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dem Kreisblatt für die Kreise Marburg uad Kirckbain

____ _________ Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt. _________**

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(Fortsetzung folgt.) -

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, »Ich ich Weitz es selbst nicht... £5, bitte, schilt mich nicht, Günther. Der Tag ist so schön, und ich bin so fröhlich!*

Bei dem Klange seiner Namens aus ihren) Munde leuchtet es auf in seinen Augen.

Wie könnte ich Dich sielten, mein Liebling! Ich danke Gott dem Allmächtigen, daß ich Dich wiederhabe. Ich vergesse alles Weh, das ich wäh- rend der letzten Monate erduldete, da ich Deine lieben Augen sehe, Deine teure Stimme höre. O, wie will ich arbeiten und fleißig sein, um Dich 1 mir zu erringen!"

Groß blickte sie ihn an. - T ... »Ich bin jetzt reich, Günther --- schr reich? Ich bin nicht mehr, was ich damals toarl*1

Er bemerkte garnicht den etwas hochmütiges Ton in ihrer Stimme, mit dem sie ihm zu impo« vieren glaubte. Innig erwiderte er:

Du bist meine Dolores das Mädchen, da« ich liebe, das sich mir verlobte. Ob arm, ob reiche macht für mich keinen Unterschied* ":

Entzücken das liebliche Bild da vor ihm vbachtet.

Hastig setzt sie den kleinen Lo'ckenkopf

Erde. Dann eilte sie auf den iunaen Mann

Fetzt stehen sie einander aeaenüber.

Ihre Augen begegnen sich. Ihre Lippen cheln. Schweigend fassen sie einander bei

Hand und biegen ein in einen schmalen blühenden Magnolien eingesäumten Fußweg weiter, immer weiter, ohne ein Wort zu sprechen.

Warum bist Du vor mir geflohen, Dolores?* fragte er endlich im Flüsterton, indem er stehen blieb und ihr tief in die dunklen Augen blickte« Sie senkte die Lider.

Mündung zu landen. . Seit dem Ausbruch bei Krieges seien die dortigen Befestigungen toefentx icg verstärkt und die Besatzungen bedeuten? vermehrt worden.

Tokio, 3. Aug. Der Stab der Zivilver« waltung reist am 6. August nach Sachalin ah, fern Hauptquartier wird in Alexandrowsk sei«.

Newhork, 3. Aug. Wie von einem Be­gleiter Wittes versichert wird, ist dessen Voll­macht zweifellos in jeder Beziehung der Komura» gleich. Die Instruktionen des Kaisers, welch« die Politik verschreiben, die Witte zu verfolgen berechtigt ist, lassen in vielen Beziehungen weites Spielraum und sind mehr geeignet, ihm z« helfen, als ihn zu behindern, vorausgesetzt, daß die Bedingungen Japans seiner Meinung nach erfüllbar sind. Es wurde auch klar ausgesprochen, daß Witte nicht gekommen sei, um den Friede« um jeden Preis abzuschließen.

Plötzlich überzieht tiefes Rot ihr Antlitz. Eis junger Mann kommt langsam auf sie zu. Er hat. schon lange unbemerkt hinter einem blühendes Tuberrosenstrauch gestanaden und mit geheimem

gehoben, daß selbst Roosevelt die japanischen For­derungen nur in Itmrisscn kenne, dann nannte er Wittes bei seiner Abfahrt gemachten Aeußerungen eurenBluff" und fuhr fort, er möchte betonen, daß die japanischen Forderungen dem verfassungs- gemäß zu berücksichtigenden Wunsche des Volks entsprächen, während die russischen Vertreter De- legierte einer Regierung seien, welche ihr Volk über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz int Dunkeln lasse und die Ansichten dieses Volkes mißachte.

Witte hatte nämlich seinerseits den Prcßver- tretern versichert, daß die Japaner sich ans Grund ihrer Siege Rußland noch lange nicht quantitdndgligeable vorstellen durften. Diese Siege ließen den Russen die Ja. paner noch durchaus nicht als zu fürckstende Feinde erscheinen. Ueberhaupt unterschätze die Welt Rußlands latente Macht. Die amerikanische Presse schlägt jetzt auch bezüglich der Friedens, konferenz Pessimistische Töne an. Der Herald meldete aus Oysterbay, Roosevelt sei durch Komura über die japanischen Fordern n> g e n unterrichtet und halte sie für zu z u h o ch, als, daß ihre Annahme durch Rußland wahr- scheinlich wäre.

Gleichsam als Antwort auf die vorstehenden ! Auslassungen beS japanischen Gesandten bat ge­stern Witte bei seiner Landung in Newhork -ine Erklärung verlesen, lassen, die mit ihren selbstbe- wußten Worten offenbar den Japanern klar machen soll, daß die russischen Unterhändler sich nicht in der ihnen vielleicht zugedachten Rolle von Bittstellern gefallen wollen, die von dein japani- I scheu Sieger,eine milde und gnädige Behandlung I erhoffen. Die Erklärung Wittes, die durch Pro- I sessor v. Martens den Vertretern de Presse vor- I gelesen wurde, hat folgenden Wortlaut: I

Ich komme mit der Ermächtigung, die Bedin- I guiigen kennen zu lernen, die unser tapferer Geg- I nee als Grundlage für die Friedensunterhand- I lungen für nötig erachtet. Ich bemerke ausdrück- I sich, daß cs mein erster Wunsch ist, daß jede der I beiden ritterlichen Nationen, die ihre erste nähere I Bekanntschaft aus dem Schlachtfelde machten, bei I der anderen schätzenswerte Eigenschaften weiter I pflege, bis sie sich zu, dauernder Freundschaft aus- I reift., Inzwischen müssen jedoch die Bedingungen, I die die Japaner stellen, zuerst erwogen rind auf I ihre Annehmbarkeit, durch Rußland geprüft wer- I den, bevor dieses in formelle Friedensverband- I lungen eintreten kann. Bisher war es in solften I Fällen üblich, daß alle Präliminarien vor dem I Zusammentritt der Bevollmächtigten, bereit Auf- I gäbe es ist, di« endgilftge Einigung herbeizu- I fuhren, erledigt wurden. Die Tatsache, daß der I Kaiser einwilligte, von dieser alten diplomatischen I Gepflogenheit abzuweichen und eine Mission zu I ernennen, die sich mit den Bedingungen unseres I tapferen Gegners bekannt macken soll, ist ein I beredtes Zeichen der freundschaftlichen Gefühle, I bte seine Untertanen dem Volke der Vereinig. I ten Staaten gegenüber hegen. Jetzt möchte ich ! Syrern Volke sagen und beweisen, daß es der | beiße Wunsch des Kaisers und des russischen Vol- I kes tft, die Bande der Freundschaft zwischen beiden I

| Flechter Laune. Doch ruhig erträgt sie dieselbe. Fast ist es ihr lieber. Der naive Egoismus ihrer jungen Schutzbefohlenen erscheint ihr wie eine Mauer, durch welche Dolores nicht in das SUckende, angstgequälte Herz ihrer Gesellschafterin blicken kann.

Nur keine forschenden Augenk Nur keine mit- leidigen Fragen I Um Gotteswillen nein!

Gegen Abend trifft ein Bries von Günther Horst em in welchem er um Entschuldigung bittet, daß er um elf Uhr nicht habe kommen können. Bis zwölf Uhr dauerte seine Malstunde bei Professor Wallhoff, und bann habe er es für SU Ipat befunben. Da er nicht wisse, ob es ihr ongertebm fei, wenn, er sie morgen, nachmittags, aiirmche, wurde er lieber gegen neun Uhr mor, geng tm Garten der nahegelegenen Villa Borg, Hefe auf sie warten ...

Zornig zerknitterte Dolores den Brief zwi- scheu den Fingern.

. lonn lange warten!" preßte sie zwischen

Zahnen hervor.Mich zu kommandieren!

Trotzdem sie nicht mehr an denunverschäm- i tert WJeiiirfien" denken will, kommt er ihr doch ntept aus dem Sinn. Sie schläft wenig und uu- ruhig in der Nacht und spürt am nächsten Mor- gen sogar etwas wie Kopfschmerzen.

Wahrhaftig daran ist Günther Horst schuld ber rücksichtslose Mensch, der sie gestern auf sei- 1 nen Besuch vergebens warten ließ und sich er- kuhnt, für heute eine Zett zum Rendezvous zu I bejhmmen. I

Ter russtsH-jarmnische Krieg.

Petersburgs. Aug. General Lenewitsch meldet unter dem 2. August: Am 25. Juli warf unsere Armeeabteilung in Korea ein japanisches Detachement zurück, das gegen das Defillee von Phaxabang östlich von Musaljeng vorrückte.

London, 3. Aug. Rech einer Meldung desDaily Telegraph" aus Schanghai sollen am 2. d. M. furchtbare Regengüsse ganz Norb- ostkorea überschwemmt und die rt sfifchen Ponton- brücken über den Tumenfluß weggeriffen haben.

London, 3. Aug. Wie demDaily Tele­graph" unterm 2. d. Mts. aus Tokio gemeldet wird, verfolgen die Japaner auf Sachalin die zersprengten russifcheu Truppen. Sie besetzten das Dorf Pareo und zwangen die Russem süd­lich nach Onolu auf der Straße nach Manai und Korsakow zu stiehen. Onolu ist ein kleiner von 300 Einwohnern, der von Mundvor- räten völlig entblößt ist. Die russischen Truppen müssen daher die Flucht nach der Patieneebai wrtsetzen oder sich ergeben. Ein Petersburger Telegramm desselben Blattes besagt, daß die Japaner sich anschicken, in der Rühe der Amur-

Deutsches Reich.

Berlin, 4. August. 1

Seine Majestät ber Kaiser hat gestern Donnerstag Morgen 10% Uhr an Bord baf Hohenzollern" Kopenhagen unter dem Salut bet Geschütze verlassen, begleitet u. a. von dem Kren« zerBerlin" und dem DepeschenbootSleipner", Nachmittags traf der Kaiser in Saßnitz ein, vott wo er auf derIduna" nach Swinemünde zurückc kehren wird. " j

Die Kaiserin unternahm in den letztes Tagen bei schönstem Wetter mehrfach Ausflügzk zu Pferde und im Wag n in die weitere Umgegemk Cadinens, wähvend die Kaiserlichen Kinder häu­fig das naheglegene Kahlberg befuchten, um borf zu baden. Demächst gedenkt die Kaiserin dis Ortschaften Lenzen und Dörbeck zu besuchen nn8 zwar soll in Serben die Kleinkinderschule, sitz Dörbeck der Bau der Kirchturms besichtigt werden« zu welchem die Kaiserin etwa 16 000 Mark ge­spendet yar._ Bemerkt sei noch, daß sich die Kai­serin der besten Gesundheit erfreut; der Aufent­halt in Cadinen ist ihr vorzüglich bekoinmen. i

Das Programm für den Kais er besuch in Koblenz ist nunmehr wie folgt festgelegk worden: Der Kaiser und die Kaisern, sowie dass Kroiiprinzeiipaar u. die fürstlichen Manövergästq werden am Sonntag, 10. September, nachmittags gegen 5 Uhr, von Homburg v. b. H. kommend,, in Koblenz ihren feierlichen Einzug halten. An der Festhalle werben die hohen Herrschaften von den städftschen Behörden empfangen, wobei dem Kaiser der Ehrcntrunk der Stadt dargebracht wird. Nach Bendigung der Parade am 11. Sep­tember wird der Kaiser an der Spitze der Fahnen« kompagnie von Urmitz in die Stadt zurückkehren. Während seines Aufenthalts in Koblenz gedenkt der Monarch u. a. bte Marksburg, den Königs­stuhl bei Rhens und das Schloß Stolzenfels zq besichtigen. Z

Der Kaiser wirb für bett 8. und 9, August auf dem Truppenübungsplatz Weißenburg bei Posen erwartet. Er wird auf dem Platz selbst

Völkern, noch mehr zu kräftigen. Infolge dieses aufrichtigen Wunsches hat ber Kaiser, ohne auf anbere Erwägungen Rücksicht zu nehmen und

SU zögern, die herzliche Einladung Ihres ersten Burgers angenommen. Wenn auch die Bestrebungen, eine gemeinschaftliche Grundlage o ^t^i^N^bi'usuiiterhaiidliingen zu finden, zur Zeit fehffchlagen sollten, so würde doch der von dem russischen Kaiser und dem russischen l'olks gegebene Beweis der Freundschaft bestehen blei- E und, tote ich zuversichtlich hoffe, toeitreichende. wohltätige Ergebnisse für die beiden großen ftöl-

Psions und Westens zeitigen.

Der Eindnick der Erklärung Wittes ist, soweit sich bis jetzt die verschiedenen Preßäußernngeu uberichauen lassen, ein ziemlich niederdrückender auf die Friedenshoffnungeii, die von den Lpti- nnsteil gehegt wurden. In die Hand der Japa- ner ist cs gegeben, ob die nunmehr beginnenden Verhandlungen zu einem für den Friedensschluß verwertbaren Ergebnis führen werden. Bon shrer Mäßigung in den Forderungen wird die Fonsetzung des Krieges abhänaen. Denn Ruß- lapd ist wohl besiegt in ber Schlacht, aber -3 ist kein überwundener, zu Boden geworfener Gegner, ber. auf Gnade ober Ungnade den Japanern preisgegeben ist. Noch steht in der Mandschurei etn ungeheueres intaktes russisches Heer, das den Javanern die Spitze bieten farm. Alle bis- Hermen spanischen Erfolge, so groß sie sind ^cn mcht entscheidend. Und dieser Umstand fallt schwer in die Magschaft. Zerschlagen sich die Unterhandlungen in Portsmouth, bann muß ba3 Lchwert, die Frage eiitscheiden, welche die I dbecn der Diplomaten nicht lösen konnten. I ___s. I

Neueste Telegramme.

3ftAug. DerStaatsanz." ver- offentlicht das Gesetz vom 14. Juli 1905 über

^bbung von Kirchensteuern in den katholischen Klrchengemeinden und Gesamtver- vänben.

«n- Aug- Ein Telegramm aus

Wrndhuk meldet: Generaloberarzt Dr. Theodor Sedlmayr, früher im kgl. sächs. Karabinier-Rat., m, A Juni auf dem Ritt von Sandfontein nach RamanSdrift gefallen.

. 3- .Aug. Die Regierung hat Unter-

Äa"9!? J*n^eIeitret' mit den Schutzmächten Kretas zwecks Regelung der allgemeinen Ver- tvaltung dieser Insel. Die italienische Re« Ön9 befürwortete die Besetzung der Insel vurch internationale europäische Truppenkorps an Stelle der bisherigen eingeborenen Truppen.

Stockholm, 3. Aug. Der König empfing gestern nachmittag den Großadmiral v. Köster m Audlenz und überreichte ihm schließlich den Seraphmenorden. Heute vormittag besuchte der König das deutsche Geschwader und nahm an dem Frühstuck bei dem Großadmiral v. Köster au dessen FlaggschiffKaiser Wilhelm IL* teil. Heute abend gibt der König im Stock- holmer Schlosse em Souper zu Ehren des i deutschen Geschwaders, wozu 300 Gäste ae-

laden sind.

... Konstanttuovel, 2. August. Eine Mit- Altung der Pforte an die Botschafter der Entente-Mächte besagt, daß das mazedonische ^mftee m letzter Zeit eine gewisse Tätigkeit entwickle. Die Führer halten Versammlungen ab und treffen Vorbereitungen für den nächsten Herbst. I

. ®tt kaiserliches Edikt I tjebt bte Prügelstrafe in China auf. Dafür werden Geldstrafen oder die Verweisung in ein I Arbeitshaus eingeführt. Statt 10 Hieben ist eine Strafe von einem Tael zu zahlen, bis zu 100 Hieben eine solche von 15 TaelS. Im Un« I vermögensfall kommen auf einen Tael vier I Tage Gefängnis. I

Unmutig dreht si, bas Köpfchen zur Seite, V Zetter zu schlafen. Jedoch die Liber öffnen sich stets^ wieder von neuem.-

»Er ist wirklich nett", üiurmelte sie vor sich hin.Natürlich « bon Liebe kann ja keine Rede sein gacker ich mag ihn gut leiden. Und- was für em Spaß wäre es, einmal vhne Miß Hurrnon auszugehen> ganA ljnbÄpgcht^

Die Friedensderhandlimgcu

Aschen Rußland und Japan, bie in einigen Fagen auf nordamerikanischem Boden in Ports- wouth ihren Anfang nehmen werben, stehen nicht iiitter befonbers günstigen Ansspizien. Dis beiden ihervorragenden Unterhändler haben sich in einer gu ihrer diplomatischen Mission in merkwürdigem ffegmiatz stehenden Weise sehr Pessimistisch aus- besprochen, ja noch mehr, einen derartig gereizten !gon bet ihren für die Oeffenilichkeit bestimmten Erklärungen angeschlagen, ber als schlechtes Omen .angesehen werden muß. Der japanische Legita- wonsrat Sato der Sprecher Komuras, hat, wie schon gestern kurz gemeldet, ausdrücklich hervor-

Wenn ich mit Menschen- und mit i Engelszungen redete.....

Romas von Erich Friese«.

(Fortsetzung.)

Und wieder, hebt ein tiefer Seufzer ihre »ruft, wahrend ihre Blicke zum ach, wievielten Male zur Uhr hinüber schweifen.

Endlich!"

,,,Klopfenden Herzens zählt Dolores die Uhr- - Schlage ^a elf! Jetzt muß er kommen. Do- wres keimt lerne Pünktlichkeit.

r .. $on Sekunde zu Sekunde wird sie unqedul- diger. schon zehn Minuten nach elf unb

; 'mmer nichts von Günther Horst zu sehen!

Tolore^ beginnt tm Zimmer umherzulaufen unruhig, nervös! Was ihr vorher : uur als em gelungener Spaß erschien sie be. ginnt auf einmal, es lebhaft zu wünschen, ja es brennenb zu ersehnen. An die Möglichkeit, Gunther könne überhaupt nicht kommen, denkt |ie gar nicht.

Sie geht ans Fenster und blickt hinaus auf F ^.c wnneniiberglaiizte Zypressen-Allee. Ihre i Finger trommeln auf der hohen Spiegelschetbe einen Sturmmarsch. u 1 J

I » wie würde der gräßliche Onkel Bein.ardo I mV ärgern, wenn er wüßte, daß sie hinter seinem I Rucken ein Stelldichein mit einem jungen Mann I hat! Unbezahlbarer Spaß!

Der letzte Grund gibt schließlich den Ausschlag. I ... Flugs springt Dolores aus dem Bett, kleidet I sich allem an ohne Hilfe der Zofe, trinkt rasch I eine Tasse Schokolade auch allein, da Miß I m?-rn!on uoch schläft und ist nach wenigen I Minuten bereits auf ber Straße.

I , Im Park der Villa Borghese ist alles ein eilt. I Slges Blühen und Duften. Buntfarbige Blüten. I Eden erschimmern zwischen Palmen und Kakten.

I Aus dem dunklen Blätterwerk uralter Steineichen I iPwettert der Gesang unzähliger Vögel. Unter I N^sen, kerzengerade zum Himmel empor- durstenden Zypressen erschimmern lichte Marmor-

I ~lIi>er mahnen halbzerbröckelte Säulen unb Tempelnberreste an die glänzende, in Schutt unb £rumnier gesunkene römische Vergangenheit! ^ell Entzücken atmet Dolores die erfrischende Morgenluft. Sie ist es, seit sie reich geworden, mcht mehr gewöhnt, früh aufzustehen. @rft, wenn

t ??une bereits hoch vom Himmel herabsengt, erhebt Dolores sich von ihrem spitzenbesetzten lioger.

llnb heute? - t.

Alles um sie her frisch, fröhlich, duftend' von Poesie. Ueberall auf den Marmorbänken Dienst­mädchen mit zierlich gekleideten, jauchzMden, ju­belnden Mndern.

Dolores wird ganz eigen zu Mute. Sie fuhll plötzlich, daaß sie doch etwas wie em Herz besitzt ein warmes, frischpulsierendes Herz, bas nach Liebs verlangt.

.. Sie ruft em besonders hübsches, schwarz- I zugiges Kind zu sich heran. Die rosigen Wangen I streichelnd, hort sie mit inniger Freude dem Ge- I plapper des roten Mündchens zu, küßt sie die I kleinen, weichen Händchen, welche nach ihren I .Wtzenven Juwelen greifen.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Ang. Koch, UniversttätS-Buchdruckrei 40.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

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»Wo er nur bleibt! Unerhört!" . .

Hälbzwölf!"

Dolores zittert fast vor Empörung. Zwei rote Flecken brennen auf ihren Wangen« Ihre l kleinen Fäuste ballen sich«

. .... "Sft.fjS denn möglich! Dieser unverschämte lsi uicht nur glücklich in seinem setostge- \ ^si.silten Bcrus, wie jenes UngeHim von Pro-

K!,orJ?iir tn laste* sondern er ignoriert auch Ibre ßmiabung! Wirklich empörend I

Den ganzen Nachmittag über halte Miß U fkarriion mehr denn je zu leiden unter Dolores

Bierttljährlicher Bezugspreis: btt der ExpÄition 2 Mk., 7 "

Jfä 182 nttfttOn8a?,C5l?fTcn? T <c$cl- Bestellgeld). Marourg

2»ltrttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. w ö

__________Reclamenr^dic Zeile 25 Pfg. SoMabend, 5. August 1905.

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