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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

_____________________________________Sonntagsbeilage: Allustrirtes Sonntagsblatt.

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Vierteljährlicher Bezugspreis bet ßtt ExpÄition 2 Ml, bet oHett Postämtern 2,25 Mk. pejcL Bestellgeld).

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Reclamen: die Zeile 25 Psg.

Marburg

Dienstag, 3. Oktober 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck Md Verlag- Joh. Ang. Koch, UntverjitätS-Buchdruckerei 40. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon a5.

Zweites Blatt

denen bald aus deni fruchtbaren üppige Vegetation hervorsproßte. die ain schwersten geschädigten

Jahre nun, nachdem ein zientlich überstanden war und und die

Boden eine So viel über Gegenden. ,

In diesem harter Winter

sehen und manche bis zum Schlüsse mitgefeiert und mutz gestehen, datz diese Feste ihretn Wesen nach über unseren Deutschen Volksfesten stehen.

Kehren wir nun nach dieser Abschweifung zu unserer ersten Betrachtung zurück. Von Pizzo gelangt man in zwei Stunden zu Wagen auf einer in Spiralen den Berg ansteigenden Straße nach der größeren und bedeutenderen Stadt Monteleone, die eine fleißige und intelligente Bevölkerung bewohnt. Monteleone hat zwei Bataillone Infanterie und ist durch schöne Bau­ten ausgezeichnet. Etwa 15 Kilometer von Monteleone entfernt liegt ein untätiger Schlamm­vulkan, von dessen Existenz man bisher nichts wußte, zumal da diesevulcani di fango", die ihrer Natur nach auch noch weniger bekannt zu sein scheinen, durch nichts als die Unfruchtbarkeit ihrer Oberfläche zu erkennen sind. Man ver­mutet, daß dieser Vulkan vielleicht von Einfluß auf das Erdbeben gewesen ist, doch liegen keine bestimmteren Nachrichten darüber vor.

Bestellungen für das vierte Quartal auf die

Oberhtffifche Zeit««-" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und LandbriestrLgern entgegengenommen.

lachenden Gefilde die schönste Ernte versprachen, hat die Nacht vom 7. September all diese Hoff­nungen vernichtet und der Würgengel hat hier seine traurige Ernte gehalten.

Es ist nicht möglich hier auf alle Einzelheiten des Erdbebens, namentlich soweit sie die vielen kleineren Ortschaften betreffen, einzugehen. Auch die ersten Berichte über die Zahl der Opfer und Größe des Schadens übergehe ich, da sie jeden- falls tmzutreffend sind.

Kaum hatte sich nach deut ersten Erdbeben die Bevölkerung etwas bertihigt, da traten neue Erdstöße, und -Schwankungen von beträchtlicher Dauer ein. Am 9. September wurden aus ein­zelnen Gebieten bis Hundert Tote und 200 Ver- tonn bete gemeldet.

Sn Messina wurde zur selben Zeit ein starkes Erdbeben voit 12 Sekunden Dauer gespürt und hatte eine große Panik zur Folge, doch kostete es kein Menschenleben. In dem Bürgerhospital sprangen die Kranken aus den Betten, riefen nach ihren Angehörigen und schrieen um Hilfe. In den Gefängnissen tobten die Gefangenen und das Volk rief auf freiem Felde die Madonna um Hilfe an.

Auch über Apulien erstreckte sich dies Erd- beben, ohne aber nennenswerte Folgen zu haben. In der Provinz Cosenza richtete es dagegen grö- ßeres Unheil an. Zu gleicher Zeit dauerte ein Erdbeben auf Lipari 50 Sekunden an, ohne böse folgen zu haben, während auf Stromboli die weisten Häuser geschädigt wurden.

Briotico ist ein schon früher mehrfach von Erdbeben betroffenes Dorf, das bei jeder Wieder- aufbauung näher an das Meer heranrückte. Zu­erst lag es auf einem kleinen Hügel in einiger Entfernung vom Meere. Als es durch das Erd­beben von 1783 vollständig zerstört wurde, wan­derte ein Teil der Einwohner aus, während die Uebrigen am Strande ihre Häuser errichteten, welche die Anfänge des jetzigen Briatico bildeten. Vom alten Briatico standen nur noch die Mauer- refte, zwischen

Die Feite sind herrlich schön und man kann on der Harmlosigkeit, wie sich dieses Volk amü- 1C!ne. Freude haben. Der Geschmack des Kolkes an der märchenhaft schönen Illumination nno dem Prächtigen Feuerwerk, dem freilich ein Krachen, das einer Kanonade gleicht, tnajt fehlt, ist anerkennenswert. Nichts von ,3/"'o,(to Nccheit sieht man. Die Polizei , tiire .yu,c, uie ua* ausunw ooi, war oie y>aoe JIw tausendköpfige Menge f des deutschen Kaisers, über die das Neapler ÄdXuft? be§ Festes so, wie sie I AbendblattJl Pungolo" schon am 10. Sept, psianimengekommen ist. Ich habe viele Feste ge- * in großen Settern berichtete.

Zur Erdbebenkatastrophe in Süd- Italien.

Von Dr. J. W., Neapel.

©in in Neapel wohnender Marburger ßbt uns in einem Briefe folgende Schilderung s jüngsten Erdbebens in Mahnen:

Fast vergessen waren die Schrecken des Erd- bebens vom 16. und 17. November 1894 in den gesegneten Gefilden Süditaliens: kein nennens. wertes Unglück war in dem letzten Dezennium iSu verzeichnen, da brach plötzlich in der Nacht itoom 7. September ganz unerwartet eine neue Katastrophe über den Süden Italiens herein, in- dem das blühende Kalabrien in wenigen Sekun- oen durch ein furchtbares Erdbeben in einen Hau- .fen von Schutt und Trümntern vettvaadelt wurde.

, In , der nächtlichen Stille glänzte der Wolken- loie Himmel in seiner Sternenpracht, kein Tier tteß durch Unruhe das bevorstehende Naturereig­nis^ ahnen, und das unterirdische Dröhnen, das sonst einem Erdbeben voranzugehen pflegt, folgte m diesem Falle dem Erdbeben nach, lang an- dauernd.

In der Nacht gegen 3 Uhr begannen die furchtbaren Erderschütterungen und hielten volle 10 Sekunden an. . In ganz Italien wurde das Erdbeben wahrgenommen. Auch in Neapel ivar es deutlich, zu merken und die Türschellen, die sich hier noch in alten Häusern finden, fingen an zu lauten. Neapel feierte in dieser Nacht gerade sein größtes Fest, das Fest der Vergine di Pidigrotta. Als das Erdbeben begann, befan­den sich gerade, wie derPungolo" berichtet, drei Viertel der Einwohnerschaft Neapels auf dem .Hemiwege von dem Feste und die Erdstöße und -Schwankungen sollen mehr oder weniger Ver­wirrung, Unwohlsein und Schwindel hervorge. rufen haben, während alle bereits schlafenden Einwohner durch die Wucht der Stöße erwacht sein sollen. Ich selbst habe nichts verspürt, was Wohl einem Mitteleuropäer, der den unbeschrcib- ttchen Lärm der gerade diesem Feste eigentümlich ijt, stundenlang hat über sich ergehen lassen nicht zu verargen ist.

. Am anderen Tage kamen die Nachrichten von dem in ganz Italien verspürten Erdbeben be- sonders von feinen schreMchen Wirkungen im tou&en. Ain schwersten getroffen ivar Kalabrien und zwar ganz besonders die Gegenden von Ca- m S. Eufemia, Pizzo, Monteleone und Biiaitico tot eie fruchtbaren, oliven: und wein- reichen Gegenden wurden fast vollständig zer-

Der Golf von S. Eufemia ist einer der Srr- ttMmctzeii Küste Kalabriens und erinnert v einem gewissen Punkte aus gesehen, an den Go von Neapels Im Hintergründe steigt die Rauch, saute des Stromboli auf und wenn die Sonne in das Meer versinkt, so bietet sich das wimder- varske ,farbenprächtige Bild dar. Pizzo erhebt sich auf einer Tuffsteinklippe über dem Meere wLeiK-$-'( Landes ragt als Horn in das fc,nen blühenden .Handel ivar Pizzo lange >wtzre geradezil der Stapelplatz iianze Provinz Catanzaro. Dieses sauber- Städtchen mit seinen Weißen Häusern, vom Meer pus gelegen, macht einen bezaubernden Eindruck b°r. ber Katastrophe feierte es das 6mrgia und vielleicht waren die Klange de- Feites noch nicht verhallt.

d,e süditalienischen Feste, bei denen das Feuerwerk die Hauptrolle spielt, sei hier, so gern auch mehr sagen möchte, nur Folgendes er-

Di'- Gesamtzahl der Toteii und Verwundeten, wurde am 9. September auf 2200 geschätzt. Ein­zelne Orte wurden vollständig zerstört. In Parghelia kamen bei dem Erdbeben vom Mittag des 8. September fast alle Frauen und Kinder um, wahrend zur Zeit der Katastrophe die Män- ner größtenteils in den Weinbergen toaren. Ein­zelheiten, die von Augenzeugen dieses Unglücks berichtet wurden, find herzzereißeud. So wurde einem Manne von Parghelia, sein ihm vor we­nigen Tagen angetrantes iiinges Weib, mit dem er eben fliehen wollte, an seiner Seite von einem ein stürzen den Gewölbe erschlagen und unter den steinmasien begraben und der Unglückliche machte den eitlen Versuch, die Verschüttete mit den ^anoen ans den Steinmassen auszugraben.

Uoberall machte sich bald Mangel an Brot, Kleidung und Unterkunft fühlbar 'Es fehlte an Aerzten und Medikamenten für die Verwun- beten, es fehlten Hilfskräfte, die vielen Toten zu 6e)iatten, kurz, es fehlte alles. Das Elend war unbeschreiblich. Noch am 9. September traf die erfie Hilfe von Neaswl ein, Militärärzte, Inge­nieure und Beamte der Präfektur mit Geld und Lebensmitteln. Von Selerno wurden alle ver- fügbaren Sckanzarbeiter ber Jnfanterieregimen- ter nach Kalabrien entsandt. Eine allgemeine Einleitung der Hilfsaktion begann nun. Der König hatte gleich auf die erste Kunde von dem ersten Erdbeben 100 000 Sire gestiftet, denen später noch 50 000 Sire von der Königin hinzu­gefügt wurden. Allgemeine Sympathie erregte ", daß ber König bald beschloß, selbst Kalabrien zu besuchen; der Minister Ferraris kam bereits am 10. September abends in Kalabrien an. Tie erste Hilfe, die das Ausland bot, war die Gabe

Am 11. September 8,30 Uhr kam der König mittelst Extrazug in Monteleone an und besuchte im Saufe des Tages per Automobil verschiebene der geschädigten Gegenden, überall vorn Milk ehrfurchtsvoll begrüßt. An diesem Tage fanden wiederum verschiedene Erdstöße statt und trotz der bereits begonnenen Hilfeleistungen kamen immer neue Unglücksbotschaften, mit den Bitten um Steuerung der dringendsten Not. Gegen Abend des 11. batte das Militär die Beerdigung ber Seichen größtenteils vollführt. Der König hielt sich noch bis zum 16. in den zerstörten Ge­bieten auf. Man rühmt, daß er stets furchtlos auch die gefährlichen Punkte aufgesucht habe, lieber feine Eindrücke berichtete er täglich an die Königin, für die er viele Photograptzieen von den Unglücksstätten selbst aufnahm. Man kann sich vorstellen, welchen ergreifenden Eindruck es auf den König machen mußte, als ihm auf einem Wege eine Prozession entgegenkam, der man ein Schild borantrug, auf dem in großen Buchstaben geschrieben stand:Wir leiden Hunger."

In den illustrierten Sonutagsblättern der Neapler Zeitungen sah ich Mlder von solchen Prozessionen, die durch die Trümmerhaufen ziehen: voran Männer mit Trommeln und Schil­der mit den Inschriften: Gebt uns Brot und Unterkunst. Ein anderes Bttd stellt die ergrei­fende Szene bar, wie das Volk vor einem Hei- ligenbilb, das. geschmückt und mit brennenden Kerzen umstellt, inmitten der Trümmermassen er­richtet ist, um Hilfe flehend auf ber Erde liegt.

Obwohl Hunger und Not in Catanzaro an­hielten, fand in Catanzaro abends am 12. Sept, ob der abgelenkten Erdbebengefahr eine große Daukprozefsion statt, an der fast die gesamte Be­völkerung teilnahm. Die amtliche Statistik vom 12. September ergab für die Gegenden von Monteleone, Nicastro und Catanzaro 288 Tote und 602 Verwundete.

Am 13. und 14. fanden wieder neue Erd­stöße in verschiedenen Gegenden wie Cosenza, Briatico, Messina, Reggio u. a. durch die ver­einzelte Einstürze von Gebäuden und Mauern erfolgten. Obwohl die Barackenerrichtung mit Eifer fortgesetzt wurde und eine große Menge von Zelten und Tischen abgesandt war, kamen am 15. noch immer neue Nachrichten über Hunger und Notdurft und vor allem Klagen über Mangel an Ordnung und Organisation. In Catanzaro und Umgegend riß in der Nacht vom 15. ein Sturm die errichteten Baracken und Zelte nigder. nieder.

Am 16. Sept., an dem ber König morgens die Heimreise antrat, ereigneten sich ebenfalls Erdstöße; auch in Innsbruck wurde ein Erdbeben gespürt.

Am selben Tage wurden stärkere Erruptionen des Vesuv vom 15, gemelbeft und ich bestieg daher Sonntag den 17., mittags, vom Resina aus den Vesuv zu Fuß und kam etwa eine Stunde nach Einbruch ber Dunkelheit an ber un­teren Station beS Funiculare an. Da ich ohne Führer ging, wurde ich recht unangenehm von ber widerwärtigen Vesuvbevölkerung belästigt. Ich wollte nun wie schon früher einmal, die flie­ßende Save aufsuchen, doch stellten bi; Führer, die ich an der Station traf, solch unverschämte For- derungen, ldie sie mit ber jetzigen Gefährlichkeit des Weges zu begründen suchten), daß ich diesen Plan fallen lassen mußte. Ich suchte bann die stelle, an ber die Saba vor einiger Zeit den ober­sten Teil der Vesuvbahn überschritten hat, auf, (welche Stelle nach Angabe der Führer natürlich unpassierbar war). In ziemlicher Breite fand ich das Geleise mit Sabageftein bedeckt und konnte die Stelle ohne Schwierigkeit passieren. Die Sabamaffen strömten noch immer starke Hitze ans und man konnte die heißen Steine kaum längere Zeit anfassen. Nach Mitternacht kam ich dann wieder in Resina an, von wo ich nach Neapel mit einer Carrozzella zurückfuhr. In derselben Nacht traten in der Vesuvgögend Erd­stöße auf, so in Castellammare und Ponticelli, und, zwar waren in letztgenanntem Orte die Stöße so hestig, daß die Bevölkerung, von einer Panik ergriffen aus den Häusern floh und die ganze Nacht im Freien zubrachte. Seit Ende Mai ist der Vesuv ununterbrochen in Tätigkeit und stets leuchten in der Nacht die glühenden Sabaftröme, die an der Nordwestseite hinabflie­ßen. Ich habe in dieser letzten Zeit keine größe­ren Eniptionen beobachten können, als solche, die man überhaupt seit Ende Mai von Zeit zu Zeit beobachten konnte.

Am 17. und 18. sanden in Reggio, Groteria und Catanzaro neue Erdbeben statt, die das Volk wieder aus den Häusern trieb. Auch die fol­gende Tage brachten Erdstöße und, um das Un­glück voll zu machen, gingen schwere Unwetter über den ganzen Süden Italiens nieder.

Nach der letzten amtlichen Statistik wurden im ganzen 212 Gemeinden geschädigt, 589 Men- schen wurden getötet, 3000 verwundet; der Scha­den wird auf 5060 Millionen Sire geschätzt.

Fürsorge seitens ber Regierung und frei- willige Hilfsaktionen sind nun in vollem Um­fange eingeleitet. In ber ganzen Welt gedenkt

man mit Trauer des unglücklichen Kalabriens untj sammelt für die Geschädigten. Von ber Hilfe seitens des eigenen Sandes ist vor allem die Freigebigkeit und Fürsorge des Königs und, nicht zum geringsten, die des Papstes zu erwähnen,, ferner die großen Gaben Mattands und Roms« Genuas unb auch Neapels. Was Neapel betrifft, so muß ich sagen, daß das Volk wenig Anteil mt bem Unglück ber Nachbarprovinz genommen hat. Hätte das napolitanische Volk in den btiei Woche» die feit dem 7. September verstrichen sind, aii[ feine Feste mit den kostspieligen Jlluminationeni und Feuerwerken verzichten wollen, so wäre in der Lage gewesen, zur Unterstützung der ®eu schädigten eine Summe von etwa 25 000 Sire beisteuern zu können.

Leider scheint das heimgesuchte Sand noH nicht zur Ruhe kommen zu sollen. Wie die heutige Morgenzeitung von Neapel berichte^ wurde gestern, den 26. September, die Bevölk« rung von neuem durch einen starken Erdstoß olari miert und brachte die Nacht im Freien zu. Zu­gleich lastet auf bem ganzen Süden Italiens ein feucht-heißer lähmender Schirokko.

Neapel, den 27. September 1905.

Hejscu-NaM und NachtzgrgMete.

Hanau, 30. Sept. Unter der Anklage bei» schweren Diebstahls stand der I3jährige Schul­knabe Schum aus Kassel bei Gelnhausen vor der Strafkammer. Der Junge hatte, wie die ,Frkf. Zeitung" meldet, den Schreibtisch eines Gast­wirts erbrochen, daraus Mk. 80 entwendet und sich für das Geld ein Fahrrad, einen Revolver ufw. gekauft. Unter Zubilligung mildernder Umstände verurteilte ihn das Gericht zu einer Woche Gefängnis. Er ist schon seit früher Jugend verwaist und wird in der Gemeindeumge« halten". Infolgedessen mangelt ihm jegliche Erziehung, waS auch von dem Gericht in Be­tracht gezogen wurde. Auch ein Beitrag zur Waisenfürsorge auf dem Landes

Haaau, 1. Okt. Gestern wurde die Teil­strecke Stockheim-Heldenbergen der Eisenbahn Vilbel-Stockheim in Betrieb genommen. Die Reststrecke der Bahn wird erst im nächsten Jahr« fertiaqestellt werden.

Detmold, 30. Sept. Ein Automobilunglück ereignete sich zwischen dem Städtchen Barntrup und Alverdiffen. Die Bremse zerbrach, unb) das Automobil wurde mit aller Gewalt gegen einen Baum geschleudert, an dem es zerschellte. Sämtliche fünf Jnsaffen wurden schwer verletzt.

BmnWes,

Darmstadt, 30. Sept. Im Juli über« fielen, wie damals ausführlich gemeldet worden ist, im Außenviertel der Stadt am Hellen Tag« drei Männer ein Brautpaar, jagten den Bräu» tigam in die Flucht und vergewaltigten ab­wechselnd das Mädchen, während sie die Pas« sauten durch Bedrohung mit Waffen vom Ein­schreiten abhielten. Don den drei gefährlichen Burschen wurden nur zwei, der Anstreicher Karl Trietsch und der Schlaffer Heinr. Seibert, ermittelt. Beide wurden heute vom Schwur­gericht zu je vier Jahren Zuchthaus verurteilt.

Kreuznach, 29. Sept, lieber ein nettes Bureaukratenstück berichtet derOeff. Anz.": Die hiesige preußisch-hessische Güterabfertigung hat bei ihr ousgegebenes Frachtgut nach Kaffel nicht befördert, weil es unklar sei, wo Kaffe! mit K geschrieben liege und daß Kaffel mit K geschrieben leicht mit Kastel bei Mainz zu ver­wechseln wäre. Tas neugegründete Erholungs­heim der Gemeinde-Beamten Preußens auf Saline TheodorShalle war in diesem Sommer bereits von 456 Gästen besucht.

Für Kinder mit Nhachiliö und Skrofulose, bei deren die Muskel» und Knochenblldung hinter der normalen zurückbleibt, ist Kusekes Kindermehl ein ausgezeichnetes Nährmittel zur Unterstützung der Dhoephorbehandlung. Der Gehalt desselbm an Mineralstoffen beeinflußt die Knochenbildung in günstiger Weise und der reiche Gehalt an leichtver­daulichen Eiweißstoffen wirkt sehr vorteilhaft auf den Ansatz des Muskel fleisches. Außerdem wird der fast regelmäßige Stuhlgang bei solchen Kindern durch die Ernährung mit Kusekes Kindermehl reguliert.

Bachbinderei u. Einrahmung v. Bildern

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J. Schulz>

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Dr. Doerkes-Boppard in Marburg.