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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

! Jts. 234

I

Vierteljährlichrr BezugspreiSr bet der Expedition 2 Mk, bet allen Postämlem 2,25 Mk. (e$cL Bestellgeld).

JnserttonSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zelle 25 Pfg.

Marburg

Donnerstag, 5. Oktober 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlage Joh. Aug. Koch, Unwcrsttätr-Buchdruckerel 40. Jahrg..

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

b Bestellungen

für das vierte Quartal auf die

Oberhsffifche Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern entgegengenommen.

Neueste Telegramme.

Berlin, 4. Okt. Es wird bestätigt, daß der .frühere Oberpräsident von Posen, Wirk!. Geh. Nat v. Bitter, zum Präsidenten der Hauptver­waltung der Staatsschulden designiert ist.

Berlin, 4. Okt. Wie dieN. P.. K." hört, sind die Vorarbeiten für eine Abänderung deS Gesetzes über den Erwerb und Verlust der Staatsangehörigkeit soweit abgeschlossen, daß demnächst, ein Gesetzentwurf ausgearbeitet werden kann. Die Vorlage bezweckt, den Verlust der Reichsangehörigkeit nicht so leicht eintreten zu lassen wie jetzt, auch die Wiedergewinnung einer etwa verlorengegangenen Reichsangehörigkeit zu erleichtern.

Hamburg, 3. Okt., Heute wurde hier bei sehr starker Beteiligung die 48. Versammlung deut­scher Philologen und Schulmänner eröffnet. Se­nator von Melle begrüßte die Versammlung im Namen des,Senats. In der ersten Sitzung spra­chen Professor Diels-Berlin über die lateinischen, griechischen unddeutschen Thesaurus. Professor Bethe-Gießen über, den Zusammenhang von Liebe und Poesie bei den Griechen und Professor Licbtwach-Hambnrg über künstlerische Bildung auf örtlicher und nationaler Grundlage.

Paris, 4. Okt.Petit Parisien" veröffentlicht heute eine Unterredung, die sein Redakteur Dou- vier in Baden-Baden mit dem Fürsten Bülow hatte. Die Unterredung bezog sich fast ausschließ­lich auf Marokko. Bütow betonte, daß Deutsch­land das einzige Interesse habe, die Freiheit Handels zur Anerkennung zu bringen, daß ihm aber jeder Angriff auf die besonderen Rechte Frankreichs fernliege. Bülow empfiehlt der französischen Presse, ihrem Publikum die Ueber- zeugung beizubringen, daß Deutschland nur den Zweck verfolge, seine Interessen zu verteidigen, nicht aber Frankreich anzugreifM.

Madrid, , 4. Okt. Frankreich sowohl wie Deutschland überreichten Spanien Noten, die da§ Programm der Marokkokonferenz mitteilten.

DentschlMd und Frankreich.

In der sozialistischenAcction" bedauert der Abgeordnete Charles Dumont, daß unter den deutschen Massen noch immer die Ansicht der-

breitet sei, auf die Friedensliebe des französischen Volkes sei kein Verlaß, es dürste noch immer nach Ruhm und kriegerischen Abenteuern, nach der Revanche. Dieses Mißverständnis dürfe man nicht einwurzeln lassen. Deshalb müsse den kolonialen Rivalitäten und den diplomattschen Verdächttgungen mit aller Energie entgegenge- treten werden. Dieses Ziel werde von der fran- zösiichen Demokratte durchgeführt werden, wenn sie im Namen der organisierten Mehrheit des französischen Volkes dte französische Diplomatie tatsächlich kontrolliere und alle in den letzten Jahren nur zu häufigen Ergüsse von Minister- oder Kandidatenwden bei Banketten sofort ent* schieden zurückweise. Schließlich mein Charles Dumont:

ES existtert kein ernsthaftes 'Hindernis für die deuffch-ffansösische Aussöhnung außer der deuffchen Ueberzeugung, daß wir noch immer von einer kriegerischen Revanche träumen. Es gibt kein anderes wirksameres Mittel für die 93er- nichtung dieser Ueberzeugung, als die unermüd- liche Mederholung des im Namen des über- zeugten rurd zustimmenden Frankreichs abge­gebenen Wortes, daß unsere Sorge um den nrenschlichen Fortschritt unsere Anhänglichkeit an die gerechtfertigste Rachsucht weit überwiegt. Man inuß Deutschland übdrzeugen, daß Frankreich keinen.Revanchekrieg will, sondern ein versöhntes Europa, in dem Elsaß-Lothringen die auto­nomen Rechte aller föderierten Gebiete erhalten wird.. Dann wird der Friede ganz gesichert sein. Geschieht das nicht, so ist eines schönen Tages der Krieg Äa. Arbeiten wir also für dm Frieden."

Man wird sich jenseits der Vogesen schon daran gewöhnen müssen, daß Elsaß-Lothringen ein Bestandteil des Deuffchen Reiches fft und dauernd bleiben wird. Zu bedauern ist nur, daß es Deuffche mtt ihrer nationalen Würde verein­bar finden, dem französischen Sehnen nach einer Lostrennung Elsaß-Lothringens vom Deutschen Reiche Konzessionm zu machen. Was soll man dazu sagen, daß auf dem jüngst in Luzern abge- haltenen sogenannten Weltfriedenskongreß es ein Deutscher fertig brachte, einem Franzosen gegenüber die Möglichkeit zuzugeben, daß in den Reichslanden eine Volksabstimmung über die Zu- gehörigkeit zu Deutschland oder Frankreich veran- staltet werde? Mcht wenige werden der Münchener Allgemeinen Zeitung" zustimmen, die dieses Verhalten als für einen Deuffchen skandalös bezeichnet. Es ist ohne weiteres klar, daß die immer wiederkehrenden Diskussionen über die Frage der Zugehörigkeit Elsaß-Lothringens im französffchen Volke die Anschauung nähren müssen, als ob auch nach der deuffchen Auf­fassung,eine elsaß-lothringische Frage überhaupt noch existiere. In Wirklichkeit gibt es doch für uns eine solche Frage fest 1870/71 nicht mehr. Die Landesteile, zu deren Rückeroberung deut­sches Blut in Strömen geflossen ist, müssen und werden Bestandteile des Deutschen Reiches blei­ben, so lange sich das deuffche Voll seiner natio­nalen Ehre und Würde bewußt ist. Man reiße

I Nachdruck berbctett.JJ

Das neue Fräulein.

Original-Roma« von Fr. Lehne.

i Fortsetzung.)'

'' Mt immer steigender Bttterkest Haffe er ge­sprochen und doch so schmerzlich bewegt, daß sie tiefes Mitleid mtt ihm fühlte.

Nein, Ferdinand, nein, so ist es nicht! Im Gegenteil, meine Liebe fft aussichtslos" sagte sie wehmütig.

Ungläubig blickte er sie an.

- 'Ah er weiß nicht darum? Gertrud Neu­rath ein schmachtendes, unglücklich liebendes Weib, jenes stolze Mädchen? DaS nimmt mich Wunder! Er weiß nicht*

Bei seinen ironischen, ungläubig klingenden Worten schlug eine Röte über ihr Gesicht. Sie 'zögerte einen Augenblick nnt der Antwort dann kurz entschlossen

iDoch! Aber trotzdem ändert dies nichts an der Tatsache! Er fft fort; vielleicht sehe ich ihn niemals wieder! Du sichst also Ferdinand, daß ich doch nicht so schlecht und berechnend bin wie Du denkst!"

Verzeih Gertrud, wenn ich Dich gekränkt!

ß Gertrud, ich kann es ja auch nicht glau- ven, datz jener Mann bei Dir vermocht fyxt, waÄ all' meine zärtliche, treue Liebe in den bergan- Genen Jahren nicht gekonnt hat Dein Herz oum Leben zu erwecken! Ich kann mir nicht er- klären* er brach kurz ab, da ihm die Stimme 6it Verlagen drohte.

Ferdinand." sagte sie sanft, seine Hand Nehmend,,das ist alles, das ist die Wahrhett, me tch Dtr doch sagen mußte! Und jetzt erkläre Dir, daß ich mit allem, was Du beschließest, unverstanden bin! Wenn Du mich als Derne prau haben willst, bin ich bereit, Dir mein Wort |u halten."

Gertrud!" rief er erregt,weißt Du denn, was Du sprichst? Was denkst Du denn von mir? Eben erklärst Du mir, daß Du einen Anderen liebst und dann, daß Du doch mein Weib werden willst! Hälft Du mich wirklich für so charakterlos, das anzunehmen? Willst Du mich noch unglück­licher machen? , Ich hätte ja ferne Minute das Glücks! Wenn ich Dich im Arme hielte, käme Dtr sicher der Gedanke: wäre es nur der Andere1 und vielleicht nur in diesem Gedanken küßtest Du mich wieder! Nein, Gertrud, so gefühllos bin ich nickst!"

Ich hab' es nur gut gemeint! Du hättest Dich nicht über mich zu beklagen gehabt!" mur­melte sie.

oder Gertrud, willst Du nur versorgt sein?"

Halt, nicht weiter, Ferdinand, wenn Du mich nicht beierdig en willst," sagte sie stolz,ich kann auf eigenen Füßen stehen! Ich wollte nur gut. machen"

Gutmachen?" sagte er bitter,dadurch, daß unsere Ehe zur Hölle würde? Nein, lieber allein bleiben! Ich gebe Dir hiermit Dein Wort zurück. Du bist frei!"

Ruhig kamen diese letzten Worte von seinen Lippen. Freilich,, was ihn diese Ruhe kostete, wußte er nur allein. Er hatte seinen ganzen Mannesstolz zu Hilfe genommen, bannt sie nicht sehen sollte,, wie unaussprechlich er litt. Ihr Besitz war ihm das Höchste, Wünschenswerteste auf Erden gewesen und nun gab er sie doch auf freiwillig wenn er sich nicht erbärm­lich Vorkommen wollte.

. Tränen traten in ihre Augen sie wußte ja, wie lieb er sie hatte wie von einem plöAichen Impulse ergriffen, warf sie sich vor ihm nieder. Ferdinand, o vergib mir!" schluchte sie, seine Hände erfassend, von feiner schlichten Größe übeckvältigt.

Kein Wort der Erbitterung, des Zornes über ihre Wankelmütigkeit, keine Unklare war über

deshalb nicht im französischen Volke Wunden auf, die bei einer verständigen Haltung des ganzen deutschen Volkes vielleicht längst vernarbst und vergessen wären!

Deutsches Reich.

Berlin, 3. Oktober.

Seme Majestät der Kaiser empfing gestern Dienstag den Prinzen August Wilhelm am Bahnhofe Großrominten und begab sich in seiner Begleitung sowie mit den gleichfalls einge» troffenen Herren, Amiral v. Tirpitz, Admiral v. Senden-Bibran und Generaldirektor der Ham­burg - Amerika - Linie Ballin nach Rominten. Man bringt die auffallende Anwesenheit dieser dreiWasserratten" mit marinetechnischen Fra­gen in Verbindung, über bk der Kaiser konferie­ren will.

In einer Betrachtung über das Ergeb- nisdersächsischen Landtagswahlen kommtDas Vaterland", daS Organ des kon- fervativen Landesvereins, zu folgendem berechtig- tat Schluß:Für die konservative Partei war der in der Haupffache beendete Wahlkampf der schwerste, den sie fett vielen Jahren zu bestehe« hatte. War sie bisher im Wahlkampfe Schütter an Schulter mtt den ihr verbiindeten National, liberalen gewesen, so hatte sie nicht nur diese Un­terstützung zu entbehren, sondern die National, liberalen und besonders der eine Flüge derselbe« waren neben Sozialdemokraten und Freffinnigen ihre erbitterfften und man kann wohl sage« skrupellosesten Gegner geworden. Wenn trotz- dem die konservative Partei aus dem Wahlkampfe in der Haupffachs unversehrt hervorgegangen fft und ihre Position in der zweiten Kammer ge­wahrt hat, so kann das wohl als em vollgültiger Zeugnis dafür angesehen werden, daß die bat ihr hochgehaltenen Grundsätze von der großen Mehrzahl der Wäblerschast. insbesondere den für den Ausgang der Wahlen besonders ausschlag­gebenden Mittelstandsgruppen gebilligt werde«.

Nach Angabe des letztenStatistischen Jahrbuches für das Deuffche Reich" besuchen nahezu 9 Millionen Kinder (genau 8 924 779) di« deutschen Volksschulen. Davon ent­fallen 5670000 auf Preußen, 8 253 000 auf die übrigen Bundesstaaten und Elsaß- Lothringen. Sie wevden insgesamt in 59 348 Schulen unterrichtet, von denen sich 88 756 ist Preußen, 22 592 int übrigen Deutschland be­finden. Demnach kommen auf 'eine preußisch« Schule 154, auf eine außervreußische dagegen nur 144 Schüler. An diesen Schulen waren (die Angaben beziehen sich meist auf das Jahr 1901) insgesamt 124 017 Lehrer und 22 513 Lehrer­innen, zusammen also 146 540 Lehrkräfte tätig. Bon den Lehrern amtierten 76 342, von bat Lehrerinnen 13 866 in Preußen, während 47 685 Lehrer und 8647 Lehrerinnen in den übrigen Bundesstaaten angestellt warm. Auf je 100 Lehrer kamen etwa 18 Lehrerinnen. Die Auf­wendungen für das gesamte Volksschulwesen be­trugen im Reiche 419 092 000 Mark, wovon

feine Lippen gekommen nur tiefe Trauer und tiefer Schmerz über ihren Verlust!

Leise strich er über ihr Saar.Steh doch auf Gertrud, was soll das? Ich habe Dir nichts zu vergeben! Besser bei Zeiten einen Irrtum ein­sehen, als wenn es zu spät ist! Im Gegen­teil, ich habe Dir für Deinen Mut zur Wahrheit zu danken, für diesen Mut, der uns Beide vor einer unglücklichen Ehe beivahrt hat. Und ich danke Dir auch für die Jahve des Glücks, die ich durch den Glauben an Deine Siebe gehabt Habel --Wir haben uns wohl weiter nichts mehr zu sagen, deshalb ist es besser, ich gehe! Hab' auch nicht viel Zeit mehr, wenn ich den Zug noch er­reichen will!" Er hob die noch immer Shtienbe emporlaß gut sein, Gertrud! Du hast's ja selbst gewollt!"

Was willst Du, was beabsichtigst Du zu tun, Ferdinand?" fragte sie leise mit gesenktem Auge.

Hat das wirklich noch Interesse für Dich?" fragte er mit Bitterkeit in der Stimme. Auf ihr Bejahen fuhr er fort:Ich werde nun doch das Anerbieten das Serrn Timm aus Hamburg an­nehmen, als Erzieher feiner beiden Söhne auf drei Jahre mit nach Sidney zu gehen. Du weißt ja um die Sache: Deinetwegen hatte ich ja auf die pekuniär sehr verlockende Stellung verzichtet, vor drei Tagen erst bekam ich nochmal einen Brief, ob jener Bescheid mein letzter, mein endgilffger gewesen sei. Er hat es nun einmal auf mich ab- gesehen, und jetzt werde ich dem Rufe gern folgen, umsomehr, da ich viel freie Zett haben werde und infolgedessen meinen Studien leben kann außerdem hält mich ja nichts mehr im Vaterland! Und Du, Gertrud?"

Ich bleibe hier!"

Und willst Du immer abhängig bleiben? Wird Dir auf die Dauer das nicht drückend sein? Nun, Du wirst doch vielleicht heiraten"

Sie schüttelte heftig den Kopf.Nein, ich denke nicht daran! Ferdinand, können wir denn nicht Freunde bleiben?" bat sie. . -

269,9 Millionen aus Preußen, 149,1 Millioneck auf die außerpreußischen Staaten fielen. Vock diesen Kosten wurden 120,6 Millionen vcnck Staate gedeckt, nämlich in Preußen 73,0 mrff außerhalb desselben 47,6 Millionen Mark. Wähl rend also in Preußen der Staat nur 27 Prozent der Schulunterhaltungskosten trug, war das ick den übrigen Bundesstaaten bereits mit 32 Pnq« der Fall. Auf den Kopf der preußischen Bevölz tarung entfallen aber 7,8 Mark Schullasten, auf die Nichtpreußen dagegen nur je 6,8 Mark.3. Auf eine Lehrkraft kommen im Durchschnitt des ganzen Reiches 61 Schüler, und zwar in Preuz ßen 93, außerhalb desselben 57,5. Die schlimm« sten Verhältnisse weisen die preußische Provintz Posen mit 74 und die beiden Lippe mit 92 unff 99 Schülern pro Lehrkraft auf. Ueber den Er« folg des Volksunterrichts gibt an genannte Stell« lediglich die Tabelle über die Sckmlbiü düng der im Ersatzjahre 1902 eingestellten Rekru, len Auskunft. Hiernach waren unter 259 20ff eingestellten Mannschaften nur 99 ohne Schul« bfldung, d. h. 0,04 Prozent. Hiervon entfielen] auf Preußen allein 77 Personen, d. h. 0,05 Protz v. H., von dem Reste kamen 10 auf Elsaß« Lothringen, je 2 auf Baden, Bayern und Seffent 1 auf Sachsen und 4 auf Württemberg: in deck anderen Bundesstaaten wurden Rekruten ohnff Schulbildung überhaupt nicht vorgefunden, so« daß sich der gesamte außervreußische Durchschnith nur auf 0,002 Proz. stellte. Diese Zahlen, i^ denen Nsaß-Lothringen, Posen und Westpreußeck besonders stark vertreten sind, weisen übrigen» deutlich darauf hin, daß es in erster Linie dft Zwiesprachigkett der Bevölkerung ist, der dff Schuld an der relativ häufigen Ergebnislosigkeit der Schularbett beigewessen werden muß.

Deuische Kolonien.

SÄdweftafrika. Ans gutunterrichtete kolonialen Kreisen wird der »Deutschen Wartet mitgeteilt, daß der nächste Kolonialetat dis Voranschläge für den Bahnbau von Lüderitzbuchß aus ins Innere und für die Linie Windhoek Rehoboth bestimmt enthalten wird. Bekanntlich ist die technische Ausführung der ersteren Streöch mit besonderen Schwierigkeiten verknüpft, sch daß verschiedene Gerüchte über die Lösung dieses Aufgabe in der Presie auftauchten. Kürzlich wurde nun gemeldet, daß der Plan gefaßt feV die Bahnlinie durch besondere Wellblechkoni struktionen gegen den den Betrieb störendeff Dünensand zu schützen. Die Bahn würde alsö dann durch eine Art Tunnel oder durch etttj riesiges Rohr laufen. Diese Nachricht ist insoferq nicht richtig, als man sich für einen bestimmtes Bauplan für diese Strecke noch nicht entschiede» hat. Die Idee der erwähnten Konstruktion ist übrigens bereits seit längerer Zeit ventilier, worden. Man wird über die Art der Her­stellung der Bahn erst eine Bestimmung treffeff können, wenn der Reichstag gesprochen hat.

Nein," sagte er rauh,Freundschaft ist eh( gar zu trauriges Surrogat für Liebel"

Dann wandte er sich zum Gehenleb« wohl, Gertrud! werde glücklich! Ich wünsche e| Dir ohne Groll von ganzem Herzen!" »

Seine Stimme bebte doch bei diesen SB orten. Sie ergriff seine Hand, und ehe er recht wußte, wie ihm geschah, hatte sie einen Kuß darauf g« drückt.

Mädchen!" in halbunterdrückter Leidenschaft riß er sie an sich.Lebe wohl Du!" >

Er küßte sie noch einmal in schmerzlicher Enk« sagung, bann ließ er sie und ging schnell zur TA hinaus. Sie sollte die Tränen nicht sehen, ditz aus seinen Augen stürzten; sie sollte nicht wissen, was es ihn gekostet, sie aufzugeben. .

Bitterlich wcanend saß Gertrud da, den auf die Arme gelegt. Hatte sie recht getan, btefäf edlen Menschen von sich $tt stoßen? Sie int» ihm doch so gut gewesen! Vielleicht hatte sie doch voreilig gebandelt, ihn aufzugeben um waff eigentlich? An seiner Sette hätte sie ein, warnt auch betoeibene», so doch ganz glückliches unff unabhängiges Leben gehabt, von seiner LiÄck verschönt. Was hatte sie mm? So war und bsi-ff sie abhängig, vorläufig ohne Aussicht auf Aen« berung, wenn sie sich selbst treu bleiben wollte.! Ihr Verstand tagte Ihr das alles ibr Gefühh aber wiederum, baß sie recht gehandelt sft durfte Ferdinand nicht belügen! Sie liebte Albrecht viel zu sehr, als daß sie ihn jemckls vep< gessen würde. Ihre stolze Seele hatte sich nie träumen lassen, baß sie so abhängig von einen Manne sein könnte, wie es ihr mit Albrecht ge< schah und wie war bas alles gekommen? Etz war nicht hervorragend schön, hatte ihr nie Hoff« nungen gemacht und hatte sie, bis auf wenig« Ausnahmen, mehr als Freund und gütest Ka­meraden betrachtet, denn als schönes begeh vens« wertes Weib und trotzdem war sie ihm vek-i fallen seine sonnigen Augen, ferne bestrickens .Persönlichkeit hatten es ihr angetan. ^Fortts. folgkH