mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
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Marburg
Dienstag. 22. August 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, UnidersitätS-Buchdruckerel 40. Jahr«.
Marburg, Markt 21. — Telephon o5.
Neueste Telegramme.
Kiel, 20. August. Nach den bisher getroffenen Bestimmungen wird der Kaiser an den im September stattfindenden Flottenmanövern nicht teilnehmen. Als nächster Stapellauf in unserer Flotte ist der des Kreuzers „Ersatz Alexandrine" der sich im Bau auf der kaiserlichen Werft in Danzig befindet, auf den 83. September festgesetzt.
Norderney 20. August. Der Reichskanzler ist für einige Tage hierher zurückgekehrt.
Petersburg, 20. August. Die PeterSb. Telegr. - Agentur meldet aus Godsiadan vom 19. d. Mts.: Drei rusfische Offiziere, welche unter großen Beschwerden von Sachalin an das Festland gelangt sind, berichteten, daß eine russische Abteilung im Innern Sachalins einen schwer erreichbaren Punkt einnehme und von den Sträflingen bestens unterstützt werde.
Petersburg, 20. August. Wie General Lenewitsch dem Kaiser telegraphiert, vernichteten russische Truppenabteilungen am 16. d. MtS. im Gebiet von Chailungtscheng eine Chunchusen- bande. Unter den Toten wurde der Führer der Bande namens Jmbato, sowie 2 Japaner gefunden.
Newcastle, 19. August. Aus guter Quelle wird der „Frkf. Ztg." gemeldet, daß der Kaiser von Rußland bei seiner letzten Zusammenkunft mit Kaiser Wilhelm auf dem „Polarstern" Kaiser Wilhelm den russischen Verfassungsentwurf vorgelegt und daß letzterer zugeraten habe.
Madrid, 20. August. Der Kriegsminister wird den Gortes eine Vorlage betr. Festungswerke auf den Balearen unterbreiten. — In dem Gebiet der Städte Jerez, Cordova und Huelva dauert die durch die Notlage der ländlichen Bevölkerung hervorgerufenen Erregung an.
Korrttantinopel, 20. August. Marschall Feizi-Pascha meldet telegraphisch neue Erfolge rn Jemen. Marschall Schakir-Pascha trieb ungefähr 3000 Aufständische auf und nahm das Fort und die Festung Veitel-Djahilu auf dem steilabfallenden Berge ein. Angesichts der durch diese Niederlage hervorgerufenen Bestürzung baten die Einwohner von ungefähr 20 Dörfern nm Gnade.
Tanger, 19. August. Hier geht das Gerücht, infolge der Schwierigkeiten, für die Ermordung des englischen Vizekonsuls in Mazaghan Sühne zu erlangen, habe der englische Gesandte um Entsendung von zwei Kreuzern nach Tanger ersucht.
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37 INockidruck verboten.)
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete .....
Roman von Erich Friese».
l Fortsetzung.)^
' Vergebens. Der Professor schwieg konsequent und die Dienerschaft wußte die Adresse wirklich nicht, oder wollte sie Bernardo Rosso gegenüber nicht wissen.
Fatal! Ueberaus fatal! Beide Geldquellen plötzlich verstopft. Und keine Aussicht, eine der- selben sobald wieder flüssig zu machen.
Heute Abend, als Bernardo Rosso wie gewöhnlich aus dem Klub, in dem er Karten gespielt und Diel, Wein die Kehle hinuntergegossen hat, nach Hause schlendert, schimmert ihm schon von weitem aus der ersten Etage der „Villa Ro- Mutlus" Licht entgegen.
Miß Harrison sei zurückgekehrt, meldet auf seine Anfrage der Diener. Und mit ihr eine junge Lame. Nein, es sei nicht Fräulein Are- vallo. Eine große, blonde, sehr majestätische Dame — jedenfalls eine Deutsche.
Mit einem Fluch entfernte sich Bernardo Rosso. Noch eine Weile vor den erleuchteten Fenstern auf und ab spazierend, grübelt und tzrtibelt er, wer wohl die „große, blonde, sc^r masestätische" Deutsche sein könne.
Da werden droben die Vorhänge zugezoqen. Das Licht erlischt. Alles finster.
Am nächsten Morgen zu guter Stunde be- geben Miß Harrison und Brunhilde sich auf den i Weg zu Wallhofss Atelier. j
Zuerst fährt der Professor zurück bei dem unerwarteten Besuch. Besonders BrunhildeS Anblick scheint ihn sichtlich zu bewegen.
Als das Mädchen ihm jedoch ruhig die Hand entgegenstreckt und, ihn mit ihren großen klaren Augen offen anblickend, ernst sagt: I
„Herr Professor — Günther ist mir ein | teurer Bruder. Ich zittere für fein Leben. Des- I »E' bin ich zu Ihnen gekommen. Sie werden 1
j Das Verfassungsmanifest des Zaren.
Am 19. August, dem Jahrestage der Taufe I des Thronfolgers, hat Kaiser Nikolaus II. den [ russischen Völkern eine Verfassung erteilt und damit endlich einen langgehegten Wunsch aller derer erfüllt, die in redlicher Weise von einer Teilnahme der Volksvertreter an der Regierung eine allmähliche Besserung der zerfahrenen inner» I politischen Verhältnisse erwarten. Freilich, die radikale „Intelligenz" wird mit dem kaiserlichen Gnadenakt unzufrieden sein, aber hoffentlich wird es mit der Wiederkehr der Ruhe im Innern auch gelingen, dem revolutionär-sozialistischen Treiben Einhalt 31t tun. Für da8 russische Reich ist der vorgestrige 19. August in der Tat der Beginn einer neuen Zeit. Es wird noch viele Mühe und Arbeit kosten und wohl auch manche Enttäuschung geben, bis die Maffe des Volkes für die Mitarbeit an einem geregelten und vernunftgemäßen parlamentarischen Leben halbwegs erzogen ist. -> Aber auch hier kann man sagen, daß der erste große Schritt zur Besserung der Verhältniffe getan ist. Möge er langsam, aber sicher Rußland aus diesem Wege weiterführen.
Die Kundgebung deS Zaren von dem Erlasse einer Verfassung hat folgenden Wortlaut: Das russische Reich ist gebildet und gefestigt durch die unerschütterliche Solidarität des Kaisers mit dem Volke und des Volkes mit dem Kaiser. Eintracht und Einigkeit des Kaisers und des Volkes sind "bie große moralische Kraft, die Rußland im Laufe der Jahrhunderte geschaffen und es in allen Un- glücksfällen und gegen alle Angriffe beschützt hat und so bis 'zum heutigen Tage ein Unterpfand der Einigkeit, der Unabhängigkeit, der Integrität des materiellen Wohlstandes und der geistigen Entwickelung für Gegenwart und Zukunft bildet. Durch unser Manifest vom 26. Februar 1903 haben wir alle getreuen Söhne des Vaterlandes zu innigem Zusammenhalten aufgerufen, um die Organisation des Staates dadurch zu vervollkommnen, daß wir das innere Leben auf eine solide Grundlage stellte». Sodann haben wir uns bemüht, die durch öffentliche Wahl geschaffenen Einrichtungen mit den bestehenden Regierungsbehörden in Einklang zu bringen und die zwischen ihnen bestehende Nichtübereinstimmung zu beseitigen, die auf den normalen Gang des Staatslebens in so verhängnisvoller Weise zurückwirkte. Die selbstherrlichen Kaiser, unsere Vorfahren, hatten beständig an dieses Ziel gedacht. Die Zeit ist nunmehr gekommen, ihren guten Absichten nachzugehen und die Abgeordneten des ganzen
mich versttjhe» —", da ergreift er die schlanken Finger, drückt sie leise und neigt stumm das mächtige Haupt.
Die Mitteilungen, die er den Damen über Günthers Befinden macht, lauten wenig tröstlich. Helle Tränen stehen dem braven Professor in den Augen, als er erzählt, wie zwei Karabimeri nachts den armen Jungen unweit des Trümmerfeldes des Forum Nomanum bewußtlos und heftig blutend auf der Straße liegend, aufgefunden haben. Da Uhr und Ringe, sowie das Portemonnaie des Verletzten fehlten, nimmt man einen Raubmord an. Wahrscheinlich habe Gün- ther bei Mondenschein das Forum Romanum besuchen wollen und fei zwischen den balbzerfalle- nen Mauern, welches oft lichtscheuem Gesindel als nächtlicher Schlupfwinkel diene, überfallen und beraubt worden.
Er selbst, Professor Wallhoff, sei erst auf jenes Telegramm aus „Waldruhe" hin aufmerksam geworden, da er von Günthers Ankunft in Rom noch nichts wußte. Er habe dann bei der Polizei sofort Erkundigungen nach dem Vermißten ein- gezogen, die dazu führten, daß der Schwerver- letzte, bei dem man keine Papiere mehr vorfand, rekognosziert wurde. Er habe selbst schon wie- derholt im Krankenhaufe nach ihm gefragt, ihn jedoch noch nicht sprechen, nicht einmal sehen fön« neu, da der Arme beständig ohne Besinnung und das Witndfieber so heftig sei, daß die geringste Aufregung ihm den Tod bringen könne.
Nachdem die beiden Damen das Atelier des Professors verlassen, fuhren sie sofort in das San Angelica-Krankenhans.
Aber auch ihnen wird derselbe Bescheid. Der Zustand des Patienten sei bedenklich. Die Krise stelw bevor. Da hieße es nur, sich in Geduld fassen.
Tief niedergeschlagen kehren Miß Harrison und Brunhilde nach der „Villa Romolus" zurück.
O, wie anders hat Brunhilde sich ihren Besuch der „ewigen Stadt" gedacht! Wie wollte sie an Günthers Seite die Museen durchivandernl Wie wollte sie sich vertiefen in die hehren Kunst- .
russischen Reiches einzuberufen, welche an der beständigen und tätigen Ausarbeitung der Gesetze teilnehmen sollen. Zu diesem Zwecke wird den höheren staatlichen Behörden eine besondere beratende Körperschaft zur Seite gestellt werden, welche die Aufgabe hat, die Gesetzesvorschläge vorläufig auszuarbeiten und zu beraten und das Staatsbudget zu prüfen. Aus diesem Grunde haben wir für gut befunden, unter Wahrung des Grundgesetzes betreffend die selbstherrliche Gewalt, eine Reichsduma einzusetzen und das Reglement für die Wahlen zu dieser Duma zu genehmigen, indem wir die Gültigkeit dieser Gesetze über daS ganze Reich auSdehnten, mit einigen Ausnahmen, welche für einzelne Gegenden, für die außergewöhnliche Verhältniffe in Frage kommen, notwendig erschienen.
WaS die Teilnahme deS Abgeordneten deS Großherzogtums F i n l a n d an den Arbeiten der Goffudarstivennaia Duma für die Fragen anbetrifft, die daS Kaiserreich im allgemeinen und jenes Land im besonderen betreffen, werden wir besondere Maßnahmen anordnen. Zu gleicher Zeit haben wir dem Minister deS Innern befohlen, uns sofort das Wahlreglement zu den Wahlen für die Guffudarstwenaja Duma vorzulegen, sodaß die Abgeordneten der 50 Gouvernements und der Militärprovinz am Don sich spStestenS Mitte Januar 1906 versammeln können. Wir behalten uns vor, dafür zu sorgen, daß die Organisation der Goffudarstwennaja Duma vervollkommnet werde, und wenn im Laufe ihres Bestehens sich die Notwendigkeit zeigen sollte, Abänderungen vorzunehmen, wie sie den Anforderungen der Zeit und dem Wohle des Reiches entsprechen, so werden wir nicht verfehlen, zu gegebener Zeit die nötigen Anweisungen zu erteilen.
Wir hegen die Ueberzeugung, daß die Gewählten, die durch daS Vertrauen des ganzen Volkes dazu berufen sind, an den gesetzgeberischen Arbeiten der Regierung teilzunehmen, sich vor ganz Rußland deS kaiserlichen Vertrauens würdig zeigen werden, durch das sie zur Mitarbeit an diesem großen Werke eingeladen worden sind, und daß sie in vollkommenem Einvernehmen mit den anderen Institutionen und Behörden des Kaiserreiches, die durch uns eingerichtet find, in nutzbringender Weise und mit Eifer an unseren Arbeiten zum Wohle Rußlands, unserer gemeinsamen Mutter zur Stärkung der Einigkeit, Sicherheit und Größe des Kaiserreiches, sowie zur Beruhigung und zum Gedeihen des Volkes teilnehmen werden. Wir rufen den Segen bei Herrn auf die Arbeiten der von uns geschaffenen Ein-
schätze! Wie träumen auf den Trümmerfeldern von der antiken Größe Roms! , . .
Und nun? . . ,
Trotzdem sucht sie in gewohnter Selbstbeherrschung ihren heiteren Gleichmut zu bewah- ren — zu Miß Harrisons größter Bewunderung, deren schwächlichem Charakter jedes mu« tige Vorgehen, jede geistige Disziplin völlig fremd ist.
Heute, da beide nach den verschiedentlichen Strapazen und Gemütsaufregungen ein Stünd- chen ausruhen — die Engländerin lang aus- gestreckt auf eine Chaiselongue, Brunhilde am Fenster sitzend und träumerisch hinausblickend auf die btaubuftige Campagna — empfindet Miß Harrison die moralische Stärke dieses sel- tenen Mädchencharakters mehr denn je.
Schon eine Weile hat sie das schöne, stolze Gesicht aufmerksam betrachtet. Dann sagt sie leise, mit wehmütigem Lächeln:
„Hätte ich Sie früher kennen gelernt, Fräulein Isenberg, mein Leben würde sich ganz anders gestaltet haben."
Verwundert wendet Brunhilde den blonden Kopf.
_ «Wieso, liebe Miß Harrison?"
_ Ein tiefer Seufzer entringt sich Ediths Brust.
„Ach, wenn Sie wüßten —"
Da meldet der eintretende Diener Bernardo Rosso.
Ehe Miß Harrison abwinken kann, ist der Brave bereits eingetreten. Er hat sein Gesicht in die liebenswürdigsten Falten gelegt und eilt jetzt mit ausgestreckten Händen auf die Englän- denn zu.
„Ah, meine liebste Miß Harrison! Endlich zurück von Ihrer langen Reise! Wie freue ich mich. Sie wiederzusehen. Angenehme Fahrt gehabt, wie?" .
„Sehr angenehm."
„Haben Sie nicht unsere liebe Dolores mit- gebracht?"
„Nein."
's. >Wo steckt sie denn?" . - < '*
richtung herab, und vertrauen unerschütterlich auf die Gnade Gottes und aus die Unfehli barkeit der hohen geschichtlichen Bei stimmungen, die durch die göttliche Bov fehung unserem teueren Vaterlande Vorbehalten sind. Wir hoffen zuversichtlich, daß mit den allmächtigen Gottes Hilfe und durch die veo einten Anstrengungen aller seiner Söhne Ruß' land siegreich aus den schweren Prü« fungen hervorgehen wird, die el gegenwärtig burchzumachen hat, und daß es alt Macht in der Größe und dem Ruhme seines tausendjährigen Geschichte würdig neu erk stehen wird.
Die Friedensverhandlungeu.
Die allgemeine Lage '
ist nichts weniger als klar und wird vielfach schr pessimistisch beurteilt. In den Konferenzen ist, wie schon am Samstag gemeldet wurde, bil morgen Dienstag eine Pause eingetreten. Dann werden sich um 8 Uhr nachmittags die Delegierten wieder versammeln und von dem Ergebnis dieser Beratungen wird die Weiterdauer bä Verhandlungen abhängen. Wie dem „L.-A.* von seinem Spezialberichterstatter aus PorE mouth berichtet wird, ist Witte körperlich angegriffen, aber sonst bei guter Laune.
Er äußerte: „Was soll ich Ihnen fagfltl Die Situation ist klar und liquidiert. Baron Komura und ich stehen uns wie Hunde auf der Lauer gegenüber und warten. Was bis Dienstag 3 Uhr nachmittags!, wenn die letzte Sitzung beginnt, passieren kann, mag ich nicht prophezeien. Vielleicht werden bis dahin die Großmächte ihren Einfluß in der einen ober ber anderen Richtung fühlen lassen." Auf Grund weiterer Aenße- rungen läßt sich folgendes feststellen: Am Dienstag werden die Protokolle in englischer unb französischer Sprache verlesen, verglichen uni gezeichnet. Dann wird entweder in einem endgiltigen Protokoll lediglich die Vornahme dieser Handlungen niedergelegt, die Konferenz geht auseinander unb der Krieg weiter — oder ober es wird von einer der beiden Parteien der Vorschlag gemacht, dir Erörterung eines oder aller vier ftreitigefl Punkte wieder aufzunehmen. Dann mag diese Erörterung bie Basis für den Beging der Arbest an einem wirklichen Friedensvertrag 'werden, welche bis jetzt wegen der Meinung!« Verschiedenheit über die vier Punkte nicht ge< funden werden konnte."
Wie Minister von Wstte dem Portsmouth« Korrespondenten des „Matin" bestätigte, herrscht noch in vier Hauptpunkten vollständige Uneinigkeit. Die Konferenz nahm einen so schnelle» Verlauf, daß man keine Zeit hatte, die einzelne»
„Sie ist gut aufgehoben."
„So, so! Hm —! Wollen Sie mich, bitte; nicht —" mit einem Blick nach dem Fenster hi» — „Ihrer jungen Freundin dort vorstellen?"
„Gern. Herr Bernardo Rosso, Dolore! Onkel — Fräulein Isenberg, eine Cousine be! Hervn Horst."
„Cousine — ah! Sehr angenehm! Wie prächtig gesund Sie aussehen, mein verehrtes Fräulein! Kommen gewiß vom Lande, wie?"
Brunhilde lächelte 'ein ivenig. ;
„Ja, ich komme vom Lande." ' "1
„Von sehr weit her, nicht wahr?"
Brunhilde blickt zu Miß Harrison hinüber. Uhr ist, als ob in den blauen Augen der Engländerin eine stumme Bitte um Vorsicht geschrie« blett steht.
„Ja, von sehr weit her," erwiderte sie ruhig.
„So! Hm —! Mein Haus ivird doch gewiß die Ehre haben, Sie auch begrüßen zu dür- fen? Recht bald, nicht wahr? Heute noch? Ninella und Marietta werden sich sehr freuen. Adieu, liebes Fräulein! Adieu, Miß Harrison! Auf Wiedersehen! Auf recht baldiges Wieder« sehen!"
Am Nachmittage —= Brunhilde ist gerade fortgefahren, um sich im Krankenhause abermals nach Günthers Befinden zu erkundigen — etk scheina Bernardo wieder auf ber Bildfläche.
Diesmal ist sein Ton ein anderer.
„Endlich sind Sie mal wieder allein. Hab' aufgepaßt, bis das dumme Mädel wegfuhr. Wag will bie denn hier bei Ihnen?"
Miß Harrison öffnet die müden Augenlider etwas weiter. Nervös spielen ihre Finger mit den Quasten ihres blauseidenen Schlafrockes.
„Sie ist hier, weil ihr Vetter schtver krank barnieberliegt," erwiderte sie nach einer Pause widerwillig.
„Wa—s?" Wie elektrisiert springt Bernardo Rosso empor. „Was? . . . Jener Günther Horst schwer krank? Wohl gar tot? Und das Mädchen hat seinetwegen die weite Reise unternommen? . . . Hm, hm —- dann lieht sie ihn natürlich." , .(Fortsetzung folgt.) t