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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
Vierteljährlicher Bezugspreis: btt der Expidition 2 Ml, bet allen Postämtern 2,25 Mk. tejcl. Bestellgeld).
JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg.
Reclamen: die Zeile 25 Psg.
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Marburg
Sonnabend, 16. Septeinber 1905.
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Erscheint wöchentlich "-bttt mal.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
40. Jahrg.
Neueste Telegramme.
Posen, 14. Sept. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung hielt der Mnister des Innern v. Bethmann-Holüveg auf die Begrünung des Bürgermeisters eine Ansprache. Er drückte das Interesse der Regierung aus für das Gedeihen Ler Ostmark und ihrer Hauptstadt Posen, und sicherte die tatkräftige Hilfe der Regierung zu hei den Bestrebungen der Stadt. Die Regierung wolle die gesunde Arbeit der Selbstverwaltung nach Kräften fördern.
Budapest, 14. Sept. Da in verschiedenen Blättern versucht worden war, Baron Banffy in die Angelegenheit der Zeysigbroschüre zu ver- wickeln, erklärte dieser unter Ehrenwort, daß er an der Abfassung der Broschüre durchaus nichr teilgenommen habe und sie in keiner Weise unterstützte. Banffy fügte hinzu, daß er den verhafteten Verfasser Arvad Zigany wohl gekannt, jedoch in näherer Beziehung zu ihm nicht gestanden habe.
Paris, 14. Sept. Nach Drahtmeldungen aus Tanger wurde die Gesandten vom Vertreter des Sultans dahin verständigt, daß die Stadtgarnifon moderne Waffen erhielt, daß alle Landwege nach Tanger von Abteilungen des Sussi-Jnfanterie- Korps besetzt sind und daß das zwei Tagereisen von Tanger errichtete Soldatenlager abgebrochen und vor den Toren von Tanger neu errichtet werden soll. Diese wichtigen Maßnahmen sind bestimmt, die Sicherheit in und um Tanger vom Schicksal des Pollzeichess Raisuli, der immer noch Mit den Bergbewohnern käntpft, unabhängig zu machen und so die Möglichkeit zu bieten, daß hie Eröffnung der Konferenz in Tanger stattfin- den könnte.
Christiania, 13. Sept. Nach ddr heutigen Nachmittagssitzung hatten die schwedischen Delegierten eine besondere Besprechung lmtereinander. Die Lage wird noch immer als sehr ernst betrachtet.
Petersburg, 14. Sept. Die russische Negierung soll beschlossen haben, in Baku etwa 18 000 Mann Militär zusammenzuziehen, teilweise aus dem europäischen Rußland.
Tiflis, 14. Sept. Der Bürgermeister und mehrere stadträte legten ihre Aemter nieder als Protest gegen die blutige Unterdrückung der Kundgebung vom 11. September durch die Truppen im Nathause. Eine Abordnung von Landleuten des Bezirkes Sangesur bat den General Schirinkin, Maßnahmen gegen die aufftän- dischen Tataren zu ergreifen.
Tiflis, 14. Sept. Die Beerdigung des General-Adsutanteit Fürsten Amilakhwari hat heute ohne Zwischenfall stattgefunden.
Tokio, 14. Sept. Nach Angaben der Polizei m Tokio sind bei den jüngsten Unruhen 388 Polizeibeamte, 16 Feuerwebrleute und 2 Soldaten verwundet worden. Auf Seiten der Ruhestörer und des nicht aktiv beteiligten Publikunts wurden 9 Personen getötet und 387 verwundet.
10 bcrbofen.)
Das neue Fräulein.
Original-Roma« von Fr. Lehne.
(llortketzung.)
' „Ich danke," dachte Warburg, „wenn das nicht schon mehr als Neugierde ist," — er beobachtete Gertrud, die hoch aufgerichtet, einen abweisenden stolzen Zug im Gesicht, neben der Tante stand, die schließlich doch mit halblauter Stimme las: „Ohne Sorge, bin gesund. Anstrengender Dienst. Tausend Küsse. Ferdinand.", was Warburg mit feinen scharfen Ohren wohl hören konnte. Dann, nachdem ihre Neugierde befriedigt, reichte sie Gertrud das Telegramm zurück.
„Ich hatte einige Tage keine Nachricht be- kommen, ängstigte mich um ihn und schrieb darum," erläuterte Gertrud.
„Lächerlich, Du weißt doch, Herrendienst geht dor Frauendienst!" Dann in anderem Tone D« Warburg, — „nicht wahr, Herr Leutnant, die Einjährigen haben mehr zu tun, als alle Tage an die Braut zu schreiben?"
Sofort drehte sich der Angeredete auf dem Klaviersessel herum und hörte auf zu spielen. Er hatte aus Taktgefühl die kürze Unter- redung scheinbar nicht verfolgt, indessen war ihm kein Wort entgangen. Er sah Gertrud lächelnd an.
„Einjähriger ist er? Die haben allerdings tüchtig zu tun. So viel Zest ist aber schließlich doch noch, ein paar Worte zu schreiben."
„Er hatte mir in seinem letzten Briefe mitgeteilt, daß Felddienstübungen sein sollten," sagte Gertrud kurz, — die ganze Unterhaltung war ihr peinlich.
„Dann allerdings! Bei welchem Regiment stehIhr Herr Bräutigam, wenn ich fragen
„Beim 10. Infanterieregiment."
„Ah, da habe ich allerdings verschiedene Be. kannte," rief er lebhaft, „da könnten Sie gleich etwas über ihn erfahren.*
Das Kaiserpaar in den Rheinlanden?
Se. Majestät der Kaiser ist Donnerstag früh 5Vt Uhr mittelst Automobils ins Manöver- geländs gefahren. Das rote Korps hatte eine Verteidigungsstellung nordöstlich von Kahen- ellnbogen. DaS blaue Korps griff von Südwesten an und wurde nach lebhaftem Gefechte zurückgeschlagen. Der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz und die Prinzessinnen Friedrich Karl von Hessen und Adolf von Schaumburg und andere Fürstlichkeiten wohnten dem Gefechte zu Pferde bei. Das Wetter ist regnerisch.
Kahenellnbogen, 14. Sept. General von Deines versuchte, wie ergänzend dem „Berl. Lok.'Anz." gemeldet wird, mit der 15. und 16. Division den feindlichen linken Flügel bei Schnepfevkopf umfassend, anzugreifen. Während dieser Nmfaffungsversuch unternommen wurde, schickte Genera! von Eichhorn die 28. Division in der allgemeinen Richtung Ober-Fischbach vor und es gelang ihm auf den Höhen nordwestlich der Straße Berndroth—Berghausen den feindlichen linken Flügel so überlegen anzugreifen, daß die dort kämpfende 41. Division der blauen Partei geworfen wurde. Run mußte die 15. Division ihren schon weit vorgeschrittenen Um- gchungsmarsch aufgeben. Sie machte kehrt und wurde dann ebenfalls von der 28. Division der roten Partei geschlagen. Der Sieg war also bei den Truppen des Generals v. Eichhorn.
Se. Majestät nahm das Frühstück int Manövergclande nördlich von Dorndorf und begab sich im Automobil über Ems nach Koblenz, von der Bevölkerung überall lebhaft begrüßt. Abends um 7 Uhr fand beim Kaiser Tafel statt, zu der das Hauptquartier geladen war; um 71/, Uhr war Famitiewtafel bei der Kaiserin, zu der die hier anwesenden Fürstlichkeiten Einladungen erhielten, um 8 Uhr Marschalltafel. Ter Kaiser gedenkt, am späteren Abend nach Limburg mittels Sonderzuges zu fahren, um sich von dort ins Manövergelände zu begebem
Die kaiserliche Familie wird nach den bisherigen Bestimmungen am nächsten Freitag Koblenz verlassen und sich nach Homburg v. d. H. zurückbegeben, wo bis zum 27. d. M. Aufenthalt genommen werden soll. Von Homburg aus gedenkt das Kaiserpaar der Stadt Wiesbaden einen Besuch abzustatten. Der Kronprinz reist bereits Sonntag zu seiner Kompagnie ins Manöver ab. Am Geburtstage der Kronprinzessin will die Bürgerschaft von Homburg einen Fackelzug veranstalten.
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„Er ist ein guter Soldat, am 1. Juli Unteroffizier geworden."
„Gertrud, ich habe Dir so ost gesagt, daß Du nicht immer „er" sagen sollst; das klingt so unfein, so — so dienstmädchenhaft."
Das junge Mädchen errötete. „Wir sind ja nicht öffentlich verlobt; deshalb sage ich nicht gern mein Bräuftgam."
„Aber Kinder, wir kommen ja ganz von der Musik ab. und icb möchte nicht gern darauf verzichten," rief Teichmann, dem Gespräch eine andere Wendung zu geben, „es ist doch ganz gleich, wie Gertrud fagt; die Hauptsache ist, daß sie sich gut sind, nicht wahr, mein Trudchen?" Und zärtlich streichelte er ihr Haar und Gesicht, — „sei gut," flüstbrte er fast unhörbar.
Dankbar blickte sie ihn an und zwaitg die Unmutsfalte aus ihrem Gesicht. Dann wandte sie sich an den jungen Offizier.
„Herr von Warburg, ich bitte aber, recht viel Nachsicht mit mir zu haben, da mein Gesang viel AU wünschen übrig läßt, ich singe, wie der VogK singt, der in den Zweigen wohnet." .
„Und ich bitte um gütige Nachsicht für meine Begleitung," lächelte er, „also sind für uns die Chancen gleich! Was befehlen Gnädigste zu hören?" wandte er sich an Frau Teichmann.
Diese zuckte die Achseln. „Mr ists gleich, da Gertrud Koloraturarien doch nicht so gut singen kann, die ich so gern höre!"
Herr Teichmann hob, ungesehen von seiner Frau, den Zeigefinger gegen Gertrud, deren feines Gefühl unter den Nadelstichen der Tante litt und deren Stolz sich bäumte,— „na, Truding, dann sing doch mal „Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß", das paßt doch auf Dich!"
Heftig schüttelte sie den Kopf.
„Oder „ich wills Dir nimmer sagen, wie ich jo lieb Dich hab"?, fragte Warburg mit eigener Betonung der Worte, tief in Gertruds Augen sehend, auf deren Grund ein seltsam Flimmern und Leuchten lag.
„Nun denn, Herr Seutnant, „Krambambuli/ — sie warf den Kopf in den Nacken und um
Zum Friedensschluß.
Präsident Roosevelt über dir Zukunft Rußlands und Zapanö.
Zu einem Korrespondenten deS „Petit Parisien" äußerte sich Präsident Roosevelt mit unumwundener Anerkennung über Wittes diplomatischen Erfolg. „Was ich tun konnte, war, den Japanern begreiflich zu machen, daß nach Fortsetzung des Krieges mit ungeheuren Opfern Japan vielleicht Herr von Sibirien, also Besitzer eines „weißen Elefanten" geworden wäre, mit dem man nichts anzufangen weiß. Um Rußlands Zukunft ist mir keineswegs bange. Zeit und Raum sind wichtige Faktoren für die Entwicklung eines Reiches. Rußland muß seine Zeit verstehen lernen und geographische Ausdrücke in wirtschaftliche Wirklichkeiten umwandeln. Japan aber versteht seine Zeit bester, als uns lieb sein mag. Unter „uns" verstehe ich Deutschland, England und die Vereinigten Staaten. Die Produktion unserer drei Länder wird einen harten Kampf mit der japanischen zu bestehen haben. Denn keinen Industriezweig, kein Mittel kaufmännischer Propaganda wird sich dieses Volk von gesunden, kräftigen, aeduldigen Intelligenzen versagen wollen. Als Reporter in ^apan diese bevorstehende Anspannung aller lebendigen Kräfte beobachten zu können, wäre mir unendlich interessant."
New-Hark, 13. Sept. Die japanische Mission trat heute ihre Rückreise nach Japan an. Sato verbleibt hier bei dem erkrankten Komura; die Krankheit des letzteren, die von den beiden behandelnden amerikanischen Aerzten abwechselnd für ein Blasen- oder ein Gallen- leiden angesprochen wurde, wird nunmehr von einem hinzugezogenen Spezialisten für Typhus im Anfangsstadium erklärt.
Prof. v. Martens, Mitglied der russischen Friedenskommisfion, ist, von Amerika kommend, in Havre eingetroffen und nach Paris weitergereist.
lieber die in der Nacht vom 12. auf den 13. d. Mts. in Jokvhama stattgehabten Unruhen werden folgende Einzelheiten gemeldet: Kurz nach Mitternacht verbrannte der Pöbel 8 Polizeiwachen und riß drei Polizeistationen und mehrere Beamtcnhäuser und große Handelsniederlagen nieder. 600 in den Hotels unter den besonderen Schutz der Polizei gestellte Rusten verteidigten sich mit gezogenem Säbel gegen die Menge, die mit Pistolen und Stockdegen bewaffnet war. Die Verluste der Polizei betragen 3 schwer und 37 leicht Verwundete.
Ts ch i f u, 14. Sept. Gerüchtweise verlautet, daß in der japanischen Armee und Marine Unzufriedenheit über die Friedensbedingungen
ihren Mund zuckte es — war es Weinen oder war es Lachen?
„Gertrud, Du bist nicht bei Trost," zürnte Frau Anna, „solch ein gewöhnliches Lied! Was soll Herr von Warburg von Dir denken?"
,,O bitte sehr, auch ich liebe die Studentenlieder," sagte dieser, und unter seinen Händen erklangen auch schon die Anfangswkte jenes Liedes.
„O nicht doch, Herr von Warburg," unterbrach ihn Gertrud da errötend, „nein, ich scherzte ja nur! Onkel hört so gern, wenn ich das Mignonlied singe, „würden Sie mir das begleiten können?"
„Gewiß, umso mehr, da ich das Lied ebenfalls sehr liebe, überhaupt die ganze Oper. Im vergangenen Winter ist sie hier mehrmals auf- geführt worden. Also, — darf ich anfangen?"
Gertruds schöne, weiche Stimme klang innig und glockenrein durch das Zimmer. Die ganze verhaltene Sehnsucht ihrer Seele strömte in ihren Gesang über und zwang die Hörer gleichsam in ihren Bann. Albrecht Warburg wandte feinen Blick von der Sängerin; er griff einmal fehl, das tat aber nichts. Ihre Augen leuchten und lockten, ihr Ausdruck schien in weite Fernen berieten — dachte sie vielleicht des fernen Geliebten? Mit einem schrillen Mißakkord schloß er plötzlich die Begleitung, — warum brachte ihn jener Gedanke so auf und erfüllte ihn mit — ja — mit Neid? Tas blühend schöne Mädchen stand so nahe bei ihm, daß er nur die Arme auszustrecken brauchte, um sie zu fassen. Mit hei- Bem Blick sah er sie an.
„Wie schön Sie singen, und wie schön ist Ihre Stimme!" sagte er, nun singen Sie mir noch mein Lieblingslied! Ich möchte es gern einmal von Ihnen hören." Und er spielte das Rattenfängerlied „Du rote Ros' auf grüner Heid", — immer zu ihr emporfehend. „Sie können es doch sicher?"
Eine leise Röte trat da in ihr Gesicht.
. ' .Kennen — ja, aber können —?"
„Aber Trudchen, hast es doch neulich erst gefangen," sagte Teichmann. . ,
„Aber fragt mich nur nicht, tote?" zittert« Gertrud.
„Ich bitte Sie, Fräulein Gertrud, fingen Sie!"
„Dann will ich es wenigstens versuchen! Bitte, aber eine Terz tiefer; wie Sie angefangen haben, ist es mir zu hoch, Herr von Sßnrburg*
Er gehorchte und sie begann das leidenschast- durchglühte Lied mit ihrer ganzen Seele zn singen. Wie selbswergessen ruhten seine Augen auf ihr, und bei Beginn der dritten Strophe blickte sie unwillkürlich nach ihm hin. Als sie aber feinem feurigen Blick begegnete, schlug eine flammende Röte über ihr Gesicht; — sie wurde verwirrt und konnte nicht weitersingen; „mrv ist der Text entfallen; ich weiß nicht mehr —* suchte sie ihre Befangenheit zu entschuldigen.
„Ich helfe Ihnen, Fräulein Gertrud! EL $ ß „Um meinen Nacken. schling den Arm,
Preß Dkund auf Mund —
Ruh'st anders nicht so süß und warm
Im weiten Rund!"
Und immer mit demselben heißen Blick sah er sie an, während ihr seine Lippen jene Ictöctu schaftlichen Worte in seltsam eindringlicher Weise vorsprachen. Er meinte auch, was jene Verse sagten — und ein fast übermächtiges Verlange» überkam ihn, dieses Mädchen in seine Arme zu nehmen, und einen heißen Kuß auf ihren blühenden Mund zu drücken. Da begegneten aber ihre Augen den feinen mit einem so flehenden Blick, und in ihr Gesicht trat rin so gequälter Ausdruck« daß er sich mit einem leisen Gefühl der Beschäm^ img abwandte. Was wollte er tun? Wohin ber< wirrten sich seine Gedanken?" . 1
„Ich kann es nicht mehr, verzeihen Sie^ Lieber will ich ein anderes Lied fingen," sagte sie leise, mit niedergeschlagenen Augen, „vielleicht „Du bist die Ruh' —" ?" t
„Ah, das ist ja auch ein herrliches Lied, daß ich erst neulich begleitet habe —" (Forts, folgt!
herrscht. Mehrere Infanterie - Regimenter in Osaka hätten gemeutert. (?) Die Mannschaften sollen eine Protest - Versammlung abgehalten haben, worauf mehrere Rädelsführer verhaftet wurden. Danach hätten, diesen noch unglaubwürdigen Gerüchten zufolge, eine große Zahl Soldaten an einer Mastenversammlung in der Stadt teilgenommen, wobei gegen die Regierung gerichtete Resolutionen angenommen wurden. Die Militärbehörden hätten strenge Maßregeln ergriffen. — Die Zerstörung der „Mikasa" soll durch Brandstiftung in aufrührerischer Absicht erfolgt sein.
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Deutsches Reich.
Bersin, 15. September., ■
— lieber den Zusammentritt des preußisch e n L a n d t a g e s ist schon seit geraumer Zeit weidlich hin- und hergestritten worden. Bald hietz es, der Landtag werde frühzeitig im Herbst ein« berufen werden, bald wurde das Gegenteil versichert. Neuerdings verbreitet die „Danziger Zeitung" die Nachricht, es stehe fest, daß der Landtag erst im Januar einberufen werden solle« Das Schulunterhaltungsg'esetz liege bis zur Unterschrift fertig vor und werde dem Abgeordnetenhause sofort bei seinem Zusammen-. tritt zugehen. Dieser Meldung sieht man die Unrichtigkeit schon von weitem an. Entweder ist das Schulunterhaltungsgesetz zum Einbringen be« reit; dann ist auch die Einberufung des Landtages für spätestens Anfang November zu erwarten, ober es steht fest, daß der Landtag irrt Januar zusammentreten soll; dann wird man auf die Vorlage bezw. die Verabschiedung des Schm-' unierhaltungsgesetzes nicht rechnen können. Soweit wir unterrichtet sind, so schreibt die „Kons. Korr.", dürfte die erste der beiden Alternativen eintreten. ,
— lieber sozialdemokratische Sammlungsrefultat« wird berichtet: Für die „Opfer des russischen Befreiungskampfes" sind bei der sozialdemokratischen Parteikasse bis jetzt 95 528 Mark eingegangen. Wenn man in Betracht zieht, daß die Sozialdemokratie in diesem Jahre bereits eine sehr «erfolgreiche Sammlung für die Ruhrbergleute unternommen, hat und daß auch sonst die roten Sammellisten fortwährend unterwegs sind, so muß man staunen, daß die Arbeiterschaft noch so reiche Summen gerade zur Unterstützung weiteren Blutvergießens, durch die russisch-polnischen Revolutionäre übrig hat. . t ,
— Der militärische Sachverständige deS, BerlinerTageblattes, Herr Gae dke«, früher Oberst a. D., hat einen Brief an den Kriegsminister geschrieben, weil G. gemäß eineS' ehrengerichtlichen Spruches von der Heeresver- waltung nicht mehr als Oberst a. D., sondern schlechthin als Herr Gaedke angeredet wird. Er erklärt trotzdem den ihm aberkannten Titel fiih-