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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk, bet allen Postämtem 2,25 Mk. vejcl. Bestellgeld).
JnsertionZgebühr: die gespaltene Zeile oder veren Raum 10 Psg.
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Marburg
Sonntag, 10. September 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal,
Druck und Verlage Joh. Aug. Koch, UnivcrsttLtr-Buchdruckerek 40. Jchrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
Zweites Blatt.
Neueste Telegramme.
Berlin, 8. Sept. Der „Reichsanzeiger' veröffentlicht die Verleihung des Kronenordens II. Klaffe mit Schwertern am schwarz und weiß- gestreiften Bande an den Generalmajor a. D. Leutwern zu Freiburg i. Breisgau, bisher Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika.
Hombnrg v. d. H., 8. Sept. Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig, reiste um 4 Vs Uhr nach Erbach i. Rhg. ab. Von dort aus begibt er sich zum Kaisermanöver bei Koblenz.
Paris, 8. Sept. Der „Temps" meldet, die gegenwärtigen Marokkoverhandlungen beträfen dm Konferenzort, die Altleihe, die Mole von Tanger und die Grenzpolizei. Als Konferenz, ort stäitden Tanger und eine Stadt in Siid- fpanien in Frage.
Kopenhagen, 8. Sept. Das englische Kanal-, geschwader ist Freitag Vormittag 10 Uhr hier 'eingetroffen und auf der äußeren Reede vor Anker gegangen.
, Petersburg, 8. Sept. Der „Regierungsbote" teilt die am 5. September erfolgte Unterzeichnung des Friedensvertrages mit.
Baku, 8. Sept. Balachany ist vollständig aus- gebrannt. Die Tataren schleppen alles, was nur den geringsten Wert hat, fort. Bibieibat brennt noch. Die Börsen und Banken sind ge- schlossen, die Verluste enorm.
Tanger, 8. Sept. Auf Ersuchen des englischen Konsuls wurde das Haus des Engländers Harris, welches die Angeraleute in Brand zu stecken beabsichtigten, von dem Kreuzer „Galiley" während der ganzen Nacht überwacht. Die Angera- lente griffen im Laufe des heutigeit Vormittag Raisnli in seinem Wohnorte an. Raisüli soll siegreich gewesen sein. Ein französischer Militärarzt wurde gestern auf der Straße durch einen Steinwurf am Arm verwundet.
Das Kaiserpaar in Homburg v. d. H.
, Die Parade über das 18. Armeekorps bei Nieder-Eschbach fand Freitag Dornüttag 9 Uhr statt. Zunächst herrschte Regen, der dann aber nachließ. Der Kaiser, die Kaiserin, der Kron- Prinz und die Kronprinzessin, der Großherzog von Hessen und die sämtlichen in Homburg ein. getroffenen Prinzen und Fürstlichkeiten mit einer außerordentlich großen Suite wohnten der Parade^ bei. Der Kaiser in der Uniform seines hessischen Regiments Nr. 116 stieg, am Parade- felde angelangt, zu Pferde und ritt an der Spitze der Fahnenkompagnie auf das Feld. Vor der Front des Armeekorps übergab der Kaiser die neuen Fahnen mit einer Ansprache den Kommandeuren und ritt dann die Frvnt der zahlreichen neben der Tribüne aufgestellten Kriegervereine ab. Der kommandierende General, Ge-
Beiträge zur Chronik von Marburg.
Von L. Müller.
r’T* ' (Fortsetzung.)'
1883 am 22. März zersprang die große Glocke der lutherischen Kirche bei dem Geburts- tagsgeläute Kaiser Wilhlms I.
■ Marburg hat 12 500 Einwohner und 850 Studenten.
1883 am 1. Mai fand das 600jährige Jubiläum der Elisabethkirche statt. Morgens um 6 Uhr wurde der Festakt eingeläutet, um 7 Uhr war Choralmusik vom Schloßturm und den Türmen der Elisabethkirche; um 3/29 Uhr war Aufstellung des Festzuges auf der Ketzerbach; um 9 llhr Festgottesdienst in der Elisabethkirche. Nachmittags 5 Uhr Aufführung des Oratoriums, diz Legende der heiligen Elisabeth in der luth. Pfarrkirche. Abends elektrische Beleuchtung und Chckralmusik. Die Kirchen sind festlich von außen geschmückt.
Bei einem argen Sturm fiel am Rathaus nach dem Hirschberg ein schwerer Stein vom Staffelgiebel herunter und zerschmetterte am gegenüberliegenden Haus das Dach des Schnei- sdcrs Berdur. Bei der Kaserne siel ein großer Lindenbaum um.
Die Stadt verkauft am Sanrasm der Universität eine Wiese zum Bauplatz für die medi- zinische Klinik für 26 000 Mark.
, lieber dem Portal der Elisabethkirche neben der neuen Uhr werden 3 große Figuren neu aufgestellt.
, Ain 10. November wurde Luthers 400iähr. Geburtstag gefeiert. Ein Fackelzua bewegte istch aufs Schloß und am 11. November fand ans dem Markt ein Festakt statt. I
Die Hausnummern von 1 bis 1015 werden «ach Straßen nummeriert. - I
neralleutnant von Eichhorn, überreichte den Frontrapport. Hierauf ritt der Kaffer die Fronten des manövermäßig verstärkten 18. Armeekorps ab. Die Fürstlichkeiten folgten, die Kaiserin und die Kronprinzessin im offenen Wagen. Es fand nur ein Vorbeimarsch statt. Die Infanterie in Regimentskolonne, die Kavallerie in Eskadronsfront im Schritt, die Artillerie in Abteilungsfront im Schritt. Der Kaiser führte sein hessisches Regiment Nr. 116, sein badisches Regiment Nr. 110 und sein bayerisches 1. Ulanen- Regiment, bei letzterem cotoyierte auch Prinz Leopold von Bayern und der Kronprinz. Der Großherzog von Hessen fiihrte sein Regiment Nr. 115, sein Gardedragoner-Regiment Nr. 23, mit dein auch Prinz Andreas von Griechenland vorbeiging und sein 25. Feldartillerie-Regiment, bei dem auch Prinz Heinrich cotoyi-rte, vor. Die Prinzessin Friedrich Karl führte in Uniform das Füsilier--Regiment (hessisches) Nr. 80. Mit dem 6. Ulanen-Rcgiment ritt Prinz Harald von Dänemark. Nach der Kritik setzte sich der Kaiser an die Spitze der Feldzeichen, Fahnen- kampagnie und Standartett-Eskadron und führte sie zwischen dem Kronprinzen und dem Prinzen Eitel-Friedrich nach Homburg zurück, wo der Kaiser um 12% Uhr eintraf. Die Kaiserin und die Kronprinzessin kehrten gegen 121/2 Uhr im offenen Wagen, eskortiert von einer Eskadron des 1. bayerischen Ulanen-Regiments Kaiser Wilhelm II., in das Schloß von Homburg zurück. Das Publikum auf den Tribünen und auf den Wegen jubelte auf das lebhafteste den Majestäten zu.
Bei der Paradetafel brachte der Kaiser folgen- den Trinksprnch aus:
„Sie haben mit der Neuformierung des 18. Armeekorps zum ersten Male heute Gelegenheit gehabt, in der großen Revue sich vor mir zu zeigen. Ich spreche Eurer Exzellenz nochmals meine volle Anerkennttng aus über den Zustand, in dem Sic mir das Korps vorgeführt haben. Ich erinnere mich gern und dankbar der Vorarbeiten, . die General von Lindequist und Sie bei der-Zusamtnenschweißung des Korps erledigt haben.Es ist gewissermaßen das Korps heute militärisch aus der Taufe gehoben worden unter Assistenz hoher Paten. Bayerische und badische Kontingente sind dabei gewesen und haben die Schönheit des militärischen Bildes und den Stolz des heutigen Tages heben helfen. Ehe ich das Glas auf das Wohl des Korps erhebe, möchte ich aber nicht vergessen, daran zu er- inner», daß feit dem Jahre 1897, wo dieselben Truppenteile vor mir in Parade standen, manches Auge sich geschlossen hat, das damals noch aus den Reihen des Korps leuchtete. Meine hochselige Mutter ist heimgegangeu und die Chefstelle des Füsilier-Regiments v. Gersdarff ist in die Hand der Tochter übergegangen. Der von unserem Heere so hochgeehrte und geliebte Monarch, der treue Verbündete König Humbert von Italien ist auch heimgegangen, aber seit diesen Tagen haben sich die Reihen des Korps in tadelloser Ordnung erhalten und die angestrengte und emsige Friedensarbeit hat andauernd Gutes ge- schaffen. Ich, erhebe mein Glas auf das Wohl | des Korps, indem ich gleichzeitig die anderen
Die neue Augenklinik wird von Steinhauer W. Dauber und A. Wick erbaut.
Die Harrptpost, die medizinische Klinik und das Physiologische Institut wurden von dem Bauumernehmer Seyfarth in Cassel erbaut, wo- gegen eine Protestversammlung von Marburger Handwerkern stattfindet.
Tie Metzgerinnung erbaut ein Schlachthaus.
Der Schloßbrnnnen wird mit Leitern und Potesten ausgebaut und mit 'einem Gasmotor I und Pumpwerk versehen.
1884 hatte Marburg 700 000 Mark Schulden, die Ausgaben betrugen 197 499 Mark und die Einnahmen 215 501 Mark. Für Wasser wurde 5200 Mark eingenommen. I
Es war ein gelinder Winter ohne Schnee, I im April blühten die Bäume und kamen die I Schwalben. I
Am 15. Mai wurde die Wasserkunst am I Grün geschlossen. In der Ritterstraße wird an I etette des Klingelbörnchens ein Pumpbrunnen I angelegt und auf dem lutherischen Kirchhof ein I Reservoir erbaut. I
Am 2. August nimmt Oberbürgermeister Ru- I oolph Abschied von den städtischen Behörden und I am 17. September wird Oberbürgermeister I Schüler von Geheimrat Küfer in fein Amt ein- I geführt. Zu Ehren des scheidenden und des I neuen Oberbürgermeisters fand im Hotel Ritter I ein Festessen statt. - , I
Die Post und das Schlachthaus wurden dem I Betrieb übergeben. I
Am 10. November brannte es in Weiden- hausen beim Schneider Hänschen.
Am Steinweg bei Mar Brunn explodierte im Keller ein Ballon mit Benzin, wobei ein Lehrling verunglückte.
Die bisherige Wohnung des Direktors 6m Krankenhaus und das überbaute Tor zum
Kontingente und Kontingentsherren, die anwesenden und die abwesenden, in dieses Wohl mit einschließe, mit dem Rufe: „Es lebe das 18. Armeekorps. Hurra, hurra, hurra!"
Generalleutnant v. Eichhorn erwiderte:
„Eurer Majestät spreche ich untertänigsten Dank aus für die gnädigen Worte, die Eure Majestät an das 18. Armeekorps richteten. Wenn die Armee vom Rhein und Main heute die Zu- friedenheit Eurer Majestät erworben hat, so können Eure Majestät sich versichert halten, daß es ein Sporn für uns alle sein wird, vorn Ge- itcral bis zum letzten Musketier und Spielmann, ihr Bestes zu tun und herzugeben, damit Eure Majestät an dem 18. Armeekorps immer eine kriegstüchtige Waffe in der Hand haben. Maje. stät! Ich bin Soldat und als solcher darf ich es aussprechen, daß fein brennenderer Wunsch in unseren Herzen ist und kein sehnlicheres Verlangen in unseren Seelen glüht, als Eurer Majestät und unseren Kameraden in Afrika zu zeigen, wie wir zu Eurer Majestät und des- Vaterlandes Ehre und Ruhm auf dem Schlachtfeld« zu sterben wissen. In diesem Geiste rufe ich: Eure Majestät, unser allergnädigster Kaiser, König und Kriegsherr Wilhelm II- Hurra, hurra, hurra!"
Der Kaiser hörte nachmittags den Vortrag des Gefandten v. Tschirschky und Bögendorff. Nach der Paradetafel hielten die Majestäten im Konzertsaale des Kurhauses Cercle und traten dann mit den Fürstlichkeiten auf die mit einem Baldachin überbaute, nach dem Kurpark führende Terrasse hinaus, um hier den Zapfenstreich der 'Musikkorps anzuhören, die mit Magnesiumfackeln auf dem Rasenplatze vor der Kurterraffe anrückten. Armeemusikinspizient Professor Roßberg leitete den Zapfenstreich. Der Kurpark war mit Tausenden von Lampions und Lämpchen malerisch beleuchtet.
8rm Friedensschluß.
Ausstand itt Tokio.
Die Meldungen au8 Tokio, die den Berliner Blättern teils direkt, teils auf dem Umwege über London zugehen, lassen keinen Zweifel mehr über den Ernst der dortigen Lage. Es ist sogar anzunehmen, daß die in Tokio zensierten Reuter- Nachrichten, die schlimm genug lauten, weit hinter der Wirklichkeit zurückbleiben. Ueber Schanghai erhält der „Daily Telegraph" die freilich unverbürgte Nachricht, daß die Aufständischen die englische Gesandtschaft angriffen. Im Zusammenhänge mit der Verhängung de» Belagerungszustandes ist auch der Minister- präfidmt Graf Katsura durch kaiserliche Order ermächtigt worden, jede Zeitung zu unterdrücken, welche Artikel veröffentlicht, die die öffentliche Ruhe zu bedrohen geeignet sind.
Ein Stimmungsbild schildert die Lage wie folgt: Aus allen Provinzstädten trafen Proteste gegen den Frieden ein. Politische Führer, die bisher Anhänger des Kabinetts waren, sagten sich von ihm los. Gardetruppen erhielten
deutschen Hause werden abgebrochen. Der eine Turnsaal und die Hora bei der Mädchenschule werden erbaut.
Von Oktober bis zum 30. November wurden auf dem Weißenstein bei Wehrda unter Leitung des Major von Löwenstein und L. Müller die Fundamente der alten Burg ausgegraben, unb ein Zugangsweg angelegt. Es waren 6 verschiedene Räume.
1885 wird das neue Jahr zum erstenmal mit allen Glocken eingeläutet.
Zum Knabenschulhaus an der Schulstraße wird ein Platz gekauft, der 7732 Mark kostet.
1 Pfd. Ochsenfleisch kostet 70 Pfg., 1 Pfd. Kuhfleisch 60 Pfg., 1 Pfd. Butter 80 Pfg., 1 Ei 5 Pfg., 4 Pfd. Schwarzbrot» 38 Pfg.
Marburg hat 860 Studenten. .
, Das alte Schulgebäude in der Untergasse wird für 18 000 Mark an das Gymnasium auf Abbruch verkauft.
Am 1. Dezember Hochwasser. — Grüne Weihnachten.
1886 am 3. Januar Feier des Regierungs- Jubiläums Wilhelm I. im Saalbau. Die Stadt ist illuminiert.
Am 18. Januar veranstalten die Studenten anläßlich der 15jährigen Kaiserkrönung einen Fackelzug nach dem Schloß. — Strenger Nachwinter.
Im Südviertel werden neue Straßen angelegt und mit dem Schulhausnenbau begonnen.
Die Stadt macht eine Anleihe in Stadtobli- gationen von 500 000 Mark. Die Gemeinde- umlagen bringen 67 000 Mark ein.
Zum Siöchenbrunnen vor Weidenhaufen wird eine neue Leitung gelegt, die 5100 Mark kostete, wie sie fertig war, hatte man kein Wasser. . Die neuen Straßen werden mittelst einer .Bahnanlage aufgeschüttet, das Material hierzu
Befehl, die Polizei zu unterstützen. Die wildeste» Gerüchte fliegen durch die Hauptstadt, und e* ist unmöglich, den Ernst und Umfang der Krise genau zu ermessen. Bis zum Ausbruch bei Aufruhrs schien die Mehrheit der Konservative» die Friedensbedingungen anzunehmen; doch die Lage ist jetzt verändert.
Demgegenüber wird aus offiziellen japanische» Kreisen versichert, daß der Mikado die Ratifi- kation vollziehen wird, sobald daS Vertrags»' instrument in Tokio eingetroffen ist.
Neber daS Schicksal der Fremde»
in Tokio wird gemeldet: „Nach den in Sedm an amtlicher Stelle eingegangenen Meldung« ist bisher in Tokio kein einziger Fremder tätlich angegriffen worden. Dagegen wurden eins russische und eine französische Kapelle, sowie ei» japanischer Tempel von erregten Bolksmaffe» attackiert. Die sämtlichen fremden Gesandt« schäften werden andauernd von der japanisch« Regierung militärisch bewacht, desgleichen baM Terrain der evangelischen Mission.
Tokio, 7. Sept. Die Kabelverbindung« find heute wieder hergestellt und dem Verkehr übergeben worden. Die Erbitterung im Volk» dauert unverändert an. Als heute ein Volksmeeting stattfinden sollte, das gegen den Friedensvertrag Protest-Resolutionen beschließen wolltttz sperrte die Polizei die Eingänge zu dem Versammlungspark mit Barrikaden. Der Pöb^l zerstörte aber die Schranken, drang in den Park ein und nahm die angefetzten Resolutionen mit lautem Zuruf an. Als die Polizei interveniere« wollte, kam eS zum Handgemenge. Polizist« zogen vom Leder, viele Personen wurden verwundet, mehrere getötet. Der heutige Ta-j brachte viele Verhaftungen, die Ordnung wurde einigermaßen erst wiederhergestellt, als Trupp« langsam heranzogen. Ein Teil der Menge bewegte fich nun zum kaiserlichen Palast und brachte stürmische BanzaiS auf den Mikado auS. Die Zeitungen berichten, daß an einzeln« Orten die Szenen der Empörung den Straßen« unruhen in Petersburg ähnlich waren. Eia Protestmeeting in Osaka verlief indessen gan- ruhig, ohne daß die Polizei intervenieren mußte,
Tokio, 8. Sept. Die Stadt ist jetzt ruhig. Während der Nacht ist eS nirgends zu ernste» Ruhestörungen gekommen.
Tokio, 8. Sept. In der letzten Nacht kam es in Kobe zu Ruhestörungen. Das Standbild des Marquis Ito wurde vom Sockel gerissea und durch die Straßen geschleift.
Tokio, 8. Sept. Nach einer Meldung des „Daily Telegraph" begannen die Unruhen in Tokio deswegen, weil fünf Führer der öffentlichen Meinung verhaftet wurden. Am Montagabmd fand eine Protestversammlung statt. Am Dienstag sammelte sich eine Volksmenge von hunderttausend Personen, die die National flagge mit schwarzen Bändern verhüllt trugen^ außerhalb des Gibiyaparks an und riß das Ge. länder nieder. Von Parlamentsmitgliedern wur<
=
kommt von Ockershanfen aus der sogen. 8c6m< kante.
Der neue Stadtteil wird mit Zementröhren kanalisiert.
Das pathologische Institut wird erbaut und' am 8. November wird die medizinische Klinik eingeweiht. I
Im Sommersemester sind 950 Studenten in Marburg.
Im 3. Stadtquartier hat sich zur Wahrung der Ouartierinteressen am 6. Juli ein „Nord- verein" gegründet.
1888 am 23. Mai wurde folgende Bekanntmachung erlassm:
Großer Wassermangel. 1
Der Gesamtverbranch der städtischen Wasserleitung hat in dm letzten Wochen eine solche Höhe erreicht, daß wir genötigt ivaren, um den Gesamttagesbedarf zu decken, die Leitung nachts zu schließen. Nachdem nun das Reservoir in Folge der während der Feiertage eingetretenen sparsamen Wasserentnahme wieder gefüllt ist, liegt es in der Hand der Bürgerschaft, sich vor der Wiederholung der Kalamität durch weiter» Sparsamkeit so lange bis die neue Zuleitung der Wehrdaer Quellen fertig gestellt ist, waS hoffentlich Anfang August zu ermöglichen sei» wird und dadurch zu schützen, daß von jeder liebe riretung der Polizeiverordnung vom 15« Juni 1885, durch welche die Entnahme von Wasser behufs Benutzung zu Gewerbebetrieben der Bauhandwerker, Töpfer, Färber, Gärtner und Badeeinrichtungen, alsbald Anzeige erstattet wird, nicht gestattet.
Der Magistrat: Schüler.
Am 13. Juli feierte man aus Anlaß bei 1000. Studenten im Dammelsberg ein Fest. Die Stadt bezahlte die Unkosten. Es wurde»