mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg uud Kirchhain.
Sonntagsbeilage: JUustrtrteS Sonntagsblatt.
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Vierteljährlicher Bezugspreise bet oct (Sjtebition 2 Mk^ btt allm Postämtern 2,25 Mk. <tjcl. Bestellgeld).
ZttserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder veren Raum 10 Psg.
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Marburg
Sonntag, 25. Juni 1905.
Erscheint wöchentlich sieben mal. _
Druck und Verlag' Zoh. Äug. Koch, UmversttätS-Buchdrnckera 40. Almg.
Machnrg, Markt 21. — Telephon 56.
Zweites Blatt.
Neueste Telegramme.
Budapest, 22. Juni. Das Schicksal der «Kabinett». Fejervarh steht nun doch in Frage. Ded gestrige Ministerrat beschloß wohl, nicht Au HemissioniKon, doch wird es heute als nicht gaqz auSgeschMsn bezeichnet, daß die Stellung TejervaryS durch die Mißtrauenskundgebungen der beiden Parlamente unhaltbar geworden sei.
London, 23. Juni. Die deutschen Truppen in China werden, wie »Daily Telegraph" auS Tokio meldet, binnen kurzem zurückgezogen werden, mit Ausnahme derjenigen in Tsingtau, da man erkannt habe, daß die Zwecke der militärischen Besetzungen nach den Boxerunruhen erreicht seien.
Konstaatiaopel, 23. Juni. Die Pforte chat bei den Mächten unter Hinweis auf die ^Bestimmungen des Berliner Vertrages wegen der von Bulgarien beabsichtigten Schaffung einer Torpedvflottille einen Protest eingelegt.
Tanger, 23. Juni. Die deutsche Militär- misfion, die den Grafen Tattenbach nach Fez begleitete, hat auS Berlin Befehl zur Rückkehr erhalten, und wird der »Kölnischen Zeitung" zufolge morgen mit den nichtamtlichen Teilnehmern der Reise hierher zurückkehren. Die 'Herren werden vorher in Abschiedsaudienz vom pultan empfangen.
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Englische Deutschenhetze.
Seit länger als Jahresfrist ist es den einge» iweihten Kreisen in Deutschland kein Geheimnis Dehr, daß England und insbesondere im öffentlichen Leben stehende Politiker persönlich mit Leidenschaft den Plan verfolgen, Deutschland in ^auswärtige Verlegenheiten zu verstricken, um '»seine Flotts von dem Meere zu fegen." Heute, nach Delcasse's Rücktritt, und den damit für England erwachsenden Verlegenheiten tritt diese Sachlage ja auch dem Zeitungsleser in dem Kleinsten deutschen Landstädtchen klar vor Augen. Leider aber giebt matt auch noch jetzt in der berechtigten Freude über unsere in der Marokkofrage errungenen Erfolge sich einer Verkennung der in Wahrheit Deutschland drohenden Gefahren Hin. Diese liegen nicht so sehr in den Jntereffen jbe8 im gelben Meere erstarkenden Japans und der Nebermacht amerikanischer Einflüsse, auS denen der Vermittlereifer des Präsidenten Roosevelt zu erklären ist, sie liegen nicht so sehr in der territorialen Bedrohung von Kiautschou, als in der allgemeinen Unsicherheit
Beiträge zur Chronik von Marburg.
Von L. Müller.
'(Fortsetzung.)'
P 1643, 25. Mai wurde Oberhessen von Kirchhain 'aus durch die Schweden unter Graf Königsmark ^ebrandschatzt.
i 1643, 26. Juni Successionsvertrag zwischen Hessen-Cassel und Hanau infolge dessen 1736 Hanau-Münzenberg an Hessen-Cassel kam.
! 1644 forderte der Rektor der Universität den
'Studenten die Degen ab, weil sie sie mißbraucht 'haben und die fürnehmsten Studenten wurden ffeligiert. Diese wandten sich an den Landgrafen Georg II., der die Strafe zurückncchm.
' 1644, 18. Oktober starb der Hessen-Casseler
^Befehlshaber Kaspar von Eberstein, Nachfolger -von Melandcr.
; 1645, 14. Mai wurde Kirchhain von dem
bayerischen General Mercy belagert.
t 1645, am 1. November rücken die Hessen- 'Casfeler Truppen vor Marburg und nehmen den sDarmstädter Stadt und Festung ab. Mißlungene fUcberrumpelnng der Amönebitrg durch die Hessen. : 1646, am 16. Januar erobert General Geiste
.Las Schloß teils durch Accord. Der Darmstädter Kommandant Ehr. Willich wurde wegen dieser Itebergabe in Gießen hingerichtet.
1 1646, am 3. Februar kapituliert bas Schloß
Kauschenberg an General Geiste.
1646, am 4. März 'rohe Feuersbrunst in Zie- itcüberg.
; 1646, 9. August: Wiedergewinnung der seit
11623 von den Darmstädtern besetzten Herrschaft '-Schmalkalden durch Hessen-Cassel.
; 1646, 17. August: Eroberung von Kirchhain
jdiirch den Hessen-Darmstädter General Löwen- Haupt.
i 1646, 18. November wurde das Schloß Blankenstein für immer zerstört.
der politischen Konstellation und der diplomatischen Lage. Alles dies ist verhältnismäßig ungefährlich, da man getrost fein darf,, daß Fürst Bülow und feine Leute die Ränkefpinner kennen, die hier an der Arbeit find. Aber es wäre immerhin nützlich, daß diese Kreuzspinnen auch im deutschen Volke Hinreichmd erkannt würden.
Vor kurzem hat sich in London eine Vereinigung begründet, die eS sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Originalaufsätze hervorragender Politiker die europäische und amerikanische Preffe gegen Deutschland zu verhetzen. Der erste dieser Aussätze ist bereit» erschienen und kam bezeichnender Weise auS der Feder von Charles Dilke. Wie sehr diese Gesellschaft an der Arbeit ist, und wie wett ihre Ränke reichen, zeigt ein über die Maßen frecher und angesichts der demütigenden russischen Lage geradezu lächerlicher Aussatz, in dem die »No» woje Wremja" Deutschland bei Frankreich zu verdächtigen sucht. Auch die japanische Preffe hetzt gegen Deutschland. Alle» dies ist selbstverständlich belanglos und nicht daS Papier wert, auf dem es gedruckt ist, solange man sich in Deutschland über die eigentlichen Quellen und den Zweck dieser AuSlaffungen klar bleibt. Aber leider ist ein Teil der deutschen Preffe weit davon entfernt, die Gefahr zu erkennen, und vielmehr bemüht, den Sirenenstimmen auS dem englischen Lager Glauben zu schenken, die in Deutschland die Meinung zu verbreiten suchen, als hätten wir keinen besseren Freund wie England und könnten nichts Gescheiteres tun, als morgen uns an den Busen dieses unseres einzigen Freundes zu flüchten und ein deutsch-englisches Bündnis abzufchließen.
Bei dem Eifer, mit dem die demokratische Presse dieser englischen VerschleierungSpolitik in Deutschland selbst dient, ersteht hier eine wirkliche Gefahr. Jede in England als doktrinär verlachte Mahnung zum Frieden die auf englischer Seite erhoben wird, wie z. B. kürzlich von W. L. Alden in der »Pall-Mall-Gazette" wird in Deutschland für daS Zeugnis eines erleuchteten Geistes hingestellt, das beweise, wie wenig man in England selbst den Treibereien der Hetzer und Chauvinisten zu folgen geneigt wäre. Herrn Aldens gute Absicht in allen Ehren. Aber in England liest man solche, sagen wir philanthropischen Auslaffungen, mit grinsendem Behagen und denkt sich sein Teil. Sie warten alle miteinander nur aus die Stunde, die uns neben den asiatischen Verwickelungen noch in einen europischen Konflikt hineinziehen könnte. Je klarer man dies in Deutschland erkennt, desto besser wird eS um dis. Korrektheit und Sicherheit der deutsch-englischen Beziehungen nicht nur der amtlichen, sondern auch derer von Volk zu Volk bestellt sein.
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1646, 20. November: Treffen bei Frankenberg, in welchem General Löwenhaupt geschlagen wurde.
1647, 12. Mai eroberte der Hessen-Casseler Generalleutnant Cornelius Mortalgne de Port- tentes die Stadt Friedberg.
1647, 8. Juli: Hauptvergleich zwischen Hessen- Cassel und Schaumburg-Lippe zu Münster über die Grafschaft Schaumburg.
1647, am 12. November rückte der Kaiserliche General Holzapfel in Hessen ein um sich an seiner ehemaligen Landesherrin zu rächen, in Zieren- berg bezog ec sei Hauptquartier.
1647 am 5. Dezember wurde Friedetvald durch die Bayern erobert.
1647 vom 4. bis 12. Dezember rückte der fai- serliche General Holzapfel (Melander) mit der kaiserlichen und Chur-Bayerischen Armee vor Marburg und bezog am Grün ein Quartier. Am 18. Dezember richtete der das Marburger Schloß verteidigende Hessen-Casseler Oberst Stauff einige schwere Stückschüsse auf das ihm verkundschaftete am Grün befindliche Quartier des belagernden kaiserlichen Feldherrn Peter Melander, Grafen Holzapfel, während derselbe eben bei der Tafel saß. Durch die Schüsse wurde Holzapfel sowie der Markgraf von Baden verwundet. Der Schildwache wurde der Kopf weggerissen. Melander 6o6, die Belagerung auf. Dieser Schuß 'hat fast zwei Jahrhunderts zir den bekannten hessischen Denkwürdigkeiten des dreißigjährigen Krieges gehört. So lange das Grüner Tor stand, wurde die durch jenen Schuß herausgeschlagene Ecke jedem Kinde gezeigt und eine von den Kugeln, welche in Melanders Zimmer gefahreit war, war noch im vorigen Jahrhtmdert in dem umgebauten Hause des Regierungs-Direktors Heß vorhanden.
1647, am 27. Dezember ziehen die Kaiserlichen, als sie vorher die ganze Stadt ausgeplün- dcrt, die Tore und Mauern gesprengt, von Marburg ab, die große Armee teilte sich tn zwei Teile,
Der rusfisch-Iapanische Krieg.
AuS der Mandschurei.
Tokio, 23. Juni. (Amtlich.) Auf bet Höhe von Uingchang bedrängte am 21. b. M. feindliche Infanterie japanische Patrouillen und rückte vor. Als sie Hfingyangchen erreicht hatte, warfen dis japanischen Truppen sis zurück und verfolgten sie, indem sie ihr schwere Verlusts beibrachten. Eine feindliche Truppe rückte auf der nach Kirin führenden Straße vor. Mittag» standen sich die Gegner auf verschiedenen Höhe« gegenüber. Nach mehrstündigem Gefechte machten die Japaner einen Sturmangriff auf die Höhen, warfen den Feind zurück und nahmen dis Höhen. Sonst ist die Lage unverändert.
Guntschulin, 23. Juni. Die Nachricht de» „Daily Telegraph" au» Tokio, daß dis Armee Lenewitsch» von den Japanern von allm Seiten umzingelt sei, ist vollständig unwahr und erfunden. Die Japaner stehen vor der Linie der russischen Südfront. Di« Russen, Aug, in Auge mit dem Feinde, bewachm jede seiner Bewegungen.
London, 23. Juni. Die »Times" melden aus Nogis Hauptquartier vom 22. Juni, General Mischtfchenko» Tätigkeft habe nach Verstärkung durch eine gemischte Kavalleriedivifion auS dem Kaukasus sehr zugenommen. Die Japaner sandten, um einen russischen Einfall zu veretteln, am 17. Juni zwei Kolonnen gegen MischtschenkoS vorgeschobene Basis auf dem rechten User de» Liaho und trieben ihn auf die andere Seite. Während dieser Bewegung wäre Prinz Friedrich Leopold beinahe gefangen genommen worden. EinSchropnel explodierte über einer Gruppe fremder Attaches, verwundete Oberst Pertav Bey leicht und tötete zwei Pferde.
Petersburg, 24. Juni. Da hier ein Friedensschluß nicht so bald erwartet wird, werden die Truppentransporte nach der Mandschurei beschleunigt. Mehrere Tausend Offiziere haben sich nach dem fernen Osten begeben. Der russische Botschafter in Rom, Murawjew, trifft demnächst hier ein, um an den Beratungen über wichtige diplomatische Fragen teilzunehmen.
Die Friedensunterhandlungen
Washington, 23. Juni. (Reuter.) Au» amtlicher Quelle verlautet, daß die russischjapanischen Verhandlungen infolge einer Erkrankung des Grafen Lamsdorff einen unbedeutenden Aufschub erfahren haben. Präsident Roosevelt habe die Antwott Rußlands auf die letzten Vorstellungen, die vermutlich bett Abschluß de» Waffenstillstandes betreffen, noch nicht erhalten. Der Aufschub bedeute keine Stockung der Verhandlungen.
wovon der eine nach Süden und der andere nach Fulda zog.
1648, 16. Februar wurde Friedewald von den ALierten zurückerobert.
1648, 14. April: Schließlicher Vertrag der beiden Häuser Hessen-Cassel und Darmstadt über ten Besitz der 43 Jahre streitig gewesenen Marburger Erbschaft. Nach diesem Vergleich blieben die Verhältnisse geordnet.
1648, 7. Mai fiel in der Schlacht bei Zus- marshausen der merkwürdige Feldherr des drei- ißgjährigen Krieges Peter Melander, nachher Graf Holzapfel. Von 1633—1640 als Oberbe- sehlshaber der Hessen-Casseler, trat er in kaisec- liehe Dienste und bekämpfte nun seine, Waffenbrüder und besonders seine Herrin die Land- gräsin Ainalie Elisabeth auf das Erbitterste. Sein Besitztum, die Grafschaft Holzapfel, kam nun in den Besitz seines Nachkommen, des Erzherzogs von Oesterreich.
1648, a u 14. August wurde ein Mann von oben nach unten aufs Rad geschlagen, der seine Frau ermordet hatte.
' 1648, 24. September: Vertrag zwischen der
Landgräfin Ainalie Elisabeth und dem Kurfürsten von Mainz, Philipp von Schönborn über die Widcrabtretung der von Hessen-Cassel eroberten Stern ter, Fritzlar, Naumburg und Amöneburg.
1650, 25. September: Adication der Land- gräfin Amalie Elisabeth von ihrer Vormundschaft- lichen Negierung. Regierungsanftitt des Land- grafen Wilhelm VI.
1648, 14. Oktober: Unterzeichnung des west- fälifchen Friedens, durch welche die Abtei Hers- seld mit Cassel verbunden wird. Daniel von Hut- ten verkatlft das Amt Altengronau an Hessen- Casiel für 28 000 Gulden.
1648, am 24. Oktober wurde in Münster der Friede unterzeichnet und Hessen hatte endlich einmal nach einem 30jährigen Kriege Rul)e erhalten und so feierte man 1650 ein Jubeljahr. Ein
Deutsche- Reich.
Bsrli«, 24. Juni.
— Seine Majestät der Kaiser nahm geftem vormittag, wie au» Kiel gemeldet wird, au der Segelregatta auf feiner Jackt .Meteor" teil, die um 2 Uhr al» erste daS Ziel passierte. Abend» sand an Bord der .Hohenzollem" bei dem Kaiser Diner statt zu dem zahlreiche Einladungen ergangen waren.
— Die Kaiserin wird dem Vernehmen nach am kommenden Montag in Kiel eintreffen, um de» Schlußsestlichkeiten der Kieler Woche beizuwohnen. 68 scheint demnach, al» ob sich der Gesundhetts« zustand der Kaiserin in den letzten Tagen wesentlich gebeffert hat.
— Der Kronprinz hat nunmehr nach seiner Rückkehr nach Potsdam seinen Dienst al» Chef der zweiten Kompagnie de» 1. Varde-Regiment» z. F. wieder angetreten. In Begleitung seiner Gemahlin besuchte er da» Kasernement, und während der Thron« folger der Löhnungsausgabe feiner Kompagnie bet- wohnte, nahm die Kronprinzessin Gelegenheit, in Begleitung einiger Offiziere sich die Stuben bet Mannschaften ihre» Gemahls anzufehen.
— Die ArbeitSdiSPositionen bei Lanbtag» am Schluffe be» Monat» werden sich wie folgt gestalten: Das Herrenhaus tritt am 27. Juni zusammen und berä an diesem Tage aus Petitionen, am 28. und 30. d. M. (her 29. ist katholischer Feiertag) werden die Berggefehnovellen berate» nebst dem Entwurf betreffend da» zettweife Mutung»- verbot. Damit wäre für da» Herrenhaus der Stoff erschöpft. Da» Abgeordnetenhaus tritt am 80. Juni zusammen, berät außer Petitionen und einiger vom Herrenhaufe zurückgekommener Entwürfe noch den Entwurf betreffend die Gebühren der Med!« zinalbeamten. Nimmt diese» Hau» die ganze Tagesordnung an, so hat letzter Entwurf noch an ^ba» Herrenhaus zu gehen, das sich am 1. Jmt damit zu beschäftigen hat. Fall» da» Herrenhau»- Plenum den Beschlüssen de» Abgeordnetenhaufe» in Betreff der Bergnovellen beitritt, braucht da» «bge« ordnetenhau» am 1. Juli nickst mehr zu tagen in» in diesem Falle wird am Nachmittag de» 1. Juli btt Session geschlossen werben.
— Der Verbanb der Aerzte Deutschlands (sog. »Leipziger Verband") hielt, wie bereit! angelünbigt, dieser Tage in Straßburg seine JahreS- tagung ab. Dem RechenschastSbericht entnehmen wir. daß sich bet Mitglieberbestand im letzten Iahte aus 17213 erhöht hat. Von den Kassenkämpfen deS letzten Jahre? wurden 111 gewonnen und 4 verloren. Die ärztliche Stellenvermittlung des VerbandeS hat sich erfreulich entwickelt; trotz ihres kurzen Bestehens bat sie im vergangenen Jahre nicht weniger als 165T Stellen vermittelt. _____
— Der 33. Kongreß für I nnere Miss io» wird nach zweijähriger Zwischenzeit in diesem Herbst wieder abgehalten werden, und zwar in Lerpzrg in den Tagen vom 25. bis 28. September. DaS genaue Programm des Kongresses ist von her Geschäftsstelle des Zentral - Ausschusses, Berlin W. 35, Genthiner- straße 38, unentgeltlich zu beziehen.
Ausland.
Rußland. Aus verschiedenen russischen Bezirken liegen Nachrichten über teil» schon stattgehabte, teil» in Vorbereitung begriffen« Unruhen und Bluttaten vor. Neu« ernste Bauernunruhen werden nach einem Petersburger Telegramm des „B. T." gemeldet aul den Kreisen Slonim, Widawa und Staubz
Erlaß vom 2. April 1650 machte bekannt, daß Landgraf Georg am 5. Mai 1650 die Universität von Marburg nach Gießen verlege. .
1648 am 23. Dezember als die,Kaiserlichen Marburg genommen hatten, fand eine Plünde, rung statt, welche drei Tage dauerte und wie man ft“ noch nicht erlebt batte, bei ihrem Abzug waren Häuser, Tore und Stadtmauern zerstört.
1648 am 31. Dezember kommt die Sta« Vacha an Hessen.
1651 a;.t 18. August starb Hessens großt, Regentin Amalie Elisabeth, 49 Jahre alt. Em» unerhörte Wasserflut war in diesem Jahre.
1653 wurde die die am 3. Januar 1633 nach Eassel verlegte Universität Marburg in volle« Blüte stand, wieder zurückverlegt.
1655, am 10. Januar wurde Bodo Trott z» Solz in Nentershausen von Otto von Baumback bei einem Trinkgelage erschlagen.
1655 wurde eine Frau namens Staudmger, die auf der Judengasse wohnte, der Hexerei be-. schuldigt und lebendig verbrannt. 1 Malter Kora kostete 26 Albus. c.
1658 läßt der Landgraf Wilhelm dte Domtm- kaner-Klostcrkirche der,, reformierten Gemeind« zurechtmachen und einräumen.
1659: Letztes Beifpiel einer Wegelagerung- Zwischen Helsa und Romrods verübten ein hesfi- scher und ein in hannoverschen Kriegsdiensten stehender Edelmann in Gemeinschaft mit zwei nichthessischen Edelleuten einen Raub an einem Juden. .
1663 wurde das Rathaustürmchen, worin d» Glocke hängt, neu gemacht, und eine Windfahne, einen Reiter darstellend, barauf gesetzt.
1664 war am 28. Januar ganz unvermutet eine Sonnenfinsternis, welcher der Kalender gae nickst gedachte.
1669, am 18. November wurde die groß« Glocke der lutherischen Pfarrkirche in der Baw fiißerkirche rimgegossen nachdem sich der Ma gif»