verwundet wurden.

Der Zug der Industrie nach der See.

In einem beachtenswerten Aussatze macht die Deutsche Marinezeitung" auf eine ganz neu­zeitliche Erscheinung im deutschen Wirtschafts­leben aufmerksam: auf den Zug der Industrie nach der See. Bisher macht sich derselbe aller­dings fast ausschließlich bei der sogen,schweren" Industrie, also hauptsächlich bei den mit Eisen, Stahl und Holz arbeitenden Industrien be­merkbar, während die leichte, die kleinere In­dustrie noch ziemlich fest an der Scholle haftet. Und doch würde, wie das genannte Blatt aus­führt, die Nachbarschaft der See dieser nicht weniger Vorteile bringen, als jener. In unseren Seestädten hat sich die Kleinindustrie wesent­lich besser erhalten und weit größere Vermögen erworben, als im Binnenlande. Vielfach hat man dies der freieren wirtschaftlichen Organi­sation zugeschrieben, die in unseren Hansestädten herrscht. Allein hierin ist nicht die einzige Ursache zu suchen, denn man trifft die gleiche Erscheinung auch in anderen Ländern ohne Hansestädte an. In Frankreich ist die Küste der HauptansiedlungSplatz blühender Klein­industrie, obwohl die inneren Lokalmärkte dieses durch landwirtschaftlichen Kleinbesitz gekenn­zeichneten Wirtschaftsgebietes der Kleinindustrie mehr zu bieten haben, als bei uns. Man findet in England heute einen ausgesprochenen Zug der Kleinindustrie nach dem Salzwasser, und wer sich einmal in englischen Küstenstädten umgesehen hat, wird sich gewundert haben, wie blühend dort der Mittelstand gebtieben ist. In Amerika haben die mittleren Küstenstädte, selbst die neugegründeten, sich gleichfalls als ein treff­licher Nährboden des Handwerks und der kleineren Industrien erwiesen. Und ein klein- industriell so lebendiges Land wie Belgien sieht die Mittelstandsgewerbe nirgends so rüstig, als wo sie den Blickauf tausend Masten" besitzen. Die See selbst bringt eben schon Arbeit und Verdienst in tausendfacher Gestalt. An der See sind ungünstige Konjunkturen selten so scharf ausgeprägt wie im Binnenlande, der Kontrakt mit dem Handel enger und einem

möglich teilte er ihr mit, daß sie kaum acht Tage noch zu leben haben werde.

Keine Wimper in dem schönen, bleichen Antlitz zuckte, als sie so ihr Urteil vernahm.

Ich danke Ihnen, Doktor," sagte sie, ihm die Hand bietend.Sie sehen, ich bin ruhig und auf alles gesoßt."

Haben Sie keine Freunde, Verwandte, denen Sie von Ihrem Zustande Mitteilung machen könnten?"

Freunde, Verwandte!" Die feinen Lippen zogen sich krampfhaft zusammen.O ja, ich habe deren; aber ich habe allein gelebt, ich will auch allein sterben. Doch wenn Sie so gütig sein wollen, ich werde Ihnen eine Depesche diktieren, ja, das wird am besten sein."

Sie lehnte erschöpft ihren Kopf zurück, wäh­rend der Arzt sein Notizbuch öffnete und ben Silberstift hervorzog.

,Sind Sie bereit, Doktor? Nun so schreiben Sie: An den Freiherrn Gerhard von Linden auf Schloß Lindenhain bei P., Deutschland. Bin todkrank; bitte sofort hierher zn kommen. Meline v. Buchfeld."

Sie schloß ermüdet die Augen und öffnete dieselben kaum, als sich der Arzt nun verab­schiedete.

Schwer atmend lag sie lange Zeit ruhig da, dann auf einmal fuhr sie jäh empor und sah um sich.

Rasch, gib mir meine Schreibrequisiten," sagte sie zu der an ihrem Krankenlager wachen­den Zofe.

Aber, Frau Baronin, der Arzt hat strenge verboten"

Keine Widerrede, Du hast mir nur zu ge­horchen. Gib her und zögere nicht lange; heute habe ich noch die @raft dazu, wer weiß, wie es morgen mit mit steht."

Nur mit Zagen brachte die Hofe das Ver­langte und dis Baronin richtete sich auf, um, die

schnellen Umschläge des Kapitals förderlicher. Und wenn es auch fast romantisch klingt, di» Nachbarschaft der See pflegt den Wandeickrieb des industriellen Arbeiter- zu stillen, so daß eine größere Ständigkeit in den Werkstattver­hältnissen herrscht, sicher eine nicht gering zu veranschlagende Vorbedingung für das Gedeihen mittelständischer Gewerbebetriebe.

Deutsches Reich. ]

Berlin, 17, Okt- i* 1 *

Seine Majestät der Kaiser wohnt» gestern, wie schon telegraphisch gemeldet, de» Einweihung des bei Lindenberg im Kreis» Beeskow-Storkow neu errichteten preußi­schen Aeronautischen Observato, r i u m s bei. Der Kaiser traf mit Sonderzug ein. Am Observatorium empfingen den Kaise» der Kültusminister Dr. Studt und der Direktor des Instituts Geh. Regierungsrat Pros. Dr. med. et Phil. Abmann. In dem Vorftagssaal» begann dann die Feier mit einer Ansprach« des Kultus mini st er s. Der Minister dankte dem Kaiser für sein Erscheinen, hob daÄ rege Interesse und die Forderung hervor, die der Kaiser der jungen Wissenschaft entgegengebracht habe, und übergab dann das Observatorium dem Direktor des 'Instituts Prof. Dr. Aßmamu Hierauf hielt der Kaiser folgende An» spräche:

Ich möchte Ihnen meine vollste Freude aussprechen, daß wir nun endlich zu Weih« dieses Instituts schreiten können. Was Ss. Exzellenz der Herr Kultusminister eben er* wähnt hat bezüglich meiner Verdienste, kamt < ich mir nicht zurechnen. Es wäre nidjt m3g*! lich gewesen, verständnisvolle Unterstützung Ihren Bestrebungen leisten zu können, wem» ich nicht von hoher Seite in ganz,hervorragen dem Maße belehrt und an geleitet, toorbei wäre. Es liegt mir daran, vor diesem ge­lehrten Publikum Sr. Durchlaucht dem Für* st en von Monaco, meiner Dankbarkeit Ausdruck zu geben für die anregenden Gedan­ken, die er mir inbezug auf die Erforschung des Luftmeeres hat zuteil werden lassen, und für die rührige Arbeit, die er selbst dazu ge­leistet hat. Ihnen allen ist begannt, wie der Fürst sein ganzes Leben lang sein Wissen und Können in den Dienst der Wissenschaft gestellt bat, und ich glaube darum in Ihrer aller Sinne zu handeln, wenn ich diese Gelegenheit ergreife, um dem Fürsten als ein Zeichen be­sonderer Anerkennung die große goldene Medaille für Wissenschaft zu ver­leihen. Ich freue mich, dies in Gegenwart so großer Gelehrter tun zu können."

Professor Dr. Aßmann gab bann in seiner Festrede einen Rückblick auf die Entwicklung der Aeronautik. Er besprach den Stand der Forsch­ung und schilderte die wissenschaftlichen Hilfs­mittel des Observatoriums. Der Kaiser nahm dann eine Reihe von. Vorsteünnaen. darunter

sie befallende Schwäche mutig überwindend, im Bett zu schreiben.

Während des Schreibens röteten sich die Wan­gen der Baronin, und die feingeschwungene Ober­

lippe bäumte sich trotzig auf. In ben schönen großen Augen strahlte ein kalter Glanz, und was es auch für Empfindungen sein mochten, welche die Brust der Kranken durchbebten* weiche, milde Gefühle waren es gewiß nicht.

Endlich war sie fertig. ,

Tirf aufatmenb warf sie die Feder fort, un» ' ohne das Geschriebene zu überlesen, konvertierte und versiegelte sic die Blätter. Dann barg sie den Bries sorgsam unter ihrem spitzenbedeckten Kopf­kissen/ während ein Ausdruck von Befriedigung ihre Züge überflog.

Jetzt kann ich ruhig fchlajen," flüsterte sie, kraftlos zurücksinkend. Sie hatte ihre, Kräfte bis zum äußersten angespannt, und ein tiefer, ohn­machtähnlicher Schlaf umhüllte ihre Sinne.

«

Zwei Tage später wurde der Freiherr von Linden bei der kranken Dame gemeldet und sofort empfangen. , ,

Ein hochgetvachfener, schlanker Mann von etwa fünfilnbdreißig Jahren trat in das luxuriös auS- geftartefe Schlafgemach der Baronin.

Meline von Buchfeld hatte sich während dies« zwei Tage entsetzlich verändert; die schone», braunen, einst so strahlenden Augen toaren, tief in die Hohlen zurückgetreten, aus _ dem feinen Gesicht schien jeder Blutstropfen verschwunden zu fein, und um den kleinen Mund hatte der nahend« Tod mit scharfem Griffel eine tiefe Falte ge­graben. . ... . , ,

Der Freiherr hatte die Baronin feit fünf Jah­ren nicht gesehen; damals war sie eine reizende, finnberückende Erscheinung gewesen, eine stadt­bekannte Schönheit, der die ganze Männerwelt huldigend zu Füßen gelegen« i

(Fortsetzung, folgt.)

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