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'Nachdruck verboten.)
1 den, haben den englischen Boden nicht ohne eine I Danksagung für den überaus freundlichen Emp- I fang verlassen, der sich als eine bemerkenswerte | Kundgebung der englisch-japanischen Freund- I schäft darstellt. .Im Auftrage des Brinzenpaares I veröffentlicht der japanische Botschafter in Lon- I don, Baron Hayaschi, einen Abschiedsgruß der I japanischen Fürstlichkeiten an das englische Volk, 1 worin es u. a. heißt: „Bereits liegen telegra- I phifche Nachrichten aus Japan darüber vor, wie I sehr unsere Landsleute durch den herzlichen Emp- I fang des Prinzen und feiner Geniahlin erfreut I worden find. Wenn das japanische Volk erst in
allen Einzelheiten wissen wird, wie sich die Ehrungen und Feierlichkeiten für der hohen Be- I such gestaltet und abgespielt haben, wird der
Zweck des Besuches vollinhaltlich erreicht fein. Nichts anderes aber kann das Ergebnis der An- Wesenheit des Prinzenpaares in England fein, als die glücklichen Beziehungen zu erweitern und zu vertiefen, die gegenwärtig bereits nicht nur zwi- sehen den beiden Völkern, sondern auch zwischen den Höfen von London und Tokio bestehen."
Gegenüber den Gerüchten, daß Prinz Arifn- gawa Auftrag und Vollmacht gehabt habe, bei seiner Anwesenheit in London die Erneuerung bzw. eine, besonders eine dringlich von dem älteren Chamberlain befürwortete Erweiterung des englisch-japanischen Bündnisvertrages zu vollziehen, erklärt Baron Hayaschi, daß der Besuch einen ent- scheidenden politischen Zweck nicht gehabt habe. Und er fügt hinzu : „Angesichts der starken Bande, welche die verbündeten Nationen aneinander- fchließen, bedurfte es keiner poliftschen Mission, Prinz Arisugawa kam nach England, um eine Botschaft der hohen Achtung und Freundschaft des I Kaisers von Japan für das englische Königspaar und das englische Volk zu überbringen und gleich- zeitig als Interpret der herzlichen und dankbaren Gefühle zu dienen, die bei dem japanischen Volke die sympathische und wirkungsvolle Halftmg sei- ne§_ westlichen Verbündeten ansgelöst hat. Das zwischen England und Japan bestehende enge Verhältnis ist keineswegs nur Folae und Ergebnis eines formellen Bündnisses-. Die Beziehungen beider Völker entspringen vielmebr Wahrhaften I Herzensempfindungen und Herzensbedürfnissen, I und sie werden sich vertiefen in dem Maße, wie I die wechselseitige Eintracht und Freundschaft I wächst." I
Ton und Inhalt dieser „Danksagung" sind I don solcher Art, daß man in der Versicherung, der I Besuch des Prinzen habe keinen entscheidenden | poliftschen Zweck verfolgt, den Hauvtton auf das I Wort „entscheidend" zu legen haben wird. Da- I siegen spricht aus jeder Zeile der Erklärung des I Baron Hayaschi die Absicht, das englisch-japanische I Bündnis in England ebenso populär und ange- I sehen zu machen, wie es in Javan tatsächlich ist, I um auf dieser Basis die Vorbedingung für eine I verstärkte Allianz der führenden Seemächte in I Europa und Asien zu schaffen. Daß diese Absicht I erreicht ist, auch das scheint die zuversichtliche I Sprache dieser „Danksagung" zu verraten. I
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck mtb Verlag: Joh. Ang. Koch, UniversitAs^Vuchdruckerck Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Dienstag, 18. Juli 1905
mit einer Art scheuer Bewunderung angestaunt wird.
Dazu kommt, daß Dolores sich nach wie vor schwach und . leidend fühlt. Die geringste Erregung, ein einziger kleiner Wortwechsel läßt ihre Wangen jäh erbleichen, bringt sie oft der Ohnmacht nahe.
Diese krankhafte Hülflosigkeit des jungen Mädchens blldet für Günther immer wieder einen Entschuldigungsgrund, wenn er in einem Anflug von Energie auf und davon will.
Miß Smith ist feit einigen Tagen aus Dolores' Nähe verbannt: doch hat sie sich nebenan eingemietet, da Günther noch immer nicht die Hoffnung aufgegeben, Dolores gegen die arme Miß günstiger zu stimmen.
, „Sie hat dem Onkel unsere Adresse mitgeteilt. Sie ist meine Feindin — ich hasse sie und will sie mcht mehr sehen!"
Damit schneidet Dolores alle weiteren Erörterungen ab, —-
Und wenn dann Günther ob des Unverstandes des törichten Mädchens böse werden will —■ &inn hall sie sich lachend oder auch schmollend die i kleinen Ohren zu und ruft:
„Lassen Sie mich in Ruhe, Herr Horst! Ich mag auch von Ihnen nichts mehr wissen. Ihr seid alle schrecklich, schrecklich! .... Laßt in Ruhe!"
Ueberhaupt ist Dolores seit jenem Abend, da Günther ihr versprochen, in Neapel zu bleiben, da sie in seinen blauen Augen einen Strahl innigster I Neigung aufblitzen sah, kapriziöser denn je. Wenn sie nicht gut gelaunt ist, kommt sie nicht zum I Table d'hllte, sondern speist in ihrem Zin'mer, I und Günther verzehrt sich in Sehnsucht nach dem | schönen, launenhaften Geschöpf. I
Auch heute wieder hat er kaum das Ende des I Diners abwarten können, um auf die Terrasse zu I Su eilen, wo Dolores gewöhnlich,- ein Puch jn *
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
Der russisch-japanische Krieg.
Die Friedensverhandlimgen.
Der Petersburger Berichterftatter der „Times" erfährt, Wittes Vollmachten feien begrenzt. Daraus werde gefolgert, daß der Zar sich noch nicht über dlejenigen Zugeständnisse fchlüssig gemacht hat, die Japan unzweifelhaft fordern werde. Nach em er Meldung des „L.-A." reist Witte vonPeters' bürg zunächst nach Paris,und dürfte bald nach feiner Ankunft von Rouvier empfangen werden. Gleichzeitig mit ihm trifft fein erster Adlatus bei den Friedensverhandlungen, der Ministerialbe- amte Korostovets, ein. Frau Witte wird in Paris die Rückkehr ihres Gatten aus Amerika erwarten. Wftte erhält 5000 Rubel für Generalspesen und 400 Rubel pro Tag während seines offiziellen Aufenthaltes im Auslande.
Bom Kriegsschauplätze.
Man berichtet auS Wladiwostok, daß die Japaner im Festungsrayon eine lebhafte Tätigkeit entwickeln. So haben die Rusten am 11. Juli südlich von Ninguta große Chungusenbanden, geführt von 300 Japanern, gesichtet. Die Japaner konzentrieren sich in kleinen Abtellungen, die späterhin für japanische Truppen als Basis Bei Umgehungen und anderen Bewegungen dienen. Jn Nikolsk-Ussurijsk, wohin vorläufig die Hauptverwaltung der Ussurischen Bahn übergefiedelt ist wurde am Montag, den 10. IM, ein Ehepaar verhaftet, das für 1000 Rubel einen japanischen Spion verborgen hielt; auch dieser siri in die Hände der Russen.
Tokio, 15. IM. (Amtlich.) Die japanische Armeeabteilung auf der Insel Sachalin berichtet, daß sie bei der Verfolgung der feindlichen Streft. kräfte dieser aus der Gegend von Wladimirowsk und Blijineyi, 2 Meilen westlich von Wladimi- rowsk, vertrieben und diese beiden Orte am 10. Juli besetzte,. Die feindlichen Streitkräfte zogen i sich in die nördlich von Delinehi glegene befestigte Stellung zurück, wo sie mit einigen Feld- und Maschinengefchützen hartnäckigen Widerstand leisteten. Am 11. Juli begannen unsere Truppen einen Angriff und warfen bei Tagesanbruch be3 12. Juli den Gegner in der Auflösung auf Manko zurück. Die feindlichen VerlMe sind jedoch nicht I genau- festgestellt, werden aber auf mindestens 150 Mann geschätzt. j
I Eine kurze Verbeugung von beiden Seiten —• | Bernardo Rosso steht wieder draußen vor der Türe.
Als er die vielen kleinen Gassen, die zu feiner Wohnung führen, durchschreitet, ist sein Gesicht finsterer denn je.
Zum ersten Male bedauert er, daß er nie ettvas getan hat, um Dolores' Zuneigung zu gewinnen Natürlich wird sie, sobald sie in den Besitz des großen Vermögens gekommen ist — I denn groß ist die Erbschaft, das steht bei Bernardo Rosso fest — sofort ihres Onkels Haus verlassen und wer weiß, wohin fliehen. Undankbares, einfältiges Geschöpf! . . ,
So denkt und grübelt der brave Manu, während er die hoben Häuser entlang schlendert — immer weiter, immer weiter, bis hin zu seiner kleinen Wohnung.
„Papa hat etwas Wichtiges vor," bernertt Ninella in spottendem Ton zu ihrer Schwester, die mit ängstlichen Händen das Mittagessen für bie Familie zubereitet. „Er trägt seine Grübelmarke. Das kenne ich schon. Der Bries an Dolores muß etwas ganz Besonderes enthalten, i P«ß auf, wir werden etwas erleben!" I
„Was denn?"
„Ja, wer weiß!"
Und mit dem ihr eigenen geringschätzigen Zucken der schmalen Schultern überläßt sie die harmlose, im Denken schwerfällige jüngere Schwe- I fter ihrer Verblüffung.
IV.
Gunther Horst ist in Neapel geblieben — | trotz der mahnenden Stimme seines Gewissens, trotz aller Vernunftsgründe, die er sich in ein. wmen Nachtstunden immer wieder vorpredigt trotz des leisen Bangens, das ihn der Zukunft wegen, hie und da beschleicht.
Er ist geblieben als unzertrennlicher Kamerad Sex schonen Kreolin, Re in der ganzen Pension
Deutsches Reich.
_ . m , Berlin, 17. IM.
— Seme Maiestät der Kaiser ist an Bord der .Hohenzollern', wie schon gemeldet, von Geste nach Sundsval in See gegangen. Am Samstag Mittag gegen 12 Uhr ging der Kaiser bei Bönau im Motor- boot an Land und machte einen Spaziergang nach Aengesberg. Um 12«/» kehrte der Kaiser nach Bönau zurück, wo ihn eine große Menschenmenge mit Hurrarufen begrüßte, und begab sich wieder an Bord.
— Die Reise des Kaisers zur schwedischen Küste erregt begreiflicherweise in Schweden nicht geringes Interesse, da ja auch für dieses Jahr die gewohnte Reise nach Norwegen feststand, bis die umonspoltrsche Umwälzung plötzlich eine Aenderung herbeisührte. Eine Stockholmer Zeitung, .Svenska Dagbladet', schreibt aus diesem Anlaß: .Wenn
I Deutschlands Kaiser in diesen Tagen über schwedisch« Gewäfler fährt und seine jährliche nordische Sommerfahrt nach schwedischen Häfen und Flußtälern verlegt, folgt man feinem Besuch mit großer Aufmerksamkeit I Seine Wahl des schwedischen Reiseziels steht bermut- sich in einem gewissen Zusammenhänge mit dem norwegischen Unionbruch, der den impulsiven Herrscher | über das mächtigste Reich Mitteleuropas veranlaßt I haben dürfte, in diesem Jahre seine üblichen Reisen I »ach den Schären und Fjorden Norwegen« ein,tu- I stellen Aber auch abgesehen von dem politischen I Hintergründe der Aenderung der Reisepläne und dem I Taktgefühl, das hierin liegt, ist der K a i s e r b e s u ch I «eignet, Befriedigung zu erwecken. Es ist eine I Liebenswürdigkeit gegen unser mit dem preußischen I Hofe durch vielseitige Freundfchafts. und Geschlechts- 1 beziehungen verknüpften Königshaus und g-oen unser I ganzes Land, besten Voraussetzungen als i'rBoIung8« | und Touristenland dem hohen Reisenden von I früheren Reisen her bekannt find und die sicherlich I fortgesetzt auf ihn eine starke Anziehungskraft aus- I üben. In der an hervorragenden Persönlichkeiten I gegenwärtig so reichen Fürstenkette Europas nimmt I der noch im ersten Mannesalter stehende I Hauptvertreter deS Hauses Hohenzollern nicht bloß I auf Grund von Rang und Macht, sondern auch in« I folge persönlicher Eigenschaften einen der hervor- I rasendsten Plätze ein. Keiner seiner Kollegen unter I den Inhabern von Thronen dürfte in so hohem Grad« I wie er die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gelenkt I haben — als energischer und initiativreicher Monarch, I als Politiker, als Redner, Künstler, Jäger und I Segler usw ' Zum Schluß gibt das erwähnte Blatt I dem Wunsche Ausdruck, daß Kaiser Wilhelm bei I ftmem Besuche in einigen der schönsten Gegenden I Schwedens freundliche Eindrücke gewinnen und ange« I nehrneErinnerungen anLand undLeute mitnehmen möge. I . ~ ®j£ der »Deutsch. Tageszeitung' mitgeteilt I dürfte der preußische Landtag wie in früheren Sessionen, die nicht mit besonders umfassenden Gesetzesvorlagen belastet waren, an fang« Januar wieder zusammentreten. Dagegen heißt eS, daß der Reichstag in der zweiten Hälft« deS Oktober, voraussichtlich am 24., einbe« rufen werden soll.
„ ~ Dem Volksschullehrerstande steift Professor Dr. Conwenh-Danzia, der bekannte Ver« Wer d?r Heimatkunde in der Schule, obwohl selbst rem Schulmann, aus engster Verbindung mit der Schule und Lehrerwelt folgendes schöne Zeugnis aus: »Im Kreise der Volksschullehrer herrscht vielfach eine lebhafte Teilnahme nicht nur für praktische Zweige, tote Gartenbau, Obstbau, Bienen- und Fischzucht, sondern auch für wissenschaftliche Bestrebungen aus dem Gebiete der Naturgeschichte und Vorgeschichte der Heimat. Viele Lehrer find eifrige Mitarbeiter von Museen und Vereinen; manche haben sich auch in der Fachliteratur vorteilhaft bekannt gemacht. Beispielsweise in Westpreußen nehmen die Lehrer regen Anteil an der Erforschung der Provinz in naturhistorischer und prähistorischer Beziehung, und sie entwickeln dabei einen anerkennenswerten Sammeleifer. In anderen Provinzen und Bundesstaaten lieaen die Verhältnisse ähnlich; beispielsweise in Schleswig. Holstein beteiligen sich zahlreiche Lehrer au meteorologischen Beobachtungen und in Sachsen nahmen 93 Lehrer an den vom Zoologischen Museum in Dresden eingerichteten Beobachtungen über Leben, Verbreitung und Zug der heimatlichen Vogelwelt teil/ — Diesem durchaus berechtigten Lob können wir hinzufügen, daß der gleiche Geist auch unter der Lehrerschaft der Provinz Hessen herrscht, die sich ebenfalls auf den verschiedenen praktischen und wissenschaftlichen Gebieten les sei nur auf das Naheliegendste, nämlich hessische Volkskunde, hingewiesen) oft ganz hervorragend betätigt hat und auch sonst eine für bi« Allgemeinheit nützliche Wirksamkeit entfaltet.
Neueste Telegramme.
. Berlin, 16. IM. Wie die „D. Z." zuverlässig erfährt, ist dieErschwerung der Aufnahm.be- ’btngungen für Ausländer in der gleichen Weife wie an den preußischen Technischen Hochschulen auch an allen nichtpreußischen Hochschulen Deutsch- llands, rnft Ausnahme von Dresden, für das form <menbe Semester verfügt worden.
, Berlin,!/. Juli. Der „Staatsanz." bringt eme amtliche-Bekanntmachung über eine Erweiterung der gegenseitigen Anerkennung der von den -c-E;Oberrealschulen und der von den Oberrealschulen in den Reichslanden Elsaß. .Lothringen, ausgestellten Reifezeugnisse hinsichtlich Der Berechtigungen, die sie gewähren
. Wiesbaden, 16. Juli. Die Nachricht von der Ernennung des Vortragenden Rats im Ministe- rtum öe§ Innern und ehemaligen Landrats in Homburg, ~r. v. Meister, zum Regierungspräfi- deuten in Wiesbaden wird der „Frkf. Ztg " als verfrüht bezeichnet.
Sondershausen, 16. IM. Anläßlich des 25- l™!ri3en Regierungsjubiläums des Fürsten Karl Gunther ist die Stadt fesftich geschmückt. !• mie Vormittag fand Festgottesdienst, darauf Parade der Garnison und Appell der Veteranen statt.
München, 17. Juli, eine Zusammenkunft des Stotferä nut dem Pvnzregenten Luitpold ist nach ! Blattermeldungen für den Herbst geplant. Der Prmzregent von Bayern werde Ende August oder AnfangL-eptember nach Nürnberg zur Enthüllung des Kafterdenkmals reisen und dort bei diestr Ge- legen heft mit deni Kaiser Zusammentreffen.'
mm Festlichkeit anläßlich
., ? ^nbilaums der nationalen Unabhängig- kelt begannen heute mit dem Umzug der Vereine und Verbände und einer religiösen Prozession. Der Komg oer den Feierlichkeften beiwohnte, stmlrde begeistert begrüßt. Die Stadt ist festlich ge- lanrnnTL I
. .^om, 15. Juli. Der italienische Generalkonsul in Ncwyork meldet, daß zwei gefährliche Aiiarchi- sten sich nach Italien eingeschifft hätten, von denen der eine angeblich beaustraat sei. den König von Italien zu ermorden, während der andere fic den I Präsidenten Loubet als Opfer erkoren habe.
. Madrid, 15. Juli. Der frühere Ministerprä- I oeut Bftlaverde, cut Führer der Konservativen, ist I beute früh gestorben. I
San Sebastian, 16. Juli. König Alfor/ von I tbauiert wird, wie dem „L.-A." gemeldet wird, I IWitte September direkt von hier nach Berlin I reifen. I
Hongkong' 15. Juli. Der Damvfet „Silvia" I mit dem Ablosungstransport für die Ostasiatische I Besatzungs-Brigade ist wohlbehalten hier cinge- to eiter' nm'16" Juli nach Tsingtau I
Wenn ich mit Menschen-- und mit Engelszungen redete.....
Roma» von Erich Friesr«.
iForttctzung.)
Der Advokat zuckt die Achseln.
. uftr leid, mein Herr. Nach Rücksprache nut Fräulein Arevallo werde ich Sorge trag-n daß Ihnen die Summe, die sie für die Erziehung ®“r jungen Dame anwandten, nebst Zinsen zu» riickerstattet wird. Aber vorher ist nichts zu machen Schaffen Sie mir das Fräulein zur Sielle, damit wir operieren können!"
Mit einer schroffen Bewegung erhebt sich Ber- nardo Rosse. Sein bleiches Gesicht spielt ins grunüdje hinüber.
„Nur eines noch —" bemerkt er kurz. „Wie etwa belauft sich das Vermögen meiner dichte?
„Das kann ich Ihnen nicht sagen."
"Das heißt — Sie wollen es mir nicht [cmer.!" i „Wie Sie meinen."
^?be ich hier wohl nichts mehr zu tun’" nein 5raufein Arcwallo's Angelegenheit — i ’m "'ist feo ^ammengepreßten Zähnen wend-t Bernardo Rosio sich zum Gehen. Die Enttäu- fchilng i,t so groß, daß et sich kaum mehr zu re- yerrfchen vermag.
Wollen Sie mir nicht die Adresse der jungen .Dame geben, daiiut ich mich persönlich an sie wen- d-n kann?" ruft der Advokat Hinte? ihm her baß Bernardo Rosso den Kopf wendet.
nicht notig. Sobald sie nach Hause JE 'A.iHr Ihren Brief einhirn.
°men. Empfehle mich!"
-Empfehle mich!"
Japan nnd England.
Prinz und Prinzessin ArisugcNva von Japan, die sich gegenwärtig an Bord des Lloyddampfers >Preußen" auf der Rückreise nach Japan befin
det Hand, lang ausgestreckt auf einem Korbsofa, seiner harrt.
Am Morgen hatten die beiden jungen Leute einen kleinen Streit. Beide bestanden auf ihrer Meinung, so daß sie im Groll auseinander gegangen waren.
Jetzt treibt es Günther, Dolores zu sehen, ihr zu sagen, daß er nicht mehr böse sei, ihre kleine Hand in der seinen zu halten ....
„Endlich!", ruft Dolores' helle klare Stimnn schon von weitem. „Das Essen dauert ja heute eine, Ewigkeit! . . « Kommen Sie her, Herr Horst — recht nahe, damit uns niemand hört — so! ... . Sehen Sie, ich will Ihnen sagen, daß ich Ihnen Ihre Unfreundlichkeit verziehen habe, daß ich —"
Sie bricht ab. Doch ihre leuchtenden Augen, die tief in die feinen tauchen, sprechen eine gar beredte Sprache.
Dem Jüngling wird’ es ganz warm ums Herz. Sorgsam schlingt er den weißen Seiden- jchal um Dolores' Schultern, damit sie sich in der etwas feuchten Abendluft nicht erkälte.
Dabei berührt seine Hand für eine Sekunde die Wange des Mädchens. Er erzittert leicht« Dunkle Glut steigt ihm in die Stirn.
„Kommen Sie ins Zimmer, Fräulein Doloresk Sie werden sich erkälten."
„Nein, ich will noch hier bleiben," erwiderns sie schmollend, den !. Vf hintenüber werfend. „Ich habe mir etwas Hübsches ausgedacht, und’ das muß ich Ihnen erst noch sagen."
Günther lächelt schon wieder«
„Nun?"
„Wir beide wollen morgen ein Boot .niest» und auf dem Golf spazieren fahren."
„Mr beide? ...» Allein?" - - ;i:
„Warum nicht?" . V<-v ; . . H
i »Ohne Schiffer?"
habe feine Angst.«-L Worts, folgt) I
Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der upebiiion 2 Md, । Jts. 166 ... ba allen Postämtern 2,25 Mk. (c$cl. Bestellgeld).
! Ä Jnsertionsgcbühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg.
t ___Rcclmnen: die Zeile 25 Psg.
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