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JTs. 200

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Vierteljährlicher Bezugspreis: btt der ExpÄition 2 Mk^ bet allm Postämtern 2,25 Mk. <tjcl. Bestellgeld).

JnsertlonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, Neclamcn: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonnabend, 26. August 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Ioh. Rüg. Koch, Unwersitätr-Buchdruckerel

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

40. Jahrg.

Mn

Neueste Telegramme.

Berlin, 25. Aug. Kolonialdirektvr Stübel Wurde telegraphisch aus dem Urlaub abberufen. Er übernahm gestern die Amrsgeschäfte. (Die Zurückberufung hängt offenbar mit den Unruhen in Ostafrika zusammen.)

Berlin, 25. Aug. Major von Schleinitz, der nach dem Gouverneur älteste Offizier der Schutztruppe für Ostafrika, wird sich nach Massauah begeben, um dort 300 Sudanesen für die Schutztruppe anzuwerben.

Swiuemünde, 25. Aug. Die Ankunft der englischen Flotte in Swinemünde erfolgt am Montag vormittag 89 Uhr. Die Dampfer, Linienschiffe und Kreuzer bleiben auf der Reede liegen, während die Torpedobootszerstörer in den Hafen einlaufen. Der englische General­konsul in Stettin und der Vizekonsul in Swine­münde fahren dem Geschwader entgegen. Am zweiten Zollschuppe», wo die englischen Admirale an Land steigen, wird eine Ehrenpforte errichtet.

Stockholm, 24. Aug. (W"B.) Im gestrigen Staatsrate erstattete der Justizminister Berg Bericht über den letzten Storthingbeschlusi und schlug gleichzeitig vor, daß der König dem Staatsrats übertragen wolle, mit der norwegi­schen Regierung zu dem in dem Schreiben des Reichstages vom 23. August genannten Zwecke in Verhandlungen einzutreten, und daß er die Regierung ermächtige, daß deren Delegierte mit den norwegischerseits auserwählten Delegierten zusammenträfen. Auf die Aufforderung der übrigen Staatsratsmitglieder gab der Kron- prinzregcnt seine Zustimmung zu diesem Vor­schläge.

Lorrdorr, 24. Aug. DerDaily Graphic" erklärt die von Berlin gemeldete Nachricht, daß der Prinz von Wales die deutschen Manöver besuchen werde, für unrichtig. Chamberlain erklärte in einem Briefe, es sei für die Suprematie der englischen Kauffahrteiflotte not­wendig, auf die Verwendung ausländischer Mannschaften und Offiziere zu verzichten.

Tsingtau, 24. Aug. Nach einem Tele­gramm des Gouvernements von Kiautschou ist das große Schwimmdock in Tsingtau gestern glatt abgelaufen und an der Versenkstelle provi­sorisch festgemacht worden.

Der Aufstand in Deutsch-Ostafrika.

Die soeben aus dem Schutzgebiete eingeteof- fenc letzte Nummer derDeutsch-Ostafrikanischen Zeitung" enthält die ersten genaueren Mittei­lungen über die Aufstandsbewegung, die zwar nur von den ersten Anfängen berichten, aber doch über die wahrscheinlichen Ursacheit etwas Licht

41 "Nachdruck verboten.)

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete . . . » »

Roma« von Erich Friese».

(iyorffefcung.)

Nein, bleib, Marietta!" ruft diesmal Mnella gebieterisch, indem sie die Schwester wieder auf deit Stuhl niederdrückt.Ich habe mich in nichts zu schämen. Professor Wallhosf steht für mich so hoch als Künstler wie als Mensch"

daß Du sofort Deines Vaters Haus mit dem seinen vertauschen würdest, wie?"

Ninella erbleicht bis in die Lippen bei diesen schonungslosen Worten. Doch sie beherrscht sich. -Du hast Recht, Papa!" erwidert sie, sich hoch «ufrichtend.Ich würde lieber bei einem Manne, wie er ist, Dienerin sein, als in einem feinen Hause leben, das durch eine Art Er­pressung erworben ist."

Das Wort ist heraus. Mt einem unartikulier. ten Wuischrei springt Bernardo Rosso auf seine älteste Tochter zu, um sie zu züchtigen.

Doch Marietta hat sich bereits zwischen die beiden geworfen. Ihr Haupt ist es, auf welches schwer die zum Schlage erhobene Faust nieder- fällt.

Mt einem leisen Wehruf sinkt Marietta zu Boden.

Während Ninella um die Schioester bemüht ist, verläßt Bernardo Rosso, eine Verwünschung auöstoßend, das Zimmer.

Ja welch ein Kreuz, zwei solche unver- uünfttge Töchter zu besitzen!

NachVilla Romnlus" zurückgekehrt, gibt Brnnhilde der gesamten Dienerschaft die strengste Weisung, sobald Bernardo Rosso ihre kranke Herrin zu sprechen oder auch nur irgendwie durch Botschaften oder Briefe mit ihr in Verbindung in treten wünsche,- sich aufs ablebnend-'re zu ver­fallen.

verbreiten. Die genannte Zeitung schreibt un­ter dein 5. August:

Am letzten Mittwoch traf in Tar-es-Salcmi die Nachricht ein, daß Räuberbanden ans den Matumbibergcn den etwa 10 Stunden nördlich Kilwa an der Küste gelegenen Ort Samanga angegriffen hätten. Samanga besteht in der .Hauptsache aus einem größeren Jnderdorf sowie einer tinweit davon liegenden Baumwollpflanz­ung unter einem europäischen Leiter, dem Pflanzer Steinhagen. Die Polizeiabteilung aus Kilwa unter Führung des Sergeant Hönicke so- wie die Polizeiabteilung aus Mohorro unter Be­zirksamtmann Keudel marschierten sofort nach Samanga und schlugen die Räuber zurück, worauf dann die Polizeiabteilung aus Mohorro wieder dorthin zurückkehrte. Vom Gouverne­ment ivar am Mittwoch sofort ein Detachement von 70 Mann der 5. Kompagnie (Dar-es-Salam) unter Hauptmann Merker mit dem Dampfer Nufihi" nach Samanga entsandt und dort aus- geschifft worden. Hauptmann Merker stellte nach Ausschiffung seiner Truppen fest, daß das Inder- dorf Samanga vollkommen abgebrannt war, die Europäer-Pflanzung ttnb Ansiedlung war ver­schont worden. Als dann die weitere Nachricht kam, daß größere Banden von Aufständischen sich in den Matumbibergeit sammelten, wurde voin Gouvernement angeordnet, daß weitere 120 Mann mit einem Maschinengetoehr unter Füh­rung des Major Johannes nach Kilwa abgehen sollten. Da augenblicklich kein anderer Dampfer zur Verfügung stand, N>eil derKaiser Wil- helm II." gerade größere Maschinenreparaturen hatte, erbot sich der Kommandant desBussard" den Kreuzer für den Transport der Truppen be- reitzustellen, und am Donnerstag Abend erfolgte die Verschiffung des Johannesschen Detachements mit den nötigen Maultieren usw. auf deni Bussard", der zugleich mit dem Zollkreuzer Kingani", der int Falle der Störung der Tele- graphenleitung als Depeschenbeot dienen soll, nach dem Süden abdampfte. Hauptmann Mer­ker hat Befehl, das Bezirksamt Mohorro zu ver­stärken und später konzentrisch mit Major Jo­hannes gegen die Rebellen in den Matumbi- Bergen vorzugehcn.

Die Veranlassung 51t dem räuberischen Auf­stande, der hauptsächlich gegen die Inder und Araber gerichtet zu sein scheint, (offen die Hetze­reien eines Zauberers in den Matumbi-Bergen gegeben haben. Die Matumbis sind übrigens in der ganzen Gegend als Diebe und Säufer be­kannt. und da sie in dem sehr abgelegenen und zerklüfteten Matumbibergland Hausen, ist der Einfluß der Behörden auf sie bisher nur ein ge­ringer gewesen, wenngleich die Steuern immer prompt entrichtet worden sind. Als einziger Europäer in den Matumbibergen hat sich der Kaufmann Hans Hopser dort vor kurzem ange­siedelt, über sein Schicksal ist bisher nichts be­kannt geworden.

In der gestrigen Abendausgabe des Berliner Tag" bespricht der frühere Bezirkshauptmann

Von Herzen stimmen alte ztt. Nur der Koch beugt den schtoarzen Wollkopf etwas tiefer auf die Bratenschüssel, die er gerade in der Hand hält, als vermeide er Brunhildens Blick.

Heute früh erst, als noch alles in derVilla Romulus" schlief oder wenigstens zu schlafen schien da war Bernardo Rosso an den Koch, der Einkäufe machte, herangetreten und hatte ihm mit einer Fimflire-Note ein Bittet an Miß Har­rison zugesteckt.

Der Surfet« wollte beides zuerst nicht nehmen. Dann aber fiel ihm ein, was für einen schönen Schal er seiner Erminia dafür kaufen könne und Fiinflire-Note sowie Billet versOvanden in seiner Hosentasche.

Während Brunhildens Besuch inVilla Remus" schlich er sich hinauf ins Krankenzimmer uitd steckte Miß Harrison den Zettel zu. Die alte Kammerfrau Teresa war zufällig auch gerade abwesend, so daß die Sache sich gut machen ließ.

Jetzt schämt er sich gewaltig. Doch es ist nun einmal nicht mehr zu ändern, und der Fiinflire- Schein ist auch nicht zu verachten.

Als Brunhilde bald darauf das Krankenzim­mer betritt, sieht sie sofort ait Harrisons fieberhaft geröteten Wmtgen, daß es ihr schlechter geht.

Auf ihr Befragen schüttelt die Kranke nur den Kops. Aber, kaum daß Brunhilde für einige Augenblicke das Zimmer verläßt, da zieht Miß Harrison unter dem Kopfkissen einen zerknitterten Zettel hervor. Nochmals überfliegeit ihre bren­nenden Augen folgende Zeileit:

Liebe Miß Harrison! Ich möchte Sie so bald wie möglich sprechen. Ich will Ihnen einen Vorschlag machen, der Ihr Gemüt beruhigen wird. Wenn Sie auf diesen Vorschlag ein- geben, werden Sie bis an Ihr Lebensende von mir nichts mehr hören oder sehen. Wann darf ich kommen?

Ihr ganz ergebener Freund

.... Bernardo Rosso."

von Kilwa, A. Leite, die aufständische Bewegung unter den Eingeborenen, die sich seinen Mittei­lungen nach schon mehrfach unbotmäßig gezeigt haben.

Die Bevölkerung von Matumbi seht sich zu­sammen in erster Linie aus Wangindo und Wa- kitschi, sodann sporadisch aus Wandonde und Wapogoro, welche sämtlich zu den älteren Bantu gehören und daher stammverwandt sind mit den im Bezirk Dar-es-Saalam wohnenden Waden- geriko und Wasaramo. Der Norden von Ma­tumbi ist von Wakitschi, der Süden von Wan­gindo bewohnt. Der Stamm der Wangindo ist übrigens weit verzweigt und erstreckt sich südlich an der Küste entlang bis Lindi. Er hat sich größtenteils zum Islam bekehrt und ahmt dem­gemäß in feinen Gewohnheiten den Suaheli nach. Deut Namen nach erstreckt sich der Stamm west- sich über Donde hinaus. Donde ist ein Land, das inselreich in der weiten, menschenleeren Wangindo-Ebene liegt und 200 Kilometer von der Kiffte entfernt ist. Der Wog von Kilwa nach Lüvale führt zuerst 30 bis 40 Kilometer durch den bewohnten Küstenstreifen, sodann aber auf 150 Kilometer, also acht bis zehn Tagemärsche lang, durch völlig menschenleeres Pori (Wild­busch oder lichter Wald).

Was die Ausbreitung des Ausstandes anbe­langt, fo haben nach Ansicht des genannten Afrikakenners wahrscheinlich die geschlagenen und versprengten Matumbileute die Unruhen von der Küste nach Donde übertragen, wobei e8 nahelag, daß sie an den dort marschierenden und lebenden Europäern ihr Mütchen kühlten. Gilt es doch bei den Farbigeit für eine glänzenose Heldentat, einen Weißen, selbst einen wehrlosen, ungestraft überwältigt zu haben. Daß die Wan- donde den gleichzeitig aus Kilwa und Songea aitrückenden Kompagnien 'einen nennenswerten Widerstand entgegensetzen könnten, ist nicht an­zunehmen, um so weniger, als sie kaum in der Lage sein dürften, in der Gegend von Liwale 1000 Krieger auf die Beine zu bringen.

Der rAsfisch-japamsche Kriezr.

Petersburg, 24. Aug. (W.B.) Ein Tele­gramm des Generals Lenewitsch auS der Um­gegend von Hailuntscheng vom 23. August mel­det: Eine Abteilung von unseren Truppen ging im Tal des Tzinche vor, besetzte daS Dorf Lagutziadzy und schickte Kavallerie nach dem Westen vor. Eine andere Abteilung trieb die Japaner auS Schimiaodzy. Eine dritte ver­jagte die Japaner mit Artilleriefeuer auS einer Stellung südlich von Mopehschau. Gegen die Stellung bei Pulandzh wurden drei Kolonnen geschickt, um die Japaner zu umgehen. Die vertriebene japanische Kompagnie zog sich bis zu einer Stellung bei Sendjen zurück. Ein Gegenangriff der Japaner wurde abgeschlagen. Aus Korea wird unter dem 21. August qe-

Den ganzen Tag über befindet sich Har­rison in ungewöhnlicher Aufregung. Das Fieber nimmt zu, die Unruhe wächst.

Endlich faßt sie sich ein Herz und bittet Brunhilde, Bernardo Rosso für ein paar Minuten sprechen zu dürfen.

Das Mädchen ist aufs äußerste überrascht. Sie wagt nicht, den Wunsch der Kranken ohne Er- laubnis des Arztes zu erfüllen.

Doch der Arzt erhärt bei Miß Harrisons Zu­stand dürfe man absolut nicht widersprechen. Wenn sie es wünsche, möge man den Herrn rufen lassen.

Wenige Minuten darnach schon betritt Ber­nardo Rosso das Krankenzimmer, welches Brun­hilde sofort verläßt, um sich wartend im Neben­raum aufzuhalten.

Miß .Harrisons fiebergerötetes Gesicht wird noch heißer bei dem Anblick des verhaßten Men­schen. Ihr ist, als stocke ihr Herzblut. Mit matter Hand deutet sie auf einen Stuhl neben ihrer Chaiselongue.

Ich ivill Sie nicht lange aufhalten, liebe Miß Harrison," beginnt der Mann, ohne Platz zu nehmen.Wollen Sie mich anhören? Ich werde mich kurz fassen."

Miß Harrison nickte.

Bernardo Rosso schreitet zur Tür und lauscht hinaus.

Draußen die gleichmäßigen, festen Schritte des blonden deutschen Mädchens, das an der Tür Wache hält.

Spötfisches Lachen verzerrt fiir einige Augen- flicke Bernardo Rossos Lippen. Dann nähert er ich wieder der Chaiselongue, beugt sich tief herab zum O-hr der Kranken und flüstert:

Ich will ein Testament aufsehen, in welchem Sie nach Ihrem Tode Ihr ganzes Vermögen mir vermachen. Morgen oder übermorgen bringe ich Ihnen das Dokument, und Sie werden es in Gegenwart von zwei Zeugen unterschreiben. In diesem Falle verspreche ich Ihnen, so lange Sie leben, Sie niemals mehr zu belästigen, oder auch

meldet, daß die Japaner auf Kiaugorugu einen Angriff gemacht haben, der aber abgeschlagen wurde.

In Wladiwostok eintreffende Einwohner au- Korea klagen über die unmenschliche Behandlung seitens der Japaner und sprechen den Wunsch aus, daß die russische Regierung das japanische Protektorat über Korea nicht bewillige. Alle mit Rußland sympathisierenden Koreaner würden tote Spione gehängt. Wie auS Sytjasa vom Kriegsschauplatz gemeldet wird, fand am 19. August südlich von Taulu Gewehrfeuer zwischen einer russischen AufklärungSpatrouille und Chun- chufen statt. Auf dem linken Flügel hat eine japanische Patrouille durch russisches Gewehr- feuer gelitten, sie verlor 15 Verwundete. I» der Gegend von Mvpeischau sind Chunchusen aufgetaucht. ES geht daS Gerücht, im Raho« Sinminpu sei bei den Japanern die Cholera ausgebrochen; die Sterblichkeit betrage täglitf 40 bis 50 Mann.

Tokio, 24. August. Den Japanern ist es gelungen, in Port Arthur den versenkte« russischen TorpedojägerSilny* wieder zu heben.

Petersburg, 24. August. Falls bil Friedensverhandlungen scheitern sollten, werde« sofort durch Einberufung von Reservisten bei Jahrgänge 18971902 zwei neue Armeen ge­bildet und nach dem Kriegsschauplätze entsandt. Admiral Birilew legte dem Zaren ein Flottenkonstruktionsprojekt vor.

London, 24. August. Admiral Togo er­klärte einem Vertreter de8Daily Telegraph* in Moji, daS Ankern der baltischen Flotte in der Nähe von Formosa habe ihn auf den Ge­danken gebracht, daß RoshestwenSki die Absicht hatte, die Tsuschimastraße zu forcieren. DaS Erscheinen der Kohlentransporte an der Küste Südchinas habe seine Ansicht ihm zur Gewiß­heit gemacht und von da an habe er daS Heran­kommen der russischen Flotte ruhig abgewartet.

Deutsches Reich.

Berlin, 25. August.

Seine Majestät der Kaiser begab sich gestern Donnerstag Morgen kurz nach 9 Uhr mit dem Kronprinzen von Griechenland und dem Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen mittelst Automobils nach der S a a l b u r g, wo er bei der Ankunft um 9% Uhr vorn Landrat v. Marx, dem Geheimen Baurat Jacobi und deffen Sohw Bauinspektor Jacobi, empfangen wurde. Nach einem Gang über den Margaretenweg zu Neuaus- grabungen in der Nähe des Mithräums begaben sich die Herrschaften zur Saalburg, wo etwa 150 vom Konsul Nissen aus Köln gestiftete, wohler­haltene römische Glasgefäße besichtigt wurden. Um IW2 Uhr fuhr der Kaiser mit seiner Be­gleitung von der Saalburg nach Homburg

nur an ein gewisses Vorkommnis zu erinnern Sie wissen schon, was ich meine! . . . Und nun denken Sie über meinen Vorschlag nach und lassen Sie mich Ihren Entschluß wissen. Leben Sie wohl, Miß Harrison, und gute Bessv rung!

Er halt Ihr die Hand hin,

Doch die Kranke hat die Augen geschlossen. Nur das leise Beben der bleichen Lippen, das hastige Atmen zeigt Bernardo Rosso, daß fte seine Worte verstanden hat.

Siegesgewiß wendet er sich zum Gehen.

An der Tilx stößt er mit Brunhilde zu, sammen.

Leichte, stumme Verbeugung von beiden Sei­ten, toobei es in seinen Augen aufzuckt tote lodernder Haß, während ihre Blicke unverhohlene Verachtung ausdrücken.

Dann schließt sich die Tür hinter Bernardo Nosfo.

In der darauffolgenden Nacht steigert sich Miß Harrisons Unruhe derart, daß Brunhilde kaum weiß, was mit der Kranken anfangen. Ste will den Arzt rufen lassen. Doch Miß Harrison wehrt mit allen Zeichen heftiger Erregung ab.

Ihre Krankheit scheint in ein neues Stadium getreten zu fein, und nur Bernardo Rossos Be, juck ist Schuld daran.

Mit dieser festen Uebcrzeugung seht Brun­hilde sich an das Bett der Kranken, entschlossen, ihr ordentlich ins Gewissen zu reden und so viel­leicht den Bann zu brechen, der diese arme ge­marterte Seele wie mit einem eisernen Ring um- klainmert hält.

Tie alte Teresa, die schon mehrere Nächte gewacht hat, kann vor Müdigkeit ein Gähnen kaum mehr unterdrücken.

Brunhilde schickt sie zu Bett. Allein will sie bei der Kranken Wachen. Die Nacht begünstigt vertrauliche Ergüsse. Vielleicht, daß Miß Har­rison heute ihr Herz ausschüttet--

(Fortsetzung folgt.)

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