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18. Kapitel.

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Am nächsten vormittag herrschte große Auf­regung in Schloß Horbell. Man mußte schleunigst Doktor Braun holen. Gräfin Clairville war nach einer längeren Unterredung mit dein Schwieger­sohn in eine lang andauernde Ohnmacht gefallen und in Hinsicht auf ihre große Schwäche lag die

Zu dieser die städtische Brvölkerunz wir Land­wirtschaft in gleichem Maße angehenden Frage wird uns von einem langjährigen Mitarbeiter und treuen Freunde unserer Zeitung geschrieben:

Bekanntlich sind die Preise des Fettviehes in letzter Zeit merklich in die Höhe gegangen, so- daß die erhöhte Aufwendung an.Geldmitteln für den Fleischbedarf einer Familie in der Kasse des Haushaltungsvorftandes einer Großstadt wohl verspürt wird. Wenn man aber wie es in letzter Zeit öfters der Fall gewesen ist in der Frankfurter Zeitung von einer Fleischnot liest, von einer Verkümmerung der Fleischnahrung, von Hungern und ähnlichen Ausdrücken und Rede­wendungen, so ist dies mindestens stark , über­trieben. An dem nötigen Fleisch hat es bis jetzt wirklich noch nicht gefehlt und es wird dazu -sicher auch nicht kommen. Gewiß ist es empfind- lieh, wenn man zu den an und für sich hohen Fleischpreisen Frankfurts jetzt noch 10 Pfg. für das Pfund mehr (90 Pfg.) bezahlen muß, doch kann dieser Umstand nicht wohl als eine Fleisch- n o t bezeichnet werden und es wird deshalb bei den durchweg guten Erwerbsverhältnissen und Arbeitsverdiensten gewiß auch niemand hungern, noch es sich am nötigsten fehlen zu lassen brau- chen. Zuzugeben ist, daß der Verdienst der Metzger bei den jetzigen Fettviehpreisen merklich geringer sein wird, als in gewöhnlichen Zeit- lausten, wenn Fettvieh in Menge vorhanden ist. Aber, man bedenke, daß gerade hier in Frank- furt seit etwa 18 Jahren soweit meine No­tizen reichen der Preis des Schweinefleisches besserer Sorte niemals unter 80 Pfg. das Pfund heruntergegangen ist, auch nickt in Zeiten, in welchen ein solcher Ucberfluß an Fettvieh bei uns vorhanden war, daß dem Landmann 25 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht erstklassiger fetter Schweine geboten wurde, und er noch froh sein mußte, sic überhaupt los zu werden. Daß nach solchen, den Landmann schwerdrückenden Zeiten ihm auch ab und zu ein besserer, ja ein erhöhter Preis zu gönnen ist und gegönnt werden muß, ist eigentlich selbstverständlich.. Was aber die Metzgcrmeister der Städte, hier Frankfurt, in solchen Zeiten der billigsten Fettviehpreise bei dem obenerwähnten steten Festhalten an dem Ver­kaufspreis von 80 Pfg. für das Pfund, verdient haben, das vermag sich jeder Kundige selbst aus- zurechnen. Ich habe dies-.- Angelegenheit, der Bewegung der Preise des Fettviehs auf dem Lande und des Verkaufspreises in den Metzger­läden hiesiger Stadt seit vielen Jahren einige Aufmerksamkeit geschenkt und habe mich dabei oft gewundert, daß sich die städtische Bevölkerung, namentlich der unteren Schichten, es sich stets ruhig gefallen ließ, daß an dem Ladenpreis von 80 Pfg. für das Pfund Schweinefleisch auch bei den billigsten Fettviehpreisen stets festgehalten wurde. Nach solckcn Zeiten dürften die Metzger auch vorübergehend mit einem etwas geringeren Verdienst sehr wohl zufrieden sein können. Einem

ja auch im Interesse jeder der beiden Mächte liegt.

Petersburg, 27. Juni. Nach einer Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur aus God» siadan wurde am 25. Juni bemerkt, daß sich b»> deutende japanische Streitkräfte gegen die linke russische Flanke konzentrierten. In Korea gingen die Japaner am 22. Juni zum Vormarsch gegen Kofakensotnjen über, welche sich kämpfend in nördlicher Richtung zurückzogen. Die japanische Vorhut steht in der Linie TschatschudeguPw Botin.

Petersburg, 27. Juni. General Linewitsch telegraphiert: Am 25. Juni ergriff der Feind die Offensive gegen unsere Kavallerie-Vorposten südlich der Eisenbahn. Der Feind, welcher Ver­stärkungen an Infanterie und Kavallerie erhiell, vertrieb unsere Vorposten nach Norden zu, in. di< Gegend von Hailungchen. Am 24. wurde einer unserer Kavallerie-Vorposten im Tale des Tsinke« flusses von den Japanern vertrieben. Wir sand­ten freiwillige Jäger zur Verstärkung, doch diese gerieten bei Santsiatay in feindliches Artillerie­feuer. Japanische Infanterie wurde in den Ber­gen gesehen. Am 22. griff der Feind einig« Sotnien unserer Vorhut an, welche sich nach dem Kampf zurückzogen.

Moskau, 27. Juni. Die morgen beginnende Einberufung der Reservisten wird, um Unruhen vorzubeugen, auf 20 Tage ausgedehnt. Täglich werden gegen 1500 Mann einberufen und unver­züglich zu ihren Truppenteilen befördert. In Kiew und Romny ist die Mobilmachung ange- kündigt worden. ; ;

Die Frirdensverhandlungen.

Petersburg, 27. Juni. Wie dieP. T.-A.* erfährt, hat der hiesige amerikanische Botschaster am 25. Juni dem Minister des Aeußeren Grafe« Lamsdorff den Vorschlag mitgeteilt, den 1. Ang. neuen Stils als Termin für die Zusammenkunft der Bevollmächtigten Rußlands und Japans in Washington zu wählen. Noch an demselben Tage antwortete Graf Lamsdorff, daß Rußland mit dem Vorschläge einverstanden sei.

Berlin, 28. Juni. Wie demB. T." aus Newhork gekabelt wird, hat Roosevelt dem Zaren den 10. August als Zeitpunkt des Beginnens der Friedensverhandlungeu v.rgeschlagen. Die Instandsetzung der Privatjacht des. Präsidenten für den Gebrauch der Friedenskommissare veran­laßt das Gerücht, daß die Verhandlungen an deren Bord in der Cheiapeakebai stattfinden wer­den, um eine gewisse Gewähr gegen falsche Scn- sationsberichte der amerikanischen Presse zu haben.

Der Petersburger Vertreter desL.-A." er­klärt, das Gerücht, Herr v. Witte werde sich als Bevollmächtigter zu den Friedensunterhandlun­gen nach Washington begeben, entbehre jeder Be- gründung.

Erscheint wöchenüich sieben mal.

Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdmckerei 40.

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

Bestellungen für das dritte Quartal , auf die

.Oberhesfifche Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landöriefträgern entgegengenommen.

Befürchtung nahe, daß sie überhaupt nicht mehr zum Bewußtsein erwachen würde. Dennoch er­holte sich die alte Dame und verlangte den Baron nochmals zu sprechen."

Sie haben befohlen?" sagte er, sich ihrem Lager nähernd.

Mir ist es, als hätte ich einen wüsten Traum gehabt," flüsterte sie.Oder sollte es wahr^sein? Wollten Sie sich wirklich mit einem Mädchen vermählen, das so tief unter, den Ansprüchen steht die ein Freiherr von Dunois erheben darf?"

Susanne Heller wird dennoch meine Frau. Sie ist zwar bürgerlicher Abkunft, verfügt aber über einen seltenen Schatz von Jugendfrische, Hei­terkeit und Gesundbeit kurz über alle, Eigen­schaften, welche Trübsinn und Melancholie cm3 diesen Räumen verscheuchen und sie wieder son­nenhell machen können. Sie, gnädige,Frau, dür­fen mir meinen Entschluß am wenigsten ver­argen, denn gerade Sie waren es, die sich zwischen mich und meine Tochter drängte. Ick gedachte Witwer zu bleiben und wünschte deshalb, meta einziges Kind bei mir zu haben. Dieses aber wurde gewaltsam meinem Herzen entfremdet und da ich ein so gänzlich vereinsamtes Leben un­erträglich finde, attachierte ich mich an ein mir innig ergebenes, liebenswürdiges Wesen. Mein häufiger Verkehr auf Waldorf erregte Anstoß' mißfällige Aeußerungen wurden laut. Ich ver­sprach gestern dem verleumderischen Gerede ein Ende zu machen und werde demnächst die Ehre haben. Ihnen Fräulein Heller als die künftige Herrin diefes Schlosses vorzustellen."

Dazu dürften Sie schwerlich noch Gelgenheit finden, Georg. Ick werde sofort alle nötigen Vor­bereitungen zur Abreise treffen lassen, de: : iH kehre mit meiner Enkelin nach Brüssel zurück."

'(Fortsetzung folgt.)

Deutsches Reich.

Berlin, 28. Juni.

Seine Majestät der Kaiser nahm gestern Dienstag, wie aus Kiel gemeldet wird, an der Wett­fahrt KielEckernförde teil. Die Jacht .Meteor' mit

Es litt den Gutspächter nicht zu Hause., Er ging noch fort zumLammwirt" in der Hoffnung dort Bekannte zu treffen, und täuschte sich nicht. Hans Walter saß an seinem gewöhnlichen Platz neben dem grünen Kachelofen! und trank ein Glas Bier.

Jst's erlaubt?" fragte Heller.

Unnötige Frage!" erwiderte der Fabrik­direktor, ihm Platz auf der Ofenbank macksend. Nimm nur Platz! Man sieht Dich ohnehin so selten."

Ja, das liegt in den Verhältnissen, mein Lieber. Wenn man selbst so oft Besuch hat der Baron spricht fast täglich bei uns vor"

Das weiß ich."

Zu Dir kommt er wohl gar nicht mehr?" Nein."

Das tut mir leid. Ich halte ihn wirklich nicht

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DerKrieg.

Die Lage in der Mandschurei ist im großen und ganzen unverändert, jedoch lassen die häufigen größeren Gefechte und Zu­sammenstöße erwarten, daß es noch vor Eintritt in die Friedensverhandlungen zu einem entschei­denden Schlage kommen wird, den herbeizuführen

Marburg

Donnerstag, 29. Ium 1905.

Warum denn nicht? Sollte ich dem Glück meiner Pflegetochter etwa im Wege stehen?"

Dem Glück? Dunois leidet, seitdem er vor vielen Jahren vom Pferde stürzte und mit dem Kopf auf einen scharfen Stein aufschlug, an schrecklichen Nervenanfällen,. Das weißt Tu und giebfk ihm dennoch das Mädchen?"

Wo die Suse will, da hört mein Wille auf. Sie wird eine große Dame und sehr reich. Für Deinen Herrn Sohn war, sie ja nicht gut genug, aber für den Freiherrn ist sie's und der könnte doch immerhin noch etwas anspruchsvoller teilt, als der damalige Herr Affessor. Schön, Herr Lammwirt, Sie haben uns hoffentlich, gut be­dient? Ja, ja, glaub's schon! Also Hans, stoßen wir auf die Verlobung des Barons und Susannes an!"

Hans Walter hob das Glas an die Lippen, stellte es jedoch, ohne auch nur an den schäumen­den Inhalt zu nippen, wieder hin.

Sei nicht böse, Paul. Ich wünsche Dir, Deiner Nichte und dem Ban.: von ganzem Her- < zen Glück und Segen, aber fröhlichen Sinnes auf diese Verbindung das Glas zu leeren, das kann ich nicht. Da guälen mich denn doch viel zu ernste Befürchtungen. Gott gebe, daß sie un- begründet sind!"

Sie werden's Wohl sein!" erwiderte Heller achselzuckend und murmelte, dem Fabrikdirektor, der sich entfernte, nachblickend:Uni Deine Ge­sellschaft war mir's wenig zu tun. , Vergeh' Du nur vor Neid! Jetzt haben wir die Rollen ge­

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Gedanken möchte ich indes hier noch Ausdruck geben. Hohe Fleischpreise, in erster Linie hohe Preise des Fettviehes, sind bis jetzt stets ringe- treten im ch st e n I a h r e nach einer mangel- haften und schlechten Ernte, bezüglich der Schweinepreise kommt Wohl hier der Ausfall der Kartoffelernte in erster Linie in Betracht. Fallt die Ernte gering oder schlecht aus, so vermindert der Landmann seinen Viehbestand und seine Auf­zucht, wie er dies von alters her gewöhnt ist und im folgenden Jahre tritt dann folgerichtig eine Knapbheit an Fettvieh ein, der Preis wird hoher, doch bat der Landmann hiervon kaum einen Nutzen, sind em durch die verminderte Aufzucht amf) der Absatz i'elbstverständlich ein geringerer ist. Meines Erachtens liegt es im Interesse der Landwirtschaft, gerade in 'Zeiten der Futter- knappbeit, den Viehbestand nicht unter Aufbie­tung' aller Kräfte zu erhalten., sondernauch die Erzeugung von Fettvieh tunlichst zu erhöhen und zwar unter Ankauf von Futtermitteln, namentlich Körnerfrüchten, die aus dem Ausland ,oft -" fast ganz normalen Preisen zu erhallen find. Viel­leicht kämen auch noch andere käufliche Futter­mittel, außer den Körnerfrüchten, hier in Be­tracht, doch mag dies näher auszuführen, den berufenen Fachleuten überlassen bleiben. Also nicht eine Verminderung, sondern eine Erhaltung des Tierbestandes und der Aufzucht, ja, wenn, ir­gend tunlich, eine Vermehrung müßte nach einer knappen Ernte angestrebt werden, wenn auch unter Anwendung erheblicher Geldmittel. Mrr scheint dies jedenfalls nicht unmöglich. Dann märe der Landwirt in der Lage, die in solchen Zeiten, wie die jetzige, immerhin eintretende Preissteige­rung des Fettviehcs sich wirtschaftlich dienstoar zu machen, daneben aber auch der sogenannten Fleischnot in etwas zu begegnen und sie zu mildern. In der Ausnutzung der Preisgestaltung in größeren Zügen ist unsere Landwirtschaft jedenfalls nicht merklich zurück gegenüber anderen Crwerbszweigen. Der einzelne Landwirt, nament­lich in mittleren und kleineren Betrieben, vermag dies wohl auch nicht immer genügend zu übzr- sehen und zu beurteilen, es spreck)en da manche Fragen mit. Vielleicht wäre dies mit ein Feld für die landwirtschaftlichen Kreisvereine und die Landwirtschaftskammern. Meines Erachtens konnten von diesen in den gegebenen Fällen die nötigen Anregungen und Winke reckt wohl aüs- geben. Möge diese Erwägung auf einen recht fruchtbaren Boden fallen. Die Landwirtschaft wird in der Viehzucht und namentlich in 'der Er­zielung von Mastschweinen sicher noch mehr zu

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

S-nxiagSb-llag«: J««stUrt-r S-nntagSdlatt. _______

Neueste Telegramme.

1 Budapest, 27. Juni. Wie verlautet, sollen Lemnäckst die Führer sämtlicher Parteien, Franz Kvssuth, Baron Banffy, Graf Andrassy, Graf Stefan Tisza u. a., zur Audienz beim Könige be­rufen werden und eventuell, zu einer Konferenz zusammeiitreten, um über die Lösung der Krise zu beraten. _ ..

Rom, 27. Juni. In vatikanischen Kreisen wird die Entwickelung der Marokko-Krise mit Interesse und nicht ohne eine gewisse Genug­tuung berfolgt. Man ist nämlich der Ansicht, daß dank der Marokko-Frage und, der dadurch hervorgerufenen Angelegenheiten die Trennung von Kirche und Staat fehr in die Ferne gerückt ist.

Paris, 28. Juni. In politischen Kreisen be- schäfticft man sich bereits eifrig mit der nächst- jährigen Präsidentenwahl. Unter den Kandida­ten dürfte sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch Rouvier besinden. Man glaubt, daß er, fallser die Marokkofrage in befriedigender Weise löst, große Aussicht habe, Nachfolger Loubets Zu, werden.

Brüssel, 27. Juni. Kaiser Wilhelm hat, tote dieFrkf. Ztg." meldet, die Ehrenmitgliedschaft des belgischen Royal Nacht-Club angenommen und das Erscheinen seiner JachtMeteor" zu dem Wettsegeln des Klubs zwischen Osicnde-Blis- fiitgen zugesagt. Das halbamtlicheJournal de Brurelles" knüpft daran die Hoffnung eines Kaiserbssückes in Antwerpen.

Brüssel, 27. Juni. In der Abgeordnetenkam­mer erwiderte der Kriegsminister auf die An­frage, ob für den Kriegsfall Maßnahmen zum Schutze der Neutralität Belgiens getroffen seien, daß die Regierung die Landesverteidigung dauernd intakt erhalte.

Simla, 27. Juni. Es verlautet: Der Vize- könig Lord Curzon teilte der Reichsregierung mit, wenn in den über dis militärische Befehls- gemalt in Indien erlassenen Anordnungen, nicht bedeutende Aendeningen vorgenommen würden, werde er von seinem Amte zurücktreten.,

Eriwan, 27. Juni. Die Ruhe ist nun äußerlich wieder hergestellt. Es sinden jedoch noch immer Ueberfälle seitens der Mohammedaner statt. Auch im Kreise Etschmiadsin kam es wiederholt zu Un­ruhen. Das Eindringen serbischer Mohammeda- ner über die russische Grenze ist nur durch die von den Behörden, getroffenen Maßnahmen und den hohen Wasierstand des Grenzflusses verhindert worden.

Schatten der Vergangenheit.

Roman von B. Corony.

; (stdttsctzung.)

Was Tu zusammenfaselst, verstehe ich nicht. Das ist alles überspanntes Zeng!" knurrte Heller. Statt daß Du vergnügt bist, schneidest Du un- zufriedene Gesichter. Der Teufel hole die ganze Geschichte! Wer Dir's recht machen soll, der muß erst noch geboren werden! Donnerwetter! Zukünftige Baronin und Besitzerin großer Reich­tümer und dabei noch in alberner Verliebtheit einem Menschen nacksenfzen, dem Du immer gleich null warst? Sich halbtot lachen müßte er über Dich, wenn er das wüßte."

Eben dasLachen" will ich ihn: und ihr vertreiben! Sie sollen's verlernen, wie ich es verlernte."

Ach Unsinn! Ich habe Dick doch noch vor­hin mehr als einmal in laute Heiterkeit aus- brechen hören."

Nur, daß sie nicht echt, sondern erheuchelt war, Onkel. Sie diente mir zur Erreichung mei­nes Zweckes, fand aber keinen Widerhall in mei­net: Leele."

Tn willst das und jenes und willst es auch wieder nicht. Ten Erzengel Gabriel selbst könnte 'derartiges Gerede um seine himmlische Geduld bringen! Vor kaum einer halben Stunde hast Du Tick verlobt und möchtest nun, wie mir -scheint, die Sache am liebsten'wieder rückgängig machen."

:O nein! Da kennst Du mich, schlecht? Was ich tat, reut mich nicht! Aber jetzt möchte ich mit meinen Gedanken allein fein. Du verzeihst wohl, wenn ich mich zurückziehe?"

Gewiß, gewiß! Herrgott, wer mir gesagt hätte, daß ich noch so 'vornehme Verwandtschaft . Memmen würdest''

ab."

Ich glaube Dir gern."

Es erregt ober doch Deinen Aerger, daß er Dich jetzt schneidet, wie er früher mich geschnitten hat."

Ach Gott, nein, Paul! Ganz und gar nicht! Mag er dorthin gehen, wo er sich am wohlsten fühlt! Ich gönne es ihm wahrhafsig, denn trotz seines Reichtums ist er ja doch ein armer Mann."

Vielleicht brauchst Du ihn gar nicht so sehr zu bedauern. Möglicherlveise fängt das lustige Leben jetzt erst recht für ihn an. Er heiratet zum zweitenmal und weißt Du wen? Nein? Also Du darfst aber vorläufig nicht darüber reden meine Nichte!"

Was? Bist Du Bei Sinnen, Paul?"

Ich denke doch! Getrunken haben wir bis jetzt noch nichts. Sammtoirt! Eine Flasche Sekt, aber vom besten und schnell!"

Ja, heute wurden die Ringe getauscht."

Um Gotteswillen l Und das hast Dm zuge- geben?"

Bierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., jR/i 4 f a bei allen Postämtern 2,25 Mk. <cjcl. Bestellgeld).

/I®. IvV Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg.

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