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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. -^

Sonutagsbellage: Jllustrirtes SonnLagsblcktt. .

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk^ bet allen Postämte» 2,25 Mk. texcl. Bestellgeld).

Jnsertto ns gebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Mittwoch, 27. September 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal. . - j

Druck und Verlag' Ioh. Ang. Koch, UnipcrsitätS-Buchdnlckerei 40. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Neueste Telegramme.

r Hamburg, 26. Sept. Der Postdamp^er »Eleonore Wörmann" mit den von der kolo­nialen Studienreise hsimkehrenden Reichstags- abgeordneten ging am 23. ds. von Teneriffa ab. An Bord ist alles wohl.

Mailand, 25. Sept. Heute wurde in Gegenwart des Königs und der Königin, der Minister Ferraris, Tittonie und Careano, sowie zahlreicher Vertreter der Behörden und Körper­schaften der Internationale Schifffahrtskongreß im Skala-Theater eröffnet. Der König und die Königin wurden von den Kongreßteilnehmern lebhaft begrüßt.

Madrid, 26. Sept.Diario Universal" teilt mit, daß die Regierungen in Berlin und Madrid den Einzug des Königs Alphons in Berlin endgültig auf den 6. November festsehten. hierauf wird ein Besuch des Königs Alphons in Wien erfolgen, doch wird er, wie »Diario Universal" hinzufügt, den Charakter eines ein­fachen Familienbesuches tragen.

Paris, 26. Sept. Der Deputierte Gode- froh Cavaignac, ehemaliger Kriegsminister zur Zett der Wiederaufnahme des Dreyfus-Prozefles, ist heute Nachmittag plötzlich gestorben.

Paris, 25. Sept. Der Ackerbauminister, der den Vorsitz bei einem Bankett anläßlich der mndwirtschaftlichen Ausstellung in Thonon-les- Bams führte, hielt eine Rede, in der er auf die beängstigende Krise hinwies, welche das Land jetzt durchgemacht habe. Er fuhr fort: Ich kann jedoch versichern, daß in dieser Stunde jede Ge­fahr beseitigt ist. Indessen wollen wir nicht vergessen, daß um in Frieden zu arbeiten, Frank­reich eine starke aufrichtige Armee haben muß.

Konstantinopel, 25. Sept. Die Bomben­sunde in Pera haben zahlreiche Verhaftungen don Armeniern und Haussuchungen zur Folge.

Osterbay, 25. Sept. (Reuter). Präsident Roosevelt bereitet die diesjährige Botschaft .an den Kongreß vor. Er wird unter anderen Punkten die nachstehenden einer Besprechung unterziehen: Regelung und Beaufsichtigung des Lebensversicherungswesens vom Bunde aus, .Regelung der Eisenbahntarife durch die Bundes­regierung, die der bisherigen Aufsicht hinzuzu- sügen ist, die Beziehungen mit Venezuela, das Finanzwesen von San Domingo; der Fort­setzung im Bau des Panamakanals; der Ab­schluß des Friedens zwischen Rußland und Japan.

Tokio, 25. Sept. Es steht zu erwarten, daß der russische KreuzerNodik um Mitte Oktober gehoben wird.

Schanghai, 25. Sept. Der Generalkonsul Rogers der Verein. Staaten meldet, daß der Boykott amerikanischer Waren beendet sei.

** Wrtfibrutf verboten.)'

Das neue Fräulein.

Original-Roma« tum Fr. Lehne.

(Fortsetzung.)

' Beteuernd legte er die Hand auf die Brust >so denken Gnädigste von mir? Das schmerzt intch tief! Jedoch werde ich feurige Kohlen auf Ihr Haupt sammeln und Ihnen diverse Ansichts- karten schicken!"

Der Schelm lacht nur so aus seinen Auaen sein ganzes Wesen war voller Uebermut und guter Laune wohl eine Wirkung der vortrefflichen Pfirsichbowle, die Teichmann gebraut hatte.

Uebrigens, Frau Anna, möchte ich auch ein­mal mit Ihnen austoßen haben Sie denn Stoff?"

Statt aller Antwort zeigte ihm Gertrud ein großes, gefülltes Bowlenglas, das auf dem Tisch­chen stand.

Tas glaube ich," lachte er,dann will ich nur schnell mein Glas holen!"

Aber bitte, nein. Sie trinken von unserer Bowle nut," und Frau Anna stillte drei Gläser nut dem duftenden Naß, wovon sie eins Albrecht reichte. Mit tiefem Blick sah er in ihre glück- strahlenden Augenauf Ihr ganz besonderes Wohl, Pfalzgräfin, Schönste der Frauen!" Rot vor Freude trank sie ihm Bescheid; er war doch zu reizend!

..--Das schmeckt aber doch ganz anders, als Drüben bei uns," sagte er, als er getrunken.

Ja, glauben Sie denn, wir wollen hier Not ,-ciden?" lachte sie.

.Will Fräulein Gertrud denn nicht mit mir «nsioßen?" fragte er da das junge Mädchen, das ?ch etwas weggewandt. Es tat ihr weh, zu sehen, ,

England und Deutschland.

Bei Gelegenheit des im September in Luzern zusammengetretenen Friedenskongresses, über dessen wichtigste Beschlüsse wir vor kurzer Zeit erst berichtet haben, fanden auch zwischen verschie­denen Angehörigen Englands und Deutschlands Besprechungen statt, in welcher Weise die zwischen beiden Ländern bestehende Verssimmung behoben und bessere gegenseitige Beziehungen in die Wege geleitet werden könnten. Das Ergebnis dieser Aussprache war ein Aufruf, der jetzt von dem ständigen Komitee für die deutsch-englische An­näherung an die beiden Völker gerichtet wird und in dem es heißt:

Erfüllt von dem Bewußtsein, daß die Gefahr eines feindlichen Zusammenstoßes der beiden Nationen droht, drängt es uns, der festen Ueber- zeugung Ausdruck zu geben, daß kein bemimf- tiger Grund, sei er ökonomischer oder politischer Natur, für die unfreundlichen. Gefühle vorlicgt, die leider zwischen ihnen zur Zeit bestehen.

Hinter dem scheinbaren Gegensatz wirtschaft­licher Interessen, der den Westbeiverb auf dem Gebiete des Handels und der Industrie vor­täuscht, verbirgt sich in Wirklichkeit ein solidari- sches Interesse beider Völker, von denen jedes dem anderen die Güter liefert, die es am besten hervor- zrtbringen vermag.

Ebensowenig stehen die politischen Inter­essen der beiden Staaten einander entgegen, so­weit sie in den Grenzen des wahren Allgemein­wohls bleiben. Daher können alle Verständigen ohne Schaden für das eigene Land ihre Be- mühungen auf das richten, was beiden Völkern nützt. Die stete Verstärkung der Rüssttngen auf beiden Seiten ist die Folge bloßer Mißverständ­nisse und bewußter Irreführung aus selbstsüch- stgcn Motiven. Das eine wie das andere Volk leidet gleichermaßen unter den daraus entsprin­genden Lasten, jedes hat das gleiche Interesse daran, diesem unsinnigen Wettkampfe ein Ende zu machen, tmd beide vereint haben die Macht dazu.

Jene Mißverständnisse gehen durchaus auf Leute zurück, die in ihrem eigenen Lande weder Ansehen noch Bedeutung besitzen, ein Umstand, den man im anderen Lande nicht kennt oder den man übersieht. Nur so ist es möglich, daß durch ihr Wirken kleine Verstimmungen zu feindseligen Gefühlen antoachfen, ja daß man sogar die Mög­lichkeit eines Krieges ernsthaft erwägen konnte. Und es gibt keine Sicherheit dagegen, daß sich nicht Gleiches wiederholt, und daß aus Meinungsver­schiedenheiten, die bei gutem Willen leicht zu schlichten wären, ernste Konflikte entspringen.

Wir protestieren mit Nachdruck gegen den bloßen Gedanken eines feindlichen Zusammen­stoßes, der Wahnsinn und Verbrechen zugleich hxire. Wir kennen keinen einzigen Grund zit einem solchen Streit zwischen den beiden Völkern. Wir finden vielmehr in ihrer Geschichte, in ihren gemeinsamen Anschauungen und Empfindungen, in ihrer langandauernden Freundschaft, in dem was sie in Kunst und Wissenschaft einander gegen« festig verdanken, die stärksten Gründe für einen engeren freundschaftlichen Zusammenschluß. Wir glauben ferner, weit entfernt, in dem englisch.

wie er mit der Tante scherzte oder war es gar Eifersucht, die sie empfand?

Gertrud, hörst Du denn nicht? Herr von Warburg will mit Dir anstoßen! Ah, der- zeihen Sie, Herr Leutnant, ich sche, soeben ist Herr von der Heyden gekommen, entschuldigen Sie mich einen Augenblick."

Sie eilte in den Laden; denn die Begrüßung des schönsten Hauptmanns durfte sie sich nicht entgehen lassen. So stand Gertrud dem jungen Offizier allein gegenüber.

Gertrud, zürnen Sie mir nicht," bat er,ich sehe. Sie sind mir böse! Jedoch bin ich heut so vergnügt, tragen Sie es mir nicht nach, wenn ich der Tante eist wenig den Hof mache! Ich meine es doch nicht böse! Also, mein guter Kamerad ? So ist's recht, wenn Sie lächeln! Ich sehe es gern; es steht Ihnen gut! Und die "Grübchen in Ihren Wangen! Ach Gertrud--- also auf

das, was wir lieben!"

Wie magnetisch hielt er ihren Blick gefesselt er verwandte kein Auge von ihr, während er trank. Unwillkürlich fast hielt er ihre Hand fest selbstvergessen standen die Beiden da. sich tief, tief in die Augen sehend. Ein Geräusch weckte sie aus ihrer Versunkenheit Frau Anna war wieder zu Gertrud getreten; Albrecht ent­fernte sich schnell; augenblicklich war er nicht in der Stimmung, wieder mit der Tante zu reden. Diese gab der Nichte verschiedene Aufträge.

Gertrud, hole doch mal die Rebhirüpafiete; Herr Hauptmann soll davon kosten."

.Gewiß, Tante! Ich bringe dann gleich ein Büchschen Perlzwieboln mit rauf." Und eilfertig schlüpfte sie aus dem Laden, an dem Hauptmann vorüber, der bei der Tante stand.

Ah, delikat," sagte dieser.Ich will Gnä­digste aber weiter nicht aushalten wie ich sehe, haben Sie zu hm!" Und grüßend entfernte er sich.

französischen Uebcreinkommen einen Grund zur Trennung zwischen unseren LeidenLändern zu sehen, daß dieses Uebereinkommen im Gegenteil für alle drei Völker die Möglichkeit schafft, in gegenseitiger Freundschaft ihren gemeinsamen Interessen und dem Frieden der Welt zu dienen.

Darum fordern wir unsere Mitbürger auf, mit uns in Wort und Tat dafür zu wirken, daß ein besseres gegenseitiges Verständnis und damit das Gefühl aufrichtiger Freundschaft beider Län­der erwachse und immer mehr erstarke. Wir bitten jeden, der in diesem Sinne tästg sein will, dazu mit einem der Unterzeichneten in Verbindung zu treten.

So anerkennenswert und verdienstlich diese Bemühungen auch sind, so wird doch wohl nie­mand bestreiten, daß man in England am ehesten Ursache hat, sich nach dem Vorstehenden zu richten. Denn Neid und Mißgunst gegen Deutschland wer- den in England gezüchtet, nicht aber umgekehrt.

Deutsches Reich.

Berlin, 26. September.

; Seine Majestät der Kaiser empfängt heute in R o m i n t e n den gestern Abend von Berlin dorthin gereisten russischen Minister Witte. Der Kaiser war, wie jetzt gemeldet wird, gleich am ersten Abend seiner Anwesenheit in Rominten vom Jagdglück begünstigt; er erlegte zwei kapitale Sechzehnender, und zwar einen in der Nassau«, den anderen in der Szittkehmer Oberförsterei. Für die diesjährigen Kaiserjagden in Ober­schlesien ist ein Zeitraum von sechs Tagen in Aus- sicht genommen. Der Kaiser dürste Ende Novem­ber oder Anfang Dezember dort zu erwarten fein und u. a. den Fürsten zu Hohenlohe in Slawentzitz und den Grasen von Tschirschky Nenard in Groß-Strehlitz besuchen.

Bei der gestrigen Landtagsersatz- !v a h l in dem Wahlkreise Süderdithmarschen wurde der von dem nationalen Wahlverein auf- gestellte Kandidat, Hofbesitzer Peters (Bruns- büttelkoog) mit 123 Stimmen gewählt. Pastor Höck (freif.) erhielt 34 Stimmen.

Zu dem bereits kürzlich gemeldeten Wahl­sieg der nationalen Parteien gegen das Polentum im Reichstagswahlkreise Thorn, der hoffentlich ein gutes Vorspiel für die schwierigere Wahl in Kattowitz ist, bringen die Ostmarkenblätter interessante Mitteilungen. Be­sonders freudig konstatiert man, daß in einem zu 55 Prozent katholischen Wahlkreise ein für das Deutschtum so günstiges Resultat eingetreten fei. Eine wesentliche Zunahme deutscher Stimmen ist im Kreise Thorn und in Briesen, wo eine Anzahl Ansiedlungsgüter neu geschaffen worden ist, zu verzeichnen, dagegen überwiegt im Kreise Kulm das polnische Element. Die Wahlbeteiligung war durchschnittlich 85 Prozent, stellenweise sogar bis zu 93 Prozent. Die Sozialdemokratie hat gegen 1903 die Hälfte ihrer Stimmen eingebüßt und kam neben den beiden anderen Faktoren nicht in Betracht. Nach den amtlichen Feststellungen er« hielten von 28 811 abgegebenen Stimmen der deutsche Kandidat, der nationalliberale Bank- direktor Ortel 14 832, der Pole, Redakteur Brejski 13 519, der Sozialdemokrat Sremski 458 Stim-

Draußen aber in dem halbdunklen Gang, der von dem hellerleuchteten Hausflur aus nach dem Keller führte, wartete er. Wahrscheinlich mußte das Mädchen, dessen Schönheit ihn in hohem Grade gelangen genommen hatte, hier vorüber. Tag und Nacht dachte er an sie; je zurückhalten­der sie sich zeigte, desto begehrlicher wurde er.

Sollte er hier vergebens werben? Da kam sie auch schon aus dem Keller, in der einen Hand sorgfältig die Pastete, in der anderen eine Büchse mit Perlzwiebeln tragend. Er trat ihr entgegen.

Immer so fleißig, liebes Fräulein? Ich be- wundere Sie darum!"

weil ich nichts als meine Pflicht tue, Herr Hauptmann? Dann hindern Sie mich auch nicht daran und lassen Sie mich vorüber! Ich bitte Sie darum!" sagte sie scharf.

Einen Augenblick," flüsterte er mit vor Auf­regung heiserer Stimme,einen Augenblick hören Sie mich an! Gertrud, ich bete Sie an ich liebe Sie wahnsinnig! Seien Sie wenigstens etwas freundlicher gegen mich!"

Herr Hauptmamt"

, nein, lassen Sie mich aüsreden", er legte seinen Arm so fest um sie, daß sie sich nicht rühren konnteGertrud, Ihre Schön- heil hat mich berauscht; ich bin ganz von Sinnen, wenn Sie mir doch ein wenig gut sein wollten. Sie sollten es nicht zu bereuen haben! Auf mei­nen Händen würde ich Sie tragen, jeden Wunsch Ihnen erfüllen"

noch ein Wort weiter und ich tute um Hilfe," unterbrach sie ihn mit zornbebender Stimmeich stelle Sie vor Ihren Kameraden bloß"

Gertrud?" flüsterte er,seien Sie doch nicht so grausam gegen mich! so grausam gegen mich! Ich bin eifersüchtig auf diesen Warburg! Den

men. Dieser neugewonnene Vorsprung ist itt< so beachtenswerter, als wir es, wie die frühere« Wahlziffern beweisen, mit einer allmählichen< die Deutschen günstigen Entwickelung zu ttof haben und bet energischer deutscher Arbeit AM sicht besteht, den Kreis dauernd zu behaupten Nach derGazeta Torunska" wird die Wahl mV sehr reichlichem Material" von Polnischer Seit angefochten werden. Aber hoffentlich verflüchtig sich dasMaterial", wie in manchen anders Fällen, so auch diesmal.

Wenn zum Zwecke der Beunruhigung ti der Presse Mitteilungen über angebliche Plant auf dem Gebiet der Ster ft euer gemacht wev den, so wird das Publikum gut tun, sich intril Schreckgebilde dieser Art nicht in Unruhe versetze« zu lassen. Denn es liegt, abgesehen davon, ba| jene Mitteilungen auch tatsächlich unzutreffend sind, in der Natur der Sache, daß, wenn einmal die Aenderung eines Steuergesetzes in Aussicht genommen wird, die verschiedensten Variante« für die Ausführung des gesetzgeberischen Planes an den zuständigen Zentrastellen handgearbeitet werden. Dies ist einmal notwendig, um für dis Abwägung aller Gründe für und gegen em au§< reichend sicheres Material an der Hand zu habenj sodann aber ist es auch zweckmäßig, für den Fall, daß die in erster Linie in Betracht gezogene« Vorschläge im Verlauf der weiteren Verhäng langen an irgend einer Stelle auf unübertoiniM sichert Widerstand stoßen, anderweitig Vorschläge in Reserve zu haltert. Es ist daher zu einer 53« unruhigung tatsächlich nicht der mindeste Anlaß vorhanden. ?

Der Deutsche F l o tt e nv e rei» hatte aus Anlaß des englischen Flottenbesuches i« der Ostsee darauf hingewiesen, daß es gar nichts schaden könne, wenn sich die Deutschen mit, eigs nen Augen von der technischen Heberlegenbeit. be» englischen Kriegsschiffe gegenüber _ den unsrige« überzeugen, was Größe der Schiffe, stärkere Ar« tillerie usw. beträfe. Dieser Rat ist anscheinend auf einen fruchtbaren Boden gefallen. In bet( ernsthaften Presse wird unumwunden zugegeben, daß zwar unsere Schiffe tote unsere Blaujacke« einen gefälligeren Eindruck machten, daß aber diel Uebcrlegenbeit der englischen Kriegsschiffe alS Zerstörungsmaschinen im Ernstfall unverkennbar' sei. Da aber Kriegsschiffe nicht zu Flaggenpara« den und zrtm Herumfahren, sondern vor allen! für den Kampf zur Sec bestimmt sind, so liegt hierin eine ernste Mahnung für Deutschland, feine Flotte auf die größtmögliche kriegerische Höhe z« bringen, schon weil hierin auch die beste Friedens^ gewähr liegt. Nachdem ferner der amtlich bear< beiteteNanttcus" von 1905 auch den technischen! Anschauungen hat recht geben müssen, die deut Flottenverein seit IVa2 Jahren vertritt, so muß die Oeffentlichkeit, soweit sie nicht unter Parte» politischer Zensur steht, zugeben, daß der Flotter« Verein mit seiner Agitation auf dem r idj 11 g e n Wege war. Die Gewalt , bet Tatsachen hat sogar angefangen, felbst in seither flottenfeindlichen Kreisen einen Umschwung i« dem Sinne, daß die Forderungen des Deutsche« Flottenvereins, sowohl was stärkeres Deplazemenk und stärkere Armierung ec. der Schiffe, vor allem' aber, was rascheren Ausbau unserer Flotte be<

beglücken Sie mit Ihrer Güte!" Er näherte fei« Gesicht dem ihrigen, und sein heißer Atem strich über sie hin,ich weiß keinen anderen Gedanke« als Sie! Nur um Sie zu sehen, bin ich heute noch einmal gekommen; ich mußte Si« endsich sprechen" . i

Ihr Bemühen ist völlig zwecklos, ich kan« Ihnen nicht die geringste Hoffnung machen;ben« mein Herz ist nicht mehr frei! Und nun lassen Sie mich los" <

aber nicht ohne einen Kuß von diesen spröden Lippen", er preßte sie mit untotbet« stehlicher Kraft an sich, da siel die Glasbüchss klirrend zur Erde und ihr Inhalt floß an bet. Uniform des Hauptmanns herunter. In feinet! Leidenschaft hatte er nicht darauf geachtet, toa$ das Mädchen in den Händen trug, und somit di« Büchse zerdrückt. , (

Verdammt!" fluchte er, als ihm der scharf« Efsiggeruch in die Nase stieg und er das Mißge­schick sah.

Geschickt entwand sich Gertrud seinen Annens unwillkürlich mußte sie trotz ihrer zornigen Er­regtheit lachen, als sie das verblüffte, nichts we­niger als geistreiche Gesicht des schönen Haupt- manns sah, der ratlos an sich herunterbsickte.

Hoffentlich nimmt Ihnen dies die Lust zn weiteren Anträgen," sagte sie spöttisch. 1

--was ist denn hier Passiert? Ich hörte'

etwas klirren!" , 't

Auch das noch!" stöhnte der Hauptmann,, als er in dem Sprechenden Albrecht von Warburg erkannte, der durch das Geräusch nach der Keller-' ttir gelockt wurde vielleicht war Gertrud da. Seine Ahnung hatte ihn auch nicht getäuscht. sie war es; aber er sah noch Jemand, und c8 packte ihn die Eifersucht. Finster sah er sie an.

(Fortsetzung folgt,ve