f..
M 219
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
" " Sonntagsbeilage: Illustrirtes Sonntagsblatt.
bei allm Postämtem 2,25 Mk. Bestellgeld). 2 “■ Marburg Erscheint wöchentlich sieben moL
Sonntag, 17. September 1905. *"*"*"'3-W,
Zweites Blatt.
Neueste Telegramme.
Kiel, 15. Sept. Im Wiederaufnahme' verfahren sprach das Kriegsgericht, nach einer Meldung des »Hann. Cour.", den vor 2 Jahren in Ostasien wegen tätlichen Angriffs auf Vorgesetzte zu 25 Monaten Gefängnis verurteilten Torpedoheizer Lendorf frei, weil Geisteskrankheit nachgewiesen wurde.
Wien, 15. Sept. Für die heutige Eröffnung des ungarischen Abgeordnetenhauses waren weit- , gehende Sicherheitsmaßregeln getroffen. Die Kundgebung verlief jedoch, trotzdem sie kolossale Dimensionen angenommen hatte, verhältnismäßig ruhig. Die gesamte Garnison war in den Kasernen konsigniert, und auch in den Garnisonen der Umgebung Budapests waren die Truppen marschbereit. -Der Aufmarsch der Arbeitermassen begann um 8 Uhr früh; viele Läden wurden aus Furcht vor Zusammenstößen nicht geöffnet. Als im Hause die Sitzung eröffnet wurde, waren um das Parlamentsgebäude rund 40 000 Demonstranten versammelt. Im Sitzungssaals waren nahezu sämtliche Abgeordnete anwesend, die Galerien überfüllt. Wider Erwarten verlief die Sitzung, von einigen Zwischenfällen abgesehen, ziemlich ruhig. Beim Eintritt der Minister gab es eine kurze Spektakelszene, die sich bei der Verlesung des königlichen Vertagungreskriptes wiederholte.
Budapest, 15. Sept. Der Jmmunitätsaus- schuß des Abgeordnetenhauses befaßte sich heute mit der, Angelegenheit der Abgeordneten, deren Immunität bei Gelegenheit der Vorgänge vom 43. Dezember,v. I. dadurch verletzt worden war, daß sie vor die Polizei und den Untersuchungsrichter vorgeladen wurden. Der Ausschuß beschloß, sm Abgeordnetenhause zu beantragen, den damaligen Justizminister Ploß unter Anklage zu stellen und gegen den Staatsanwalt und die Polizei das strafrechtliche und Disziplinarverfahren einleiten zu lassen.
Rom, 15. Sept. Die Tätigkeit des Vesuvs ist in der Zunahme begriffen. Während des heutigen Tages wurden häufig sich wiederholende wellenförmige Erdstöße aus der Umgegend des Vesuvs gemeldet. Auch der Vulkan Stromboli entfaltet wieder eine bemerkenswerte Tätigkeit.
Karlstad, 15. Sept. Die heutige Vormittagssitzung der Delegierten dauerte bis iy4 Uhr. Der schwedische Minister Hammarskjöld und der norwegische Minister Lövland hatten heute nachmittag eine Besprechung. Die Sitzung der Delegierten wurde nachmittags 5 Uhr wieder ausgenommen und gegen 7 Uhr geschloffen. Es wurde keine Mitteilung ausgegeben. Die nächste Sitzung findet morgen vormittag 11 Uhr statt.
Tanger, 15. Sept. Zwischen Raisuli und den Stämmen der Angeras ist der Friede verkündet worden.
Beiträge zur Chronik von Marburg.
Von L. Müller.
ff* 1'." (Fortsetzung.); ■
1891. Strenger Winter; am 25. Januar geht das Lahneis fort und lagerte infolge Stauung den ganzen Krummbogen entlang bis zur Sieche, es hatte eine Stärke von % Meter.
Am 23. Februar bot sich den Marburgern ein seltenes Schauspiel, die Weidenhäuser Brücke wurde auf ihre Tragfähigkeit probiert. Latrinenwagen, Sprengwagen, große Fässer, alles mit Wasser gefüllt, dienten zur Belastung, die 480 Zentner betrug. Die Probe wurde an 3 Stellen gemacht. Die Baudeputation und der Bau- meister stellten fest, daß die Senkung y2 Zentimeter betrug. Der ursprüngliche Plan für die Bruckenbreite wird von 8 Meter auf 12 Meter geändert. Am 16. April wurden die Arbeiten für den Bau dec neuen Brücke an A. Wick und H. Weishaupt für die Summe von 118 000 Mk. übertragen. ,
. ..$m .Mas wird eine Notbrücke über den Mühlhof geschlagen; in Weidenhausen wurden 3 Hauser angekanft und abgebrochen und das Ge- rände im Mühlhof wurde enteignet.
~fe 2tadt kauft die Gaofabrik und macht eine Anleihe von % Million bei Herrn v. Stumm.
Am 16. Juni wird die von W. Dauber erbaute Universitätsaula eingeweiht.
Eine weitere Anleihe von % Million wird bei Herrn v. Stumm aufgenommen.
Im September wird die alte Weidenhäuser Brücke abgebrochen und in diesem Jahre noch ein Wasser, und ein Landpfeiler außer Wasser gebracht.
Die Stadt kauft die Wehrdaer Mühle für 65 000 Mark. Das Geld gibt der Stadtbankier Herr von Stumm.
Zotig, 14. Septbr. Laut amtlicher Mitteilung kamen die Bevollmächtigten für den Waffenstillstand gestern früh in Schahotsu zusammen. Das Protokoll wurde gestern abend kurz nach 7 Uhr unterzeichnet. Es wurde bestimmt, daß die Kämpfe in der ganzen Mandschurei eingestellt werden sollen, und eine Zone bestimmt, in welche keine der beiden Armeen kommen darf. Allen Armeekorps soll bekannt gegeben werden, daß der Waffenstillstand spätestens am Mittag des 16. September in Kraft tritt.
Die KaiserruaMer.
AuS Limburg wird berichtet: Das 18. Armeekorps hatte am Freitag eine Verteidigungsstellung südlich der Lahn auf den Höhen bei Limburg eingenommen. Das verstärkte 8. (blaue) Korps griff von Süden, Südwesten, Südosten und Osten mit Erfolg an, jedoch behauptete das 18. Armeekorps im Kern seine Stellung, während das 8. Korps sich bei Abbruch der Manöver noch nicht voll entwickelt hatte. Das Manöver, dem die Majestäten sowie alle anwesenden Fürstlichkeiten zu Pferde beiwohnten, schloß um 11 Uhr 15 Min. Der Kaiser hielt die Kritik ab, worauf sich die Majestäten nach Limburg begaben, wo der Kaiser den Dom besichtigte. Die Rückkehr nach Homburg erfolgte sodann mittelst Automobils.
Se. K. Hoheit der Kronprinz ist Freitag nachmittag kurz nach 3 Uhr aus dem Manöver- gelände in Homburg eingetroffen. Das Kaiserpaar traf um 5% Uhr im Automobil in Homburg ein und stieg im königlichen Schlöffe ob. Se. Majestät gedenkt mehrere Tage in Homburg zu verbleiben.
Laut kaiserlicher Kabinettsorder wurden zu Generalobersten befördert Bernhard Erbprinz von Sachsen-Meiningen, General der Infanterie und General-Inspekteur der 2. Armee-Inspektion, und Friedrich, Erbgroßherzog von Baden, General der Infanterie. Ferner wurde Graf v. Häslingen, Generalmajor und Kommandeur der 37. Jnfanteriebrigade, zum Kommandeur des Kadettenkorps ernannt anstelle des Generalleutnants v. Schwarzkoppen.
Generalmajor Graf v. Moltke, General ä la suite des Kaisers und Abteilungschef im Großen Generalstabe, wurde zum Kommandanten von Berlin ernannt.
Durch Kaiserliche Kabinettsorder wurde General v. Lindequist ä la suite de§ ersten Garderegiments gestellt, der General v. Bock und Polach ä la suite des Infanterie-Regiments Graf Bülow von Dennewitz (6. Westfälischen) Nr. 55. Generalleutnant v. Moltke und Generalleutnant v. Eichhorn erhielten den Roten Adlerorden 1. Klasse, General v. Deines das Großkreuz des Roten Adlerorben?.
Bei Öem Abgraben am ersten Garten links wurden 20 Menschenschädel ausgegraben, diese stammen aus dem siebenjährigen Krieg, wo sich im Renthof das Lazarett befand. Die Verstorbenen wurden vor dem Renthof begmben.
Im November kostet 1 Zentner Kartoffel 4 bis 4.50 Marl; 4 Pfund Brod 68 Pfg.; 1 Pfd. Ochsenfleisch 75 Pfg.; es war eine schlechte Ernte.
~ Im Dezember wird der letzte'Bogen nach der Stadt zu, von der ältesten Brücke, welches ein Spitzbogen war, abgebrochen und der Landpfeiler angefangen. Die alten Pfeiler standen auf einem zum Teil gut erhaltenen Pfählrost aus Eichenholz. Die neuen Pfeiler stehen auf 96 Tanntzn- psählen.
Statt einer beabsichtigten Holzbrücke wird bei dem Schützenpfuhl eine steinerne Brücke erbaut, wozu die Interessenten 6000 Mark 'gesammelt haben. Die Brücke wurde dem Unternehmer Biecker iibertragen und kostet 94 000 Dkk. Der Kommunalverband zahlte die Hälfte.
Seit dem 17. Dezember haben wir Frost; die Lahn ist zugefroren.
, Durch den Abbimch des Klee'scheu Hauses wird die Marktgasse verbreitert. Klee erhält 12 000 Mark Entschädigung.
1892. Im Januar und Februar bis Mitte März strenge Kälte und Schnee.
Im Renthof wird der letzte Rest beseitigt, nämlich das Exerzierhaus; das Bataillon hat ein neues am Kämpfrasen erhalten.
Mst dem Bau dec Schützenpfuhlbrücke wird begonnen; am 28. April sind die beiden Land- pstiler hoch, die Wasserpfeiler werden auf ein eisernes Untergestell gemauert und versenkt.
Das alte Krankenhaus ist' vollständig abgebrochen, nur die drei Mauern der Kapelle sind stehen geblieben.
Umschau.
Von der russischen Volkszählung, die bereits im Jahre 1897 stattgefunden hat, sind noch nicht sämtliche abschließende Ergebnisse veröffentlicht worden. Vor einigen Wochen erst erschien eine vollständige Uebersicht über die Zu- fannnensetzung der russischen Bevölkerung nach Rassen und Stämmen, und jetzt sind vom Statistischen Bureau in Petersburg weitere endgiltige Zahlen bekannt gegeben worden, die sich namentlich auf Religion und Stand beziehen. Von den 126 586 528 Seelen, die am 10. Mai 1897 in Rußland gezählt wurden, waren 87123 604 Mitglieder dec orthodoxen Kirche. Ferner wurden ermittelt 2 204 596 Altgläubige und der- wandter Sekten. 13 906 972 Mohamedaner, 11467 994 römische Katholiken, 5 215 805 Ju. den und 3 572 653 Lutheraner. Die Einteilung der Bevölkerung nach Klassen oder Ständen spiegelt sich in folgenden Ergebnissen wieder: Zum erblichen Adel gehörten 1 220169; den Adel auf Lebenszeit oder durch Amtseigenschaft trugen 130 119; weiter wurden gezählt 588 947 Priester aller christlichen Bekenntnisse, 342 927 Ehrenbürger, 281 179 Kaufleute, 13 386 392 Wahlbürger, 96 896 648 Bauern, 2 928 842 Kosaken und 8 297 965 Fremde. Unter die Zahl der Fremden sind auch viele tatsächlichen Untertanen des russischen Reiches gerechnet worden. Und nun folgt die Zahl, die man dreimal unterstreichen müßte, um sie gebührend hervorzuheben, nämlich: 99 070 436 des Lesens und Schreibens Unkundige, 79 Prozent der gesamten Bevölkerung.
Neue Uniformen für das japanische Heer.
Eine durchgreifende Aenderung der Kleidung des japanischen Soldaten wird in allernächster Zeit stattsinden. Die „Japan Weekly Mail" schreibt darüber: „Die Hauptunterschiede sind dreifacher Art. Erstens wird die Farbe des Tuctes ganz allgemein gleich fein, und zwar ist Kaki (tschaktasuschoku) gewählt worden. Zweitens sollen die Uniformen der verschiedenen Truppengattungen sich in nichts von einander unterscheiden: Kavallerie, Infanterie, Artillerie, Pioniere, Train — alles wird völlig gleichmäßige Kleidung tragen. In Zukunft kann niemand die einzelnen japanischen Truppengattungen, noch viel weniger die einzelnen Truppenteile derselben Waffe an ihren Uniformen erkennen. Und drittens werden die Uniformen dec Offiziere und Mannschaften bis auf die Schulterabzeichen durchaus übereinstimmen, uni letztere sich nur durch die Anzahl dec Sterne unterscheiden. Wie man auch über den militärischen Wert dec beabsichtig, ten Neuerung denken mag, vom Gesichtspunkt des Schönheitssinnes aus ist den Japanern eine gründliche Vereinfachung ihrer Uniform wohl zu gönnen; bisher erinnerte der japanische Waffenrock, beim Offizier wenigstens, doch etwas an die grell- Pracht der Zirkusse. — Wie hier gleich erwähnt sein mag, hat neuerdings im chinefi- scheu Heere eine Neuregelung der Rangverhalt, nisse stattgefunden. Es sind neun Dienstgrade
Im südlichen Stadtteil wird eine Zweigpost angelegt.
Bei der Weidenhäuser Brücke wurde ein Zinkkasten, an der Seite nach dem Mühlhof, mit einer Anzahl Urkunden und Geld eingemauert. Bei der Lchützenpfuhlbrücke hat man es nicht für nötig gehalten.
Am 15. Juli war der letzte Bogen der Wei- denhäuser und am 2. August der letzte Bogen der Schützenpfuhlbrücks zugewölbt.
Im August brannte das erste Gasglichlicht in Marburg.
Am 10. August fand auf der Ketzerbach bei dem Schulhausneubau Richtefest statt. Auf der Bach wurde eine Festlichkeit abgehalten.
Am 2. Dezember wurde im Schützenpfuhl die neue Brücke mit einer Festlichkeit eingeweiht. — In diesem Jahr war der heißeste Sommer des ganzen Jahrhunderts.
1 Zentner Kartoffel kostete 2 Mark.
1893. Der Winter hat in diesem Jahr gleich mit einer ziemlichen Strenge fein Regiment angetreten. ja er war sogar so unverschämt, bereite am 2. Januar die neue Wasserleitung über die Weidenhäuser Brücke nicht zu verschonen und diese einfrieren zu lassen. Der städtische Train wurde mit Kohlen, Pechpfannen ausgeboten, um die Röhren aufzutauen, denn die Leitung war zum .Heizen eingerichtet. Nach acht Tagen war das" Werk vollbracht und die Röhren waren glücklich aufge—froren. Der Frost hielt den ganzen Januar an. Der Staat macht sich jetzt alles nutzbar; im Sommer verpachtet er bad Wasser und im Winter das Eis, welches in diesem Winter in großer Menge vorhanden ist. Es sind 20—22 Grad Kälte.
Am 1. Februar erfolgte der Eisgang. Es war ein imposantes Schauspiel, demselben zuzu- lehen. Am schönsten sah es bei Wehrda aus, wo.
eingeführt: General, Generalleutnant, Genevab major, Oberst, Oberstleutnant, Major, Haupt, mann, Oberleutnant, Leutnant. Die entsp«, chenden Rangabzeichen werden auf den Aermek« aufschlägen getragen. Sie bestehen aus Zuscmd menstellungen von einem bis drei Streifet schwarzer Seide und einer bis drei geringelt« Pythonschlangen, die bei den Offizieren gölten* bei den Beamten silbern sind. ?
Zum Friedensschluß.
Die Protestkundgebungen der Japaner gegen den Portsmouther Frieden haben in den russisches Kreisen eine gewisse Beunruhigung I)erborge* rufen, und die russische Regierung läßt in vor, sichtiger Weise die Frage erörtern, ob die Japaner die Annahme des Friedensvertrages ablehnen können. Diese Erörterungen sind in mancher Bq< ziehung interessant. Nach dem § 13 ter japcnck scheu Konstitution sicht dem Mikado das Recht zu, Krieg zu erllären und Frieden zu schließen, folglich muß der russisch-japanische Frietensvev« trag von dem Mikado ratifiziert werden. Nun kann die höchste Gewalt, vom Standpunkte teäj Völkerrechts aus betrachtet, die Annahme teil von den Bevollmächtigten akzeptierten Bedingung gen verweigern, ohne die Würde des betreffenden; Staates herabzusetzen. Dies kann z. B. in folgens ten Fällen Vorkommen: wenn die Bevollmächtigte« ihre Vollmachten überschritten haben, wenn teS Parlament die Zustimmung zur Annahme teg Vertrages versagt, wenn der Kaiser stirbt odss entthront wird, wenn auf die Bevollmächtigtes ein Druck ausgeübt wurde, sodaß sie den Vertrags unterzeichnen mußten, ober wenn die Verstand digung durch einen Fehler der Bevollmächtigte» zustande gekommen ist. In der Geschichte sirÄ mehrere Fälle verzeichnet, wobei der Staat die» Ratifikation des Vertrages verweigerte. Die! Japaner dürfen auf Grund des § 50 der japanü, schen Verfassung den beiten Kammern Petitionen^ unterbreiten, und die Kammern haben auf Grund, des § 40 ter japanischen Verfassung der Regierung entsprechend zu berichten. Wird also dvSj japanische Parlament die Friedensbedingungen von Portsmouth als nicht annehmbar bezeichne^ so braucht der Mikado den Vertrag nicht zu rati>( fixieren. Dieser Fall wird aber wohl nicht eitu, treten. j
Vom Brande des japanisches Schlachtschiffes „Mikasa" wird htz< richtet: i
Der Berichterstatter des „Daily Telegraph* in Sasebo, ter Augenzeuge des Brandt teft „Mikasa" gewesen ist, drahtet darüber: Der; Brand des Schlachtschiffes war von vielen Helden^ mütigen Zwischenfällen begleitet. Nicht eine,, sondern eine Reihe von Explosionen fanden stattp einige laut, wie gleichzeitige Entladungen vieles schwerer Kanonen, andere matt und gedämpft.f Es war eine klare Mondscheinnacht; außerdem»» richteten alle Kriegsschiffe auf ten Uferftationat) ihre Scheinwerfer auf die Szene. Boote tourten; von allen Seiten herabgelassen, denen es gelang^ zahlreiche Personen zu retten. Das Wasser drang, durch ein Leck auf der Backbordseite ein, und die sich bei dem Weißenstein das Eis gestellt Halles infolgedessen ging die ganze Flut in einem mäch<! tigert Strom durch den Asföller hindurch, toährendj am Weg das Eis liegen blieb, weil das Flußbetts seinen gewöhnlichen Wasserstand hatte. Große Der-' legenheit bereitete dieser Zustand der städt. Bau-, behörte, weil die Mühle in Wehrda in Gesah« war, mitgenommen zu werden.
In der Elisabethstraße befand sich eine scheußliche Ecke, ähnlich wie in ter Wettergasse. Da die Stadt bereits im Besitz des einen Hauses toarj kaufte sie dem Postschmied Klein seine beitem alten Häuser für 31 000 Mark ab und entschädigte ihn toeieter für das Terrain, das er an ter Straßenseite abgab, damit, daß er dasselbe von dem dahinter liegenden Todtenhofe wieder er- hielt. !
Im März wurde die neue Schuldirektorstellei, ausgeschrieben, über deren Neubesetzuirg es git großen Auseinandersetzungen kam, besonders in! den Tageblättern. 3
Infolge des trockenen Frühjahres gab «Kj Wassermangel, beinahe wie im Jahre 1888, w»j man am Renthof die 3 Krümmungen in die Mar-, bacher Leitung eingefügt hatte, die heute noch» liegen. Um diesem Uebel abzuhelfen, wird htj Wehrda neben dem im vorigen Jahre angelegt ten Brunnen ein zweiter gegraben und diese zu- sammen verbunden. Die Mühle tourte mit einer! Turbinenanlage versehen und auf dem Schloß^ wird ein Reservoir angelegt, um das Wassex hinein zu pumpen. =1
Die Röhvenlieferung und Legung zu der neuen Wasserleitung von Wehrda nach dem Schloff« wird zum Preise von 56 000 Mark der Firm« Jost & Söhne in Minchen übertragen, toetl di» Marburger Submittenten 1000 Mark teuren waren. Im Juni erfolgte der Anschluß an dies .Schloßwasserleitung. .