mit dem MeiMatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
__________ Sonntagsbeilage: Illustrirtes Sonntagsblatt. ___
holt; das besorgt dann der
nicht
sondern als Tochter, müßte sie Aas Gleiche nehme Stellung hier;
bischen erleichtern!"
beim gibt
habe
für hilfst Dn mir oben doch kochen? Denn es den Aufschnitt —
„Gewiß. Tante, ich Du nicht gar zu große
„Das ist mir sehr lieb zu hören. — Zwischen elf bis zwölf Uhr, sowie zwischen fünf bis sieben Uhr ist im Laden mehr zu tun, da sich dann der Onkel den Gästen widmen muß, die Dich aber nichts angehen. Die Brötchen, Mayonnaisen re, richte ich selbst an, da die Herren sehr verwöhnt sind und es nur von mir haben wollen. Stuf, Passen kannst Du aber, damit Du mich ebentudf 'mal vertreten kannst, wenn ich verhindert seit sollt«. — Alles auf einmal kann ich Dir nicht sagen; das wirst Du selbst am besten sehen. —
Onkel allein. Da« Kochen; Du kannst viel zu braten für
es gelernt. Wen-s
Verkäuferin oder Stühe, Wenn wir eine hätten, tun. Es ist eine ange- wir wollten es Euch ei»
NeueAe Telegramme.
Berlin, 5. Sept. Der Chef des Großen Oeneralstabs, General von Schliessen, wird, tote eine neue Korrespondenz erfährt, in allernächster Zeit von seinem Posten zurücktreten und seinen Abschied nehmen. Als sein Nachfolger gilt mit großer Bestimmtheit General von Moltke, der um fünfzehn Jahre Anger ist und ein ganz außergewöhnlich schnelles Avancement gemacht hat. Bei den diesjährigen Kaisermanövern wird Graf Moltke den noch nicht völlig toiederhergestellten Grafen Schlieffen bereits vertreten.
. Homburg v. ,d. H., 6. Sept. Die Kron. Prinzessin trifft mit dem Kronprinzen hier be- stimmt am 7. ds. vor der Ankunft de« Kaiserpaares ein, reist aber nicht nach Koblenz.
. Homburg v. dl H., 5. Sept. Die dies, jährigen Kaisermanöver zwischen dem 18. und 8. Armeekorps beginnen mit der Frei» tag, 8. September, bei Homburg v. d. H. statt» findenden Kaiserparade über das erstgenannte verstärkte Armeekorps. Ihr folgt Montag, II. September, die Kaiferparade über das gleichfalls verstärkte 8. Armeekorps bei Koblenz.
Duden, 5. Sept. Reichskanzler Fürst Bülow und Gemahlin find heute Bor» mittag bei ihrem Eintreffen von dem Minister Frhrn. Marschall v. Bieberstein, dem Regierungs- rat Haape und dem Oberbürgermeister Gönner begrüßt worden.
5. Sept. Die bremische Lehrerschaft hat mit 273 gegen 43 Stimmen die Ein- gabe an den Senat wegen der Abschaffung des I • Religionsunterrichts in den Volksschulen ge» «ehmigt.
Putts, 5. Sept. Der ,TempS" meldet aus Petersburg: Auskünfte aus zuverlässiger Quelle ermöglichen die Meldung, daß ein russisch-englisches Einvernehmen über alle asiatischen Fragen, insbesondere den moäas vivendi in Persien, das nächste diplomatische Ereignis bilden wird (?) wodurch der Freund» I schastsbund Englands mit Frankreich, dem Ver» I bündeten Rußlands, die Weihe erhalten soll. I
Belgrad, 5. Sept. Die Königin Natalie | »v'.rd ihre Erbschaft von 6% Millionen Frank I Zur Gründung eines großen Krankenhauses in I Belgrad verwenden. I
_, Petersburg, 5. Sept. Für Wittes Rück» reyr, die man baldigst erwartet, wird ein fest. I "cher Empfang vorbereitet. Unter anderem I werden Mitglieder des .Vereins von Frauen I Zu gegenseitiger Unterstützung" Witte eine | Adresse überreichen mit der Aufschrift: .Dem I Friedensstifter von dankbaren Frauen und I Müttern." I
9«na dieser Schiffe verloren gegangen ist, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Die (Summierung aller vorangeführten Posten ergibt an kriegsmaritimen Verlusten Rußlands die kolos. sale Summe von 1068 Millionen Francs, m welcher aber nur die tatsächlichen Budgetaus- gaben des Marineetats, nicht aber auch alle übrigen Investitionen inbegriffen sind, die zu Port Arthur und Dalnij durch Land« und Wasser-, Ufer- und Molobanten, Baggerungen usw. seit 1894, das ist fest der Besitznahme durch Rußland, zur Verausgabung gelangten. Rechnet man für diese Arbeiten weitere 100 Millionen Francs, an Eisenbahttbauten im Hafen, Verladungseinrichtungen und Anlegeangelegenheiten, Erdarbeiten tvährend der Belagerung usw. Wei- tere 30 Millionen Francs, so wird man die annähernd richtige Zahl der gesamten rein maritimen Ausgaben mit rund 1200 Millionen Francs erhalten. Die Verluste Japans wurden am Schlüsse des vorigen Jahres von fachmännischer Seite mit 128 Millionen Kronen berechnet. Die japanische Flotte hat in der Koreastraße Havarien, aber keine Schiffsverluste erlitten, die Torpedoflotte hat jedoch angeblich sieben Fahrzeuge eingebüßt. Die gesamten maritimen Ver- luste Japans werden mach den japanischen Berichten mit ungefähr 200 Millionen Francs zu veranschlagen sein.
Der Aufenthalt bei uns wird Dir schon gefallen; freie Zeit hast Du ebenfalls — kurz, wir betrachten Dich nicht als
. _ . _ _ Ansprüche stellst, könnt«
ich Dir sogar eine „Perfekte" ersetzen!"
^Jch bin Euch für diese Güte sehr dankbar,* sagte Gertrud mit einem leisen Beben ihrer Stimme, „ich will alles tun, was in meinen Kräften steht. Euch zufrieden zu stellen — wir sind Euch doch Dank schuldig!"
„Das will ich hoffen, liebe Gertrud, Du sichst ja so kräftig aus, daß Du mir eine ivirkliche Stütze fein kannst; ich bin sehr nervös — daß ich oft nicht so kann, wie ich wohl möchte — in einem Geschäftshaus gibt's weder Ruhe noch Rast; da ist die Frau immer geplagt!" — erwiderte Frau Anna; dann setzte sie etwas zögernd hinzu — „bei uns Verkehren das Offizierkorps, sowie die Juristen — die jungen Referendare und Assessoren usw."
'(Fortsetzung folgt.)
Die russischen Kriegsverluste.
I Zu den Kriegskosten treten noch die enormen | Verluste, die namentlich Rußland im Seekriege, I durch die Zerstörung und den Verlust Port Ar- I thurs, sowie des größten Testes seiner Kriegs- I flotte erlitten hat. Diese Verluste werden der I „Wiener N. Fr. Pr." von fachmännischer Seite I folgendermaßen berechnet: Für die Befestigung I von Port Arthur wurde 1900 ein Rüstungskredit I von 300 Millionen Francs, 1902 ein weiterer I von 280 Millionen und bei Ausbruch des Krieges I eine weitere Quote von 120 Millionen ausge- I warfen. Nimmt man den Wert der bereits I 1900 vorhandenen Anlagen mit 100 Mllionen I an, so ergibt sich ans der Zerstörung von Port Ar- I tbur ein Verlust von 770 Millionen Francs. In I dieser Festung waren außerdem beim Ausbruch I des Krieges an Munition, Schießbaumwolle und I Kohle, Vorräte im Werte von 10 Millionen I Francs gelagert. Die Nachschaffungen bis un- I mittelbar vor dem Falle des Platzes, die mit im- I meisten Transportauslagen verbunden ivaren, I werden in russischen Blättern ebenso hochbewertet, I dies gibt die Summe von 20 Millionen Francs. I — Der Wert des Port-Arthur-Geschwaders, wel- I HB aus 7 Schlachtschiffen, 8 Kreuzern, 2 Panzer- I kanonenbooten und 30 Torpedofahrzeugen be- I stand, wurde bei einem Gesamtdeplacement von I 125 000 Tonnen im Jahrbuche der russischen
Admiralität Ende 1903 mit 145 Millionen I Francs angegeben. Von dieser Summe sind die um die Reparaturkosten verminderten Anschaf.
I fungskosteu der in neutrale Häsen geflüchteten Whiffe „Zäsarewftsch", „Askold", „Diana" und „Pallada" abzurechnen, hingegen die Verluste der Wladiwostoker Kreuzerflottille, welche aus den untergegangenen Schiffen „Rurst", „Nowik" und „Bojarin" (die beiden lebte reit befanden sich in 'Port Arthur) bestand, ferner die Reparaturen des schwer havarierten „Bogachr" hinzuzurechnen.
I schließlich sind noch die Baukosten der kleineren Fahrzeuge, die bei den Minenexplosionen zugrunde gegangen sind, in Anschlag zu bringen I Ersterer Abzugsposten macht 35 Millionen Francs, der zweite Sldditionsposten 18 Millionen aus, so daß im Kriegsjahre 1904 an Schisfsver- lusteii im ganzen 128 Millionen Francs resultieren. In der Seeschlacht in der Koreasttaße Ende Mm 1905 sind auf russischer Seite 12 Panzerschiffe, 5 große und 4 kleinere Kreuzer, I 8 Hilfskreuzer und 9 Torpedobootzerstörer teils zerstört, teils genommen worden. Die verlorenen I russischen Schlachtschiffe repräsentieren einen I Anschaffungswert von 94 Millionen Francs, die I 5 großen Kreuzer einen Wert von 40 Millionen, | die 4 kleinen Kreuzer 10 Millionen und die Übri- I
Dampfer inklusive der Torpedoflottille 8,5 I Millionen. Die gesamte Zerstörung maritimer I T^rte m dieser Seeschlacht betrug daher rund I 150 Millionen Francs. — Ob an Bord der I dwersen Flaggschiffe, „Petropawlowsk", „Knjäs I Suworow" und „Sissoj Velsti", ein großer I Knegsschatz verwahrt war und durch den Unter- I
»Auch 'n Unsinn! Kann sie sich denn nicht anders beschäftigen?"
„Nein, Tante, jetzt, wo ich fort bin, nicht mehr. Eine muß bei der Mutter bleiben. Sie wollte eigentlich als Kinderfräulein zu Sanitäts- mt Schön's — Du kennst sie doch —, aber da kam Euer Brief, der mich verlangte, und so unter- mwb es. —--Ich freue mich recht, daß ich
Euch nützlich fein kann! Habt nur im Anfang Geduld mit mir, dann wird es schon werden."
-„Das glaube ich, Trndchen," sagte Harr Telchmann, liebevoll ihr Gesichtchen streichelnd, „das glaube ich! Freilich, die schönen Patscheln trerden nicht so weiß bleiben," dabei nahm er ihre fajon geformten schlanken Hände, die sorgfältig Sepflegt waren, in seine beiden Hönde.
„Das tut nichts, Onkelchen," lachte sie, „aber SU den feinen Handarbeiten, die ich zu machen hatte, mußte ich meine Hände sehr pflegen, sonst hatte es manchmal mit der Stickseide gehapert! Liebe Tante, möchtest Du mir jetzt, bitte, Anweisung geben, was ich alles zu tun habe!"
„Soviel ist das nicht! Also des Morgens -— Du bist doch an Frühauffiiehen, gewöhnt? — da hilfst Du Güsten beim Reinemachen; sie ist nämlich beim Staubwischen so ungeschickt — Ihr richtet Euch so ein, daß Ihr gegen acht oder halb neun mst allen Zimmern fertig seid. Dann ziehst Du Dich adrett und einfach an und stehst nnr zur Verfügung. Ich werde Dir dann vor allem das Aufschneiden zeigen, sowie Dich im Laden in allem Unterrichten. In -en Vor- mittagsstunden ist im Geschäft wenig zu tun; meistens werden da Konserven und so etwas ge- i
I !e‘n vach -er Fahrt; erst wollen wir essen, -sann I das Notige besprechen."
I »Hast recht, Tante! Wenn ich mit dem Früh- I zug gÄommen wäre, wäre ich nicht so lange I unterwegs gewesen — aber so schrieb ja der Oir- I ”6 letzt abends loenig im Gastzimmer zu I ;Un ist, ettviderte Gerirud mit ihrem seltenen I schonen, vollen Organ.
I ddach dem Essen und den üblichen Fragen nach I dem Befinden der Familiemnttglieder wurde die I geschäftliche Seite erörtert.
I »®jft Du zufrieden, Trude, wenn wir Dir I monatlich 30 Mark geben? Das heißt, vor- I an Frau Anna das Wort. Nr
I Enn räusperte sich, etwas zu sagen; aber sie I cln e.nen zu, der ihn schiwigen hieß,
I ^uju fort: „den anderen Fräuleins
I a<ttreu wir natürlich mehr gegeben, da diese per- fekt toaren; Du aber hast doch vom Verkauf ustv.
I fenie Sfmtung und mußt Dich erst einarbeiten."
.'-Aber natürlich, Tante! Ueberhaupt bin ich Mit allem einverstanden, was Ihr wollt! Ich helfe Euch so gern; Mania und ich sind über- ^Ansicht, daß ich nichts verlangen
! r .^Ach was — Ihr — besonders Deine Mutter, sakrisch, ^a, ja, sieh mich nicht so an, 's jst.wahr! J,l diesem Falle kommt erst das Ge- schäft r^nn dre Verwandschaft! Da gibt's nichts! ^hr Mts doch nicht auch so vollauf! Hattest D« mcht für ein Geschäft gestickt? Ja? Nun, ^nn Dein Durchschnittsverdienp?" ."A-^?n ich sehr fleißig war — und wenn I bpä Fräulein gut bezahlte, was sie meistens tat, gegen 40 Mark. Ich bekam immer das Schwerste — Muster anfaitgen und auszählen, — das wird bester bezahlt," sagte Gertrud leist. Ihrer fein- tuhligen Natur widerstrebte die Art imd Weist der Tante, wenn diese auch im Rochst toat.
-'Alw siebst Di,, den ganzen Tag gestichett, und doch bloß 40 Riark verdient! Hier bekommst Du als Anfaiigsgehalt zwar nur 30 Mark — schlägst Du gut ein, legen wir bald zu — hast
I herzlich. Kaiser Wilhelm unterhielt sich ca. 24 I Minuten lang in ungezwungenster Weist mH I den Herren, sowohl über „general topics*, wir Herr McNary sich ausdrückst, als auch über dich verschiedenen amerikanischen Einrichtungen. Be« sonders wurden kommerzielle und finanzielle Probleme erörtert. Der Kaiser lenkst das Go« svräch auch auf die deutschen und amerikanisch« Eisenbahnverhälrinsse imd fragst dst Herrn» welchen Effenbahnen sie den Vorzug gäben? AIS ihm geantwortet wurde: „Den amerikanischen" i, meienst Kaiser Wilhelm lachend: „AH rightl aber wir haben bessere LandsttaßM!" „Das muß« ten wir allerdings zugeben," erklärst Herr McNary. Kaiser Wilhelm gedachte ferner Präsident Roosevelts Verdienste um den russisch-ja« panischen Friedensschluß und drückst den fernen feine Anerkennung ftic die Bemühungen imÄ Erfolge des Präsidenten aus. Als einer der Herren darauf hinwies, daß Kaiser Wilhelm doch wohl das größte Verdienst an dem Zustandekommen des Friedens gebühren dürste, ließ der Kai«! ser diese Anschauung unwidersproc^n. Herr McNary bekundete auch, daß der Kaiser sich m humorvollster (Stimmung befunden und feine
Erscheinung die beste Gesundheit aüsgedrückt habe« — In der Tagung der deutschen Mit» telstandsverei nigung zu Frankfurt a. M. referierte zunächst Generalsekretär Eisen« träger über die Parlamente und die Mittelstands« fragen. Es müßten mehr Freunde dieser B» toegung gewählt werden, was allerdings mal möglich fei, wenn für den Reichstag Diäten btk willigt würden. In der Diskussion trat unter anderem der konservative Abgeordnete Hamme» Zehlendorf für eine Erhöhung der Warenhaus« steuer ein. Ferner müßten die Konsumverein» Einkommen, und Gemeindesteuer zahlen. Die Beamtenkonsumvereine könnten zwar nicht ganj verboten werden, sie müßten aber von der Be- türfniSfrage abhängen, worüber dem Minister die Entscheidung zustehen sollte. Andere Redner gingen zum Teil noch über diese Forderungen hinaus. Es wurde von einigen Rednern auch ein Verbot der Beamtenkonsumvereine gefordert. Andererseits wurde aber auch geltend gemacht, daß dann erst einmal eine bessere Besoldung bef Beamten Platz greifen müsse.
linier großem Beifall wurde die Absendung solgenden Huldigungstelearamms an den Kais»' beschlossen:
Ew. Majestät, denr Schirmherrn des Friedens und Förderer von Handel und Gewerbe, Kunsh und Wissenschaft, sendet die zweite Generalver« sammlung der Deutschen Mittelstandsvereinigung zu Frankftirt am Main ehrerbietigste Versichmmg itiiwandelbarer Ergebenheit, das Wohlwollen Ew. Majestät Regierung erbittend für ihre Ziele zu« Segen, des deutschen Volkes. Deutsche MittÄ- standsvereinigung. Küster.
Als Vertreter des preußischen Handels« Ministeriums hatte zu Beginn der Verhandlungen Geh. Ober-Reg.-Rat Lufensky die Versammlung begrüßt.
Deutsches Reich.
Berlin, 6. September.
Die zweimal wegen Regens abgesagst Herb st Par ade des Gardekorps fand am Dienstag statt. Die neuen Fahnen brachte die Lribkompagnie des 1. Garde-Regiments unter Prinz Eitel-Friedrich, die Standarten die Leibeskadron des Gardekorps. Se. Majestät der Kaiser erschien in der Uniform des 1. Garde- Regiments, Ihre Majestät die Kaiserin in der Uniform der Königin-Kürassiere zu Pferde, dst Kronprinzessin im Vierergespann, ebenso dst Prinzessin Viktoria Luise mit der Hofmeisterin, die Prinzessin Friedrich Leopold mit Sohn. Die Truppen formierten sich in zwei Treffen, im ersten die Fuhtnippen, im zwetten dst berittenen Truppen. Die Parade kommandierst General von Kessel. Dieser meldete den Frontrapport. Dann begann das Abreiten der Fronten, wobei onga beweise präsentiert wurde. Es folgte dann AN zweimaliger Vorbeimarsch in der Richtung auf Berlin. Der Kaiser führte das L. Garde- Regiment. Die Kaiserin grüßte mit der Gerte, ote Prinzessinnen erhoben sich im Wagen. Nach ber Parade hielt der .Kaiser eine kurze Kritik.
— Ueber einen Bestick) amerikanischer Parlamentarier beim Kaiser berichtet man dem „Hann. Cour." aus Berlin: Die zurzeit hier weflenden Mitglieder des Kongresses der Vereinigten Staaten, die auch der Parade auf dem Tempelhofer Felde beiwohnten, wurden st" „Fahnenzumuer" des kgl. Schlosses vom Kaffer empfangen. Der Empfang war äußerst
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aber obendrein freie Kost und Wohnung, ohne daß Deine Blutter die Ausgabe dafür hat. Sie wird Dich auch ganz gut entbehren, da Erna ihr I doch zur Hand gehen kann. Was macht diese? Ist sie noch immer so bleichsüchtig?"
„Nein, das gerade nicht mehr; aber sie ist doch sehr zart. Sie kann das viele anhaltende Sitzen mcht verttagen und gibt deshalb Nach- h-lseitunben."
----। 2 • '(Nachdruck vervoteN-jj
Das neue Fräulei«.
Original.Roma« von Fr. Lehn«.
(Fortsetzung.)!
CT Lächelnd sah sie ihm nach, tost et mit dem »hm eigenen elastischen Gang nach dem Gaftzim- prer schritt. Er war doch ein lieber Kerl — immer Vergnügt und zum Scherzen aufgelegt. Sein hübsches Gesicht zeigte ebenso tost die nicht tzroßen, aber scharfblickenden graublauen Augen einen so offenen treuherzigen Ausdruck, daß man 'hm gut sein mußte. Er toar nicht sehr groß, ober schlank unb elegant gewachsen. Frau Teich- mann ging hinauf noch der Küche und bereitete 'hm eigenhändig ein saftiges Seiibenbeeffteaf, das ge ihm auch selbst servierte.
beste Frau," rief er erfreut, „nein, daß Sw ,ich iribst bemühen, und ein so leckeres Beefsteak — kann man das immer bekommen?"
-'Nem eigentlich nicht," lächette sie etwas ge- schmeichelt, „aber wenn Sie so ausgehungert sind
Sie sagen, nützt ein belegtes Bemmchen nicht viel! Wunsche guten Appetit!"
_ "Prosit Mutter Teichmann, auf Ihr ganz Sr>eziclles." Und in vollen Zügen trank er das tDlas, ohne abzusetzen, leer.-----
. Auf Herrn Teichmanns Brief war eine zusagende Antwort von seiner Nichte eingetroffen und acht Tage darauf diese selbst. Er hatte -es I sich nicht nehmen lassen, Gertrud persönlich von der Bahn abzuholen und war ganz überrascht wie sich aus dem hageren Backfisch, als den er ns .«‘tiefet gesehen, ein so hübsches, ja schönes Mädchen entwickelt hatte. Auch Frau Anna war erstaunt als sie die schöne schlanke Gestalt der | riiaite, betrat von dein Reisemantel, in einem I rinsachen, aber tadellos sitzenden Kleide sah. j
„eet uns herzlich ivillkommen, liebe Ger- | mtb," sagte sie ihr einen Kuß auf die Wangen I >rncfenb, „wir danken Dir, daß Du so schnell I Zekommen bistl - — Aber Du wirft hungrig |
. Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mh,
M 210 ber allen Postämtern 2,25 Mk. zexct. Bestellgeld).
*''■* älU Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Ncclamen: die Zeile 25 Pfg.
Marburg Erscheint wöchentlich sieben mal.
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Donnerstag, 7. September 1905. Marburg, Markt 21. - Telephon 55.