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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
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JE 195
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Erstes Blatt
die Forderung erhoben, Sund und Belt für Kriegführende zu sperren. Praktisch handelt es sich dabei nur um den großen Belt. Da der Sund einerseits durch Kopenhagen geschützt, andererseits auch für große Linienschiffe unfahrbar ist. Der Belt kann nur mit dänischen Lootsen passiert werden und derHauPtzweck der derzeitigen englischen Flottenübung besteht offensichtlich darin, die Schiffbarkeit des Belt mit Hilfe däni- scher Lotsen für große Kriegsschiffe zu ergründen. Dänemark würde, im Falle eines deutsch-engli- schen Krieges in eine üble Lage geraten. Es hat deshalb bereits auf dem Friedenskongresse in Bern 1884, also vor vollen 21 Jahren, die Frage seiner Neutralisation auf die Tagesordnung bringen lassen. Auch besteht bereits seit feuer Zeit der Verein für Neutralisation Dänemarks, der sich wiederholt der Mithilfe von Deutschland und Rußland zu versichern suchte. Man ist sich in Dänemark darüber klar, daß sobald eine feind- liche Macht eine der dänischen Inseln zum Stützpunkte nehmen würde, Deutschland sich ge- zwangen sähe, in Jütland einzumarschieren. Da Dänemark das letztere unter keinen Umständen verhindern kann, ist es in seinem Interesse mit Deutschland eng verkettet und dies ist in Kopenhagen hinreichend deutlich begriffen.
Man wird daraus auch die entsprechenden Folgerungen ziehen müssen, denn so toenig England vor der Beschießung Kopenhagens im offenen Frieden zurückgeschreckt ist, so wenig wird es geneigt sein, die Ostsee als geschlossenes Meer, oder die Neutralität Dänemarks anzuer- kennen. Gewiß läge cs im Interesse der norwegischen Macht, und im Interesse des Friedens von ganz Europa die Neutralität Dänemarks, vielleicht auch die des mit ihm zu vereinigenden Norwegens zu erreichen. Sollte dies aber un- durchführbar sein, so zwingt die Logik der Tat- fache die nordischen Mächte, zu einem Bündnisse mit Deutschland gegen den englischen Friedens- störer. - ----- —.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmvcrsitätS-Buchdruckerei 40. SfafitlL Marburg, Markt 21. — Telephon 65. "
tvart im milden Lichte eines freundlichen Opti- mismns erscheinen und weisen den Tagesfragen die ihncu gebührende Stellung im großen Zu- sammenhange der Dinge an. Dieser unbedingte Respekt vor deni, was einst war, machte Rettberg nicht nur zu einem überaus soliden Quellen- forscher, sondern ließ ihn vor allem mit Planmäßigkeit den bewußten und unbewußten Ursachen der Erscheinungen nachspüren. In diesem vielfach übertriebenen Pragmatismus der Planck- scheu Schule sind noch Rettbergs Schriften der Göttinger Zeit befangen. Er schrieb damals eine Monographie über das Leben und Wirken des Bischofs Cvvrian von Karthago in jugendlich animiertem Stile, und er bereicherte das trockene ^Handbuch der christlichen Kirchengeschichte" des Gießner Joh. Ernst Ehr. Schmidt um einen siebenten Band, der das 12. u. 13. Jahrhundert umfaßt. Beide Bücher sind rasch veraltet und wer- den heute nicht mehr gelesen. Rettberg war noch nicht er selbst. Das mag er gefühlt haben: denn nach einigen Vorarbeiten über die Scholastik gab er,es auf, den achten Band von Schmidt fertigzustellen, und begnügte sich damit, jene Vorstudien in drei kleineren Arbeiten gesondert zu publizieren.
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Marburg
Sonntag, 20. August 1905.
Gleichwohl sah er die Geller Gymuasialtätig- k^t nur als Uebergang an; es zog ihn wieder noch Göttingen, wo wir ihn von 1830—1838 finben, 'erft als theologischen Repetenten und .Privatdozenten, daneben als Hilfsprediger des Superintendenten Rupertt an der Jakobikirche und seit 1834, nachdem er einen Ruf nach Zürich ausgeschlagen hatte, zugleich als außerordent- lichen Professor., Ein enger Kreis von Schülern umgibt ihn, mit denen er auch außerhalb der Vorlesungen als mit Commilitonen überaus glücklich, zu verkehren weiß. Er selbst steht theologisch in diesen Göttinger Jahren noch ganz unter dem Einflüsse seines alten Lehrers G. I. Planck. Wie bei diesem, so war auch bei Rettberg der Theologe und Mensch in jeder Hinsicht vom historischen Empfinden beherrscht. Die liebe- volle Versenkung in die Vergangenheit, das staunen über die Fülle und den Reichtum der
. Als echter Schüler Plancks verband Rettberg mit, der Geschichte zugleich die svstematische Theologie; er las über Dogmatik, Ethik und verglei- chende Symbolik, später auch über Dogrnenge- jchichte, kirchliche Statistik und Religionsphilo- jophie. Indessen war er auch hier zu sehr Historiker, als daß er eine Neigung hätte verspüren sollen, sich einer exklusiven Richtung gefangen zu geben; er suchte und fand vielmehr das Ewige und Gute unter den verschiedenen vergänglichen Formen. Er war durchaus kein Parteimann, weder dogmatisch noch kirchenpolitisch: er kannte das Werden der Tinge zu genau, um sich oder friiftnron QnfJn„ "" i andere nach einer bestimmten Schablone modeln
fnih.ren Seiten lassen die Kampfe der Gegen- • Zu wollen. Es war ihm um die Kraft des Evan-
geliums zu tun und nicht um eine bestimmt aus- geprägte und gesetzlich fixierte Lehre. Auf Schritt und Tritt begegnet deshalb bei ihm ein auf« fallendes Maßhalten, eine Vorsicht im definitive« Urteil, ein sorgfältiges Abwägen. Und wie a dies alles an sich selbst, geübt hat, so ist er nicht müde geworden, es seinen Schülern einzuschär« fen. Nur einmal ist er in kräftiger Polemik aus sich herausgegangen. Der Katholik Möhler in Tübingen hatte mit seiner ..Symbolik" in der er einem idealisierten Katholizismus einen karikier« ten Protestantismus gegenüberstellte, während der dreißiger Jahre in allen evangelischen Krei« sen Deutschlands eine tiefgehende Empörung hervorgerufen und zu einer Flut von Gegen- schriften, den Anlaß gegeben. Auch Rettberg griff streitbar zur Feder. Noch immer spürt man den Planckianer in der Methode, aber dem Buche eignet doch eine stark persönliche Note. Weik rücksichtsloser als der vorsichtig abwägende Lehrer es getan haben würde, zieht der selbstständig gewordene Schüler in seinen „Christ« lichen Heilslehren nach den Grundsätzen bet evangelisch-lutherischen Kirche" wider den Gegner los. Neben den Gegenschriften von Ferdinand Christian Baur und Karl Immanuel Nitzsch steht die Rettbergsche Antwort auf Möhlers Herausforderung in erster Linie.
Noch im selben Jahre, als dieses Buch erschien,, im Jahre 1838, vertauschte Rettberg die Georgia Augusta mit der Philippina. Die Berufung ging nicht ganz glatt von statten. Durch dte „Göttinger Sieben" war der Lehrkörper der Georgia Augusta in den Augen des regierenden Herrn stark kompromittiert. Man glaübte es sich und, dem Könige von Hannover schuldig zn sein, nicht ohne weiteres einen akademische» Lehrer aus dem aufsässigen Göttingen zu be» rufen. Auch der Kurfürst machte deshalb Schwierigkeiten. Er verlangte den Nachweis, daß Rettberg keine Beziehungen zu den polit>
Die Nordstaaten.
, Die norwegische Volksabstimmung hat sich mit Würde und nihiger Entschlösse! jheit voll- zogen. Der ernste Trotzsinn des Volkes ließ ja von vornherein feinen Zweifel darüber, daß nur ein verschwindender Bruchteil der Forderung: Los von Schweden! widersprechen würde. Die Norweger bewahren diese Würde auch darin, daß sie der weiteren Entwickelung ihres Verhältnisses zu Schweden mit gelassener Vorsicht Zeit gönnen. Abgesehen von der bedeutungslosen Gruppe der Sozialdemokraten, die für die Republik Stim- muug zu machen suchen, überläßt man die Beantwortung der Zükunftsfragen in Norwegen «anz den Schweden. Gestattet der König nicht einem Prinzen seines Hauses die Annahme der norwegischen Krone, so wird es vermutlich zu einer Volksabstimmung kommen, in der nun freilich zunächst die Frage gestellt werden muß: ob Republik oder Monarchie. Da die Bauern durchweg für einen König sind, so dürste Prinz Karl von Dänemark die meiste Anwartschaft auf den norwegischen Thron haben und das Land der Fjorde träte damit wieder in engere Ver- dindung mit Dänemark, wie sie, wenn auch in anderer Form, bis zum Jahre 1814 bestanden hat. Die Reihe der großen politischen Fragen tväre. damit für Norwegen ebenso wenig er- schöpft wie für die übrigen skandinavischen Länder. Der Gedanke der skandinavischen Gesamt- imion tritt bereits jetzt wieder in die politische Erörterung, hat ober jedenfalls für die nächste Zeit weniger praktische Bedeutung als der von Dänemark international verbürgter Neutralität, litiit.
Denn wichtiger als die wechselseitigen Bezieh- I Jmgen der norwegischen Kleinstaaten ist für die Zukunft Europas die Frage der Seeherrschaft im Sund und Bett! Der Gedanke, die Ostsee zu einem geschlossenen Meere zu erflären, ist keineswegs deutschen Ursprungs und ist nicht etwa erst aus Anlaß der bevorstehenden englischen Flottendemonstration in der Ostsee ausye- jsprochen worden. Die dänische „Tadskrift för ßväzen" hat seit Jahren im dänischen Interesse I
»ent, Lübeck mit 13,7 bezw. 2,8 Prozent, Han- I den mit 3,3 Prozent. Die Gemeindeforsten finfc nober, Ostpreußen u. a. Den höchsten Satz Wei- am stärksten in Baden und Clsaß-Lothrinaen nttf fen die Lander mit Mittelgebirgen auf: Schwarz- je 45 Prozent vertreten; ihnen schließt sich Hess« burg-Rudolstadt mit 43,9 Prozent Wald und nur I mit 36 Prozent, Württemberg mit 30
1,1 Prozent Werde, Sachsen-Meinungen mit 42,1 Meiningen mit 23,5 und Waldeck 'mit 2!lll
b^w. 1,7 Prozent, Hessen-Nassau mit Prozent an; in allen anderen Bundesstaate»
39 7 bezw. 3stl Prozent, Pfalz mit 39,0 bezw. sind dieselben gering vertreten, Lippe, Lübecks
0,5 Prozent, Baden 37,7 und 3,6 Proz. Elsaß- Bremen haben keine ober fast keine aufzuweisen,
Lothringen Werst wohl wegen seines mehr hoch- I___ ________
gebirgigen Charakters nur 30,3 Prozent Forsten I =d
bei 2,3 Prozent Weiden, Bayern r. d. Rh., wohl I ,
ebenfalls wegen seines Hochgebirges, nur 31,9 I
Prozent Forsten bei 3,7 Prozent Weiden auf. I , Httgatü. Die Bedeutung der Mischehe» Auffallend ist die Tatsache, daß der Laubwald I wird im Deutschen Reiche meist nur vom kon«
immer mehr von dem ohnedies schon % der I fessionellen Standpunkt auS gewürdigt, obtooM
Flache beherrschenden Nadelholzwald zurückge- I wir ihre außerordentliche Wichtigkeit nach der
drangt wird. Er umfaßte 1883 noch 4 802 580 nationalen Seite hin tagtäglich in den Ost«
'Mta5ft66L"4° ^000 nur marken beobachten können. Wird doch hie,
noch 4 544 800 Hektar, wahrend der Nadelholz- s_
bestand in der gleichen Zeit von 9105 818 Hektar \ b«
auf 9 441069 Hektar angestiegen ist. Der Laub- Aauen den der deutschen Männe,
Wald verlangt besseren Boden als der Nadelholz- überragt, Während die deutsche Frau nicht tm
Wald, er wiegt deshalb bedeutend vor jm Westen I ll'eichen Maße ihre Familie deutsch erhält, so«
und Süden des Reichs, in Westfalen, Hessen- I daß die Mischehen allgemein dem Polentum zu«
Nassau, Rheinland, Hessen, Walddeck, I gute kommen. Die Ursache ist die größer« Lippe, Elsaß-Lothringen; er hält sich mit dem I nationale Gleichgültigkeit auf deutsche, Nadelholzwald ungefähr das Gleichgewicht in der I Seite, die, wie schon oft mit Recht gefordert Pfalz, Baden Oldenburg. Sowohl beim Laub- worden ist, durch die Erziehung besonders bet ?ls beim N?delholzwald nimmt, der Hochwaldbe- Mädchen gebessert werden müßte.
tneb den höchsten Prozentsatz em. Der Nieder- I Sßäbtenb bei uns itaifAen Dontsü-n „nfc Wald umfaßt nur ein schwaches Drittel des Laub- PolendieVerbältnffie
Waldes und ist am stärksten in den Rheinländer,, r,Ä »niffe für eine Mischung nicht
Westfalen, Schlesien und Oldenburg vertreten. I da weder die Raffenvev
Da die Eichenrindennutzung alljährlich abninnnt, I fchwbenheit im allgemeinen noch der Unterschied werden die Niederwaldflächen allmählich wenig- I Kulturhöhe in den.sich mischenden Kreise« stens im Süden, immer mehr zurückgehen. Den I allzugroß sind, spielen diese Verhältnisse in de« größten Anteil an der Waldfläche des Reiches I bunten Völkergemisch Ungarns eine Roll«, haben die Privatwaldungen, rund 40 Prozent. I Denn die verschiedenen Nationalitäten mische» Die Zahl ist jedoch im langsamen Rückgang be- I sich nicht in gleicher Weise miteinander. Nachgriffen: sie betrug 1883 noch über 48 Prozent. I dem die neuen Ehegesetze zehn Jahre in Wirk» Außerdem ist die Fläche der Genossenschaftswal. I samkeit sind, hat kürzlich, wie wir dem „Westbungen im Rückgang, während alle anderen Be- I ungarischen Grenzboten* entnehmen eia sttzarten, Kron- und Staats- Gemeinde- und Klausenburger UniverfitätSprofessor die Frage« s istunasforsten in der Zunahme begriffen sind der Mischehen vom madjarischen Standpunkte
.Qron- unb (shiQtd-tDolbunt^n, finb um 1 I
volles Prozent vorgeschritten, von 32,7 auf 33,7 I sucht die Madzare«
Prozent, um ebensoviel die Gemeindewaldungen, I 19O.° u”t|r reine Ehen
von 15,1 auf 16,1 Prozent: die Stiftungsforsten »nd 3936 oder 5,5 Prozent Mischehen ge- von 1,3 aus 1.5 Prozent der gesamten Wald- I W°lfen- Zwei Drittel davon (2381 Ehen) ent« fläche. Den höchsten Satz Kron- und Staatsival- I fallen auf die Mischung mit dem deusche» bimgen weist Schaumburg-Lippe auf mit 93 I Elemente, wobei sich die Neigung des mad» Prozent, den mindesten außer Bremen, das über- I jarischen Mannes zur deutschen Frau stärker Haupt nur 48 Hektar Privatfofrsten hat, Baden I zeigte als umgekehrt. An zweiter Stelle folgt nut 18,4 Prozent, lieber 70 Prozent Staats- I die Mischung mit den Slowaken mit 841 Ehe«, Waldungen sind noch tn Anhalt, Braunschweig dann die mit den Rumänen mit 536 Ehen, und Lnbeck, zwischen 60 und 70 Prozent noch I Serbisch-madjarische Mischeben oab es mir 38 in Mecklenburg-Strelitz, Koburg-Gotha, Wal- und1nttb7 m tKraalen»rÄ deck und Hamburg. In den süddeutschen Staa- SJS n toe,rben überhaupt nicht
ten Bayern, Württemberg, Hessen und Elsaß- I Q®0enVt^} e59t6t o6e$
Lothringen nehmen die Kron, und Staatswal- I « ? en' unb Ruthenen und auch düngen % der Fläche ein. An Stiftnngswal- die Rumänen sich fast gar nicht mit den ander« billigen, also solchen, bie man im engeren Sinne I Böllern mischen. Wir dürfen das also auch mH „toter Hand" zu bezeichnen pflegt, besitzt I für ihr Verhältnis zu den Deutschen unbedenk« Lübeck zwar den höchsten Satz mit 13,3 I lich gelten lasten. Daraus folgt, daß bie fßroäent, aber doch nur 545 Hektar; ihm folgt I Deutschen am meisten sich mit den Madjaren Mecklenburg-Schwerin mit 5,1 Prozent und Ba- I mischen.
Zur Erinnerung
an Friedrich Wilhelm Rettberg.
Politische Mißverhältnisse lasteten wie ein Wwerer Alp in den vierziger Jahren des verflos- lc»en. Jahrhunderts auf Hessen wie auf ganz Deutschland. Gleichwohl zeigt die Univerfstäi Marburg gerade damals ein frisch pulsierendes Leben. Eine Reihe von charakteristischen Per- fönlichkeiten verliehen ihr Ausdruck und Glanz. Einem von ihnen sollen diese Zeilen gelten. Denn vm 21. August 1905 sind hundert Jahre verflos- fen. feit der Kirchenhistoriker Friedrich Wilhelm Rettberg in Celle geboren wurde, und die Dienste, welche der frühe Verstorbene in einem Dezennium der alma mater Philippina und ourd) sie der hessischen Theologenschaft erwiesen har, rechtfertigen es, daß seiner heute aufs neue vedacht wird.
_ Rettbergs Vater, der Bürgermeister von .Celle, starb als Friedrich Wilhelm noch ein Kind war. Die Mutter verlor wenige Jahre später kiirch eine Feuersbrunst fast ihren ganzen Besitz. So wuchs der Sohn in ärmlichen und gedrückten 1 Verhältnissen heran und war frühe genötigt, alle Nrntte anzuspannen, wenn er es im Leben zu ktmas bringe» wollte. Ostern 1824 verließ er PU Primus das Lyzeum seiner Vaterstadt und dezog die Universität Götttngen, um Philologie pnd Theologie zu studieren. Es war der Wunsch ver Mutter, ihn auf der Kanzel zu sehen, und fe!v,i. die späteren akademischen Erfolge des Soh, I Ites schienen ihr kein Ersatz für das nicht er- I Wichte geistliche Amt zu sein. - Aber Rettberg fQiib bei den Göttinger Theologen nicht das, was er suchte; er gewöhnte sich bald daran, die theo- «ogi'chen Vorlesungen als Nebensache zu be- «anbein, und nur der Kirchenhistoriker G.
x^'ick hat ihn dauernd zu fesseln vermocht. Um *° fPWren Eindruck machten auf ihn die Philo-
Umschau.
Waldbesih im brutschen Reiche.
Noch den letzten Aufnahmen vom Jahr 1900 wird ein erheblicher Teil der Anbaufläche des deutschen Reiches vom Wald in Anspruch genommen, nämlich 139 958 700 Hektar oder 25,9 I Prozent der Gesamtfläche. Die Fläche ist im Zunehmen begriffen, denn sie hat 1893 nur 25,8 1883 sogar nur 25,7 Prozent betragen. Die Vermehrung . geschieht zumeist auf Kosten der Weiden, die in der gleichen Zeit von 6,3 auf 5,0 Prozent zurückgegangen finb. Die geringste Ausdehnung hat der Wald iu den Bundesstaaten Bremen und Hamburg mit 0,2 und 4,3 Prozent, die aber dafür auch die höchsten Zahlen für Weiden und Hutungen aufweisen mit 23,7 bezw. 17,4 Prozent ihrer Gesamtfläckze. Ihnen folgen die anderen in der norddeutschen Tiefebene gelogenen Staaten und Provinzen: Schleswig-Hol- stein mit 6,7 Prozent Wald und 11,6 Prozent Weiden, Oldenburg mit 10,6 bezw. 13,6 Pro-
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logen Mitscherlich, Dissen, Otfried Müller, der Philosoph Bouterwek und der Historiker Heeren. Rettberg hat diese philologische Vorbildung auch späterhin niemals verleugnet. In die Theologie ivarfen ihn eigentlich erst die beiden neutefto- meutlichen Preisarbeiten von 1825 und 1826. Rettberg errang Medaille. Stipendium und Drucklizenz; er sah sich finanziell in die erwünschte Lage versetzt, im Sommer 1827 seine Studien bei Schleiermacher, Neander und Hegel in Berlin fortseben zu können; vor allem, er batte gelernt wissenschaftlich auf seine Füße zu treten und bem eigenen Urteile zu vertrauen. An dieser eigentlich in Berlin erst recht lebendig ge- wordenen Liebe zur Theologie wurde Rettberg auch nicht irre, als ihn eine zwei und einhalb- jährige Lehrtätigkeit am Lyzeum zu Celle, die er nicht gut ausschlagen konnte, abermals der Philologie zuisthrte. Schon damals begegnet sein hervorragendes Talent, sich die Anhänglichkeit seiner Schüler zu gewinnen.