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Zweites Blatt

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'9?ncTi6nt(f Verboten.)

und noch eine

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Jo h. Aug. Koch, UmversitätS-Buchbruckerek 40, Marburg, Markt 21. Telephon 55. "

Marburg

Sonntag, 20. August 1905.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk, bei allen Postämtem 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder vcrm Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

I Schreckliches zu vernehmen, scheint ihre Glieder I gelähmt zu Haden.

I Auch Brunhilde ist totenbleich; aber sie be­herrscht sich und entfaltet, wenn auch mit beben­den Fingern, das Stückchen Papier.

Nur merkwürdig Dolores, welche der In­halt der Depesche wohl am meisten angehen sollte, sie steht ganz ruhig da. Nicht die geringste Bewegung malt sich in ihren Zügen. Sie be- tracküct das Ganze mehr wie einen interessanten Knalleffekt nach lebhafter Spannung so er­scheint es wenigstens Miß Harrison.

Und Brunhiloe liest laut, mit anscheinend ruhiger Stimme, der nur ein sehr aufmerksamer Beobachter die tiefe Bewegung anmerken würde: .Günther aufgefuuden. Liegt schwer verletzt im Krankenhause. Gefahr vorhanden. Wallhoff."

Ein einziger Schrei des Entsetzens aus allen Kehlen. Dann Weinen, Schluchzen, Jammern.

"®c surbt! Mein Junge stirbt!" wimmert die alte Frau Horst. Sie ist von allen am schwersten zu beruhigen.

Auch Dolores vergießt ein paar Tränen; aber ihr Schmerz ist oberflächlicher Natur. Schon nach wenigen Minuten verniag sie wieder zu lachen, als sei nichts vorgefallen, als habe nicht soeben jenes fatale Stückchen Papier ein braves altes Elternpaar, zwei liebende Schwestern und eine treue Kusine in namenlose Angst versetzt, vermag sie zu scherzen, als sei sie selbst bei der ganzen Trauerbotschaftüberhaupt nicht beteiligt.

Als die erste Erstarrung vorüber ist, wird j beratschlagt, was tun. Die alte Mutter will durckums hin zu ihrem Jungen.

. Doch ihr Mann redet es ihr aus. Auch ihn ziehe es mit aller Macht zu feinem kranken eofm; doch die Vernunft sage ihm, daß dieser Wunsch töricht sei. Sie beide wären zu alt, um die weite Reise zu wagen. Außerdem, was im fremden Lande anfangen ohne jede Sprachkennt- ms ohne auch nur die geringste Routine im Reisen I

Eine Woche vergeht

halbe....

Die FriedensderhanÄlungerr.

, ^ie Nachrichten über den mutmaßlichen Ver­kauf der Friedenskonferenz in Portsmouth lauten sehr widersprechend. Im allgemeinen herrscht je­doch die Vermutung vor, daß es trotz der neuer- diugs aufgetretenen Schwierigkeiten gelingeii ckvird, ein positives Ergebnis zu erzielen. In ; diplomatischen Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß der Erfolg der Verhandlungen von der Einwir- ,rnng der Mächte abbängen wird und daß auf

Keine Nachricht von Günther.

Die Besorgnis wächst. Selbst Dolores Acrger^ wandelt sich in Angst. Den ganzen Tag über lauft sie weinend und lamentierend im Haus herum.

Da kommt Brunhilde der gute Gedanke an Professor Wallhoff zu telegraphieren. Er wird wisten, wo fern junger Freund steckt.

Die telegraphische Rückantwort lautet:

"Mn sehr erstaunt und beunruhigt. Weder ich noch Dr. Labriola haben von Eüntber Horst etwas gesehen oder gehört. Wallhoff"'

Die Bestürzung inWaldruhe" erreicht ihren Höhepunkt. Ein neues Telegramm an den Pro- I fenor wird abgeschickt mit der Bitte, Erkundigun- I flen nach dem Vermißten einzuziehen und sofort das Resultat zu melden. I

Nach vier weiteren Tagen der fürchterlichsten Unruhe, der bangsten Sorgen und' Befürchtungen E sichln t abermals der Telegrarphenbote in Waldruhe .

Mit klopfendem Herzen nimmt Ilse die De- Pesche in Empfang. Trudi in ihrer Erregung will sie ihr fortreißen, während die armen Eltern l'ch tonm zu rühren wagen; die Angst, eiwas .

Neueste Telegramme.

Berlin, 19. August. Wie dieStaats- burgerztg." behauptet, liegt eS in der Absicht der Staatsrcgivrung gewissermaßen als Abschluß der durch das Handelskammergesetz eingeleiteten Neuorganisation demnächst auch dem Hand­werk sitz und Stimme im Herrenhause zu ge­wahren. Vor der Auswahl dieses Vertreters des Handwerks soll der Handwerks- und Gewerbe- Kammerausschuß gehört werden.

Hamburg, 19. August. Die Gerüchte von dem bevorstehenden Rücktritt des Direktors der Kolo- Nial-Abteilung des Auswärtigen Amts Mini- sterialdirektors Dr. Stül>el sind einstweilen inso- kern unsubstantiiert, als die Entscheidung über das Bleiben oder Nichtbleiben des Genanten bo ben abhangt ob und in welchem Grade er sich

1 eines Erholunsurlaubs wieder ar- beitsfahig suhlen wird. Interessieren wird ange­sichts der Sachlage, daß, wie dieHamb. Nachr." melden, an einflußreicher Stelle seit geraumer d.e>t der Wunsch besteht, den Posten eines Kolo- nialdirektors im Falle seiner Erledigung durch einen Hamburger oder Bremer Kaufmann besetzt -u fehen. 1 v

< 1.O- August. Der hiesige chinesische Ge-

sandte bezeichnet durch dieNeue politische Kor- rcspondenz die Meldung von einem Attentat auf die Kaiwnn-Mutter als völlig unbegründet

Petersburg, 19. August. Wie diePetersb. ^lcgr.-Agentur" mitteilt, ist das im Umlauf be- Übliche Gerücht von einem beabsichtigten Ge- treldeausfuhrverbot vollständig haltlos..

Washington, 18. August. Die Verhandlungen über den deutsch-amerikanischen Handelsvertrag haben neueren Meldungen zufolge noch nicht be- gönnen.

Peking, 18 August. Die Kommission zum Studium fremder Verwaltnngseinrichtungen wird, wie derMorning Post" berichtet wird, Anfang September Peking verlassen. Zwei ihrer Mit- j reifen nach Japan und zwei nach Europa. | Die Kaiierin-Witwe hat ihnen Empfehlungsschrei- ben an die Staatsoberhäupter der betreffenden Lander mitgegeben.

Wenn ich mit Menschen- und mit .Engelszungen redete . . . ' .

Roman von Erich Friese«.

(Forisebung.)

Doch die haben die lieblose Bemerkung gar se6ört Der alte Horst macht gerade zu Miß Harrifon eine anerkennende Bemerkung über die Schönheit seiner zukünftigen Schwieger- tochter, und seine Frau fügt nachdenklich hinzu:

Xi?, ja gewiß. Aber sie ist der reine ^'l'wiich. sie muß noch viel lernen im Leben viel, viel!"

I Veranlassung des Präsidenten Roosevelt England ] Schiffe, Beschränkung der russischen Seemacht, I auf Japan und Frankreich auf Rußland in die- I sodaß eine Voraussage unmöglich ist. Die Ent- I fern Sinne einzuwirken bereit seien. scheidung hängt zweifellos von den Zentralregie.

I Heber die letzten Verhandlungen melden fol- | rungen in Tokio und Petersburg ab. Wegen I gende Telegramme: I des, Friedensbedürfnisses beider Mächte ist eine

Portsmouth, 18. August. Sämtliche I ®n'O«n0 trotz der großen Differenzen zu er-

| russischen Bevollmächtigten und Delegierten bei | 9°en-

I der Friedenskonferenz versammelten sich gestern I' ..... = ..........

um Mtternacht bei Witte. Dies war die erste I

I Sitzung seit dem Beginne der Konferenz, an der I * xcllijnjev JiCtu).

I sämtliche Vertreter Rußlands teilnahmen. Da die I Berlin, 19. August.

I vorläufige Beratung der Friedensbedingungen I Seine Majestät der Kaiser hatte, wie I wesentlichen beendet ist, wurde wahrscheinlich l von Schloß Wilhelmshöhe gemeldet em Bericht darüber entworsen und nach Peterhof I wird, gestern und vorgestern mehrere Besprechun-

I übermittelt Es verlautet, die Ansichten der ein- gen mit dem Reichskanzler Fürsten Bülow. Ge- I Zeinen russischen Delegierten weichen von ein- I stern Vormittag unternahm das Kaiserpaar mit I Eder ab. Einige befürworten die Abtretung I dem Fürsten und der Fürstin v. Fürstenberg einen I Sachalins, andere treten für die Zahlung einer Ausritt. Gleichfalls im Schloß angekommen ist I Entschädigung ein für den Fall, daß ein Ko IN- I der Oberstkümmerer Fürst Solms-Baruth. Mit.

I PromiB angeboten wird. Niemand wünscht aber, I tags 1 Uhr fand zu Ehren des Geburtstages I daß.in beiden Punkten nachgegeben werde. Die I Kaisers Franz Josef größere Tafel statt, an der I sZvzige Grundlage für den hier herrschenden Pes- I u. a. der österreichisch-ungarische Botschafter von swusmus ift die Tatsache,, daß gestern kein Fort- Szoegheny-Marich, Reichskanzler Fürst Bülow,

I ichrur. gemacht worden ist. Einer der Bevoll- I der deutsche Botschafter in Konstantinopel Frhr. I machtlgten erklärte, Artikel 10, der sich auf die I Marschall von Bieberstein, der Gesandte von internierten Kriegsschiffe bezieht, sei nur deshalb Tschirschky und Bögendorff, der österreichische Mi-

| zuruckgestellt worden, weil beide Teile die Zurück- litärattachch Oberhof- und Hausmarschall Graf I stellung in Anbetracht der Tatsache vorzogen, daß zu Eulenburg, Botschaftsattache Graf Kinsky, der I streitigen Hauptpunkte der Konferenz noch be- I Chef des Militärkabinetts Generalleutnant Graf I b0 ma ,, . or ri - I v. Hülsen-Häseler, Fürst zu Solms-Baruth, Fürst

I . 0 August. DemL.-A." I und Fürstin v. Fürstenberg, Oberpräsident von

telegraphiert: lieber Punkt 10 Windheim, Oberhofmeister Frhr. v. Mirbach teil-

I herrschte beiire in der Konferenz die gleiche Mei- I nahmen. Der Kaiser brachte bei der Tafel in

nungsverschredenheit wie über Punkt 9. Die Er. warmen Worten einen Trinkspruch auf den

I klarungen beider Parteien wurden zu Protokoll I Kaiser von Oesterreich aus und trank auf das

I genommen und die Erörterung des Punktes 11 I Wohl des Kaisers, seines hochverehrten Freundes

I begonnen. Dieser durfte morgen, wie mir Witte I und treuen Bundesgenossen.

stigte, zu gleichem negativen Resultat führen. Der Kaiser hat auf das Huldigungstele. Wenn dann auch die Vorberatung über Punkt 12 gramin des 21. Deutschen landwirt- been^tist, wird die Konferenz behufs Bericht- schaftlichen G e n o s s e n s ch a f t s t a g c s

I erstcittung nach Petersburg und Tokio bis Mon- I folgendes Antwortschreiben an den Ehrenpräsi- tag vertagt. I deuten Statthalter. Fürsten zu Hohenlohe-Langen- j

Portsmouth, 18. August. Heute Morgen I bürg gesandt:

wurde Punkt 11, Beschränkung der russischen See- IIch habe mich über das getreue Gedenken macht in O,tasten von den Friedensbevollmäch- 1 des Deutschen landwirtschaftlichen Genosienschafts. tigten besprochen. Die Fortsetzung der Diskus- tages sehr gefreut und bitte Ew. Durchlaucht, den von wurde auf den Nachmittag vertagt. Pro- dort versammelten deutschen Landwirten meinen feffor de Martens, der lun,tische Berater der herzlichen Dank mit dein Wunsche zum Ausdruck Russen, äußerte, daß die Verhandlungen fruchtlos zu bringen, daß die Beratungen und Besttebuiigen bleiben wurden, da pzapan nichts von den Forde- I des Genossenscha itstages von reichern Erfolg ge- rungen nachließe. Rußland werde keinensalls I krönt werden mögen zum Segen der deutschen eine Geldekstichadigiing gewahren. Martens sagte Landwirtschaft, die meinem Herzen stets nahe ist I^^^'Z^. howi^en. russischen Kreisen sei Deutsch- I und meiner tunlichsten Förderung gewiß fein I lands Haltung wahrend des Krieges sehr an er- I darf. Wilhelm l. R." I

fannt tooröen. I Der Reichskanzler, der sich von Wil- I

m s w o u t h , f August. Punkt 11, I helmshühe nach Norderney zurückbegibt, wird sei- I Beschränkung der russischen Seemacht , tn Ost- nen dortigen Aufenthalt Ende dieses Monats I

ien JPU. veute .nachmittag zurückgestellt, da I abermals unterbrechen, um den Kaiser, der am I

eine Einigung nicht zu erreichen war. Dagegen I 1. September in Berlin wieder eintrifft, zu emp. I

nur&e Punkt 12, betr. d'e Flschereirechte der Ja- fangen und dann der Herbstparade und den sich

v?ner im Pocificmeer beiderseitig angenommen. daran fchlieMndeu Festlichkeiten beizuwohnen.

Die nächste Sitzung ist Dienstag 3 Uhr. Zu er- I ImTag" tritt der Abgeordnete Freiherr I

ieö!gen sind noch die vier schwierigsten Punkte I von Zedlitz für eine Herbsttagung des I

Abtrettmg Sachalins, Indemnität, internierte Landtages ein, deren Aufgabe es fein soll, I

das Gesetz über die Schulunterhaltungspflicht z» erledigen. Man wird gegen diesen Vorschlag nichts wesentliches einwenden können, da eine möglichste Beschleunigung der Erledigung be» fraglichen Gesetzes dringend geboten erscheint. Tritt aber der Landtag erst Anfang Januar wie­der zusammen, dann ist mit Sicherheit anzuneh­men, daß die Erledigung in der nächsten Tagung nicht erfolgen kann. Da übrigens der Reichstag schon früh im Herbste zusammentreten soll, würde es für seine Beschlußfähigkeit von einem gewissen Werd, sein, wenn der Landtag gleichzeitig tage«

Die Unterhaltungskosten für! die öffentlichen Volksschulen sind ia den einzelnen deutschen Bundesstaaten sehr ver­schieden. Die größten, Aufwendungen auf diese« | Gebiete machte, wie wir einer statistischen Zusam­menstellung in derAllg. Deutschen Lehrerztg* entnehmen, im Jahre 1902 die freie Reichsstadt Bremen, die für ihre Volksschüler pro Kopf 77i Mark aufzubringen hatte; die geringsten da» Fürstentum Lippe-Detmold, nämlich 25 Mk. pr« Kopf. Hamburg zahlt für jeden Schüler 74 Mk., Lübeck 65 Mk., Königreich Sachsen 50 Mk., An­halt 50 Mk., Preußen 48 Mk., Hessen 48 Mk^ Bayern 46 Mk., S.-Meiningen 45 Mk., S.-Ks- burg-Gotha 45 Mk., Oldenburg 44 Mk., Braun­schweig 44 Mk., S.-Weimar 43 Mk., Württem­berg 42 Mk., Schwarzburg-Sondershausen 42 Mark, Baden 40 Mk., S.-AItenburg 40 Mk* Elsaß-Lothringen 39 Mk., Reuß j. L. 38 Mk* Waldeck 35 Mk., Schwarzburg-Rudolstadt 33 Mk., Mecklenburg-Strelitz 32 Mk., Reuß ä. L., 30 Mk* Schaumburg-Lippe 28 Mk. Der Durchschnitt W einen Volksschüler beträgt sonach im Deutsche« Reiche 47 Mk.

DerVorwärts" schreibt im Anschluß <« eine wunderliche Betrachtung über die Ablehnung des Befähigungsnachweises durch eine Zweidrittelmehrheit auf dem Kölner Handwerks« und Gewerbekammertag u. ö.;Die Sozialdemo­kratie kennt wie für das industrielle Proletariat so auch für das Handwerkerproletariat nur eine« Rettungsweg: die Beseitigung des den gewerb­lichen Kleinbetrieb aufsaugenden Kapitalismu» durch Vergesellschaftlichung der Produktions­mittel! Wer entgegen allen wirtschaftlichen Tat­fachen dem kleinen Handwerker eine andere Hilf« verspricht, ist entweder ein Narr oder ein Schar­latan ! Das haben weite Kreise des Handwerk» auch erkannt und sich deshalb auch der Sozial­demokratie angeschlossen, die ja auch im übrige« durch ihren Kampf gegen die indirekten (Steuern, den Brot- und Fleischwucher, den Marinismu» und die Welt- und die Kolonialpolitik von alle« Parteien ganz allein die Interessen des Mittel- standes schon für die Gegenwart vertritt!" Dieseneinen Rettungsweg" zu betreten, wer­den sich die, selbständigen Handwerksmeister be­danken. Mit den BezeichnungenNarr" oder Eharlatan" sollte aber gerade derVorwärts" ein wenig ivarsamer umgehen; denn das, was er den Handwerkern für ihreErrettung" bo& schlägt, wäre nichts weiter als eine Kur a la Dr.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain Sonntagsbeilage: FUnftrirtes Sonntagsblatt.

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Wie ein Alp fällt ihnen die bange Sorge I Marietta fügt sich nach wie vor stillschweigend vom Herzen, als Brunhilde mit der ihr eigenen I all den Wünschen ihres Vaters wenn sie off ruhigen Bestimmtheit erklärte, sie werde heute I auch vor Angst bebt bei feinen Schmähungen. Abend noch abreisen, um Günther zu pflegen Ninella jedoch opponiert ihm jetzt ganz offen, ioiTii/r'rLJrJ;nuT'! CCn' MH Harri- I während sie sich früher mit leisen spöttischen Be- ' n 1 c vegleiteu wolle. I merknngen oder verächtlichem Achselzucken be-

Obgleich Edith Harrison unendlich gern noch I gnügte. Besonders, wenn Bernardo Rosso auf eine Zeitlang in dem stillen Frieden vonWald- I Miß Harrison schimpfte, so nahm sie das Mäd- rnhe" geblieben wäre, so hält sie es doch für ihre I chen stets in Schutz.

^re Villa Ueberhaupt war mit Ninella eine eigentüm-

als Aufenthalt.ort in Rom anzubieten. I siche Wandlung vor sich gegangen. Sie erscheint Nur als Dolores mit allen Zeichen freudiger I älter, gereister; sÄbst ihr echedem erschreckend Erregung ruft, auch sie wolle mitreisen, wobei I magere» Gesicht beginnt, sich zu runden. Auch es den Anwesenden scheint, als freue sie sich I zeigt sie plötzlich eine besondere Vorliebe für di« wehr darauf, vonWaldruhe" fortzukommen, als I Malerei und auch darin wieder hauptfächlich fu« ihren schwerkranken Bräutigam zu sehen da I jene Bilder, die Professor Wallhoff kopiert, erhebt die alte Frau Horst energisch Widerspruch. I Stundenlang streift sie oft in den Museen und x;hr Junge habe seine Braut ihrem Schutze an- I Galerien umher, blos um einen Blick auf di« vertraut, und nur auf seinen eigenen Wunsch I Leinwand zu werfen, auf welche er in berfleinet« wurde sie ihre Schutzbefohlene aus ihrem Hause I tem Maßstabe ein berühmtes Meisterwerk Ti- entlassen und sie nach Rom, dem sie bei Nacht I zians oder Raffaels kopiert. Tagelang kann fie heimlich entflohen, zurückschicken. I glücklich fein über ein freundliches Wort aus fei-

Dolores kocht innerlich vor Zorn. I nein Munde.

aT. cm-- ~ X m ,.r5> I Bernardo Rosios scharfer Mick hat sehr bald

abends Un£> P I bemerkt, mit welcher Bewunderung seine Tochter

in die ^e^ I zu dem Professor emporsieht; auch mit Genug-

fte ftrfi frfmoff infriaiißM x I kiiung__bemerkt, daß der berühmte flNann bei ge«

in Meie rn, ' behaglich I legentlichen Begegnungen auf Gesellschaften sich

fcTirnf re toarme ^tdeae, um sofort einzu- I mehr mit Ninella, als mit irgend einer andere«

1d)lQfen. xn]. | Dame unterhält.

P m j^Roi^^stchtE'^?^ M^siMr I HerAiangeleMnheiten "seiner^ ästesten"^Tochte'r

Poria Pm in Rom herrscht die ungemuttichftr I nachzndenken.

Stimmung.Wo ist Miß Harrison? Wo Dolores Ar»

Seit Harrison dieVilla Romulus" vallo? Dieser Gedanke beschäftigt ihn ganz und' nebenan verlassen hat heimlich, ohne der Die- I gar.

nerschaft ihr Reiseziel mitzuteilen, säst ebenso Wiederholt chatte er versucht, durch List ober heimlich, wie vorher Dolores Arevallo seitdem auch durch Brutalität die Adresse von Günther» bekommen Ninella und Marietta von ihrem Elterndroben im kalten Norden" zu erfahre« Vater kein gutes Wort mehr zu hören. Nur I sowohl von der Dienerschaft derVilla Ro- Beppino als einziger Sohn erfreute sich hier | mulus" wie auch von Professor Wallhoff. , und da noch eines sreundlichm Blickes. I ( Fortsetzung folgt.)