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Zweites Blatt

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Marburg

Sonntag, 8. Oktober 1905.

geschasst ober aber nach aufwärts derkauft zu Preisen von 2050 F das, Stück. Die Mit­glieder erhalten für das an die Sammelstelle ab­gelieferte Brutei in der Regel 12 F, für das frische Trinkei je nach der Jahveszeit 610 F. Niemand darf nämlich bei Strafe auf eigene Rechnung Geschäfte betreiben, sondern jeder Ver­kauf geschieht durch die Genossenschaft. Der Ueberschnß der Genossenschaftskasse wird nach Maßgabe der vom Vorstande am Schluß des Jah­res angestellten Berechnung unter die Mitglieder verteilt. Die Kasseneinnahme betrug im zweiten Geschäftsjahre bereits 4000 M, im dritten etwa 10 000 M, sie wäre noch bedeutend größer ge- Wesen, wenn die zahlreich eintaufenben Bestellun­gen auf Bruteier und Mastware hätten ausge- führt werden können; es bestellte beispielswerse eine große Mastanstalt am Rhein 27 000 Stück Bruteier, lieferbar in fünf Tagen. Infolge der starken Nachfrage nach Zuchtprodukten haben bte Lohrhaupter noch vier benachbarte Dörfer in ihre Genossenschaft ausgenommen. Daß sich das Un­ternehmen so gedeihlich entwickeln konnte, ist in der Hauptsache das Verdienst des energischen, opserfreudigen Ortspfarrers, er lehrt seine Bauern, wie sie züchten müsfett, erledigt die schriftlichen Arbeiten und sorgt auch für den Ab­satz der Erzeugnisse, was ihn anfangs sehr viel Mühe gekostet hat. Wertvoll ist mm auch dis Mitteilung dieses Leiters der ersten bäuerlichen Geflügelzuchtgeitossenschaft, daß einzelne Bauern aus einer einzigen Zttchthenne einen Jahresge­winn von 16 und 14 M zu verzeichnen gehabt haben. Das ist ein außerordentlich hoher Ertrag, der sonst in Bauernwirtschaften, wo Hühner ge­halten lverden, nicht annähernd erreicht wird, und der nur durch einen Umstand erklärt wird, näm­lich durch die genossenschaftliche Betriebsform und die genossenschaftliche Verwertung der Erzeug­nisse. Hühnerzucht, desgleichen Entenzucht, ist ohne alle Frage ein lohnender Erwerbszweig für den kleinsten Landwirt sowohl wie für den, gro­ßen, wenn dabei zwei Bedingungen hauptsächlich erfüllt werden daß vorwiegend die Produktion von Mastvieh betrieben wird, denn diese ist die einftäglichste des gesamten Geflügelzuchtbetriebes, und zweitens, daß der Zuchtbetrieb und die Ver­wertung der Produkte in der Form des genossen­schaftlichen Zusammenfchlusses der Züchter eines bezw. mehrerer Dörfer geschieht. Es wäre un­seren Landwirten die Erschließung dieser neuen ergiebigen Erwerbsquelle von Herzen zu wün­schen, hierzu würde ein verhältnismäßig sehr ge­ringes Kapital und eine leichte, von schwächlichen Personen noch auszuübende Arbeit nötig , fein. Die landwirtschaftlichen Behörden in den Einzel- ftaaten haben die wirtschaftliche und volkswirt­schaftliche Bedeutung der Federzucht längst er­kannt und werfen jährlich beträchtliche Summen aus, um sie unter ihren Landwirten mehr in Aufnahme $u bringen; ihren Bemühungen wer­den jedoch die rechten Erfolge versagt bleiben, solange sie die eben angeführten beiden For­derungen unberücksichtigt lassen.

arme Kerl tut mir furchtbar leib; aber das sind die Folgen, wenn die Herren zu übermütig werden."

In lauten Klagen jammerte Frau Anna über das Unglück diesessüßen" Menschen. Gertrud sagte noch immer nichts; mit fest zusammengebisse- nen Zähnen, leichenblaß saß sie da. Wenn sie jetzt hätte reden müssen, sie hätte sich betraten, so würgte es in ihrem Halse; sie hätte laut auf- schreien mögen vor Weh aber sich nur nichts merken lassen, wie nahe ihr das eben Gehörte ging der Onkel beobachtete sie schon, das bemerkte sie. O, könnte sie doch an fein Schmer­zenslager eilen und ihn trösten! Sie fühlte mit ihm.wie mußte er leiden, körperlich wie seelisch! Ihr Herz schwoll über von Mitleid kein Ge- danke des Grolls, daß sein Unqliick durch eigene Schuld hervorgerufen war, daß er durch einen leichtsinnigen, unbedachten Streich seine Zukunft verscherzt hatte, daß er die militärische Laufbahn aufgeben mußte, was er um ihretwillen freiwillig trotz aller Liebe doch nicht getan. Sie wollte ihm schreiben, ihm ein paar Worte des Trostes sagen, damit er sah, daß wenigstens Eine seiner teilnehmend gedachte. Es war doch gar zu traurig für ihn, daß das so gekommen. Wie der Onkel sagte, verhielten sich die Kameraden ziem­lich zurückhaltend, abwartend, was von oben zu dem Fall gesagt würde.

Spät am Abend schrieb sie ihm denn einen Brief voll warmem Mitgefühls und voller herz­licher Trostworte jede Zeile atmete Liebe und Teilnahme. Zum Schluß bemerkte sie dann und Albrecht, versprich mir, den Mut zu haben, auch die Folgen Deines Mißgeschickes zu tragen. Wie man mir sagt, kannst Du nicht mehr heim Militär bleiben nun wohl, so nimm den Ab­schied und fange ein neues Leben an. Du bist ja noch jung und hast das ßeben noch vor Dir. Sühne durch ernste Arbeit, was Du in einem

Ausland.

* Großbritannien. Es gibt auch roch vorurteilslose Engländer, die nicht mit bet lächerlichen DeutschenfurLt behaftet sind. So eröffnete jetzt unter der SpitzmarkeNew Ger- mm h* der LondonerStandard* eine Artikel­folge auS der Feder eines früheren Mitgliedes, des englischen GrasschaftSrateS, Mr. Sidney Low, der im Auftrage des genannten BlafteS eine Rundreise durch die größeren Städte und Industriezentren Norddeutschlands unternommen hat. Die Aussätze sollen nacheinander die in» dustriellen Derbältniffe, die sozialen und städtv schon Einrichtungen behandeln und den eng­lischen Lesern eine möglichst vollkommene Vor­stellung von den in Deutschland aus diesen Gebieten herrschenden Zuständen vermitteln. Man wird auch au8 dieser besonderen Aufmerk­samkeit, die in der Londoner TageSpreffe den deutschen Verhältniffen gewidmet wird, mit Be­friedigung entnehmen dürfen, daß er im ®e« schäftSleben tätige und der im öffentlichen Leben stehende Engländer bett Erfolgen, die daS deut­sche Volk auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete aufzuweisen hat, die gebührende Wert­schätzung entgegenbringt.

EinenDie Gefahr des Bündnisse! mit Japan* betitelten Leitartikel schließt Evening Standard* mit folgenden Sätzent Ein großes Volk sollte im stände sein, fein« eigenen Kämpfe ohne die Beihilfe fremder Miet­linge auLzusechten. Wir glauben aufrichtig, daß wir in unserer freudigen Erregung übet daS japanische Bündnis zu dem schmählich« alten System nicht zurückkehren, daS darin be­stand, daß die englischen Siege mit Hessen, Hannoveranern, Schweizern und Söldnern anderer Nationalitäten erstritten wurden. Viele Vorteile des neuen Abkommens werden aufge­hoben, wenn wir uns jetzt zu der Ansicht ver­leiten lassen sollten, daß eS nicht länger unfeye Pflicht fei, unsere militärische Rüstung in Ordnung zu halten, und daß wir nicht nötig hätten, und selbst nationale Opfer aufzuerlegen weil wir immer auf den Beistand Japan! rechnen und zurückgreifen können, falls die Ni­es erheischt. Das würde ein unheilvoll Irrtum sein.*

Japan. Gras Dkunw besprach in einer_ Re8 vor den bereinigten Handelskammern die plötzlich, Ausdehnung des japanischen Finanzwesens uni führte aus, daß nach der vollständigen Zurück ziehung der japanifchen Truppen die Schuld Ja Pans sich auf 2500 Millionen Fen belaufen werde, deren Verzinsung die runde Summe von 15C Millionen erfordern werde, das nahezu Doppelte der Staatseinnabmen vor zehn Jahren. Der Steuerbetrug auf den Kopf der Bevölkerung vor dem Kriege sei vier Den gewesen, jetzt betrage er zwölf Den; die Nationulfchuld vor dem Kriege habe zwölf Den Pro Kopf betragen, nach dem Kriege betrage sie 50 Den. Indessen betrachtet

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Augenblick gefehlt hast und nun so grausam hart büßen mußt. Albrecht, ich vergehe vor Angst um Dich; habe Mitleid mit mir und sei ein Maiml Mir ist zu Ohren gekommen, daß Du Dein Leben von Dir werfen willst, weil Du die Schmach nicht ertragen kannst. Welche Schmach? Hast Du denn etwas Ehrloses begangen? Nein! Nur Dem Uebermut hat Dich verleitet, die Vorschriften Deines Standes zu vergessen. Versprich mir, Albrecht, um Deiner Liebe willen zu mir, daß Du mir nicht jenes Schreckliche antust. Jeder Feigling greift zur Pistole, wenn er nicht mehr ein noch aus weiß wenn er keinen Mut zum Leben hat. Leben heißt kämpfen kämpf« Albrecht, und der Erfolg wird nicht ausbleiben, ernstem, gewissenhaftem Streben wird Gott sei. neu Segen nicht versagen.

Verzeih, Albrecht, was ich Dir hier alles ge* schrieben meine Gedanken sind ganz wirr, sind betäubt von der Angst und Sorge um Dich. Wenn möglich, gib mir Nachricht. Es betet zu Gott um Dich und Deine Gesundheit und Frisch«

Deine Gertrud."

Sie feubertierte das Briefblatt, schrieb mit ihrer charakteristischen, fast männlichen Hand­schrift die Adresse, und brachte bett Brief noch nach dem Briefkasten, der sich an ihrem Hause be­fand. Voller Angst und Sorge brachte sie di« Nacht schlaflos zu, und mit Bangen erwartete sie den anderen Tag, was er wohl bringen würde, j

Zu Mittag erzählte der Onkel, was er am Stammtisch gehört hatte. Herr Hauptmann von. der Heyden war selbst bei Warburg gewesen und hatte ihn ganz gebrochen und verzweifelt gefun- den er wollte feinen Zuspruch hören, sein Leben wäre verpfuscht, er wäre ein Elender usw. Nttt hochklopfendem Herzen hörte Gertrud ba3 alles mit an, und ein Gedanke keimte in ihr auf,, den sie zuerst weit von sich wies, und der doch im-' mer wieder kam. ______. (Sortierung folgt.).

«Nachdruck verboten.)

Das neue Fräulein.

Original - Noma» von Fr. Lehne.

vor einigen Jahren von einer Dorfgenossenschaft ins Leben gerufenes Unternehmen herausge- stellt, das leider noch zu Inenig bekannt ist oder nicht genug beachtet wird. Im Herbst des Jahres 1901 taten sich in einem kleinen hessischen, mitten im Spessart belegenen Dorfe, namens Lohrhaup­ten, eine Anzahl Bauern unter Führung ihres Pfarrers zusammen zu dem Zwecke, um sich aus der Zucht von Hühnern eine Einnahmequelle zu verschaffen. Der Verein unterschied sich von Haus aus von den allerorten bestehenden Ge­flügelzuchtvereinen dadurch, daß er nur um des Nutzens willen und nach einem in feinen Grund- zügen klar vorgezrichneten Plane in genossen­schaftlichem Zusammenschluß feiner Mitglieder die Zucht betreiben wollte: es sollte durchweg nur eine einzige Hühnerrasse gehalten werden, und zwar eine der besten Fleischhuhnrassen, Mechelner Kuckuckssperber, denn vorwiegend wollte man sich auf die Produktion von feinen gemästeten Kücken, Poulets und Poularden verlegen, daneben aber auch Trinkeier, Bruteier und, Zuchttiere zu berfaufen suchen. Im folgenden Frühjahr gingen die Bauern unter Anleitung ihres energisch ein­greifenden Pfarrers ans Werk, setzten Glucken, zogen eine große Anzahl Kücken ihrer Vereins­rasse auf, machten den Versuch, die letzteren im Alter von drei Monaten ab regelrecht zu mästen, und verkauften die geschlachteten und dressierten Poularde:: an Hotels und Privatleute, die sie sich in den benachbarten Städten Friedberg, Frank­furt u a. ausgesucht hatten; daneben setzten, sie auch Trinkeier zu verhältnismäßig hohen Preisen ab, desgleichen Bruteier und einige Kücken $ur Zucht. Etwa 500 M hatte ihnen das Geschäft im ersten Jahre eingebracht, trotz aller Stüm­perei; das gab den anfangs noch zweifelnd drein- schauenden Sorfbetoobnem Mut, es trat fast das ganze Dorf dem Vereine bei. Doch die biederen Waldbanern befaßen die Klugheit, einziifehen, daß sie ohne gründliche Fachkenntnisse nicht recht vorwärts kommen würden, sie faßten Mljer den Beschluß, einen ihrer Leute, einen geweckten Mann, in eine hannoversche. Mastanstalt zu schicken, damit 'er die künstliche Brüterei, das Mästen, Schlachten, Dressieren und das Züchten erlerne. Mit technischen Kenntnissen und neuen Ideen bereichert, kehrte der Mann in fein Heimatsdorf zurück und brachte Leben hinein wie in einen Ameisenhaufen. Denn nun beschaffte man auf Vereinskosten eine Brutmaschine, richtete eine Scheune zu einem Brut- und Mastraume ein, die Bauern zimmerten sich aus Kisten und Latten Kückenheime, erfanden zweckmäßige Ge­räte aller Art, brüteten durch Glucken und zogen Kücken ohne Glucken in Kückenheimen auf. Diese Kücken nun, sobald sie ein Gewicht von wenigstens drei Pfund erreicht hatten, verkauften sie an den Vereinsmäster, der das Pfund Lebendgewicht mit 7085 F bezahlt; letzterer besorgt das Mästen, das in der Ritzel 20 Tage dauert, Schlachten und Versand der geschlachteten Ware. Der Erlös aus 1 Pfund Mastfleisch schwankt zwischen 1,00 und 1,30 M. Ferner verkaufen die Vereinsmit­glieder alle nicht selbstverwandten Bruteier an den Vereinsbrüter, der sie entweder in die Brot­maschine legt es sind zur Zeit vier Stück an-

mit dem KreiMatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jünstrirtes Sonntagsblalt. __________

Ossizieren und einigen anwesenden Mitgliedern der Künstlergesellschaft kam es dann zu Stiche­leien. Bald fielen unangenehme, böse Worte und die Herren zogen vor, zu gehen. Warburg war der letzte; in seiner stark animierten Stimmung reizte er wohl die Gegner mehr als zulässig war. Na, kurz, als er ging, lauerten ihm zwei von der etwas zweifelhaften Gesellschaft auf und griffen ihn tätlich an. Wütend darüber zog Warburg blank und stürzte auf sie zu. Wie gesagt, etwas angetrunken war er, viel kann er ja nicht ver­tragen, infolgedessen stolperte er und fiel so un- glücklich, daß er das Bein zweimal brach."

Der arme, arme Mensch," jammerte Frau Anna, während Gertrud, wie zu Stein erstarrt dasaß, keines Wortes mächtig, die großen Augen angstvoll auf den Erzähler geheftet.

Er war etwas nacbaeblieben," fuhr Teich­mann fort,so hatten ihn die Anderen gar nicht vermißt im Anfang. Als er aber gar nicht kam, kehrten sie um und fanden den armen Menschen fast besinnungslos vor Schmerz liegen. Seine beiden Angreifer hatten sich auf und davon ge­macht und ihn einfach siegen lassen. Das war eine fatale Sache; keiner der Herren ist gern bei fo etwas zugegen. Nach vielem Umberrennen in der Nacht bekamen sie schließlich ein Fuhrwerk und schafften dann den armen Warburg nach dem Krankenhause."

Schrecklich, schrecklich!" stöhnte Frau Teich­mann, die Hände ringend,was wird nun?"

Ihr Gatte zuckte die Achseln.Ich weiß es nicht faule Sache, wird Ivohl den Abschied nehmen müssen Schlägerei! Er soll immer gejammert haben, mein Leben ist vervfuscht, die Schande trage ich nicht! Gebt mir eine Kugel! Erschießt mich um Gottes willen macht mei­nem Dasein ein Ende, wenn Ihr Mitleid mit mir habt! Tann hat er nach seiner Liebsten gerufen, wie er ihr das habe an tun können ustv. Der

Ist Geflügelzucht eine lohnende Erwerbsquelle für unsere Landwirte?

Wiewohl es nicht mehr im Geschmack der gegenwärtigen Zeit zu liegen scheint, es laut aus- zuschreien, daß unsere Landwirfichaft Not leide, fo ist es doch immer noch wahr. Aber sie legt nun nicht die Hände in den Schoß, sondern sinnt unaufhörlich auf neue Mittel, die den Betrieb verbilligen und die Erträge steigern können, und schaut sich nach irisch, n lohnenden Erwerbsquellen um. Eine solche a: a sich ihr in dem rationellen Betriebe der Geflügelzucht dar. Das ist ein von der deutschen Landwirtschaft so gut wie gar nicht bearbeitetes Feld. Unsere Landwirte fteljen diesem Teil der Haustierzucht, den sie bisher als einen vollberechtigten Zweig, ihrer Wirtsckpft nicht mr- gesehen haben, noch voller Zweifel an seiner Ertragsfähigkeit gegenüber, obwohl alle in Be­tracht kommenden Umstände darauf fchsießen lassen, daß sich sein Betrieb lohnen wird; er ist mit verhältnismäßig geringen Mitteln und mit einem mäßigen Aufwand an Arbeit zu Hand- haben, er gewährt eine vorteilhafte Verwendung der Erzeugnisse der Acker- und Milchwirtschaft, und vor allem ist der Bedarf an den Produkten der, Federviehzucht, frischen Eiern und gemäftetem Geflügel in Deutschland so außerordentlich groß, daß auf einen leichten Absatz der Ware und auf gute Preise sicher gerechnet werden kann; das läßt sich,mit Recht schließen au5 der von Jahr zu Jahr stetig anwachsenden Auslandseinfuhr an Eiern, totem und lebendem Geflügel, die sich bereits auf 150 Millionen. Mark im Jahre 1900, auf mehr als 180 Mllionen Mark im Jahre 1903 belief. Auf diese enormen Einfuhrziffern müssen unsere Landwirte immer wieder hingewiesen werden, um sie dazu anzuspornen, daß sie sich das jährlich hier verlorengehende Volksvermögen durch inten­siven .Betrieb der Geflügelzucht selber zu erwer­ben suchen. Fehlt ihnen der eigene' Antrieb binju, fei es ans Mangel an Zutrauen zur Ren­tabilität dieses Wirtschaftszweiges, fei es, weil ihnen die ganze Betriebsweise des letzteren nicht geläufig ist, so haben die zuständigen Behörden (Ministerien, Landwirtschaftskammern) die Pflicht, wegweisend einzugreifen. Daß sich nun aber bte planmäßig betriebene Geflügelzucht, ine Hühnerzucht insbesondere, tatsächlich sehr gut lohnt, hat sich in überzeugender Weife durch ein

f : (Fortsetzung aus dem 1. Blatt), j

Brief voll überschwänglichen Dankes war bte Antwort. Im Januar war er wieder einmal ba, und er hatte Gelegenheit, sie zu sehen. Aber nur wenige Augenblicke waren ihnen vergönnt' wie ein Argus paßte Frau Anna auf. So war mittlerweile der Winter vergangen und Ostern berangefommen. Sie wußte, daß Albrecht nach wer kommen würde und erwartete ihn klopfenden Herzens. Mit eigener Betonung hatte ihr Haupt, mann von der Heyden gesagt, daß Leutnant von Warburg am zweiten Festtage sein Gast sein wurde, wahrend er selbst die verschiedensten Deli- tateiien zu dem großen, bei ihm ftattfmbenben Dmer etnkaufte. wobei ihn Gertrud bedienen mußte Zuletzt fragte er leise:Darf ich ihn gnißen?" Das junge Mädchen antwortete nicht, tonnte aber nicht, verhindern, daß eine dunkle Blutwelle ihr Gesicht überflutete.

Am dritten Festtag war es . Als Herr Teich, mann zu Tisch herauf kam, sah man seinem Ge- fläzte ciIdoS ScfoitbcreS cm. Gr gr f en b

und unter&R sonst seine üblichen Scherze.

Nun, was ist denn, Teichmann? Du siehst so ernst aus ist etwas passiert?" forschte seine Frau neugierig.

»Bw aber nichts Gutes," versetzte er.Also Leutnant Warburg war doch gestern zum Diner om Hauptmann Heyden. Na, danach sind sie noch spät Warburg und verschiedene seiner Kameraden nach Rischers Etablissement, dem ^peztalttätentheafer gegangen. Dort haben pe nach Schluß der Vorstellung noch lange ge- P«pt und sind sehr fidel gewesen. Zwischen den

Erscheint wöchentlich sieben .nah -

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