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'Nockdruck verboten.)
Verlobter ist, Leutnant a. D.
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Verfasser von feiten der beteiligten Behörden Verfügung standen, haben es ermöglicht, Thema durchaus gründlich zu behandeln.
Ausgehend von dem Chinaberichte Generalfeldmarschalls Grafen Waldersee an Kaiser vom 7. August 1901 wird zunächst
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politische Notwendigkeit einer solchen Neuschaffung erörtert. Graf von Waldersee hat darüber u. o. folgendes ausgeführt: „. . . Die Ereignisse in China haben gezeigt, daß Deutschland jederzeit und überraschend in die Notwendigkeit versetzt werden kann, aus einem überseeischen Kriegsschauplatz militärische Machtmittel zu entfalten. Bei solcher Sachlage ist das Vorhandensein einer für diesen Zweck speziell organisierten Truppe, einer Art Kolonialarmee,
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug.Koch, UmvcrsttätS-Buchdruckerek 40. Jahrg.
Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
mann, ich habe mich soeben mit Ihrer Nichte Gertrud verlobt."
„Wie ist denn das möglich? Verzeihen Sie, aber das will nicht in meinen alten Kopf, tst's denn nur wahr?"
„Ja, Sie können es getrost glauben. Ich habe Gertrud schon immer geliebt, und ich bitte Sie nochmals, seien Sie meiner geliebten Gertrud ein Vater. Schon länger weiß ich, daß sie frei ist; da hab' ich sie denn heute gefragt, ob sie mich In- validen haben wollte — und sie hat eingewilligt."
„— also darum," murmelte Herr Teichmann, „also darum I O, jetzt wird mir alles klarl"
Eine andere Viertelstunde erstand vor seinem geistigen Auge, vor längerer Zeit, in der er Ger- trud im selben Zimmer, aber allein und in Tränen gebadet, vorgefunden hatte — — und jetzt so ganz anders mit den großen glückstrahlen- den Augen! Sie umfaßte ihn; sie hatte feine Gedanken erraten.
„Ja, Onkelchen, darum, aber alles in Ehren! Ich habe selbst nie daran zu denken gewagt! Aber siehst Du, der Spruch ist wahr:
Wo Zwei sich lieben mit Gottesflammen, Geschieht ein Wunder, und sie kommen zusammen."
„Lasse Dir alles erzählen!" In kurzen Worten sagte sie ihm das für ihn Wissenslverte.
Endlich hatte sich der Onkel gefaßt; er nahm Beider Hände:
„Tann, meinen Segen, Kinder! Herr von Warburg, Sie bekommen eine prächtige Frau, ich gratuliere! Schön ist es aber nicht von Ihnen, mir die Trude lvegnehmen zu wollen! Sie hatte mir so feierlich versichert, niemals zu heiraten und wird nun wortbrüchig."
„Ja, Onkel, wenn er nicht gekommen wäre, hättest Du es auch schwerlich erlebt. Und daran denken konnte ich doch nicht, an solches Glück."
„Kinder, Kinder, was wird meine Frau dazu Jagen?"
Marburg
Freitag. 13. Oktober 1905
Deutsches Reich.
Berlin, 12. Oktober.
— Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin nahmen gestern Mittwoch, wie an anderer Stelle gemeldet ist, an der Hochzeitsfeier im Schlosse zu Glücksburg teil und kehrten dann
„O mach mich nicht stolz und eitel — was ist davon vielen sagen."
„Doch, mehre Trude, doch! Ach ich bin jetzt glücklich — nun haltg ich Dich doch als meine Braut im Arm! Trude, das schwöre ich Dir zu — von Dir gelassen hätte ich nicht, auch wenn mir jenes nicht passiert wäre! — Hast Du doch um meinetwillen Deine Verlobung gelöst."
Eine Wolke flog über ihre Stirn. „Das ist nun vorbei, Albrecht, laß uns nicht wieder davon sprechen," sagte sie gepreßt, und da sie ein Zucken in seinem Gesicht sah, „nicht doch, Geliebter! Sei ohne Sorge, daß ich das jemals bereuen könnte. Nur ist es mir eine Qual, daran erinnert zu werden, wie weh ich ihm getan. — Jetzt habe ich Dich, jetzt will ich an nichts anderes denken als an Dich," kam es leidenschaftlich überihre Lippen; — „ich weiß nicht, Geliebter, wie es gekommen ist, daß Du mich so ganz beherrschest, o Du — —"
„Mein Weib, mein alles!" flüsterte er, „mein einziges Lieb —" Er brach ab, da jemand laut und vernehmlich die Treppe herauflam. Schnell entfernte sich Gertrud von ihm und setzte sich ans Fenster, ihre Arbeit ergreifend — „der Onkel!"
Er war es, der jcht das Zimmer betrat. Ver- wundert sah er von einem zum anderen und Gertruds Verwirrung entging ihm nicht. Ehe er aber etwas sagen konnte, nahm Albrecht das Wort:
„Sie wundern sich gewiß, "Herr Teichmann, mich noch hier zu sehen; das ist nun erledigt. An Sn habe ich nun die herzliche Bitte: hüten Sie mir meim Gertrud, meine Braut!"
jto ob ein recht schlechter Spaß mit ihm ge- E<msei, fo ungläubig sah Herr Teichmann aus.
„Was höre ich? Nein, unmöglich, Herr Leutnant!", w
„Bitte, jetzt einfach von Warburg — mit dem Leutnant ist es vorbei. — Im Ernst, Vapa Teich-
Die Hochzeitsfeierlichkeiten in Glücksburg.
Glücksburg, 11. Okt. Heute Vormittag fand die standesamtliche Trauung der Herzogs Karl Eduard von Sachsen» Koburg-Gotha mit der Prinzessin Viktoria Adelheid zu Holstein»
Das Abonnement auf die „Oberhesfische Zeitung", das größte, meistgelesenste und weit verbreitetste Blatt Marburg!- «nv der Umgegend kostet vierteljährlich NU' 2.25 Mk. Inserate habe« beste« Erfolg.
Eine deutsche Ko'onialarmee.
Die Frage der Errichtung einer deutschen Kolonialarmee ist zum ersten Male von berufener militärischer Seite durch einen Aufsatz beleuchtet und erläutert worden, den der Hauptmann v. Haeften vom Großen Generalstab in der Oktobernummer der „Vierteljahrsheste für Truppenführung und Heeresknn.de" (herausge- geben vom Großen Generalstab, Verlag von E. S. Mittler u. Sohn) veröffentlicht. Die umfassenden amtlichen Unterlagen, die anscheinend dem
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
Teichmann, sobald ich in meinem neuen Berufe etwas leisten kann, dann komme ich wieder und werbe bei Gertruds Mutter, sowie bei Ihnen in aller Form um ihre Hand. So lange soll unser Bund Geheimnis bleiben. Ich habe hier noch- einiges zu erledigen, dann gehts noch heute Abend fort."
„Heute Abend schon? Wollen wir denn nicht zur Feier einen guten Tropfen trinken — Ihre Lieblingsmarke, Herr von Warburg, Sie wissen —"
Unschlüssig blickte Albrecht zu seiner Bocach was die wohl meinte — er wäre gar zu gern ge*
„Die wird mir sicher kondolieren, scherzte Albrecht.
„Ja, der Tante müssen wir es sagen, sonst aber Niemand," meinte Gertrud, „wenn ich mich,, stens nach Haus fahre, iverde ich es der Mutter sagen; schreiben will ich es nicht gern; es würde sie vielleicht aufregen."
„Du hast Recht, meine Trude," sagte Albrech^ „vorläufig nichts verraten. Du kannst doch arutz nicht gut sagen, wenn Du gefragt wirst, was Dein
Kriegsminister gemacht hat. An der Hand des französischen Beispiels wird daraus hingewiesen, daß die Ausgaben überseeischer Machtentfaltung einer Großmacht mit Kolonialbesitz so verschiedenartig sind, daß sie durch eine große Organisation, die zugleich ihre innere Einheitlichkeit wahren will, nicht gelöst werden können. Es sind also je nach den Aufgaben und Bedürfnissen getrennte Organisationen nebeneinander zu schaffen für den Schutz der Kolonien: die Schuhtruppen, für andere Aufgaben überseeischer Machtenfaltung: die A u s l a n d s t r u p p e n. Während letztere allerdings dem preußischen Kriegsministerium unterstellt werden sollen, entscheidet sich Hauptmann v. Haeften für die Unterstellung der Schutztruppen im Sinne des Generals Leutwein und des Grafen Goetzen. Beide wollen die Schutz- truppen direkt derjenigen Behörde unterstellen, die für die Kolonialpolitik die Verantwortung trägt, also dem Kolonialamt. Diese Behörde wäre durch einen weiteren Ausbau des Oberkommandos der Schntztruppen zur Erfüllung ihrer militärischen Aufgaben in erhöhterem Maße zu befähigen. Eine Gefährdung der militärischen Interessen ist dabei nicht zu befürchten, da diese Interessen „seitens der Kolonialbehörde, bei rich- ttger Klarlegung von militärischer Seite, stets die nötige Würdigung gefunden haben." Mit seiner Polemik gegen die übertriebene Sparsamkeit, die wiederum durch die trostlose Lage unserer Reichs- finanzen bedingt ist, und für die Uebernahme der Unterhaltungskosten für die Schutztruppen auf das Reich sagt .Hauptmann v. Haeften weiter nur das, was von kolonialfreundlicher Seite 'seit Ian- gern gefordert wird. — Hinsichtlich der Bemessung der numerischen Stärke der Besatzungen in den einzelnen Kolonien wird nur für die südw est- afrikanische Kolonie eine erhebliche Vermehrun^g der Schuhtruppe gefordert. Diesem Schutzgebiet wird mit Recht eine hohe militärische Bedeutung zugesprochen. Mag man den wirtschaftlichen Wert von Südwestafrika hoch oder niedrig einschätzen, der militärische Wert ist jedenfalls so be- deutend, daß sowohl die jetzt so stark an- wachsenden Kriegskosten, wie eine dauernde Mehrbelastung des Budgets sich durch die Besserung der politischen Gesamtlage des Reiches in jeder Weise bezahlt machen werden. — UebrigenS hat die Arbeit des Hauptmanns v. Haeften bereits in der Londoner Presse Beachtting gefunden. In einem Artikel der „Morning Post" vom 5. d. M. wird daraus hingewiesen, daß Deutschland mtt der Errichtung einer Kolonialarmee eine Elite-Auslandstruppe schaffen würde, der in einem zukünftigen Kriege die allerschwerwiegend- sten Aufgaben zufallen dürsten.
an Bord der „Hohenzollern" zurück. Der Kais« besichtigte nachmittags eingehend den Turbinendampfer „Kaiser" unter Führung des Direktors v. Grumme und des Generaldirektors Rathenau. Abends waren die „Hohenzollern", die Kriegsschiffe und der Dampfer „Kaiser" illuminiert. An Bord der „Hohenzollern" fand Familientafel fun die in Glücksburg anwesenden Fürstlichkeiten statt.
— Die bereinigten Ausschüsse des Bundes- rats für Justizwesen, für Handel und Verkehr und für das Seewesen hielten gestern eine Sitzung ab.
— Die Arbeiten am Reichshaushaltsetatsentwurf für 1906 sind im Reichs- schaharnte fo gefördert, daß die Hoffnung besteht, es werde mit der Einbringung von Einzeletats beim Bundesrate vielleicht schon Ende Oktober oder spätestens anfangs November begonnen werden können. Man nimmt an, daß auch in diesem Jahre die Beratung des Etats tm Bundesrate nicht allzulange Zeit in Anspruch nehmen wird, so daß der Reichstag sich gleich nach seinem Zusammentritt mit der ersten Lesung des Etats, wie gewöhnlich, wird befassen können.
— Der Chef der Reichspostverwaltung, Staatssekretär K r ä t k e, der Oberkommandierende in den „Marken", begeht; heute seinen 60. Geburtstag. Ein geboren« Berliner und Schüler der Königstädttschen Realschule, trot er nach bestandenem Abiturienten-. Examen 1864 in den Postdienst, wo er eine glän-' zende Karriere machte. 1880 wurde er als Post-: rat der Berliner Oberpostdirektion zugetellt, , ein* Jahr später in gleicher Eigenschaft in das Reichs, Postamt berufen. Zu dem verstorbenen Staats», sekretär v. Stephan trat er als Chef des Zentral- bureaus in enge Beziehungen; er galt als seine rechte Hand. Der Umstand, daß Herr Krätte von 1887 bis 1890 Gouverneur von Deutsch-Neu- guinea war, hat wohl dazu beigetragen, daß auch unsere Kolonien sich heute einer sicheren und trefflich arbeitenden Postvettvaltung erfreuen. Als im Jahre 1901 der damalige Direktor ber elften Abteilung Geh. Oberpostrat Krätke zum Nachfolger des aus dem Anste scheidenden Staatssekretärs v. PodbielSki ernannt wurde, war man sich allgemein darüber einig, daß ein erprobter Praktiker an das Ruder gekommen sei. Exzellenz Krätke — man hört verhältnismäßig wenig von ihm in der Oeffentlichkeit — arbeitet unablässig daran, das stolze Werk der Reichspost auf sein« Höhe zu erhalten. Er hat die Genugtuung, daß sein Wirken anerkannt wird; auch im Reichstag findet er eine sehr wohlwollende Behandlung. Der Jubilar ist unbermäb'ft geblieben.
Schreckgespenst der Tante — er hatte seine Gertrud doch nicht für sich und der Boden bramch» ihm unter den Füßen.
Gertrud hatte dasselbe Gefühl, nur nicht der Tante mit ihm gegcnübersitzen; es war ihr furchtbar peinlich — und dann war das Geschäft und die Weinstube zu besorgen, es war besser, er fuhr noch heute Abend — sie sprach dies auch aus, und die beiden Herren fügten sich.
„Nun muß geschieden fein," sagte Wretztt „ich' muß noch nach dem Bezirkskommando uni' zu Hauptmann von der Heyden. Leben ©te' wohl, Vater Teichmann , grüßen Sie Ihre groll’ Gemahlin von mir — und Du, Trude —" |
Ich begleite Dich bis zur Tür." kFortfehw'g folgt)'.
Das neue Fraulein.
Original>Roman von Fr. Lehne. i ("ivi-; uetzimg.) i
, „Ach Trude, wie hab' ich nur fo unentschlossen fern können, jetzt begreif' ichs selbst nicht mehr. Gar ost hatte ich erwogen, den Dienst zu quit- i'eren, um Dich zu heiraten — aber was konnte r rrr Mieten ? Welchen bürgerlichen Beruf sollte ich ergreifen? Schuhflicker konnte ich doch nicht 1 Der beit — und zum Entbehren sind wir Beide nicht geschaffen. Der Onkel hätte/ mir schort alle Eristenzrnittel entzogen."
„Nein, Albrecht, nie und nimm« hätte ich ya£ auch angenommen! Du kannst nur im Sonnenschein leben —"
„Jetzt nicht mehr, Trude, nein! Auf meinem Krankenlager ist mein ganzes Leben an mir vor» I übergegangen, und ich habe gesehen, daß es nichts ^xtr- Hw war ein Mensch ohne ernste Gedanken, der das Leben so hinnahm, wie es sich ihm bot, allem Unangenehmen sorgfälttg aus dem Wege tzehend. Lo habe ich zwischen Gutem und Bö- I sem hm- und hergeschwankt, bis jener unglück- I liebe Tag, den ich jetzt preisen muß, allem ein Ende machte Da lernte'ich zum ersten Male I
«S Leben von der anderen Seite kennen. Leicht ist es nur nicht geworden, dem mir so sie- I ton Soldatenstande zu entsagen — ich kann es I fvtr nicht verhehlen, daß sogar einige Tränen I geflossen sind — ob« nun ist auch das überwun- I ton. Und den ersten Anlaß dazu hast Du mir I
•Ix’ 35einen Besuch gegeben — wärest Du | chicht gekommen, wer weiß —! Da sah ich, welchen schätz ich m Deiner Liebe besaß. — Welchen kwchbf. welche Uebenvinbung muß es Dich ge- rottet haben, den Gang zu mir zu wagen! Selbst die Oberm, als, ich ihr alles erzählte, als sie Dich «ehort und Demen Brief gelesen — ja, ja — »a bewunderte sie Dich."
Neueste Telegramme.
Berlin, 12. Okt. Durch die Forderungen des neuen Etats soll die Stärke des militärischen Personals d« Flotte auf rund 43 000 Köpfe gebracht werden.
Darmstadt, 11. Okt. Amtlich wird die gestrige Meldung bestätigt, daß ber Großherzog den Justizminister Dr. Emil Dtttmar auf sein Ansuchen mit Rücksicht auf seine geschwächte Gesundheit _ unter dankbarer Anerkennung seiner langjährigen treuen und ausgezeichneten Dienste in den Ruhestand v«setzt und ihm aus diesem Anlaß das Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen hat. An fein« Stelle wurde Reichsgerichtsrat Ewald zum Justtzminister ernannt.
Brüssel, 12. Okt. Der König d« Belgi« machte verschiedenen hochstehenden Polittkern die geheime Mitteilung, von feiner Absicht, den Kongostaat unverzüglich für Belgien zu annek- tieren wegen der Bloßstellung des Derwaltungs- fvstems im Kongo, wegen der Enthüllungen de Brazzas über die Ergebnisse der in wenigen Iah- reu mit dem Verwaltungssystem in Französisch- Kongo gemachten Versuche und aus anberen Gründen.
. Stockholm, 11. Ott. Heute ist d« Befehl er- teilt, die wehrpflichtigen Marinemannschaften möglichst schnell, spätestens bis zum 18. Oktober Heimzusenden, sowie die nach ber Westgrenze entsandten Truppen zurückzuziehen.
London, 12. Okt. Die in diesem Jahre verschobenen Flottenmanöver sollen im Sommer 1906 j'tattfinbciL Die Flottengeschwader all« Erdteile sollen daran teilnehmen, um die im vorige n Jahre beschlossene Flottenverteilung auf die Probe zu stellen.
Washington, 11. Okt. Der russische Gesandte . kosen sprach heute im Staatsdepartement vor, um über die äußeren Anordnungen zmn Austausche der Ratifikationen des Portsmouth« Friedens zu beraten. Es verlautet, die telegraphische Ermächtigung zum Austausche könne jeden Tag ein- treffen.
dringend erwünscht." Es folgt eine Schilderung der Entwicklung der militärischen Organisation der jetzt bestehenden Schutz- truppen bis zum Ausbruch des Aufstandes in Südwestafrika. Die Mängel der bisherigen Organisation sind in dreifacher Weise in die Erscheinung getreten: In der Unzulänglichkeit ber bestehenden alten Schutztruppe, in der Schwierig- feit ihrer ausreichenden Verstärkung durch das Marine-Exveditionskorps, das alsbald gesundheitlich^ versagte, und in den Schwierigkeiten, die Madrid, 12. Okt. König Mphons von Spa- I der spätere Ersatz und die Komplettierung der men wird am 3. November d. I. m Begleitung I Feldtruppen geboten hat. Dazu traten die Kom- des Ministers des Aeußeren Sauchez Roman und I plikationen durch den Dualismus bet Verwob dessen Kabinettschef Pina nach Berlin abreisen, I lung. Die Vielköpfigkeit d« Behörden, in deren wo er sich sechs Tage aufhalten wird. An der I die verschiedenen Entscheidungen lagen, deutschen Grenze erwartet den König ein Hofzug. I wußte zu ein« oft gefahrdrohenden Verlang- Die Ankunft in Berlin erfolgt am 6. November' I samung ber notwendigsten Maßnahmen führen.
Abgesehen von diesen Nachteilen fehlte den üb« Nacht geschaffenen Verbänden die nötige Zeit zu ihrer Festigimg und zum Zusammenschweißen der Truppe. Alle diese Gründe zeigen nach Hauptmann v. Haeften, wie sehr dem Reiche in dies« Zett eine heimische koloniale Reserve ge- fehlt hat. Das Ergebnis ber Haeftenschen Untersuchung ist die Konstatienmg d« Notwendigkeit 1. der Reorganisation der bisherigen Schutztruppen, 2. der Schaf- fung einer dauernd in der Heimat vorhandenen, für überseeische Zwecke verwendbaren Truppe. Für eine Neuordnung will Hauptmann v. Haeften von der Unterstellung der Schutztruppen unter das Preußische, Kriegsministerium absehen und begründet seine Ansicht mit den ungünstigen Erfahrungen, die man in Frankreich mit der Unterstellung d« Kolonialannee unter den