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Erstes Blatt
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_____ ... ____quar- tierungSfafte« aus Reichsmittel« einen wenigsten-annäherndenNuK«
Nun das ist in der Natur der Sache begründet. Militärische Hebungen müssen aus dem Platte« Lande, fie können nicht auf den Straßen der Großstädte abgeh alten werden. Um so mehr aber müßte man bestrebt sein, durch reichlich« bemessene Entschädigung direkten und indirekten E
Die Handelsflotte» der See st aale« im Jahre 19 05.
Soeben ift „Lloyds Register of Brittsh and Foreign Shipping" erschienen, das den Stand der Handelsflotten der bekanntesten Seemacht« für den 30. $uni d. I. wiedergibt. Weit voran mit einer Tonnage von 15,8 Millionen steht Eng« land. Mtt nahezu 4 Millionen Tonnen folge« die Vereinigten Staaten, doch ist hier zu bewerfen, daß dabei auch die Fahrzeuge der großen Binnenseen eingerechnet sind, deren Tonnen« inhatt mehr als 1,3 Millionen beträgt. Deutschland schließt sich mit 3 564 798 Tonnen an; in wetten Abständen folgen Norwegen mit 1,8 Millionen, Frankreich mit 1,7 Mill., Italien mit 1,2 Mill., Japan mit 0,87 Mill, und Rußland mit 0,86 Mill. Registertonnen.
Marburg
Sonntag, 6. August 1905
Umschau.
Gesetzesvorlagen aus dem Bereiche des bürgerlichen Rechts.
Zu denjenigen Vorlagen, die, abgesehen von den in der vorigen ReichstagStagimg unerledigt gebliebenen und zur Wiedereinbringung in der nächsten Tagung bestimmten, die weitestgehende Vorbereitung gefunden haben, gehören diejenigen, mit denen das durch das Bürgerliche Ge- setzbuch eingeleitete große Werk der Reform deS bürgerlichen Rechts in Deutschland zum Abscl-Iuste gebracht werden soll. Dem Bürgerlichen Gesetz, buche ist, wie bekannt, eine ganze Reihe von Gesetzen bereits gefolgt, die in das gleiche Gebiet Wagen. Die zuletzt fertiggestellten betrafen das Verlagsrecht und das Urheberrecht an Werken der Literatur. Als in der Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts der auch fitzt an der Spitze des Reichsjusttzamts stehende Staatssekretär Nieberding im Reichstage den Vlan der Revision des bürgerlichen Rechts Deutschlands in großen Zügen darlegte, erwähnte er auch die einheitliche Ausgestaltung des : i- bflien Versicherungsrechts. In dieser Beziehung steht es bekanntlich in den verschiedenen Brmdes- staaten recht buntscheckig aus. Dersicherungsge- sellschaften und Versicherte leiden gleichmäßig un» ter der jetzigen Rechtslage. Die damalige An-
Erscheint wöchentlich siebe« mal. ,
Druck und Verlag: Zoh. Nug. Koch, UniversitStS-Buchdruckerei 40.
Marburg, Markt 21. - Telephon 55.
Etwas wie Verlegenhett malt sich in Gün« thers Zügen.
„Bitte, lieber Wallhoff erwähne zu Dolors noch nichts von unserer Verlobung!"
„Nicht? . . . Warum nicht?"
„Weil sie es nicht wünscht. Die Sache soll noch geheim bleiben."
„Ah —l" Eine Wette schweigt der Professor; dann sagt er, ernst: Wenn ich an Deiner Stelle wäre, würde ich in keine geheime Verlobung mit einem Mädchen wie Dolores Arevallo willigen."
„Warum nicht?"
„Du bringst Dich in eine schiefe Lage. Wenn sie Dich wirklich lieb hat, wird sie nicht gegen eine öffentliche Verlobung sein. Andernfalls ' Pah!"
Uni) er schnippt mtt dem Finger, als wolle tt eine lästige Fliege verscheuchen.
Günther erwiderte nichts. Aber auf seine« offenen Gesicht lag eine Wolke der Enttäuschung,
daß iedes der in Aussicht genommenen Gjtcrtier« nur mtt zwei Mann belegt zu werden brauchte.
Dieser hier erörterte Fall kann als typisttz dafür angesehen werden, wie selten und wie wenig empfindlich unsere deutschen Großstädte bott sollen Einguartterungslasten getroffen werden. Wie viel schwerer fall« dieselben doch auf de« Platten Lande, in den Dörfern und Kleinstädten ms Gewicht. In sehr vielen Landkreisen sind' Einguartierunsslasten, welche die als so seltene« Ausnahmefall in Hamburg geschttderte in Ham». bürg um das„ sehr vielfache übertreffen, alljährliche, in den übrigen aber Erscheinungen, die wenigstens alle drei ober vier Jahre wiederkehren. Zu diesen Saften an sich treten dann im Zusam« menhange damtt häufig noch, besonders für di» Ackerbau treibende Bevölkerung, Wirtschafts- störungen, Vorspannleistungen x. re., alles Din«, die den Großstädter nie treffen.
Dich spätestens in Jahresfrist heimführen zu können."
„Aber ich will noch gar nicht heiraten :— Dich wcht, einen andern nicht — niemand."
, „Du wirst es wollen, wenn ich im Stande fein werde, einen Haushalt zu gründen, Dolores!"
„Ich hab' ja so viel Geld! Wozu willst Du Dich quälen?"
--Das verstehst Du nicht, mein Lieb. Ich bin stolz, Dolores — stolz und ehrgeizig. Ich wÄ mir mein Glück selbst erringen — durch mehrer Hande Arbeit."
Sie läßt den Kopf hängen. Und doch überkommt es ,sie Plötzlich wie ein Gefühl der Sicheren, als sie den festen Druck seiner Hände spürt.
Langsam schreiten sie weiter, in lebhaftem Geplauder, wobei Dolores perlendes Lachen ost die. kleinen Vögel aufftört, die in den dichten miaien nisten. Sie hat ganz vergessen, daß sie die reiche Erbin ist, der die vornehmsten Kava- liere zu Füßen,liegen; hat vergessen, daß sie etgenuufj nur hierher gekommen, weil sie wußte, der Onkel und Miß Harrison würden es ihr der- breten, wenn sie es wüßten, hat vergesien, daß sie !sch hundertmal mehr dünkt, als der hochge- I wachsene frische Jüngling an ihrer Sette.
, Für den Augenblick ist sie ganz das liebende Mnge Mädchen, das sich vollkommen glücklich in der Nähe des Geliebten fühlt. In biefer momentanen Aufwallung würbe sie willig jedes Opfer gebracht haben, welches Günther von ihr geforbert hätte.
Günther, ber von diesem Wankelmut in Do- I lores Charakter keine Ahnung hat, denkt gar I nicht daran, ihre momentane Hingebung auszu- I nutzen, indem er ihr irgend ein Versprechen afa I nimmt. I
Erst, als sie nach etwa einer Stunde zur Lttick- I kehr mahnt, fragte er, wann ihre Verlobung be- I kamst gemackst werden falte. . I
Sie schien ganz entsetzt. *
dm oder dieselben das Eigmtum an den Klein- familienhäusern durch langsame Amorttsation des Kaufpreises 'erwerben können. Die Arbeiter selbst zum Baue von Häusern zu bewegen, ist dagegen selbst bei Gewährung bedeutender Vorteile nicht gelungen. So wollte eine Firma ihren Arbeitern das Bauland schmkm und das Kapital zu billigen Bedingungen überlasten, fand aber keinen Arbetter, welcher dieses Angebot annahm.
Arbeiterinnen Heime für unverheiratete jugendliche Arbeiterinnen wurden zahlreich errichtet und erfreuten sich eines guten Zuspruchs. Entsprechende Bestrebungen für die ledigen männlichen Arbeiter blieben aber meistens ohne Erfolg:
„Die Einschränkung des Kost- und Quartiergängerwesens wird dadurch erschwert, "daß die Arbeiter die nicht billigere, aber meist schlechtere Unterkunft in Privathäusern der Unterbringung in Massew-Ouartieren vorziehen. Das zeigt die geringe, Inanspruchnahme der gut eingerichteten Schlafräume, welche für die zahlreichen beim Umbau des Bahnhofs Mülheim a. Rhein beschäftigten Arbeiter eingerichtet wordm warm."
Dem Alkohol mißbrauch suchten zahlreiche Fabriken dadurch zu steuern, daß sie ben Arbeitern billige Ersatzgetränke boten. Neben ber Einrichtung von Kaffeeküchen bat in neuerer Seit auch bie Selterswasserfabrikation burch bie Fabrik Aufnahme gesunden. Es war möglich, das Gettänk zu einem erstaunfich billigen Preise ab- zugebeu, und der Konsum war dementsprechend ein bedeutender.
kündigung des Staatssekretärs wurde deshalb auch überall mit, Freude begrüßt. Seitdem sind etwa 10 Jahre ins Land gegangen. Die Kodifikation, des öffentlichm VersichenmgsrechteS gelang inzwischen ohne größere Stfavierigkeiten. An dem Gesetzentwürfe für das private Versicherungsrecht, beffen einheitliche Ausgestaltung unstreitig schwieriger ist, wirb nun schon eine recht lange Zeit gearbeitet. Ein im Reichsjustizamt her gestellter erster Entwurf würbe einem Krei se bon Fachleuten zur Begutachtung und Dm..h- arbeitung vorgelegt. Der banach hergestellte Entwurf würbe der öffentlichen Krittt unterbreitet. Nach nochmaliger Umgestaltung gelangte er endlich an ben Bundesrat, in dem er sich auch bereits eine ganz geraume Zeit hindurch befindet. Es ist ja sicher, daß, sich, gerade solchen Gescheut- würfm gegenüber, bie bie Kompetenzen b.v Ein- zelregierungm wenigstens zu einem gewissen Teile unter einen Hut bringen fallen, Schwierig- feiten entgegenstellen, bie nicht ganz leicht c t5 der Welt zu schaffm sind. Hier ober darf mon sich der Hoffnung hingeben, daß ber Entwurf über ben privaten Versicherungsvertrag nach Wiederaufnahme der Plenarsitzungen des Bun- desrates zu ben ersten gehören wirb, die ihre Erledigung finben werben. Ebenso dürsten wohl bie gleichfalls schon im Bundesrate befindlichm und ben gleichen Charakter tragenden Entwürfe über ben Schutz ber Werke der bilbenben Künste unb iiber den Schutz ber Erzeugnisse der - choto- graphie recht bald ihre Fertigstellung erfahrnen. Gelingt es, die drei Gesetze in der nächsten Reichstagstagung tatsächlich zur Derabschiebüng zu bringen, so würbe damit der Kreis der die Reform des bür gediehen Rechts in Deutschland betreffenden Entwürfe zum Abschlüsse « ebracht fein.
Wirtschaftliche Lage der Arbeiterbevölkerung.
Nach ben (wiederholt angeführten) Berichten qer preußischen Gewerbeinspektionsbeamten für 1904 hat sich die wirtschaftliche Sage dw Ar, besterbevölkerung im genannten Jahre, ber auf» ftetgenben Konjunktur entsprechend, in fast allen Aufsichtsbezirken gehoben. Eine Ausnahme machen vor allem die Arbeiter jener Bett: be, welche auf Wasserkraft angewiesen find. Infolge der tm Sommer herrschenden Dürre ist z. B. ber wcrinenft bet Glasschleifer in vielen kleinm Glasschlerfereieu H schlesischen Gebirges längere Zett hindurch trotz der Einlegung von Nachtschich. ten um ein Drittel gesunken. In den letztm Mo- ratendes Jahres zeigte sich auch ber Einfluß des rnssiich^apamschen Krieges bei Werken, ' bereu Absatzgeblet vorwiegend in Rußland liegt. Ar- oeiterentlassungen kainen deshalb in einigm Fabriken landwirischastlicher Maschinen im Se- zwke Frankfurt a. O. vor.
Die Preise bet Lebensrnittel sind bte gleichen geblieben mit Ausnahme derjenigen für Kartoffeln und Gemüse. Die Kartoffelpreise sind unter dem Einflüsse ber schlechten Ernte zeit- weistg sogar bis auf baS Doppelte bes normalen Preises gestiegen.
Der Zusammenhang zwischen Lebensmittel- prelsen, Arbeitslohn unb Arbeitsintensität wird EG eine stelle des Berichtes von Frankfurt a. O. beleuchtet:
jfi eine in den betettigten Greifen allge- mem bekannte Taffache, daß die Berliner Arbeiter aller Industriezweige viel leistungsfähiger sind und deshalb bei denselben Einhettssätzm einen viel höheren Verdienst erzielen, als die in der Provinz. Verschiedentlich ist daher der Der- such gemacht, Berliner Arbeiter hierher zu ziehen, um durch ihr Beispiel die Leistungsfähigkeit ber faeftgen Arbeiter zu heben. Die Versuche find sedoch nicht geglückt. Die Arbeiter füllten sich Ist den kleinen Orten nicht wohl; vor allem verstanden sie nicht, sich die Vorteile der Möglichkeit der Viehhaltung und Gartenbenutzung nutzbar I gu machen. Dann aber ließ auch ihre Leismngs. fahigkett und bie Höhe ihres Verdienstes selbst I bes höheren Einheitssätzen, als sie in Bersin gewahrt werden, bald nach, da sie nicht mehr ber- I otenen wollen, als zum Lebensunterhalt nötig I tft, unb dieser weniger beansprucht als in I Berlin. I
An der , Verbesserung ber Wohnungsge- I legen h et t wurde allenthalben eifrig gearbei- | rl' '°^ohl von gemeinnichigen Baugenossen. I 'hatten wie von Arbeitergenossenschaften ober bon Unternehmern. Der Erfolg wirb überall dort als befriedigend bezeichnet, wo die Woh- I nungen den Arbeitern zur Miete angeboten wer- I
gleich in ber Verteilung derselbe« zwischen Stadt unb Laub zu schaf» Ten. Statt dessen erleben wir es, dag brr MttttärfiskuS bon großstadtliberalen Wortführern ermahnt toirb, den Daumen fest auf ben Veutri zu halten, bannt sich die Bauern nicht an zu hoch bemessenen Flurentschädigungen bereichern. Statt dessen wird in der Presse dieser politischen Rich» tung immer von neuem mit größter Entrüstung über den Ankauf von Getreide und Futter durch die Heeres-Proviantämter direkt vom Produzenten hergezogen, toetl dabei für den zugunsten unserer Hereseinrichtungen doch so schwer voraus- belasteten Landmann hier und da ein kleiner pekuniärer Vorteil, eine fangens auch für ben Fiskus selber ersprießsiche Begünstigung desselben vor dem großstädtischen Händler heransschaue« kann.
Mtt doppeltem Eifer stürzte Günther sich auf seine Malstudien. Er will etwas Großes schaffe«, etwas Bleibendes, etwas, das chn emporhebt über ben Durchschnittsmenschen, ihn würdiger macht in ben Augen seiner Braut.
Nicht ..ur in den Augen feiner Braut —• nein auch in den Augen feiner fernen Cousine. Ist sie nicht die Veranlassung, daß er seine Dolores toiebergefunben ? Hat sie nicht bst Eltern bewogen, chn ein zweites Mal nach Rom zu schicken? Hat sie ihm nicht, damtt ihm ja nichts abgehe, einen Teil ihres kleinen Vermögens zws Verfügung gestellt?
„Das gute Mädchen!" murmelte er gedankenvoll vor sich hin. „Welch edles Herz hat siel Und habet hielt ich sie immer für kalt unb herzlos, Wie herrlich sie das Lied fang: „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete . . .* Wahrlich, wer so singen kann, dem fehlt es nicht an Seelek" —■ j
(Fortsetzung folgtg -
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete.....
Roma« vo« Erich Friese«.
to-rtiehimg.)
Dolores läßt bie Unterlippe ein wenig hängen. Aber — wozu streiten!
So lachte sie silberhell auf unb flüsterte:
»Ich freue mich, 'daß Du wieder da bist. Der dumme Onkel war an unserer Trennung schuld "
„Natürlich, ich wußte es ja!"
„Und wo warst Du die ganze Zett?*
„Zuerstzu Hause bei meinen Eltern —- unb fett etn paar Monaten hier in Rom!"
Verwundert bleibt sie stehen.
."3° — hast Du denn nie in ben Zeitungen menten Namen gelesen bei Beschreibung ber großen Gesellschaften?"
„Nein. Ich lese keine Berichte über Gesell- schäften. . . habe so viel zu tun."
„Was denn?" ' .....
studiere bie Malerei unter Anlettmtg be§ Professors Wallhoff. Wenn ich nicht in sefi nem Atelier male, so durchwandere ich bie Mu. feen, die Bildergalerien, die —"
c c.-i^^'"^"^rbvach sie ihn wegwerfend. „Was stehst Tu denn an all den bttmmen Bildern
Verwundert blickt er fie an.
„Dolores! Ist das Dein Ernst? Denkst Du I so gering von der Kunst?"
Wieder zieht fie ihr Schmollmündchen. Bittend faltet fie die Hände:
„Nickt böse fein! Nicht böse!"
., Ttzre großen Augen schauen so flehend zu fam auf, ihre ganze Haltung zeigt so viel Anmut ffao.^^azie Günther fühlt die mühsam unter- bruate Leidenschaft zu dem schönen Mädchen wieder hell emporflackern
. „Mein Liebling!" flüstert er, ihre Hände an feine kippen pressend. „Ich will arbeite«, um
Bierteljährlicher Bezugspreis: bei da ErkÄitü« 2 SRL jn iss b« allen Postämtern 2,25 Mk. (qd. Bestellgeld).
” ZuferttonSgebührr die gefpalktne Zelle oder deren Raum 10 Pfg,
, Reclamen: die Zeile 25 Pst.
derbotcn.)
I Einquartierungslasten.
I B. E. In einem welthandelsliberalen Ham- I burger Blatte wurde ben Bürgern biefer freien | Reichsstadt kürzlich vorgerechnet, „was bie Ein- I qutittienm bem hamburgischen Staate kostet." I Seit den Tagen der Befreiung vom Franzosen- 1 zöche — b. h. also seit ca. 100 Jahren — „hat I die alte freie und Hansestadt über merkliche Ein- I quartierungslasten höchst selten Grund zur Klage I gehabt." Nun aber nötigte im verflossenen I Herbst die Kaiserparade dort zu einer Nachbewil- I ligung von 92 000 Mark im städtischen Etat für bie in Hamburg zu beschattenden Einguartierun-
I gen. Das ist eine für die reiche Welthandels- I stait freilich recht geringfügige Summe, um so I mehr, wenn man daneben auch bie pekuniären I Vorteile berücksichtigt, die zahlreiche Bürger ber I freien alten Hansestadt sicher aus den Taschen I der einquartierten Truppen unb des zahlreichen I Fremdenzuflusses anläßlich dieses militärischen I Schauspiels gezogen haben werden. Wie toeitig I diese ausnahmsweise, — seit 100 Jahren nicht I da gewesene — Einquartierungslast bie Hambur- I ger Bürger auch real gedrückt haben kann, geht I aus der Angabe des dortigen Mattes hervor,
„Verlobung? . . . Bekannt gemacht? . ... Jetzt schon? Das geht noch nicht! .... Du mußt doch erst eine Weile bei uns verkehren!"
Zwar ist er nicht ganz einverstanden. Doch giebt er nach, als Dolores ihm nut ihrem reizenden Lächeln für den nächsten Abend zu einer Festlichkeit, in ihr Haus einladet, unb beide scheiden von einander in vollster Harmonie. —
Günther Horst ist überglücklich.
In diesem überftrömenben Glücksgefühl eilt er sofort zu seinem Freunde Wallhoff, dem er dies Glück verdankt. I
Der Professor ist in seinem Atelier. I . n „Nun?" ruft er schon von wettern, noch bevor I Günther die Tür geschlossen hat. „War sie da?" I „Natürlich. Es ist alles genau so, tote ich es I mir dachte. Die Flucht ist ohne ihren Willen I bor sich gegangen. Der Onkel —* I
„So seid Ihr einig? Verlobt?" I
„Versteht sich.« ' '
LDann gratuliere ich von Herzen.« Der Pro- I feffor legte Palette undPinsel bei Sette und I kam mit ausgestreckten Händen auf Günther zu. I "Sie ist sehr schön und auch — reich. Du machst eine gute Partie!" I
Verletzt zieht Günther die Hand zurück. I „Ich bitte Dich, Wallhoff, ihren Reichtum I böllig ans dem» Spiel zu lasten! Es toäve mir I viel lieber, sie wäre arm!« I
Wallhoff stößt einen langen Pfiff aus und I begiebt sich wieder an die Staffelei. |
„Larifari, mein Junge! So spricht ent un« I erfahrenes Bürschchen, aber fein Mann. Maudst I Du, Deine Dolores würde Dich heiraten, tvenn | fie nicht durch ihr Geld ein bequemes Leben vor I sich sehe? Sonderbarer Schwärmer!«- |
„Laß gut fein!" lachte Günther gutmütig. „Vir haben eben verschiedene Ansichten. 2 bii« gens — morgen Abend giebt sie ein großes Fest in ihrer Villa. Ich bin geladen. Du begfetteft mich doch? «
„Gern. Will sowieso der jungen Braut am# lufieretu* ..
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain ______ __Sonntagsbeilage: Illuftrirtes Sonntagsblutt.