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Der EisenbahMrektionsbezirk Cassel in der Zeit von 1895—1905.
Aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens des Casseler Eisenbahndirektionsbezirks hat die Di- rektion Nachrichten über diesen Zeitraum im Druck erscheinen lassen, welche eine sehr interessante Geschichte der Entwicklung des Bezirks darstellen. Wir entnehmen dem uns zugesandten Hoste folgendes:
Dec Eiseubahndirektionsbezirk Cassel wurde gebildet aus Bahnstrecken, die früher zu den ehe- maligen Königlichen Eisenbahndirektionsbezirken Elberfeld, Hannover, Magdeburg, Erfurt und Frankfurt a. M. gehörten. Dazu kamen noch einige Neubaustrecken, während dann auch wieder einzelne Bahnen anderen Direktionen unterstellt wurden.
„Die beiden gewähren lassen."
„Blödsinn! Kennen Sie die Adresse jenes jungen Menschen da oben in Deutschland, mit dem sie davonlief?"
„Teilen Sie sie mir sofort mit!"
Nein."
„Ich befehle es Ihnen!"
„Sie haben mir nichts zu befehlen, Bernardo Rosso."
„Nicht —? Denken Sie an Ihre Zukunft, Edith Harrison! An das, was Ihnen droht, wenn —"
Der Diener unterbricht die Unterhaltung. Professor Wallhoff ließe bitten, Miß Harrison für einen Augenblick sprechen zu dürfen.
Einen Fluch ausstoßend, zieht Bernardo Rosso sich zurück.
Die Unterredung zwischen dem Professor und Miß Harrison ist kurz. Auch Wallhoff hat von Günther ein ähnliches Telegramm erhalten — beide sind darüber einig, daß man die Liebenden gewähren lassen müsse.
Doch Miß Harrisons Mut wird auf eine harte Probe gestellt.
_ Die nächsten Tage sind für sie eine Zeit endloser Qual. Bernardo Rosso läßt sie fast keine Stunde in Ruhe. Er schimpft, er räsonniert, er flucht in den ärgsten Ausdrücken und droht ihr, sie ins Unglück zu stürzen, wenn sie ihm Günther Horsts Adresse nicht nenne.
, Miß Harrison fühlt, für sie giebt es nur zweierlei. Entweder sie unterwirft sich nochmals dem Willen jenes skrupellosen Menschen und liefert ihm die Adresse und somit vielleicht das Glück des jungen Paares ans — oder sie bleibt standhaft und ist dann selbst dem Rösewicht ver- fallen . . .
Was tun? Was hm?
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk, der allen Postämtern 2,25 Mk. (t$cL Bestellgeld).
JaserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, Reclamen: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Donnerstag, 17. August 1905
Privatgüterwagen in den Wagenpark der Direktion engestellt
DaS Werkstättenpersonal betrug 1895 1703 und 1905 3257 Mann.
Befördert wurden in 1894 8 908 093 und in 1903 13 316 937 Personen.
Die Ausgaben an Gehältern, Wohnungsgeld, zuschüsfen, Besoldungen und Stellenzulagen der Ltatsmäßigen und außeretatsmäßigen Beamten, an Vergütungen und Löhnen der Gehülfen, der Hülfskräfte im unteren Dienst und der Arbeiter, betrugen am Ende des Etatsjahres 1895 12 997 803 und am Ende des Etatsjahres 1904 24 077 450 Mark. Der Mehraufwand ist vor allem durch die Vermehrung der Kopfzahl von 12 795 im Jahre 1895 auf 21087 im Jahre 1904 hervorgerufen.
Für Beamte und Arbeiter, soweit sie in der Nähe der Betriebswerkstätten wohnen müssen und dort Wohnungen nicht oder nur unter besonders ungünstigen Bedingungen erlangen können, sind im Laufe der Jahre nach Maßgabe der vorhandenen Mttel fortgesetzt Wohnungen aus Staatsmitteln hergestellt worden. So wurden in dem Zeitraum von 1895 bis 1904 aus Mitteln des Etats 38 Dienstwohngebäude mit 65 Wohnungen für Unterbeamte und 37 Wohnungen für mittlere Boamte mit einem Kostenaufwande von 581 000 Mark, sowie vier Mietwohngebäude mit 13 Wohnungen für Arbeiter zu einer Bausumme von 46 000 SWart und außerdem aus Anlaß der Trennung des Bahn- bewachungs- vom Schrankendienste 125 Schrankenwärterwohnhäuser für 750 000 Mark errichtet.
Das erwähnte Heftchen, dem wir diese An- gaben entnommen, enthält unter anderen inter- esianten Tabellen und Abhandlungen über die Betriebseinnahmen usw. auch zum Schluß noch eine schöne Karte des Direktionsbezirks.
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2 I.
Deutsches Reich.
Berlin, 16. August.
— Seine Majestät der Kaiser horte am gestrigen Dienstag, nachdem er vorher in Gesell- schäft der Kaiserin einen Ausritt unternommen hatte, den Vortrag des Chefs des Militärkabi- netts Grafen von Hülsen-Häseler. Zur Früh- stückstafel waren geladen: der General der In- fanterie Linde mit Gemahlin, der Oberpräsident von Windheim mit Gemahlin, der Regierungspräsident Graf Bernstorff und dessen Schwester.
— Herzog Ernst von Sachsen- Alteirburg, General der Infanterie, Chef des 8. Thüringischen Jnfanterie-Regiments Nr. 153, begeht morgen sein 60jähriges Militär- dienstjubiläum. Herzog Ernst ist einer der ältesten regierenden Fürsten, denn im nächsten Monat wird er sein 79. Lebensjahr vollenden.
— Die Kaiserrede in G nese n gibt der Presse noch reichlich Veranlassung zu Bespre- chungen und, je nach der Parteiftellung, auch Gelegenheit zu Vergleichungen und Beobachtun- gen, die zum Teil oft sehr gegenteilige Empfin- düngen hervorzurufen im Stande sind. So kam, wie aus Köln gemeldet wird, am Sonntag in Krefeld-Linn während eines Festmahls der K a r-
Erschemt wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Äug. Koch, UmvcrsttätS-Vuchdruckerek 40. Jahrg.
Marburg, Markt 2L — Telephon o5.
Günther steht wieder völlig im Bann der kleinen Sirene.
12.
Am Morgen, nachdem Günther Horst mit sei- ner Braut Rom verlassen, um sie in den Schutz seiner Faniilie zu bringen, herrschte in der „Villa Romolus" größte Aufregung.
Miß Harrison hatte eine furchtbare Nacht durchlebt.
Totenbleich, um viele Jahre gealtert, erhebt sie sich morgens von ihrem Lager, ohne auch nur eine Minute die Augen geschlossen zu haben.
Erst, als sie ein Telegramm in den Händen halt:
„Bin gesund. Befinde mich auf dem Wege nach Gunther Horsts Heimat. Von dort aus mehr. Dolores." — atmet sie erleichtert auf. Sie setzt unbedingtes Vertrauen in den Cbarak- ter des jungen Deutschen. Vielleicht ist es das beste so.
Am Nachmittags, als Bernardo Rosso wie gewöhnlich in der „Villa Romolus" auftauch/, um sich nach dem Befinden „seiner lieben Nichte" zu erkundigen, bemerkt er mit Befremden die verstörten Gesichter der Dienerschaft.
Gleich darauf findet in Miß Harrisons Pri- vatsalon folgende Unterhaltung statt:
„Sie wußten nichts von der Flucht meiner ungeratenen Nichte, Miß Harrison?"
„Nein."
„Sie lügen."
„Ich lüge nicht."
Bernardo Rosso blickt die Engländerin, die nicht mit den Wimpern zuckte, durchdringend an.
^Was denken Sie zu tun. Miß Harrison?"
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Allrrstrirtes Sonntagsblatt. ä,-
33 (Nachdruck verboten.) I , . $tl Längt sich die zierliche, graziöse Gestalt
„v» -, , ,1 ferner Braut an seinen Arm. Flott plaudert
Wenn ich mit Menschen- und mit sie ein paar ihrer spaßhaften Bemerkungen daher vaSxaLa I drückt dabei zärtlich seine Hand und blickt ihn an
^ngelszungen redete ..... so lieblich, so berückend--
Roman von Erich Friel»«.
bvcrüceung.)
Jetzt ist das Lied beendet. Still erhebt sich Brnnhbilde vom Klavier. Noch strahlt hehrste Begeisterung aus ihren klaren Zügen.
„Warum singen Sie nicht etwas Hübscheres?" schrillt wie ein Mißton in die seelische Harmonie plötzlich Dolores hohe Stimme. „Warum nicht eine Vcrdische Arie, oder einen Walzer von Ar- diti? Sie haben eine solch nette Stimme!"
Ein erkältendes Gefühl zieht durch Brun- hildes Herz. Sie blickt hinüber zu Günther; doch der hat sich soeben gebückt, um für die Mutter eine herabgeglittene Stecknadel zu suchen. Als er den Kopf wieder emporhebt ist er sehr rot. Vom Bücken? Oder schämt er sich für seine Braut?
Um zehn Uhr, der Zeit, da die ganze Fa- nnlw stets zu Bette geht, erhebt sich der alte Horst aus seinem Lehnstuhl.
„Gute Nacht, Kinder! Komm, Alte! 's ist Zen!"
Günther kiißt seine Dolores innig. Dann Wirft er Brunhilde fragend an. Warum macht sic gar keine Anstalten, ihn wie sonst bis in die tck'oße Halle zu begleiten?
Heute reicht sie ihm nur die schlanke Hand tmd sagte freundlich:
„Schlaf wohl, lieber Günther!"
Dann nimmt sie Ilses Arm und verläßt mit »hc das Zimmer.
Etwas wie Enttäilschung steigt in Günther vuf. Gewiß — sie hat Recht; ihr weiblicher *ort triift stets das Richtige. Aber — aber — i
Karlsruhe, 15. Aug. Einer Einladung deS Kaisers folgend, beabsichtigt der Großherzog an der Kaiserparade bei Homburg teilzunehmen und sein Regiment dem Kaiser selbst vorzuführen. Auch der Erbgroßherzog hat seine Beteiligung zugesagt.
Madrid, 15. Aug. König Alfons sagte auf wiederholte Einladung des Kaisers seine Teilnahme an den Herbstübungen des 18. und 8. Armeekorps zu.
London, 15. Aug. Das Kanalgeschwader, bestehend aus 11 Schlachtschiffen und 8 Kreuzern, verließ heute morgen Spithead auf der Ausreise nach der Ostsee.
Konstantinopel, 15. Aug. (Wiener Korr.- Dur.) In Smyrna wurde eine große armenische Verschwörung entdeckt " menischen Häusern wurden 80 große und 4d ,...ne Dynamitbomben gefunden, ferner ein Plan von Anschlägen, welche gegen öffentliche Gebäude in Smyrna beabsichtigt sind. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Entdeckung verursachte im Mdiz große Erregung. Es wurde sofort der Befehl erteilt, hier und in allen Provinzen die allerstrengsten Nachforschungen zu veranstalten.
dinal-Erzbischof Fischer aus Köl« . auch auf die jüngste Rede des Kaisers in Gnese« zu sprechen. Der Kardinal wies darauf hin, daß es keine kalte Pflicht, sondern eine freudig« Herzensangelegenheit sei, einem Herrscher toi« unserem Kaiser zu dienen, der vor einigen Iah. ren im Rathaus zu Aachen feierlich sein HauK, sein Heer, sein Volk und sein Reich unter dcS Zeichen des Kreuzes gestellt habe, und fügte nach dem Bericht der „Niederrheinischen Volkszeitung* an diesen Hinweis folgende Worte:
.Seine Majestät haben in den letzten Tage» iw Gncsen eine hoch bedeutsame Rede gehalten und dabet namentlich erwähnt, wie der Heimgegangene Papst Leo XIII. bei der letzten Anwesenheit des Kaisers ix Rom ihm, dem Kaiser, die Versicherung gegeben habe, daß die katholischen Untertanen Sr. Majestät All« höchstderselben in Treue ergeben seien. Ich kaa gerade einige Monate später nach Rom, um bat Kardinalshut zu empfangen, und hatte bei dem hochseligen Papst verschiedene Privataudienzen. Bei einet derselben sprach der Papst in sehr eingehender Weist von der Zusammenkunft mit dem Kaiser; er bekundet! rückhaltlos seine Hobe Liebe und Ehrfurcht gegenübä der erhabenen Person Er. Majestät und erwähnst dabei auch die Versicherung, die er uniert» kaiserlich« Herrn gegeben in Bezug auf die unanfechtbare Tret» seiner katholischen Untertanen. Wenn alle katholische« Untergebenen Er. Majestät mit ihren Mitbürger» wetteifern im Pflichtgeftihl und in der Treue und Anhänglichkeit gegenüber dem Träger der Krone und dem Vaterland, so dars ich als Oberhaupt der groß» rheinischen Erzdiözese und ich darf auch zugleich sage» als Metropolit der Kölner Kirchenprovinz, die »ch über ganz Rheinland und Westfalen ausdehnt, dst Versicherung geben, daß namentlich die Katholiken t» diesen westlichen Teilen des deutschen Vaterland u» entweat feststehen in der Treue zu Kaiser und Vaterland, baß sie ihr Vaterland lieben und zugleich d« erhabenen, edle» Herrscher lieben, den uns die Vorsehung gegeben und dm Gott uns noch recht lange erhalten möge'
Wie verträgt sich, so gestatten wir uns die Frage, mit der «unanfechtbaren Treue" dasWahl- bündnis zwischen Zentrum und Sozialdemokratie in Bayern? Bei der kürzlich erfolgten Reichstagsersatzwahl in Fürth-Erlangen haben, toie der konservative „Bayerische Volksfreund" mitteilt, die katholischen Dörfer fast geschlossen ffi« die Sozialdemokratie gestimmt. Im „Vaterland« fand sich weiter folgende Betrachtung aus dest Feder eines katholischen Geistlichen:
„Das Zentrum als Vollspartei und die Sozialdemokratie ebenso, haben partielle gemeinsame kl« vorgezeichnete Ziele, aus denen sich eine Menge von Berührungspunkten ergeben wird, welche die beideq, an und für sich durch eine Weltanschauung getrenntem politischen Parteien einander näher bringen werden.* Der ultramontane Geistliche wünscht als .Volksfreund', daß auch in Zukunft der Gedanke des schwarz-rote» Bündnisies nie fallen gelassen werde, daß bei d« künftigen Landtags-, Reichstags- und Gemeinde- Wahlen .Zentrum und Sozialdemokratie treu zusammenhatten'.
Wer löst den Zwiespalt zwischen der obere» und unteren Erklärung?
— Die Minister der Finanzen und des Innern haben an die Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und den Dirigenten der Ministeriab-, Militär- und Baukommission eine Zusammenstellung der Vorschriften für die Bemessung bet Gehälter der etatsmäßigen nn<
I Infolge dieser Aenderungen betrug am 31. yiCUC|lC XClCßTHyiMtC. I März 1905 die Länge der vollspurigen, dem «■ fl.. . . m r. I öffentlichen Verkehr dienenden Eisenbahnen
Berli«, 16Aug. Die von einem Berliner I 1794,67 Kilometer gegen 1375,03 Kilom. am Matte verbreitete Meldung, der Minister der I i. April 1895 und hatte sich demnach um rund Oeffentlichen Arbeiten v. Budde trage sich mit 30 Prozent vermehrt. Davon waren 1306,41 Rücktrittsgedanken, entbehrt jeder tatsächlichen j Kilom. Haup- und 488,26 Kilom. Nebenbahnen Begründung. I 1063,01 Kilom. waren zwei- und 731,66 Kilom.
Berli«, 15. Aug. In baS Herrenhaus I eingleisig. In noch höherem Verhältnisse wie die berufen wurde der Oberbürgermeister der Stadt I Bahnlänge zugenommen, hatten sich gleichzeitig Charlottenburg SchustehruS durch allerhöchsten I bie Nebenanlagen der Bahnen, sowie die Betriebs- Erlaß vom 3. August auf Präsentation der “nb ^Achrseinrichstmgen, sowie die Vettoal- Stadt Charlottenburg, welcher aus Anlaß ihrer I vermehrt. Die
ct.:PT h/s onniÄfn-inD« „Ts I Zahl der Stationen ist von 241 auf 358, also um
» t ®ta?K I rund 48 Proz., gestiegen. Von diesen waren 22 ßemtnnbe urUtels allerhöchsten Erlasses vom 15. I (14 i. I. 1905) Bahnhöfe 1. Kl., 65 (48 i. I. Mai ds. Js. das PrasentationSrecht für daS 1895) Bahnhöfe 2. Kl., 63 (55) 8. Kl., 119 Herrenhaus verliehen worden war. | (76) Haltestellen und 89 (48) Haltepunkte. Die
Zahl der Jnspekfionen betrug 30 gegen 24 am 1. April 1895. Ferner hatte der bahnfiskalische Grundbesitz, der 6715 Hektar 20 Ar gegen 5179 Hektar 30 Ar am 1. April 1895 betrug, um 640 Hektar zugenommen. Die 1794,67 Kilom. Bahnen verteilen sich mit 1622,02 Kilom. auf das Königreich Preußen, mit 136,50 Kilom. auf das Herzogtum Braunschweig und mit 36,15 Kilom. auf das Fürstentum Waldeck.
Eine erhebliche Entwicklung hat auch in den verflossenen 10 Jahren das Kleinbahnwesen im Direktionsbezirk Cassel erfahren. Während nämlich bei Errichtung der Direktion am 1. April 1895, außer der nur dem Personenverkehr die- nenden Casseler Straßenbahn, überhaupt keine Kleinbahn im Betrieb war, toaren am 31. März 1905 deren — einschl. 3 Straßenbahnen - 12 mit einer Gesamtlänge von 244 Kilometer vorhanden.
Für die Bewachung der Uebergänge und der Strecken waren bei Beginn des Jahres 1895 929 Bahnwärter, 448 Hilfsbahnwärter und 175 Schrankenwärterinnen vorhanden. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Bahnwärter 980, der Hilfsbahnwärter 418, der Schrankenwärter 161 und der Schrankenwärterinnen 266.
Auf mehreren Bahnhöfen sind die Mittelbahn- fteige durch Perfonentunnel oder Ueberführungen zugänglich gemacht worden. Dies ist u. a. auf den Bahnhöfen in Altenbeken, Borken, Cassel O, Hofgeismar, Holzminden, Hümme, Kirchhain, Leinefelde, Nordhausen, Paderborn, Sangerhausen, Sarnau, Seesen und Wilhelmshöhe ge. schehen.
Vorhanden waren am 1. April 1895: '466 Lokomotiven und 1290 Wagen und zwar 444 Personen-, 175 Gepäck- und 671 Güterwagen. Hierzu traten in der Zett bis zum 31. März 1905: 559 Lokomotiven, 749 Personen-, 276 Gepäck- und 1229 Güterwagen, während gleichzeitig au geschieden wurden: 400 Lokomotiven, 171 Personen-, 34 Gepäck- und 206 Güterwagen. Demnach toaren Ende März 1905 vorhanden: 866 Lokomotiven und 3133 Wagen und zwar 1022 Personen-, 417 Gepäck- und 1694 Güter- wagen. Somit hat sich die Zahl der Lokomotiven iun 400 Stück oder nahezu 100 Prozent und die Zahl der Wagen um 1843 Stück oder rund 140 Prozent vermehrt. Außerdem sind noch 21
Sie grübelt und grübelt ... bis es schließlich nicht mehr znm Aushalten ist.
Was fesselt sie denn noch an Rom? Kan« sie nicht machen, was sie will? Hingehen, wohm es ihr beliebt?
Mit bei ihr ganz ungewohnter Energie laßt sie von ihrer alten Kammerfrau einen Handkoffer mit den notdürftigsten Sachen packen, steckt ihr Portefeuille mit einer Anzahl Bank- noten zu sich und besteigt den Expreßzug nach Deutschland.
Die mehrere Tage baiternbe Reise dünkt bet Aermsten schier endlos. An Schlafen ist nicht z» denken. Trotzdem nimmt sie nirgends unterwegs Aufenthalt. Nur fort, immer weiter fod von der Stadt, wo ihr Peiniger wohnt! Jede Meile, die sich zwischen ihn und sie schiebt, erscheint ihr wie eine Erleichterung. Freier atmet ihr gequältes Herz in dem Bewußtsein, Bernardo Rossos Einfluß entflohen zu sein — jener Geißel, die ihr armes, ach so trauriges Leben z» Tode peitscht.
Und ist denn ihre Furcht vor dem schrecklichen Menschen gerechtfertigt? Ist sie schlecht? Vielleicht eine Verbrecherin? Hat sie eine Sünde begangen? Oder ist sie nur ein schwaches, unglückliches, todestrauriges Weib, dem das herbe Schicksal arg mitspielte — trotz seines Reichtums- bemitleidenswerter als die ärmste Frau aus dem Volke? . . . Ach, es gab eine Zeit, da wollte sie ihre Gedanken und Erinnerungen betäube» durch eine Hetzjagd nach Vergnügungen jebet Art; da schmückte sie sich und pflegte ihren Körper, um schön zu fein. Wie sind diese eitle» Freuden mit der Zeit alle entschwunden! Wie hat sie jetzt nur brennende Sehnsucht nach Ruhe — und wäre es auch eine Ruhe in Armut und' Verlassenheit k
(Fortsetzung folgt.)
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