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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
"" Sonntagsbeilage: ZUnstrirtes Sonntagsblatt. ------ —-
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Marburg
Dienstag, 26. September 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Truck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerek 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon ob.
Neueste Telegramme.
Berlin, 23. Sept. In Bestätigung früherer Meldungen teilt die „Nationallib. Korr." mit, daß die Inangriffnahme des Baues der Bahn von Lüderitzbucht in Deutsch-Südwestafrika bald bevorstehe.
Danzig, 23. Sept. Heute mittag wurde auf der kaiserlichen Werst der kleine Kreuzer Ersatz Alexandrine vom Stapel gelassen. Die Taufe vollzog Oberbürgermeister EhlerS. Als Vertreter des Staatssekretärs v. Tirpitz war Vizeadmiral v. Ahlefeld anwesend. Der Kreuzer erhielt den Namen „Danzigs. (Er wurde am 11. August 1904 in Bau gelegt und soll Ende 1906 seebereit sein. Bei 103,8 m Länge, 13,2 Breite, 5 m Tiefgang weist daS Schiff 3250 t Wasserverdrängung und 10000 indizierte Pferde- hafte auf, die ihm 23 Knoten Fahrt geben sollen. Die Bestückung wird aus zehn 10,5 cm, zehn 3,7 cm Schnellfeuergeschützen und zwei Torpedoausstoßrohren bestehen. Die Besatzung wird 286 Köpfe betragen).
Haag, 23. Sept. Die Königin weihte heute ein zum Gedächtnis an die Regentschaft der Königin-Mutter errichtetes Denkmal ein und sprach ihren Dank aus für diesen neuen Beweis der Treue und Liebe ihres Volkes.
. Paris, 23. Sept. Hier verlautet, Minister Witte werde sich heute über Berlin nach Ro- minten begeben, wo er vom Kaiser empfangen werde.
Karlstad, 23. Sept. Die Konferenz war abends kurz nach 6 Uhr beendigt. Amtlich wird mitgeteilt, daß es gelungen ist, ein Ueber- einkommen zu erzielen. Die Protokolle sollen Anfang nächster Woche gleichzeitig in Stockholm and in Christiania veröffentlicht werden.
Madrid, 23. Sept. Der Aufsichtsrat der Bank von Spanien beschloß zur Hebung der sehr darniederliegenden Landwirtschaft die Bildung lokaler Gesellschaften zur Kreditgabe an die Landwirte zu unterstützen.
Ko«stantittvpel, 24. Sept. Der Sultan spendete für die Opfer des Erdbebens in Cala- brien 1000 Pfund.
London, 23. Sept. Das Reutersche Bureau meldet aus Hodeida vom 20. September über Aden: Marschall Feist Pascha berichtet, daß sich die Städte Aoran, Tajeela und Kaukaban ergaben. Mehrere tausend Gewehre und einige Kanonen, die früher von den Rebellen genommen worden waren, wurden abgeliefert.
Tokio, 23. Sept. (Reuter.) Gestern abend und zeitig heute früh wurden 22 Personen verhaftet. Sie sind beschuldigt, die Anregung zu den jüngsten Unruhen gegeben zu haben.
17 '(Nachdruck verboten.^
Das neue Fraulein.
Original-Roma« von Fr. 8eh«e.
i (Fortsetzung.)
- „Tas sieht aber lecker aus," unterbrach er mit gezwungen leichter Stimme die eingetretene Pause, „barf ich fragen, wer all' die gtiten Sachen bekommt?"
„Justizrat Mertens; er hat heute Geburtstag. Das ist noch nicht alles; jener Salat ist auch be- stellt; ich muß ihn noch garnieren. Abends ist großes Essen, wozu wir auch Verschiedenes zu liefern haben."
, Ihre Stimme bebte ein wenig, was seinem Ohre nicht entging; im übrigen hatte sie aber ihre Selbstbeherrschung wiedergefunden.
„Ach ja, ich weiß; unser Alter ist auch dabei! — Na, ich will Sie nicht weiter stören, obgleich ich zu gern sehe, wie Sie alles so geschmackvoll und appetitlich Herrichten mit Ihren schönen weißen Händchen, die aber das Beobachten gar nicht vertragen können. —- Wissen Sie noch, das war das Erste, was Sie mir sagten, als wir uns Lennen lernten."
Sie lächelte wehmütig bei dem Gedanken daran. Was lag nicht alles dazwischen? Albrecht von Warburg war erfinderisch im Auffuchen von Belegenheiten, Gertrud zu sehen und zu sprechen. And sie kam ihm darin halb entgegen, wie einer Höheren Macht gehorchend — fast gegen ihren Willen., Sie überließen sich Beide dem Zauber ves Beisammenseins, und was der Mund der- Ihwieg — verschweigen mußte — das verrieten ie Augen — Albrechts Augen in heissem Flehen »nd die Gertruds in scheuem Ausweichen. Sie »achten nicht an die Zukunft, wollten nicht daran «enken — schon, wenn sie sich gesehen und einen JSruß gewechselt hatten, waren sie zufrieden. .
Revolutionsgelüste.
□ Die diesjährige rote Woche, der Parteitag der Sozialdemokratie in Jena, ist zu Ende. Wir haben — was vielleicht ausgefallen sein mag -- über den Verlauf der Verhandlungen außer kleinen Meldungen nichts berichtet, da für uns keine Veranlassung vorlag, indirekt die sozialdemokratt- scheu Ideen zu verbreiten und so in unklaren Köpfen Verwirrung anrichten 31t helfen. Jetzt nach Schluß des Parteitages soll nur das Gesamt- ergebnis festgestellt werden und das lautet in aller Kürze: d i e Sozialdemokratie in Deutschland wird immer radikaler, sie hat in Jena diesmal in größerer Offenheit als früher ihr revolutionäres Endziel betont.
Die Dauerrede, mit der August Bebel seine Resolutton zur Frage des G e n e r a l st r e i k s befürwortete, darf wohl als das Stärkste bezeichnet werden, was je an agitatorischer Phrase geleistet worden ist. Man greife doch einmal einige Sätze aus der Bebelschen Rede heraus und prüfe sie in ihrer Wirkung auf dieurteilslosen hinter der Sozialdemokratie stehenden Massen: Der Massenstreik ist ein Kampfesmittel gegen staatliche Attentatsgelüste. Verderblich ist die Klasse, die sich wie Hundsfötter behandeln läßt. Wenn ich das sage, dann schaue ich nicht nach Rußland, dann blicke ich auf die Julischlacht zurück und auf die Kommun e. Bei dem Namen dieser Märtyrer (!!) sollt Ihr nicht einmal ein Paar Wochen hungern können im Kampfe nm Eure Menschenrechte? Wir kriegen einen Hieb über die Rippen nach dem anderen und schweigen — und schweigen. Das geht auf die Dauer nicht so weiter. —
Mait wird wohl ohne weiteres erkennen, daß, wer die Massen in dieser Art erregt und verhetzt, schließlich die Herrschaft über diese Massen mit einem Schlage verlieren muß. Die Sozialdemokratie ist aber gezwungen, in dieser Weise zu reden und sich immer radikaler zu gebärden, weil sie sonst die Zügel aus der Hand verlieren würde. Wenn neuerdings der frühere sozialdemokratische Stadtverordnete Dr. Friedeberg zu seinen anarcho- sozialisttschen Ideen die Zustimmung großer Volksversammlungen erhielt, so ist das lediglich ein neuer Beweis für die Tatsache, daß die Mitglieder radikaler Parteien, des trockenen Tones satt, von ihren Führern schließlich auch d i e Durchführung ihrer radikalen Anschauungen erwarten.
Daß bei uns im Deutschen Reiche ein Generalstreik den verhetzten radikalen Massen nicht den erhofften Erfolg, wohl aber eine beträchtliche Anzahl blutiger Köpfe eintragen würde, haben auch die wenigen niichtern und klar denkenden Sozialdemokraten naturgemäß erkannt. Abg. Heine verlangte genaue Prüfung der Fragen, ob die Sozialdemokratie in Deutschland auf einen Massenstreik rechnen kann, wer mitgehen könne und wer mitgehen werde. Er selbst beantwortete die Frage, ob die Sozialdemokratie die Macht habe, in nächster Zeit einen Generalstreik durch- zuführen, mit einem offenen Nein und bezeichnete es als seine heiligste Pflicht, den Genossen zu
sagen, daß sie die Macht zu einem politischen Massenstreik nicht besitzen. Ihm sei das Blut des Volkes zu teuer und die Arbeiter seien es, die ihre Haut zu Markte tragen müßten. „Machen wir aber unter den jetzigen Umständen Generalstreik, so geht uns nicht nur das Wahlrecht zum Teufel, sondern das Koalitionsrecht, Vereins- und Versammliingsrecht und das Bißchen Preßfreiheit dazu. Tun wir also den Scharfmachern nicht diesen Gefallen. Schaffen wir vielmehr erst diesen granitnen Boden der Macht. Wie das zu machen ist, davon sagt die Resolution nichts, womit ich einverstanden bin. Die unaufgeklärten Massen und die Leute, die man so verächtlich als Mitläufer abtat, denen man entgegengerufen hat: „Wir mögen Erich gar nicht, wir wollen lieber eine kleine Partei," die sind auch Volk, ohne diese Mengen können wir auch in einem Massenstreik nicht siegen. Haben wir aber die einmal, so liegt es vielleicht anders."
Es ist klar, daß diese ausnahmsweise recht verständlichen Ausführungen in Jena auf lebhaften Widerspruch stießen, da sie den radikalen Neigungen der Versammlung kein Zugeständnis machten. Die Tatsache aber, daß der anerkannte Führer der Sozialdemokratie in Jena in blut- rsichtigen Phrasen geradezu schwelgen konnte und sich dabei des stürmischen Beifalls des Parteitages erfreute, sollte unseren maßgebenden Kreisen zu denken geben. D i e Sozialdemokratie denkt nicht daran, sich zu einer Re - sormpartei zu mausern. Ihre linksstehenden Freunde mögen noch so sehr sich bemühen, das Gegenteil glaubbar crscheinesn '31t lassen. Sie ift uni» will bleiben eine i n t e r nationale, revolutionäre Partei, und als solche muß sie vom Gegenwartsstaate, der keine Zerstörer seiner Fundamente dulden darf, behandelt werden.
Tie Unruhen in Rußland.
Moskau, 23. Sept. (W. 53.) Von 6000 Studenten der Universität Moskau hielten 1814 eine Versammlung ab, in der vier Programme ausgestellt wurden. Ein von 231 Studenten unterzeichnetes Programm erklärt: Die Unterzeichner geben den passiven politischen Kampf und den Streik auf und betreten wieder dieUniversitätsräume, aber ausschließlich zum Zwecke der revolutionären Agitation und Propaganda unter den breiten Schichten der Bevölkerung. Die Universität, heißt es in diesem Programme, verwandelt sich jetzt in eine revolutionäre Tribüne. Ein zweites Programm mit 1202 Unterschriften erklärt dir Absicht, die Moskauer Universität zu einem Revolutionsherd zu machen und ihreAuditorien in eine politische Schule zu verwandeln. Dies solle aber nicht ausschließen, daß denjenigen, die unter den gegebenen Verhältnissen ihren Studien obliegen können, die Möglichkeit dazu erhalten bleibe. Ein drittes Programm mit 102 Unterschriften hält an der Obstruktion fest als der für die
Das, was ihr Pein verursachte, waren Ferdinands liebevolle und besorgte Briefe. Wie schwer wurde es ihr, dieselben 51t beantworten — und doch mußte sie es tun. Sie war sich des Verrates an ihm, wenn auch nur in Gedanken — wohl bewußt, das drückte sie fast zu Boden. Ihre stolze Seele litt unbeschreiblich unter dem Zwiespalt; sie zwang sich dazu, zärtlicher als es eigentlich ihre Art war, zu schreiben. Und war der Brief abgeschickt, dann schämte sie sich der Lügen, die da geschrieben, mit denen sie sein liebendes, vertrauendes Herz betörte. Aber wie sollte sie es denn anfangen, ihm zu bekennen, daß sie einen Anderen mehr liebte als ihn? Beinahe war sie versucht, es zu tun — aber wie das in Worte fassen, was sie sich selbst kaum einzugestehen wagte? Wie sollte sie ihm das berichten? Einfach ihm sein Wort zurückgeben — er würde nach Gründen forschen — nur nicht die inneren Kämpfe ans Tagesicht zerren — und 'Tatsachen gab es dach, nicht? Oder war das noch keine Tatsache, daß sie Abrecht so heiß liebte, wie nur ihr Herz empfinden konnte — daß sie auf sein Kommen lauschte, daß schon der Ton seiner Sttmme, der Blick seines Auges sie hoch beseligte — ? —
Und Warburg? Er, der sonst alles von der leichten, heiteren Seite nahm, war sich hier bewußt, daß Gertrud der Inhalt seines Lebens war, daß er von dem schönen, hochgeivachsenen Mädchen mit den rätselhaften Augen und dem stolzen Charakter nicht'wieder loskommen könne, das; er sie ehrlich und wahr liebe. Mehr als eimanl war er sckwn versucht gewesen, sie in seine Arme zu schließen und ihr zu sagen: „Sei mein — ich liebe Dich!"
Aber wohin hätte das geführt? Er hätte sie vielleicht nur unglücklich gemacht, und ihr durch eine leichtfertige Tändelei eine sichere Zukunft verscherzt, wenn sie aus Liebe zu ihm sich doch
über alles Hinwegsetzen würde — denn an eine Heirat war in seinen Verhilltnissen vorläusig nicht zu denken. Darum schwieg er, um vor sich selbst ehrenhaft dazustehen.
Ja, wenn er selbständig und völlig unabhängig gewesen wäre, dann hätte er ihr gesagt: „Zerreiße die Bande, die Dich an jenen Anderen knüpfen und sei mein geliebtes-Weib!" So aber loäre es Wahnwitz gewesen, dem adelstolzen Onkel, der an ihm, dem Elternlosen, Frühverwaisten, wie ein Vater handelte, ein armes bürgerliches Mäd- chen als seine Erwählte vorzuführen und direkt gegen die Wünsche dessen zu handeln, dem er aufs tiefste zum Dank verpflichtet toar. Sofort hätte ihm dieser alle Mittel entzogen, und er hätte mit seinen dreißig Jahren von neuem anfangen müssen, sich eine Existenz zu gründen. Dazu war er aber zu verwöhnt und hatte seinen militärischen Beruf viel zu lieb, um ihn eines Phantoms wegen aufzugeben.
„Gertruds Besitz dünkte ihm wohl wonnig und wünschenswert — aber würde er noch so denken, wemr sie Beide alt, verarbeitet und verhärmt im Kampf ums Dasein geworden wären — denn an eine Vereinigung konnten sie Beide dann vorläufig nicht denken!
Das alles ging durch feilte Gedankens feinet leichten, liebenswürdigen Natur war so etwas undenkbar — bisher hatte ihn das Leben sanft angefaßt, und er hatte die Stürme des Lebens nie kennen gelernt. Nichts war ihm mehr zu- wider als die kleinlichen Sorgen des Daseins —• wovon wirst Du morgen leben? Seine Ab- hängikeit empsand er nicht: man ließ sie ihn auch nicht empfinden — und so lebte er sorglos und fröhlich in den Tag hinein. Daß er ein gut Teil Egoismus besaß, wußte er selbst nicht- - feiner Seele Gold war noch nicht im Feuer geläutert und besaß noch zu viels Schlacken. Wohl wat Gertrud feine erste und ernste 2:?be — aber der
Studenten einzig möglichen Form der politisch« Kampfes und erachtet die Fortsetzung der Ob« struktion für notwendig. Das vierte Progranu» mit nur 79 Unterschriften spricht sich für 6» Öffnung der Vorlesungen aus und erklärt, eim parallel gehende politische Erziehung beem- trächtige die Studien nicht. Don den an da Versammlung teilnehmenden Studenten b»- teiligten sich im ganzen 1736 an der W« stimmung. — Schade, daß die UniversitätSbo« Hörden oder die russische Regierung nicht in da Lage find, diesen 1736 unreifen Jünglingen, die sich als die Vertreter der „Intelligenz* aus- spielen, anstatt zu lernen, um erst einmal ettoal zu werden, mit frisch geschnittene» Haselstöcken je 25 oder SO aufzählen z« lassen. Nötigenfalls mit Wiederholung, dann wurde den Herrchen der Geschmack am „Re« volution machen" bald vergehen.
Tiflis, 22. Sept. (Petersb.Telegr.-AgH Der deutsche Untertan Josef Jorbschatt toutbe bei Agdam, einem in der Nähe von Schusch» gelegenen Orte, getötet. Die Leiche wurde nicht gefunden. Der deutsche Konsul erhob bei de» Ortsbehörden energische Vorstellungen. General Takaischwili erteilte sofort Instruktionen, damit die näheren Umstände aufgeklärt werden und nach dem Verbleib der Leiche geforscht werde.
Baku, 22. Sept. Trotz der scheinbar« Ruhe bewahrt die Stadt das Aussehen einer Feldlagers. Ter Bahnhof wird militärisch bewacht. Ueberall sieht man Patrouillen. I» den armenischen Stadtteilen sind die tatarischen, in den tatarischen Stadtteilen sind die arme« Nischen Läden geschlossen. Es ist gefährlich, sich von einem Stadtviertel nach dem andern zu begeben. Die Ueberfälle mit blanken Waffe» dauern fort. Der Zusammenbruch der kleine» Geschäftsleute ist unvermeidlich. Große Verlust» erleiden die tatarischen Grundeigentümer, der« Häuser von den armenischen Mietern verlasse» werden. Dem infolge der Abreise von Arbeiter» eintretenden Arbeitermangel denkt man durch Berufung von Arbeitskräften aus den Provinzen, in denen Hungersnot herrscht, zu begegnen. Di» vorhandenen Holzvorräte werden die Wieder^ Herstellung von 700 Bohrtürmen gestatten, für die übrigen sind Holzzufuhren ans Astrachan und von der Wolga nötig. Die Fabriken nehme» bis auf weiteres keine Aufträge mehr entgegen, da sie die Gestaltung der Materialpreise ab» warten. Auf den Petroleumfeldern ist alle» ausgestorben. Auf den Eisenbahnstationen stau« sich ungeheure Warenvorräte. 2500 Wag« können nicht abgehen.
Deutsches Reich.
1 1 Berlin, 25. Septembers
>— Seine Majestät der Kaiser wird noch eto»’ acht Tage in Rominten verweilen. In der erst«' Hälfte des Monats November wird das Kaisers Widerwille vor den Schwierigkeiten, das Mätüj chen seiner Liebe auch als Weib heimzuführe^' war noch größer — vielleicht war er es sich fettflr nicht recht bewußt. Und ein ernsthaftes Nach* denken gab es nicht für ihn. , j 4
So genoß er den Augenblick und war in ihrtz glücklich. ru’4,
Viertes Kapitel, ' X
Zwei Tage vor dem Manöver war es- Di» Offiziere des Stammtisches bei Teichmann hielten in ihrem gemütlichen Lokal mit den an der Mitgliedern desselben eine letzte Zusammenkunft bevor sie auszogen. Es gab viel zu tun, UM Frau Anna, sowie Gertrud waren vollauf Bar schäftigt, den Wünschen, die ihnen oft persönliF
ausgedrückt wurden, gerecht zu werden.
Selten war Frau Deichmann so bestürmt wcv den wie heute Abend — oder war vielleicht dir fd>öne Nichte der Hmchtanziehung'spuntt? E? war. als ob heute die Schranke etwas gefallen üi die sonst Gertrud zwischen sich und den Gästen
aufgerichtet hatte; sie war freundlicher und ant wartete auch schlagfertig auf jede Bemerkung, die ihr zuflog. Am häufigsten war Albrecht vc.» Warburg vor Bern kleinen Fenster zu sehen; ei schien einen Riesenappetit zu haben — jede Augenblick hatte er einen anderen Wunsch.
„Schönste Frau Anna, werden Sie meinet gedenken, wenn ich Ihren himmlischen Augen entrückt fein werde und dis Strapazen des Manövers ertragen muß?" fragte er übermütig. Sein Mund sprach es zur Frau Teichmann, feine Augen aber suchten Gertrud und tauchten niflr beredten Blicken in die ihrigen. Ä
„Strapazen," lachte Frau Anna, „kun S« nur nicht so! Natürlich werde ich an Sie denken! Wenn Sie uns nur nicht vergessen werden, «s aus den Augen, aus dem Sinn — andere StA» chen, andere Mädchen!" „
------- - ^Fortsetzung folgt?«'