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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

jm 237

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet Der ExpÄition 2 Lik., bet allen Postämtern 2,25 Mk. (exel. Bestellgeld).

Jnseriionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reelamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag. 8. Oktober 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Ioh. Ang. Koch, UniversitätS-Buchdrnckerei 40. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon a5.

Drittes Blatt

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Neueste Telegramme.

Berlin, 7. Okt. DieN. P. Jt' hört, daß der Reichstag frühestens im November ein­berufen werden wird. Der Reichshaushalts-- etat für 1906 gelangt Ende dieses Monats an den Bundesrat.

Hamburg, 6. Okt. Der deutsche Philo­logentag wurde heute geschloffen. Der nächste findet in Basel statt.

Varis, 6. Ott. Die Internationale Tuber­kulose-Bereinigung ernannte auf Vorschlag Fraenkels zu korrespondierenden Mitgliedern: Lexis-Göttingen, v. Glasenapp-Rixdors, Brauer- Marburg, Kosel-Gießen, sowie Hoffa, Ravens, Wenn, Lesser, Becher, Benda und Lennhoff, sämt­lich in Berlin.

Christtania, 6. Ott. Eine große Anzahl der bedeutendsten Banken Norwegens mit der Norwegischen Bank an der Spitze haben an den Storthing eine Adresse gerichtet, in der ausge­sprochen wird, daß das Geschäftsleben und die Finanzen des Landes sobald wie möglich wieder in geordnete Verhältnisse gebracht werden wüßten. Die Negierung und der Storthing würden deshalb inständigst ersucht, an der am 7. Juni eingenommenen Stellung sestzuhalten, "ach der die Staatssorm auch zukünftig monar­chistisch sein soll und, sobald wie möglich, um den unsicheren Zustand zu beendigen, zur Wahl . des neuen Königs zu schreiten.

Madrid- 6. Okt. Die spanische Regierung Hat das Programm der Marokkokonferenz und den Vorschlag, sie in Algeciras stattfinden zu lassen, bereitwillig angenommen.

Petersburg, 7. Ott. Die russische Ne- .gierung hat nunmehr beschlossen, die Kriegs- .'gefangeven aus Japan mit russischen Schiffen nach Wladiwostok und von dort mit der Eisen­bahn weiterzubefördern.

Tokio, 6. Okt. Die vereinigten Handels­kammern haben beschlossen, an die Regierung eine Denkschrift zu richten, in welcher zahlreiche, auf die Förderung von Handel, Industrie und Finanzwesen berechnete Maßnahmen empfohlen werden.

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ff * 1 * * * * * 7 8

Beitrüge zur Chronik von Marburg.

Von L. Müller.

E. ; (Fortsetzung.)'

! . 1895. Der Cholera-Bazillus ist verschwunden, mit ihm auch Professor Fränkel, und die Lahn wieder für seuchenfrei erklärt. Die Einwohner von Bürgeln behaupten, sie hätten keine Cholera Ychabt, der Professor habe sich geirrt. Gegen eine .Abfindungssumme von 27 000 Mark übernimmt die Stadt sämtliche dem Kommunalvsrband unterstellten Straßen in einer Länge von 7 Kilo­metern Cölbc-Gisselberg durch die Stadt. Am 26. März kontrahiert die Stadt 636 766 Mark bei dem Stadtbankier. Mit dem Kanalbau hat Kolzmann u. Comp. am Gisselbergerweg begon­nen. Der Pilgrimstein wird verbreitert, die Uni- vcrfiiät erhält 4000 Mark für Grundeigentum, die Verbreiterung kostet 30 000 Mark, Bopp gibt das Grundeigentum umsonst ab gegen die Ein­friedigung. Am Grün wird die Schulstraße durchgeführt. Die Metkircher Platten zur Be- sestigung der Bürgersteige haben ihre Blütezeit. Der Hauptkanal ist bis zur Herrenmühle fertig- Bestellt. lieber den Mchaelstotenhof wird ein öffentlicher Weg angelegt. Am 4. Dezember brach der Mühlgraben durch nach dem neuen Kanal, fdlles unterspülend, was im Wege war. Wohl cm zstO Wagen Erde toaren in den Kanal geschlemmt vnd die Wassermauer am Pilgrimstain stürzte ein. Für den Kanalbau sind sieben Jahre vorgesehen.

1896. Die Juden lassen eine neue Synagoge krbauen. Am 6. April brannt in der Gissel- oecgerstraße an einem Haus das Dach ab. Die städtischen Steuern werden von 82 auf 88 Stmplum erhöht. 1895 wurden 217 000 und 1896 230 000 Mark am Kanal verbaut. Bei ßom Stadtbankier Stumm werden 413 000 Mark angenommen. 18 000 Mark zum Bau der valtestelle wurden von den Interessenten ausge- macht und der Eisenbahndirektion übergeben, stm 12. April wurde die nette chirurgische Klinik Pngeweiht. Am 10. Juli nachmittags 4 Uhr 8°!' ein schweres Gewitter, welches der Kanalrsa-

Die Folgen von Jena.

Der Lohnkampf, unter dem jetzt die Berliner Elektrizitätsindustrie zu leiden hat, nimmt bedauerlicherweise einen immer größeren Umfang an. Zu den Streikenden und AüSgesperrten der drei Elektrizität.firmen: All­gemeine Elektrizitätsgesellschaft, A.°G. Siemens u. Halske und Siemens-Schuckert-Werke sind zu Anfang dieser Woche noch die Maschinisten und Heizer der Berliner Elektrizitätswerke hinzuge­treten. Die Mehrheit der Arbeiter und Arbn- terinnen von kleineren Berliner Elektrizitätswer. feit haben sich bereits für den Solidaritätsstreik entschieden oder sie drohen, es in den nächsten Tagen zu tun. Bereits wird auch von den Fahrern und Schaffnern der Großen Berliner Straßenbahn der Gedanke erörtert, wie im Jahre 1900 einmütig die Arbeit einzustellen. Es hau- delt sich also um einen Lohnkampf von getoal- tiger Ausdehnung t eine mächtig auf­strebende Industrie wird starken Erschütterungen unterworfen, und viele Tausende von Familien gehen schlimmen Entbehrungen entgegen.

Während bei anderen großen Lohnkämpfen 2s den Ausständigen wiederholt schnell gelang, sich die Sympathien der öffentlichen Meinung zu ge­winnen und damit auch einen Druck auf die Ar- beitgeber auszuüben, ist den zur Zeit in Berlin Streikenden ein solcher Erfolg bisher versagt ge­blieben. Auch beim Berliner Streik gehen die jetzt vorliegenden großen Wirkttngen auf kleine Ursachen zurück; 180 Schraubendreher und 250 Lagerarbeiter forderten eine Lohnerhöhung von 15 Prozent. Festgehalten muß aber werden, daß die Arbeitgeber hier durchaus nicht jedes Entgegenkommen Her­rn i f e n ließen, sondern zu einer Lohn­erhöhung von 5 Prozent geneigt waren. Lifider stellten sich die Arbeitnehmer ans den Standpunkt des oft so folgenschwerenAlles oder Nichts" und so kam es zu diesem Riesenkampf, dessen Ausgang vorerst nicht abzusehen ist. Die unter der Leitung des Vorsitzenden des Berliner Geweröegerichts Magistratsrats v. Schulz abgehaltenen Einigitngs- verhandlungen sind leider ergebnislos verlaufen. Dabei verdient jedoch eine jetzt bekannt werdende Aeußernng des Herrn v. Schultz wiedergegeben zu werden, die deshalb besondere Beachtung finden wird, weil der verdienstliche Vorsitzende des Ber­liner Gewerbegerichts gerade in Arbeiterkreisen wegen der in den bisherigen Lohnkämpfen betvie- fenen Objektivität ein hohes Maß von Vertrauen besitzt. Herr v. Schulz hat offen ausgesprochen, daß diesmal die Arbeitgeber bis an die äußerste Grenze des möglichen Entgegenkommens gegan­gen sind, und er bedauert den Mangel an Ent­gegenkommen ans Seiten der Arbeitnehmer schon deshalb, weil Vorsorge getroffen ist, daß auch Berlin, was den Verkehr und die Beleuchtung

tion viel Schaden brachte. An der 1876 erbauten Mädchenschule werden die Staffelgiebel neu auf. gemauert. In der Wettergasse werden aber­mals drei Wohnhäuser abgebrochen. Die Metzger- Innung baut ein neues Kühlhaus für 72 000 Mk. resp. 24 000 Mark. Bei der Gasfabrik wird eine neue Brücke erbaut, hierzu werden die alten Kanalsteine' verwandt. Die Klärbecken werden ebenfalls von alten Kanalsteinen erbaut. 1006 Studenten hatte man im Sommersemester. Am 12. Oktober wurde die Hara vom Gymnasium ein- geweiht. Der Fronhof soll erweitert werden. Das Schneidersche Besitztum wird enteignet. Marburg hat 16 037 Einwohner und zwar 7911 männliche und 8126 weibliche. Diesen Sommer brannte am Hellen Tag das Boppsche Eishaus ab. In diesem Jahre wurden für Kanalbauten 56 300 Mark ausgegeben. Es kommt bei dem Gemeindeausschuß zu Differenzen, während die Bismarckstraße wegen der Kanalisation angelegt werden soll, verlangen die Ausschußmitglieder des Nordviertels, Kraatz und Genossen, den Ausbau des Biegenviertels. Am 19. Novemberbrannte das Blocksche Haus bei Ockers Hausen. In der reformierten Kirche werden neue Fenster einge­setzt. Am 17. Dezember brannte es in der Werkstätte des Möbelfabrikanten Schäfer.

1897. Am 14. Januar wurde die Halte- stelle Marburg-Süd eröffnet. Hinter der Kirche war infolge der Kanalisierung der Ritterstraße die Mauer gewichen, es wurde ein großer Pfeiler davor gebaut. Die Klärbeckenanlage mit Maschi­nen rft fertig. Am 22. Februar wurden bei dem Stadtbankier 600 000 Mark ausgenommen. In der Wettergasse werden abermals zwei Häuser abgebrochen und neu gebaut. Der städtische Millionenetat beträgt 1197 000 Mark. Die Ausführung der neuen Straßen im Biegenviertel toirb in Angriff genommen; es werden drei Brücken über den Mühlgraben erbaut und der Hanptkanal hier durchgeführt. Die Gemeinde- Umlage beträgt 92 Prozent der Staatssteuer. Die feit Jahrhunderten bestehende Bleiche wird ge­kündigt und zu Straßenanlagen gemacht. Zur Derzinfimg der Schulden hat die Stadt 139 000

betrifft, unter keinen Umständen unter dem Streik leiden soll und auch tatsächlich kaum leidet.

Man kann sich jedoch dem Eindrücke nicht ent. ziehen, daß auch hier wieder die Sozial­demokratie ihre Hand im Spiele hat und alles daran setzt, um den Streik nach Umfang und Dauer zu verschlimmern. Offenbar will es der sozialdemokratische Metallarbeiter-Verband auf eine entscheidende Kraftprobe mit den gro­ßen Elektrizitäts-Gesellschasten ankommen lassen und diese Kraftprobe ist wohl schon seit langem beabsichtigt. Das altbekannte sozialdemokratische Treiben ist auch hier wieder zu beobachten; unter dem Vorgeben, di« Inter- essen der Arbeiter zu fördern, werden die Arbeit­nehmer zu Forderungen aufgestachelt, die die Arbeitgeber unmöglich erfüllen können, und wenn dann immer größere Unzufriedenheit entsteht und Frau Sorge bei einer immer größeren Anzahl von Arbeiterfamilien als Gast erscheint, dann wissen die Herren Genossen: hier blüht unser Weizen. Natürlich erweist sich auch bei diesem Lohnkampfe wieder die Soziäldemokrafie als die Partei der Unfreiheit, die dem Arbeiter zwar das Recht zu streiken, nicht aber das Recht zu arbeiten gewähren will. Hoffentlich wird sich, welchen Umfang und welche Dauer der Streik auch neh­men sollte, der Staat seiner Pflicht bewußt sein, den Arbeitswilligen auch hier den hinreichenden Schutz zu gewähren.

Deutsches Reich.

Berlin, 7. Oktober.

Seine Majestät derKaiser begab sich gestern Freitag früh, wie von Rominten gemeldet wird, ins Revier der Oberfärsterei Goldav, wo er einen starken Vierzebnendcr erlegte. Mittags besichtigte der Kaiser die beiden Ehrenlompagnien. Hierauf wurden die Mannschasten bewirtet und die Offiziere zur Tafel gezogen. Ferner nabmen General der Infanterie Frhr. v. d. Goltz, Oberpräsident v. Molike, sowie eine Osfi» ziersdeputatinn des 1. Pionierbataillons an der Tafel teil. Die Abreise des Kaiserpaares erfolgte, wie schon gemeldet, heute Samstag morgen.

1 Zu den vor einigen Tagen wiedergegebe­nen Gerüchten von dem Rücktritt des I u st i z m i n i st e r s Dr, v. Schönstedt und seine Ersetzung durch den Kammergerichtspräsi- dcnten Dr. v. Schmidt schreibt dieN. P. C.": Wir haben vergeblich versucht, von Herrn Dr. Schönstedt ein Dementi zu erlangen. Sowohl er wie Dr. v. Schmidt lehnen die Beantwortung der Frage ab, ob die Gerüchte auf Wahrheit be­ruhen.- Wer die Gepflogenheiten preußischer Beamten in solchen Situationen kennt, der darf hieraus wohl den Schluß ziehen, daß in der Tat Dr. v. Schönstedt fein Portefeuille niederzu­legen beabsichtigt und Dr. von Schmidt es an- nehmen wird. Diese Schlußfolgerung scheint uns gar nicht so sicher. Der Minister kann doch auch die SBeanttoortung überflüssiger Fragen ab- lehnen, ohne deshalb dadurch ihrem Inhalte still- schweigend zuzustimmen.

Mark nötig. Am 2. Mai wurde das sechS- hllndertjäbrige Bestehen der Pfarrkirche ge­feiert.- Der Stadtbankier will keinen toeiteren Kredit mehr geben. Die Stadt ernennt eine Kredit-Kommission, die Gelder beschaffen soll. Die neue Kanalsteuer gelangt zur Erhebung. Das Schneidersche Hans kostet 38 616 Mark, auf welche Summe man sich geeinigt hatte. Holz­mann u. Comp. erbauen die Pfeiler und Wider- lager zur Brücke über den Mühlgraben; der Kostenanschlag betrug 73 000 Mark. Die Mar- buch wird überwölbt und kostet 13 350 Mark. Das Pseifersche Haus am Grün wird ebenfalls abge­brochen ; er erhält 28 000 Mark und einen Teil von dem rwbenli eg enden städtischen Platz. In Wehrda wird ein zweites Pumpwerk angelegt und eine zweite Turbine.

1897. Zu den Kanalkosten sind außer denen der Hausanschlüsse von den Hausbesitzern 165 000 Mark auszubringen. Der Bau einer neuen Ober- Realschule wurde beschlossen und die Summe von 230 000 Mark dafür ausgeworfen.

1898. Die Stadt muß infolge eines Regie- rungsbeschlusses die katholische Schule über­nehmen, was eine Mehrausgabe von 5000 Mark für die Stadt ergibt. Bis jetzt sind 864 600 Mk. für Kanäle verausgabt. Die Bleicher ziehen ab. Am 1. Februar brannte der Holzstall der Frau Dr. Henke am Grün ab. Zweiter Millionenetat

1 185 200 Mark. Die Umlage wird von 92 auf

100 Prozeitt erhöht. Der Nordverein ist zu

Grabe getragen worden. Die neue Gemeinde-

öder Städteordnung nach preußischem Muster

wird in Kurhessen eingefübrt. Eine neue Bade-

Anstalt wird erbaut. Dieselbe kostet 30 000

Mark. Die beiden Mühlgrabenbrückengewolbe kosten 37 000 Mark und werden von dem Unter­nehmer Bicker fertig gestellt. Tas Mcckelsche Haus in der Wettergasse wird abgebrochen, er er­hält 15 000 Mark Entschädigung.. Bei der Wahl des städtischen Körpers wählten in der 3. Klasse 89, in der 2. Klasse 21 und in der 1. Klasse

8 Wähler. 14. Mai Hochwasser. Die neuen Straßen int Südviertel werden aufgefüllt; das Material wird an der sog. Weide abgegraben.

Fast 5000 Millionen Mark wurden bishrh im Deutschen Reiche für Strbeiterber« sicherung ausgegeben, und doch hört mal wieder das Wort von dembißchen Sozialpolitik*, Sehr richtig fragte der Präsident des Reichsv e» sicherungsamts, Dr. Bödicker, ans dem in Wie» abgehaltenen internationalen Arbeiterverstch» rungskongreß, was dennviel Sozialpolitik" sei, wenn etwa 5 Milliarden noch nicht genug seien für den Anfang. Daß auf der Bahn d« Sozialpolitik noch weiter gegangen werd« soll, das haben die leitenden Stellen schon erflärt« Für die Krankenversicherung wurden 2500 Mil« lionen Mark aufgewendet, für die Unfallver­sicherung mehr als 1000 Millionen und auch für die Invaliden- und Altersversicherung über 1000 Millionen. Man werfe einen Blick nach dem Auslande, wo für die Sozialpolitik bisher noch gar nichts getan worden ist oder wo man eben erst dabei ist, einen bescheidenen Anfang z» machen.

Kolonialkongreß.

Berlin, 6. Ott. Im Lause des Nachmit­tags wurden in 7 Sektionen Vorträge gehalten, ES sprachen u. a. Prof. Dolkens-Berlin über die wichtigsten Kautschukarten deS Handels, Schulte-Jmhof-Verlin über das Studium der tropischen Agrikulturchemie, verschiedene Redner über Tropenkrankheiten und deren Behandlung. Pastor Froberger, der Provinzialobere der Weißen Väter in Trier, und Pfarrer Richter bekämpften den Islam als Gefahr für die afrikanischen Kolonien. Baurat Gäderz richtet« einen warmen Appell an den Reichstag, unseren Kolonien die Möglichkeit zur Entwickelung ztz geben durch die Schaffung der unumgänglich notwendigen Verkehrsmittel. Stabsarzt Armng» Hannover empfahl eine starke Ansiedlung europäischer Einwanderer als beste Gewähr für die friedliche Entwickelung der Kolonien und als daS beste Mittel, die unerfreulichen Ereig» niffe von der Art der jetzigen in Südwest« und Ostafrika zu verhindern. Gerichtsasseffor Rame­low behandelte den Einfluß der Auswanderung auf das Wirtschaftsleben des Mutterlandes.

Deutsche Kolonien.

Ostafrika. Amtlich wird aus Berlin ge­meldet : Gouverneur Graf Götzen telegraphiert unter dem 5. Oktober, daß einige Dörfer zwei Tage südlich von Dar-es Salam durch Räuber­banden geplündett worden seien, die auch ein» Polizeiabteilung angegriffen haben. Die 8 Kompagnie von Kleist ist heute dorthin abgerückt,

Morogoro ist am 30. September durch Hauptmann Frhr. von Wangenheim und ein

Am 20. Mai war ein schweres Gewitter, die neuen Kanäle funktionieren noch nicht, besonders am Hirschberg.

Am 14 Juli wurde der Grundstein zum Real- schülbau gelegt.

In der Universitätsstraße wird mit dem Bau eines neuen Vibliothekgedäudes begonnen.

Bei dem Ausschachten der Fundamente zum Meckel'schen Haus in der Wettergasse fand man die Fundamente des Werdertores, das 1647 gs, sprengt wurde. Neben den Fundamenten nach der Bergsette führte eine Treppe hinunter nach der Stadtmauer.

Im August ertrank ein zehnjähriges Mädchen, in der städt. Badeanstalt, bei der Lohmühle ev> trank ein Kind und im Lahirgarten zu Wehrda em Student, der das Kind des Besitzers des Lahn­gartens vom Tode des Ertrinkens rettete. die Badeanstalt wird ein Winterhafen angelegt und kostet 91000 Mark.

Am 13. Oktober brannte es im Schäfer'schsi Hintergebäude in der Barfüßersiraße. Die ra* formierte Kirche wird im Innern umgebaut, bet. Gottesdienst wird in der luth. Kirche abgebalten, es werden 6 neue Fenster gemacht. Die fatijo* lische Kirche wird ebenfalls restauriert, der Got­tes dienst wird km Saalbau abgehalten.

Der Zentner Kartoffeln kostet 3 Mark, 100 Krautköpso kosten 7 Mark.

Das Sielbauamt ist aufgelöst worden. Dl» Metzgerinnung muß jetzt 29 000 Mark Fleisch­heller bezahlen. Marburg hat 16 758 Einwohner. Die Stadt übernimmt die Privatvorschule jetzt für sich unter der Voraussicht, daß sie sich selbq erhalten muß. Das schöne Portal vom Quentin- scheu Haus am Steinweg wird an der früheren Kaserne auf dem Schloß aufgestellt. ;

1899. Das Bibliothekgebände ist fertig, die Bausumme dafür beträgt 432 000 Mark. Tie neue Anatomie ist auch fertig und kostet 441 000 Mark. Zur Vergrößerung des Spielplatzes am Gymnasium wird der Estorsche Garten gekauft für 13 000 Mark. . .

' .... '(Fortsetzung folgtju^