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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrtrtes Sonntagsblatt.

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Vierteljährlicher Bezugspreis: bet bet Expedition 2 Mk, bet allen Postämtern 2,25 Mk. <e$cl, Bestellgeld).

Jnserttonsgcbühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Neclamcn: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag, 17. September 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck uttb Verlag' Joh. Aug. Koch, UmverfttätS-Buchdruckerci 40. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Erstes Blatt.

Das Abonnement

juf dieOberhesstfche Zeitung", das srötzte, meistgelesenste und weit­verbreitetste Blatt Marburgs und ser Umgegend kostet vierteljährlich nur s.25 Mk. Inserate haben besten Ersolg. }== , ............

Narkotische und alkoholische Getränke im Volkskonsum.

Mit demselben Recht oder Unrecht, das den Aay cmözeichnet: -Der Mensch ist, was er ißt", kann man sagenDer Mensch ist, was er trinkt". Ein Vergleich der Kulturvölker unter diesem Ge­sichtspunkte, wobei es jedem überlassen bleibt, hie Behauptung von dem Einfluß des Trinkens slluf Charakter und Temperament auf ihre Be­rechtigung hin zu prüfen, nüißte sich auf die not. kotischen und die alkoholischen Getränke beschrän­ken, weil sie allein Gegenstände des Massenver- brauches sind. Nach Maßgabe des Biervep- sbrauches marschiert, wie männiglich bekannt, Deutschland noch immer an der Spitze der Na­tionen, wenn auch infolge , der gegen den- brauch geistiger Getränke eifrig betriebenen Pro­paganda, die eine ganze Industrie fiir alkohol­arme Genußmittel ins Leben gern feit hat, die Tatsache einer langsaineren Entwicklung des in­ländischen Bierabsatzes nicht zu verkennen ist. Auch in England, das sich nächst Deutschland des relativ stärksten Bierverbrauches rühmet: kann, hat die Abstinenzler. und Temperenzler-Beweg- 1mg nicht solchen Einfluß getoinncit können, daß dadurch der Genuß von Bier merklich einge­schränkt, worden wäre. Andererseits findet in Frankreich das Bier, besonders das 'deutsche und das nach deutscher Art gebraute, noch fortgesetzt neue Liebhaber, und eben jetzt feiern die ver­einigten,bayerischen Großbrauereien, die auf der Weltausstellung in Lüttich in einem eigens für -diesen Zweck erbauten Pavillon einen gemein­samen Ausschank eingerichtet haben, neue Triumphe unter einern internationalen Publikum, bas masseichaft zuströmt und sich sehr befriedigt von der Güte desStoffes" zeigt.

Die Vorliebe für narkotische Getränke teilt die Ku'lturwelt in zwei Lager: in Tee und Kaffee bevorzugende Nationen. Unter den ersteren er­öffnet Großbritannien den Reigen, wo der Tee­verbrauch die enorme Höhe von 6 Pfund auf den Kopf der Bevölkerung erreicht. Vor zehn Jahren betrug der Bedarf nur 5 Pfund für den Kopf. Die Vorliebe für Tee ist also in England noch immer im Wachsen begriffen. Kein an- de res europäisches Land, selbst nicht Rußland,

11 Nachdruck verboten.).

Das neue Fräulein.

Lriginal« Roman von Fr. Lehne.

<stor!setzung.)

Als Gertrud geendet, sagte er:Bravo, Fräulein Trude, es war wunderschön! Sie ha­ben wirklich nm selten schöne Stimme, und was ebenso viel ja fast mehr wert ist, einen wun­derbaren Vortrag! Schade um das Material, das hier der Oeffentlichkeit vorenthalten wird es ließe sich daraus etwas machen ich möchte wohl Ihr Impresario sein in Ihnen steckt eine Künstlerin."

Träume zu schön, als daß sie sich je ver­wirklichten!" sagte sie leise, kaum, daß er es hören konnte dann lauter,Sie überschätzen inich, Herr von Warburg! Jene brotlose Kunst ist vielleicht gerade zum Hausbedarf ausreichend."

Es klang eine tiefe Bitterkeit aus ihrer Stimme, und forschend sah er sie an, enthielt sich aber, etwas darauf zu erwidern, da er den ge- spannten Blick bemerkte, den Frau Anna ihnen Beiden zuwarf.

Das wäre noch schöner, Herr Leutnant, un­sere Gertrird auf der Bühne", nahm Teichmann das Wort,nee, dazu ist das Mädel zu gut! Die verrückte Idee hatte sie übrigens auch schon mal, soviel ich weiß"

»Cs sieht ihr ähnlich," schaltete Frau Anna ein, Gertrud übersieht zu leicht die Grenzen, die der Weiblichkeit gezogen sind alles lieber, spannte übt einen großen Reiz auf sie aus isie ist nun einmal fürs Extravagante! Zum Bei­spiels wie Du Dich frisierst dieses Moderne, Bauschige, Lose, Paßt sich gar nicht ich denke Immer, Du verlierst mal Deine ganze Frisur!"

Beruhige Dich darüber, Tante," entgegnete Las junge Mädchen, indem es sich bemühte, sei- »en Unmut zu unterdrücken,beruhige Dich, das wird nie geschehen--und sollte es doch mal

-ter Nar nun. mein Haar ist echt, dann

kann sich in dieser Hinsicht mit England verglei­chen, und nur noch in den Niederlanden steigt der Verbrauch über ein Pfund auf den Kopf der Bevölkerung. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika beträgt der durchschnittliche Bedarf an Tee annähernd 1 Pfund, in Deutschland 0,11 Pfund, in Frankreich nur 0,06 Pfund. Dagegen nimmt hinsichtlich des Kaffeeverbrauchs Frank­reich in Europa die zweite Stelle ein, wird aber von Deutschland, das seit langem den Kaffee-Re­kord inne hat, und sodann von den Vereinigten Staaten west überslügelt, in denen der Ver- brauch an Kaffee der in allen übrigen Ländern benötigten Menge ziemlich nahe kommt. Das europäische England, das sich mit 0,75 Pfund Kaffee für den Kopf der Bevölkerung begnügt, nimmt soniit unter den Kaffee verbrauchenden Kulturvölkern einen sehr bescheidenen Platz ein.

Umschau.

Ein gutes Stück nationaler Arbeit leistet Jahr für Jahr die vom allgemeinen deutschen Schulverein zur Erhal- tung des Deutschtums im Aus lande eingerichtete Lehrervermittlungsstelle, die den Zweck hat, Angebot und Nachfrage von und nach deittschen Lehrkräften für deutsche Schulen im Ausland zu regeln und zu vermitteln. Jetzt liegt der Arbeitsbericht der Vermittlungsstelle über das Arbeitsjahr April 1904 bis April 1905 vor, dem wir folgendes entnehmen.

Das Vertrauen und Interesse, das diesem Zwecke dex Schulvereinsarbeit entgegengebracht wird, zeigt sich zunächst darin, daß die Zahl der Bewerber sich bedeutend steigert. Diese größere Auswahl erhöht die Gewähr, daß nur tüchtige Kräfte hinausgesandt werden. Am 1. Apfil 1905 wurden in den Listen geführt: 385 evan- gelische Volksschullehrer, 85 katholische Volks- schullehrer, 14 Theologen, 40 Oberlehrer, 14 Mittelschullehrer, 51 Lehrerinnen. Die Gesamt­zahl der gemeldeten Bewerber beträgt 569, ge­genüber 420 und 253 in den Vorjahren. Vom 1. April 1904 bis zum 1. April 1905 standen bei der Lehrervermittlungsstelle 44 offene Stel­len zur Verfügung (gegen 43 und 36 in den Vorjahren). Von diesen wurden 4 zurückgezo­gen und 6 blieben am Ende des Geschäftsjahres noch unerledigt. Von den verbleibenden 34 wurden 25 mit Kandidaten des Schulvereins be­setzt. Der Schulverein vermittelte je einen aka­demisch gebildeten Lehrer nach Antwerpen, Osorno (als Direktor) und Rom; einen Mittel- schuflehrer nach Port Elizabeth; 17 Volksschul- lehrer nach Alexandrien, Barcelona, Blumenau (3), Caragatsch, Concepcion, Konstantinopel (3), Craiova, Jassy, Kapstadt, Lissabon, Madrid, Mailand und Smyrna; 4 Lehrerinnen nach Bu­karest, Kopenhagen (2) und Malaga. Noch immer entstehen leider in manchen Fällen Schwierig, feiten durch Verweigerung des Urlaubs bei außerpreußischen und städtischen Schulbehörden. Dagegen dürste die Schwierigkeit tüchtige, aka-

stecke ich es Widder auf! Mir gefällt einmal diese Jugendfrisur"

und steht Ihnen außerdem zum Ent­zücken," warf Albrecht ein,mir fiel sofort diese vorteilhafte Aenderung auf"

aber mir gefällt sie gar nicht, Gertrud, ich wünsche Dich wieder anders frisiert zu sehen," äußerte sich Frau Anna ärgerlich,es ist nichts fiir ein junges Mädchen, Kellnerinnen und Schauspielerinnen mögen so etwas tragen aber Du nicht."

Gertrud erbleichte und biß sich auf die Lippen. Als ob die Tante etwas darunter suchte, sie immer in Albrechts Gegenwart zu maßregeln. Lange ließ sie sich das nicht bieten; sie öffnete schon den Mund zu einer Entgegnung, aber der Onkel kam chr zuvor.

Was ereiferst Du Dich nur, Frau, ich sehe Gertrud gern, so mir gefällt das doch viel besser als die vielen Locken, die Du trägst! Uebrigens für Herrn von Warburg ein sehr er­quickliches Thema, mutz ich sagen! Laß doch den Streit um Kaisers Bart! Ah, klingelt es da nicht? Verzeihen Sie, Herr Leutnant, daß ich Sie verlassen muß aber die Pflicht ruft!" Und er eilte die Treppe hinunter ins Gastzimmer.

Warburg sah nach der Uhr.Schon sechs? Zu dieser Zeit wollte ich mich hier mit einigen Kameraden treffen, wahrscheinlich werden sie jetzt gekommen sein! Gestatten die Damen daher, daß ich mich verabschiede"

Wollen Sie nicht noch bleiben? Ich hoffte bestimmt, daß Sie heute Abend unser Gast sein würden, oder vielmehr mein Gast, hier oben in meinem Bereich"

Das ist unmöglill- w :-e Gnädigste, da ich für heute Abend schoti versagt bin."

Wie leid mir das tut! Hoffentlich sehe ich Sie noch öfter bei mir?"

Wenn ich nicht störe gern!*

Es war Gertrud, als ob der Ton, in dem er das sagte, merklich kühl und zurückhaltend war dann wandte er sich zu ihrhoffentlich

demisch gebildete Lehrer für deutsche Ausland­schulen zu bekommen, jetzt wohl als gehoben gel­ten, nachdem das preuß. Kultusministerium durch Erlaß vom 27. März 1905 für diese ähn­liche Anweisungen gegeben hat, wie sie seit 1901 bereits für Volksschullehrer und Mittelschullehrer bestanden.

Dankbar begrüßen mutz man das Vorgehen der Deutschen Ost-Afrika-Linie und der Ham- burg-Südamerikanischen Dampsschiffahrts-Gesell- schaft, die zu wiederholten Malen deutschen Leh. rern auf Ersuchen des Schulvereins eine ganz erhebliche Ermäßigung des Ueberfahrtspreises zugestanden und damit den betr. deutschen Aus­landsschulen, die ja vielfach um ihre finanzielle Stellung bart zu kämpfen haben, eine große Er­leichterung geboten haben.

Wirt und Gast.

Seit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Ge­setzbuches ist schon eine große Anzahl von Ent- scheidungen ergangen über die Haftung der Be­sitzer von Wirtslokalen hinsichllich des baulichen Zustandes ihrer dem Publstnm offenstehenden Lokalitäten. Dabei hat die Judikatur im ganzen einen recht strengen Maßstab an die von dem Wirt aufzuwendende Vorsicht angelegt. Insbe­sondere ist hier und da der Standpunkt vertreten worden, daß der Wirt mit Rücksicht auf den in sei­nen Räumen statt findenden Lllkoholgenuß auch mit der Trunkenheit der Gäste rechnen und dafür sorgen müsse, daß infolge der baulichen Beschaffen- heil seiner Lokalitäten auch Trunkene nicht zu Schaden kommen könnten. Das Reichsgericht hat diesen in einem oberlandesgerichflichen Urteil ver­tretenen Standpunkt kürzlich entschieden zurück- gewiesen. Es hat dabei ausgeführt, daß unbe­streitbar der Gastwirt verpflichtet sei, die Räume, die er dem Wirtschaftsverkehr eröffne, mit den Einrichtungen zu versehen, deren Vorhandensein der gefahrlose Verkehr der Gäste erfordere; allein diese Verpflichtung des Wirtes entledige den Gast nicht der Aufgabe, die Sorgfalt, die unter den gegebenen Verhältnissen ein ordentlicher Mensch anwende, um sich vor Schaden zu hüten, bei seinem Verweilen in den Wirtschaftsräumen zu betätigen. Die Beschädigung, die der Gast in Anlaß der Pflichtverletzung des Wirts nur des- halb erleide, weil auch von seiner Seite die ge­botene Sorgfalt beiseite gesetzt ward, sei daher als ein Schaden zu erachten, bei dessen Entstehung das eigene Verschulden des Beschädigten mitge­wirkt habe. Belanglos sei dabei, ob der Gast bei seiner Handlungsweise die Sorgfalt außer acht gelassen habe, obwohl er zu ihrer Betätigung im­stande war oder ob er sie nicht angewandt habe, west er durch freiwillig: Versetzung in den Zu- stand der Trunkenheit sie zu betätigen sich unfähig gemacht hatte. In der Versetzung in die Trunken­heit liege letzternfalls die schuldhafte Handlung. Ohne Rechtsgrund sei die Annahme, daß im Verhältnis des Gastes zum Wirt die in der Trunkenheit begangene Handlung des Gastes einer abweichendenBehandlung zu unterziehen sei.

habe ich dann wieder das Vergnügen, Sie zu Ihrem Gesang begleiten zu dürfen?"

Ich möchte Sie dach nicht wieder mit meinen mangelhaften Kenntnissen belästigen," Herr von Warburg," erwiderte sie.

Aber Fräulein Gertrud" sagte er mit einem sprechenden Blick.Jetzt muß ich aber wirklich gehen, so schwer es mir wird; die Ka- meraden möchten sonst ungeduldig werden! Meinen innigsten Dank für die wundervollen Stunden, die Sie mir vergönnt haben" mit vollendeter Ritterlichkeit neigte er sich über Frau Annas .Hand, dieselbe an seine Lippe führend zum ersten Male während fein Blick Ger- trüb suchte, der diese letzten Worte überhaupt galten.

Diese war vorhin rot geworden bei der un- passenden Einladung der Tante. Wie hatte diese es sich eigentlich gedacht, Warburg als Gast bei sich zu haben? Sie hatte doch fidjer unten im Anrichteraum zu tun, die Bestellungen auszu­führen, die Onkel ihr Überbrachte Gertrud wurde sich nicht klar über die Tante war es Dummheit, Eitelkeit oder Raffinement? Warburg stand doch gesellschaftlich so hoch über ihnen, daß sie sich schon gewundert, wie er dazu gekommen war, Teichmanns zu besuchen die. ser ungewöhnliche Schritt mußte sicher seinen Grund und seinen Zweck haben--sollte der

junge Offizier vielleicht um sie---Ger­

trud wagte nicht loeieter zu denken, siedend heiß Überlief es sie was beabsichtigte er eigentlich? Da schlug seine Stimme an ihr Ohr

Nun, Fräulein Gertrud, soll ich keine Hand zum Abschied bekommen?"

Zögernd reichte sie ihm die ihre, die er mit zärtlichem Druck umspannte.

Also, wenn ich wiederkomme, sehe ich mir Ihre Zeichnungen an, von denen Sie mir sprachen"

Das tut mir leid, ich habe sie nicht hier!" Schade! Dann sehen Sie sich dafür die meinigen an; ich bin auf Ihr Urteil gespannt!

Vielmehr liege in der Trunkenheit des Gastes ettf Mitverschulden, das von dem Verschulden der Gastwirts keinesfalls überwogen werde.

Schiffe der Gegenwart.

Die Rolle, die der Schnellzug in der Pers» nenbeförberung auf dem Lande spielt, ist zur Se( den Schnelldampfern, den Windhunden bei Ozeans, zugeteilt. In der Zeit von nur 5 Ta­gen durcheilen sie den Ozean und stellen so di« kürzeste Verbindung, zwischen Europa unbi Amerika her. Alle Versuche, die gegenwärtigen Schnelldampfer zu überbieten, haben zu keinem Resultat geführt. Nach gründlichem Studium sind die Ingenieure Deutschlands zu dem Resultat gekommen, daß die Dampfturbine sich vorläufig nicht für die Schnelldampfer eignet, auch wohl auf Jahre hinaus keine Aussicht ist, die Turbin« vorteilhaft für diese zu verwenden. Auch kann man das System der White Star Line mit ihren eingeführten größeren, aber langsameren Damp- fern keinen Fortschritt nennen. Der Norddeutsch« Lloyd hat daher davon Abstand genommen, sei­nen neuesten Dampfer nach diesen Gesichtspunk­ten zu bauen.Kronprinzessin Geeilte" wird nach dein TypKaiser Wilhelm II.* gebaut, toeU ches den Ruf behält, das beste und vollkommenstcl Schiff der Gegenwart zu sein. Der Norddeutsch« Lloyd, Bremen, wird mit seinen 4 Schnelldainp« fern somit nicht nur in der Sage sein, den ein« ingen regelmäßigen wöchentlichen Verkehr auf« recht zu erhalten, sondern es werden jetzt regel« mäßig jeden Dienstag ein Schnelldampfer von Newyork und von Bremen abgehen. Wie beliebt die Doppelschrauben-Schnelldampfer beim PuAb kum sind, sieht man ans den Zahlen der Fre. quenz des letzten Jahres, wonach von Bremen nach Amerika 147 608 Personen mit Lloyd« dampsern gefahren sind, während von Amerika nach Bremen 39 290 Personen die Lloybdampfel benutzten. ;

Eike interessante Selbstmord- Statistik

wird auf Grund amtlichen Materials in bec Deutsch.-mebiz. Wochenschr." veröffentlicht; el handelt sich dabei um die Selbstmorde in Preußen aus dem Jahre 1903. Nicht weniger als 7470 Personen, und zwar 5878 Männer und 1593 Frauen, endeten in jenem Jahre ihr Leben durch Selbstmord. Aus 100 000 Lebende berechnet, schwankt in den Jahren von 1899 bis 1903 bW Zahl der jährlichen Selbstinorbfälle zwischen 19 und 21. In Betreff des Alters hat sich ergeben, daß im allgemeinen eine Zunahme der Selbst- tötung mit fortschreitendem Alter stattsindet. Et starben von 100 000 Personen durch Selbstmord im Alter von 10' bis 15 Jahren 1,8, im Alter von 15 bis 20 Jahren schon 15,4, und diese Zahl nimmt in den folgenden Lebensabschnitten b& ständig zu. Zwischen 70 und 80 Jahren beträgt sie 60,6 und über 80 Jahre sogar 72,2. Dil Zahl der männlichen Personen, die ihrem Leben freiwillig ein Ziel setzten, war etwa viermal fff

Ah Pardon," fügte er hastig hinzu, als sie ihm ihre Hand entzog, die er so lange in de« seinen gehalten. Er lächelte und sagte bann zv Frau Anna:Hoffentlich sehen wir uns nachher noch, nicht wahr?"

Gewiß, ich komme, sobald ich gewünscht werbe!"

Doch ein entzückender Mensch, nicht, Gev trüb?" sagte die Tante, als Albrecht das Zimmer verlassen hatte. Dabei trat sie vor den Spiegel, sich wohlgefällig betrachtend und an ihrer Frisur ordnend, die ihr die Friseuse jeden Morgen kunst» gerecht aufbaute. Das junge Mädchen räumt» unterdessen den Tisch ab, schloß das Klavier uni nahm ihre Arbeit wieder zur Hand.

O ja, er ist ganz nett," klang es etwas ein­silbig von ihren Lippen.

Fast entlüftet drehte sich die Tante um ganz nett? mehr als das! Vielleicht bist Du damit nicht einverstanden, daß er Dir nidjf geschmeichelt und den Hof gemacht hat! Das ist aber gerade das Vornehme an ihm, daß er stetß die Grenze zu wahren weiß!"

Um Gertruds Mund zuckte es sie wußte es besser jedoch erwiderte sie nichts und stickte ruhig weiter.

Tu denkst wohl, daß jeder kommen soll uni Dich anhimmeln? , Aber bei Warburg nutzt Deine Koketterie nicht" d

ich bin nicht kokett, Xante!"

Nicht? Wenn Du damit prahlst, daß Deilt Haar echt ist? Und bann diese Frisur, durch bte Du durchaus auffallen willst!"

Dabei warf sie einen neidischen Blick auf dpi üppige Haar der Nichte, das, aus dem Gesichß gekämmt, in moderner Weise dasselbe lose uni bauschig umrahmte und am Hinterkopf in einen mächtigen Knoten aufgesteckt war eine Frisur^ die eigens dazu geschaffen schien, Gertruds stolzt Schönheit, ihr edles Gesicht zu heben.

(Fortsetzung folgt.) j