Erstes Blatt
Deutsches Reich
Jachten
,Meteor"
AN-
und dem Depeschenboot
Sleipner" begleitet.
a
n ie ti 15 r, e» iS n.
>6 n t< e« ie hl
nommen worden. Es besteht kein Zweifel mehr, daß bei den Masfenmetzeleien in der Mittwoch Nacht über 5000 Personen getötet worden find.
Konstantinopel, 4. Juli. Da der „Potemkin" gestern mit einem Torpedoboote Konstanza verlaflen hat, so traf die Pforte strenge Maßnahmen, um den Eingang de« Bosporus zu verteidigen. Sie befahl den Kommandanten der Schwarzen Meer-Forts auf daS Schiff zu feuern, wenn der „Potemkin" versuchen sollte, die Passage zu erzwingen.
Loudon, 5. Juli. Das Abendblatt „Star" meldet aus Odessa: Fast 150 Personen, die mit der Herstellung von Bomben zu tun gehabt hatten, find während der letzten drei Nächte
Marburg
Freitag, 7. Juli 1905.
die sich im Schwarzen Meere aufhalten. sowie der nicht russischen Häfen des Schwarzen Meeres.
Die „Central News" melden aus Odessa vom 8. JuliDas Sewastopoler Geschwader kam heute früh an, um das Schlachtschiff „Pobje- donossew" abzuholen. Der „Potemkin" ist bis 10 Uhr vormittags noch nicht in Sicht.
Odessa, 5. Juli. Vormittags näherte sich das Schwarzmeer-Geschwader und warf im äußeren Hafen Anker. Es besteht aus den drei Panzerschiffen „Rostislaw" lBkeadrnirwl Kriegers Flaggschiff), „Dwjenadsat Apostolow", „Tri Swjatitelja", aus vier Torpedobootsjägern, zwei Torpedobooten und einem Minenkreuzer. Krieger landete und berief die Truppenkomnrandanten zu einer geheimen Beratung. Der „Rostislaw" fuhr alsdann,zurück. Dem „Votemkin" sind zwei Torpedobootsjäger mit Offiziersbesatzung nach Feodosia nachgeschickt: sie erhielten wiederum Befehl, das Rebellenschiff zu versenken.
Petersburg, 5. Juli. Nach hier einge» langten Meldungen aus Sewastopol soll dieMann- schaft des Schlachtschiffes „Tri Swjatitelja" gemeutert haben.
Die Gründe der Revolte werden in einer Zuschrift an die in Berlin erscheinende „Russische Korrespondenz" in einem aus Odessa herrührenden Schreiben erörtert, das folgende anscheinend gut informierte Angaben macht.
Zunächst: „Meuterei" ist eigentlich nicht das rechte Wort. Es handelt sich um eine vorbereitete revolutionäre Tat, zu der die Mannschaft des Panzers durch Mitglieder der sozialistischen Par- tei in Odessa systematisch aufgestachelt worden ist. Und mehr als das, nicht nur auf den Schiffen der Schwarzenmeerflotte ist diese Propaganda getrie-
r« cn !b ft n» et. cn >r, en ht ie. )5. it.
a. .04
nm dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes Sonntagsblatt. 1
Berlin, 6. Juli.
— Ihre Majestäten der Kaiser und di« Kaiserin sind auf ihrer Kreuzfahrt an der schleswig-holsteinschen Ojtseeküste in Koldingfjord eingetroffen. Die Jachten „Meteor" und „Iduna" sind von der „Hohenzollern", dem Kreuzer „Berlin"
— Di« „Leipz. N. N." schlagen vor, mit dem Ertrage einer Wehr st euer, der auf 25 Mill. Mark zu veranschlagen wäre, den I n Validenfonds cmfzufüllen, der mit einem jährlichen Zuschläge in dieser Höhe den an ihn zu stellenden Ansprüchen gewachsen bleiben würde. Im allgemeinen empfiehlt sich die Fesüegung bestimmter Steuererträge zu bestimmten Zwecken nicht, da dies einer gesunden Finanzpolitik nicht entsprichst; aber wenn man das Prinzip doch einmal durchbrechen will, so wäre hier die geeignetste Stelle dafür.
— Die parlamentarische Studienreise nach Kamerun und Togo erfolgt nach der .Köln. Ztg.' auf eine direkte Einladung des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg, der an je zwei Abgeordnete der großen Fraktionen des Reichstags mit Ausnahme der sozialdemokratischen Einladungen zu einer solchen Reise habe ergehen lasten. Der verdiente Präsident der Kolonialgesellschaft hat damit wieder eine gute Probe seines Talents zum praktischen Kolonialpolitiker abgelegt.
— Die preußischen Finanzen stehen augenblicklich so günstig, daß wie die .Frkf. Ztg." erfährt, Preußen von einer neuen Anleihe im Laufe des Jaüres vollständig wird absehen lönnen und auch im nächsten Jahre Vorau sichtlich nur unter besonderen Umständen an den Markt appellieren wird. Durch die ganz außerordentlichen Einnahmen der preußische« Staatsbahn werden Preußen andauernd große Beträge zuaeführt, die es ihm ermöglichen, hauszuhalten, ohne zu neuen Anleihen greifen zu müstem
— Nach dem .Leipz. Tqbl/ hat sich die sächsische Regierung, wie aus industriellen Kreisen mit Ve-
Erscheint wöchenüich sieben mall
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UmverfitätS-Buchdrucktrei 40.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55. M
hd) gleichlaufende. Es findet ein paralleles
Auf- und Absteigen statt. Für die gegenseitigen Beziehungen von Vieh» und Getreidepreisen ist dies beispielsweise von Professor Dr. ScfrCtb^OlIe Itnh ßWnfipfih I Freiherrn von der Goltz, einer der anerkanntesten VJtuuu^uue lllw rnernoefltz, landwirtschaftlichen Autoritäten, in überzeugender Ber der Wahlagitation für die verschiedenen I Weise dargetan worden. Die Sache liegt ja „-.ctzstags-Ersatzwahlen, die gegenwärtig bevor» I ßu<J^ ganz klar. Man stelle sich nur einmal ^ehen, sucht die Sozialdemokratie in ländlichen I vor, daß die Getreidepreise fortgesetzt den be- strlelnbescher--Kreisen auch damit wieder Stimmen- I rechtigten Anforderungen der Landwirte nicht sang zu treiben, daß sie diesen Kreisen die Un- I entsprächen. Die Folge müßte dann unbedingt Vereinbarkeit des Kleinbesitzer - Interesses mit I sein, daß der Getreidebau immer mehr wctreldezöllen darzulegen unternimmt. Kein I zugunsten anderer landwirtschaftlicher Erzeug- Uwerfangen aber dürfte törichter und angesichts I siisse eingeschränkt würde, die heute überwiegend
. .^vaktifchen Verstandes unserer land- | lm Kleingewerbe gewonnen werden. Als weitere wirtschaftlichen Bevölkerung auch aussichtsloser I Wirkung würde sich aber eine Ueberfüllung de« ... . ,„... fein als dieftS. I Marktes in diesen Erzeugnissen und damit I heimlich gehängt worden.
Entspricht es schon ganz und gar I gleichzeitig ein Sinken ihres Preises ergeben. ~
fliegt ben wirklichen Verhältnissen, wenn die I Tatsächlich läßt sich diese Entwickelung denn
elguatoren der Sozialdemokratie behaupten, daß I auch bereits in manchen Fällen nachweisen,
pon den Kleinbetrieben bis 5 Hektar kein ein- I siud also höhere Eetreidezölle auch ein
rger tn bet Lage sei, Getreide zum Verkaufe erstrebenswertes Ziel des ländlichen KleinbefitzeS. s" en‘ dielmehr haben beispielsweise die I Schulter an Schulter steht darum heute auch ^rartifchen Ermittelungen der westfälischen I ^in und groß in der Landwirtschaft zusammen,
^.rnvwntfchastSkammer in zahlreichen Fällen I und vergeblich wird alle« Mühen der Sozial- pas Gegenteil dargetan, und ebenso ergab sich demokratie und ihrer GefinnungSverwandten aus der seiner Zeit veröffentlichten Haushal- sein, an dieser Einigkeit zu rütteln.
.<uug§rech-Mvng eines Guts - Stellmachers der I — ------- ---------
Knauer Gegend in der Provinz Posen, daß I --------------------------
MTS1 auf™™ L Die Unruhen in Rußland, i^n ®.,6*ele ie nach den verschiedenen Lebens- I Die Matrosrnrrvolte.
^lima"'^völkerung, Größe der Familie, Die „Central News" melden aus Odessa von Dienstag abend: Bis sieben Uhr heule
faß sich 5 ™ S ,ber Verhältnisse, abend hat man nichts von „Potemkin" gehört,
feX’ J -n allgemeines Urteil keineswegs recht- außer daß ihm in Konstanza Kohlen verweigert
- ÄV . I Wurden, er folglich nun Wohl nach BurgaS
, der ländliche Klein, dampfen würde. Die Aufhebung des Militär-
2 , - ^bU'zelt tn der Lage, Getreide kordonS und der Militärlager mitten in Odessa
ces Verkaufs zu erzeugen, so er- gibt der Stadt das gewohnte Aussehen. Die
p.gt daraus doch noch lange nicht, daß die Ge- Unruhe gährt jedoch weiter in den
ke.wea Nutzen brächten. Im Fabrikvorstädten. Letzte Nacht wurden 35 Per-
\spricht eine ganze Reihe von Gründen I sonen getötet. Der größere Teil der Truppen ba% «« ausreichender Zollschutz des wurde auf Befehl des Generalgouverneurs au» , Nchen Getreldebaus auch für den kleinsten I der Stadt herausgebracht, was deshalb berechtigt ^^bllen-^esltzer noch von -oortetl ist. Zu- I erscheint, weil unter den Truppen ein Md die Jnhaoer der Zwerg- und Par- ernsterMangelanDisziplin bemerkbar s'"c:uGüter neben dem selbständigen Betriebe wurde. In Nikolajew und Sewastopol gab es Landwirtschaft noch auf einen andern Er- Unruhen in den Regierungsarsenalen. An mcrdLzweig angewiesen, und sie finden diesen I letzterem Orte wurden 13 Personen getötet.
Natur Zumefft im ländlichen Taglöhner- I In fünf verschiedenen Distrikten des Gouverne- ^len,..e. Als landwirtschaftlicher Arbeiter aber I ments Cherson gab es Bauernunruhen, und sie an auskömmlichen Getreidepreisen und I Die Güter wurden geplündert und die Korn- vamit an Getreideboden tn hohem Maße inter- I speicher zuerst geplündert und dann verbrannt, ci '^i-. cenn die Frage der Lohnhöhe in der I In den letzten vier Tagen sollen 700 Bauern Landwirtschaft hängt nun einmal mit der I getötet worden sein. Die Provinzgouverneure _ic!!tübi(itat beS Gktreidebaus aufs engste zu- I sind ermächtigt, mit schonungsloser Strenge Jammen. Auch die Führer der Sozialdemo- I die Ruhe herzustellen. Ein Kampf auf Leben tratie haben diesen Zusammenhang seiner Zeit und Tod zwischen Volk und Bnreaukratie scheint anerkannt. I sich zu entwickeln. Die Versicherung des General-
- tywnex aber ist die Preisentwicklung sämt- I gouverneurs alle Gefahr sei zu Ende, ist von kicher Erzeugnisse der Landwirtschaft eine wesent- I den Konsuln mit ziemlicher Reserve aufge
ben worden, sondern man hat allenthalben tg ber russischen Marine mit großem Eifer gearbeitet und es ist Ihnen zweifellos nicht unbekannt, daß es schon vor der Abrefie der Geschivader Roschest- wenskis und Nebogatows in den Ostseehäfen zu Revolten gekommen ist. Auch wird Ihnen jetzt glaubhafter erscheinen, was vielfach bezweifeü wurde, daß der verhältnismäßig leichte Sieg ber Japaner in der Koreastraße auf den Ungehorsam eines Teils der russische« Mannesokbaten zurückzuführen ist. Seft jener Zeit hat die revolutionäre Bewegung aus der Flotte immer mehr um sich gegriffen, und, der Plan bestand, daß die Marine sich gleichzeitig im Schwarzen Meer und in bet Ostsee der Revolution anschließen solle. Ob dieser Projekt verwirklicht worden sst, wissen wir nicht, da wir hier ohne zuverlässige Nachricht aus Libau und Kronstadt sind, aber ich habe Grund zu der Constanza, 5. Juli. Nach hier emge- I baß man auf dem „Knjäs Potemkin«
langten Meldungen hat der .„Potemkin" sich bei I -u losgeschlagen hat.
Sulin» der Kohlen eines italienischen Harwels- I 5- Zalst Man meldet aus Constanzaj
dampfers bemächtigt. I Dampfer „König Carol" ist hier eingetroffen;
Feodosia, 5. Juli. Die Besatzung des dte Mannschaft erzählt, daß die Bemannungen
Panzerschiffes „Potemkin" gibt folgende Gr- I sämtlicher russischer Handelsschiffe, die aus klärung an die fremden Mächte bekannt: Der I Alexandrien in Konstantinopel eintrafen, in voller Entscheidungskampf gegen die russische Regierung • Revolte sind, hat begonnen. Wir teilen dies allen fremden Mächten mit und haften es für unsere Pflicht, zu erklären, daß wir eine vollständige Garantie für die Unverletzlichkeit der fremden Schiffe ceben.
>9 lNnchdruck verboten.) I in den von schwarzem Rauch erfüllten Raum.
fSh-hnlfort I bot sich ihm ein entsetzlicher Anblick dar.
' w-UlflltCH DCr AÜCrQdnQCnpCit. I Man fand den mit schweren Brandwunden be- Roman von B. Corony I deckten Leichnam des Barons, halb aus dem
- ~ (Schluß statt Fortsetzung.) ftegend^^"' tiuf bem
Scbw^fuhr^abe^ nack" einw»" ^"'ben tiefen I „Mein armer, armer Herr!" jammerte Erstickt' empor. Um Gotteswillen wäs"hatteÄs „-Wäre ich doch nochmals heraufgegangen zu bedeuten? Dicker Qualm füllte die Stube ri Si«nadC)9e|ef,en' ob er das ^.icht ausge- und wälzte sich noch dichter herein, als Bauten „ ‘ .....
die Ture öffnete. Herr Gott, der kam ja ' ent I "®r "icht durch eigene Schuld verunglückt, ersten Stockwerk her. Das Eichengeländer der I sondern einem Verbrechen zum Opfer gefallen!" kreppe, welche zu den Gemächern seines Herrn I iQ3tc Hons Walter, welcher geholfen hatte, den .führte, brannte lichterloh. Im anderen Flüg°l I ?°^en aufzuheben und eine Wunde auf der schien man bis jetzt nichts von dem Feuer gemerkt lTnf,en Seite der Brust gewahrte. „Dieser Stich zu haben, der lag geschützt und war durch einen muB oas Herz durchbohrt haben."
haften Korridor von dem brennend.n Teil des I „Was? Erstochen?" stammelte Josef und .Schlosses getrennt. , I wühlte in den Kissen umher: „Wo sind die
■ Josef zog heftig die Klingel, welche mit dem I Schlüssel zum Geldschrank? Sie lagen-immer vmiterhans in Verbindung stand, und stürmte I unter dem Kopfkissen. Wenn er ermordet wurde, 'dfwn, ein nasses Tuch vor das Gesicht haltend, I dann muß er auch beraubt sein — und von wem, wie Treppe empor, mußte aber vor den ihm cnt- I das kann ich mir denken!"
gegen züngelnden Flammen zurückweichen. Sich mit beiden Händen vor die Sfirn schla-
r- •?err- ber Herr! Rettet den Herrn!" gend, rannte er in Stupps Kämmerchen. Es ■bnt hLspT YrBetet,Ienben ®ienem zu. „Er was leer, das Bett unberührt und das Fenster -hat wieder int Bett gelten, wird darüber einge- geöffnet
’Ss”Ä“hL labtn! Verzweifelt klagte sich Josef des Ungehorsams
•cLl ■; t.^ b' dio spritze herbei und nach der I gegen seinen Herrn an und erzählte, wie er aus , ,, ™ .... ,, I Giktmiifigkeit dem Tiefgesunkenen Unterkunft ge-
jUt '^"b^ Wasserstrahlm er- I währt, ihn irrt Schloß umher geführt und ohne 'F ^osse-. Auch die böse Absicht das Versteck der Schlüssel verraten r,. pCi. Fabrik raste.te he nm. Mit den | habe. Seiner Meinung nach mußte Sstipp sich
o"Sletch kam der Fabnkdtrektor noch vor der Heimkehr des Barons in das
zE.'?; Z'a’t(;r' trar ^bcw bereits alles in furcht- I Schlafzimer geschlichen, verborgen, hierauf den
X ''ub Aufregling Josef hatte Ahnungslosen überfallen, beraubt und dann das
1» ; , e\,an dm, oenster des Gemachs des Zimmer in Brand gelteckt haben.
eflen raf,eiI- . Mit eigener Lebens ,Man ließ den Geldschrank öffnen und sand,
r b-üngen e, und einige beherzte Männer 1 daß große Silmmen, welche Dunois sorgfältig
äfducht hatte, gestohlen waren. Schon am nächsten I ziemlich alt senr, denn das Papier sah ganz bet« Tage wurde Stupst tn Köln, wohin er sich begebm I gilbt aus.
^Üpire'ha=eraors!= ‘f,,—?n I »Hier halte ich ein Geheimnis in den Hän-
„„s (et’ b'l ihm. Er gab die Tat trotzig I beit, das mir der Vater wahrscheinlich zu jener Ä und behauptete, sie hauptsächlich aus Haß und I Z^js vertrauen wollte, als er mich noch liebte." Rache begangen zu haben. Die -Lchlussel waren I sagte die Baronesse und ihre Stimme brach in in dem Wassergraben, welcher das Schloß um- I Tränen. Sie küßte den Brief, trug ihn in ihr gab, gefunden worden. Zimmer, schloß sich ein und begann zu lesen.
Viktoria war telegraphisch benachrichtigt wor- I „Mein liebes Kind!" stand da geschrieben, den und traf im Schlosse ein, das massiv erbaut, | „Gerade heute, wo ich Deinem Herzen näher zu nach außenhin fast gar nicht gelitten hatte und I kommen hoffte, schleuderte mich ein elender dessen einer Flügel gänzlich unversehrt war. Noch I Schurke, Anton Schreiner, weit von dem ersehn- hatte sie die Trauer für die Großmutter nicht I ten Ziel zurück. Ich könnte mich Dir gegenüber abgelegt,— und nun stand sie am Sarge des I rechtfertigen, aber es gibt Dinge, über die mau Vaters, ihn mit Blumen schmückend. I nicht reden, die man selbst dem teuersten Weseo
Einer von dem Verstorbenen getroffenen Ler- nscht gestehen mag. Wmn Du die Wahrheit er-
siigung gemäß, fand die Testamentseröffnung I°^t, werde ich aller irdischen Drangsal ubei>
sofort statt. Der kleine Günther war UnitierfoE Achen sein Viktoria vor Jahren stürzte ich vom erbe, als Vormund und Vermögensverwalter K^rde, schlug mit dem Kopf schwer auf emen
war der Rechtsanwalt und Notar Doktor Wolf ®ouf und Zog mir eine gefährliche Gehirn-
von Bolten ernannt. Nach den getroffenen Be- I erschnUerung zu. ^un fürchtete das schlimmste, stimmungen mußte der Knabe wie ein kleiner I 9ena.§ ,, ^^undheit.
Prinz erzogen werden. Im Falle seines Ab- I geringste Anlaß konnte mich Zur Raserer lebens aber sollte das ihm vererbte Vermögen I
auf wohltätige Stiftungen übergehen. Die Toch- I Q%c
ter war mit dem immer noch ansehnlichen Pflicht- I gleicher ©tarfe, foniern hatte lie Haupt-
teil abgefunden worden. Dunois schien ihr bis I " enF£.
zum letzten Augenblick gegrollt oder eine Aende- I ü® ^.lF;c* 3U „e,.e ^üie häufig bei rung der letztwilligen Bestnumungen so lange I ,, , ^!IF von (Harrbille m Brussel und verschoben zu haben, bis es zu spät war. I °Uen ll^gt. —^lch suchte Zerstreuung und
m.-,, . » ... Kat„r S1 . . I sslng wohl über die Grenzen des von einem ge-
Diktona zürnt ihm deshalb kei.-eswegs, Klem- I missen Gesichtspunkt aus Erlaubten hinaus, ftchen Eigennutz kannte ihr stolzer Charakter nicht. I Angelika kam unvermutet zurück und machte mir sie nahni sich i es verwaisten Brüderchens an I e,ne heftige Eifersuchtsszene. Das aeichah aus
iibettvachte genau die Erfiillimg aller Liebe - aber sie schrie und tobte. ' Ich hörte
Wunsche bej Verstorbenen. , I ihr erst schweigend zu, dann aber fühlte ich, wiq
Da übergab ihr Doktor von Bolten einen an I meine Adern anschwollen und wie mir die Schlä-
fie adressierten Brief, den er in dem Schreibpult I fen hämmerten. Je länger — je schärfer "'S
des Barow, gefunden hatte. Er mußte schon • rucksschtsloier klagte mich Deine Mutter an. Ich
' Vierteljährlicher Bezugspreis, bei der Exstchition 2 3JIL
' M 157 bei allen Postämtern 2,25 M. ,e$cl. Bestellgeld).
। Znsertlonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Rcclamen: die Zeile 25 Pfg.