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daß es ebenso sehr für Amerika als für sich selbst kämpfe. Der zweite Grund sei, daß Ru^ land eS Unterlasten habe, seine Angelegenheit vor daS Forum der ganzen Welt zu bringen. Der Dritte sei die russische Judenfrage, welch, die Juden in Amerika sich zu Nutze machten, um die Sympathie der Amerikaner für Ruß» land zu zerstören. Minister Witte fügte Hinz«, in der amerikanischen Preffe werde in nächster Zeit eine Reihe Artikel veröffentlicht, die im Laufe von wenigen Tagen die amerikanische Oiffentlichkeit über die ganze Frage aufklären sollten. Er werde mit hervorragenden Vertretern der jüdischen Raffe Zusammentreffen, um den Gegenstand mit ihnen zu besprechen. Stuf die Frage, ob eS möglich sei, zwischen England und Rußland eine Verständigung herbeizuführer^ erwiderte Witte: Ja, daS gegenseitige Vorurteil kann beseitigt werden, wenn beide Länder willens sind, einzusehen, daß sie beide Rechte haben, die Anspruch darauf haben, geachtet zu werden.
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| Deutsches Reich.
I . Berlin, 15. August.
I — Seine Majestät der Kaiser konferiert gestern Montag, wie von Schloß Wilhelms« höhe gemeldet wird, nach der Rückkehr von Cassel mit Geheimrat Althoff, dem Präsidenten Butler, und dem Dekan Burgeß von der Columbia-Universität über den beabsichtigten Austausch deutscher und amerikanischer Professoren. Di« drei Herren nahmen später an der kaiserliche» Frühstückstafel teil.
— Von den Blättern, die sich zu der K a i s e r- rede in Gnesen vernehmen ließen, verbeut natürlich die polnische Presse am meisten Bo. achtung. In dem „Dziennik Poznanski", dem Haupwrgan der Polen, ist zu lesen, es beabsich, tige kein Mensch, die Worte des Papstes Leo XIII. Lügen zu strafen, aber jeder Geistliche und jede Privatperson habe das Recht, seine Reli. gion und Nationalität zu verteidigen. Der Kaiser sei in der Provinz Posen gewesen, habe aber die Polen nicht aufgesucht; nicht einmal dem kranken Erzbischof habe er einen Besuch abgcstattet. Dies sei ein charakteristisches Zeichen der Reise gewesen, die im Anschlüsse an die Begegnung mit dem Zaren erfolgt sei. ;— „Sarmati scher Uebermut*
so sagte der Kaiser auf der Marienburg Ann« 1902. Also die Polen und ihr „Interrex", der Posen-Gnesener Erzbischof sind die eigentlich«, Herren im Lande, denen der König von Preuße« seine Aufwartung zu machen hat! Es gibt aller« dings Leute, die meinen, wenn Herr Florian vor, Stablewski in der Lage sei, Besuche zu empfangen, würde er wohl zur Not auch solche machen können, so daß im Gegensatz zu der unverschämten Anmaßung des Polenblattes gerade das Nichterscheinen des Posener Erzbischofs an seinem Stammsitze Gnesen die Lage hell beleuchtet. Der Appell an das Andenken Leos XIII. hat anschei- nend, wie die Haltung der polnischen und deut» schen Polenpresse zeigt, nicht den geringsten Ein. druck in dreseni Lager gemacht. Interessant wird jein zu beobachten, wie die „.Herren vom Kapitel", an die persönlich der Kaiser eine Mahnung ge«
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmverfitätS-vuchdruckerei 40.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55, 8
I sie sich jetzt hängt, bewundernd zu der hohen I Gestalt emporblickend.
I r rum f,cr hat sie vergessen — alles, gelöst ihren Bräutigam, der mit gemischten Ge- I suhlen die charakteristische Szene beobachtet hat. I Für Dolores existiert momentan nichts anderes I auf der Welt, als Brunhilde Isenburg. — Der Abend verlief ohne jeden Zwischenfall.
yrun^ifoe Isenburg gehört zu jenen seltenen Mädchen, die, wo immer sie austauchen, Ruhe uud Frieden um sich verbreiten. Sie besitzt die Macht, in jedem Menschen die beste Seite her- auszufinden und das Gute, Edle, das in jedem Menschenherzen, selbst in dem verworfensten schlummert, zu wecken.
Auch Dolores fühlt sich in Brunhildes Nähe sofort heimisch, während sie sich den ganzen ^ag über vorkmn wie ein entwurzeltes Bäum- ajen, das plötzlich in fremdem Lande Wurzel wssen soll und keinen richstgen Boden findet. Draußen, in der großen Welt, in den oberfläch. lwien Gesellschaften — da weiß ihr Plauder- mundchen flott drauflos zu schwatzen, besitzt sie ein besonderes Talent, zu lächeln, zu schäkern, zu kokettieren, faßt man ihre banalen Bemerkungen weil sie mit Schick und Verve hervorgesprudelt tverden, sogar als Geistesblitze auf.
Hier, in dem stillen Frieden des norddeut- schen Gutes, mit seinen einfachen, aber durchaus ehrlich und bieder empfindenden Bewohnern wußte sie kaum ein Wort zu sagen.
Jetzt ist es etwas anderes. Brunhilde versteht eS aufs liebevollste, auf ihre Interessen ein- zugchen; sie erkundigt sich nach der römischen Ge- sellschäft, fragt nach der Art und Weise, wie man sich dort kleidet, wie man lebt und was mau treibt. Und Dolores, geistig wieder in die gewohnte Atmosphäre versetzt, antwortet frisch und
Marburg
Mittwoch, 16. August 1905.
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I richterstatter des „B. L.-A." gegenüber ausgc- I fprochen hat, sind es 1 2 z u r V e r h a n d lu n g I st e h e n d e P u n k t e. Da jeder für sich allein I 5ur Erörterung kommt, werden die Kon. I ferenzen mindestens drei Wochen I dauern.
I Außer den offiziellen Beratungen gibt es noch I eine Reihe unverbindlicher und privater
I Nebenverhandlungen und Einwirkungen
I politischer und finanzieller Natur, die sicher nicht I ohne Einfluß auf den Gang der Ereignisse bleiben I werden. So erhält sich in Paris nach Melbun- I gen aus Amerika dort die Meinung, daß die in I Portsmouth weilenden, häufig mit Kvmura und I Takahira verkehrenden amerikanischen Bankiers I Japans einem finanziellen Arrangement mit I den russischen Bankiers geneigt wären, falls die I beiderseitigen Diplomaten über die polttischen I Grundlagen der Kombination einig geworden I seien. Von russischer Seite wird darauf hinge- I arbeitet, daß Japan seinen Einfluß in Peking I geltend mache, damit der zwischen der trans- I birischen Bahnstrecke und dem Amurlauf gelegene I Bogen des nordmandschurischen Gebietes russisch I werde. Gegen dieses Zugeständnis, für welches I China auf Sachalin (? entschädigt werden könnte I würde Rußland diese Insel abtreten. Witte be- I hält sich bei günstigem Fortschreiten der Vechand- I hingen einen augenblicklich nicht näher zu er- I örternden Vorschlag vor, welcher bezweckt, Japan I auf Jahre hinaus bedeutende Zolleinnahmen zu sichern. Diese künftigen Vorteile möchte SBitte schon jetzt in Rechnung stellen, um die japanische Forderungen teilweise zu kompensieren. Als gleichfalls wichtiges Kompensationsobjekt tvird russischerseits die durchaus pnvaten Charakter tragende, also völkerrechtlich vor einfacher Beschlagnahme geschützte ostchinesische Bahn betrach- tet, Diese und noch andere Wittesche Ideen wer- den offiziös, das heißt vollkommen unverbindlich, I von japanischen Fachmännern geprüft werden. ' I
Bern, 14. August. Im Namen des P e t i - | tronskomitees für den Frieden im fernen Osten haben, laut Telegramm der I
Frederic Passy, Ehrenpräsident der I l^wssostschen Gesellschaft für internationale I Schiedsgerichte und Emile Arnaud, Präsident I ter internationalen Friedens- und Freiheitsliga | an Witte und Komura in Portsmouth fohl 6 endes Telegramm gerichtet: Als Depo- I sitare von hunderttausend Unterschriften von I Franzosen, Holländern, Schweizern, Ungarn, I und Oesterreichern, die Ihre Regierungen bitten, I einen Waffenstillstand und einen ehreiivollen Frieden zu schließen, I beschwören wir sie, auf deren Stimmen zu hören I den Waffenstillstand zu unterzeichnen und dem I Unglück und der allgemeinen Unsicherheit der Zu- I stände, die dieser Krieg verursacht, ein Ende zu I wa.chen durch Herbeiführung eines dauernden I Friedenszustandes im fernen Osten. Frederic I Passy, Emile Arnaud." I
London, 14. Ang. Die „Morning-Post' I veröffentlicht folgende Depesche aus Portsmouth: | In einer Unterredung gab Minister Witte drei I Gründe an, welche nach seiner Meinung die I Sympathie Amerikas für Japan erklären. I Erstens veranlaßte Japan Amerika, zu glauben, I
natürlich und mit der ihr eigenen Grazie — fff | daß alle entzückt sind, sogar die alten Horsts, über, deren runzelige Gesichter etwas wie ein be- friedigtes Schmunzeln huscht.
Und Günther ist natürlich entzückter als alle andern. Zu immer helleren Flammen schlägt seine Liebe zu dem reizenden Mädchen empor. Kaum kann er mehr die Blicke abwenden von dem dunklen, sprühenden Gesichtchen, das jede Sekunde fast den Ausdruck wechselt und in der nüchternen nordischen Umgebung doppelt fas« zinierend wirkt.
Wie gewöhnlich abends vor dem Schlafen« gehen — so setzt auch heute Brunhilde sich ans Klavier.
Und wieder erschallt die herrliche Stimme in dem erhabenen Gesang:
„Wenn ich mit Menschen-
Und mit Engelzungen redete
Und hätte doch der Liebe nicht —
Ich wär' ein tönerni> Erz —*
Mit Absicht hat sie dieses Lied gewählt. Welch' anderes könnte derart Dolores zu Herzen dringen — jetzt, da die Liebe ihre Seele umfängt, da sie alles, selbst die Heimat, für den Mann ihrer Wahl aufgegeben k
Und sie singt, wie sie noch nie gesungen. Tranen füllen die Augen der Zuhörer. Selbst der alte Horst nimmt die Brille von der Nase und wischt die Gläser, während Trudi verstohlen das Zimmer verläßt, weil sie sich schämt, in Gegenwart der andern „zu heulen".
Nur Dolores schwarze Augen blicken teilnahmslos darein. Ungeduldig spielen ihre Finger mit der feinen goldenen Uhrkette . . . Sie, fiic die der Gesang bestimmt ist, hat keine Empfindung für seine Gewalt.
— —- ----.....— ^Fortsetzung folgt). J ;
mr die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jlluftriries Sonntagsblatt. —
2Sie ein erlösendes Zauberwort erschallt Plötz- stw Brunhildens weiche, tiefe Stimme hinein in die beklemmende Schwüle:
„Ist dies Dolores, lieber Günther?"
„Ja, Hilde."
Beim Klange jener seltsam wohltönenden 'Stimme fahrt Dolores herum. Verwundert starrt sie das große blonde Mädchen an.
Einige Sekimden lang blicken die beiden Augenpaare ineinander: ängstlich forschend die schwarzfiinkelnden der kleinen Kreolin — ruhig, feft, hoheitsvoll die klaren grauen der Nordländerin ....
„r^np wie von einer geheimen Macht über- waltigt, senken sich die schwarzbewimperten Lider über den dunklen Augensternen.
Der starke Geist, hat den schwachen bezwungen.
„Verzeihen Sie mir!" bittet Dolores fast demütig, schüchtern ihr diamantberingtes Händchen ausstreckend.
„Weshalb?"
„Weil ich Sie soeben ein „gewöhnliches Mäd- dften" nannte. Ich sehe — Kleider können auch tauschen."
Emen Augenblick zuckt es wie Empörung in Brnndhildes stolzem Antlitz auf. Aber ein Blick auf Günthers stumm bittende Augen, auf Dolores reizendes, verlegen errötendes Gesichtchen — und die unwürdige Aufwallung ist vorüber.
Lächelnd beugt sie sich zu dem schwarzen Lückenkopf herab und drückt einen Kuß aus die klare Stirn.
Dieser Moment ist ausschlaggebend für die wetterwendische, exaltierte kleine Südländerin. Ihr Herz brennt lichterloh in hellster Begeiste- runa für die blonde Walküre, an deren Arm
V Neueste Telegramme.
15. August. Die Zusammenkunft König Eduards mit Kaiser Franz Josef wird heut« (Dienstag) stattfinden. König Eduard wird, nur von Kapitän Seymour Fortescue und Major Frederick Ponsonby begleitet, nachmittags gegen 5 llhr über Salzburg in Ischl eintreffen "nd dort von Kaiser Franz Josef auf dem Bahn- Hof empfangen und nach dem Hotel Elisabetl) ge- leitet werden. Der , König kommt dann um P Zyr zu einem Familiendiner im engsten Kreise in die Kaiservilla, wo et auch den Abend zu- bringen wird.
London, 14. August. König Eduard ist heute Vormittag 10]/2 Uhr nach Marienbad abgereift.
Rom, 14. Aug. Der Minister Tittoni ist zum Besuche in Thonon-les BainS bisher noch nicht abgereist, wird aber dort erwartet. Nach dem „Eclair" würde Tittoni vorher noch mit den Botschaftern Deutschlands und Frankreichs bei dem Qnirinal in der Angelegenheit der Balkonirage verhandeln.
Haag, 15 August. (W. 53.) Nach lang- Sjen Verhandlungen wurde ein neues Ka- Mbildet. Dr. van Tets van Goudrian, vis her Gesandter in Berlin, hat das Aeußere übernommen. Präsident des Ministerrats ist bis auf weiteres der Finanzminister de Meester.
Pakrs, 14. Aug. Dem Pariser Korrespondenten des Londoner „Standard" gegenüber äußerte der Ministerpräsident Rouvier seine Befriedigung über die freundliche Haltung der englischen Bevölkerung während des Besuches der französischen Marine und betonte, daß die Presse wesentlich dazu beigetragen habe, diese günstige Stimmung zu schaffen. Er schloß mit . Entsicherung, daß Frankreich beweisen werde, in wie hohem Grade es die englischen Sympathien erwidere.
London, 14 August. Die französische Flotte begann heute früh mit der Ausfahrt aus dem Hafen von Portsmouth. Eine große Menschenmenge war am Ufer versammelt, die die Schiffe beim Verlassen des Hafens mit Hochrufen be- gruyte.
Petersburg, 15. August. Aus angeblich sicherer Quelle wird gemeldet, daß der Zar am Sonnabend ein Manifest unterzeichnete, das eine Nationalversammlung zusammenberuft. Die Veröffentlichung soll bei passender Gelegenheit bald erfolgen. Redigiert ist daS Manifest ausschließlich von Pobjedonoszew, und es ist gegen den Rat der Häupter der Reaktionspartei
»bgefaßt.
ßottbotf, 14. Aug. Im Verlause der Session ist. infolge des Ausfalles der Nachwahlen die unionistische (Regierungs)-Majorität von 81 auf 71 gesunken. Der Stand der Parteien im Unterhause ist gegenwärtig der folgende: Konservative 312, liberale Unionisten 58, zusammen 870. Liberale und Radikale 217, irische Nationalisten 82, zusammen (Opposition) 299, was mit dem Sprecher die 670 Mitglieder des Unterhauses ergibt.
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete . . . . .
Roma« von Erich Friese».
tfl-mtzetzung.)
Nervös preßt sie feine Hand zwischen ihren
kleiiieii Fingern, um gleich darauf in pikiertem Tone fortzufahren:
, »Wer ist übrigens das hübsche, große Mädchen, mit dem Du eben ankamst?"
"Meine Cousine Brunhilde Isenburg. Sie ist meine beste, treueste Freundin — und wird auch bald die Deine sein, Dolores."
„ r -'1^ wohnt sie denn? Und warum
gehst Tu, mit ihr spazieren? . . . Huh, Brum- bar —- Zieh doch nicht solch fürchterliches Gesicht! Tu denkst wohl, ich bin eifersüchtig!" Lustig lacht sie auf. „Eifersüchfig auf cm solches gewöhnliches Mädchen! Komisch!" 9 '
„Dolores!" Günther ruft es in verhaltener Empörung, indem er sich nach Brunhilde umsicht, die etwas zurückgeblieben ist, um die Begrüßung des Brautpaares nicht zu stören. Mein Gott, wenn sie die lieblose Bemerkung gehört hätte!
llud doch — er will Geduld haben mit den Schwächen seiner Braut. Sie ist ja noch so jung und unerzogen!
„Komm, mein Liebling!" bittet er sanft. „Sei artig,' Du kennst eben meine Cousine noch nicht!"
Mit der Geberde eines ungelegenen Kindes wsndet Dolores sich ob, ihren Bräutigam stehen lapend.
Traurig blickt Günther ihr nach. Warum vieler Mißton beim ersten Zuwmw::'treffen in
.seiner Heimat? ... " '
Die Friedensverhandlungeu.
Die Stimmung ist jetzt, nachdem die Meldungen von Samstag und Sonntag meist schr pessimifttsch gefärbt waren, im allgemeinen als etwas hoffnungsvoller zu bezeichnen. Den Haupt- gründ hierzu bildet die Vermutung, daß Japan entweder bereit ist, in den Fragen betreffend die Kriegsentschädigung und die Abtretung Sachalins nachzugeben, oder glaubt, daß ein Weg gefunden werde, die Einwendungen Rußlands zu widerlegen, sobald es zur endgültigen Entscheidung kommt. Wie aus guter Quelle verlautet, werden von außen her bei beiden Parteien starke Einflüsse geltend gemacht. Für den Augenblick ist das Bestreben daraus gerichtet, Zeft zu gewinnen. In der Samstagssitzung der Friedenskonferenz erklärte Witte bei der Verhandlung über Korea, Japans, wahre Absicht sei es, aus Korea eine j a p a n i sch e Provinz zu machen. Rußland habe gegen die Besitzergreifung Koreas durch die Japaner nichts einzuwenden, ober Ja- pan solle feine Absichten in vollem Umfange zu- gestehen, . damit die Welt über die Lage int Klaren fei. Japans Absicht laufe den Interessen Europas und Amerikas zuwider; wenn jedoch Japan diesen Interessen Rechnung trage, werde Rußland feinen Einspruch erheben. Komura widersprach den Aeußerungen Wittes in be- ftimmter, aber freundlichster Weise und erklärte, Japan suche in Korea nur kommerzielle und industrielle Vorteile, wozu es berechttgt sei, und es bestrebe sich, dieses Land in der Anarchie in der Verwaltung zu schützen.
Am Sonntag hat, wie schon gemeldet, keine Sitzung stattgefunden. Ueber den
Verlaus der Konferenzen I
am gestrigen Montag, wo vor- und nachmittags I ie eine Sitzung abgehalten wurde, liegen folgende I Berichte vor: I
Newyork, 14. August. In der Vormittags- I Übung der Friedeuskommission wurde die korea- I nrsche Frage erledigt. Nachmittags 3 Uhr ging I man zum nächsten Punkt über. ' I
Portsmouth (New Hampshire), 14. Aug. I (W. B.) Offiziell wird bekannt gegeben: In der | heutigen Vormittagssitzung wurde der erste Ar- I Hfel erledigt. Die Bevollmächtigten gingen zur I Beratung des zweiten Arttkels über. Die Sitzung I wurde um 1 Uhr geschlossen und um 3 Uhr wie- I der eröffnet. Der erste Artikel, welcher sich auf I Korea bezieht, wurde nach Uebereinkvmmen in I ber Vormittagssitzung nicht so gefaßt, wie ihn die I Japaner zuerst vorlegten, sondern abgeänbert, I um den Wünschen der Russen entgegenzukommen. | Doch ist noch nicht bekannt, wie weit die Abände- I ntng geht.
den Beratungen der Friedenskonferenz I ift bisher noch nie in formeller Weise von Frie- I densbedingungen gesprochen worden. Der Ver- I lauf der Diskussion gestaltet sich vielmehr in fol- I ae"r-m™ nnen: Tst- Delegierten erörtern zunächst I ?woft Grundsätze (principles); daraus erst sollen I im Protokoll „terms" (Bedingungen in allgemei- I neu Umrissen) werden und aus diesen endlich die I „conditions" (spezielle Friedensbedingungen) I stw enwickeln. Wie Herr v. Witte sich einem'Be- I
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