Einzelbild herunterladen
 

Bestellungen für das dritte Quartal h <>- auf die

Ob^rheffifche Zeitung" nebst ihren ZeilaMN werden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain,-Neustadt und Wetter, sowie von lken Postanstalten und Landbriesträgern ntgegengenommen.

Umschau.

Größere Oeffentlichkeit bei Mili­tärgerichts-Verhandlungen.

bn-fangt die ziemlich rechtsstehende nationallibe- icaleStraßburger Post", unter Hinweis auf den Klusschluß der Oeffentlichkeit in wichtigen Pro- Kcssei: der letzten Zeit. Die Oeffentlichkeit liege buch im Interesse der Militärgerichte selbst, sagt >das Blatt und fügt bei:Unseres Erachtens liegt !eme solche Beschränkung der Oeffentlichkeit, wie ßie gegenwärtig seitens der Militärgerichte geübt wird, nicht im Interesse der militärischen Rechts- «pflege. Sie seht dieselbe denr Verdacht aus, daß ssie etwas zu verbergen habe, was nicht in Ord- iiung sei, und erweckt dadurch Mißtrauen. Man Klaube doch nur nicht, daß sich Mißstände auf Solche Weise unterdrücken lassen. In der Zeit der Dresse und des Verkehrs wird doch alles in der Oeffentlichkeit bekannt. Die Sucht, etwas vor Ler Oeffenllichreit zu verbergen, führt dann nur feit Uebertreibungen und falschen Gerüchten. Aber Selbst wenn es möglich iväre, gewisse unliebsame Workonlmnisse der Oeffentlichkeit vorzuenthalten, So würde damit doch nienmls dec Beseitigung die- Ser Mißstände gedient werden. Im Gegenteil wirkt dazu erfahrungsgemäß am besten die öffent­liche Kritik. Und glaubt man etwa, daß die Dis- Siplin darunter leiden könnte, daß die Angehöri- Ken des Heeres erfahren, in welch' scharfer Weise Nusschreitungen ihrer Kameraden geahndet wer- r,e?.T X Mcm sollte doch gerade die entgegengesetzte Wartung von der öffentlichen Verhandlung er- harten. So läßt sich der grundsätzliche Ausschluß >der Oeffentlichkeit weder vom Standpunkt des Gesetzes, noch von demjenigen des Interesses des Heeres rechtfertigen, und wir möchten wünschen, pag die Militärgerichte wiederum zu der Praxis tzuruckkehren, welche sie vor dem Metzer Prozeß gefolgt haben."

«Krieg ervereine und Sozialdemo­kratie.

Aus einer Ansprache an die Kriegervereine, jdie vor kurzem der Fürst von Schaumburg-Livpe behalten hat, sind besonders folgende Stellen Sehr beherzigenswert:Durch straffe Selbstzucht hirch Euer Vorbild, durch Ermahnung und Be­lehrung könnt Ihr viel und ersprießliches leisten, sluch heute will ich auf die Bestrebungen der fUmfturzpartei Hinweisen, die darauf hinaus- Mhen, die Grundlagen eines jeden geordneten .Staats- und Gemeinwesens zu untergraben, hteie Partei kann nicht kräftig genug bekämvft werden. Es sei Euer Stolz, daß Ihr als alte Soidateu in erster Linie dazu berufen und ver- Llrchäoloqische Entdeckuug in Peru. : . Die Universität von Kalifornien hat kürzlich ieuie der größten und wertvollsten Sammlungen Peruanischer Altertümer erworben, die es über- paupt in den Vereinigten Staaten gibt. Obwohl !sie an Zahl von der Berliner Sammlung über- rroffen wird, so ist sie doch unerreicht in der Sel- reich eit und dem Alter der vorhandenen Stücke Sind von höchster Wichtigkeit durch die Belehrung, !me sie den Archäologen über die Kulturstufe, KUeidung, mitten uiid Gebräuche der frühen Völ-

. die vor dem Aufblühen der Jnka- Dvnastie die Küstengegenden Perus inne hatten. Sie schöne Sammlung ist das Resultat der Aus- tzrahungeu und Forschungen, die Dr. Mar Üble M Jahre 1901 begann. Alle dabei in Betracht rammenhen Oertlichkeiten liegen nahe an der iliwte. Dr. Uhle legte große Bauten frei und grub zugleich vmnberte von Gräbern aus, die leine große Menge höchst wichtiger Gegenstände p.us dem frühsten Zeitalter ans Licht treten lie- pen._ Üble behauptet, nach einem Bericht des ..Setetifi American", daß die kunswollsten rind xeissten Funde dieser Gräber aus einer Zeit stammen, die 2500 Jähre vor dem Beginn der ktnka-Dhnasiie liegt, daß also, da man die Herr- schäft dec Inka heute mit dem Fahre 1062 n. Rfjr. anfangen läßt, etwa um 1500 v. Ehr. schon piue hohe Kultur in Peru entwickelt gewesen sein soll. Ob diese Behauptung sich als wahr krweist, werden erst weitere Ausgrabungen in »en noch wenig durchforschten Küstengebieten

pflichtet seid. Laßt ihr ätzendes Gift nicht in Eure Vereine bringen, haltet Eueren Ehrenschild frei von häßlichen Flecken, gedenket Eueres Eides Gut und Blut zum Wohle des Vaterlandes ein- zusetzen: Treu bis in den Lod für Kaijer und Reich, Fürst und Vaterland bleibe Euer Wahl­spruch."

Diese Ansprache hat den Zorn der Sozial­demokratie in hohem Maße erweckt. DerVor­wärts" beeilt sich, mit folgenden frechen Worten seiner ohnmächtigen Wut Luft zu machen:

Wer durch Erbgang sich an die Spitze eines Staates oder Staatchens gesetzt sieht, ist natür- lich geneigt das Staats- und Gemeinwesen, dem er vorsteht, als eingeordnetes" anzu­sehen. Er ist ebenso natürlich geneigt, den Geist" -der Kriegervereine, den wir anderen als Geist aller Riickständigkeit und Unter­würfigkeit zurückweisen, alsguten Geist" zu feiern, (fr ist vor allem auch geneigt,ätzendes Gift" in den Bestrebungen derer zu spüren, welche weder vor der Institution des monarchi­schen Erbganges, noch vor den Privilegien der heutigen Heeresordnung, noch vor den Unge­rechtigkeiten der heutigen Wirtschaftsordnung den geringsten Respekt in sich tragen."

Aller Haß gegen die Monarchie macht sich in dieser Kundgebung breit. Dabei geht der Vorwärts ' so weit, darauf hinzuweisen, daß im Fürstentum Schaumburg-Lippe von 7280 bei der letzten Reichstagswahl abgegebenen Stimmen 2310 sozialdemokratisch gewählt hätten und daß bei der Stichwahl der Sozialdemokrat sogar von rund 7800, 3240 Stimmen erhalten hätte. Dann schreibt das Blatt:Und der Fürst von Schaum- hurg-Lippe, der doch auch der Vater ober das Väterchen seines Völkchens zu sein beansprucht, stellt sich, wenn er gegen die Sozialdemokratie eifert, in schroffsten Gegensatz zu beinahe schm dec Hälfte der Bevölkerung seines Ländchens! Wenn es ihm also behagt, wir haben nichts da­wider!" Der sozialdemokratische Größenwahn nimmt immer groteskere Formen an. Es wird der Sozialdemokratie mit aller Schärfe klarge­macht werden müssen, daß bei uns in Deutsch­land keineswegs der Schwerpunkt in den von ihr verhetzten Massen liegt, sondenr in den Mo­narchien.

V o m Ausverkaufswesen.

Ueber Mißbräuche auf dem Gebiete des Aus- berräufswesens sind in letzter Zeit erneut Klagen laut geworden. Die Vorschläge über die Mittel zu ihrer Bekämpfung gehen indessen auseinander. Während ein Teil der Gewerbetreibenden ge­werbepolizeiliche Maßnahmen mit Vorschriften über Anmeldung, behördliche Genehmigung und Ueberwachung der Ausverkäufe verlangt, sehen andere den geeigneten Weg in dem Ausbau des Wettbewerbgeseßes durch Erlaß ausdrücklicher Verbotsbestimmungen gegen den Warennachschub und gegen die Veranstaltung trügerischer Kon­kurswarenausverkäufe. Auch der Reichstag hat sich in seiner letzten Tagung mit dem Gegenstände beschäftigt und den auf eine Verschärfung des bestehenden Rechtes gerichteten Anträgen zuge­stimmt. Bereits im Jähre 1902 waren die Bun­desregierungen vom Staatssekretär des Innern ersucht worden, die Staatsanwaltschaften, sowie die Organe der Sicherheit», und Ordnungspolizei dahin zu verständigen, daß die Veranstalümg schwindelhafter Ausverkäufe eine Gefahr für den redlichen Geschäftsverkehr bedeute und von Amts

Perus erhellen können-, jedenfalls ist vorläufig die Folgerung Uhles nicht abzuweisen, daß etwa um 1500 v. Ehr. ein starkes, unternehmungs­lustiges Volk von Norden her in das Land ein- drang und sich durch Eroberung ober bloße Be­sitzergreifung darin festsetzte, indem es seine Ge­bräuche, Gesetze nnd Künste hier heimisch machte; dieses Volk wäre dann 2500 Jahre später von den Inkas unterworfen und ihre Eigenart von den Eroberern völlig aufgesogen und zu Nichte gemacht worden. Die nun wieder ausgedeckten Tempel, Befestigungen und sonsftgen Bauten ha­ben manche Ueberraschung gewährt, da die fein abgewogenen Verhältnisse und die vielfach reich dekorierten und ausgezierten Fassaden eine be­deutende Höhe des Architektucssils und eine große Feinheit der skulpturalen Ausschmückung Ver­rieten. Die Mauern der Tempel sind massiv auf- gerichtet und haben jene Form, die die Griechen .Zyklopisch" nannten. Die Steine sind mit außer­ordentlicher Geschicklichkeit ohne jegliche An­wendung von Mörtel aneinandergefügt; sie ha- ben allen Anstürmen der Zeit Trotz geboten und bewahren noch die gleiche, gewaltige Festigkeft wie damals, als sie in einer frühen, nur zu vor- mutenden Zeit aufgerichtet wurden. Festere An­haltspunkte für eine sichere Chronologie der Aus­grabungen geben erst die Gräberfunde, aus be­iten uns ein ungefähres Bild der ersten Zeiten peruianischere Kultur aufsteigt. Diese frühesten Bewohner des Landes müssen eine tiefgründige .Kenntnis der Baukoifftruktionen besessen haben; das Lama und das Alpaka waren ihnen untertan

tvegen zu verfolgen sei. Die darauf ergangenen Maßnahmen sind ersichtlich nicht ohne Erfcllg ge­blieben. Auch die Rechtsprechung hat sich den Be- dürfnissen des Verkehrs mit Verständnis ange» Paßt. So ist anerkannt worden, daß gegen den Mißbrauch, Waren, die der Verfügung des Kon- kursverwalters nicht mehr unterstehen ,als Kon­kurswaren zu bezeichnen, bereits auf Grund des bestehenden Gesetzes eingeschritten werden kann. Ferner hat das Reichsgericht gegenüber früheren, im Publikum vielfach mißverstandenen Entschei­dungen neuerdings ben Grundsatz ausgesprochen, daß an sich jedes Zumverkaufbringen neu onge- schafter Ware mit der Ankündigung eines Aus­verkaufs in Widerspruch steht. Wenngleich hier­nach bereits das geltende Recht Handhaben zur Bekämpfung des Ausverkaufsschwindels bietet, so ist es angesichts der in den beteiligten Kreisen herrschenden Anschauungen doch für zweckmäßig erachtet worden, die Notwendigkeit einer Ver­schärfung der bestehenden Rechtsvorschriften er­neut zu prüfen. Zunächst sind die Bundesregie, rangen ersucht worden, ihre Erfahrungen über die seitherige Wirksamkeit des WettbewerbsgesetzeS dem Staatssekretär des Innern mltzuteilen und über das Bedürfnis nach neuen gesetzlichen Maß­nahmen zur Bekämpfung der Mißstände im Aus­verkaufswesen sich zu äußern.

Eine Lehre aus der Seeschlacht von Tsushima.

In der Presse finden sich ArffkelZur Flöt- tenjrage", welche ausführen, daß die Regierung die Lehren des ostasiatischen Krieges und der Seekämpfe in gebührender Weise zu Rate ziehen werde. Die Akten feien aber naturgemäß der großen Entfernung wegen noch nicht ab­geschlossen. Die bezüglichen Ausführungen schlie­ßen dann mit der nicht mehr ganz neuen, aber immer sehr witzig wirkenden Wenduna. daß die durch Sachkunde ungetrübten Forderungen über den Typ der neu zu bauenden Schiffe nicht ein­mal einen akademischen Wert hätten.

Die amtlichen Berichte des Admiral Togo und des General Linewitsch sind ftnMoniteur de la Flotte" vom 24. Juni abgedruckt. Aus beiden Berichten, denen man den Vorwurfdurch Sachkunde ungetrübt wohl kaum wird machen können,. der des General Linewitsch ist nach den Berichten dere Kommandanten desAlmas", Großny" undBrawy", sowie des aide de campTchaguine" und der Offiziere derOssl- jabja" zusammengestellt geht aber hervor, daß die Japaner die Schlacht fast ausschließlich mit ihren Linienschiffen enfingen und bis zur Kampf. Unfähigkeit der Russen durchführten. Der Kampf wurde auf 6000 Meter eröffnet, das Feuer auf- das erste und zweite Schiff der Ruffen konzen­triert, und nachdem diese Schisse in Brand bezw. in den Grund geschossen ivaren, nahmen sich die japanischen Linienschiffe die folgenden Schiffe der Reihe nach vor. Das Feuer der Japaner war nach Aussage der Russen sehr sicher, die Schiffe wurden buchstäblich von Geschossen überschüttet, die beiden ersten 30,5 Zentimeter-Granaten brachten dieOssljabja" in einigen Minuten zum Sinken.

Die japanischen Kreuzer und Torpedoboote gaben dann später teilweise den zerschossenen ober im Sinken befindlichen russischen Schiffen den Rest.

Die Lehren, die aus der Schlacht von Tsushima zu ziehen sind, lassen sich also nach den offiziellen Berichten, die trotz der weiten Entfernung feit

und boten ihnen ihr Fell dar, damit sie Kleider und Decken daraus verfertigten. In der plasti- schm Gestaltung von Menschen und Tierformen leisteten sie Bedeutendes. Wahrscheinlich führ­ten sie auch den Bau von Mais und Kartoffeln in dem Lande ein, der nach vielen Jahrhunderten zu einer hohen Veredelung der Früchte führte. Ihre Metall-, Ton- und Webarbeiten weisen eine sich steigernde und schließlich sehr hohe Vollen- düng auf. Bei zahlreichen tönernen Gebrauchs- gegenständen finden sich Bildnisse, die auf ben Versuch einer Porträtähnlichkeit schließen lassen. Goldene, silberne und kupferne Schmucksachen und Verzierungen geigen Geschicklichkeit im Be­arbeiten des Metalls. Wollene Kleider, in fein nuancierten Farben und mit anmutigen Mustern gewoben, verraten einen gutene Geschmack und eine sorgfältige Ausbildung in der Webekunst. Tie bemalten Vasen und Gefäße sind Beweise großen malerischen Talentes, während die Ge­räte des Haushaltes und Komforts viel Erfin­dung und praktischen Sinn verraten. Schlachten zwischen Peruanern und ihren Feinden sind auf einigen der großen Tongefäße mit vieler An­schaulichkeit und zeichnerischer Kraft aufgemalt, wobei die damals gebrauchten Waffen sehr ge­nau dargestellt sind. Die Toten wurden einbal- samiert und haben sich entweder durch irgend eine chemische Imprägnierung oder vielleicht auch durch die außerordentliche Trockenheit der Gegend in der es fast nie regnete, vorzüglich erhalten. Dem Toten wurden die ivertvollsten und liebsten .Gegenstände, die er besessen, mit ins Grab ge-

nunmehr acht Tagen borliegen, kurz dahin zu. sammenfassen, daß derjmige Sieger bleiben wird, der besser schießm kann und gleiche Schieß­fertigkeit, Mut, Ausdauer usw. angenommen derjenige, der über die meisten Geschütze und den stärksten Panzer verfügt.

Ein Kriegsschiff ist im Grunde eine schwim­mende Festung, je stärker die Bewaffnung und der Defensivschartz, um so größer die Aussicht auf Erfolg.

Der beste Typ für Kriegsschiffe ist also et« Linienschiff von größtem Deplacement mit mög­lichst viel der schwersten Geschütze und mit stärk­stem Panzerschutz I

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel tst gemäß § 18 VeH Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe

.Oberheff. Mg." gestattet.)'

Marburg, 4. Juli.

* In Anbetracht der warme» Jahreszeit soll­ten die Hausfrauen folgendes beherzigen: Durch Zersetzung der Nahrungsmittel bilden sich be­sonders schnell im Sommer Gifte, die nicht nm! schwere Erkrankungen, sondern sogar den Tod verursachen können. Deshalb sollen Fischreste, die vom Mittag übrig geblieben sind, noch am Abend desselben Tages verzehrt werden; des­gleichen die Krebse. Starke Neigung zum Sel­ber ben zeigen auch die Büchsenkonserven, nament­lich Sardinen in Oel, weshalb der Inhalt einer geöffneten Büchse nicht bis zum nächsten Tage aufbewahrt werden darf. Dieses Verfahren auch für den Hummer. Alle übrigen Speisereste, wie solche von Fleisch, gleichviel, ob gekocht ober gebraten, ferner Mehlspeisen usw. müssen staub­frei aufbewahrt werden, da sie sonst mindestens zu Verdauungsstörungen führen, die in heißer Jahreszeit leicht bedenkliche Folgen haben kön­nen. Speisen ober Speisenreste, die verdächtig aussehen ober gar schon übel riechen, sind sofort zu vernichten.

* Zum Verkauf vo« Kartoffel« neuer Ernte schreibt man derJllustr. Landw. Ztg.": Schoa jetzt werden von Händlern Versuche gemacht, Kartoffeln neuer Ernte in Massen aufzukaufeir. Es wird fein fester Preis abgemacht, sondern dem Besitzer der Preis garantiert, den er im Herbst nach eigener Feststellung von irgend einer Stärke­fabrik erhalten kann. DaS klingt ziemlich harm­los, ist es aber durchaus nicht, da nach meiner Beobachtung ein großer Teil der Händler darauf ausgeht, sich schon jetzt das gesamte verkäufliche Quantum Kartoffeln zu sichern. Befindet sich nun aber der größte Teil der Ware in den Hän­den der Händler, so haben diese sowohl wie die Stärkefabriken, die mit ihnen Hand in Hand ar­beiten, durchaus kein Interesse daran, die Preise der Konjunktur entsprechend hochzuhalten, son­dern sie werden, ba sie die Kartoffeln ja auf jeden Fall bekommen müssen, die Preise zum Schaden der gesamten Landwirtschaft möglichst drücken. Ich möchte daher die dringende Mahnung an alle Berussgenossen richten, vor- sichttg zu sein und zu festem Preise ober gar nicht zu verkaufen.

* Befreiung vom Feuerlöschdienst. Ein Mini- sterialerlaß vom 7. März 1905 bestimmt, daß von der Beteiligung am Feuerlöschdienst u. a. zu be­freien sind: Bei Haupt- und Nebenbahnen sämt­liche Bahnpolizeibeamte ohne Rücksicht auf bie Art ihres Anstellungsverhältnisses und die im Lokornottv- und Bahnhofsdienst sowie als Maschi­

geben, und sie bieten nun dem Archäologen das wertvollste Bild der verschiedenen Kulturstufen. Es lassen sich auch in diesen Gräberstätten ver­schiedene streng gesonderte Lagen und Schichten erkennen, denen Uhle ein besonders sorgfältiges Studium gewidmet hat. Nach seiner Ansicht stellt sich in den Produkten der tiefften und frühesten Schicht eine höhere künstlerische Fertig­keit dar, als in allen darüberliegenden Schichte« und wird immer geringwertiger bis zur Wen, der fünften Schicht, die einen gewissen Höhe­punkt der Verschlechterung vorführt. Uhle nimmt an, daß jede von den Schichten eine Periode von etwa 500 Jahren repräsentiere. Derartige Schich­tungen sind ja auch bei den trojanischen Ansgra- bimgen und anderen festgestellt worden und bie Verschiedenheit der künstlerischen Produkte läßt sich so erklären, daß in den verschiedenen Zeit- räumen verschiedene Völker hier wohnten, von denen die späteren auf einer tieferen Kulturstusi standen, als die früheren. Da keine Spuren vo, Bewohnern vor der Zeit der ersten Schicht aufgei funden sind und es als unmöglich erscheint, daß eine eingeborene Rasse sich plötzlich und ohne jede Enftvicklung zu solcher Kulturhöhe erhoben habe, so ist die Annahme notwendig, daß um 1500 b. Ehr. bie Einwanderung eines kulturell sehr hoch, stehenden Stammes erfolgte. Vielleicht würde die genaue Erforschung gleich alter Kulturen Zentral- und Südamerikas auch bie Merkmall dafür an die .Hand geben, von wo dieses Volff ausgewandert sei. - - * i

Erstes Blatt

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, Unwerfitäts-Buchdruckerei 40» SlfliTjrft. Marburg, Markt 21. Telephon 55. tJ

Marburg

Mittwoch, 5. Juli 1905.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt. - *

Vierteljährlicher Bezugspreis! bet der ErpÄilion 2 MH, bet allen Postämtern 2,25 Ml. cexcl. Bestellgeld).

Jnserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg. Reclamen: die Zeile 25 Pfg.