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«Eine Kreolin!" -Z.M
„Ene Kreolin!N -!
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Kleine Pause.
Dann geht Brunhilde mit ausgestreckicn Hän«
Der rusfisch-japanische Krieg.
Petersburg, 24. Juli- Der Korrespondent! der „Nowoje Wremja", -er sich beim 11. sibiri-c scheu Armeekorps befindet, meldet, laß japa< irische Torpedoboote unter dem Schutze dichte» Nebels und Regen versuchen, in die Wladiwostok benachbarten Buchten einzudringen und für di« Landung von Truppen Vorbereitungen zu itef< feit. Mehrfach sind bereits Truppen gelandet worden. Man glaubt, das; dies der Beginn von weiteren bedeuten>den kriegerischen Operationen gegen Wladiwostok sei. i
London, 24. Juli. „Daily Telegraph" meldet aus Tokio: Die Japaner errangen auf Sachalin neue Erfolge. Verschiedene ntssische Abteilungen wurden zurückgetrieben. Größere Truppcnabtei- lungen sind in die Berge geflüchtet. j
Marburg
Mittwoch, 26. Juli 1905.
Kommentaren zurück, nur die oft inspiriert« „Daily Graphic" drückt offen lebhafte Beun» ruhigung aus und erklärt, gleichviel, was ba8 Zusammentreffen bedeute, eS habe keine gute Vorbedeutung, weder für Europa noch für Rußland. Dagegen bespricht es daS liberale „Daily Chronicle" durchaus sympathisch und erklärt, Kaiser Wilhelm sei wahrscheinlich der beste Ratgeber, dem der Zar Gehör schenken könne. Falls er durch seinen Rat bewogen werde, Frieden zu schließen und in seinem Reiche durch mäßige Zugeständnisse die Ordnung wieder herzustellen, werde Kaiser Wilhelm Europa einen guten Dienst geleistet haben.
Ueber den äußeren Verlauf der Zusammenkunft liegen folgende (amtliche) Berichte vor:
Petersburg, 24. Juli. Der Hofminister telegraphiert aus Bjoerkoe von gestern: Abends 10 Uhr warf die „Hohenzollern" in der Nähe des „Polarstern" Anker. Kaiser Wilhelm mit dem Prinzen Albert von Schleswig-Holstein und Gefolge begab sich in einem Boot nach dem „Polarstern" und wurde an der Treppe vom Zaren und dem Großfürsten Michael Alexandra- witsch empfangen. Nach herzlicher Begrüßung schritten die Majestäten die Front der Ehrenwache und der Besatzung der Jacht ab und zogen sich, nachdem das Gefolge gegenseitig vorgestellt war, in den Decksalon zurück. Um 11 Uhr begaben sich Kaiser Wilhelm und der Kaiser von Rußland mit Gefolgen in einem Boot an Bort der „Hohenzollern", von wo der Kaiser von Rußland um l1/8 Uhr morgen? nach dem „Polarstern" zurückkehrte.
Berlin, 24. Juli. Aus Bjoerkoe wird amtlich gemeldet: Nachdem gestern abend der Kaiser von Rußland und die Herren seiner Umgebung bei der Abendtafel auf der „Hohen- zollern" anwesend gewesen sind, hat heute früh der Kaiser das erste Frühstück auf dem „Polarstern" eingenommen und ist mit den Herren der Umgebung um 1 Uhr zur Mittagstafel zu Kaiser Nikolaus geladen worden.
l Rußlands Aussichten.
Der vom Kaiser Nikolaus mit der Eröffnung von Friedensverhaudlungen betraute Vorsitzende Ides Minister-Komitees, Herr Witte, ist bereits Ms Rußland abgereist und wird in nächster Zeit Europa verlassen, um in Washington mit
* Neueste Telegramme.
L Berlin, 24. Juli. Die Küstenbahn in Togo, pie mit 45 Kilomtr. Länge von Lome nach Anecho fführt, wurde am 18. Juli dem öffentlichen Der- rehr übergeben.
, Hamburg, 24. Juli. Der Dampfer „Hans Woermann" ist heute früh 5^ Uhr hier einge- ßroffen. Er überbrachte acht Offiziere und 109 Mann an Kranken und Verwundeten aus Deutsch- lSüdwestafrika. Die Kranken, deren Zustand es Mbedingt erforderlich macht, kommen in das Darnisonslazarett in Altona, die übrigen werden in das Berliner Garnisonslazarett gebracht. Die Genesenen erhalten 14 tägigen Heimats- urlaub.
t Rom, 25. Juli. Der Mailänder „Perse- veranza" zufolge wird die Zusammenkunft zwischen den, Ministern Tittoni und Rouvier binnen wenigen Tagen im Badeort San Pellegrino unweit Bergamo stattfinden. Den Hauptpunkt der Besprechungen werde die marokkanische Frage bilden.
■ , Kopenhagen, 24. Juli. Die Yacht „Iduna" wit dem deutschen Kronprinzenpaar an Bord passierte heute Nachmittag vorbei auf dem Wege mach Bornholm.
: , Kopenhagen, 24. Juli. Prinz Harald so- zwie die Admiräle Scheller und Zacharias nahmen heute an einem Frühstück auf dem deutschen Flotten-Admiralschiff teil. Nachmittags 4 Uhr ist das deutsche Geschwader unter dem Salut der dänischen Schiffe und Forts in See gegangen.
Petersburg, 24. Juli. Der Zar kehrte Heute Abend nach Peterhof zurück.
Konstantinopel, 24. Juli. Die Türken begannen am 17. ds. den Vormarsch auf Sana von drei Seiten gegen die Aufständischen in fernen., Ahmed Feist Pascha vertrieb mit drei zalbanestfchen Bataillonen die Insurgenten aus ihrer starken Stellung bei Menacha und fügte ihnen schwere Verluste zu.
London, 24. Juli. (Unterhaus.) Der Premierminister Balfour erklärte, daß die Regierung nicht beabsichtige, zurückzutreten.
Peking, 24. Juli. Ein wichtiges kaiserliches Edikt vom 21. Juli hebt das Bogenschießen, ssowie den Gebrauch veralteter Waffen nnd Uni- iformen für alle acht Banner auf. Alle Truppen Werden in moderner Weise neu ausgerüstet. Diese Reform ist die Folge einer Anregung von japanischer Seite.
Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 Mk., bet allen Postämtern 2,25 Mk. sexcl. Bestellgeld).
JnsertronSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg, Reclamen: die Zeile 25 Pfg.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei 40. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon a5.
Seltsam gepreßt kam die Frage von ,chuik
Hildes Lippen. _.i
Die Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem Zaren
hat zu allgemeiner Ueberraschung am Sonntag Nachmittag auf hoher See bei Bjoerkoe stattgefunden. Da über den Anlaß und die Beweggründe sowie über den Verlauf der Begegnung strengstes Stillschweigen beobachtet werden wird, ist es fürs erste natürlich unmöglich, die Tratz- weit e dieses Ereignisses in ihrem ganzen Umfange zu würdigen.
Die Nachricht von der Zusammenkunft der beiden Herrscher hat in erster Linie in Rußland mit der vollen Kraft einer Ueberraschung gewirkt und in den politischen Kreisen freudige Aufnahme gefunden. Die Begegnung des Zaren mit Kaiser Wtlhelm in den Finischen Schären wird in allen maßgebenden Kreisen lebhaft erörtert. Der Zar war zwar nur von seinem Bruder Michael und einer kleinen Suite begleitet, aber niemand verkennt in Petersburg angesichts der furchtbar schwierigen politischen Lage Rußlands die historische Bedeutung dieser Zusammenkunft. Man betont, daß Rußland sich der traditionellen deutschen Freundschaft auch während des rusfisch- japanischen Krieges zu erfreuen hatte, und schöpft neue Zuversicht für eine baldige Besserung der inneren und äußeren Verhältnisse des Reiches aus dieser vor aller Welt bekundeten Anhänglichkeit des Deutschen Kaisers.
In Frankreich und England tritt in der Presse die vorläufig durch nichts gerechtfertigte Anschauung zutage, daß Kaiser Wilhelm die Veranlassung zu der Begegnung gegeben habe.
In Paris wird von osfiziöser Seite die Version verbreitet, der Kaiser habe ohne Vermittlung der Botschaft direkt den Zaren verständigt, daß er ihn zu sehen wünsche, um ihn persönlich von der Aufrichtigkeit der deutschen Politik gegenüber Rußland zu überzeugen. Jaures meint, der Zar habe sich in seiner bedenklichen Lage an den Kaiser gewandt, um ihn bezüglich der äußeren und inneren Politik um Rat zu fragen. Man wiffe, daß der Zar dem stärkeren Willen des Kaisers sich beugen werde. Die gesamte Menschheit werde nunmehr die Entschließungen Nikolaus II. den Eingebungen Kaiser Wilhelms zuschreiben, welcher eine schwere Verantwortung auf sich nehme. Clemencean beurteilt den Schritt des Zaren sehr abfällig: Gerade jetzt, wo Witte französischen Beistand verlange, bilde die Monarchen- begegnung ein wenig glückliches Präludium für den Appell an die guten Dienste Frankreichs.
In englischen politischen Kreisen schreibt man dem Ereignis ungeheure politische Wichtigkeit zu. Die Rezierungspreffe hält noch mit
einem entzückenden Mund! Brunhilde!" ruft er plötzlich, mdeß ein Leuchten über seine Züge geht — „Du kannst Dir. nicht vorstellen, wie bezaubernd sie ist. Und von Tag zu Tag nahm diese Liebe zu, bis sie zur Leidenschaft wurde, bis ,— bah!" unterbricht er sich plöstlich, „wie ich mich verachte! Wie oft verspottete ich die Gefühlsduseleien anderer junger Seide! Und nun bin ich gerade solch ein Esel — nur noch viel ärger — pfui!"
Aufschluchzend stieß er beide Arme auf den Tisch und legte den Kopf darauf.
„Armer Junge!" nickt Brunhilde, während es um ihren Mund zuckt wie von verhaltenem Weh. „Und doch — nie bist Du mir so lieb gewesen wie setzt. Deine Gefiihle sind echt menschliche. Sie sind feine Schwäche, sondern ein Zeichen des frischen, vollpulsierenden Lebens . . Nun weiter! Hast Du je mit ihr gesprochen?" /
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„Und ihr gesagt, daß Du sie liebst?"
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„Sie versprach, mein Weib zu werden."
Brunhilde steht rasch auf, geht ans Fenster und zieht den Vorhang zurück. In kaltem Glanz erstrahlt droben am Himmelszelt die volle Mondscheibe.
Eine Weile ist es ganz still im Zimmer. Nur hörbar das unermüdliche Ticken der altmodischen Schwarzwälder Wanduhr.
Dann, blickt Günther fast scheu nach dem Fenster hinüber, wo Brunhilde noch immer, ans Fensterkreuz gelehnt, steht, starr und ft,.mm, gleich einer Niobe. Mein Gott, wie bleich das Mädchen ist! Oder sind 'es die blassen Mondenirrahlen, die das schöne, stolze Gesicht so ceister- haft erscheinen lassen? '
Wie heißt sie, Günther?"- j
den Bevollmächtigten Japans zusammenzutressen. Herr Witte hat eine schwierige und wenig dankbare Mission übernommen. Er ist sich dessen, wie aus seinen ziemlich resignierten Aeußerungen zu einem amerikanischen Preßvertreter hervorgeht, vollauf bewußt. Dennoch wäre eS verfrüht, ben, Unheilspropheten Gehör zu schenken, die schon jetzt das Scheitern des ersten Friedensversuches ankündigen. Es bedeutet jedenfalls einen großen Fortschritt, daß der Zar einen Mann seines persönlichen Vertrauens zu unmittelbaren Besprechungen mit Vertretern der feindlichen Macht entsendet, und es kann von entscheidender Wichtigkeit sein, daß dieser Vertrauensmann gerade Herr Witte ist.
In der Person Wittes schickt Rußland den Japanern seine unbestritten größte Autorität in wirtschaftspolitfl-ben Fragen, die bei dem Juter- essen-Ausgleich der Mandschurei im Vordergründe stehen. ES kommt fürs erste nicht so sehr auf die Vollmachten für den Friedensschluß an, die Witte schon jetzt besitzt oder noch nicht besitzt. Das Schwergewicht seiner Mission liegt darin, daß er mit Beherrschung aller Einzelheiten der russischen Ausdehnungspolitik in Lst- asien sich über die Forderungen des japanischen Siegers amtlich unterrichten und mit der ihm zpftehenden Sachkunde seinem Kaiser ein Gutachten darüber erstatten soll, wieweit diese Forderungen, sich mit den Bedürfnissen der russischen Finanzlage vereinigen lassen. Die Japaner, die sich gerade von Witte eine nüchterne, geschäftliche Behandlung ihrer Wünsche versprechen, haben auch ihrerseits Anlaß, so aufzutreten, daß der, Bericht Wittes an Kaiser Nikolaus die Washingtoner Friedensbesprechungen nicht als ein Fehlschlag zu bezeichnen braucht. Sie würden Bedingungen, die ihnen der sehr friedensfreundliche Witts verweigern müßte, bei einem anderen russischen Unterhändler schwerlich durchsetzen, und sie haben schon jetzt an einer Verlängerung des Krieges auf unbestimmte Zeit, wie solche im Falle des Scheiterns der Sendung Wittes angesichts unannehmbarer japanischer Forderungen vielleicht in breiteren russischen Kreisen befürwortet werden könnte, kein Interesse. , Um" so weniger, als England und die Vereinigten Staaten, die wichtigsten Geldgeber für das asiatische Jnselreich, die Eröffnung weiterer finanzieller Hilfsquellen, deren Japan zur Sicherung seiner Erfolge fast noch mehr als zur Fortsetzung des Krieges bedarf, von der baldigen Einstellung der Feindseligkeiten abhängig zu machen beabsichtigen. Die Möglichkeit eines guten Gelingens der WitteschenFriedensarbeit ist unter diesen Umständen doch nicht so schwach, als der russische Staatsmann selbst aus begreiflichen taktischen Erwägungen sie öffentlich hingestellt hat.
den auf Günther zu. . i
„Laß mich Dir gratulieren'! Von Herze« gratulieren! Und — werde glücklich k"
Er tritt einen Schritt zurück, ohne die Hand zu ergreifen.
„Glaubst Du, ich iuäre so verzweifelt, lvenn alles so glatt abginge?" lachte er bitter auf. ■
„Wieso?" 1
Brunhilde hatte sich wiedetz gefetzt und ihre Augen ruhen unverwandt auf den erregten Zügen ihres Vetters.
Dieser fährt sich ein paar Mal mit dem Taschentuch über die heiße Stirn. Dann sagt er leise:
„Ach Hilde — ich verlebte einen Abend voll unendlichen Glücks •—■ als Dolores Ver- lobtet. Die darauffolgende Nackt verbrachte ich wie im Taumel, indem ich überselige Briefe nach Hause schrieb — an die Eltern und au Dich Brunhilde , , Doch am nächsten Morgen
war all dies Glück wie weggewischt . , , Lies dies hier!" Er greift in die Westentasche uni zieht ein zerknittertes Stückchen Papier heraus. ^,Und dann rate mir, was ich tun, soll!"
Brunhilde überfliegt die wenigen Zeilen. I
„Ich kann Dir keinen Rat geben, bevor ich nicht alles weiß," sagt sie ernst, indem sie de« Zettel zurückgibt. «Willst Du mir ganz ber-, trauen?"
Er nickt und beginnt zu erzählen “ haap klein, ohne Beschönigung irgend welcher Tak fachen — offen, vertrauensvoll, wie man einet
Wenn ich mit Menschen- nnd mit tzngelszungen redete 444.4
Rosum von Erich Friesen.
: (Fortsetzung.)
Günther bleibt allein zurück in dem traulichen j altväterisch eingerichteten Wohnzimmer. Der > große Kachelofen verbreitet angenehme Wärme. Wie Lampe ist verhängt, die Rauleans sind zuge- Logen.
s Das Ganze so recht ein Bild spießbürgerlicher /Behaglichkeit.
Günther streckte sich aufs Sofa und legte die „-Hand quer über die Augen. Wirr iaaen die Ee- 'danken durch seinen Kopf. Die Ruhe ringsum )tut seinen überreizten Nerven fast wehe. Ihm fist, als sei er in den letzten Tagen um Jahre gealtert ....
::. Da öffnet sich geräuschlos die Tür. ' j ' Gleichmäßige feste Schritte werden hörbar.
' Gunther hebt gar nicht den Kopf. Was küm- . wert cs ihn, iver da kommt!
f „Lieber Günther!"
j _ Bei dem tiefen Klang von Brunhildes i.etiinme will er sich erheben. Dock das Mädchen jhält ihn davon zurück.
' „Bleib nur! Ich setze mich Zu Dir . , „ Ao! i Und nun erzähle mir alles!"
‘ Jähe Nöte schoß in Günthers Stirn.-
; „Wie meinst Du, Brunhilde? Was erzählen?" /stammelte er.
r^.. „Erzählen, was Deine Seele answeckte . . , , i Siehst Du — mit fast mütterlicher Zärtlichkeit ' «St sie ihre,'kühle Hand auf seine heiße Sttrn —- . la) kenne Dich so gut. Ich weiß. Tu bist als em andere wiedergekommen, als wie Du von
: uns fortgezogen bist." ■ ~
Mit einer ungeduldigen Bewegung springt er empor und beginnt, hastig im Zimmer ans und ah zu geben.
, Ein anderer bin ich — Du hast Recht!" er- widert er grollend. „Meine Seele ist erwacht —■ sagtest Du nicht so? .... Ja, ich bin wach, sehr wach, ganz wach" — bittet lachte er auf — „aber ich, bin noch mehr; ich bin unglücklich, tief unglücklich, der Verzweiflung nahe! Seit Tagen trage ich diesen brennenden Schmerz mit mir herum Tniemand ahnte etwas davon. Warum soll ich jetzt darüber sprechen? Laß mich, Hilde! Laß mich!"
Brunhilde ist sehr bleich geworden bei diesem Leiüenscltastsausbruch ihres Vetters. Einige Augenblicke verharrt sie schweigend/ dann sagt sie ruhig, ober bestimntt:
„Nein Günther, das wäre nicht das richtige. Du mußt Dich jemandem Mitteilen. Dann wird Dir leichter ums Herz sein. Komm, nimm wieder Platz! Und dann sprich!"
Gehorsam wie ein Kind setzt er sich. '
„Wo ivar cs Günter?" Brunhilde rückt einen Stuhl an feine Seite.
„In Neapel. . » , Ach, Hilde, sieh mich nicht so forschend an!. Ich kann den ruhigen Blick Deiner Augen nicht ertragen."
„Nun gut, ich werden Dich nicht anfehen," lächelt sie aufmunternd, obgleich es einem scharfen Beobachter nicht entgehen würde, daß dieses Lächeln etwas Gezwungenes hat. „Aber nun vertraue auch Deiner Schwester! Sind wir nicht stets wie, Bnider und Schwester gewesen?"
Er nickt. Ein tiefer Seufzer entringt sich seiner Brust.
„Soll ich Dir helfen'?^ ermutigt Brunhilde. „Sie ist sehr schön, nicht wahr? Gewiß brünett, mit feurigen Augen —"
„Ja, ja" — fällt et lebhaft ein, „mit feurigen schwarzen Augen und einem Mund — ach
MchM ZeilMg
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
_______________ Sonntagsbeilage: Jllnftrirtes Sonntagsblatt. — - ** ----------