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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckliain

Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt. * *

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(SnrStnui Verboten.)

Freude gehabt

immer nur Schlechtes er«

.Mit einem Seufzer der Langeweile fallet Günter den Brief zusammen. Was interessiert es ihn, ob die großeBrauqe" kalbt oder ob Trudis Kanarienvogel mausert oder ob Brunhilds ihre Tante besucht! . . .

Marburg

Freitag. 14. Juli 1905.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck unb Verlag- Joh. Aug. Koch, UrtwersttätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon SS.

Vereitelter Kriegsplan.

, Die von Deutschland bezw. dem Reichskanzler mit einer gegen das frühere küble Verhalten wohltuend berührenden Energie aufgerollte ma­rokkanische, Frage hat den langjährigen französi­schen Minister des Auswärtigen Theophile Oel- caffä wider Erwarten plötzlich ans seiner ziemlich festen Stellung herausgefegt. Der armeGoll- lieb" kann seinen Verlust naturgemäß nicht leicht verschnterzen und er benutzt jetzt die Gelegenheit des Zustandekommens einer deutsch-französischen Verständigung, um einige Giftpfeile abzuienden, die allerdings ihr Ziel nicht mehr treffen. Der ehemalige Minister hat demGaulois" Auf- schlüsse über seine Deutschland gegenüber beobach- tcte Politik gegeben, die, wenn die Aeußerungen des Blattes zuverlässig sind, beweisen, daß Del- cassä direkt auf einen deutsch-französischen Krieg hingearbeitet hat.

Straßen, ohne für das rege Leben und Treiben um sich her ein Auge zu haben, nur mit sich und seinen Gedanken beschäftigt.

Auch heule schlendert er mißmutig die Via Roma entlang. Vor kurzem hatte er einen klei­nen Streit mit Dolores ausgefochten, bei dem die Mnge Brasilianerin einmal wieder so recht ihren Launen die Zügel schießen ließ. Von der Unlogik und mangelnden Zartheit des Ernpfin- dens in Dolores' Wesen fast abgestoßen, über- kommt ihn plötzlich etwas wie Sehnsucht nach da. heim, und er lenkt seine Schritte nach dem Haupt­postamt, in der Hoffnung, einen Brief aus der Heimat vorzufinden.

Und.richtig. Erfreut öffnet er das große blaue altväterische Couvert. Zwei engbeschriebene Bogen mit den steifen, etwas unbeholfenen Schriftzügen der Mutter fallen ihm entgegen.

Mit ihrer ganzen Naivetät teill die brave Frau dem fernen Sohne mit, daß der Vater den Schnupfen habe, daß Ilse sich einen Zahn ziehen lassen mußte und daß Trudis Kanarienvogel zu mausern anfinge. Zwar habe die großeBraune" vor einigen Tagen gekalbt; aber im ganzen sei sie mit der Gesundheit des Viehstandes nicht Jtt- frieden. Und außerdem was gab es doch noch neues? Ach richtig Brnnhilde sei gestern plötzlich ans Krankenbett einer alten Tante in Mecklenburg gerufen worden. Es sei recht öde ohne sie inWaldesruhe"--

fahren und nun nun' Laut schluchzt sie auf, während eine Träne langsam die zarte

Trotzdem die wohlbekannten Schriftzüge der Mutter bestärkten ihn in seinem Entschluß, sich von der berückenden Sirene, die ihn wie mit Zauberschlingen gefangen hält, zu trennen - bald, ehe es vielleicht zu spät ist , .

Wange herabrolltnun wollen auch Sie noch fort. Ach ach--! Und in ein Paar Tagen

kommt gewiß mein Onkel und will mich nach Hause holen. Die, dumme Miß Smith hat ihm geschrieben, daß Ivir hier sind und er et --natürlich wird 'er gleich kommen und I ich mag ihn doch nicht sehen, den gräßlichen

4n. 12. Juli. Das LinienschiffPreußen"

tsl heute auf der Kieler Werft mit Flaggen- Parade zum ersten Male in Dienst gestellt.

Prikts, 12. Juli. Der Abgeordnete d'Estour» nelles richtete an Ministerpräsident Rouvier ein Schreiben, in welchem er bittet, in den Konflikt suchen Norwegen und Schweden einzugreifen. Er glaube, ein versöhnliches Wort würde von niemandem als unberufene Einmischung ange­sehen, dagegen von beiden Völkern mit Dank ausgenommen werden.

zu begeben, ist für Frankreich ein Fehler, und welch ein Fehler!

Die Selbstbekenntnisse DelcasW voraus- gesetzt, daß sie authenllsch sind bestätigen seine während der ganzen Amtszeit bewiesene Vorliebe für England unb feinen Haß gegen Deutschland, das vollständig zu isolieren fein jahrelanges Streben war. Daß Delcasss in jenem Minister- ratender seinen Sturz herbeiführte, bedmgungs- los für einen Krieg mit Deutschland war, wurde gleich damals von einem Pariser Blalle als sichere Nachricht, gemeldet. Delcass^ war also iahe daran, die verhängnisvolle Rolle des Ministers Ollivier zu spielen, der 1870 das bekannte Wort erzbereit" von dem französischen Heere aus- sprach. Delcassö beharrt, Nach den vorstehenden Aeußerungen zu schließen in seiner Verbohrtheit und in seinem Deutschenhasse, der glücklicherweise von allen vernünftigen Franzosen nicht --»teilt wird. Wohin hätte eS kommen können, wenn DelcassÄ Politik die Oberhand behalten hätte?

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ten; Sr. Majestät gehen natürlich die gegenwärti­gen Verhältnifle sehr zu Herzen, am ganzen Hofe »st man sehr deprimiert.«Gedenkt der Zar we- mgstens mit der versprochenen Verfassung Ernst zu machen?"Auch daraus fällt es mir schwer, zu antworten: nur soviel kann ich sagen, daß tiefgreifende Reformen vorbereitet werden; die Minister arbeiten mit großem Eifer daran, be­wahren aber die größte Reserve über die Details.« Glauben Sie, daß der Zar nicht wirklich allmäh­lich von der Notwendigkeit einer Verfassung über­zeugt worden ist?"Gewiß, insofern sie nicht die Abdankung der Autokratie in sich schließt. In diesem Sinne ist es auch der feste Wille Sr. Majestät, sie baldmöglichst durchzuführen. Man möchte der Volksversammlung gern nur eine be­ratende, aber keine entscheidende Stimme ein« räumen."Würde diese halbe Maßregel das Volk wirklich zufriedenstellen?"DaS ist die große Frage, die offen bleibt!"Hat die Revolution in Rußland große Fortschritte gemacht?"Sehr große, und vor allem scheint sie vortrefflich organi­siert zu fein; wir alle wissen und verstehen, daß etwas Großes geschehen muß, daß nur etwas Außerordentliches uns helfen kann!"

Petersburg, 12. Juli. Infolge der Ermor­dung des Grasen Schuwalow ist wie in letzter Stunde verlautet, die beabsichttgte Reise des Za­ren und seiner Familie nach Moskau auf unbe­stimmte Zeit verschoben worden.

Loudon, 12. Juli. Die Prinzessin von Wales ist gestern von einem Prinzen entbunden worden.

Tanger. 12. Juli. (Reuter.) Hadjamedel Morres, Vertreter des Sultans in Tanger, er» fetelt ein Telegramm, das den glänzenden Sieg per kaiserlichen Truppen über die Anhänger des Prätendenten in der Nähe von Udja meldet. Per Prätendent entkam, doch ließ er auf dem Schlachtfeld viele Tote und Verwundete zurück.

Die Anruhen in Rußland.

Die revolutionäre Bewegung.

Bomben, Streik, Salvenfeuer, Zusammen­rottung, das sind die Stichworte fast aller Mel­dungen, die aus den verschiedensten Teilen beS Reiches, einlaufen.

Tiflis, 12. Juli. Bei einigen vorgenommenen Haussuchungen wurden 112 Bomben gefunden. Auf der Station Michailowa wurde ein Mann verhaftet, der Bomben bei sich führte, ebenso ein Geistlicher, bei dem ein Revolver, 108 Patronen . unb ein Dolch gefunden wurden.

Kiew, , 12. Juli. In Kleinrußland ist ein Erntearoeiterstreik ausgebrochen. Es haben zahl- reiche Exzesse stättgefunden.

Bukarest, 12. Juli. Gestern Abend 8 Ohr ist das von Konteradmiral Vesarabesky befehligte Geschwader, mit demFürsten Potemkin, im Schlebptau nach Sewastopol abgedampst. Die Maschinen desPotemkin" sind verdorben. Viel bemerkt wurde, daß der russische Konteradmiral den rumänischen Behörden keinen Besuch abge­stattet unb bei Abfahrt des Geschwaders die üb­lichen Salutschüsse nicht abgegeben hat.

Bukarest, 12. Juli. Die Meldung, daß daS russische KriegsschiffPotemkin" auf seiner Irr­fahrt ein deutsches Dorf an der Küste der Dob- rüdscha geplündert haben soll, wird derNat.- Ztg." von unterrichteter Seite als durchaus un- zuttefsend bezeichnet.

Heber die Stimmung am Zarenhofe berichtet ein Telegramm aus Wien desB. L.« A.", dessen Korrespondent folgende Unterredung wiedergiebt.

Wien, 12. Juli. Der gestern hier eingetrof­fene russische Oberstjägermeister Fürst Peter Trubetzkoi sagte einem Journalisten, er glaube nicht; daß der Zar beabsichtigt, nach Moskau iiber- zusiedeln. Auf die Frage, wie er den Zaren fand, den er vor sechs Tagen sprach, antwortete Kru- betzkoi:Es fällt mir schwer, darauf zu anitoot-

Deutsches Reich.

Berlin, 13. Juli.

Seine Majestät bet Kaiser ist gestern Mitt« woch abend 7>/» Uhr, wie aus Geste gemeldet wird, an der schwedischen Küste bei Graberget mit bei .bohenzollern' vor Anker gegangen. Heute findet, wie schon gemeldet, das Zusammentreffen mit König Oskar von Schweden statt.

. Ihre Majestät die Kaiserin ist mit bett Prinzen Oskar unb Joachin und der Prinzessin Viktoria Luise an Bord der .Iduna" gestern nach­mittag in Kiel wieder eingetroffen und hat doch abends die Fahrt nach Kadinen angetreten, wo be­kanntlich ein längerer Aufenthalt, wie alljährlich, stattfindet.

Der Reichskanzler hat gestern abend seinen Sommerurlaub angetreten, den er wieder in Norderney zu verbringen gedenkt.

Hebet die, wie schon kurz gemeldet, gestern abgehaltene Sitzung des BundestatsauS- schusses süt auswärtige Angelegen« beiten in Berlin unter dem Vorsitze des bayerische« Ministers v. Podewils berichtet die .Nordd. Allg. Stg.": Vertreten waren Bayern, Sachsen, Württem» erg, Baden und Mecklenburg-Schwerin. Der Sitzung wohnte ferner bet Staatssekretär des Auswärtigen Frhr. v. Richthosen bei. Reichskanzler Fürst Bülow nahm bas Wort, um in längerer Ausführung dem Bundesratsausschusse vertrauliche Mitteilungen über die Vorgänge und Verhandlungen zu machen betreffend den deutsch-französischen Notenwechsel wegen der vom Sultan von Marrokko vorgeschlagenen Konferenz. Im Anschluffe daran gab der Reichskanzler eine» Heberblick über den gegenwärtigen Stand der marokkanischen Angelegenheit. Der Vorsitzende Frhr. v. Podewils und Staatsminister v. Metzsch sprachen hierauf im Namen des Ausschusses und der ver­tretenden Regierungen den wärmsten Dank aus für die von dem Reichskanzler gemachten Mitteilungen,

- Neueste Telegramme.

. Berlin, 13. Juli. An zuständiger Stelle wird erklärt, daß die ungünstigen Nachrichten über den, Gesundheitszustand des Kriegs- «iimsterS jeder Begründung entbehren. Zu» treffend fei nur, daß sich der Ministers tote 3a$re 3ur Kur in Kissingen auf» t a 1 von dort eingegangenen Nachrichten befinde sich der Minister so wohl wie irgend möglich.

Hamburg, 12. Juli. Der Senat hat gestern abend die von der Bürgerschaft beschloffene Ab» änderung der Wahlrechtsvorlage einstimmig an­genommen.

Im Vollbewußtsein dieses männlichen Ent­schlusses kauft er in einem Blumenladen die irr- lichsten Rosen und Veilchen, um Dolores mit dieser Aufmerksamkeit die bittere Pille zu überzuckern.

Als er mit dem duftenden Gruß DoloreA' Zimmer betritt, empfängt das schöne Mädchen ihn mit glückseligem Lächeln.

Endlich sind Sie zurück!" ruft sie ihm schon von weitem zu.Ich fühle mich so einsam ohne Sie so einsam!"

Er ergreift die ausgesireckte Hand und drückt seine Lippen auf die schlanken Finger. Ach, wie schwer wird es ihm, zu sprechen!

Und doch es muß sein!

Liebes Fräulein Dolores" beginnt er, in dem vergeblichen Bemühen, seiner Stimme Festig- keit zu gebendiese Blumen sollen Ihnen sagen"

. Er stockt. -t*2-

Dolores' unergründliche Augen blicken ihn gar so seltsam an.

Sagen Sie es nur gerade heraus! Sie wollen abreisen, wollen mich meinem Schicksal überlassen l Oh"

Ja hm Sie haben Recht .... Es wird die höchste Zeit" stammelte Günter fas­sungslos, die kleine, bebende Hand fest in der seinen haltend.

Oh, das ist schlecht von Ihnen sehr schlecht! Ich habe in meinem Leben nicht viel

Vierteljährlicher Bezugspreis: btt der Expedition 2 Mk, J2163 bet allen Postämtern 2,25 Mk. ve$cL Bestellgeld).

: e/,Ä Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg.

Neclameu: die Zeile 25 Psg.

Menschen! Ich mag nicht! Mag nicht I! Mag nicht!!!"

Zornig stampft sie mit dem Fuß den Boden. Ihre Augen sprühen. Jede Spur von Tränen wie weggewischt.

In diesem'Augenblick gleicht sie einer kleine« wilden Katze, und Günter, der schweigend vor ihr steht, betrachtet sie mit Erstaunen ....

Seltsam fühlt er sich angezogen von dem oier« lichen, fremdartigen Geschöpf und doch auch wieder abgestoßen von ihrem wilden, sich stets in Extremen bewegenden Wesen.

Ihr alle seid gegen mich!" schreit sie plötzlich auf, indem sie wieder in Tränen ausbricht. .Ihr alle! Auch Sie unb die Miß Smith. Der dummen Miß habe ich eben gekündigt. Keine Stunde darf sie mehr hier bleiben. Ich mag sie nicht mehr sehen! Sie ist meine Feindin ich hasse fiel . . . Geht beide fort! Ueberlaßt mich meinem Schicksal! Macht mich ganz und gar unglücklich! Was liegt daran?"

Unb, beide Hände borg Gesicht schlagend, schluchzt sie herzbrechend auf.

Günther steht einige Augenblicke ratlos. Er kennt Dolores bereits genügend, um zu wissen, daß sie imstande ist, ihre Drohung wahr z« machen und die brave Miß Smith aus ihrer Nähe zu verbannen. Und wenn auch er selbst sie jetzt verläßt-- was kann dem unerfahrenen, exaltier» ten Mädchen, dessen Nerven durch die kaum über­standene schwere Krankheit ohnehin geschwächt sind, alles zustoßen! Was für einen dumme« Streich begeht sie wohl gar in ihrer fürchterliche« Erregung!

Langsam beugt er sich zu Dolores herab, di«, ihr Gesicht förmlich eingewühlt hat in die Polster des Sofas. Sanft beruhigend, wie einem krankeq Kinde, streicht et über das glanzend schwarz- Haargeringel, während sein Mund leise troftenbej teilnehmende Worte spricht. >

jtL. (Fortsetzung folgt.) s

Wem ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete . . . . .

Roma» von Erich Friese«.

V. .(Fortsetzung.)

\ Da das junge Mädchen sich noch sehr schwach ffuhtt unb das Gehen sie angreift, fährt Günter täglich mit len beiden Damen spazieren hinauf auf den Vomero, von wo ans man den herrlichsten Ausblick genießt auf Neapel unb den ganzen Golf ober hinaus auf den Eampo Santo mit feinen schwermütigen Cypressen unb erhabenen Marmor- bubern, ober entlang den Posilipo, der mit feinen weißen, in Blumenrausch gebetteten Villen und ^Prächtigen Gärten sich weit hineinzieht ins blaue Meer .... Oder et liest Dolores vor . . . ober er Plaudert mit ihr, wobei e* bereits öfters M kleinen Wortfcharmutzelrr kommt ein sicheres Zeichen wach'en der Intimität.

Dabei sind bis beiden jungen Menschen glück- stich tote bie Kinder harmlos glücklich in dem Bewußtsein, beieinander zu fein.

ßft, wenn Günter sich abends in sein Zimmer zurückgezogen hat, fragt er sich verwundert, waS Ihn eigen.ach wie mit Zaichergewalt zu Dolores chmziehe- Was er überhaupt mit dem ftemden, 'durch und durch widerspruchsvollen Mädchen ge- wem habe, fragt er sich endlich voll Besörgms, .was ans all dem noch werden solle.

Ehrlich unb offen sagt er sich, daß er die kost- bare Zeit, die feine gütigen Eltern ihm schenkten, ;um bie Welt und Menschen kennen zu lernen, ber- ch-Ude, daß er auf dem besten Wege ist, einen dum- wen Streich zu machen.

Dann erfaßt ihn ein tiefer Unmut gegen sich tolbft. Aergerltch nimmt er bann wohl Stock und j und bummelt allein durch die menschenv>llen |

Äkl, 12. Juli. Die aktive Schlachtflotts «la Kommando des Großadmirals von sr el trat heute Vormittag die bis zum 10. beiSet^toe^en ^Unf98reil6 5(Uf I Delcassä soll unter anderem folgendes gesagt etJX » b Ä Kopenhagen, haben: Eine ernsthafte und wirksame Politik * m uud Danzig berührt macht man heutzutage nicht auf Grund von Sym-

»veioen. Bor dem Anlaufen von Kopenhagen, Pathie- oder Antipathiegefühlen, fonbertt mit oas am 20. Juli erfolgt, wird das Linienschiff I Rücksicht auf Interessen. Die Interessen Frank- skalier Karl der Große" detachiert werden, I "ichs liegen auf englischer Seite. England ist um am 23. Juli vor Antwerpen zu fein zur I imfer bester Käufer. Was kauft Deutschland von Teilnahme an den Festlichkeiten, die anS Anlaß I Nichts oder fast nichts! Dagegen verkauft der 25 jährigen Unabhängigkeit Belgiens statt- I ,ltnS Deutschland alles, was es kann. Frankreich finden. | kann England die Herrschaft zur See nicht streitig

machen, deshalb ist eS das Klügste, sich vor der Vernunft zu beugen und in Rechnung zu ziehen, welchen Wert der englische Beistand tn gewissen Fällen für uns haben kann. Dieser Beistand nun batte* für uns den Wert, daß Deutschland in tie Unmöglichkeit versetzt würde, uns den Krieg zu erklären. Was vermöchte im Falle eines Krieges, in welchem England mit uns atnae. die deutsche Flotte? Was würde anS den Häfen, dem Handel und der Handelsmarine Deutschlands? Die voll- ständige Vernichtung derselben wäre die Folge. Das ist die Bedeutung des wohl vorbereiteten und wohl berechtigten Besuches des englischen Ge­schwaders in Brest. Der Gegenbesuch des fran­zösischen Geschwaders in Plymouth wird diese Kundgebung vervollständigen. Das Einvernrh- men Frankreichs und Englands und die Ver­einigung der Flotten dieser beiden Länder schaffen ein so furchtbares Kriegstoerkzeug, daß weder Deutschland noch sonst eine Macht die Vernichtung lltr ! L Cd*.»

Konst» ntirropel, 12. Juli. Die Pforte hot die letzte Note sämtlicher Botschafter, welche auf die Annahme der internationalen Kontrolle für bie Finnnzreform in Mazedonien dringt, ablehnend beantwortet mit dem Bemerken, dir Kontrolle fei unnötig, da das Finanzreglement bereits tadellos in Wirksamkeit sei. Die Ab» . _ ...

lehnung hat nicht überrascht. Die Mächte 8«r »ee ti§fteren wollen. Die Entente mit Eng-

werden aber auf der Kontrolle bestehen und -8 wnd bedeutet außerdem die Anbahnung besserer

find Schritte in diesem «sinns « I Beziehungen zwischen Rußland und England,

wart-n $ Gingst zu er- Das war die Ueberrafdjung, welche daS oute Ein-

1 vernehmen Englands mit Frankreich der Welt bereiten konnte. DerGaulois" meldet ferner, Deleasss habe sodann' die Ministerratssitzung ge- schildert, in der er feine Entlassung gab. Danach habe der damalige Minister des Aeußeren in die- fer Sitzung die Pläne für ein Bündnis mit ~ng- land auseinandergesetzt, worauf die Minister er- schreckt erwidert hätten: Aber Deutschland wird uns angreifen. Hierauf habe Delcassä geantwor­tet: Nun denn, so mag es uns schließlich angrei­fen. Wir sind in der Lage, zu antworten. Del» cassö habe schließlich erklärt: Sich zur Konferenz