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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg,IV Kirckbaiir __Sonntagsbeilager Alluskrirtes Sonntagsblatt.

JK 165

Zweites Blatt

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nehm 3ii machen. Im geselligen Leben glänzt sie durch chre heiteren Einfälle und ihre blendende Nnterhaltungsgabe, im Sause aber, wenn wir ' unter vier Augen sind, vermisse ich -diese ihre Sonnenseiten und dieses um so mehr, als wir hier drausien fast ganz auf einander angewiesen - - . Weshalb ist sie dann nicht liebens- würdig? Ich muß immer an meine Mutter I denken. Du erinnerst Dich ihrer und weißt, wie sie. im Sause war. Stets vergnügt, stets liebenS- würdig und stets uns alle aufheiternd, wenn wir einen Kummer hatten sie war die Sonne « wie sehr vermißten wir sie, wenn sie einmal m unserem Kreise fehlte. Unter Fremden 'war ste dagegen ,kühl und zurückgezogen, und in der £or würde ich lieber die Komplimente der Men. schen über Gerdas Liebenswürdigkeit entbehren, damit sie sie für mich und unser eigenes Heim aufsparte. Im Hause ist sie aber schweigend und rn sich gekehrt, ganz anders als die Welt sie rennt. Ich leide deswegen mehr, als ich sagen kann, und wüßte ich nicht, daß sie mich doch i liebt, so---"

Hm! Ein bedenklicher Fall dieser. Hoffent- lich ist er noch heilbar." Der Doktor blickte nachdenklich vor sich her.

_, "^^er freund, willst Tu Dich meinem ärzt­lichen Blick anvcrtrauen und mich während meines I Aufenthaltes hier die Verhältnisse studieren I lassen? Vor meiner Abreise werde ich auf das | Thema zurückkommen, und ich hoffe, daß alles sich I ordnet. Einstweilen legen wir die Sache ad I acta und sprechen nicht weiter darüber.

Tie beiden Jugendfreunde vertieften sich in alte gemeinsame Erinnerungen, bis Frau Gerda in der Verandatür erschien und mitteilte, daß an- gerichtet sei.

Die Tage gingen schnell dahin, sonnig, soarm und angenehm,- der Doktor fischte, segelte, spielte ------------------------------:--

i Betriebsrücklage und Geschäftsguthaben bs tragt 265 665 Mark. Die aufgestellte Mach wurde einstimmig genehmigt und dem Vorstand, Emtlastung erteilt. Ebenso wurde der vom Aust stchtsrat der Versammlung gemachte Vorschlag zu« Gewinnverteilung angenommen. Das aussche» dende Vorstandsmitglied, Gutsbesitzer und Land tagsabgeordneter Nöll-Gudensberg, wie auch di« ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieber Rend^"»' Achenbach-Fechenheim und Bürgermeister Siw ning-Deute wurden wiedergewählt. Als neug« wählte Mitglieder traten Kaufmann Weidmann. Eastel iind Lehrer Albracht-Rbeneggo in den Auf sichtsrat ein. Den Bericht über die durch das Gs. nosienschaftsgesetz vorgeschriebene Revision, aus dem die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführun- hervorging, erstattete der Vorsitzende und schloß sodann die Versammlung mit einem Dank an dtz noch immer in unverminderter Zahl anwesend« Genossenschaftsvertreter für die aufmerksam, Teilnahme an den Verhandlungen.

Marburg

Sonntag, 16. Juli 1905.

Neueste Telegramme.

Berlin, 15. Juli. Eine neue Vorlage über die Ausbildung der Justiz- und Verwaltungs­beamten wird von denV. P. N." als wahr- scheinlich angekündigt. Dabei soll aber davon abgesehen werden, das Universitätsstudium (siebentes Semester. D. Red.) und die Referendar­prüfung wiederum zum Gegenstand gesetz- geberischer Vorlage zu machen. In der Haupt- fache soll es sich um Aenderungen in der praktischen Tätigkeit der Verwaltungsreferendare handeln.

Berlin, 15. Juli. Nach einer Münchener Meldung derT. T." soll für den Herbst eine Zusammenkunft des Kaisers mit dem Prinz­regenten Luitpold geplant sein. Der Prinz­regent wird Ende August oder Anfang Sep­tember nach Nürnberg zur Enthüllung des Kaiserdenkmals reisen und dort bei dieser Ge­legenheit mit dem Kaiser Zusammentreffen.

Kiel, 14. Juli. Der Kaiser hat den König von Schweden unter Stellung L la suite der Marine zum Groß-Admiral ernannt.

Detmold, 15. Juli. Kaiser Wilhelm kon- öoüerte, wie bereits gemeldet, dem Grafregenten mit folgendem Telegramm: Euer Erlaucht I spreche ich meine herzliche Teilnahme anläßlich des Hinscheidens Ihrer Frau Mutter aus. Wilhelm I. R. Sehr herzlich kondolierten Prinzregent Luitpold, die Könige von Sachsen Und Württemberg, der Großherzog von Baden, Kaiser Franz Josef und andere Fürstlichkeiten.

I München, 14. Juli. Heute vormittag war lautFranks. Ztg." mehrere Stunden lang, bis nach 1 Uhr, ein Ministerrat, der sich wahr­scheinlich mit der inneren politischen Lage Bayerns beschäftigte. Heute abend fuhr der Ministerpräsident Freiherr von PodewilS nach Hohenschwangau zum Regenten, wohin er jedoch schon vor dem Ministerrat berufen war. Der Ministerpräsident wird in den nächsten Tagen seinen Ferienurlaub antreten. Von einer Ministerkrisis ist keine Rede.

Budapest, 14. Juli. Die Blätter der Koalition verurteilen den Erlaß des Barons Fejervarh in schärfster Weise und bezeichnen diesen Tagesbefehl des Generals als den ersten Schritt zum Absolutismus. Sie kommen zu der Schlußfolgerung, alle diese Mittel werden den Kampf nicht aufhalten, welcher mit dem Sieg der Nation enden müsse. (Vgl. 1. Blatt.)

Paris, 15. Juli, lieber den Ort der Marokkokonferenz wird anscheinend noch unter­handelt. Man glaubt, daß nur noch Madrid oder Tanger in Betracht kämen. Als Termin für den Zusammentritt bezeichnet man den Ok­tober.

Ein Kapitel von der Sparsamkeit.

An der rechten Stelle zu sparen, ist eine Kunst die von hundert Menschen kaum einer versteht Ta gibt es vor allem Leute, die sich mit ihrer Fcx mitte aus Sparsamkeit schlechter als dürfttg r* nähren. Dadurch ist ihre Mderstandsfähigkeil gegen Krankheiten so gering, daß sie im Jahre« Doktor, Apotheker und Kurpfuscher noch einmal

Niel Geld ausgeben müssen, als eine kräftig, Ernährung kosten würde. Es gibt Leute genug, öte rm Winter ängstlich Fenster und Türen schlis- ßen, um Feuerung zu sparen. Kein Hauch frisch« Luft darf in die Wohnräume bringen, selbst bi« Tur wird beim Herein- und Hinausgehen nur so­weit, als es unbedingt notwendig ist, geöffnet, F"r das, was in diesen Raumen eingeatmet wffd, ist die BezeichnungLuft" nicht mehr zutreffend; es ist eme Mischung von allen möglichen ekelbaft ten Stoffen, Krankheitskeimen nsw., höchst wider­lich für jeden Menschen. Derartige Luft bedeutet für die Lunge etwa das, was schmutziges Spich Wasser für den Magen ist.

.Wenn derartigen Menschen ein Stück Vieh ntrigt frtßt, fo schicken sie bald zum richtigen Tier­arzt, werden, die Kinder oder die Frau blaß und stech, so geschieht zunächst nichts. Wird das liebel ucwurch nicht besser, so wendet man viell-E Hausmittel an; meistens verrückte Kuren, oft einen gesunden Menschen krank machen und einen Kranken tn das Grab bringen können. Oder eine Welse Frau oder ein kluger Gevatter oder Kur- Pfuscher werden um ihre Meinung gefragt. Ist

öergebM), fo schickt man endlich zum wissen, schaftttch gebildeten Arzt, der vielleicht täglich auf seinen Besuchsgängen am Hause vorübergeht. An* Swlschen hat aber die Krankheit vielleicht den gan­zen Körper unterjocht. Der Sparsame zahlt zehn- mal so viel, als es ihn gekostet haben würde, hatte er sich sofort an die richtige Adresse gewanot. Vielfach behalt er auch noch eine sieche Frau ode« steche ober verkrüppelte Kinder. Manche Aerzt« haben auf diesem Gebiete erschütternde Erfahruw gen gemacht. ,

(Nachdruck verboten.),'

Eine richtige Diagnose.

Skizze von Draba Werna.

Die beiden Herren hatten es sich in der ge- rnutlichen Ecke der Veranda bequem gemacht und ihre Zigarren angezündet, um ein angenehmes Plauderstündchen und erfrischende Kühle zu ge­nießen, die der anbrechenden Dämmerung folgt.

Du führst ein beneidenswertes Dasein, Einar! Du, haft es nicht nötig, Dich Tag für Tag in ber stickigen Stadlluft abzuplagen, um höchstens an einem Sonntagnachmittag ins Freie zu kommen nnd einige Hektoliter natürlicher, unverfaschter See und Waldluft einzuatmen."

Wenn ich mein Leben dagegen betrachte, alter Freund, fo drängt sich mir die Versuchung auf, den praktischen Arzt an den Nagel zu hän­gen, einen kleinen Bauernhof zu kaufen, mich zu verheiraten, zu fischen, zu jagen und an den Sonntagen mich in einer Hängematte zu wiegen rind meine Frau mich unterhalten zu kaffen." .Giwiß ist das Landleben herrlich! Und jetzt, da Du endlich zu ber richtigen Einsicht gekommen bitt, baß Deine stäbtischen Patienten ohne Dich leben und sterben können, so mußt Du es auch richtig genießen weitere gesellschaftliche Pilich. ten lallen Dtr bei uns nicht zu. Du hast nichts weiter zu tun, als zu essen, zu trinken, zu segeln «nb tn ber Hängematte zu träumen. Meine Bll'stctthek steht Dir ungestört zur Verfügung. Mit einem Wort, genieße Deine Freiheit und lebe, wie Du willst, mein Freund."

. »Sei ganz unbesorgt, ich fühle mich schon wie «m Fisch in feinem Element, und in einer Gesell- schaff, wie ber Deinen, alter Freund, und Deiner reizenden jungen Gattin könnte es auch nicht an-

fern. Du Glücksmensch, Du hast bei der «ahl Deiner Auserkorenen Deinen guten @e-

Lawntennis und andere Spiele mit dem junge« Ehepaar. .

Frau Gerda war unermüdlich in der Erfin. dung neuer Zerstreuungen, und mit ihren sie s- würdigen Aufmerksamkeiten, ihren heiteren uni drolligen Einfällen wußte sie selbst den kleinste« Ausffug zu einem Fest zu machen.

Und wie glücklich sie war, ja, wie sie förmlich strahlte, wenn ber Doktor ihre eingemachten Früchte lobte oder wenn er zum dritten Mal« vom Lachs nahm und erklärte, daß er ihn nie ft gut gegessen habe.

. Es war Sonnabendabenb und Einar las, toi« immer, wenn er unbeschäftigt war, die Zeitung, blies große Dampfwolken aus seiner Zigarre unt Porte mit halbem Ohr der Unterhaltung zu bk Gerda mit dem Doktor über das Einkochen vor Gemüse führte.

Einar hat die in Butter gekochten am lieb, ften," hörte er Gerda sagen.

Er blickte über den Rand der Zeitung zu ihr hinüber.

Wie kommst Du darauf, Gerda?" !

Du ißt ja immer mehr von ihnen, als vo, anderen Sorten." j

. "Tue ich das?" Und damit verschwand « wieder hinter bet Zeitung.

$u Einar, tote wäre es, wenn wir nmrg« rei^ßetttg auf den Barschfcrng gingen ?*

®te Zeitung wurde auf den Tisch gelegt. Warum nicht? Die Barsche sind aber Früh auf sicher. Um 4 Uhr müssen wir in Gang sein. Das totrb dem Herrn Großstädter nicht zusagend

O doch!".

Nun gut. Dann bist Du wohl so sreundliL Gerda, und sorgst für Proviant."

--Sehr gern, aber wissen Sie was, meine

ten. xjtb rubere zur Mittagszeit mit den Speisen nach einem verabredeten Platz hinaus. D«Ä .ruhen Sie etwas. Wäre das nicht das Richtigstes >

Pfennig pro Liter Mich. Der ausführliche Ge­schäftsbericht ließ erkennen, daß auf allen ein­schlägigen Gebieten die Verbandsgenossenschaften erhebliche Fortschritte machten und keinerlei Gr- schäffsverluste, dank ber umsichtsvollen Leitung, vorgekommen sind. Im Bericht würbe unter an- berent ferner noch die Tätigkeit des Rechnungs- Revtfionsbureous des Verbandes erwähnt und I auf die durch dieses seit 10 Jahren alljährlich bor- I genommenen gründlichen, postenweisen Revisionen I der eGeschästsbücher und Bilanzen der Verbands» I Genossenschaften, die von diesen als eine Wohltat I anerkannt werden, hingewiesen. Der Bericht- I erstatten forderte die Anwesenden auf, dem I Warengeschäft des Verbandes, welches von diesem I als Kommissionsgeschäft betrieben werde und des- I halb die Möglichkeit von Verlusten ausschließe, I erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden, da der biet- I aus für den Verband sich ergebende Gewinn den I Genossenschaften durch Ermäßigung der vom Ver- I band erhobenen Kosten wieder zugeführt werden sollten und schließt mit dem Wunsche, daß auch im laufenden Jahre die genossenschaftliche Tätig­keit reich an Erfolgen fein möge.

Nachdem der sich sehr anerkennend aus- sprechende Bericht über die Revision ber Jahres- j rechnung uitb Bilanz bes Verbandes zur Kennt- | ms gebracht worden war, wurde ber Verbaubs-

Vorstand wegen der Geschäftsführung und der ^ahresrechnung nach kurzer Debatte einftimmig entlastet, desgleichen wurde ber fobann vom Ver­bandsrevisor Balzer erstattete allgemeine Bericht über die bei den Verbandsaenossenschaften im ber- I floffenen Jahre vorgenommenen Revisionen ohne I Besprechung gutgeheißen. I

Die hierauf vorgenommenen Neuwahlen hatte« I MM Ergebnis, daß die ausgelosten Verbandsaus» I schußmitglieder, Zentralkaffendirektor Böbm-Cas- I fei und Molkereidirektor Jordan-Homberg, Bez. I Gaffel, einstimmig wiedergewählt wurden und I Mar ersterer zum Verbandsdirektor an Stelle des I früheren Berbandsdirektors, Universitätsprofeffor I Dr. Troeltsch-Marburg. Als weitere Mitglieder I des VerbandSausschusses gingen ebenfalls ein- I stimmig Bürgermeister Massie-Niederzwehren und I Fabrikant Schwiening-Bettenhausen aus der I Wabl hervor. I

Den letzten Punkt der Tagesordnung uldets I bte Abänderung des Verbandsstatuts zwecks Ein- I tragung in das Verbandsregister. Die hierzu ge- I gebenen Erläuterungen ließen die Zweckmäßigkeit I der Abänderung der Verbandssatzung in der be- I antragten Form erkennen und wurde ber Antrag | einstimmig nach Bekanntgabe ber Abänberungs. I Vorschläge angenommen. I

Es fanb nun ein gemeinschaftliches Mittags- I mahl statt, währenbbessen Verbanbsbirektor Böhm I das Kaiserhoch ausbrachte. |

Kurz barauf wurde die Generalversammlung I ber Zentralgenossenschaftskaffe von deren Auf- I sichtsratsvorsitzenden, Bürgermeister Massie-Nie- I derzwehren, eröffnet. Der Geschäftsbericht lag ge- I druckt bor. Nach demselben betrug der Gesamt- | Umsatz in 1904 rund 6 Millionen Mark, ein I Mehr gegen das Vorjahr bon 905 000 Mark. I Die Gesamthaftsumme ist gestiegen auf 1 318 000 I Mark. Das eigene Vermögen Reservefonds, I

Verband der landwirtschaftlichen Genossen­schaften und der Zentralgenoffenschaften ftir den Reg.-Bez. Cassel.

I Die diesjährigen ordentlichen General- I Versammlungen des Verbandes der land- I wirtschaftlichen Genossenschaften und der Zentral- I genoffenschastskasse für den Regierungsbezirk I Cassel und angrenzende Gebiete fanden am Sonn- I abend, den 8. Juli d. I., unter großerBeteiligung I in Frankfurt a. M. statt. Die Verbandsberhanb- I hingen wurden durch den stellberiretenden Ver- I bandsdirektor, den Direktor Böhm der Zentral- I genoffenschaftskaffe für den Regierungsbezirk I Cassel, .eröffnet. Nach Bildung des Bureaus | wurde in die Verhandlungen eingetreten. Den I Geschäftsbericht erstattete Direktor Böhm aus I Cassel und gehören hiernach dem Verbände 91 und zwar 63 Kreditgenossenschaften, 20 Molkerei-

I genossenschaften, 1 Elektrizitätswerk, 1 Rinder- I Zuchtgenossenschaft, 2 Dresch- und 4 Bezugs- genossenschaften mit zusammen 7720 Mitgliedern

I an. Im Berichtsjahre 1904 betrug der Gesamt- I Umsatz ber Kreditgenossenschaften des Verbandes I 11,6 Millionen Mark, wodurch ber Geldberkehr I eine bebeutenbe Steigerung gegen das Vorjahr I erfahren hat. Den Verbanbsmosiereigenoffen- I 'schäften wurden im Berichtsjahre 24,7 Millionen

Liter Milch mehr gegen das Vorjahr 837 000 I Liter eingeliefert, woraus 1 156 000 kg Butt I ter gewonnen und wofür an die milchliefernden

Mitglieder 2 322 538 Mark gezahlt wurden. Im I abgelaufenen Jahrzehnt wurden im ganzen

213,4 Millionen Liter Milch eingeliefert und hierfür 20,2 Millionen Mark gezahlt. Die Ver- waltungs- und Betriebsunkosten betrugen 1,2

schmack nicht berleugnet. Deine Frau ist wirklich I Has herrlichste Geschöpf, das ich je gesehen habe." |

Der Wirt antwortete nicht sofort. Er tat I langsam einen tiefen Zug aus seiner Zigarre, I folgte bann mit ben Augen ben letzten Rauch- I wölken, unb ließ schließlich bnrch ein ckanggedehn- I te§Jaa!" ben Freund verstehen, daß er dessen I letzte Aenßerung gehört hatte.

Was?, In welchem Ton sagst Du das? I Ich bin hier doch nicht mitten tn die Eiszeit I hineingeschneit, die bei jungen Eheleuten nur zu I oft die Aeguatorialwärme der Flitterwochen ab- I lost. Sage mir alles, ober Du läufft Gefahr, baß I ich morgen in aller Frühe in bte Hauptstadt I zurückkehre. Schütte mir Dein Herz aus. Wo I drückt der Schuh?" I

"Run gut, ich habe ja noch nie ein Geheimnis | bor Dir gehabt.. Vielleicht kannst Du mir er- I klären, worüber ich selbst vergebens nachsinne. I

.. Du findest meine Frau reizend, liebens- | würdig, entzückend. Ich erwartete es nicht an- ders, denn Du. sagst nur, was alle andern auch sagen. Nach jedem Besuch, den wir gemacht, I leden Besuch, den wir empfangen haben, hat ber I eine nach bem anbern mich barauf aufmerksam I lwmacht, daß ich der Glücklichste aller Sterb- lidren bin. I

Du lächelst. Vielleicht denkst Du, baß ich I eifersüchtig bin? Nein, auf Ehre, baran liegt es I nufit. Glaubst Du nicht, baß ich sie auch, liebens- I tourbig ttnbe? Sicher bisweilen ..."

Bisweilen? Gestattest Du Deiner Gattin beim most' baß sie auch einmal ihren mauvais jour I hol? Du verlangst wohl gar von ihr, baß sie ein I vollständiger Engel ist?" I

'Meim höre mich jetzt an. Bisweilen, sagte I 'M. Meine Frau ist in Gesellschaft anderer liebenswürdig' sie ist die aufmerksamste Wirtin, | die man sich wünschen kann, und versteht es, ifjreri I Saften ben Aufenthalt fti unserem Haus rmge- I

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. «ug. Koch, UmvcrMtr-tvuchdruckerei 40

Marburg, Markt 21. Telephon 55.