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Druck und Verlag- Ioh. Aug. Koch, UnivcrsitätS-Duchdruckerei 40. Jahrg.
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Marburg
Sonntag. 13. August 1905.
Zweites Blatt.
Neueste Telegramme.
Berlin, 12. Aug. Die deutschen Verluste in Südwestafrika seit Beginn der Unruhen bis zum 31. Juli d. Js. betragen an Toten 1122 Mann, an Verwundeten und Verunglückten 570 Mann, der Gesamtverlust ist demnach 1692 Mann. Er verteilt sich für alle Kategorien (Schutztruppe Marine, Farmer) auf die Chargen wie folgt: Gesamtverlust an Offizieren: 141 (tot 80, blessiert 61); an Unteroffizieren: 260 (tot 144, blessiert 161); an Mannschaften (einschließlich aller Ermordeten) 1291 (tot 898, blessiert 393).
. Verlirr, 11. August. Im Landwirtschafts- Ministerium sand heute eine Konferenz der Vorsitzenden und der Generalsekretäre der Landwirtschaftskammern wegen der Fleischnot statt. Minister b. Podbielski legte in dieser Konferenz die Lage dar, gab statistische Unterlagen und erklärte jede Milderung oder Aufhebung der Grenzsperren für ausgeschlossen. Der MinKn meinte ferner, daß in vier Wochen em Ile)»' stütz an Schweinefleisch vorhanden wäre. Die Präsidenten der einzelnen Kammern erstatteten Bericht und kamen zu dem Ergebnis, daß eine fleischnot nicht bestehe. Im Anschluß daran mnd ern Essen. statt, wobei der Minister eine Rede über die Fleischnot und über Viehseuchen hielt.
Berlin, 12. Aug. Die Veröffentlichung des deutscy - bulgarischen Handelsvertrages ist erst Anfang November zu erwarten. Nach den bisherigen Vereinbarungen wird der Vertrag zuerst ber bulgarischen Sobranje vorliegen, was gegen den 15. Oktober der Fall sein dürste, und sodann dem deutschen Reichstage.
, London, 11. Aug. Die australische Re- gierung verweigerte, wie dem Daily Chronicle ans Melbourne telegraphiert wird, die Erlaubnis zur Verbindung von Herbertshöhe in Deutsch- Neuguinea und Port Moresby in Britisch- Neuguinea mit Cooktown in Queensland durch ern deutsches Kabel. Die offiziellen Dokumente beweisen, daß die beiden Kolonialminister *!t)ttelton und Chamberlain energisch zu Ablehnung rieten, teils im Interesse des pazifischen Kabels und teils mit Rücksicht auf die hohe Politik, da es nicht wünschenswert sei, daß eine deutsche Gesellschaft ein zwei britische Kolonien verbindende? Kabel besäße.
Beiträge zur Chronik von Marburg.
Don L. Müller.
'(Fortsetzung.)
1825 wurde die Bibliothek erbaut.
1827 am 29. und 30. Mai sollte das Ünibcr- sstätsjubiläum gefeiert werden, wurde aber bis zum 28. Jule, des Knrfiirsten Geburtstag, verschoben; es war eine großartige Feier, welche brei Tage dauerte.
1828 wurde die lutherische Kirche gründlich restauriert und kostete 1300 Taler. Die reformierten und lutherischen Schulen wurden bereinigt Die Mädchenschule kommt in den Kilian. Die hölzerne mit einem Schieferdach gedeckte Brücke -zwischen den beiden Tünnen der St. Eli- sabothkirche nmrbe abgebrochen und die Galerien von Maurer H. Wick ergänzt. Auf dem luth. Kirchhof war an Stelle des alten ein neues Schulhaus für die Knabenschule erbaut worden.
1829 war ein kalter Winter, es erfroren viel« Bäume und auch Menschen.
1830 wird das Elisabethtor abgebrochen und weiter nach außen gerückt.
1830. Tas Haus der deutschen Ordensherrn, das in der restaurierten kurhessischen Zeit anfangs als landesherrliches Palais diente, wurde der Universität überwiesen und das minerale. SNche, zoologische und phvsikalische Kabinett dort untergebracht. Tas chemische Laboratorium rmd die Entbindungsanstalt wurden dahin verlegt, auch fand die .Hebammenanstalt hier Unterkunft. Der Flügel, in dem sich die Menage befand, wurde dem kurfürstlichen Landgericht eingeräumt.
1831 wird, die Bürgergarde errichtet und am 18. Oktober die Fahnen eingeweiht. Abends fand em Fackelzug statt und wurden vier Freibälle vbgehalten.
1835 an einem Sonntag brannten im Rothen- öraben die Runckelschen Oekonomiegebäude ab, war ein großes Feuer; von Wetter toar die «Pritze da.
Der rMsch-mMmstze Krieg.
Dir Eroberung Sachalins
ist so gut wie beendet für die Japaner, da die letzten Reste der russischen Streitkräfte aus der Insel keinen dauernden Widerstand leisten können und dem stetig rachdrängenden Feinde sich ergeben müssen. Telegraphisch wird gemeldet :
Tokio, 11. Aug. (Reuter.) 118 russische Offiziere und Mannschaften haben sich am 8. August in Nioro aus Sachalin ergeben. — Admiral Katavka meldet: Am 10. August griffen die Japaner auf Sachalin gleichzeitig zu Wasser und zu Lande eine russische Stellung 20 Meilen östlich von KorlakowSky an. Nach zweistündiger Beschießung ergaben sich die Russen in Stärke von 123 Mann.
Die Friedensverhandlunge«.
Die russischen Friedensbevollmächtigten erachten die Friedensbedinqungen (vergl. Erstes Blatt) als sehr hart. Außer den zwei Hauptbestimmungen, worauf Witte nach dem ihm erteilten Weisungen nicht eingehen kann, werden diejenigen, die sich auf die Einschränkung der russischen Seestreitkräfte und die Bewilligung vor, Fstchereirechten beziehen, als die russische Eigenstsbr ganz besonders verletzend, und als so demütlgmd angesehen, daß sie für Rußland unannehmbar find. Auf der anderen Seite behaupten die Japaner, daß die Erfüllung der von ihnen gestellten Bedingungen nur ein angemessener Ausgleich für die ihnen durch den Krieg erwachsenen Opfer und für die zu Wasser und zu Land errungenen Siege sei. Ihre einzige Absicht sei, die Ziele zu erreichen, wofür sie gekämpft haben. Die Konferenz hat sich bis Montag vertagt.
Aus Newhork liegt eine Reihe von Meldungen vor, deren ersichtlicher Zweck ist, die Lage optimistisch darzustellen.
New York, 11. Aug. Die Sitzungen der Friedensbevollmächtigten sind voraussichtlich bis Montag ausgesetzt. Die Morgenblätter betrachten die japanischen Forderungen als sehr weitgehend, glauben indessen, daß eine Abänderung zu erwarten ist und sie stützen die Friedenshoffnungen vornehmlich darauf, daß das Wort „Indemnität" vermieden worden ist, wenngleich die Ersetzung der Kriegskosten, die auf etwa 750 Millionen Dollars geschätzt find, beansprucht wird. Die Ruflen hielten fich nach dem Empfange der japanischen Forderungen zurückgezogen, schienen aber nicht sehr überrascht oder niedergedrückt zu fein.
1836 am Donnerstag nach Pfingsten brannte am Grünertor die Papiermühle bis auf einen Bau ab.
1837 wurde der Mönchbrunnen am Steinwag, der 1536 erbaut wurde, abgebrochen und in seiner jetzigen Gestalt aufgeführt. Der Mönchkmnpf war ein runder Kumpf mit Holzdach. Ans der Brunnensäule stand ein Mönch in seinem Mönchs- gewand, den Sttick um die Lenden, mit geschorenem Haar und nach dem Himmel gerichteten Angesicht, baä Evangelien buch in seinen Händen haltend.
1837 waren in Marburg folgende Gasthäuser vorhanden:
1. Deutsches Baus, Besitzer Wilh. Weiß, ein 1834 erbauter Gasthof am Casselertor, später nannte man ihn den Europäischen Hof, jetzt Hotel Pfeiffer.
2. Blauer Löwe, Besitzer L. Matthäi am Cas- selertor, jetzt alte Post.
3. Englifcher Hof, Besitzer Mette, an der Straße nach Gießen.
4. SchwanhostPost, Besitzer Neumüller, an der Straße nach Gießen.
5. Schützenpfuhl, Besitzer Knaufs, jetzt Sommermann.
6. Ritter, Besitzer Schwaner, am Markt, jetzt Bersch.
7. König von Preußen, Besitzer Weiß, am Heu markt (Arcularius).
Weinhäuser: Ereuzer, Körner, Lederer und Markees; auch Restaurateure: Möller, Pfeiffer, Roffi und Schäfer.
Restaurationen: Im Museum, Hemdorf und Klub, List vor dem Barfüßertor.
Apotheken: Heß, Rnppersberg und Riepen- haufen.
1839 wurde der große Fruchtspeicher neben der Elisa bet hkirche am Firmaneiplatz abgebrochen.
1839 brannten am Steinweg des dem Schnei- der Bötling gehörige und noch zwei weitere Häu- fer ab. Das Weidenhäusertor wird abgebrochen.
1840 vom 5. znm 6. März brannten auf der Neustadt 5 Häuser ab, wobei die Ehefrau des
Der „Newhork Hernld", dessen Besitzer mit leitenden französischen Kressen ziemlich intim ist,, druckt einen doppelt durchschossenen Leitartikel ab, in dem Rußland ernstlich angeraten wird, den Frieden anzustreben.
Newhork, 11. Aug. Mitte wird Rußlands Antwort in der morgigen Sitzung vorlegen. Man erwartet russische Gegenvorschläge. Die russischen Unterhändler haben heute eine Konferenz.
Newhork, 11. Aug. An einzelnen Stellen wird die Ansicht laut, daß Rußland die japanischen Vorschläge direkt verwirft, weil bereits morgen die Antwort erfolgen soll.
Newhork, 11. Aug. Die „Newhork-Tribüne" erklärt, es könne mit Bestimmtheit versichert werden, daß sich Rußland nicht allein darauf verbreitet habe, eine angemessene Kriegsentschädigung zu bezahlen, sondern, daß es, seitdem ihm die Friedensbedingungen bekannt geworden sind, schon Schritte getan hat, um den erforderlichen Betrag aufzubringen. Die „SBotlb* berichtet, die russischen Friedensunter- händler hätten, nachdem sie die Friedensbedingungen in Händen hätten, vor deren lieber- Mittelung nach Petersburg Kabeltelegramme an die Firma Rrtschild - Paris und an ein Antwerpener Bankhaus gesandt.
New-Dor!, 11. Aug. Witte erklärte, während der Nacht die Antwort auf die japanischen Forderungen geschrieben zu haben; er habe ohne Genehmigung deS Zaren handeln können, da er hierzu bevollmächtigt fei. — Der „(Siebe* meldet, Witte erklärte einem Interviewer, daß er Gegenvorschläge machen werde; die japanischen Forderungen seien nicht gar zu schlecht.
New-York, 12. Aug. Obwohl die Nachrichten über den Verlaus der Friedensverhand- lungen in Portsmouth nicht übereinstimmen, überwiegt hier und in Washington doch der Eindruck, daß eine Einigung erzielt werden wird.
Deutsches Reich.
Berlin, 12. August.
1— Seine Majestät der Kaiser hörte, wie von Schloß Wilhelmshöhe gemeldet wird, den Vottrag des Chefs des Zivilkabinetts und unternahm zusammen mit der Kaiserin verschiedene Ausfahrten und Spazierritte in die Umgebung.
— Der Ausschuß des Bundesrats für Handel und Verkehr hielt gestern Sitzung.
— Mit Rücksicht auf das kommende Schul» unterhaltungsgesetz soll auf Anordnung von maßgebender Stelle eine Nachweisung über die vorn Fiskus zur Besoldung der Lehr- Personen zu den fachlichen Schulunterhaltungs-
I Schuhmachers Rehn und ein Schneiderlehrling I umkamen. Durch die vielen Brände veranlaßt, I wurde eine neue Feuerlöschordnung eingerichtet. I Der Dörnberger Hof wird zu einer Sternwarte I umgebaut und die Steine vom Fruchtspeicher im Deutschhaus dazu verwendet; es wird eine neue Anatomie zu bauen angefangen. In der Elisa- bethkirche wird die von Hentschel in Cassel gegossene neue Betglocke aufgezogen.
1841 am 18. Januar war die größte Wasserflut in diesem Jahrhundert. Im Aprfl fiel ein Zwei Fuß hoher Schnee und blieb drei Tage liegen.
1841, 18. Juni großer Orkan, welcher die Dagobertshäuser Eiche umtoarf.
1842 am 6. Dezember starb der berühmte Professor der Anatomie Dr. med. H. Sänger; er I wurde abends mit Fackelmusik auf dem Michaels- totenhof begraben. Sein Schädel und Herz wurden in der Anatomie aufbewahrt.
1844 brannte in einer Nacht die Kuhlsche Brauerei am Barfüßertor ab.
1845 Ivar ein landwirtschaftliches Fest unter dem Namen „Ochsenfest" auf dem Kämpfrasen. Am dritten Ostertag (25. März) geht das mehrere Fuß dicke Eis fort. Die Häufer in Marburg erhalten neue Nummern. Im Februar hatte man 23 Grad und im März noch 12—15 Grad Kälte. Der Blitz schlägt im Fürstenhaus ein, jedoch ohne zu zünden. Ein orfanartiger Wind fceeft im Schwanhof ein ganzes Dach ab und entwurzelt in der Schwanallee mehrere Bäume.
1 Pfund Ochsenfleisch kostet 3 Silbergroschen, 1 Pfund Kuhfleisch 2 Sgr. 4 Hlr., 1 Pfund Rindfleisch 2 Sgr., 1 Pfund Schlveinefleisch 2 Sgr. 10 Hlr., 1 Pfund Hammelfleisch 2 Sgr. 6 Hlr., 1 Pfund Kalbfleisch 1 Sgr. 6 Hlr., 1 Pfund geräucherte Wurst 4 Sgr. 8 Hlr., 1 Pfund frische Wurst 3 Sgr. 4 Hlr., 4 Pfund Schwarzbrod 2 Sgr. 10 Hlr., 1 Maß Lagerbier 2 Sgr. 4 Hlr., 1 Maß einfach Bier 1 Sgr. 4 Hlr. 1 Maß waren 4 Schoppen; 1 Silbergroschen hatte 12 Heller.
1846 pm 26. Januar morgens stürzte die hohe Mauer am Lahntor bei dem Gymnasium
kosten und zu den Schulbaukosten zu leistende« Beiträgen aufgestellt werden. Die Schulvosstände sind deshalb veranlaßt worden, anzugeben, ofi und in welcher Höhe bei den einzelnen Schulen der Fiskus zu berartigen Beiträgen verpflichtet ist, uird worauf diese Verpflichtung beruht.
— Der Reichstagswahlkreis Pr.« Holland-Mohrungen, der durch den Heimgang des Abgeordneten Grafen zu Dohna- Schlodien erledigt ist, gehört zu dem unbestrittenen Besitzstände der konfervafiven Partei. Er ist seit 1867 immer konservativ vertreten gewesen, eine kurze Zett durch Herrn v. Below und den Grafen v. Kanitz, dann sechs Jahre durch den Freiherrn v. Minnigerode, dann 16 Jahre durch Herrn Wichmann und seit 1893 durch den Grafen zu Dohna. Der Freisinn, der in der ersten Zeit einige Tausend Stimmen auf sich bereinigte, hat es bei den letzten Wahlen nur auf einige Hundert gebracht. Die Sozialdemokrafie trat erst 1898 in den Wahlkampf. Sie erhielt damals 900 Stimmen. 1903 brachte sie es nur auf 700. Graf Dohna erhielt immer rund 9000 Stimmen, das ist ungefähr die Hälfte der Wahlberechtigten überhmipt.
— Die heimgekehrte aktive Schlacht- flotte wird jetzt docken und für die am 1. September beginnenden Herbstübungen ausrüsten. Die vierwöchige Ilekmngssahrt hat keine größeren Havarien herbeigeführt; durch leichtes Auslaufen, oder eine Grundberührung znm Test während der Führung durch fremde Lotsen, erlitten „Kaiser Wilhelm II.", „Friedrich Karl" und „Brandenburg" kleinere Bodenbeschädigungen. Das Flottenflaggschiff wird in Kiel ausgebessert; die beiden anderen gehen nach Wilhelmshaven ins Dock. Großadmiral b. Köster ließ sein Flaggschiff ausscheiden und schiffte sich an Bord des „Prinzen Heinrich" ein, um am letzten Tage in der Kieler Bucht Gefechtsbilder durch die flotte auszuführen.
— Der deutsche Gewerbe- und Hand- werkskammertag, der, wie schon gemeldet, in Köln zufammengetreten war, faßte noch folgenden Beschluß: Der Kammertag wolle im Anschluß art die Beschlußfassung über den bon der Gewerbekammer Hamburg borgelegten Gesetzentwurf betreffs die Bevorrechtung des Meistertitels, auch znm Ausdruck bringen, daß er an dem bom Handwerkskammertag in Lübeck angenommenen Gesetzentwurf betreffend ben Schutz des Gefellentitels und an der obligatorischen Gesellenprüfung festhält und dessen baldige Gesetzwerdung wünscht. Ferner beschäftigte sich der Kammertag mit dem Ausbau der freiwilligen Jnvaliditätsversicherung für selbständige Handwerker, mit dem Konsumbereinswesen und anderem. Dann wurde der Kammettag geschlossen.
— Im Monat Juni d. I. sind auf deutschen Eisenbahnen — ausschließlich der bayerischen und der Bahnen mit weniger als 50 Kilometer Betriebslänge — 12 Entgleisungen
ein und begrub 7 Kinder, wovon 3 tot blieben. Es war gerade eine große Wasserflut. Der folgende Sommer war sehr naß und es gab eine große Teuerung, denn die Frucht war nicht geraten. 4 Pfund Brot kosteten 6 Silbergroschen 8 Heller. Die Stadt Marburg läßt Brot backen, denn bei den Bäckern war keines für Geld zu haben. Die Kartoffelkrankheit nimmt ihren Anfang.
1846 nach dem Einsturz der hohen Mauer wurde man in Marburg etwas vorsichtiger. Vor den Krener wurde ein Strebepfeiler gesetzt und die Mauer an dem Pfarrgärtchen wurde neu gemacht; es kamen bei deren Abbruch mehrere Wagen Knochen zu Tage, die dahinter begraben waren. Die noch stehenden hohen Mauern um das Gvmnasium wurden niedriger gemacht. Auf dem Kirchhof neben der großen Treppe war ein aus Ziegelsteinen gemauertes Grabgewölbe eingefallen. In demselben lag ein Skelett mit einem schwarzen Gewand, das auf dem Schädel noch die Haare hatte. Neben der Bibliothek , nach Westen wurde die Direktorwohnung, worinnen auch der Pedell wohnte, abgebrochen. Die hohe Stadtmauer wurde ebenfalls abgebrochen und mit dem Schutt das hinter dec Mauer befindliche tiefe. Festungswerk ausgefüllt.
Am 10. April starb der Professor der Theologie Dr. Karl Wilhelm Justt, der 45 Jahve Superintendent in Marburg war, ein gelehrter Herr und Schrittsteller.
1847 am 18. August ging in der Marbach ein Wolkenbruch nieder und nahm die Marbachs Mühle mit, deren Trümmer auf die Straße geschwemmt wurden. Auf der Ketzerbach stand das Wasser mehrere Fuß hoch und drang von da in die Elisabethkirche, die im Innern ganz verwüste? wurde, so daß sie außer Gebrauch gesetzt werde», mußte. Der Gottesdienst wurde nun bis zmH> 31. März 1861 in der Michaelskapelle abgehÄte^ bis die Kirche restauriert war. 4
(Fortsetzung folgt.)’ * 1 2 3 4 5 6 7