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mit dem Kreisblait für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Sonntagsbeilage: Illustrtrtes Sonntagsblatt.

V jVo 233

Bierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expchition 2 ML, bet all« Postämtern 2,25 ML (qxL Bestellgeld).

AnferltonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Mittwoch, 4. Oktober 1905.

Erscheint wöchentlich sieben ntoL

Druck und Verlag' Ioh. Ang. Koch, UnivcrsttätS-Buchdruckerek 40. Jahrg» '

Marburg, Markt 21. Telephon 55. *

Bestellungen für das vierte Quartal auf die

Oberheffifche Zeit««-" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch» Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und LandbrieftrSgern entgegengenommen.

Neueste Telegramme.

Berlin, 3. Okt Ein Telegramm aus Wind­huk meldet: Am 23. September beim Ueberfall der Signalstation Oas gefallen: Sergeant Otto Müller, geb. am 21. November 1879 zu Schubin, früher im Württ. Ulanen - Regt. Nr. 20, Ge­freiter Franz Jurkschat, früher im Inf.»Regt. Nr. 59, Reiter Paul Rauch, früher im Garde- Feldartillerie-Regiment.

Hamburg, 3. Okt. Die von "der Studien­fahrt nach Afrika zurückgekehrten Abgeordneten richteten bei ihrer Ankunft in Hamburg an den Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, den Präsidenten der Kolonialgesellschast ein Tele­gramm, in dem es am Schluß heißt:Wir hoffen, daß die Erfahrungen, die wir auf unserer Reise sammeln konnten, für unsere Kolonien und damit für das Mutterland von Segen sein werden. Wir kehren mit der freudigen Zuver­sicht auS den deutschen Kolonien zurück, daß diese am Beginn einer glänzenden Entfaltung stehen.

Beru, 2. Olt. Ter Bundesrat hat die Einladung Rußlands zu einer zweiten Haager Konferenz angenommen. In der bezüglichen Note erinnert er daran, daß die Schweiz, ge­stützt auf das bei der ersten Konferenz erhal­tene Mandat, sich die Fragen betreffend das Rote Kreuz Vorbehalte. Der Bundesrat werde, sobald es die Verhältniffe gestatten, zur Revision der Genfer Konvention schreiten.

Paris, 3. Okt. DerTemps" veröffent­licht den Wortlaut des Programms für die Marokko-Konferenz. Es ist sehr kurz und ent­hält nur wenige neue Einzelheiten über die Einrichtung der marokkanischen Staatsbank, die das alleinige Recht auf staatliche Emissionen und Prägung von Münzen erhalten soll. Schließlich bestimmt das Programm auch, daß bei der Vergebung staatlicher Konzessionen keine Nation ausgeschloffen werden soll.

Kopenhagen, 2.* Okt. Der Reichstag wurde heute wieder eröffnet. Das Landsthing und das Folkething wählten die Präsidenten wieder.

< Vom Reichsverband gegen die Sozialdemokratie

'wird uns geschrieben: Wenn es noch eines Be­weises dafür bedurft hätte, daß die Sozialdemo- kratie, ihrer ganzen inneren Natur als Massen­partei entsprechend, mit zwingender Notwendig­keit sich zu einer revolutionären Partei entwickeln müsse, der rote Genossentag von Jena hat diesen Beweis deutlicher denn je erbracht. Die Sympa- thien, die Herr Bebel in seiner Begrüßungsrede den russischen Revolutionären als denBrüdern" der sozialdemokratischen Parteigenossen Dentsch- lands aussprach, die blutrünstigen Worte einer Msa Lureinburg, die das Jahr 1905 das glor­reiche Fahr der russischen Revolution nannte und die Genossen mit ivildfanatischen Worten auf­forderte, aus ihr zu lernen, sie haben mit einem Schlage jene betrügerischen Hoffnungen bürger- licher Auchpolitiker zu nichte gemacht, die sich, namentlich nach den: Dresdener Jungbrunnentag, mit der Erwartung trugen, die Sozialdemokratie werde in nicht zu ferner Zeit zu einer, wenn auch radikalen, so doch friedlichen, innerhalb der be- stehenden Ordnung ihre wirtschaftlichen Inter­essen verfolgenden Arbeiterpartei werden.

Ein zweites charakteristisches Merknial für den Verlauf muh dieses sozialdemokratischen Partei­tages war die trostlose Oede und hilflose Un­fruchtbarkeit auf allen denjenigen Gebieten, die für die Arbeiterschaft von wesentlicher Bedeutung sind. Wie die Sozialdemokratie bis­her noch nichts, aber auch garmichts für Sie Interessen der Arbeiterschaft, als deren einzig wahre Vertreterin sie sich be­kanntlich aufzuspielen beliebt, geschaffen hat, so stand auch auf der Tagesordnung des letzten Parteitages nicht eine einzige Frage, von deren Lösung sich unsere Arbeiterschaft irgend welche Vorteile zu versprechen hätte. Diesen völligen Mangel an jeglichen positiven Leistungen, die geradezu klägüche Unfähigkeit zu irgend wellt)en schöpferischen Gedanken hat die Parteileitung vor den betörten Anhängern der Sozialdemokratie da­durch zu verdecken gesucht, daß sie den politischen Massenstreik zur Debatte stellte, den noch vor gar nicht zu langer Zeit Herr Auer für General- nnsinn bezeichnen konnte rmd gegen den Herr Bebel selbst auf dem vorjährigen Parteitage in Bremen noch ziemlich entschieden Stellung nahm. Heute nach Jahresfrist war es derselbe Bebel, der in einer mehrstündigen Rede die urteilslosen Massen durch diesen Gedanken eines politischen Generalstreiks völlig zu hypnotisieren wußte. Es soll hier unerörtert bleiben, daß der Sozialdemo, kratie kein tätlicherer Schlag verseht werden könnte, als durch die Ausführung eines solchen Politischen Massenstreiks. Denn die große Schar der Millionen Mitläufer würde unter den ent- sehlichen Folgen eines solchen Generalstreiks von jeder Sympathie für die Sozialdemokratie ein für allemal geheilt werden. Was uns in der Rede Bebels über den General st reik in erster Linie angeht, ist ein Abschnitt in seinen

23 Machdruck verboten.)

Das neue Fräulein.

Original - Roma« von Fr. Lehne.

< H u n'etzuug.)

' Am zweiten Oktober nachmittags kam er. Glücklicher Weise traf es sich, daß Frau Anna einen kleinen Abstecher mit ihren Kränzchen- damen gemacht hatte. Ganz kurz vorher hatte De. Wehner sein Kommen nur durch eine Karte angezeigt, ohne den Zug genau anzugeben.

Die Kniee zitterten ihr, als sie ihm entgegen- ging und er sie mit einem innigen freudostrah. lenden Blick und Händedruck begrüßte. Herr Teichmann wechselte einige freundliche Worte mit ihm und ging dann hinunter. Gertrud hatte ihn vorher gebeten, wenn Ferdinand da wäre, ihnen eine Viertelstunde des Alleinseins zu schenken.

Aber gewiß, Kindchen, selbstverständlich! Ich weiß doch audj, wie es Brautleuten zu Mute ist, ivenu sie sich lange nicht gesehen haben," hatte er schmunzelnd auf jene Bitte erwidert und Ger­trud in die Wange gekniffen, was.diese mit einem schmerzlichen Lächeln quittierte. Wenn der Onkel ahnte, wozu sie jene Viertelstunde benutzen wollte!

---SAveigend standen die Beiden sich gegenüber. Gertrud lehnte am Klavier, während sie vermied, ihn anzusehen und ihre Hand nervös mit dem Schürzenband spielte. Schmerzlich ruhte sein Blick auf ihrem schönen, blassen Ge- sicht, das deutlich die Spuren innerer Kämpfe trug.

Gertrud Du hast mir noch gar nicht richtig guten Tag gesagt," nahm er endlich das Wort. Dabei ging er auf sie zu, legte seinen Arm um sie, ihr liebevoll ins Gesicht sehend und einen zärtlichen Kuß auf ihre Lippen drückend. Sie -uckte unter seiner Berührung zusammen, was er

wohl bemerfte. Sofort ließ er sie los und trat einen Schritt zurück.

Bin ich Dir so widerwärtig geworden, daß Du nicht einmal mehr meine Nähe ertragen kannst?" kam es schmerzlich von seinen Lippen, indem er sie vorwurfsvoll ansah.

Sie schüttellr verneinend den Kops.

Oder, Gertrud, zürnst Du mir wegen mei­nes Briefes?" Wie ein Hoffnungsschimmer leuchtete es da in seinen Augen auf. Er faßte ihre Handnicht wahr, mein Herzlieb, ich habe Dir llnrecht getan; Du bist mir böse, daß ich an Dir zweifeln konnte! Nachdem ich den Brief abgesandt hatte, machte ich mir bittere Vorwürfe darüber, ich mußte Dich kennen. Dei­nen stolzen, reinen Sinn! Vielleicht hat auch die Tante Dich geärgert oder Dir nicht die nötige Zeit zum Schreiben gelassen, nicht wahr? Ich weiß ja, daß sie ein wenig tyrannisch tft und meine Gertrud ein kleiner Trotzkopf, leicht emp­findlich! So wird es wohl sein! Zu "tun ist in einem Geschäftshaus immer, und Du hast gewiß in der Müdigkeit abends geschrieben und ich törichter Mann habe aus Deinen Briefen alles mögliche herausgelesen!"

Liebkosend glitt seine Hand über ihr schönes Haar, während er sie wieder sanft an sich gezogen hatte. Nein, seine Befürchttmgen mußten ja grundlos sein; er war wahnsinnig gewesen diesem stolzen schönen Gesicht gegenüber zerflos­sen alle seine Zweifel es konnte ja nicht sein.

Sie känrpfte einen schweren Kampf. Sollte sie ihn in diesem beglückenden Wahn lassen? Sie brauchte nichts zu sagen dann war alles gut! Aber nein sie konnte und wollte nicht lügen! lieber kurz oder lang würde Ferdinand doch da- hinter kommen, daß sie ihn nicht liebte so konnte sie sich auf die Dauer nicht verstellen und daun würde sie seine Achtung verlieren; denn eine Lüge würde er, der jo aufrichtig war, niemals verzeihen. __ , .

Ausführungen, der leider in allen uns zu Gesicht gefommenen Berichten der bürgerlichen Matter über den sozialdemokratischen Parteitag über­gangen worden ist. Nach dem offenbar steno­graphischen Berichte, den derVorwärts" selbst in seiner Nr. 223 vom 21. September 1905 ver­öffentlicht hat, nahm Bebel auch die Gelegenheit wahr, wie schon in Dresden und auf dem inter­nationalen Kongreß in Amsterdam, der gesamten bürgerlichen Gesellschaft einen Krieg zu erklären auf Tod und Leben, einen Vernichtimgskampf bis aufs Messer. Bebel führte dabei aus:

. . . Wir sehen, daß die bürgerlichen Parteien sich mehr und mehr zusammen- schließen, daß die Gegensätze sich mehr und mehr verringern. Die bürgerlichen Parteien sagen sich, können wir das Ungeheuer nicht aus unseren Augen Hinwegschaffen, das uns Tag und Nacht so viel Sorgen macht, das uns in unseren Träumen erscheint, dann wollen wir wenigstens zusammenstehen. Daher der Zu­sammenschluß unserer Feinde bet den Wahlen 1903! .... Ein Hüben, ein Drüben nur gibt es, es ist nicht mehr möglich zu paktieren, und aus dieser Situation her- aus haben ja auch die. verschiedenen bürger­lichen Parteien den Reichsverband zur Be­kämpfung der Sozialdemorkatie gegründet, geben sie ihr Geld dafür ans, daß sie eine poli­tische Prätorianerbande als Redner wegschicken, die ohne Rücksicht auf die politische Stellung nur die Aufgabe haben, die Sozialdemokratie zu bekämpfen, d. h. sie zu beschmutzen."

Wegen dieser Beschimpfungen der Mitarbeiter des Reichsverbandes, die es nur als Ehre be­trachten können, von einem Bebel angepöbell zu werden, wollen wir mit den: Herrn nicht weiter rechten. Uns ist nur von Wert, daß der maß­gebende Führer der Sozialdemokratie nrit dürren Worten und vollkommen zutreffend die Lage unserer politischen Verhältniffe geschildert Mt, die im Jahve 1904 zur Begründung des Reichs-. Verbandes geftihrt hat. Für die Sozialdemo­kratie sind alle bürgerlichen Parteien ohne Aus­nahme der mst allen Mitteln zu bekamvsende Gegner, dem gegenüber die Sozialdemokratie eine festgefügte Phalanx bildet und von dem dis Sozialdemokratie durch eine unüberbrückbare Kluft getrennt wird. Gerade die Erwägung, daß dem geschworenen Gegner unserer bestehen», den staatlichM und gesellschaftlichen Ordnung gegenüber in dem unabweisbaren Kampfe nur dann eine fixere Aussicht auf Er­folg gegeben ist, wenn die gesamten bürgerlichen Parteien in gleicher Weise sich zur Beseitigung der revolutionären Gefahr zusmnmenschließen, ist seiner Zeit der leitende Stern bei der Schaffung des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie gewesen. Hier wird von dem Führer der Sozial- demokratie selbst klipp und klar das ailsgesprochen, vxrs der Reichsverband schon immer betont hat, daß es eben nur ein Hüben und Drüben gibt, daß ein Paktieren mit der Sozialdemokratie un­möglich ist, daß die Bekämpfung der Sozialdemo­kratie bis zur Entscheidung durchgeführt iverden

Gertrud, Du sagst nodj immer nichts? Habe ich Dich wirklich so schwer gefränft? Hast Du mich nicht so lieb, mir das zu verzeihen?"

Statt aller Antwort schüttelte sie den Kopf und brach in heftiges Weinen aus.

Warum weinst Du, Trude, Mädchen;" rief er erschrocken aus.

Weil weil Du recht hast mit Deinem Briefe," stieß sie hervor.

Er wurde leichenblaß; das hatte er doch nicht erwartet.

Gertrud!" In diesem einen Ruf lag all sein Jammer und seine Enttäuschung; wie ge­brochen sank er auf einen Stuhl, das Gesicht mit den Händen bedeckend. Er hatte doch noch immer gehofft und war so glücklich gewesen, sie wieder- zusehen. Aus ihren Zeilen hatte er nur zu lesen gemeint, daß sie ihm böse war, wegen seines Mißtrauens und nun diese brutale Wahr- beit!

Ferdinand!" sie legte die Hand auf seine Schulter, nun das erste Wort gesprochen war, batte sie ihren Mut und ihre Ruhe wiebergefun- den,Ferdinand, ich muß Dir die Wahrheit sagen, so wehe ich Dir damit tue! Ich bin Dir herzlich gut aber die richtige Siebe, die zu einem Ehebund gehört, ist cs doch nicht gewesen, wie ich bisher geglaubt hatte; und zu rechter Zeit zurücktteten ist sicher besser und ehrlicher, als mit einer Lüge auf den Lippen ein unlösbares Band knüpfen!"

Woher weißt Du jetzt auf einmal, wie die richtige Liebe, die zur Ehe gehört, sein muß?" fragte er dumpf.O, ich verstehe, ich sehe alles ganz klar und deutlich! Du sagst das alles nur, Dich von mir zu befreien freie Hand zu ha­ben! Hier der Aufenthalt ist Dir verderblich ge» wesen! Gertrud, Gertrud auf Dein reines Herz hätte ich Hauser gebaut und nun der Zusammenbruch meiner Hoffnungen!' Ich hab' es mir gleich gedacht Du bist zu schön, als daß

muß. Gerade dank der Tätigkeit des Reichkver« bandes erkennen die gesamten bürgerlichen Pak- 1 feien je länger je mehr, wie notwendig dec Zu­sammenschluß aller staatserhaltenden Kreise, tote notwendig der Kampf gegen die revolutionäre Umsturzpartei ist und tote hoch in diesem Kampfe um die höchsten Kulturgüter die vom Reichsverbande gegen die Sozialdemokratie allen bürgerlichen Parteien gewährte Unterstützung be- wertet werden muß.

Auf diese Weise sorgt Herr Bebel in seinem I wilden Fanatismus immer mehr selbst dafür, daß I die Sozialdemokratie zum Hammer für die 1 Einigung der bürgerlichen Parteien unter dem - Banner des Reichsverbandes wird, ein Beweis > mehr, wie sehr die Begründung des Reichster- j bandes einem wirklichen Bedürfnisse entsprach und wie daher die weitesten Kreise des deutschen! Bürgertums schon aus Selbsterhaltungstrieb es i als Ehrenpflicht ansehen müssen, in treuen j Waffenbrüderschaft mit dem Reichsverbande gegen die Sozialdemokratie die Gefahr einer sozialdemokratischen Revolution von unserem teuren deutschen Vaterlande abzuwenden.

Deutsches Reich.

Berlin, 3. Ottober.

Se. Majestät der Kaiser begab sich ant Sonntag Nachmittag, wie nachträglich berichtet wird, mit dem Minister v. Podbielsfr und dein Herren des Gefolges nach Szfttkehnen zur Be-. sichtigung des neuerbauten Johanniterkranken-' Hauses. Herr v. Podibielski ist gestern früh von- Goldap, wohin er sich am Vorabend begeben 1 hatte, abgereift. j

Bei der gestern abgehaltenen Land« tagsersatzwahl im Wahlkreise Eoblenz«1 St. Goar wählten von 558 Wahlmännern 416 den Zentrumskandidaten Justizrat Müller« Coblenz.

Bei den Wahlen zum sächsischen Landtage wurden, nachdem gestern die letz«l fen Ersatzwahlen stattgefunden haben, an Stelle der ausgeschiedenen 30 Abgeordneten gewählt; 19 Konservative, 8 Nationalliberale, 1 Reform, I Partei (Antisemit), 1 Freisinniger, 1 Sozialdemo-' trat. Die zweite Kammer setzt sich demnach auL 53 Konservativen, 24 Nationalliberalen, 2 Mit-s glieber der Reformpartei, 2 Freisinnigen und U Sozialdemokraten zusammen. |

Aus der konservativen Partei' meldet das offizielle Parteiorgan, dieKons. I Korr.", daß der Generalsekretär der konservativ ten Partei, Major a. D. Strosser, einem schon feit längerer Zeit von ihm gehegten Wmrsche! folgend, am 1. Oktober fein Amt niedergelegt! hat. DieKonf. Korr." widmet dem Seiden-,' den folgende anerkennenden Worte: Wir bringen* diese bedauerliche Tatsache hiermit zur Kenntnis > unserer Parteimitglieder und sind uns bewußt,; in deren aller Sinne zu handeln, wenn wir dem aus seinem Amte Scheidenden für feine hin«! gebende, mühevolle und erfolgreiche Tätigkeit,' die er im Interesse der konservativen Sache gs-'

Du hier unbeachtet bleiben könntest! Da ist! solch' leichtsinniger Gesell' gekommen, hat Dstc! wer weiß was versprochen und Du hast Dich be«, fören lassen"

Ferdinand!" fuhr sie auf, flammend rot im: Gesicht,ich kann Dir ruhig ins Auge sehen,, ich habe mir nichts vorzutverfen, bis bis*i sie stockte; die Erinnerung an jenen Abend wurde! lebendig in ihr. h

Nun warum zögerst Du und sprichst nicht weiter?" forschte er. i

Trotzig warf sie den Kopf zurücklaß Dip genügen, was ich sagte! Ich kann verantworten,/ was ich getan!"

Ah, ich kann mir denken! Du hast Dich irt! irgend einen Offizier verliebt, dessen Aäußeres, Dich blendete und jenen Sinnenrausch hast Du für die richtige Liebe gehalten! O Ger-i trüb" ein tiefer Schmerz bebte aus feiner; Stimme und leuchtete aus seinen Augen, wäh« renb er sie betrachtete.

O nein, Ferdinand, so ist es doch nicht ge­wesen," sagte sie sanft,denke nicht so! Ich iveiß es selbst nicht, wie es gekommen ist, daß! ich Einen so lieb, so unaussprechlich lieb habe«* muß, daß ich fiir ihn sterben könnte, Ferdinand ich habe dagegen gekämpft mit aller Gewalt; jedoch die Macht der Liebe war stärker als ich!*!

Mit bitterem Lächeln hatte er ihren Wortes gelauscht; dann sagte er:Wer ist es denn, Ger«! trüb, für den Du so heiß empfinbest auf einmal, während Du meine aufrichtige Liebe fiir nichts' achtest?!' Ach, ich verstehe! Geblendet von Dei­ner Persönlichkeit, hat Dir Jener vielleicht gar die Ehe versprochen, um zum Ziele zu kommen! Und der Gedanke, eine vornehme, reiche Frau zu iverden, hat Deinen klaren Sinn getrübt. Frei­lich, die Airssicht ist verlockender als die, ein­schlichte Lehrersfrau zu werden da fruchtest Tu nun, mich auf möglichst schonende Art vojt Dir zu entfernen! Da müßte ich Dir eigentlich noch dankbar fein!" (Fortsetzung folgt) .