mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt. " _____________
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Marburg
Sonntag, 2. Juli 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck Md Verlag- Joh. Aug. Koch, UniversitatS-Buchdruckerei 40. Jühtg. Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Erstes Blatt.
Die politischen Ergebnisse der Rassenforschung
traten auf dem eben verflossenen Alldeutschen Verbandstage zu Worms Gegenstand eines Auf- sehen erregenden Vortrages von Professor Dr. Knhlenbeck (Lausanne), den wir deshalb in aus« jährlichem Auszuge wiedergeben. Der Berichterstatter berührte zunächst die Bedenken, dis der Behandlung dieses Gegenstandes auf dem Alldeutschen Verbandstage entgegenzustehen scheinen, der doch 'kein Anthropologenkongrest sei, und den Vorwurf des Dilettantismus, der überhaupt von streng wissenschaftlicher Seite, hervorragenden Vertretern der sog. Politischen Anthropologie ge- imacht wird. Nicht die eigentlich wissenschaftlichen Fragen der Nafsensorschnng, Herkunft und Syste- Uiatik der Rasseneinteilung, sondern die politische und historische Bedeutung des Rassenjvertes stehe in Frage, und diese Frage sei durch den zunehmenden Weltverkehr seit langer Zeit in den Brennpunkt des allgemeinen Interesses gerückt; ses habe sich seit hundert Jahren allmählich ein Umschwung der Anschauung über die Gleichwertigkeit aller Menschenrassen vollzogen gerade in« folge dieses Weltverkehrs, der doch dem ersten Anschein nach die Weltfriedens- und Wellreichsideale der Humanitätsidealisten zu fördern scheine. Berichterstatter hebt hervor, wie gerade der Herrscher des geographisch größten Reiches der Erde sehr unsanft aus seinem Weltschieds- tzerichtstraunie durch den blutigen Zusammenstoß mit der gelben Rasse erweckt sei, während das Wort unseres Kaisers von der gelben Gefahr heutzutage nicht mehr verlacht werde und, zumal feit dem Seesiege von Tsuschima jedem Zeitungsschreiber zu gelegentlichen Betrachtungen des Rassenproblems Anlaß gebe. Berichterstatter toi- derlegt das Vorurteil, als ob eine verschiedene Einschätzung der Menschen nach ihrem, Rassen- werte gegen das Christentum, das allerdings vor Gott keinen Unterschied der Menschen nach ihrer Hautfarbe und Abstammung kenne, verstoße. Als Jurist glaubt er als Quelle des falschen Gleich- heitsdogmas die sog. naturrechtliche Philosophie, die Humanitätsphilosophie und den Kosmopolitismus des 18. Jahrhunderts bezeichnen zu sollen, während das Christentum an sich dem Kaiser, d. h. der realistischen Politik geben könne, waS des Kaisers ist. Er gibt sodann einen kur. tzen Ueberblick über die bereits mit dem englischen Historiker Gibbon begonnene Geschichtsbetrachtung im Lichte der Rassenfrage, erwähnt vor allem die ungeachtet aller dilettantischen Mängel des Werks unstreitige Bedeutung des,bekannten Gvbineauschen Buches über die Ungleichheit der Menschenrassen und kennzeichnet den seitdem durch die naturwissenschaftliche Weltanschauung, besonders durch die Entwicklungslehre und Biologie geförderten Fortschritt der politischen Anthropologie, die zur Zeit in Deutschland vor allem durch zwei Zeitschriften, die Polstische anthropo-
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logische Revue und das Archiv für Rassen- und Gesellschafts-BioloAe in den Kreisen der Gebildeten wachsende Teilnahme fordert.
Das Hautproolem der politischen Anthropo- 'logie ist die Entartung an der bislang alle großen Zivilisationen zugrunde gegangen sind. Sie rft keine an sich naturnotwendige Erscheinung, ein Volk ist wenigstens potentiell unsterblich und braucht, da es sich in jeder Generation neu erzeugt, weder zu altern noch zu sterben. Degeneration ist Rassenverschlechterung. Rasienverschlechte- rung aber ist ungünstige Rassenmischung. Die Begriffe Rasse und Volk sind streng zu trennen, wenigstens heutzutage, wo rassenreine Nationen zu den Ausnahmen gehören.
Rasse ist ein biologischer Typus; in einem nicht mehr rassereinen Volke können sogar inner- halb einer und derselben Familie nach dem Ge- sehe der Rassenentmischung verschiedene Nassen- typen zutage treten. Der Kulturwert eines Vol- kes hängt von seinem Nassenwert ab. Die drei großen Hauptrassen, die weiße, gelbe und schwarze unterscheiden sich durch sehr große Unterschiede in Ansehung ihrer Kullurbegalmng; die weiße nimmt den ersten, die gelbe den zweiten, die schwarze den tiefsten Rang ein. Innerhalb der weißen Rasse aber sind vor allem zwei verschie- bene Grundrassen, die sog. arische, d. h. der lang- schädelige blonde Nordeuropäer und die kleinere kurzschädelige (brachycephale) Nasse zu unterscheiden, deren Vorkommen in Europa ebenfalls schon für prähistorische Zeiten bezeugt ift; daneben spielt ein südlicher ebenfalls langschädeliger Typus, der sog. homo mediterranere nur eine unbedeutende Rolle. Alle Anthropologischen Geschichtsforscher find nun darin einig, daß der blonde Arier der eigentliche Träger der europäischen Kultur ist. Zweifellos gilt dies nach bett Forschungen eines Lapouge, Seeck unb anderer für die Antike; die anttke Kultur degenerierte in genau demselben Maße, in dem diese durch die ursprünglichen Griechen und Römer vertretene Urrasse sich mit minderwertigen Rassen vermischte und schließlich Verschtvand. Eine Regeneration erfolgte jetzt von dem nordeuropäischen Aus- strahluiigszentrum dieser Rasse durch die Völkerwanderung, durch die, germanischen Arier., Dir ganze Kultur des Mittelalters, der Renaisiance und der Neuzeit ist ausschließliche Schöpfung der germanischen Rasse.
Hiernach, nach dem Anteil an germanischem Blut, bemißt sich die Rassenwertigkeit der heutzutage in Europa unterschiedenen drei historischen Mischrasseil, der flavischen, romanischen und germanischen Nationen. Den größten Bestand der Slaven bilden Kurzschädel mit gelber (mongoli- scher) Blutmischung. Aber auch in den lateinischen Völkern ist das arische Element stark zurück- gegangen. Es hat eine rückschreitende Auslese stattgefunben, deren poliüsche Wirkungen Redner vor allem durch Bezugnahme auf die Schriften der drei Franzosen Gobineau, Lapouge und Le Bon an der kulturell noch unter den lateinischen Nationen die Führung beanspruchenden französi- schen Nation beleuchtet. Berichterstatter wirft für das deutsche Volk die Frage auf, ob auch ihm eine solche Degeneration drohe und glaubt sie u. a. anknüpfenb an Dr. Ammons wertvolle Unter-
55 lRnchdruck verboten.)^
Matten der Vergangenheit.
Roman von B. Corony.
Overffjeung.)
„Bleibe!" rief Dunois, als sie sich erheben wollte, und fügte zu seiner Tochter gewendet, hinzu:
„Augenblicklich bittest Du die Stiefmutter um Verzeihung."
„Nein, Papa! Ich habe Frau von Dunois nicht beleidigt. Ihr eigenes Zartgefiihl hätte sie abhalten müssen, erzwingen zu wollen, was njur der freie Wille geben kann."
„Diesen gestehe ich meinem unmündigen Kinde nicht zu! Leiste sofort Abbitte!"
Wie der verkörperte Stolz und Trotz stand di« Baronesse da. Susanne beabsichtigte aber nicht, die Situation schon jetzt auf die Spitze zu treiben, deshalb sagte sie: „Machen wir dieser unerguick- lichen Szene ein Ende. Nichts liegt mir ferner, als die Herrscherin zu spielen. Weigert sich das , gnädige Fräulein, mich Mutter, Schwester oder Freundin zu nennen, so tröste ich mich mst dem alten Sprichwort: der Klügere gibt nach."
„Ich breche ihren Starrsinn, dessen sei gewiß!" streßte der Freiherr finster grollend hervor und herrschte dann der Tochter zu: „Laß uns allein."
Viktoria verneigte sich kühl und verließ den . Speisesaal. Das Etui mit Sen funkelnden Rubinen blieb auf dem Tische stehen.
„Sie wird unerträglich mit ihrem Trotz!" sagte Dunois. „Am besten wäre es, sie so schnell wie möglich zu verheiraten."
„Ist der Konflikt mit Henry von Clairvill« wieder beizulegen?" fragte die Baronin lauernd.
„Nein! Sie liebt einen anderen — Kurt Walter. Doch —“ .
„Dem gibst Du Deine Tochter nicht!" rief Susanne mit zischender Stimme. „Nun und nimmermehr, so lange ich „nein" sagen kann!"
Er blickte sie erstaunt an und antwortete kurz:
„Nein, ich gebe sie ihm nicht! Was kümmert das übrigens Dich? Sollten gewisse Behaup- hingen etwa doch nicht aus der Luft gegriffen fern?"
„Verschone mich mit eifersüchtigen Grillen!" erwiderte sie gereizt. „Gerade Du müßtest doch verleumderische Gerüchte auf ihren wahren Wert zu schätzen verstehen."
„Warum gerade ich?" fragte er, sich weit vor- neigend und sie mit demselben starren, drohenden Blick ansehend, der ihr schon, einmal einen Schauer des Entsetzens durch die Adern gejagt hatte. „Was willst Du damit sagen?"
Susanne wußte sich immer rasch zu fassen.
Sie brach in lautes, lustiges Lachen aus, umschlang seinen Hals und rief:
„Jft's nicht zu töricht, Georg? Ich glaube, wir sind auf dem besten Wege, uns ebenfalls zu zanken. Diesen Triumph gönnen Wir aber Deiner Tochter, die uns so gern entzweien mochte, nicht. Komm, stoßen wir an auf die Liebe und das Glück!"
Ihre Augen hatten einen feuchten, ^schimmernden Glanz, ihren Mund umspielte ein sinnlich- verlockendes Lächeln, die üppige Gestalt lehnte lässig im hohen Stuhl.
Dunois riß fein junges Weib an sich und küßte es mit verzehrender Glut. Die Art, wie er sie an die Brust zog und seine Lippen aus die ihrigen preßte, hatte etwas Beängstigendes — etwas, das sie zu ersticken und zu zermalmen drohte.
19. Kapitel.
Ein Jahr war seit der Wiederverheiratung des Freiherrn verstrichen. In der kunstvoll ge- jchnitzten, von blauem Atlas überwölbten und
suchungen zur Anthropologie der Badener leider bejahen zu müssen. Eine Hauptursache dieser rückschreitenden Auslese bilde der Abstrom der nach höherer Lebenshaltung strebenden rein arischen, langschädeligen Elemente vom Lande in die Städte. Unter weiterem Hinweis auf Thurwaldts genaue statistische Untersuchungen über Stadt und Land im Lebensprozeß der Rasse verbreitet Redner sich über die Ursachen, die somit den Städten, besonders der Großstadt einen rassenwertvertilgenden Charakter beilegen. Redner erklärt sich aus anthropologischen Gründen für einen gemäßigten Agrarier. Der einseittge Jndustrialis- nms begünftigt die Rassenverschlechterung und Rassenmischung auch durch die von ihm geforderte möglichste Freizügigkeit. Redner kommt auf die Pofrnsragr zu sprechen, die in einem der bislang reinrafjigfien Teile Deutschlands, in Westfalen, sogar aktuell zu werden beginnt. Die niederen Rassen sind generativ die stärkeren, nicht ans. Physiologischen Gründen, sondern weil sie auf höhere Lebenshaltung nicht den Wert legen, wie bte vor allem auf das Aufsteigen in eine höhere Ge- sellschaftsschicht hinstrebende Edelrasse. Die Regierungsbezirke mit hohen Prozentsätzen slavi- scher, namentlich polnischer Bevölkerung weisen die höchsten Geburtsüberschüsse auf. Mit Hasse, Deutsche Politik, erklärt aber Redner die grundsätzliche Forderung für berechtigt, unsere einheimische Produktion möglichst auf, unser Volkstum zu beschränken. Er verkennt nicht die prokti- schen Bedenken, die für einen Exportstaat mit Rücksicht auf billigere Arbeitskräfte dagegen sprechen. Er erwähnt das schon von Lapouge und Ammon beschworene Gespenst der Kulifrag« für Europa. Wenn auch eine Vermischung gerade mit solchen fernerstehenden Rassen weniger zu befürchten sei als mit den flavischen Mischlingen, so lehnt doch Berichterstatter mit Entschiedenheit triefe von Ammon befürwortete Lösung ab. Dorzuziehen sei eine Uebertragung industrieller Tätigkeit in Kolonien, wo wir mit dortigen billigen Arbeitskräften schaffen können. Damit komntt Redner auf. die Bedeutung der Rassenftagr für Kolonialpolitik zu sprechen und erläutert, an dem Vergleich der angelsächsischen Kolonisation mit derjenigen der lateinischen Nationen, wie wesentlich gerade hier die leider bei den ersten Kinder- schritten Deutschlands auf diesem Gebiete vielfach rmterfchätzte Rassenscheidung ist. Er spricht sich mit Dr. Gerstenhauer gegen das Konnubium der weißen Kolonisten mit der farbigen Bevölkerung aus; kommt hierbei insbesondere auf unsere südwestafrikanische Kolonie zu sprechen, in der leider schon zahlreiche Mischlinge eine betrübende Erscheinung seien.
Schließlich komntt Redner auf innerpolitische Maßregeln zur Erhaltung des Rasfenwerfes zu sprechen. Einer zunehmenden rückschreitenden Auslese könne nur eine gesunde Mttelstanbs- politik entgegenwirken, welche den Proletarisie- rungsprozeß aufhält. Die Rassenfrage sei auch Klassenfrage unS umgekehrt. Die Familie, als Hilfs- und Kampfgenossenschaft im Strome des Lebens, werde durch den gegenwärtigen rücksichtslosen Kampf ums Dasein, der die Familiengründung und -Vermehrung gerade der aufftreben- den Rasse erschwert, gefährdet. Auf die un-
vcn kostbaren Spitzen überrieselten Wiege lag ein Söhnlein. Der alte, edle Name Dunois sollte also doch noch nicht erlöschen.
Der Baron betrachtet» das kleine Wesen wie einen kostbaren Schatz. Susanne beherrschte ihn jetzt ganz. Sie trieb einen Aufwand, der an Tollheit grenzte und kolossale Summen! verschlang. .
Paul Heller Psiegte bei jeder Gelegenheit zu sagen: „Meine Nichte, die Baronin," aber er hatte sich die Sache doch anders gedacht. Man sich ihn nicht zu den Festlichkeiten im Schlosse ein und nur selten sprachen die Herrschaften bei ihm vor. Das verSroß und erbitterte ihn, dennoch fuhr er fort zu prahlen und groß zu tun.
StuPPs Gut war unter den Hammer gekommen. Der ehedem so blühende, lebenslustige Mensch schlich mit eingefallenen, blassen Wangen und finster blickenden Augen umher, hatte eine kleine Wohnung im Dors gemietet und war mehr in den elendesten Kneipen als daheim zu finden. Einmal, an einem Sonntag, als Joses Banfe» mst Grete, die immer noch bei Heller diente, auf den Tanzboden ging, traf er in, der Schankstube den Stupp und grüßte ihn höflich. Da wanikte dieser auf ihn zu und bat: „Können Sie mir nicht ein paar Mark leihen? Ich habe mein Porte- monnaie zu Hause gelassen. Sie bekommen alles wieder."
„Ja, ja, da hab' ich keine Angst!" beeilte sich Josef zu erwidern, dem der so entsetzlich Herabge- kommene leid tat. Er trug noch seinen ^ihm heute am Ersten des Monats ausgezahlten Lohn bei sich und drückte dem ehemaligen Gutsbesitzer verstohlen ein Goldstück in die Hand.
Gierig umschloß es dieser mit, zitternden Fingern und lallte: „Ich zahl's zurück."
„Morgen braucht's nicht gleich zu sein," flüsterte ihm Josef ins Ohr und drehte sich dann mit Grete im Tanz. _ -
günstige Auslese, die der einseitige Kapitalismus zeitigt, hat auch der Engländer Haycraft in seiner vortrefflichen darwinistischen Schrift „Auslese und Rassenverbesserung" hingewiesen. Schon Ernst Moritz Arndt sagt, es sei nicht die höchste Bestimmung des Staates, daß wöchenllich inige Schuhe und Strümpfe mehr verfertigt und einige Furchen mehr gepflügt werden, sondern daß seine Bürger an Leib und Seele ein gesundes, kräftiges, mutiges und geschicktes Volk seien.
Redner deutet einige gesetzliche Maßregeln an, z. B. Heimstättengefetzgebung, Ausdehnung be» Versicherungszwanges auf den Mittelstand, die er für Erhaltung des Rassenwertes für günstig erachtet, schließt aber mit der Bemerkung, daß von gesetzlichen Eingriffen nicht viel zu erwarten sei. Gesetz, Sitten und Verfassungen sind vielmehr Ergebnisse des Rassenwertes, als umgekehrt. Die Haupflache fei, das Rassenbewußtsein in der Nation überhaupt zu erwecken und zu erhalten. Sofern dies gelinge, sei der Pessimismus eine» Gobineau und Lapouge nicht berechtigt. Die gev- manische Rasse ist das Salz der Welt; — wo aber das Salz dumm wird, womit soll man salzen? Hüten wir uns also vor dem Dummwerden, d. h. vor der Verkennung der Bedeutung des Bluts und 'der Rasse, des besten Erbteil.', da» unsere Urahnen in ungezählten Jahrtausende« durch dm Kamps ums Dasein ertoorben haben, das aber, wie die Geschichte lehrt, in wenigen Generationen vergeudet werden könne. Redner schließt mit einem Zitat aus Fichtes, Reden an die deutsche Nation, in dem dieser seinen Glau, ben an die ewige Fortdauer des deutschen Volke» hetont; „ohne Einmischung und Verderbung durch irgend ein Fremdes", mit der Abstammung au» dem, was bislang Göttliches hervorbrachte und auch fernerhin Göttliches hervorbringm werde, sich selber ehrend", sagte Fichte, Müsse bet Deutsche tätig, wirksam, aufopfernd sein nur s«r seine Nation, und um Siefe zu retten, sogar sterben wollen, damit diese lebe, und et in ihr da» einzige Leben lebe, das er von je gemocht hat."
Umschau.
Kommunalbesteuerung der Beamte«
Seitens der Königlichen Staatsregierung sind schon vor mehreren Jahren Versuche gemacht worden, eine Grundlage für die Neuregelung der Kommunalbesteuerung der Beamten zu sinden. Insbesondere haben Verhandlungen zwischm de« beteiligten Ressorts in Prmßm und dem Reiche hierüber ftattgefunben. Diese Behandlung bet Frage kommunalen Besteuerungsrechtes gegen, über den Staatsdienern steht im Einklang mH dem Kommunalabgabentzesetz, das in § 41 b& stimmt, daß die Heranziehung der unmittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten, , die Beamte« des königlichen Hauses, der Geistlichen, Kirchen- diener und Elementarlehrer, sowie der Witwe« und Waisen dieser Personm zu Einkommen- uni Aufwandssteuern durch besonderes Gesetz geregelt Werdm soll. Das geltenbe Gesetz läßt dabei der Zeitpunkt dieser Neuregelung und, die Richtung in der sie sich zu bewegen hat, völlig unbestimmt. Da jedoch das Kommunalabgabengesetz an an
Weniger harmlos ging es in den, Räume« des Schlosses zu. Seit die Baronin ihre voll« Gewalt über Dunois kannte, fing sie an, dies« zum Schaden der verhaßten Stieftochter, in bet sie immer noch die beglückte Rivalin sah, zu mißbrauchen und verfolgte Viktoria förmlich mtt Nadelstichen. Daß diese ruhig hingenornmev und mit souveräner Verachtung ignoriert Wurden, reizte Susanne nur noch mehr. Sie sann siet! auf Mittel, die hochmütige Gegnerin zum offene, Kampfe zu zwingen, und das gelang ihr endlick auch, als sie bei Tische absichtlich das Gespräch auf Frau von Clairville brachte, und einige herausfordernde, spöttische Bemerkungen über die alb Dame machte.
Viktoria antwortete mit scharfen, zurecht« Weisenden Worten, auf Welche Wieder eine schroff« Entgegnung folgte. ,
^Schweige!" gebot Dunois seiner Gemahlin „Ja, wenn Du Deiner Tochter recht gibst, miq ich es freilich." ,
„Ich gebe ihr nicht recht. , Sie hat durch iHv! Heftigkeit den Streit provoziert." .
„Nein,, Papa! Ich habe um 5Demehntßen geschwiegen, fo lange es möglich War und f« lange die giftgetränkten Pfeile der Bosheit nur mich verletzten. Wird aber das Heiligste, wo» ich im Herzen trage — die Liebe und Verehrung, welche ich der Beschützerin meinet verwaisten Kindheit schulde — verhöhnt, dann toäre es Feigheit, das länger zu dulden! Werde glücklich mit dieser Frau, wenn Du es kannst — ich Will abat nicht mehr an demselben Tische mit ihr sitzen, richt mehr die gleiche Luft mit ihr atmen!"
„Was soll das heißen?"
^Jch gebe!"
„Ohne meine Erlaubnis?"
„Ich würde dem Vater bis an das Ende meines Lebens gehorcht haben, doch unter diesen Uufe ständen gebietet mir die Selbstachtung, das