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Erscheint wöchentllch sieben mal.
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmvcrfttStS-Buchdruckerck 40.
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt. ----
Marburg
Freitag, 21. Juli 1905.
Neueste Telegramme.
Berlin, 20. Juli. In sonst gut unterrichteten Kreisen meint man, den „Hamb. N." zufolge, daß es sich bei der jüngsten Unterredung des Deutschen Kaisers und des König? don Schweden auch um die Frage des Abschusses Lines deutsch-schwedischen Handelsvertrages gehandelt habe.
Hannover, 20. Juli. Den Rektoren beider Hochschulen, der Technischen und der Tierärztlichen, ist eine Verfügung des Kultusministers angekündigt worden, wonach die Auflösung beider Studentenausschüsse gefordert wird, weil sie konfessionelle Verbindungen ausschließen. Ein neuer Studentenstreit ist bei Aufrechterhaltung der Verfügung wahrscheinlich.
Aarhns, 19. Juli. Der deutsche Kronprinz wohnte heute vormittag den Uebungen der hiesigen Garnison bei, welche von dem Pr' izen Christian befehligt wurde.
New York, 12. Juli. In der letzten Nacht erreichte, wie der „Frkf. Ztg." gekabelt wird, dieTemperatur fast 100° mit hoherLuftfeuchtigkeit. Durch Hitzschlag wurden 30 Personen getötet. £00 erkrankten. Tausende schliefen in den Stadtparks.
Hristentum und Sozialdemokratie.
„Ich möchte betonen, daß ein guter Christ auch Sozialdemokrat sein kann", sagte ein Geistlicher auf dem „Elmngelisch-sozialen Kongreß", der sich gewiß zu den Naumannschen Genossen zählt, dir ein Bündnis mit der Sozialdemokratie anstrcbm und nicht zuletzt mit der Möglichkeit rechnen, daß in einem sozialdemokratischen Staatsivesen das Christentum eine hohe Bedeutung erlangen wird.
Indessen — Christentum und Sozialdemokratie sind im Sinne des Stifters der christlichen Religion ganz unvereinbare Begriffe. Das Christentum umfaßt die Lehre von der Nächsten, siede und der Weltverbesserung in göttlicher Weise; die Sozialdemokratie leugnet dagegen einen Gott und schaltet die Nächstenliebe aus, indem sie die Wohlfahrt des Einzelnen durch den Staat begründen will. Das Christentum rechnet mit der Entfaltung der moralischen Kräfte des Menschen zum Wohle des Ganzen, dagegen die Sozialdemokratie nur auf die Körverkraft das Heil des Volkes begründet. Das Christentum fordert den Gehorsam gegen die Obrigkeit; die Sozialdemokratie verführt die Bürger zur Auf. lehnung gegen die Obrigkeit, indem sie den Um- stürz predigt. Das Christenftrm enthält die Lehre: Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist; -die Sozialdemokratie erkennt überhaupt keinen Kaiser an; sie ist antimonarchisch und republikanisch.
Christentum und Sozialdemokratie: hier eine -große ideale Morallehre, ein heiliges Sittengesetz, eine Lehre, welche der großen Masse, die im
10 (Nachdruck verboten.)
Wenn ich mit Menschen-- und mit Engelszungen redete . ... .
Roman von Erich Friese«.
(Fortsetzung.)
!' „Was bedeutet das alles. Miß Smith?"
i „Gestatten Sie mir ein Wort der Erklärung, mein Herr!" ruft Günther, bevor die arme kleine Dame den Mund zu öffnen wagt. „Ich habe Ihr Fräulein Nichte auf dem Schiffe kennen gelernt. Wir haben uns lieb und wollen einander fürs Leben angehören. Ich bin bereit, Ihnen jede gewünschte Auskunft über meine Person zu geben und hoffe, Sie werden unserer Verbindung nichts in den Weg legen."
Günther hat Dolores Hand nicht losgelassen. Hoch und stolz, die offenen blauen Augen fest auf den Mann da vor ihm gerichtet — so steht er da, von Kopf bis zu Fuß ein Gentleman. Das Bewußtsein, daß das geliebte Mädchen seinen Schutz erbeten, daß es ihm bertrairi — reift ihn ganz plötzlich zum Manne. Dolores soll seinen Schutz nicht vergebens angerufen haben!
Kleine Pause. Es ist, als ob jeder dieser so ganz verschiedenen Menschen einen kurzen Kampf mit sich ausgekämpft habe.
Tann sagte Bernardo Rosso plötzlich in gänz. sich verändertem Tone:
„Die Frage einer Verbindung zwischen Ihnen und meiner Nichte wollen Nur der Zukunft über» lassen, Herr Horst. Vorläufig gestatte ich mir, Sie als Dolores Reisegefährten willkommen zu heißen. Ich freue mich von Herzen, das liebe Kind wohlauf zu sehen. Ihre Gesichtsfarbe ist viel blühender denn je. Wirklich, ick habe mich sehr um das Mädchen geängstigt — gerade so, als ob sie meine Tochter wäre!"
Dolores zieht ihr Schmollmündchen, mit dem i* so gern irgend eine kleine Bosheit heraus-
Dienst der alltäglichen Interessen niedergehalten dem Geist keinen Aufschwung über die drückende Gegenwart zu gestatten vermag, den Beweis vom Vorhandensein der einigen sittlichen Ordnung und von der Wirksamkeit der moralischen Kräfte im Menschen liefert; dort eine strenge Zucht zum Gehorsam gegen ein Gesetz, das den Staat zum Herrn, zum alleinigen absoluten Herrn und alle Bürger zum Sklaven des Staates macht, das dir Menschheit erstarren läßt in toter Form, einer Form, die den Menschen und der Natur der Dinge zuwider ist, weil sic die Stimme der Liebr und den Zug der Natur im Leben der Menschen und Völker ertötet.
Es ist also ein großer Irrtum, wenn behaup- tet wird, daß ein guter Christ auch Sozialdemo- krat fein kann; der Materialismus der Sozial- demokratie läßt das schon nicht zu. Ein Christ, der durchdrungen ist von den großen Heilswahr- heiten, wird sich stets von der Sozialdemokratie abwenden, und zwar in der richtigen Erkenntttis, daß durch sie der hohe Kulturwert des Christentums, der durch die Menschenliebe zum Ausdruck kommt, vollständig vernichtet wird. Daher muß auch jeder echte Christ die Sozialdemokratie auf das nachdrücklichste bekämpfen. Die Bekämpfung der Sozialdemokratie auf religiösem und kirch. lichem Gebiete läßt sich jedoch nicht so eingehend und nachhaltig durchführen wie auf dem politischen, deshalb muß sich der Kampf gegen die Sozialdemokratie vorwiegend auf diesem Gebiete abspielcn.
Der rMsch-m Mische Krieg.
Die Eroberung Sachalins
wird aller Wahrscheinlichkeit nach den Japanern nicht allzu große Mühe machen. Die russischen Streitkräfte auf der Insel betragen eiwa 7500 Mann, die natürlich den 14 000 Japanern, die bereits auf der Insel gelandet fein sollen, keinen ernsten Widerstand entgegenstellen können, Wäh- rend des Krieges find, wie die „Frkf. Ztg." berichtet, mir vier Reserve-Bataillone und zvxü Batterien Fcldartillerie (12 Geschütze) nach Sachalin geschickt worden. In Alexandrowsk stehen 4500 Mann. Nach Besetzung dieses Punktes werden die Japaner Herren der Insel sein und ber, russischen Garnison bleibt nicht? anderes übrig, als in die Wälder zu geben oder sich zu ergeben, bevor Hunger und Kälte sie üazp zwin- gen. Als Kuriosum hebt der „Petersb. Herold" hervor, daß die einzige offizielle Kart.' Sachalins, die vom Generalstab herausaeaeben worden ist, aus dem Jahre 1885 stammt, also fast ein Vierteljahrhundert alt ist.
Als Rußland vor 50 Jahren Ansiudler nach Sachalin schickte, erhob Japan Anspruch auf die Insel und es kam zu einem Vertrag, durch den Sachalin als gemeinsamer Besitz beider Reiche anerkannt wurde, und 20 Jahre hindurch verkehrten Russen und Japaner auf der unwirtlichen Insel freundschaftlich miteinander. Im Jahre 1875 wurde die Insel durch einen Vertrat an
sprudelt. Ihre großen schwarzen Augen tanzen por Ucbcrmut.
Schon öffnet sie die Lippen zu einer Entgegnung; doch ein bittender Blick Günthers hält sie zurück.
Achselzuckend setzte sie sich neben ihre Cousine und baeginnt ein Gespräch mit ihr.
, „Na, wie geht's Marietta? Wo hast Du denn Ninella gelassen? Ich muß gestehen, ich hab' fürchterliche Sehnsucht nach meiner teuren Cousine. Kann kaum mehr die Zeit abwarten, bis ich sie wieder mal ein bischen quälen kamt . . . Brauchst nicht gleich rot vor Zorn zu werden, Marietta — Dich mein' ich damit nicht. Du bist ein kleines dummes Schaf. Deine ~ hcvester mein ich, die Ninella mit ihrer bösen Zunge und ihrem gelbgalligen Teint ...£), wie mir dies alles zuwider ist —" unterbricht sie sich Plötzlich, indem sie, emporspringt und die Hände abwehrend cusstreckt, als sehe sie ein Gespenst. „Wie froh bin rch, daß,ich mich nach Deutschland verheirate, daß ich nicht genötigt bin, in Italien m bleiben — in Rom, wo ich dieselbe Luft mit Euch atmen müßte!"
Bernardo Rosso ist bis in die Lippen hinein erblaßt. Es, zuckt ihm in den Fingern, als müsse er hms.ürzen zu dem schönen braunen Mädchen und es auf den losen Mund schlagen.
Doch wieder beherrscht er sich.
„Liebe Dolores, Du redest Unsinn!" lächelte er in sanft verweisendem Tone. „Was soll Herr Horst von Dir denken ... Und nun laßt uns etwas essen! Ich meine, wir werden alle Hunger haben."
Die Abendssimden verfliegen in der ange- nehmsten Weise. Jeder scheint sich Mühe zu gebe», feine günstigste Seite herauszukehren.
Dolores strahlt von Glück und Uebermut. Im Gegensatz zu ihren sonstigen Beivcgnngen ist heute alles an ihr Leben und Verve.
Auch Bernardo Rosio kehrt seine liebenswür- digste Seite hervor. Er ist ein Weltmannn durch
Rußland ausgeliefert und Japan durch das Ab- treten der Kurilen entschädigt. Seit dieser Zeit wurde Sachalin russische Strafkolonie für schwere Verbrecher.. Es dürste zu beachten fein, daß Rußland außer Wladiwostok im fernen Osten noch zwei Häfen besitzt. Die erste russische Flotten- station im fernen Osten war die von Pettopaw- lowsk auf der Insel Kamtschatka. Ein englisch, französisches Geschwader machte währ nd des Krimkrieges einen Angriff auf diesen Ort. Im Jahre 1850 legte Rußland einen neuen Häsin an der Mündung des Amur an, Nikolajewsk, dem Nordende der Insel Sachalin gegenüber. Im Jahre 1872 wurde Rußlanls Flottenbasis im Stillen Oz an von Nikolajewsk nach Wladiwostok verlegt.
Tokio, 19. Juli. (Reuter.) Hier wird allgemein geglaubt, daß die Bodengestaltung der Gegend hinter Mauka auf Sachalin, wo die Rus. sen nach der Niederlage bei Dasline Halt machten, einen weiteren Rückzug nach Norden nicht gestattet. Munittonsmangel wird vermutlich die Russen bald zur Uebergabe zwingen.
Tokio, 19. Juli. (Reuter.) Admiral Ka- mimura meldet vom 18. ds.: Eine japanische Flottille von Torpedobootszcrstörern beschoß wiederholt russische Patrouillen und Posten an dec Nordküste von Korea. Russische Artillerie beschoß die Flottille bei Uukiwan, wurde aber von den Torp^dobootszerstörern zum Schweigen gebracht und vertrieben.
Die Friedensverhandlungen.
Petersburg, 19. Juli. Der Präsident des russischen Ministerkomitees, Witte, ist heute Abend, begleitet von seiner Gattin, ins Ausland abgereift Zur Verabschiedung hatten sich mehrere Mitglieder der Regierung und des Staatsrates, sowie der chinesischen und koreanischen Gesandtschaft auf dem Bahnhofe eingefunden.
Petersburg, 20. Juli. In der Audienz, welche der Zar Herrn von Witte vor seiner Ab- reise erteilte, soll der Kaiser die Ansicht ausge- sprachen haben, er vertraue daraus, daß Rußland doch noch in der^lllandschnrei siegreich sein werde. Witte soll den Standpunkt vertreten, daß weder eine Kriegsentschädigung noch eine Landabtretung an Japan gerechtfertigt fei.
Unter diesen Umständen würden die Friedens- Verhandlungen ziemlich zwecklos fein, da Japan gerade an, diesen Bedingungen festzuhalten ent- schlossen ist. Morgen Freitag wird Herr von Witte in Paris eintreffen und am Dienstag über Cherbourg weiterfahren. Die Wiener „N. Fr. Pr." interviewte den ehemaligen Geschäftsträger in Tokio Baron Siebold. Er sagte, dem japani- schen Charakter sei nichts so peinlich, wie das Uw, gewisse, darum , werde Japan einen dauernden Frieden zu schließen suchen. Schwierigkeiten werde Sachalin machen, das reich an Naturschätzen sei und dessen Wiedergewinn für Japan große moralische Bedeutung habe. Nach dem Friedensschlüsse werde Japan keine neue Erpan- sion an streben, sondern von un geheurem Frie- densbedürfnisse erfüllt s in. Wahrscheinlich wer- den sich maßgebende Stimmen für ein Zusammengehen mit Rußland erheben.
und durch, und wenn er will, kann er unwiderstehlich fein.
Nach dem Essen begibt sich die kleine Gesell- schäft auf die Terrasse. Tie volle Scheibe des Mondes ist hinter dein Vesuv emporgesttegen, die sanft aufsteigende Wellenlinie des alten Feiierkopfs in scharfen Konturen tiefschwarz an das leuchtende Firmament zeichnend.
Eine leise Brise tveht vom Meer herüber. Dnlnten am Gestein plätschern leise die auf« und abspülenden Wellen.
Bernardo Rosso behandelt Günther Horst voll- ständig wie zur Familie gehörend. Keine Frage irgend welcher Art. Er scheint für ihn einfach Günther Horst zu sein, der Bräutigam seiner Nichte.
Günther fühlt sich überaus glücklich. Er begreift gar nicht, weshalb Dolores ihren Onkel in solch schwarzen Farben geschildert hat. Natürlich — es übertrieb, wie stets, das exaltierte liebe Kind!
Als Bernardo Rosso gegen zehn Uhr die bei- den jungen Mädchen mahnt, sich in ihre Schlaf, zimmer zurückzuziehen, steht Dolores merkwür- bigerroeife sofort gehorsam auf.
„Gute Nackt, lieber Günther! Auf Wieder- sehen morgen!"--
, „Gut- Nacht, mein Lieb! Schlaf süß und träume von mir!"--
Innig drückte er die schlanken Finger an seine Lippen.
Dann blickt er mit leuchtenden Augen der zierlichen, geschmeidigen Gestalt nach, wie sie geräuschlos neben der massiv gebauten Marietta ans dem Zimmer gleitet.
Miß Smith bat sich schon längst zurückgezogen. Die beiden Männer sind allein.
„Mein Herr", beginnt Günther, lebhaft auf Bernardo Rosso zutretend, der sich gerade eine Zigarre anzündet, „ich danke Ihnen für Ihr freundliches Entgegenkommen. Wenn Sie irgend
Deutsches Reich.
Berlin, 20. Juli.
— Seine Majestät der Roifer ist gestern Mitt« ivoch morgen 10 Uhr, wie aus Hernoetand gemeldet wird, an Bord der „Hohenzollern", begleitet bem Kreuzer .Berlin', dem Depeschcnboot .Sleipner' und einem Torpedoboot nach Nyland in See gegangen.— Ter Kaiser und die Kai'erin werden Anfangs August zu dem alljährlichen Aufenthalt in Cassek bezw. Wilhelmshöhe eintreffen.
— Die Bevölkerung des Deutsche« Reiches hat nach der Schätzung des Kaiserlich« Statistischen Amts im laufenden Jahre 60 Millionen überschritten. Nach dem Statistischen Jahrbuch ist die mittlere Bevöckerung des Jahres 1905 auf 60164000 Köpfe geschätzt gegen 59364 000 im Jahre 1904 und 58569000 im Jahre 1903. Don 1903 zu 1904 hätte hiernach die Bevölkerung um 795000 und von 1904 zu 1905 um 800000 zugenommen. Die am 1. Dezember d. I. stattfindende Volkszählung wird zeigen, tote weit das rechnungs» mätzige Ergebnis von dem wirklichen abtoeicht. Erheblich wird der Unterschied nach den Erfahrung« bei den früheren Volkszählungen jedenfalls nicht sein. Die 50. Million überschritt die Einwohnerzahl Deutschlands im Jahre 1892; 1870 betrug die Bevölkerung des heutigen Deutschen Reichs 40,8 Millionen, 1855 36,1, 1816 24,8 Millionen. Man kann ungefähr berechnen, daß sich die Bevölkerung des Reichs seit 72 Jahren verdoppelt hat.
*— Die Uebernahme oer Regierung! in den Herzogtümern Sachsen-Kvburg un8 Gotha durch Herzog Karl Eduard, der, gemeldet gestern das Volljährigkeitsalter erreichte, vollzog sich unter großen Feierlichkeiten. Als Abgesandte ihrer Höfe kamen in Gotha an die Botschafter resp. Gesandten von Preußen Sachsen, Italien, Spanien, Oesterreich-Ungarst. Portugal. Rußland und England, ferner außerordentliche Abgesandte des Königs von Belgien, der Großherzöge von Oldenburg und Sachsen unk des Fürsten von Renß. Morgens 9% Uhr er. folgte der feierliche Einzug in Gotha. Auf Schloss Friedenstein ging der Akt der Regienmgsübe» nähme vor sich. Der Herzog, der die llnisorst eines Obersten des Rheinischen Hnsareu-Regv ments Nr. 9, zu welcher Würde er erst gestern Morgen vorn Kaiser ernannt war, trug, uahnl vor dem Thron Aufstellung, neben ihm der bisherige Regent, .ine Fürstlichkeiten und Hofchargew Der Regent teilte zunächst mit, daß der Herzog der heute volljährig werde, auf Grund der Verfassung die Eidesleistung vollzogen und damit die Regierung der Herzogtümer selbständig übernommen habe. Mit äußerst warmen Worten gedachte sodann der Regent der fünf Jahre, da er die Regentschaft geführt habe. Erleichtert sei ihm feine Tätigkeit durch die Treue feiner Beamtest, als deren obersten er dem Staatsminisier Heutig besonders dankte. Dank sprach er dem Landtags aus für feine Tätigkeit, Dank auch dem Kaiser, der mit treuem Auge über den allgemeinen Interessen walte. Zum Schluß stellte er die Regierung des neuen Herzogs und die Zukunft des Landes in Gottes Schutz. Nachdem der Herzog sei« Haupt bedeckt hatte, verlas er die ihm vomStaals« Minister überreichte Thronrede, der Herzog dankte in derselben seinem Vormunde für die treue
welche Auskunft über meine Verhältnisse wün« scheu —* {
Wieder jene kühle abwehrende Handbewcgmrg.
„Nicht heute. Ein andermal! Gute Nachts Herr Horst.. Ich will noch ein wenig hinunter an den Quai gehen. Auf Wiedersehen morgen!*
Damit verläßt er die Terasse, und aitc$ Günther begibt sich auf fein Zimmer.
Eine ganze Sttmde noch sitzt er am Schreibtisch und schreibt lange Briefe an seine Elter, und an Cousine Brunhild« — Briese, in denen er in den rosigsten Farben Dolores Vorzüge schildert un d von feinem namenlosen Glück spricht, ein solch entzückendes Mädchen sein eigen nennen zu dürfen.
Zwar wird ihm etwas unbehaglich bei dem Gedanken, wie die schlichte Mutter das exzentrische Wesen feiner Braut beurteilen, was für Augen wohl Brunhilde zu den Grimassen de, kleinen Kreolin machen wird.
Doch beunruhigt ihn dieH nicht ernstlich. Ci beschäftigen. ; . j
zu beschäftigen. ,’ 4
Bald umfängt ihn ein tiefer, traumloser; Schlaf, aus dem er erst spät am Morgen crtoad)t, Aergerlich, dis kostbare Zeit verschlafen zst hoben, macht er rasch Toilette. Gewiß wartet' Dolores drunten am Friihstückstisch schon sehn, süchtig auf ihn. ... z
Als er den Speisesaal betritt, ist er bereift vollkommen leer. Nur ein Kellner ist mit den, Abräumen des Kafsegeschirrs beidiäftiat.
„2Bie schade, daß sie weg sind, nicht wahr^ mein Herr?" fragte er mit unverschämt pfiffigeist Schmunzeln, Günther eine Taffe Tee präsentierend. ... ... ;•„», - . i
,.Weg? . . . Wer?" ~ ; 1
„Nun — die hübsche junge Dame. Und ihre Verwandten, die gestern angekommen .raren'*-'
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.^Günther ließ beinahe die Teetaffe fallen von V4reck.. . .. (Fortt. foW. ns