Drittes Blatt
mit dem Kreisdlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: JUustrirtes Sonntagsblatt.
Vierteljährlicher Bezugspreis, btt oei Expedition 2 Mk., GBAj*ftH4 Erscheint wöchentlich sieben mal.
"Bß •) 4bel allen Postämtern 2,25 Mk. ^excl. Bestellgeld). r§ Druck nnd Verlag' Joh. Aug. Koch, Universttäts-Buchdruckerei 40. Jllhrgch
vi-. Jnsertion sgebüh^r^die gespaltene Zeile oder oeren Raum 10 Pfg. SöNNlüg. 15. £)ftol)t?t 1905. Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Handel und Wandel in Fez.
' Bei der Wichtigkeit, die in den Erörterungen über die Gestaltung der Dinge in Marokko die 'Handelsverhältnissc des Landes haben, erhält 'ein Bericht, den der Franzose CH. Rene Lecler Aber den Handel und die Industrie in Fez ver- offentlicht, eine besondere Bedeutung, ztimal er allgemeinere Bemerkungen über das Thema enthält. Nach diesen Ausführungen hat Fez einen blühenden und bedeutenden Handel. Die Stadt, die in geistiger und moralischer Beziehung in dem tiefen Schlaf orientalischer Städte befangen ist, Zeigt auf ökonomischem Gebiete ein überrascheitdes Leben. Sie hat ein wirkliches Geschäftsleben und unterscheidet sich dadurch von den meisten mohammedanischen Städten. In Fez ist jeder Bürger Händler und Fabrikant. Der Fabrikant liefert eine Menge einheimischer Erzeugnisse, die immer noch ihren Wert haben; der Händler verkauft diese an Ort und Stelle oder erportiert sie, und ferner importiert er Artikel marokkanischer Herkunft, Lebensmittel vom Lande und vor allem europäische Waren. Dieser Außenhandel vollzieht sich gemäß den Traditionen, die eine Folge der noch sehr kümmerlichen Organisation des Landes, seiner geringen Sicherheit, der tlmnöglichkeit, mit bestimmten Gebieten direkt in Verkehr zu treten, des Mangels an Wagen und Transportmitteln und der hohen Preise der Transporte sind. Natürlich darf man bei dieser Lage nicht den Maßstab einer europäischen Stadt anlegen. Tas Haiidelslcben in Fez gestaltet sich außerordentlich lebhaft. Den ganzen Tag bewegt sich in den Handelsstraßen eine Menge eifrig feilschender Händler und Kunden. Die Händler haben dabei nicht gewartet, bis die Europäer zu ihnen kamen; sie stehen in direkten Beziehungen mit den großen , europäischen Kommisfionshäusern oder haben in den Hafenstädten Kommissionäre, die ihre Associös sind. Was die Marokkaner im allgemeinen und ganz besonders die in Fez charak- terisiert, ist ihr Festhalten an der Tradition. Es ist daher für die Fabrikanten, die ihre Artikel in Fez absehen wollen, unumgänglich nötig, sich vorher Proben von europäischen Artikeln, die in der Ltadt und im Lande eingeführt sind, zu ver- fcheiffen. Dann müssen sie diese so genau wie möglich nachmachen und sie billiger Herstellen, wobei sie weniger auf solide Arbeit, als auf eine glanzvolle Aufmachung zu sehen brauchen. Die Deutschen, die diese Bedürfnisse des Landes genau kennen, passen die Artikel, die sie für Fez oder Marokko an fertigen, den Geschmack der Bewohner des Landes sehr sorgfältig an. Die marokkanische Kundschaft hat sehr ausgesprochene Borlieben, die bisweilen kindisch sind, aber von den Lieferanten durchaus beachtet iverden müssen. Sie besteht z. B. darauf, daß die Stücke immer genau dieselbe Breite haben, sie will sie immer in einer bestimmten Farbe und in einer bestimmten billigen Qualität. Für die Zuckerhüte fordert sie auch eine ganz bestimmte Verpackung und ein bestimmtes unveränderliches Gewicht.' Ebenso müssen die Kerzen, die Teepakete, die Stücke Seife immer das gleiche Aussehen haben. Deutschland imd England haben Handlungsreisende, denen mau nicht nur in den Häfen, sondern auch auf dem Wege nach, Fez häufig begegnet. Diese no- twveil . sorgfältig alle Wünsche der Kundschaft, ihre Häuser richten sich danach und finden so einen. , immer größeren Absatz im Lande. Die französischen Produzenten scheinen die Wichtigkeit dieser, kleinen Mittel noch nicht begriffen zu haben, sie wollen auch keine langen Kredite gewähren und sind dadurch den deutschen Kaufleuten miterlegen, die Wechsel auf 4 Monate ausstellen «ito sie ziemlich leicht verlängern.
Umschau.
Schule nnd Wehrkraft.
'Sn der Zeitschrift „Die Unsickxm" veröffentlicht Generalarzt a D. Dr. Meisner eine Betrachtung «her die Wechselwirkungen zwischen Schule und Heer. Aus den eiiileitenden Bemerkungen wird man mit Genugtuung vernehmen, daß trotz der Steigerung der Einstellung von Rekruten in den letzten^ iy3 Jahrzehnten die Abgänge durch Tod niid Invalidität nicht größer geworden sind, als früher, wahrend m Frankreich, das Verhältnis- mäßig geringere Ansprüche an die Tauglichkeit stellt, dw Sterblichkeit in der Armee die der deutschen zeitweilig um das vierfache überstiegen hat Aus der Stabilität der Invalidität und Sterb-' lichkeit im deutschen Heere ergibt sich, daß nnfere .Wehrfähigkeit noch steigerungsfähig ist. Von > großer Bedeutung für die Erhaltung und Er- i Höhung der Tauglichkeit ist die Schule. Es ist .sticht gerade erfreulich, daß von den Schülern .der höheren Schicken 60—70 Prozent der -um .^istahrigen Dienst Berechtigten untauglich zum !He«rej>dienst sind. (?) Einen großen Anteil
daran dürfte die Kurzsichtigkeit haben. Nach der Ansicht des Verfassers wird dieses Leiden in der Schule nicht sowohl durch Mangelhaftigkeit der Schulräume hervorgerufen, als. vielmehr durck) den kleineii Druck vieler Schulbücher und durck) mangelhafte Beleuchtung bei den häuslichen Arbeiten. Auch an der Untauglickckeit infolge von Lungenleiden ist die Schule teiliveise schuld, eilt« mal durch die Belastung der Lungenspitzen mit den Schultornistern unb dann dadurch, daß nicht genügend darauf geachtet wird, daß die Schüler bei körperlichen llebungen die steifen Kragen und andere den Blutkreislauf hemmende Kleidungsstücke ablegen. Diesen liebeln, sowie vor allem auch der Nervenschwäche und der Körperschwäche kann die Schule entgegenwirken durch die Begünstigung körperlicher Spiele int Freien. Der Verfasser legt einen ganz besonderen Wert auf diese körperliche Betätigung in freier Luft, während er für das Turnen in der Turnhalle oder in einem engen Hof wenig übrig hat. Ganz besonders beachtenswert aber ist es, daß er der gerade in letzter Zeit so begünstigten sportsmäßigen Steigerung körperlicher Spiele entgegentritt., Nach seiner Meinung bringen sie nicht nur keine körperlichen Vorteile, sondern sie haben direkte Schädigungen zur Folge. Er sagt: „Gipfel- und Dauerleistungen der Schüler nehmen die Zeit über Gebühr in Anspruch nnb schädigen das Nervensystem." Es wird sich empfehlen, wenn man gerade diese Mahnung eines Mannes, der mit bett militärischen und bett medizinischen Verhältnissen in gleicher Weise vertraut ist, beachtet Die Schule ist für das Heer von großer Bedeutung, weil sie gerade infolge der Verkürzung der Dienstzeit die Aufgabe hat, den jungen Menschen körperlich und geistig auf seine spätere Dienstzeit vorzubreiten."
Marburg llnd Urngegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 beS Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberhesi. Zig." gestattet.)
14. Oktober.
* Von der Volkszählkarte. Für die am 1. Dezember d. I. stattfindende Volkszählkarte hält das Satistische Landesamt schon jetzt einen ganz beträchtlichen Beamten- und Hilfsarbeiter- Apparat in Tätigkeit. 63 Millionen Zählkarten, zu derenTransPort 29 Eisenbahn-DoPPelloaggons nötig gewesen, kommen zur Verwendung. 1000 Karten, aufeinander gelegt, sind freilich nur 13 cm hoch; die 63 Millionen aber wachsen zu einer Niesensäule von 8190 m an, was fast die 53fache Höhe des 156 m hohen Kölner Domes bedeutet. Jede Karte ist 21 cm lang und 13 cm breit. Legt man die Länge nach eine an die andere, so ergibt sich eine Strecke von 13 230 km 11093 Meilen). Der Weg von Berlin nach Warschau kann also 26,4 bzw. 16,3 mal, der Querschnitt durch Deutschland (Berlin als Mittelpunkt gedacht) 16,5 bzw. 10,3 mal belegt werden.
* Choleragksahr und Abstinenz. Während die Temperenzler sonst nicht müde werden, die Gefahren des Alkohols in den grellsten Farben zu schildern, haben die in ihrer Existenz bedrohten. Brauereien und Groß-Desiillateure jetzt den Spieß umgedrehk. Sie erklären in ihren Versammlungen und Fachblättern namentlich im Hinblick aus die Choleragefahr, den Genuß von Selkerswasser und Limonaden, sowie sonstigen alkoholfreien Getränken für in hohem Grade gesundheitsgefährlich und fordern die Polizeibehörde allen Ernstes auf, eine amtliche Warnung vor dem Genuß dieser Getränke zu erlassen. Begründet wird dies Ersuchen mit dem Hinweis darauf, daß die Gährung das Waffer von allen schädlichen Keimen befreit, während dies bei den alkoholfreien Getränken nicht der Fall sei, zumal diese zumeist aus undestilliertem Wasser zubereitet werden und ihre Herstellung keiner strengen polizeilichen Kontrolle unterliegt. Die zuckerhaltigen Limonaden sollen in . Cholerazeiten besonders schädlich wirken. Dies Vorgehen der Alkoholinteresienten hat in den Kreisen der Abstinenzler, noch mehr aber in denen der Mineralwasser- und Limo- naden'Fabriken große Entrüstung hervorgerufen und Protestkundgebungen veranlaßt.
* Dir «rnrn Halbmarkstückk. Einen merkwürdigen Prägefehler kann man an den neuen Vr-Markftücken mit dem Münzzeichen J beobachten. Viele der Münzen find, nach dem Profil betrachtet, keilförmig geprägt, der eine Teil des Randes ist säst noch einmal so stark als der andere.
• Die ersten Hasen der diesjährigen Reife er- scheinen auf dem Markte. liniere Hausfrauen sind für Winke beim Einkauf gewiß dankbar, sie wollen sich also folgendes merken: Als untrügliches Kennzeichen für einen frifchgeschossenen Hasen gelten die Augen. Sind dieselben noch gut erhalten, so ist das Tier frisch, sind sie eingefallen.
so ist er schon länger tot. Sind die Nägel an. den Hinterläufen noch scharf und etwas spitz, so ist es ein diesjähriger; sind sie dagegen abgelaufen, so ist es eilt alter Hase. Wirklich alte Hasen sind indes in unserer Zeit sehr selten. Bekannte Erkennungszeichen sind auch das Einreißen der Löffel, das Aufheben der Stirnhaut. Alle diese Zeichen sind jedoch nicht so sicher, wie das von einem Fachmann herrührende: Feder junge Hase hat in der Mitte des Kopfes zwischen den Löffeln ein paar weiße Haare. Fehlen diese, so kann die Hausfrau, mag Meister Lampe noch so zart nnd schmächtig aussehen, in ihm getrost einen alten Herrn begrüßen.
* Die Heilung des Schnupfens. In der „Ber'l. Klin. Wochenschrift" veröffentlicht Dr. Vohsen ans Frankfurt a. M. Beobachtungen und Untersuchungen über ein neues Schnupfmittel. Es besteht aus einer Mischung von Kokain, Paranephrin und Wasser und wird mittels Watte- bäuschchen" auf die Nasenmuscheln appliziert. Einige Minuten nachher schon versiegt die starke Sekretion und die Nase bleibt frei. Nach mehrmaliger Wiederholung dieses Verfahrens ist der Schnupfen geheilt. Das Kokain und Paranephrin machen die Schleimhaut blutleer und bekämpfen so die Entzündangserscheinungen. Bei Säuglingen totrb durch einen Schnupfen das Trinken unmöglich, da bei demselben das Kind durch die Nase atmen muß, was bei einem heftigen Schnupfen unmöglich ist. Die Behandlung des Schnupfens der Säuglinge ist jedoch sehr schwierig wegen der Unzulänglichkeit der kleinen Nase. Dr. Vohsen hat auch dafür eine neue Methode angegeben. Man führt in ein Nasenloch ein schräg abgeschnittencS dünnes Gummiröhrchen und -bläst mit einem Gummiballen Luft hinein. Mittels dieser Nasenluftdusche wird das Sekret aus der Nase herausgetrieben und entleert sich durch das' andere Nasenloch. Die Kinder fühlen sofort eine Erleichterung und atmen freier. So das oben angegebene Fachblatt.
Hessen-Nassau und Nach hat gebiete.
Abterode (am Meißner), 13. Okt. Am Sonntag fand auf dem benachbarten Freiherr!, von Gilsaschen Gut Münchhof eine schüre Feier statt. Für 40jährige treue Dienste auf dem Hofe erhielt Lrthea Kistner aus Germerode das goldene Kreuz von I. M. der Kaiserin. Alle Bewohner des Gutes waren versammelt.
Darmstadt, 13. Okt. Das grobherzogliche Ministerium veröffentlicht soeben die von ihm ausgearbeiteten Bestimmungen über den Bau und Betrieb von Warenhäusern. Den Anlaß gaben die im In- und Ausland in den letzten Jahren vorgekommenen zahlreichen Warenhausbrände. Es werden besondere Maßnahmen in baupolizeilicher, feuer- und sicherheitspolizeilicher Hinsicht in bezug auf den Bau und den Betrieb von Warenhäusern getroffen.
Vermischtes.
Ein heiteres Nachtwächterstückchen, das nicht erfunden ist, sondern sich tatsächlich ereignet hat, spielte sich dieser Tage in einem Dörfchen bei Pyritz ab. Der Nachtwächter war gestorben, und da sich vorläufig kein neuer finden ließ, so mußten die Dorseingesessenen abwechselnd diesen Dienst übernehmen. Dieser Tage sollte nun der Gastwirt des Dorfes Spies; unb Horn übernehmen, da die Reihe an ihn gekommen war. Er hatte aber keine große Lust und war deshalb froh, als der Knecht sich erbot, den Dienst zu übernehmen. Der Knecht trat nun, mit allen Zeichen seiner Würde versehen, seinen nächtlichen Rundgang an und bemerkte hierbei einige Stunden nach seinem Dienstantritt, daß im Gasthofe seines eigenen Herrn noch Gäste waren, trotzdem die Polizeistunde längst überschritten war. Er trat darauf mit größter Wichtigkeit in die Gaststube und forderte seinen eigenen Herrn „kraft des Gesetzes" auf, sofort Feierabend zu machen, schickte sich auch an, einige Gäste, die dieser Aufforderung nicht sofort folgen wollten, an die Luft 31t setzen. Sein Herr aber verstand den Spatz schief, nahm seinem Knechte Spieß und Tuthorn ab, prügelte ihn windelweich unb sperrte ihn in den Stall. So war die Nachtwächterherrlichkeit jäh zu Ende, aber der Wirt soll sich nun wegen „Beamtende- leidigung" vor Gericht verantworten.
Was ist die Ehe? fragte vor kurzem ein iri- scher Pfarrgeistlicher in der letzten Unterrichtsstunde vor der Firmung ein junges Mädchen. Die Konfirmandin war in chrem Katechismus wohlbeschlagen unb hatte ihre Antworten am Schnürchen, allein der Diözesanbischof, der bereits für die Firmung eingetroffen war, eine vornehme und imponierende Persönlichkeit, war zugegen und brachte die Gemüter der Jugend in nicht geringe Aufregung. Und so begann das Mädel — statt zu sagen: „Die Ehe ist ein Sakrament nsw." — „Die Ehe ist ein Zustand schrecklicher Qualen, die diejenigen, die in sie ein
treten, zur Verbüßung zeitlicher Sündenstrafen eine zeitlang zu erdulden haben, um sich für eine bessere Welt vorzubereiten." Die Antwort kam so rasch und sicher, daß der Pfarrer erst ein- springen konnte, als sie ganz heraus war. „Nein, nein, Kind," rief er dann eifrig, aber mild, „daS ist ja nicht die Ehe, das ist das Fegefeuer." Der Bischof verzog keine Miene, aber der Schalk blitzte ans seinem beherrschenden Auge, als er ruhig bemerkte: „Lassen Sie die Kleine nur. Wer weiß, sie hat vielleicht recht. Was wissen Sie unb ich davon?"
Ein betrogener Bräutigam. In zwölfter Stunde hat es sich die Arbeiterin Margarete H^ die mit ihrem Bräutigam, dem Tischler Wilhelm O., in Berlin an den Traualtar treten sollte, anders überlegt. Das Brautpaar hatte sich be< reits ein molliges Nest in der Blücherstraße eingerichtet, das nach der Trauung bezogen werden sollte. Dieser Tage wollte man zum Standesamt gehen, aber die holde Braut ist anderen Sinnes geworden. Sie ist auf und davon mitsamt der Wohnungseinrichtung, sodaß der Bräutigam nur die leeren Wände vorfand. Die Mutter der Brant, die aus der Provinz hier eingetroffen war, fuhr betrübt nach Hause unb nahm den selbstgebackenen Hochzeitskuchen wieder mit.
Ledigenheim. Die Düsseldorfer Stadtverordnetenversammlung beschloß am Dienstag, zum Andenken an die bevorstehende Silberhochzeitsfeier des Kaiserpaares eine Ledigenheim-Stiftung unter dem Namen Wilhelm- und Auguste Vik- toria-Stiftung zu begründen unb dafür 100 000 Mark bereit zu stellen.
Vom Büchermarkt.
** Ein neues Prachtwerk über die deutsche Marin? beginnt soeben in dem Verlage von Friedrich Kirchner, Erfurt und Leipzig, zu er« scheinen. „Deutschlands Kr i e g s fl 011 e" eine Darstellung der Entwicklung und des gegen- wärtigen Bestandes der gesamten Reichsniarine, ihrer Organisation, ihres Materials und ihrer Bemannung, ist von dem bekannten Marine- Schriftsteller Viktor Laverreilz verfaßt, dem, Wit schon eine ganze Reihe wohlgelungener maritimer Werke verdanken. Was das Buch. welches sowohl für Fachleute wie auch für Laien bestimmt ist, besonders wertvoll macht, ist das absolut zuverlässige Zahlenmaterial. Außer ca. 275 Illustrationen nach Originalaufnahmen enthält das Werk u. a. eine Reproduktion des Gemäldes „Sr. Mast Linienschiff „Braunschweig" in voller Fahrt unter Reiter" von Professor Hans Bobrdt in vollendet künstlerischer Ausführung in 16 Farben, eine Ge- famtübersicht über alle Schiffe der deutschen Kriegsflotte (4 Tafeln), 5 Seeschlachtenbilder von Marinemaler C. Schön, sowie zahlreiche Uniformen-, Flaggentafeln, Schiffsrisse u. a. Das Werk erscheint in 12 Lieferungen zu je 1 Mark.
** Lieblingsblatt aller deutschen Frauen, nicht nur in Deutschland, sondern auch bis in die fernst - Weltteile, ist das in feiner Vielseitigkeit und praktischem Nutzen einzig dastehende Familienblatt „M o d e und H a n s".
** In der soeben erschienenen Nummer 41’ des beliebten Frauenblattes „Häuslicher Ratgeber" finden wir wieder eine größere Kollektion reizender Kostüme für Damen und Kinder, welche durchaus geeignet sind, fleißige Hände zu eifrigem Nacharbeiten anzuregen, Abonnementspreis vierteljährlich 1,40 Mark. Man verlange Probemimmer vom Verlage Rob. Schneeweiß, Berlin W., Eisenacherstr. 5, welche jedermann kostenlos zugeschickt werden.
Vergnügungs-Anzeiger
Königliches Theater zu Kassel.
Sonntag. 15. Olt.. 2'/» Uhr: .Hans Huckebein' 7 Uhr: .Der Freischütz'-
Montag, 16. Okt.: .Augen rechts'.
Dienstag, 17. Okt.: .Die Heirat wider Willen'.
Mittwoch, 13. Okt.: 1. Abonnements-Konzert.
Donnerstag, 19. Okt.: .Fritzchen', .Wann wir altern' und .Der Herr Kommissär'-
Freitag, 20. Okt.: .Die Heirat wider Willen'.
Samstag. 2h Okt.: .Im weißen Rößl'.
Sonntag, 22. Okt : .Rienzi'.
Montag, 23. Okt.: Die Nibelungen. lErller Abend) .Ter gehörnte Siegfried'. .Siegfrieds Tod'.
Sch wächliche Wicklung oder beim Lernen zurückbleibende Kinder, sowie blutarme, sich mattfühlende und nervöse überarbeitete, leicht erregbare Erwachsene jeden Alters gebrauchen als Kräftigungsmittel mit grossem Erfolg Dr. HOMMEL’s Haematogen.
Der Appetit erwacht, die geistigen und körperlichen Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Nerven- System gestärkt.
Man verlange jedoch ausdrücklich das echte „Dr. Hommei’s“ Haematogen und lasse sich keine der vielen Nachahmungen aufreden.
Verantwortlich für die Redaktion: Dr. DoerkeS-BoPpard in Marburg.