Einzelbild herunterladen
 

deutschen Vertreter. Die sogenanntenNational^ Sozialen haben also jetzt wieder von liberale» Brüdern" das Zeugnis Schwarz auf Weiß 6e| kommen, daß man sich ihrer Politischen Gesell, schäft schämt! ;

Die der Verbreitung und Stärkung des Deutschtums in der Ost mar! dienendeOstdeutsche Rundschau" übt schärft Kritik daran, daß die deutschfreisinnig-polnischß Majorität der Stadtverordnetenversammlung iri Posen den Verkauf eines städtischen GrundstüÄ an einen Polen, und zwar an den polnisches Stadtverordneten Jgnatowicz, beschlossen. Ti» O. R." schreibt u. a.:Auch die freisinniges Blätter schreien mit Recht! über Verrat am Deutschtum, wenn ein Landwirt sein Besitztum an einen Polen verkauft. Zu seinem Vergnügen tut das keiner, sondern es geschieht stets auH materiellen Gründen. Liegt die Sache nun in gendwie anders, wenn eine Stadt Grund unÜ Boden aus materiellen Gründen an einen Polen verkauft? Wir meinen, die Sache ist in diesem! Falle noch eher schärfer zu verurteilen, denn einq Stadt kann doch wahrhaftig eine kleine finan^ zielle Einbuße leichter verschmerzen wie ein einz Seiner, wie der schwer um seine Existenz ringendq Landwirt! Der Kaiser hat in Gnesen die Preisf gäbe deutschen Grund und Bodens als Verrat am Vaterlande gebrandmarkt. Glauben die Posenels Stadwäter, das bezöge sich bloß auf unsere Land« Wirte? Nein, es bezieht sich erst recht auch auf unsere Städte, denn die sollen Hochburgen dess Deutschtums sein. Wir erwarten, daß die Auf« sichtsbehörde, die ihn ja glücklicherweise zu gm nehmigen hat, diesen Verkauf, der unter die voM Kaiser in Gnesen in der obenerwähnten Weis« ssigmatisierten Handlungen fällt, nicht gutheißeil wird." *,

Die Zolleinnahmen des Reiches sind im Monat August nicht schlecht gewesen. Sie! haben 39,8 Millionen Mark oder 5,2 Millionen Mark mehr als im glerd^n Monate des Vorjahres ausgemacht. Bekanntlich hat der Reichstag den vom Bundesrat vorgeschlagenen Etatsansatz des Zölle für 1905 bedeutend erhöht, so zwar, dah im Etat mit einer monatlichen Durchschnittsein« nähme von nicht weniger als 44,7 Millionen Mark gerechnet wird. .Daraus ersieht man, daß' auch der August trotz seiner Einnahmesteigerung nicht den Etatsdurchschnitt erbracht hat. In den ersten fünf Monaten des laufenden Finanzjahres hat die Zolleinnahme insgesamt 196 Million?^ oder int Durchschnitt des Monats 39,2 Millionen, also noch weniger als im August ergeben. Maft erkennt aus diesen Zahlen, daß, obschon berestSt das bisherige Gesamtergebnis der ersten fünf Monate das gleiche des Vorjahres um 6,5 MM Mark übersteigt, trotzdem in jedem der ausstehem den sieben Monate der Durchschnitt des EtatÄ ansatzes bedeutend überschritten werden muß' wenn nicht auch für das lausende Jahr schließliq mit einem Fehlbeträge bei den Zöllen gerecht«! werden soll. -j

------------ . j

i

Warburg in den Weg trat. Oie fuhr erschreckt zw sammen. j

Erschrecken Sie nicht, Fräulein Gertrud,^ sagte er leise,ich habe hier auf Sie gewartet,' da ich gehört habe, daß Sie mit Ihrem Tagwerk zu Ende sind. Ich wollte mich ohne Zeugen von Ihnen verabschieden, weil mir morgen die Zeis fehlen wird, noch einmal zu kommen. Vor oKen( aber, Gertrud was hatten Sie mit Haupt, mann Heyden?" s

Er beugte sich nahe gegen sie, ihr Gesicht z«s sehen, das in der schwachen Beleuchtung nuf schwer erkennbar war. . ; J

Er hat mich belästigt!" 1

O der Schurke!" stieß Albrecht hechoH ihm ist nichts heilig" Er war empört, daß seiner Gertrud jemand zu nahe getreten war« Leise legte er den Arm um sie.Nicht weinen, liebe Gertrud," tröstete er sie,nicht weinens Ich kenne Sie ganz genau und beneide fcetf Mann, dem Sie angehören werden!" j

lind zärtlich strich er über ihr weiches Haay Sie erschauerte unter seiner Berührung. j

So gehen Sie doch, Herr von Warburgs" flehte sie. ' i

Nun denn, leben Sie wohl, Gertrud! Ver« gessen Sie mich nicht ganz! Nicht wahr, Sük denken öfter an mich?" bat er innig, ihre beide« Hände drückend. f

»Ja." 7 d

Auch wenn ich nicht mehr hier bin? Nach dem Manöver werde ich wahrscheinlich nach versetzt; ich wollte es vorher nicht sagen, sonst wäre ich traurig geworden, wenn ich Ihre liebe« Augen" !

Er brach kurz ab; ihm war so weh ums Herz, und er sah, wie Gertrud bei seinen Worte» bebte. Der Atem drohte ihr ssill zu stehen; sie brachte kein Wort hervor. >

.. ....... \ (Fortsetzung folgt)', 1

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Sonntagsbeilage: Illustrirtes Sonntagsblatt. ~---------

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet ver ExpMion 2 Mk,, ,**.'<»***♦,♦ ,

TM* f)»)ü bet allen Postämtern 2,25 Mk. <ejcl. Bestellgeld). 'vJdv (hfi$enrt wochcntllch sieben mal. . ,

O JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder beten Raum 10 Pfg. 1 nnr Druck rmd Verlag: Joh. Aug. Koch, UmverfitStr-Buchdruckerei 4U.

Reclamcn: die Zeile 25 Pfg. 28. öCptCÖWCr 1905. Marburg, Markt 21. Telephon c>5.

Bestellungen für das vierte Quartal auf die

Oberheffifche Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und LandbriestrSgern entgegengenommen.

Neueste Telegramme.

Berlin, 27. Sept. Handelsminister Möller erklärte, die Hibernia-Konferenz sei heute ge­schlossen worden. Die gepflogenen Verhandlungen stellten nur unverbindliche Pourparlers dar, da Vollmachten fehlten. Ein Endergebnis sei etf: in einigen Wochen zu erwarten.

Berlin, 27. Sept. ImReichsgesetzblatt" wird das Abkommen zwischen dem deutschen Reiche und Luxemburg über Unfallversicherung veröffentlicht.

Berlin, 27. Sept. Der Generalarzt der Armee Hermann Schaper, ärztlicher Direktor der Charite, ist gestern im Alter von 65 Jahren ge­storben., 1

Poris, 27. Sept. Präsident Loubet kehrt am Freitag nach Paris zurück. In dem dann unter seinem Vorsitze stattfindenden Minsterrate wird Rouvier das fertige Programm der Marokko- Konferenz vorlegen. Nach dessen Genehmigung durch den Ministerrat wird Taillandier Weisung erhalten, das Programm dem Sultan zur Unter­schrift vorzülegen. , Hierauf sollen die formellen Einladungen an die Mächte zur Teilnahme an der Konferenz ergehen.

Madrid, 27. Sept. König Alfons XIII. wird,, wie Hofnachrichten aus San Sebastian bestätigen, sich in nächster Zeit verheiraten. Eine amtliche Erklärung Joü erst nach dem Besuch des Königs in Berlin erfolgen. Seine Gattin wird zweifellos eine englische Prinzessin, höchst­wahrscheinlich eine Battenberg, sein. Die Hoch­zeit soll gleichzeitig mit der der Infantin Maria Teresa und des Prinzen Ferdinand von Bayern stattfinden.

London, 26. Sept. Die britische Regierung betont heute in der Presse, daß der Ankauf der Singapore-Docks seitens des Kolonialamtes und nicht seitens der Admiralität stattfindet. Dadurch sollen anscheinend die Steuerzahler beruhigt und deut Projekt der aggressive Charakter genommen Norden.

Tokio, 26. Sept. (Reuter.) Die Bedingungen des Waffenstillstands für Nord-Korea sind noch nicht ve/einbart, da der russische Kommissar aus Manger an Vollmachten bei jedem Schritt Lene- witsch berichten muß.

-8 'Nachdruck verboten.)

Das neue Fräulein.

Original-Noma« von Fr. Lehne.

ttioeisetzung.)

' ~Gertrud was ist das?"

Fragen Sie Herrn Hauptmann darnach, Herr von Warburg, der wird Sie über den Sach­verhalt aufklären," antwortete sie ruhig, seinen vorwurfsvollen Bljck stolz und groß erwidernd. Helfen. Sie ihm auch etwas bet der Toilette," fuhr sie in leichterem Tone fort, auf den Haupt­mann deutend, der sich bemühte, die Perlzwiebeln von seiner Uniform zu suchenhier, nehmen Cie meine Schürze zum Trocknen," sie warf Al- brecht ihre große weiße Schürze zu und eilte behend bte Treppe hinauf, sich umzu- zieheit, da ihr Kiew ebenfalls naß geworden war.

Indessen beruhte sich Albrecht, seinen Vor- gesetzten wieder einigermaßen gesellschaftsfähig zu machen, jedoch ohne ein Wort zu sagen.

Fatal, habe den Kuß teuer bezahlen müssen! Aber ich habe sie wenigstens geküßt, diese stolzen spröden Lippen!" log der Hauptmann, und suchte den Vorfall ins Spaßhafte zu ziehen.

.^err Hauptmann mußten das Mädchen aber sMieglich kennen, um zu wissen, daß sie keine ge- wohnlichen Späße versteht. Hier sind Sie an die Unrechte gekommen," versetzte Albrecht kurz.

und Ihnen außerdem ins Gehege! Leug­nen Sie nicht," gestehen Sie es nur Sie ha- ben dem Mädel den Kopf verdreht daher auch ihr Getue! Ich habe schon lange gemerkt, daß Jchr Beide Euch versteht! Gönne Ihnen die Kleine aber nicht, Warburg, sag' ich ganz offen. Aa, so toirds gehen! Verdammt scharfes Zeug der Essig will schleunigst nach Hause; weiß noch nicht, ob ich wiederkommen Werde!* 91a, wir haben uns nicht gesehen, nicht tvahr?"

Das neue englisch-japanische Bündnis.

Die Tatsache, daß unmittelbar nach Been­digung des russisch-japanischen Krieges ein Bünd­nisvertrag zwischen England und Japan auf neuer Grundlage abgeschlossen worden ist, war schon vor einiger Zeit amtlich zugegeben worden. Gestern wurde nun gleichzeitig in London und Tokio der Text des neuen Abkommens zwischen beiden Staaten veröffentlicht.

Es besteht aus, einer Einleitung und acht Ar» tikeln. Die Einleitung besagt, die Ziele des Ab­kommens seien die Befestigung und die Aufrecht- erhattunH des allgemeinen Friedens in Ostasien und Indien, die Erhaltung der genteinsamen In- teressen aller Mächte in China durch die Sicherung der Unabhängigkeit und Integrität Chinas und das Prinzip der Gleichberechtigung des Handels aller Nationen, ferner die Aufrechterhaltung dar territorialen Rechte Großbritanniens und Japans in Ostasien und Indien, sowie die Verteidigung ihrer besonderen Interessen in diesen Gebieten. .

Der Artikel 1 besagt: Die beiden Regierungen werden, wenn immer ihre oben bezeichneten Rechte und Interessen gefährdet sind, mit ein­ander in vollem Umfange und offen in Verkehr treten, um die gemeinsamen Maßnahmen zu er« trügen, die zur Wahrung derselben zu ergreifen sind.

Artikel 2: Wenn infolge eines nicht heraus- geforderten Angriffs oder aggressiven Vorgehens, das wo immer seitens irgend einer Macht oder der Mächte erfolgen mag, einer der beiden ver­tragschließenden Telle in der Verteidigung seiner Rechte und Interessen in einen Krieg verwickelt wird, so wird der andere Tell dem Verbündeten sofort zu Hilfe kommen und mit ihm den Krieg gemeinsam führen, sowie in wechselseitigem Ein­vernehmen Frieden schließen.

Artikel 3 besagt: Da Japan die vorherrschen­den politischen, militärischen und wirtschaftlichen Rechte in Korea besitzt, erkennt Großbritannien Japans Recht an, solche Maßregeln zur Leitung, Kontrolle und zum Schutze Koreas zu ergreifen, als es für geeignet und notwendig erachten mag, um diese Interessen zu schützen und zu fördern.

Artikel 4 lautet: Japan erkennt das Recht Großbritanniens an, in der Nähe der indischen Grenze solche Maßnahmen zu ergreifen, welche nötig sein mögen, die indischen Besitzungen zu schützen.

Artikel 5 sagt: Beide Teile kommen darin überein, , daß keiner, ohne den anderen zu be­fragen, in besondere Abmachungen eintreten wird, welche den in der Einleitung des Abkom­mens bezeichneten Zielen nachteilig sein könnten.

Artikel 6: Im Falle eines rnstisch-japanischen Krieges, übernimmt es Großbritannien, strenge Neutralität zu bewahret: und Japan im Falle, daß es von einer anderen Macht angegriffen wird, zur Hilfe zu kommen.

Artikel 7: Die Bedingungen, unter denen der erwähnte Beistand geleistet werden soll, werden durch die Militär- und Marinebehörden der der- tragschließenden Teile vereinbart, die mit einander

Vollständige Diskretion, Herr Hauptmann," verneigte sich Albrecht vor seinem Vorgesetzten. Leutselig schüttelte ihm dieser die Hand und ver­schwand eiligst. Dem jungen Offizier ließ es keine Ruhe er mußte wissen, genau wissen, was vorgefallen war, deshalb plauderte er vor dem kleinen Fenster mit Frau Anna, um zu war­ten bis Gertrud kam.

Wo in aller Welt bleibst Du nur, Gertrud!" rief Frau Teichmann der Nichte zu, die soeben in den kleinen Anrichteraum trat,das bischen Perl- zwiebblrausholen dauert doch nicht so lange!"

Verzeih, Tante, ich hatte Malheur," antwor­tete sie, ohne Albrecht anzusehen, dessen Blick forschend auf ihr ruhte.Du weißt, ich hatte es sehr eilig, und in der Hast ssieß ich mit Herrn von der Heyden zusammen, daß die Büchse hin- fiel. Hab' mich schnell umgezogen, die Scherben beseitigt, und bin nochmal im Keller gewesen."

Wie ungeschickt, zürnte die Tante,hast Du Dich wenigstens entschuldigt?"

Tas ist wohl selbstverständlich!"

Na, ich werde es nochmals tun, denn ich kenne Dich! Nein, wie kannst Du nur so unge­schickt sein!"

Gertrud senkte den Kopf; ihre Lippen preßten sich fest zusammen und zwischen ihren Brauen erschien eine tiefe Falte aber sie schwieg.

.Herr von der Heyden ist wieder gegangen; wie er sagte, hatte er etwas vergessen," bemerkte Albrecht.

,Da siehst Du, tote zartfühlend er ist! Sicher hast Du ihm die ganze Uniform verdorben; nachher bittest Du ihn nochmals in meiner Gegen­wart um Entschuldigung!

Sie,hob jäh den Kopf.Nein, Tante!"

Nein? und warum nicht? Immer wider­sprechen!" ' :

Er trägt ebenso viel Schuld daran als ich, uiti) übrigens habe ich bereits jener Pflicht ge« Äigtl"

von Zeit zu Zeit in vollem Umfange und offen in Beratung treten.

Artikel 8 besagt: Das gegenwärtige Heber- einkommen gilt für die Frist von 10 Jahren, ist aber mit einjähriger Frist aufhebbar.

Deutsches Reich.

Berlin, 27. September.

* Seine Majestät der Kaiser empfing gestern Dienstag den aus Berlin kommenden russischen Minister v. Witte, der um 12% Uhr in Großrominten eintraf und vom Fürsten Eulen­burg empfangen wurde; beide fuhren dann im Automobil nach dem Jagdschloß Rominten. Der Kaiser erlegte auf der Frühpirsch am Montag im Belauf der Försterei Teerbude einen starken un­geraden Zwölfender. Die Kaiserin und Prin­zessin Viktoria Luise unternahmen mit Gefolge im geschlossenen Automobil über Nassawen und Mehlkehmen einen Ausflug nach Trakehnen zur Besichtigung des dortigen Gestüts.

Das Staatsministerium trat am Montag zu einer Sitzung zusammen. Der Reichskanzler, der eigens feinen Urlaub in Baden-Baden unterbrochen hatte, am Diens- tag jedoch dorthin zurückgekehrt ist, hatte eine längere Unterredung mit Minister W i t te, ferner auch abends mit dem französischen Bot­schafter Bihourd. Ein engeres Zu­sammen ge he n Rußlands mit Deutsch­land sowie die marokkanische Frage waren Gegenstände der Besprechungen. Es war ein diplomatischer Tagerster Ordnung", der besonderes Aufsehen erregte.

Die Aussichtslosigkeit der «gro­ßen liberalen Partei", dieses phanta- ssische Traumgebilde von Naumann, Barth und v. Gerlach, die dann eine größere führende Rolle zu, spielen können hoffen, hat der zur Zeit in Wiesbaden stattfindende Parteitag der Freisinnigen Volkspartei auf feine Art gleichfalls wieder offenbart. Am Samstag wurde über die Beziehungen zu anderen Parteien verhandelt und nach langen, teilweise sehr leb­haften Erörterungen folgender Antrag einstimmig angenommen:

Der Parteitag erachtet es für geboten, das bestehende gute Einvernehmen mit der deutschen Volkspartei in jeder Weise zu fördern. Der Parteitag ist ferner der Ueberzeugnng, daß ein freundnachbarliches Verhältnis zu der freisinnigen Vereinigung und zu anderen liberalen Partei­gruppen im Interesse des Gesamtliberalismus zu unterstützen ist. DerParteitag hält ober ein Zusammenwirken mit na- tion al sozialen Elementen für eine politische Unmöglichkeit, gleich, viel welcher politischen Gruppe sie sich anschließen. Der Parteitag ersucht den geschäftsführenden Ausschuß, nach wie vor, ins­besondere bei Wahlen, zu verfahren." Für den Antrag stimmten, wie dieVoss. Zig." berichtet, bei Anwesenheit außerordentlich vieler Mitglieder auch sämtliche Frankfurter und süd-

Das fehlte gerade noch, andere zu beschul­digen," ereiferte sich Frau Teichmann,das sieht Dir ähnlich! Du bist aber immer schon so fahrig gewesen den Kops voller Liebesgedanken" Tante!" fuhr Gertrud auf, dunkelrot im Gesicht,nimm Rücksicht, daß wir nicht allein sind! Wie ich jetzt sehe, ist augenblicklich nichts zu tun. Du gestattest deshalb wohl, daß ich Auguste für morgen verschiedene Anweisungen gebe!"

Sie drehte sich kurz um und ging wieder nach oben äußerlich ruhig und unnahbar inner­lich aber erregt in seiner Gegenwart abge­kanzelt wie ein Schulmädchen, und dazu in einer Sache, in der sie vollständig im Recht war. Wenn er wüßte

Sie glauben gar nicht, Herr Leutnant, was ich unter Gertruds Starrsinn zu leiden habe," fugte Frau Anna,was sie nicht will, tut sie nicht und das Schlimmste Teichmann pro­tegiert und verwöhnt sie zu sehr!"Ja, ja, Temperament hat sie," entgegnete er,aber sonst ist sie doch fleißig und tättg und hilft Ihnen! Der Eigensinn wird schon vergehen!" Nun ja, aber ich bitte Sie, was bleibt ihr übrig? Ihr Verlobter war zwar dagegen, daß sie das Ladengeschäft mit besorgte aber fällt ihr da eine Perle aus der Krone? er meinte, es fchicke sich für feine zukünftige Frau nicht! Das ist ja Unsinn; ich tue es doch auch. Na, Gertrud war ja in dieser Beziehung vernüstig, trotzdem sie sonst vom Hochmutsteufel geplagt ist!"

- Es war schon zu sehr vorgerückter Stunde. Die Wogen der Fröhlichkeit unter den Gästen gingen hoch; jedoch war für Gertrud nichts zu tun, da Fran Anna alles allein besor­gen konnte. Diese gab ihr Erlaubnis zum Schla­fengehen, und das junge Mädchen schickte sich an, nach oben zu geben, als ihr mitten auf der Treppe, an einem Absatz derselben, Albrecht von