mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsveilage: Jllustrirtes Sonntagsvlatt. ------
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K32
Marburg
Mittwoch, 6. September 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmverfitätS-Buchdnickerri 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon a5.
Ncueßc Telegramme.
Berlin, 4. Sept. Nach einem Telegramm des „Lokal - Anzeigers" aus Dar-es-Salaam schlug Oberleutnant von der Marwitz die Rebellen im Hinterlande von Kilwa. Der Feind hatte vierzig Tote und zahlreiche Verwundete.
Danzig, 4. Sept. Heute mittag 12 Uhr 30 Min. fand an Bord des Mottenflaggschiffes „Exmouth" ei« Frühstück statt, dem Oberbürgermeister Ehlers» Bürgermeister Trampe, Oberwerftdirektor Kapitän z. S. von Baffe, der Kommandant von Danzig, Generalmajor v. Sehd- litz'Kurzbach, mit ihren Damen sowie die Gemahlin des kommandierenden Generals v. Braunschweig teilnahmen.
— Heute nachmittag veranstaltete der Schwimmklub „Neptun" ein Wafferballspiel. ES starteten sieben Mann vom „Neptun" gegen sieben englische Matrosen. Sieger wurde die deutsche Mannschaft mit 2 Goals gegen eins der englischen. Den englischen Matrosen wurde ein Erinnerungsbecher überreicht.
Baden-Baden, 4. Sept. Der Reichskanzler trifft morgen früh zu längerem Aufenthalt hier ein. Er wird am Bahnhof im Auftrage des EroßherzogS vom Präsidenten de« Ministeriums des großherzoglichen HauseS und der auswärtigen Angelegenheiten, Freiherrn v. Marschall begrüßt werden und im Hotel Stefanie ab- steigen.
Madrid, 4. Sept. Die Entrüstung über das Attentat in Barcelona ist allgemein. Der amtliche Bericht verzeichnet vierundzwanzig Schwerverwundete.
Newyork, 4. Sept. Baron Rosen erklärte, die Unterzeichnung des Friedensvertrages werde Dienstag nachmittag 21/» Uhr erfolgen. Von Washington kamen in Portsmouth zwei lederne, goldverzierte Schatullen an zur Ausnahme der Exemplare für den Zaren und den Mikado. Witte reist auf einem von Morgan gestellten Extrazug Mittwoch Morgen 9 Uhr nach New- hork und Osterbah.
Zu den Unruhen in Ostafrika.
lieber den Ausbruch der Unruhen in Deutsch. Dsraftika ist jetzt die erste briefliche Nachricht in der Heimat eingetroffen. Das „D. Offizierbl." veröffentlicht einen aus Kilwa, 6. August, an eine Hamburger Firma gerichteten Brief, der den Ausbruch der Unruhen schildert und als Aufwiegler die „Zauberer" nennt, was durch die bereits telegraphisch berichtete Mitteilung des Gouverneurs Grafen v. Goetzen inzwischen bestätigt ist. In dem Brief aus Kilwa heißt es: Am 30. Juli,
1 INachdruck verboten.)
Das neue Fräulein.
Original-Roman von Fr. Leh«».
Ich meint', ich hätt' Dich wundergern. Eh' ich den Andern fand —
Fahr wohll ich weiß seit heute erst. Was Lieben ist genannt!
Erstes Kapitel.
Herr Franz Teichmann besaß in dem an- mutigen Städtchen Z. das feinste Delikateß- und Aufschnittgeschäft, verbunden mit einer Früh, ftücks- und Weinstube, die der Sammelpunft der besten Herrenwelt von Z. war. Es war nur ein mäßig großer, ziemlich niedriger Raum, noch dazu nach dem Hofe zu gelegen — aber unendlich ge- niütlich mit seinen getäfelten Wänden und seiner altdeutschen Einrichtung. Teichmann besorgte ohne jegliche Hilfe die Bedienung der Gäste selbst, was zu deren Behaglichkeit noch mehr bertrug, da sie dadurch sicher vor den Lauscherohren allzu eifriger Kellner — also ganz unter sich — waren. Teichmann kam gar nicht in Betracht, der gehörte so quasi mit zu ihnen und mar öurch seine Originalität, Gutmütigkeit, strenge Diskretion und nicht zuletzt durch seine zwilen Preise sehr beliebt. Seine Weine waren tadel- los und gut gepflegt und das Mer, das er auf Wunsch einiger älterer Herren, dis dm Wein vor Tisch nicht vertragen konnten, verschänkte, war köstlich schäumendes Kulmbacher. Und die Früh- ftncksbemmchen und Delikatessen verstand wohl memand so appetitlich anzurichten, wie Frau Anna Terchmmm, -eins hübsche, üppige Blondine in den besten Jahren. Sie kannte alle Herren und wußte den. verschiedenen Geschmacksrichtungen derselben Rechnung zu tragen. „Mutter Teichmann", wie die jungen Offiziere und Juristen sie manchmal im Scherz nannten, war ober sonst eine ziemlich eigensinnige, launische Frau, der die verschiedenen jungen Mädchen, die sie nach- einander im Geschäft und Haushalt als Stütze hatte, fdjtoer etwas recht machen konnten. Augen- blicksich war sie wieder einmal ohne Hilfe, da
vornnttags 12 Uhr, wurde hier bekannt, daß die Matumbi-Leute ihren Akiden bedroht und einen Mann desselben verwundet hätten; ferner hätten sie alle Baumwollfelder vernichtet und den Ansiedler Hopser eingeschlossen. Sie waren dazu durch einen Zauberer aufaewiegelt worden, von dem man in Kilwa schon feit acht Tagen sprach. Derselbe sagte auch in Mohorro und im Kilwa- bezirk zu den Schwarzen, sie sollten feinen Gummi mehr drehen, keine Baumwolle pflanzen und nicht mehr für die Europäer arbeiten, denn sonst müßten sie alle sterben. Die Neger sind für solche Hetzereien leicht empfänglich, und ihren Aberglauben illustriert am besten die Tatsache, daß selbst in unferm Hause beschäftigte Leute allen Ernstes daran glauben, der Zauberer wäre halb Mensch, halb Schlange. Der derzeitige Bezirks- amtniann, Stabsarzt Dr. Lott, sandte abends den Feldwebel Hoenuicke mit 20 Mann weg; infolge erhaltener Nachrichten sandte er ihm aber bald weitere 20 Mann nach. Hoennicke begab sich nach deni elf Marschsfunden entfernten Sa- manga und kam gerate rechtzeitig dort an, denn die Rebellen hatten gerade damit angefangen, von Steinhagens Plantage die Baumwolle aus- zureißen. H. fügte den Rebellen Verluste zu und schlug sie nach zweistündigem Gefecht zurück. Inzwischen waren in Mohorro, aus Dar es Salam kommend, Hauptmann Merker und Leut- nant Linde mit 70 Mann und 2 Maschinengewehren cingetroffen. Bezirkshauptmann Rendel von Mohorro schloß sich mit 15 Mann an, und sie marschierten nach Samanga rmd befreiten Hoennicke und Steinhagen, die sich verschanzt hatten und sich gegen wenigstens 2100 Matumbis wehrten. Dies geschah am 1. August; an diesem Tage wurde der Ansiedler Hopser ermordet. Derselbe wollte nach hier flüchten, wurde aber von Matumbis eingeholt; er hatte nur vier Patro- neu bei sich, mit denen er vier der Bestien nieder- streckte, dann wurde er durch einen Beilhieb getötet. Nachdem die Rebellen von Samanga vertrieben waren, gingen sie nach dem nur vier Stunden von hier entfernten Mitega, plünderten dort und brannten die Häuser des Akiden nieder. Dann feierte» sie Feste und gaben den ganzen Tag Freudenschüsse in die Lust ab. Boni 2. bis 4. d. M. waren die Kerls ir Mitega, und wäh- rend dieser Tage herrschte in Kilwa eine große Aufregung, besonders am 3. d. M. An diesem Tage war Leutirant Spiegel mit 60 Mann und Maschinengewehr aus Sinin hier eingetroffen und sollte an demselben Tag. abends noch los- marschieren. Infolge der aus Mitega eingefrof- fenen, sehr beunruhigenden Nachrichten blieb die Kompagnie hier; auf allen Wegeii, auf denen der Feind die Stadt erreichen konnte, wurden weit vorgeschobene Europäerposteii ausgestellt. Die Bekanntmachung des Herrn Dr. Lott sagte ungefähr: „Halt, nicht zu viel Angst, aber seht euch vor." Infolgedessen setzten alle Europäer sich hier in Verteidigungszustand. Schreiber
das Fräulein, das sie zuletzt beschäftigt hatte, infolge einer heftigen Meinungsverschiedenheit sofort gegangen war, und diejenigen, die sich auf ihre Annonce vorgestellt hatten, schienen ihr durchaus nicht paffend. Nun war sie in Not; es gefiel ihr gar nicht, alles selbst arbeiten zu müssen.
„WaS tun wir nur, Franz?" klagte sie, „allein kann ich doch nicht fertig werden; es ist mir wirklich zu viel; ich bin schon ganz nervös!"
„Na, Alte, so schlimm ist's nun wirklich nicht, und ich bin auch noch da! Ein bischen Bewegung schadet Dir übrigens nichts! Weißt Du, was Dein, Bevorzugter, der Stetten-Warburg gestern zu mir sagte? Na, Vater Teichmann, Ihre Frau wird ja alle Tage dicker! Die Schweniiiger-Kur schlägt wohl bei ihr ins Gegenteil nm? Die Verführung ist aber auch zu groß bei den vielen schönen Sachen!"
„Der garstige Mensch," zürnte sie, wenn auch nicht im Ernst, „er soll schon sehen — ! — Weißt Du, Teichmann, ich habe eine Idee — schreib' doch mal an Gertrud; vielleicht kommt sie ganz gern.. Sie scheint nach den Briefen ihrer Mutter ein tüchtiges Mädchen geworden zu sein. Arbeiten kann sie; und sie ist vielleicht froh, wenn sie mal was Anderes unter den Händen hat, als die ewigen Handarbeiten, wofür sie auch nichts bekommt!"
„Da hast Du eigeistlich Recht," entgegnete er sinnend, „das ist gar kein übler Gedanke. Aber ob es so ganz passend ist, unsere Nichte hier in Stellung zu haben? Es bleibt doch nicht aus, daß dann und wann einige der Herren, wenn sie in Laune sind, ein Scherzwort wagen, wenn sie das Mädchen sehen —"
- Ach, papperlappap," schnitt sie ihm die Rede ab, „ivciin das Deine Bedenken sind —! Sie kommt ja gar nicht mit den Herren zusammen, und für Fräulein Gertrud ist ess gar keine Schande, mir zu helfen! Unsere Tochter müßte es doch auch tun, wenn wir eine hätten — Ger- trub ist doch keine Prinzessin! Du scheinst aber die Kinder Deiner Schwester, der Frau Dr. Neurath, für ganz was Apartes zu halten! Wenn sie anständig ist, wird sie ihre Stellung auch He
di eses verließ feine Wohnung und begab sich in fein Haus, das ganz Zur Verteidigung eingerichtet wurde. Waffen, sowie Verbandszeug und Medizin wurde bereit gehalten, und öfters holten wir beim Bezirksamt neu ein getroffene Nachrichten, die immer beunruhigender lauteten. Von Schlafen war in dieser Nacht keine Rede. Die in unserem Hause beschäftigten Schwarzen bekundeten ebenfalls eine große Aufregung, denn die Küstenleute sind meistens mit den Matumbis verfeindet, und außerdem haben die Matumbis gedroht, alle Mger, die für Europäer arbeiten, abzumurksen. Am 4. Aug. zog Leutnant Spiegel mit 25 Mann und einem Maschinengewehr los, um die etwa 3 Stunden von hier belogene Plan- tage Jäschkes zu schützen; er kam aber zu spät, denn das Haus war bereits niedergebrannt und ansgepliindert. An diesem Tage kam auch nach- mittags der Kreuzer „Bussard" an mit Major Johannes, Oberleutnant v. Grawert und 150 Mann Schutztruppe, sowie einem Maschinengewehr. Dr. Lott machte bekannt, daß die Schutz, truppe an demselben Tage noch abmarschieren würde und dxr. Kommandant des „Bussard" nur 20 Mann und ein Maschinengewehr landen könne. Die 20 Mann würden das Bezirksamts- gebaute besetzen, und diejenigen Europäer, die sich bei dem Alarmbläsen weigerten, auf das Bezirksamt zu kommen, könnten in ihren Häusern nicht geschützt werden. Natürlich haben wir an diesem Abend wieder die nötigen Vorbereitungen getroffen und Wache geschoben. Nach heute erhaltenen Nachrichten haben sich die Matumbis bei dem Eintreffen der Schutztruppe in ihr- Berge zurückgezogen; die Küstenleute, die sich ihnen zuerst anschlossen, scheinen sich gedrückt zu haben; doch hat man in der Stadt noch nicht das Gefühl der Ruhe.
Zum Friedensschluß.
Petersburg, 4. Sept. Witte sagte dem Korrespondenten des Slowo, die Japaner bedauerten jetzt lebhaft, daß sie die Hälfte von Sachalin an Rußland überließen, und suchten infolgedessen noch bei jedem Punkte Händel anzusangen. Aus Tokio ist noch keine neuere Nachricht nach Portsmouth gelangt; es wird angenommen, die japanische Regierung fürchte einen Volksaufstand; deshalb handele Komura so viel heraus, wie noch möglich, und zwar mit beängstigender Hast.
Portsmouth, 4. Sept. Der Friedens- Vertrag ist fertiggestellt und wird heute nachmittag um 5 Uhr unterzeichnet werden. Er besteht aus 17 Artikeln und einer kurzen Einleitung. Ein Auszug aus dem Friedensvertrage wird telegraphisch nach Petersburg und Tokio übermittelt, während der tatsächliche Wort-
haupten und wird Gelegenheften bermoiten und nicht suchen l — Sich mich doch an, hat schon jemand gewagt, mir nahe zu treten ? Man kann freundlich, aber doch zurückhaltend fein!"
„Aber sie ist hübsch," sagte er, ohne auf die letzte Bemerkung feiner Frau zu achten, „da werten die Schwerenöter manchmal versuchen, sich ihr zu nähern — wie z. B. Stetten-Warburg Dich oft in Deinem kleinen Anrichteraum auf- sucht —"
„Ja, das gibt es freilich nicht; wir schreiben ihr alles streng vor, wie den anderen Fräuleins. Sie bekommt ebenfalls ihre angemessene Vergütung und hat ihre Pflichten streng zu erfüllen. Des Morgens hilft sie Güsten oben beim Reinemachen, dann mir beim Kochen und im Geschäft! Ich denke, es wird ganz gut gehen, und Du be- ffankst Dich gar noch für die gute Idee! Also schreibe — es bleibt dabei; sie soll kommen, je eher, je lieber. Weiße Schürzen habe ich genug, die kann sie von mir bekommen."
„Das ist allerdings ein ausschlaggebender Grund! Dann will ich gleich schreiben!" bemerkte er etwas ironisch.
Diese Unterredung fand im Laden statt, an den sich ein kleiner Raum anschloß, in welchen Frau Teichmann den Gästen das Bestellte zurecht machte. Ein Schiebefensterchen führte nach d-m Hausflur zu, ter das Gastzimmer voni Laden trennte. Oft blieb der eine oder andere Herr vor dem Fensterchen stehen, um mit Frau Anna ein paar Worte zu wechseln, während ihre weiße Hände gar appetitlich die Brötchen belegten.
„Was ich noch sagen wollte, Franz — bring’ mir doch ein Glas Bier 'rüber; ich will nun endlich frühstücken — fl§ ist bald halb zwölf, und ich bin noch nicht dazu gekommen!"
Mit diesen Worten verschwand sie im Anrichte- raum, um sich dort ein leckeres Brötchen zurecht- zumachen. Gehorsam brachte ihr Gatte bas Ge- wünschte, drohte aber scherzhaft mit dem Finger, als er das Bier vor ihr medersetzte. In diesem Augenblick tönte die Ladenklingel.
„Morgen, lieber Teichmann," klang da eine fröhliche Stimme.
laut den Regierungen in den beiden Hauptstädten erst nach Rückkehr der Friedensunter» Händler bekannt werden wird. Die Ratifikationen müssen innerhalb einer Zeitraumes von 50 Tag« ausgetauscht werden. Die japanischen Bevollmächtigten hoffen Portsmouth morgen, die Rusten diese Stadt am Mittwoch verlassen zu können.
Die Einrichtung einer russischen Statt» Halterschaft im Fernen Osten wird beibehalten; General Lenewitsch ist zum Statthalter ausersehen.
Deutsches Reich.
Berlin, 5. September.
— Se. Majestät der Kaiser hörte Montag Vormittag den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts und empfing den Generalleutnant von Trotha zur Vorlegung von Entwürfen für daS Clausewitz-Deirkmal in Breslau.
Se. Majestät ließ dem russischen Leibgarde- regiment in Petersburg, dessen Chef er bekanntlich ist, anläßlich des Regimentsfestes auf ein Begrüßungstelegramm die folgende Dmhtant- wort zugehen:
„Ich danke aufrichtig für den Gruß, der mit vorn Regimentskommandeur, General von Becker übermittelt wurde, und erwidere denselben von ganzem Herzen. Meine wärmsten Glückwünsche geleiten das Regiment in diesen schweren Tagen« Mögen in demselben, nach wie vor, seine Traditionen und der Geist fortleben, welche einst nufere alte Waffenbrüderschaft schufen, deren höchster Ausdruck in grenzenloser Ergebeicheit für den Zaren auf Tod und Leben besteht. Ei» „Hurra" dem ruhmvollen Regiment! ।
Wilhelm I. R.“
Der Kronprinz sandte aus gleichem Anlässe das folgende Telegramm:
„Ich danke aufrichtig für Ihr .freundliches Gedenken meiner am Tage des ReginientsfesteS. Ich erwidere Ihren Gruß in derselben herzlichen Weise. Wilhelm, Kronprinz."
— Der Kaiser ordnete eine Sammlung von Armer Märschen in Liedern an, damit diese von den Mannschaften gesungen werden.
— Der Kronprinz empfing im fönig< lichen Schloß in Berlin den chinesischen Gesandten, der die Geschenke des Kaisers und ter Kaiserin-Regentin von China zur Hochzeit des fron« prinzlichen Paares überreichte.
— Der neue Oberpräfident der Rhein Provinz, Frhr. v. Schorlemer, hat an die Landwirte der Provinz eine Kundgebung erlassen, in ter es heißt: „Die rheinische Land- wirtschaft ist sich stets bewußt gewesen, daß unsere schöne Provinz nur im einträchtigen Zusam- inentoirfen der verschiedenen Berufsstände iHv Gedeihen finden kann. Ihre beredjtigten Jn-
„Morgen, Herr Leutnant! Schon zurück vom Exerzierplatz. Wie sehen Sie aus?"
„Salonfähig allerdings nicht," lochte bet junge Offizier, intern er auf feine bestaubte Uniform und dito Stiefeln blickte — „macht aber nichts! Hab ’n Mordshunger und noch größeren Durst! Frau Anna ist wohl nicht da, um mich arme Kreatur zu stärken?" — In diesem Augenblick bemerkte er sie.— „Natürlich! — ach, wer es doch auch so gut haben könnte!" rief er fröhlich, indem er den kleinen Raum betrat, in dem es appetitlich und verführerisch genug ans sah — „na, schmeckt's? Das glaube ich! Ich denke ober, Sie schweningern? So sieht das allerdings nicht aus!"
„Ach, gehen Sie, Herr Leutnant! Sw machen sich bloß luftig über mich - Sie sind boshaft — ich werde mich aber revanchieren — Sie sollen mich kennen lernen."
„Nein, nein, liebste schönste Fran," bat er schelmisch, „tun Sie mir das nicht an; ich toiH ganz brav sein! Dann bekomme ich auch ein feines Frühstück, nicht wahr? Ich falle um vor Hungert Seit vier Uhr bin ich auf den Beinen — der Alte hat uns heute stramm mitgenommen. Er ist doch nicht etwa da? Nein? Na, das ist gut! Nun sagen Sie, Frau Anna, was bekomme ich?"
„Das beträte ich nicht! Wer wird so neugierig sein?"
„Ich bin's nicht, nein, nein! — Himmlische, schönste Frau, wenn Sie allein hantieren uni Ihnen nicht, wie das letzte Mol, solch' Gänschsi zur Seite steht!"
„Wirklich? Ist das Ihr Ernst? Dann tui es mir leid, nächste Woche kommt eine Andere.'
„Ist sie wenigstens hübsch?"
„Was kann Sie das interessieren? Solch kokettes Ding, wie die Agnes — Sie erinnern sich gewiß recht gut — die nur verstand, schöne Augen zu machen, ist es nicht! — Kurz also — eine Nichte von meinem Mann wird mir HÄ fen, — also, Herr Leutnant —"
„Ja, ich verstehe vollkommen l Auf Wieder- sehen, schöne Frank"
Wortsetzung folgt.)