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Druck und Verlag- Iah. Slug. Koch, UmverjitätS-vuchdruckerei 40. 3(ti)T(L

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

mit -em Krnsblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

_______ Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes Sonntagsblatt.

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______________________________Reclamen: die Zeile 25 Pfg. öDrttttdß, 27. AUgUsl 1905.

Zweites Blatt

Jahren beschränkt und es soll dem Reichstage alljährlich ein Rechenschaftsbericht über die Wir­kung der Prügelstrafe abgelegt werden. Auch für uns in Deutschland werden diese Berichte von hohem Werte sein und sie werden die Er­örterung über die Notwendigkeit dieses Straf, rnittels gegenüber schweren Rohheitsverbrechern zweifellos im Flusse halten, trotz der Idiosyn­krasie ihrer Gegner.

Neueste Telegramme.

Berlin, 25. Aug. Die Antwort Deutsch' lands auf die französische Note, betr. das Pro­gramm der Marokko-Konferenz, ist jetzt der französischen Regierung überreicht worden. Der Inhalts der Note ist so beschaffen, dah darauf noch eine Rückäußerung der französischen Ne­gierung voraussichtlich erfolge» wird.

Berlin, 26. Ang. Nach einem am 15. Aug. in Apia aufgegebenen Telegramm ist nach einer längeren Periode erhöhter Erdbebentätigkeit hinter Matanta auf der Nordseite der Insel Savaii ein neuer Vulkan entstanden. Gefahr scheint vorläufig nicht vorhanden. Tie ein­heimische Bevölkerung zeigt keine Panik.

. Danzig, 26. Ang. Die Provinz Westpreußen wird zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares ein Blindenheim stiften.

Hamburg, 26. Ang. Mit dem Postdampfer .Eduard Woermann" und .Alexandra Woer- wann" werden am 31. d. Mts. 69 Offiziere, 452 Mann und 500 Pferde nach Swakopmund abgehen.

Paris, 26. August. Nach einer Meldung aus Oran haben zwei Kompanien Infanterie, e,ne Sektion Artillerie mit zwei Kanonen und eine Eskadron Kavallerie den Befehl erhalten, sich marschbereit zu halten, um eventuell den marokkanischen Krenzort Saida zu besetzen.

Kopenhagen, 25. August. Die englische Flotte passint jetzt auf dem Wege nach Swine» münde den Großen Belt im östlichen Fahrwasser.

Chriftiartirr, 25. Aug. Die Delegierten für die Verhandlungen betreffend die Lösung der Union werden morgen vormittag gleichzeitig in dem norwegischen und dem schwedischen Staatsrate ernannt werden.

Petersburg, 25. Aug. (Petersb. Telegr.- Agentur.) Aus Teheran wird unter dem gest­rigen Datum gemeldet, die persische Regierung verhandelt über de» Ankauf von zwei Kanonen­booten, mit denen sie im Persischen Meerbusen dem überhandnehmenden Schmugalerunwefen zu steuern beabsichtigt.

Portsmouth, 25. August. Es scheint nun doch daß Witte seiner Negierung im letzten Augen« blick ein Entgegenkommen den Japanern gegen­über vorgeschlagen haben würde, was nunmehr durch Lamsdorffs Erklärring, Rußland werde keine Konzession mehr machen, nach hiesiger Auf. fassung ausgeschlossen ist. Es steht fest, daß Witte von Lamsdorffs Worten erst aus den Zei­tungen hörte und daß er mehr als empört ist. Eine Erklärung für Lamsdorffs Worte bietet nur die Annahme, daß Lamsdorff und die von Baron Frederiko geleitete Gofpartei selbst in dieser für Rußwnd gewiß schicksalsschweren Stunde sich nicht scheuten, Witte die Ausführung einer Aufgabe unmöglich zu machen, durch deren Bewältigung er abermals zum kommenden Mann Rußlands geworden wäre.

Portsmouth, 25. August. Kaneko erklärte nach einem Besuche bet Roosevelt. Japan köm« keine weiteren Zugeständniffe machen. Japan wünsche den Frieden, aber auch Gerechtigkeit, und t*ie Forderung einer Entschädigung für di« Kriegskosten, die insgesamt neunhundert Mill« Dollars betrügen, sei nur gerecht. Die Frie­densaussichten sittd gegenwärtia trist, wie das Wetter, (Frkf. Ztg.)

Tokio. 25. August. Ein wohlinformierter Japaner sagte mir, Japan könne nicht unter die geforderte Entschädigung herabgehen, da die eigenen Kriegskosten bedeutend höher seien. Ueoer den Titel lasse sich sprechen. (Frkf. Ztg.)

Tokio, 20. August. Ministerpräsident Graf Katsura und der Vizeminister des Aeußeren, Chinda begaben sich nach Empfang einer Kabel­depesche von Baron Komura zu dem Präsidenten des geheimen Rats, Marquis Ito, mit dem sie dann ein; längere Unterredung hatten. Man behauptet. daß wichttge Entscheidungen bevor­stehen. Gras Katsura erhielt jeden Tag Hun­derte von Briefen und Depeschen, in denen der dringende Wunsch ausgesprochen wird, die Frie- densbedmgungrn auf der ursprünglich borge- schlagenen Grundlage aufrecht zu erhalten.

I wisch-rechtlich kapitalistische Zug unserer Gesetz- I sebung zeigt sich hier in seiner schlimmsten Art, I und ss ist bezeichnend, daß die berechtigten I Wünsche nach Reform gerade bei den linkslibera, I len Kreisen ans den stärksten Widerspruch stoßen. I In der Presse dieser Richtung geschieht das I freilich nur in den Leitartikeln, die sich theore- I tisch mit der Frage der Bestrafung von Roh- heitSverbrechen beschäftigen. Wenn im lokalen

I Teile über ein solches Rohheitsverbrechen, etfva I den Lustmord an einem minderjährigen Kinde, | berichtet wird, so pflegt der gesunde Menschen­verstand auch in diesen Blättern sehr häufig durchznbrecyen, denn oft wird am Schlüsse solcher Berichte der Genugttiung darüber Ausdruck ge­geben, daß die Menge den Täter auf frischer Tat mit einer gehörigen Tracht Prügel bedacht hat oder es, wird das Bedauern ausgedrückt, daß nicht einige Pfund ungebrannter Asche auf ihn herniedergehagelt seien. Dieser Widerspruch ist psychologisch hinreichend erklärt, denn im Volke selbst kann und will man es nicht verstehen, | daß aus purer Humanitätsdujelei solche Scheu­sale und Bessien in Menschengestalt nicht mit

1 einer Strafe bedacht werden sollen, die sie selbst als Strafe empfinden. Die demokratischen Zei- tungsredakteure und Reichstagsabgeordneten, die sich gegen die Prügelstrafe erhitzen, scheinen dies immer noch unter der wenn mich vielleicht sich selbst nicht eingestandenen Befürchtung zu tun, daß man eines schönen Tages ihnen selbst 2H, diktieren könnte. So wertvoll die darin zum Ausdruck kommende Regung be§ schlechten Ge­wissens ist, so unbegründet ist doch, wie jedes Kind weiß, diese Besorgnis; denn im Ernste kann es sich nur darum handeln, für die schwersten Rohheitsverbrechen eine Strafe zu finden, die dem seelischen Tiefstände solcher Unholde ent- spricht.

Die Notwendigkeit solcher Unterscheidung, nach dem subjektiven Empfinden der Verbrecher bat in Dänemark dazu geführt, daß die Prügel- j strafe in die Strafrechtspflege aufgenomme» ist und vom 8. September ab durch richterlich^ Erkenntnis gegen solche groben Gewalttätigkeiten verfügt werden kann, die Männer im Alter von 18 bis 55 Jahren gegen Harm- und schutzlose Personen verüben. In Dänemark ist die Re- forni bezeichnenderweise einer Bewegung zu ver­danken, die von den dänische» Frauen ausging, die berechtigterweise einen größeren Schutz gegen Rohheitsverbrecher forderten. Wenn man die deutschen Frauen in dieser Frage befragen wollte, so dürfte wohl bis in die sozialdemokrati- scheu Kreise hinein es nur eine Stimme geben, I daß für vertierte Subjekte wie die Lustmörder I Busse und Berger Mangels der Todesstrafe die I Prügelstrafe allein als eine Sühne der Tat de- I trachtet werden könnte'. Auch wenn dem Lust- I ling Sternberg, unbeschadet seiner Millionen, 1 nach dänischem Muster öfters 25 Knutenhiebe I zudiktiert worden wären, so würde dies sicherlich I im ganzen Volke als wiickliche Sühne mit Ge- I nngtuung begrüßt worden fein. Die Dauer des I dänischen Gesetzes ist auf den Zeitraum von sechs I

Die Friedensverhandlungen.

Ueber den gegenwärtigen Stand der Der- | Handlungen und über die Aussichten auf Ver­ständigung wird aus Portsmouth berichtet: Ob­gleich die Audienz des amerikanischen Botschaf- ters in Petersburg v. Lengerke-Meyer beim Kaiser von Rußland nicht den gewünschten Er­folg gehabt, hat sie doch die Tür zu weiteren Ver­handlungen offen gelassen. Präsident Roosevelt hat,, kurz nachdem er den Bericht über die Audienz erhalten, nochmals durch Witte einen Apell an den Kaiser gerichtet. Der Hauptgrund dafiir, daß der Kaiser sich weigerte, ein Kom­promiß anzunehmen, scheint der zu sein, daß Japan eine bestimmte Summe als Kaufgeld für den nördlichen Teil Sachalins verlangt hat. Hätte Japan den Betrag für eine spätere Ab­machung offen gelassen, so würde der Vorschlag zweifellos annehmbarer gewesen sein. Es kann aus guter Quelle berichtet werden, daß die Mei- nungsverschiedenheit in Bezug auf die von Roose- velt und auf das von Japan vorgeschlagene Kompromiß gerade auf diesen Punkt zurückzu- führen ist.

Wie verlautet, bemüht sich Roosevelt jetzt, die Zustimmung des russischen Kaisers zu dem Vor­schläge Japans mit der Abänderung zu erreichen, daß der Betrag später durch ein Schiedsgericht oder auf andere Weise festgesetzt werden soll. Man glaubt, daß Japan das vorgeschlagene Zugeständnis machen wird. Dieser Glaube stützt sich auf eine Mitteilung einer höchst kompetenten japanischen Persönlichkeit, die erklärte, Japans am Mittwoch gemachter Vorschlag stelle noch nicht da?, unreduzierbare Minimum dar; Japan nehme keine drohende Haltung an, denn das sei nicht der Weg, den Frieden zu erlangen.

Portsmouth, 25. August. Hier wird ver­sichert, daß, wenn die Bevollmächtigten in der Zwischenzeit entscheidende Instruktionen ihrer Negierungen nicht erhalten haben, die morgige (Samstag) Konferenz bis Montag oder Diens­tag vertagt wird.

London, 25. August. Der Petersburger Be­richterstatter derTimes" erfährt, im Laufe der Unterredung mit dem'amerikanischen Botschafter hab- der Zar erklärt, es sei für Rußland un­möglich, aus dem Wege der Zugeständnisse weiter zu gehen. Zu Lamsdorffs nachdrücklicher Er- klärung, Rußland werde Japan weder direkt noch I indirekt Kriegskontribution zahlen, noch auch Ge- I biet abtreten, bemerkt der PortsmoutherTi- I mes"-Vertreter, es frage sich, ob diese Erklärung I wörtlich zu nehmen sei. I

1865 am 1. Januar wurde der neue Totenhof I vor dem Barfüßertor am Ockershäuserweg er- I öffnet und der alte Friedhof geschlossen. I

1865 wurden in der Untergasse fünf Häuser I abgebrochen und an deren Stelle das neue Gym- I nasium erbaut. I

1865 wurde im botanischen Garten ein neues I Gewächshaus erbaut. In diesem Jahre war ein I schneller llcbergang vom Winter zum Sommer. I Ende März brannte bei dem Buchdrucker Kock I j das Dach ab. ' I

Es kosten 1 Mött Weizen 4 Rtlr. 18 Sgr., |

1 Mött Korn 3 Rtlr., 1 Mött Gerste 2 Rtlr. 1

13 Sgr., 1 Mött Hafer 1 Rtlr. 19 Sgr., 1 Klaf- I

ter Buchenholz 8 Rtlr. 10 Sgr., 4 Pfd. Schwarz- I

brot 3 Sgr. 4 Heller, 1 Pfd. Ochsenfleisch 4 Sgr. I 8 Heller, 1 Pfd. Kuhfleifch 3 Sgr. 8 Heller, I

1_ Pfd. Kalbfleisch 1 Sgr. 10 Heller, 1 Pfd. I Schweinefleisch 4 Sgr., 1 Pfd. Leberwurst 4 Sgr. I

6 Heller, 1 Milchbrot (4 Lot 3 Quent) 3 Heller. I

1866 am 13. Juni kamen die in Holstein ge- I toefenen österreichischen Truppen mit mehreren I Extrazügen durch Marburg mit dem General von I Gablenz und wurden am Bahnhof von Gastwirt I H-, Daube gespeist. Am 14. folgten noch weitere I Züge mit Artillerie und der Reiterei. Am | Sonnabend den 16. Juni rückte eine Abteilung | preußischer Infanterie vom 39. Regiment und I Husaren iu Marburg ein. Am folgenden Tage I marschierten unter strömendem Regen 14 000 I Mann Preußen teilweise durch Marburg nach I Gaffel. Nachdem man am Bahnhof den Tele- I graph, die Lokomotiven und Weichen unbrauch- I bar gemacht hatte, fuhr das 70. Regiment als I letztes nach Cassel ab. Die aufgerissenen Schienen I ' hatte man wieder zurecht gemacht. Die Eisen- I bahn- und andere Kassen, sowie den Telegraphen- I ! Apparat nahmen die Preußen mit. Bis zum I ; 6. August war der Eisenbahnverkehr unterbrochen? I ! Am 22. Juli kam nach Marburg sechs Wochen! I I eine Kompagnie des 69. Regiments ins Quartier! I und bis zum 27. September lag ein Bataillon * 1 * * * * 6

i Deutsches Reich.

I Berlin, 26. August.

I Sein/ Majestät der Kaiser hat sich I gestern Freitag Nachmittag 3% Uhr von Crou- I berg nach Wilhelmshöhe zurückbegeben. Das Kronpriuzeupaar von Griechenland sowie Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen gelei­tete u den Kaiser zum Bahnhos. Dort waren ferner zur Verabschiedung der Landrat des Ober« taunuskreises Ritter v Marr und Bürgermeister Pitsch anwesend. Der Kaiser traf um 7 Uhr 20 | Min. in Wilhelmshöhe ein und wurde auf dem j Bahnhöfe von der Kaiserin, der Prinzessin | Viktoria Luise und dem Prinzen August Wil- Helm empfangen. Die Abreise nach Eisenach ist heute, Samstag, Morgen erfolgt. Das Kaiser- paar trifft in Eisenach »um Besuche der Wart­burg kurz nach 11 Uhr vormittags ein. Ossi- . steiler Empfang' am Bahnhof findet auf Wunsch bei Kaisers nicht statt. In der Begleitung der

| 1864 wurde der kleine Turm auf btt Elifabeth-

I kirche abgebrochen und von Zimmermann L. Block I neu gebaut und von Spengler M. Werneck mit I Zink gedeckt. Bei dem Abbruch wurde ein Mann I von einem Balken getroffen und blieb tot. Die I beiden großen Türme wurden von Maurer Harns I ausgespeist. Am 21. Februar brannte am Pil- I grünstem die neue Bangsche Klenganstalt tm In- I neru aus. Ein Schuhmacher namens Burghard I stürzte hinter der Klenganstalt von einer Mauer I herunter und blieb tot Bei G. Zeiß in der I Wettergasse brannte ein Bau ab.

I 1864 wurde der viereckige Bäreukumps am Heumarkt und der Brunnen am Hirschberg, welche beide mit Holzdäck>er bedeckt waren, beseitigt und modernisiert. Den Bären hat man auf die neue Bruunenjäule wieder aufgesetzt.

1864 am 14. Oktober morgens um 8 Uhr | fand hier die öffentliche Hinrichtung des Mör- ders Ludwig Hilberg aus Ockershausen auf dem -sog. Rabenstein statt. Die Exekutton, von der geübten Hand des Scharfrichters Schwarz aus Hannover, ging gut und rasch vorüber. Der Deligueut, welcher in Begleitung von 2 Geist­lichen auf einem offenen Leiterwagen und unter Glockengeläute vom Amtsgefängnis nach dem Richtplatze gefahren wurde, sah in feinem weißen Totenhemd und Mitze zwar sehr zerknirscht aus, schien aber infolge des geistlichen Zuspruchs Ziemlich gefaßt, seinem tragischen Ende em,neu-I zugehen. Von Cassel war ein Kommando . .J baten nach Marburg gekommen, die bar hinter dem Wagen marschierten. Gewiß an. 2000 Menschen von weit und breit waren herbei- geeilt, um dieses traurige Schauspiel mit auzu- iehen.

Dänemark.

^kit Jahren wächst in Deutschland der stuwille über das schreiende Mißverhältnis, das in unserer deutschen Strafrechtspflege hervor­tritt zwischen der rücksichtslosen Bestrafung der Eigentiimsvergeheii und der überaus milden Beurteilung aller Verbrechen gegen die Person, insbesondere aller Rohheitsverbrechen. Der-

1863 am 18. Oktober wurde der 50. Jahres- tag der Leipziger Schlacht in Marburg großartig gefeiert. Auf daö Gericht bewegte sich ein langer Sug, dort angekommen, hielt Konsistorialrat Scheffer eine dem Tag entsprechende Rede. Unter Absingung einiger Lieder wurde ein mächtiger Holzstoß augezüiidet und der Zug- ging mit vpckeln und Musik nach der Stadt zurück. Barne gingen die Turner mit Kreuz-ackelm An diesem Tage brannte zum erstenmal die Gasbeleuchtung. Ein Stück Alt-Marburg verschwand mit dem Ver­bot, daß die Kühe und Schweine nickt -mehr aus- getrieben werden durften. .Marburg hatte ürei Kuhherden.

des 30. Regiments mit dem Stab in Marburg in Onanier.

1866 an: 36. August kamen hon Mainz die hessischen Regimenter auf dem Marsch mnf; Cassel hier durch. Am 1. September kam das Pc .soual der hessischen Kriegsverwaltung b<*t Ulm hier durch. Es war das- letzte Mal, daß kurhessische Reginientrr mit klingendem Spiel; Marburg passierten, dem» am 17. September entband sie der Kurfürst von dem Fahneneide und nahm Abschied ocn ihnen. Au: 28. September kam da­kurhessische Jägerbatailloa hier m Garnison und wurde bei den Bürgern emquarHert. Am 8. Oktober morgen# um 11 Uhr wurde auf dem Marktplatz von. Direkwr Wegener das Besitz- ergreifung.»patent verkündet, daß Kurhessen nun zu Preußen gehöre. Kurhessen, das 600 Jahre ein selbständiger Staat gewesen Ivar, wurde nun mit Nassau rin? Provinz. Km 1. September wurde die Turnhalle stngeweihi, im Jahre 1902 nahm sie die Stadt wieder in Besitz. In der Untergasse bei .Leineweber Siebert brannte dnS Hintergebäude ab.

1867 wurde auf dem Schloßttuim das Holz- geländer von L. MLller abgebrochen und rin eisernes dahin gemacht. Di« Strasanstatt kam jor< und das Schloß wird,nt Ärchivräumcn um­gebaut. Am 12. Februar war eine lebt große Wasserflut, beinahe «ne 1811. Im Säpitzen? psuhl brannte ein Gelände ob.

1868 fand im Forstgarten ein Pistolenduell zwipheu dem Studenten Schmidt und dein Jäger« leuinant Wilkonsky statt, wobei der tristere er- schossen wurde. Die Kaserne wird erbaut, dir Maurerarbeiten machte der Unternehmer Minner aus Frankfurt, DaL Gebäude kostet 120 000 Taler. Die neue Frauenklinik wird im Hof. maniischen Garten et Mut. Ini Juni brannte die Broegsche Brauerei und dos Wohnhaus ab. d brannte mehrere Tag«. . ;

Norts.'tzung folgt).

Beiträge zur ChronU von Marburg. fÄTÄÄÄÄ Von L. Müller, I Dampfkessel, eine Wand wurde durchgefchlagen-

(stortsehuna.)' I Ein Arbeiter blieb tot und der Besitzer sowie

tfr 1 o,xo pA,_ V». .. ' » \ I einige andere Arbeiter wurden tödlich verletzt,

e-,n dataillon des zweiten kurhestr- I kamen aber mit dem Leben davon.

scheu Infanterieregiments (jetzt Nr. 82) von ' ----

Hanau als ständige Garnison nach Marburg.

1861 am 23. Februar wurde die Turner­feuerwehr gegründet und dieser von der München- Aachener Feuerversicherung eine Spritze gegeben.

1861 wurde der Marktbrunnen abgärochen. Es war dieses ein kreisrunder Kumpf mit ftri- neriiem Brunnenstock und einem Holzbach, der in ältester Zeit das hessische Wappen trug. Später bat man anstatt dessen die Flora auf den Briiuuenstock gesetzt. Aus drei Röhren lief das Wasser Tag und Nacht und füllte der Ueberlauf das Reservoir; das Wasser aus dein Reservoir wurde bei einem aus-brechenden Brande benutzt.

1861 am dritten Ostertag hatten wir Hoch­wasser. Ein Mann ans Beltershausen, der über den überschwemmten Kruminbogen führ gerbt in die Lahn und ertrank mit 2 Pferden.'

1862 nach dem Frankfurter Schützenfest wurde der Schützenverein gegründet. Im Oktober d. I brannte es bei Bäcker Heuser in der Barfüßer- straße.