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Deutsche Kolonien.

Sndwestafrika. Zur Verstärkung der Schutztruppe sollen, tote aus Berlin be­richtet wird, demnächst aufgestellt toerden: die 5. Etappenkompagnie und eine Verstärkung der 4. (Fuhrpark-) Kolonnenabteilung. Die 5. Etappenkompagnie (bestehend aus: i Kompagnie­führer, 4 Leutnants, 1 Ober- oder Assistenzarzt, 1 Oberveterinär, 171 Unteroffizieren und Ge­meinen, Unterbeamten, 196 Reitpferden, 14 Fahrzeugen) und die Verstärkung der 4. (Fuhr­park-) Kolonnenabteilung (bestehend aus: 2 Leutnants. 112 Unteroffizieren und Gemeinen, 114 Reitpferden) toerden am 15. Juli d. I.

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Die Zahl der deutsch en Auslands, schulen beträgt jetzt über 1400. Der allgemein« Schulverein für die Erhaltung des Deutschtums rm Auslande hat im letzten Jahre auch für ütar- seerschen Anstalten mehr aufgewendet, als je­mals vorher: 14 000 Mk. gegen 9000 Mk. in 1903. Das ist wesentlich das Verdienst der neu« gegründeten Hamburger Ortsgruppe. Die.Han­delskammer Hamburgs erklärte, die Erhaltung und Förderung des Deutschtums im Auslande fd nicht bloß von idealer, sondern zugleich von größter wirtschaftlicher Bedeutung. Der Nutzen, den die deutschen Auslandsschulen in nationale« und kultureller Beziehung bew' -fen, komme dem deutschen Handel mit zugute. Solchen Er­wägungen gab der Senat praktische Folge, in« dein er, wie schon früher gemeldet, der Orts­gruppe des Vereins zur Erhaltung des Deutsch­tums im Auslande für 3 Jahre je 5000 Mk. zu­wies; ein Vorgang, der auch von feiten andere» deutschen Großstädte, in erster Linie der See- Handelsplätze, Nachfolge finden möge!

. Die neue deutsche Felduniform, wie sie seit einiger Zeit probeweise beim Ure- nadier-Regiment Nr. 3 in Königsberg und beim Infanterie-Regiment Nr. 145 in Metz getragen wird, hat sich nach den von Zeit zu Zest zu er­stattenden Berichten außerordentlich gut bewährt. Ta die Uniform in grauer Grundform gehalten ist, die Aufschläge, Kragen und Litzen in ihre» alten Farbe sich aber nur auf kurze Entfernungen abheben, ist es bei den Felddienstübungen nicht leicht, auf weite Entfernungen die Anwesenheit von Truppen festzustellen. Auch daß der Kragen um einen halben Zentimeter niedriger ist, als die ge­wöhnlichen, hat in der großen Hitze große Vov teile gezeitigt. Der Rock ist in der Taille .eitel gearbeitet als der alte und kann durch eine innen angebrachte Schnürvorrichtung nach Bedarf cngei oder weiter gemacht werden. Dies hat sich bew falls als vorteilhaft erwiesen, da die Mannschaf­ten auf dem Marsche imstande sind, nach Oeffnen des Säbelkoppels, das durch die Patronen­taschen an den Tragehaken festgehalten : ird, auch den Rock zu weiten, ohne sich durch Oeffnen der Rockknöpfe Erkälsttngen auszufetzen. In der Bekleidungsämtern ist man auf Grund dieser Er­gebnisse, wie dieRh.-Wests. Zta." hört, dabei derartige Uniformen in Masse anzufertigen.

Ihre Stimme versagt. Tiefe Blässe überzieht ihr Antlitz. Stützesuchend greift sie um sich

Die Erregung des Abschieds ist zu viel» ihre durch das Fieber geschwächte Nerven.

Ohnmächtig wird sie in den Damensalon ge­tragen.

Miß Smith ist völlig ratlos. Was machens Unmöglich kann sie mit ihrem kranken Schützling heute nach Rom reisen. Die mehrstündige Eisen« Kahnfahrt in den überfüllten Wagen würde den zarten Körper gänzlich aufreiben.

Dankbar nimmt sie deshalb Günters Vorschlag an, sie möge noch bis morgen oder übermorgen in Neapel bleiben, er werden ein passendes Hotel für die beiden Damen ausfindig tnachen.

Der junge Mann gesteht sich nicht, daß fein Herz frohlockt bei dem Gedanken, noch kurze Zeil in der Nähe des lieblichen Mädchens weilen zu können, das so ganz unmerklich von seinem Den­ken und Empfinden Besitz ergriffen hat. Ein einziges Gefühl beherrscht ihn momentan voll­ständig: innigstes, tiefstes Mitleid.

Und unter dem Einfluß dieses ehrlichen, war- men Freundichaftsgefühls bietet er sich den beiden Damen als Ritter an, bis Fräulein Arevallo kräf­tig genug sein werde, nach Rom zu ihren Ver­wandten zurückzukehren.

Ein Tag vergeht und noch einer und auch der dritte und vierte und fünfte und weder Dolores noch Günter denken daran, obzu- reifen.

Fräulein Arevallo nebst Gesellschafterin uni Günter Horst haben eine kleine reizende Pension drunten am Quai, in nächster. Nahe der Villa Nazionale gefunden, und hier verbringen die brd den größten Teil des Tages in angeregtester Un­terhaltung. j

i__ 'n "(Fortsetzung folgst) i

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Die Unruhen in Rußland.

Petersburg, 11. Juli. In Tiflis wurden heute, infolge der Verhängung des Kriegszustau- des die Straßen und Plätze von Truppen beseht. Heute erschien das Amtsblatt wieder, morgen erscheinen auch die anderen Blätter. Der Stra­ßenverkehr wurde wieder auffgenanimen und die Läden geöffnet. Seit vorgestern herrscht Ruhe.

Batum, 11. Juli. Hier stockt jegliche Tätig- feit. Die Läden sind geschlossen, ebenso die Kon- tors der Banken, ausgenommen die der Reichs-

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet der ErpÄition 2 3Jlt bei allen Postämtern 2,25 Mk. <cjcl. Bestellgeld).

JnsertronSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg, Reclamen: die Zeile 25 Pfg,

Marburg

Donnerstag, 13. Juli 1905

Ungarn.

Von deutsch-ungarländischer Seite wird uns geschrieben: Der Aufruf zur Gründung eines deutschen Konviktes für die deutschen Mittelschüler aus den Gemeinden des Banates auf österreichi­schem Boden, den vor einiger Zeit der in Temes- war erscheinendeDeutsch - Ungarische Drlks- freund" brachte, ist nicht wirkungslos geblieben.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

bereits von der neapolitanischen Schönheit ge­lungen und gesagt glühend, feurig, voll lei­denschaftlicher Begeisterung.

Auch Günther, der zum ersten Mal dem Sü­den ins strahlende Antti > schaut, umfängt dieser wonnesame Rausch.

Als die kleinen Bote mit ihrer duftenden La­dung von farbenprächtigen Blumen und südlichen Früchten, mit ihren munteren, in grelle Lumpen und Lappen gehüllten Gängern und Sängerinnen demBarbarossa" entgegenrudern; als frische, sangesfrohe Kehlen unter graziösen rhythmischen Bewegungen der bloßen braunen Arme und Füße einschmeichelnde neapolitanische Weisen anstim­men; als da unten alles lacht und jubelt und tanzt und sich freut da hat der junge Nord- länder die Empfindung, als fei auf diesem gott- gesegneten Stückchen Erde alle Traurigkeit und alles Sterben hinweggeräumt, als gäbe es hier nur Glück und Zufriedenheit.

Anders Dolores Arevallo.

Auf sie macht die wundersame Naturpracht ringsum auch nicht den geringsten Eindruck.

Müden Blickes starrt sie, auf einer Bank sitzend, in die Ferne.

Immer weiter gleitet der Schiffskoloß in den Hafen vorbei an riesigen Äuswandererdamp- fern, an schmutzigen Kohlenschiffen, an zierlichen, weiß-schimmernden Lustyachten .....

Und jetzt dumpf rasseln die Ankerketten zur Tiefe.

Dicht neben einander, über die Rehling ge­taugt, stehen Günther und Dolores. Miß Smsth ist noch unten in der Kabine, um Anweisungen wegen des Gepäcks zu geben.

Da plötzlich faßt eine kleine, bebende Hand Günthers Hand. Und eine leise Stimme flüsterte, ach, so beweglich, so traurig in fein Ohr:

Wir sind am Ziel. Jetzt heißt es: Abschied nehmen, mein Freund. Ich reife weiter nach Rom. Und Sie* .

;Wie viel?" - ">.M

ä'Zwei Schwestern.* föW

Wie alt?" -MK Dreiundzwanzig.*

mBeide?" ' -v'

'Ja. Es sind Zwillinge.

Besonders in Slawonien, wo die Deutschen, des madjarischen Druckes ledig, sich etwas freier be­wegen können, und wo das deutsche Volksöewutzt- sein jetzt fräfHger zu erstarken beginnt, ist der Gedanke auf fruchtbaren Boden gefallen. Mi- Freuden haben die dortigen Deutschen sich den Plan zu eigen gemacht und sogar erweitert, Nicht nur Kinder der Banater Schwaben soll das Kon- vikt aufnehmen, sondern überhaupt deutsche ..rü­der aus allen Ländern der ungarischen Krone. Nichts dankenswerter als dieser Plan. Denn nur auf deutschem Boden, fern von den Einflüssen der erzwungenen Erziehung in fremder Sprache und fremdem Volksempfinden, können die beran- gebildet werden, die dereinst dazu berufen sind, Führer ihres Volkes zu werden. Und Führer sind es, die gerade das deutsche Bauernvolk Ungarns braucht. Gewiß, die wirtschaftliche Grundlage ist die erste Vorbedingung einer einflußreichen Stellung, und diese zu stärken ist eine der wichtig­sten Aufgaben zielbewußter nationaler Politik. Aber sie ist e§ nicht allein. Was nutzt die wirt- schaftliche Tüchtigkeit, was nutzt es, daß trotz des madjarischen SchnlunterrichtetS die deutsche Sprache des Elternhauses siegreich bleibt, wenn sich die Masse des Volkes in allen wichtigen Fra­gen von Fremden leiten läßt? Deutsche Rechtsanwälte und Aerzte sind da von- nöten, wo jetzt Madjaren als Vertreter der In­telligenz sich breit machen. Und erst dann wird ein in sich ruhendes nationales Wirtschaftsleben möglich sein, wenn dem Bauernstand ein beut- scherKaufnmnns- und Gewerbe st and zur Seite getreten ist, wenn die Früchte deutscher Arbeit nicht mehr den Händlern fremder Natio­nalität in den Schoß fallen. Nicht als ob die Deutschen nur auf der Stufe ungebildeter Bauern blieben. Auch aus ihren Reihen steigt die In­telligenz empor, aber gerade sie ist es, die heute den Angriffen der Madjarisierung am meisten ausgesetzt ist. Wie viele Klagen haben wir nicht hören müssen, daß der Schüler der Mittelschule systematisch bem deutschen Geiste entfremdet wird! Dai^im ist es nötig Wandel zu schaffen, darum erscheint uns der Gedanke des deutschen Konviktes so wertvoll und hoffnungsreich. Führende Män­ner aus der Mitte ihres Volkes, im deutschen Geiste erzogen, die recht erkennen, was ihrem Volke not tut, uni die es lehren, sich auf sich selbst zu besinnen, und es frei matz'en von der knechtischen Gefolgschaft fremder Schlagworte, die sind es, die wir unseren Landsleuten in Banate wünschen.

Deutsches Reich.

Berlin, 12. Juli.

Seine Majestät der Kaiser ist gestern Dienstag vormittag IC8', Uhr aus der .Hohenzollern' von Saßnitz aus nah Wisbh in See gegangen. Das ursprüngliche Programm das die Abreise nach Wisbh zu dem Zusammentreffen mit dem König und dem Kronprinzen von Schweden für Montag bestimmte, ist noch in letzter Stunde abgeändert worden. Vor­gestern besichtigte der Monarch, wie noch aus Saßnitz gemeldet wird, mit seinem Gefolge die Stubenkammer auf Rügen und unternahm mit der .Hohenzollern" Fahrten in der Ostsee,

Ihre Majestät die Kaiserin ist mit den Prinzen und der Prinzessin auf der Jacht .Iduna8 in Sonderburg eingetroffen, ebenso das Kron- prinzenpaar aus demMeteor.' Die Kaiserin wird nach den letzten Bestimmungen am Donnerstag den 13. nachmittags in Begleitung der Prinzen Oskar und Joachim sowie der Prinzessin Viltoria Luise zu einem mehrwöchcntlichen Sommerausenthalt in (Sa­binen eintreffen.

Einer der ältesten deutschen Bundesfürsten, Fürst Karl Günther von Schwarzburg. Sondershausen, begeht am 17. Juli sein 25jähriges Regierungsjubiläum. Er steht im 75. Lebensjahre und ist seit dem Jahre 1809 in kinderloser Ehe mit der Prinzessin Marie von Sachsen-Altenburg vermählt.

Die vorgestern erfolgten Urwahlen zu den Landtagswahlen inBayern haben mit einem Siege der Zentrumspartei geendet, d'.e sich mit den Sozialdemokraten verbündet hatte. Soweit sich die Zusammensetzung der Kammer nach den bisherigen Ergebnissen der Urwahlen berechnen läßt, dürste die Stärke der Parteien folgende sein: Zentrum 102 (bem jetzigen Stande gegenüber 18 mehr); 10 Sozialdemo­kraten (1 weniger); 12 Freie Vereinigung (7 weniger), 84 Liberale (10 weniger) und ein Demokrat.

Erscheint wöchentlich sieben mal,

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UnivcrMtr-Buchdruckerei 40. StabttL Marburg, Markt LU Telephon 55. v y

Neueste Telegramme.

' 12. Juli. Der Bundesratsausfchuß

für die auswärtigen Angelegenheiten tritt heute zu einer Sitzung zusammen, an der, wie ver­lautet, der Reichskanzler teilnimmt. Der bayerische Ministerpräsident Frhr. v. PodewilS und der württembergische Minister für die aus­wärtigen Angelegenheiten Frhr. v. Soden sind bereits gestern Abend hier eingetroffen.

Madrid, 12. Juli. Der gestrige Minister­rat bewilligte den Spezialkredit von 13 Mill, für Andalusien, das, wie schon gemeldet, unter einer fürchterlichen Hungersnot leidet.

Moskau, 11. Juli. Während eines Empfanges don Bittstellern bei dem Stadthauptmann Schuwalow feuerte einer derselben drei Schöffe üb, welche den Stadthauptmann töteten. Der Mörder wurde verhaftet.

Stockholm, 11. Juli. (Ritzau's Bureau.) Heute wurde ein von 174 Personen (Schrift­stellern, Künstlern, Lehrern, Aerzteu und anderen) Nnterzeichneter Aufruf veröffentlicht, in welchem die Hoffnung ausgesprochen wird, daß sich der außerordentliche Reichstag für eine Abwickelung tas Unionsverhältnisfes zwischen Schweden und Norwegen entscheiden werde, daß die Ruhe und die Freundschaft auf der skandinavischen Halb­insel gewahrt bleiben könne.

t SIE"!«», 12. Juli. König Oskar und der Kronprinz werden am Donnerstag mittelst Sonderzuges nach Gefle reisen und an Bord der KönigsjachtDrott* auf den Geslefjord hinausfahren, um mit Kaiser Wilhelm zu- sämmenzutreffen, der auf derHohenzollern* in den dortigen Gewäffern eintreffen wird.

London, 11. Juli. Das Reuter'sche Bureau erfahrt, Prinz Karl von Dänemark sei formell als König von Norwegen in Vorschlag gebracht worden. Der Vorschlag sei Gegenstand der Be­ratung zwischen den beteiligten Höfen; viel hange von dem Könige Oskar ab.

Sydney, 11. Juli. Gegenüber einer Mel­dung aus London über Berliner Berichte, die einen Aufstand auf Samoa als unvermeidlich hinstellen, falls nicht ein radikaler Shstemwechsel erfolge und eine stehende Garnison errichtet werde, wird derFrkf. Ztg." gekabelt, es sei alles ruhig und niemand befürchte einen Auf­stand. Eine Garnison sei unnötig.

bank. Das in den Handel gebrachte Fleisch wurde durch Begießen mit Petroleum untauglich gemacht ohne daß es gelang, die Täter zu entdecken.

Kronstadt, 11. Juli. Die Stimmung unter den Besatzungen mehrerer Schiffe der Flotte ist nicht ruhig. Die Matrosen erwarten ein Mani­fest des Kaisers. Wegen schlechter Nahrung kamen kleine Unruhen vor. Meldungen, daß bedeutendere Unruhen aitt den hier liegenden Schiffen vorge­kommen sind, sind unbegründet.

London, 12. Juli. ZurKniäs Potemkin"- Angelegenheit wird versichert, nach Rückkehr des Geschwaders noch Sewastopol werde die Admirali­tät die Schiffe außer Dienst stellen und dem Knjäs Potemkin" einen anderen Namen geben.

Moskau, 11. Juli. Der Anschlag, dem, wie schon kurz gemeldet, der Stadthauptmann Schu­walow zum Opfer fiel, wurde heute Mittag um 1 Uhr vollführt. .Schuwalow wurde durch 5 Revolverschüsse tätlich verwundet. Der Mörder, ein einfach gekleideter Mann, wartete im Emp- fangszimmew bis alle empfangen waren, trat bann auf den Stadthauptmann zu und feuerte aus allernächster Nähe. Die Geschosse durch­bohrten den Körper des Stadthauptmanns, der nach ejner Stunde verschied. Die Persönlichkeit des Verbrechers ist noch nicht endgültig festgestellt. Unlängst war er eines politischen Vergehens wegen festgenommen worden, entfloh jedoch aus dem Polizeigebäude.

So, so! . . . Achneln sie mir, diese Zwil­linge?"

Keine Spur, Gott fei Dank!"

Wieder lachte Dolores laut auf. Aber dies­mal hat ihr Lachen etwas. Gezwungenes.

Sehr galant sind Sie nicht, mein lieber Herr Horst . . . Apropos. Sie kennen gewiß , noch sehr viele andere Mädchen außer Ihren Schwestern, was?"

Nein Fräulein Arevallo? Ich habe mich nie­mals viel um Mädchen gekümmert zum gro­ßen Leidwesen von Brunhilds, die immer wünschte ich möchte mich verlieben."

'Brunhilds?" Dolores hat sich in ihrem ! Stuhl halb aufgerichtet und blickte ben jungen Mann an ihrer Seife forschend an.Brunhilds? Wer ist das? Vermutlich eine Ihrs

i Schwestern?"

Nein." '

vWer denn?" ' :

t »©ine Cousine.*.

i »AhI"

Dolores lehnte sich wieder in den Stuhl zu- ruck. Sie ist ein wenig bleich.

Nur eine entfernte Cousine," verbesserte Günther, der mit Bedauern bemerkt, wie eine liebliche Nachbarin durch das Vorhandensein einer Cousine daheim in Erregung gerät.

Eineentfernte" Cousine?" wiederholte Do­lores ärgerlich.Um so schlimmerl"

Wieso?"

Nun ich meinte blos. . . Ist sie hübsch, diese entfernte Cousin^? . , . So hübsch wie ich?" .

Mit einer komischen Gebärde des Entsetzens wehrte der junge Mann ab.

, Und diese eine Geste muß Dolores wohl be­friedigen. Denn plötzlich lacht sie silberhell auf so perlend, so unwiderstehlich, so ansteckend, daß Gunther mit einftimmt in dies glockenklare Lachen ....

O Jugend! Goldne, harmlose, einzige In- genbl--

So eilen di« Stunden dahin . und auch die Tage , ,« .

Und jetzt tauchen aus luftigem Gedämmer die _ vielgefeierten poesieverklärten Inseln des Golfs von Neapel auf . .-. . . hier die Höhen Ischias . . . drüben die wundersame Silhouette Capris . . . dort das flache, langgestreckte Pro- cida . . dahinter der kleine Nisida ....

Und im Hintergrund der alte Feuerkopf Ve- suv. dessen Rauchschwanz sich weit hinabdehnt am tiefblauen Himmel. . .

DerBarbarossa" zieht ein in den Golf von Neapel - , .

Solch landschaftlicher Pracht noch Kränze flechten? Solch fonnentnmfenen Gestaden noch Hymnen fingen? . . Nein, droben in Deutsch, lanb wurde man di« Köpfe schütteln, wohl gar lachen. Denn zehntausend Menschen haben in hunderttaufend Bänden in unzähligen Sprachen

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Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete . . . . .

Roma« vo« Erich Friese«.

(Fortsetzung.)

Sie lügen,- mein Bester. Sie halten mich für gaii£ absurd. Und vielleicht mit Recht . . . Haben sie Schwestern?"- - , . . .. H

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