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Marburg
Dienstag. 15. August 1905.
such gemacht, und man wollte sie dort vor heutr früh nicht wieder fort lassen.
Es drückt ihm fast das Herz ab, daß gerat» Brunhilde, seine beste, treueste Freundin, tio# seinem Glück noch nichts weiß. Wie wird sie mit ihm aufjubeln!
In seiner freudigen Erregung geht er ihr entgegen. Er kennt den Waldweg, den sie stets vonJenem Gute aus nimmt.
Langsam, in Gedanken versunken, schlendert er zwischen den Buchenstämmen dahin, bis ef plötzlich "ihr Helles Kleid auftauchen sieht.
Nach wenig Minuten weist sie alles. 3
Günther hat nicht bemerkt, wie ihre AugÄk bei seiner Erzählung einen starren Ausdruck am nehmen, wie sie einmal sogar, wie in einer Am Wandlung von Schwäche, stützesuchend um ftd[ greift.
Er hört nur den Klang ihrer tiefen, volb tönenden Stimme, mit welcher sie sagt:
„Ich freue mich mit Dir, Günther, und der« lange darnach. Deine Braut zu umarmen."
Int Uebrigen erscheint Brunhilde ihre» Better heute sehr schweigsam. Vielleicht hat fk sich überangestrengt; sie ist ja auch auffallend bleich. - -
Als die beiden, langsam, ruhig nebeneim ander hergehend/Zn Sicht von „Waldruhe" koim men, stöstt Günther einen leisen Schrei auS. |
Da kommt seine Schwester Ilse ihm entgegen und mit ihr — nein, wie reizend sie aüssichN in Trudis rosa Kattunrock Dolores Arevallo.
Beim Anblick ihres Bräutigams stürzt DoloreS auf ihn zu und wirft sich aufschluchzend an sei« Brust. . i
O, Günther, Günther! Ich fühle mich so um glücklich ohne Dich — so-gräßlich unglücklich! D» darfst mich nicht wieder verlassen — auch nicht einmal eine halbe Stunde!" J
..... (Fortsetzung folgt.)' i
ch ir- ;z ii.
Neueste Telegramme.
Wie«, 14. Aug. Dem Besuch König Eduards in Ischl am 15. August wird durchaus ein privater und vertraulicher Charakter gewahrt tverden. Der König will den Kaiser Franz
Josef persönlich zu seinem 75. Geburtstag beglückwünschen. ES verlautet, König Eduard werde nach der Abreise von Ischl den Herzog von Cumberland in Gmunden besuchen.
Paris, 14. Aug. Kolonialminister Cle- mentel empfing gestern Dunkelmann, den Führer der deutschen Mission zur Festsetzung der Grenze zwischen dem französischen Kongogebiete und Deutsch. Kamerun. Nach einer Besprechung zwischen dem Minister einerseits und Dunkelmann und den Mitgliedern der deutschen Mission andererseits vereinigten sich beide Missionen, um gewisse Punkte, die Vorbereitung der Mission betreffend, festzusetzen. In Anbetracht der Wichtigkeit der Aufgabe und der voraussichtlichen Dauer der Arbeiten ist cS wahrscheinlich, daß eine zweite Mission gebildet werden wird, die kurze Zeit nach der ersten die Ausreise antreten würde.
Madrid, 14. Aug. König Alfonso hat feinen Besuch in Berlin nach übereinstimmenden Meldungen auf den November d. I. verschoben. Bestimmend für den König ist die Tatsache, daß idie Korteswahlen infolge der Auflösung der spanischen Teputiertenkammer bevorstehen. Aus diesem Anlaß will der König erst später außer Landes gehen.
London, 13. Aug. Die „Daily Mail" befragte den Privatsekretär des König«, Lord Krollhs, ob die Nachricht von einer Zusammenkunft deS Königs mit dem deutschen Kaiser in FriedrichShof bei Cronberg wahr sei. Knollhs antwortete gestern abends 8 Uhr 35: „Die Nachricht ist gänzlich unwahr; sie ist von der ausländischen Presse ausgegangen. KnollyS."
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Dmck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmversttäiS-Buchbruckerck 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon oo.
Der Lmidwutschaftsminister über die Fleischteuerung.
.. Wie bereits vorgestern genteldet, hat der preußische Landwirtschaftsminister v. Podbielski nach der Besprechung mit den Vorständen der Land- Wirtschaftskammern, die nach Berlin verusen worden waren, um über die zur Zeit herrschende Fletschteuerung und über etwaige zu ei-greifen.de Maßregeln zu beraten, eine Rede ge- halten, die in ihrem programmatischen Jithalt von politischer Bedeutung ist. In richtiger Er- kentnnis der Gründe dec gegenwärtigen künst- kichen. hervorgerufenen Preisteigerung hat der Minister es abgelehnt, die Grenzen für verseuchtes ausländisches Vieh zu öffnen, da ec der Ansicht ist, die von allen Vorurteilslosen und nicht durch die linksliberale Presse Voreingenommenen
Gleich darauf erscheint Trudi mit einem rosa Kattunkleid auf dem Ann. Sie ist ganz rot vor Eifer.
„Willst Du es anziehen, liebe Dolores? Du hast dieselbe Größe wie ich. Es muß Dir passen."
Mit der Freude eines Kindes betrachtete Dolores die vielen Fältchen und Volants, die feinen Stickereien des Kleides.
„Wie schön das gewaschen ist!" ruft sie bewundernd.
„Das mache ich selbst."
„Oh —! Tu bist Wäscherin?"
Gutmütig lacht Trudi auf.
„Nein. Aber wir Mädchen ivaschen unsere Kleider immer selbst. Du wirst es als Günthers Frau wohl auch tun. Darf ich Dir einen Guten- morgen-Kuß geben, Dolores?"
Schweigend hält Dolores ihrer zukünfsigen Schwägerin die Wange hin. Dann fragt sie leise:
„Wo ist Günther?"
„Er Macht einen Spaziergang int Wald, wird aber bald zurück sein. Hier hast Du das rosa Kleid, liebe Dolores. Günther hat die rosa Farbe sehr gern, besonders auch die rosa Kattunkleider. Nun mach' Dich rasch fertig. In einer Viertelstunde hole ich Dich ab."
Die Tür fällt hinter Trudi ins Schloß.
Tief seufzt Dolores auf. Sie fühlt sich auf einmal so einsam — so verlassen--
Auch Günther ist ganz eigen zu Mute. Er kann seines Glückes gar nicht recht froh werden. Trotzdem die Seinen ihm vecsprockien haben, Dolores liebevoll zu behandeln, so fiirchtet er doch den ersten Tag des Zusammenseins. Er kennt ja das unberechenbare Wesen seiner Braut.
Und dazu ist Brunhilde Isenburg gerade von Hause abwesend, Brunhilde, auf deren Einfluß Günther am meisten baute. Sie hatte gestern Mittag auf einem benachbarten Gut einen Be-
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Allnstrirtes Sonntagsblatt.
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derartige Arbeiten hat man sie nicht gewöhnt. . . Aber komm, liebste, beste Mutter! Dolores wird ausgeschlafen haben. Geh zu ihr! Sei lieb zu ihr! Vergiß nicht, daß sie Seinem einzigen Sohn das Teuerste auf der Welt ist!"
Iran Horst schluckt ein paar Mal, zieht das Taschentuch hervor und wischt sich damit verstohlen die Augen.
Tann geht sie festen Schrittes hinein ins Schlafzimmer ihrer Töchter, wo Dolores noch immer, zusammengeduckt wie ein scheues Kätzchen, fest schläft.
Still setzt sie sich ans Bett. Eindringlich studiert sie die schönen Züge, als sollten sie ihr verraten, ob das Mädchen ihren einzigen Sohn glücklich machen kann, so glücklich wie Brunhilde —
. Lange, lange sitzt die alte Frau so da — mit gefalteten Händen, starr, stumm ...»
Da crfnet_ Dolores Plötzlich die Lider. Ein Paar wundersamer, nachtdunkler Augen blickt erstaunt um sich — Augen, wie Frau Horst sie noch nie gesehen — Augen, die ihr Herz int" Sturm erobern.
Wie von einer geheimen Gewalt getrieben, bückt sie sich und drückt einen Kuß auf die reine Kinderstirn.
Mein liebes, liebes Kind! Hast Du gut geschlafen?"
Dolores nickt.
„Willst Du jetzt aufstehen?"
Abermaliges Nicken. Erstaunt schweifen die Augen im Zimmer umher.
- „Wo — wo bin ich? . . . Ach ja — zu Hause bei meinem Günther! . . . Und wer sind Sie, Madame? Seine Mutter?"
„Ja, mein Kind. Und nun nenne mich Du.
Ich bin von jetzt ab auch Teilte Mutter."
Ein Serifzer der Erleichterung hebt Dolores Brust.
„Danke. Du bist sehr gilt zu mir, liebe Mutter. Jetzt will ick aufstehen."
verzichten muß. Dann wandte er sich der Frazr zu, ob es denn eine
Fleischnot
gäbe. „Bei dieser Frage," sagte der Minister, „müssen wir zu erkunden suchen, wie es um be» Austrieb stehe Ich habe zur Verwaltung de» (Berliner) Städtischen Viehhofs keinerlei Bv- ziehungen Ich. habe also nicht veranlassen können, daß man mir zugunsten meiner heutigen Ausführungen Material liefere. Um so bezeichnender und lehrreicher ist es daher, daß der letzte Auftrieb mit 13 560 Schweinen am Markte way eine Zahl, die an ganz wenigen Tagen im Jahre nicht erreicht wurde. Und da sage man noch, daß die deutsche Landwirtschaft unser Volk nicht zu ernähren vermag. Es ist dieser jüngste Antrieb aber auch der beste Beweis, daß bei unä Schweine reichlich vorhanden sind. Das gesamte bezügliche Material soll binnep kurzem der Oeffentlichkeit übergeben werden. Noch drei bis vier Wochen werden wir die ziemlich hohen Preise haben. Dann jedoch wird ein derartiger Ueberfluß sich geltend machen, daß der jetzige, wenig erfreuliche Preisstand verschwin- den wird. Niemals darf dem Vieh« stände der deutschen Landwirtschaft der Schutz entzogen werden. Bei den ungeheuren Werten, die darin angelegt sind, hat sie allen Anspruch darauf. Der Rind« Viehbestand in Preußen stellt ein Vermögen von 2Milliarden und in Deutschland ein solches von 4% Milliarden dar. Der Schweinebestand Preußens darf mit 7 00 Millionen und er Deutschlands mit einer Milliarde bewertet werden Schon hat jenseits der Weichsel die sibirische Pest angeklopst. Wer will da den Mut haben, die Grenzen zu öffnen! In Rußland herscht die Maul- und Klauenseuche, deren letzter Einbmch den deutschen Landwirten 100 Millionen gekostet hat. Wo ist der Landwirtschaftsminister, der die Verantwortung tragen könnte, unter solchen Möglichkeiten die Grenzsperre aufzuhebenk. England, auf das man ja so gern verweist, denkt gar nicht daran, seinen Viehbestand durch derartige Einfuhr bedrohen zu lassen
,t.Jch habe geglaubt, so schloß der Minister, „verpflichtet zu sein, hier vor Ihnen, fern von allen Parteistandpunkten, einen Ueberblickt über die Verhältnisse zu geben. Diese Verhältnisse sagen uns, daß keine Fleischnot, woA aber eine Fleischteuerung vorhanden ist, die den verschiedettsten llrsachen entspringt. Möge doch unsere gesamte vaterländische Presse sich bte Aufgabe stellen, die ich in die Worte zusammenfasse: Fort mit dem Gegensatz zwischen Staat und Land und Aussöhnung zwischen beiden! Ich wünsche eine Durchsichtigkeit der Marktlage auch für den Konsumenten, damit er eine Selbst, kontrolle über den Markt zu üben vermag. Wir verstehen die Sorge um die jetzige Lage deS Fleischmarktes. Wir haben volles Verständnis dafür. Aber ein preußischer Landwirtschafts« Minister kämpst für die preußische Landwirtschaft!"
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete.....
Noma« vo« Erich Friese».
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Den braven, biederen Leuten wicds gaitz warm ums Herz. Der alte Horst ist gleich gewonnen. Nur seine Frau kann sich von ihrem jahrelangen Traum, Brunhilde ein ft als Schwiegertochter in ihrem Hause schalten und walten zu sehen, noch nicht so schnell trennen.
Zwar verspricht sie ihrem Sohne, DoloreS t. ohne Vorurteil zu begegnen; auch gibt sie willig zu, daß es von dem Mädchen hübsch sei, daß es so fest zu dem Bräutigam halte und sich unter : den Schutz seiner Mutter stellte — aber--
aber---
Doch als zwei Paar runbe Arme sich um ihren s Hals legen: als zwei Paar frische Lipsvu bittend flüstern: „Liebe Mutter, sei gut und lieb zu ihr! Sie ist ja die Erwählte unseres Günther!" als selbst dec alte Bruno Horst die Pfeife aus dem l Munde nimmt und sagt: „Du, Marianne, sie ist i wirklich ein reiner Engel. Ich habe ihr schlafen-
| des Gesichtchen vorhin durch die Türspalte ge- sehen!" — da droht sie schmunzelnd mit dem Finger und meint:
„Das ist ja das reine Komplott gegen mich. Na, meinethalben! Sie wird auch hier noch man- ches lernen können, zum Beispiel, wie Eier am i besten für den Winter frisch gehalten werden und ! wie die Butter den feinsten Geschmack bekommt. Das versteht Trudi'famos, lind unter Ilses r Anlegung kann sie die Ausstattung säumen und - sticken und--"
Günter hat mit ersichtlicher Verlegenheit zu» llehöct. Jetzt hebt er bittend die Hand.
„Liebe Mutter, Du vergießt, daß Dolores sehr ^eich ist und außerdem eine Südländerin. Alt
geteilt wird, daß Deutschland vollständig im I ringern kann. Von einem Mutterschwein kann Stande ist, die Bedürfnisse nach Fleisch durch seine I der Landwirt heute in 215—245 Tagen 14 ger- eigene Landwirtschaft zu befriedigen. Wir I fei schlachtreif an den Markt bringen, und auch geben nachstehend die wichtigsten Stellen I daraus kann der Städter ersehen, wie schnell die der Rede im Wortlaut wieder: Ein ge- I ganze Situation sich ändern kann. Aber weil man wisser Abschnitt war erreicht, als der Reichstag I dies nicht weiß, erhebt sich das Gescheite, über das den neuen Solltarif angenommen hatte. I ich mich übrigens um so mehr gefreut habe, je Ich hatte geglaubt, daß damit in den Kämpfen I lauter es erscholl. Denn dann wußte ich mich um unsere innere Politik nunmehr eine Ruhe- I auf dem richtigen Wege, ob sie mich auch de« pause eingetreten sein würde, und daß wir nun I oberagrarischen Junker benannten. (Heiterkeit, alle der nationalen Arbeit, die der weiteren I -Zie rufen- Sebt' Diese Aararier wie sie n^n Entwickelung unseres Volkes gelten I sich auf unsere Koste» mästen wollen! Dabei wird soll, imt voller Kraft uns aufs neue Widmen I nöllia überleben bak 7 5 v 6 der an den frarfern"e'rt I a rgebrachten Schweine von den
xJUm-rrtoa\ r -«a I Kleinsten und Aermsten unserer Bevölkerung auf- sn®e OTete-r Dolkerdasems, I gezogen werden. Die Sache hat aber auch ihr
Äer ! kcrJ^r01 r n I ®ute5! Denn dadurch werden die kleinen
tvlrd mit I Landwirte einsehen, daß sie auf dem Holz.
r-U 0' I wege sind, wenn sie gewissen Agitatoren glauben.
■■kJ Uv/ me.r-Jeeianet 3“ I Jeder Amtsvorsteher, jeder Landrat kann es er-
über dre Bevölkerung unseres „ ge;amten Vater- zähle», daß, wenn die Schweinepreise gute sind, (sehc rErg-) "Seht, fo wird hinaus- I Q11$ den kleinen Leuten auf dem Lande gut
« x?rQa tn& 1 e Jtt I geht, und darum begreife ich nicht, daß man
I diesen Stand in Frage stellen will." Der Mi- Ä m 'fir « s »meine Herren, ist I „jsMc meist darauf hin, daß in dem völlig be- 5 n »«n r £ s r f n „ *n V ” V!’l rechtsten Bestreben, ihre Lebenshaltung zu ver- r h a l t n ls s e ne in g c tr e- I bessern, die in der Industrie beschäftigten Arbei-
* ® ”• „1906 treten die I fer die Löhne zu erhöhen gewußt hätten. Darum
”e“en n ^ '""uuugen in ^Krast, und so nimmt I dürften sie aber auch nicht vergessen, daß die Ar-
L't autlL' r^°n I beiter auf demLande die gleichen berechtigten An-
r fir s0rtoe3‘ I spräche hätten. Sicher aber sei, daß die Pro-
nur auf das lebhafteste bedauern, I dukte der ländlichen Arbeiter nicht so schnell in
daß man in solcher Wei e m die wichtige Matene I bem Maße fieiaen wie pS die Gähne tun Auch
Anrugreifm sucht Hatte L Witter A?a allmkhlich ^u7er gewordeE
ferner eine geraume Zeit die Parole gelautet: unb mtn fei das Fleisch gefolgt.
und Industrie, I Ich beklage es aber auch, fuhr der Minister
so soll plötzlich dieser Satz nicht mehr Geltung I fort, daß dec Preis des Fleisches in einer Weise haben, und die Landwirtscliaft soll zur Feindin steigt, daß zahlreiche Familien auf diese Nah-
fcer in dec Industrie tätigen Arbeiterschaft ge- rungsmittel verzichten müssen. Was an uns ist,
worden fein, indem sie deren Lebenshaltung der- I soll daher geschehen, um solchen unerfreulichen teuere. I Schwankungen, denen wir heute ausgesetzt sind,
Wie sind nun aber tn Wirklichkeit die ein Ende zu bereiten. Nun erhebt sich das
Dmge? Liegen auf dem Gebiete der Volkser- I Geschrei: nährung in der Tat Verhältnisse vor, die eine I s:»
Aendecung erheischen? Befragen wir zunächst die I „weinet ött wrenzcn
Statistik! Sie sagt uns, daß der Bestand an I Sehr wohl! Aber da käme doch nur Ruß- Rindern nach den letzten Zählungen von 10 auf I 1 c-:! d in Betracht, da Dänemark und Oesterreich, 11 Millionen Stück, und daß die Zahl der I die cllein noch mitzusprechen haben würden, ice- Schweine von 10 900 000 auf 12i/2 Millionen I uig in Frage kommen, Rußland bietet uns aber gestiegen ist. Aber wir wissen, daß nickt die I fast nur Steppenvieh, es in England und Frank- Stückzahl, sondern die Gewichtsmenge des ein- reich einzuführen, ist so gut wie mißlungen, seinen Stückes das eigenilichMaßgebende ist. Und I Rußland bringt nur ganz schwere Schweine, die auch hier welch erfreulicher Fortschritt seit den I unser Markt gar nicht aufnimmt, so daß wir da- letzten 20 Jahren. Nun wisse» wir alle, daß in mit nur das Gespenst eines Produkts heraufbe- den Ländern, in denen das Schweinefleisch den I schworen, aber eine wirkliche Aendorung der Ver- .Hauptfaktor in der Ernährung des Volkes bildet, I hältnisse nicht eintreten würde. Das russische die Preise größeren Schwankungen ausgesetzt I Schwein würde übrigens in Sosnowice nicht find als in den Ländern, in denen das Schweine- I um einen Groschen billiger als das deutsche fleisch nicht diese Rolle spielt. Sie sehe», daß in I Schwein, und nur die in der Valuta liegende Amerika solche Preisbildungen von der Maisernte I Differenz würde einen Vorteil in sich schließen." abhängig sind. Bei uns die Kartoffel, von deren I Herr v. Podbielski ging bann kurz auf die geernteter Menge und deren Preis die Preise I Lage der Schlächter ein, die es nicht fcl- auf dem Schweinemackt abhängig sind.. Dem I ten zur Wohlhabenheit brächten, da der Fleischer Städter aber ist es gar nicht bewußt, wie schnell I unweigerlich seinen Lohn auf seine Produkte auf- der Bestand an Schweinen sich heben und ver- I schlage, während dec Landwirt nur zu oft darauf
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